Test: Delonghi Primadonna Soul Frontal

High-End Kaffeevollautomaten im Test : Kaffeegenuss auf höchstem Niveau

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Veröffentlicht 11.12.2020

High-End Kaffeevollautomaten können nicht nur besten Espresso herstellen. Mit dem Milchschaumsystem servieren sie auch Milchkaffeegetränke, die sich zudem an den individuellen Geschmack anpassen lassen. Wir haben 5 Kaffeevollautomaten aus der Oberklasse getestet.

Arne Preuß
Arne Preuß
ist gelernter Barista und Gründer des Blogs Coffeeness. Er testet alles rund um sämtliche Arten der Kaffeezubereitung.

High-End Kaffeevollautomaten können auf Knopfdruck Milchkaffee, Latte Macchiato und Cappuccino herstellen. Bereits in den Grundeinstellungen erzielt man beste Ergebnisse, die sich mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten zudem an den individuellen Geschmack anpassen lassen.

Die Luxus-Kaffeeautomaten machen nicht nur optische eine gute Figur, sondern bieten auch die beste Technik. So wird der Bedienkomfort durch große Farbdisplays oder einer Steuerung über eine Smartphone-App erhöht. Wir haben 5 Kaffeevollautomaten aus dem High-End-Bereich getestet.

Stufenloses Mahlwerk: DeLonghi PrimaDonna Soul

Stufenloses Mahlwerk

DeLonghi PrimaDonna Soul

Test: Delonghi Primadonna Soul
Der DeLonghi hat Innovationen im Geist und besten Kaffee im Herzen.

Die PrimaDonna-Reihe von DeLonghi hat ein neues Mitglied: den PrimaDonna Soul. Mit dem stufenlosen elektronischen Mahlwerk, dem modernen Display und dem starken Bezug zur Coffee Link App erinnert der Soul deutlich an das Modell Maestosa desselben Herstellers und schließt so die Lücke zur Luxusklasse. »PrimaDonna«-typisch bietet er neben einer schicken Optik und dem »LatteCrema«-System auch einen großen Funktionsumfang sowie feinteilige Einstellungen.

Außerdem bietet der Soul die innovative Bean Adapt Technology, die dafür sorgt, dass der Kaffeevollautomat alle wichtigen Brühparameter an die jeweilige Kaffeebohne anpasst. Dafür müssen die Bohnen nur mit einer Vorlage abgeglichen und der entsprechende Röstgrad in der App eingegeben werden. Mit der App kann man zudem bequem auf das Mahlwerk zugreifen.

Zusätzlich zum Mahlgrad lassen sich alle anderen Brühparameter für Latte Macchiato, Espresso und Cappuccino einstellen. Der Espresso des PrimaDonna Souls überzeugt mit einem facettenreichen Körper sowie einer schönen Crema. Der Kaffee läuft ideal temperiert und ziemlich zügig in die Tasse. Auch der Milchschaum kann überzeugen und lässt sich zudem in drei unterschiedlichen Konsistenzstufen zubereiten.

Der Kaffeevollautomat bietet alle wichtigen Hygienefunktionen. Er erinnert zudem daran, die Milch wieder kalt zu stellen, wenn der Milchbehälter über längere Zeit angeschlossen ist. Zusätzlich können der Wassertank, der Tresterbehälter, die Abtropfschale und die Brühgruppe leicht von Hand unter fließendem Wasser gereinigt werden. Das Milchsystem lässt sich für eine gründliche Reinigung auch auseinandernehmen.

Schnell und edel: Miele CM 7550

Schnell und edel

Miele CM 7550

Test High-End-Kaffeevollautomat: Miele CM 7500
Schön, schnell und ausgesprochen hochwertig – aber auch wuchtig.

Wie der Name Miele selbst steht auch der CM 7550 für Zuverlässigkeit, Funktionalität und Langlebigkeit. Preislich liegt er deutlich über dem Kaffeevollautomaten von DeLonghi. Der Miele überzeugt aber mit dem reduzierten, edlen Gehäuse, einer unkomplizierten Handhabung und klaren Bedienelementen.

Der wuchtige Kaffeevollautomat von Miele bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. Die Hygienefunktionen machen zudem Pflege und Reinigung sehr leicht. Der Espresso ist aromatisch und kräftig und auch der Milchschaum kann überzeugen. In einem persönlichen Profil können favorisierte Einstellungen für Brühtemperatur, Kaffeepulvermenge und andere Parameter abgespeichert werden.

Obwohl der Miele CM 7550 im Test überzeugen kann, hat er doch ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis als der PrimaDonna Soul von DeLonghi. Mit dem Kaffeevollautomaten von Miele macht man trotzdem nichts falsch – man muss aber mehr Geld in die Hand nehmen.

Preiswerter Luxus: Melitta Caffeo Barista TS Smart

Preiswerter Luxus

Melitta Caffeo Barista TS Smart

Von Melitta kommt der Luxus-Kaffeevollautomat Caffeo Barista TS Smart. Dieser hat nichts mit dem Filterkaffee-Image zu tun, das man gemeinhin mit dem Namen Melitta verbindet. Der Automat hat ein schickes schwarzes Gehäuse mit TFT-Farbdisplay unter dem sich viele clevere Funktionen und Features verbergen.

Neben einer Bedienung via Touch & Slide gibt es eine gelungene Smartphone-App. Anders als die Menüführung am Automaten ist diese App sehr intuitiv gestaltet. Ohne Umstände kann man Kaffeepulvermenge, Bezugsmenge, Temperatur, die Anzahl der Shots sowie die Auswahl des Bohnenfachs variieren.

Der Caffeo Barista TS Smart kocht guten Kaffee und bietet dabei 21 voreingestellte Getränke. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen können in acht verschiedenen Nutzerprofilen abgespeichert werden. Mit dieser Orientierung am Kundenwunsch wird der Kaffeevollautomaten dem Namen Melitta mehr als gerecht.

Was gibt es sonst noch?

Aus der EQ-Serie von Siemens kommt der leistungsstarke EQ.9 connect. Allein durch seine Optik weist sich der Kaffeevollautomat als Mitglieder der Oberklasse aus: Die glatte Oberfläche und das große Bedienfeld mit Drehregler und Display erinnert an die Optik eines HiFi-Geräts. Mittig ist der Auslauf für Kaffee und Milchschaum angebracht. Der »baristaMode« überzeugt mit differenzierten Einstellungsmöglichkeiten. Zusammen mit den beiden Mahlwerken und den dazugehörigen Bohnenkammern kann man so einfach zwischen unterschiedlichen Mahlgraden und Bohnen hin- und herwechseln.

In dieser Preisklasse sind Automaten mit zwei separaten Mahlwerken eher selten. Zudem ist der Siemens EQ.9 sehr leise und stört so weder am Arbeitsplatz, noch in der Küche daheim. Die unkomplizierte Bedienung wird durch die Smartphone-App abgerundet, mit der man auf viele verschiedene Kaffeespezialitäten zugreifen kann.

Der Xelsis wird in drei unterschiedlichen Ausführungen angeboten, die sich jeweils nur in wenig unterscheiden. Getestet wurde hier der »kleinste« Saeco Xelsis, der im Vergleich zum größten Modell mit einer Verkleidung aus Kunststoff und weniger vorprogrammierten Getränkevarianten sowie Nutzerprofilen auskommt. Der Kaffeevollautomat überzeugt mit einem schicken Look und einer unkomplizierten Handhabung.

Er bereitet erstklassigen Espresso sowie hervorragenden Latte Macchiato oder Cappuccino zu. Die Aromen kommen gut zur Geltung und die Temperatur ist optimal. Der Espresso hat eine schöne Crema, der Milchschaum steht dem in nichts nach. Bei allen drei Modellvarianten findet sich ein Keramikmahlwerk, das sehr leise. Es stehen dabei zwölf verschiedene Mahlgrade zur Verfügung. Die Reinigung und Pflege ist ebenfalls unkompliziert. Einziger Nachteil ist der etwas hohe Preis.

Wissenswertes über High-End Kaffeevollautomaten

High-End Kaffeevollautomaten unterscheiden sich von den günstigeren Modellen vor allem im Funktionsumfang und den verwendeten Materialien. Die detaillierten Einstellungsmöglichkeiten und vielfältigeren Funktionen sorgen für einen hohen Bedienkomfort. Bei der Zubereitung der Getränke kann man so feine, individuelle Abstimmungen vornehmen und sie optimal dem eigenen Geschmack anpassen.

Bei den Oberklasse-Automaten ist deutlich mehr Edelstahl, Chrom und Aluminium verbaut. Das sorgt nicht nur für eine edle Optik, sondern verbessert auch die Lebensdauer der Geräte. Zusätzlich bieten High-End Kaffeevollautomaten geräuschreduzierte oder automatische Mahlwerke und ausgefeilte Reinigungsprogramme. Während die günstigen Kaffeeautomaten gar kein oder ein sparsames Display haben, gibt es bei den Oberklasse-Automaten große Farb-Displays mit einer ausgefeilten Software, die sich per Touch bedienen lassen.

Der Espresso der High-End Automaten kommt nah an den Siebträger-Espresso eines versierten Baristas heran. Die Maschine mahlt zunächst die erforderliche Menge an Kaffeebohnen und leitet dann das Pulver weiter in die Brühkammer. Danach wird die benötige Menge an Wasser durch das verdichtete Kaffeepulver gepresst. Dabei sollte das Wasser rund 95 Grad Celcius haben und in 25 Sekunden durchlaufen.

Die Qualität des Espressos ist abhängig vom Zusammenspiel der verschiedenen Brühparameter: Ist das Wasser zu heiß, verbrennt der Kaffee und bekommt ein bitteres Aroma. Ist der Mahlgrad zu fein, gelangt das Wasser nicht mehr hindurch. Fließt dagegen zu viel Wasser, wird der Kaffee überextrahiert und schmeckt bitter. So muss – wie der Barista – auch der Vollautomat alle Parameter aufeinander abstimmen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Bei den Oberklasse-Geräten ist der Espresso meist auch ohne Veränderungen der Grundeinstellungen einwandfrei.

Das Innere eines Kaffeevollautomaten bietet mit der Mischung aus Kaffeepulver, Milch, hohen Temperaturen und Feuchtigkeit ein optimales Klima für Bakterienwachstum. Daher kommt ein Vollautomat nicht ohne Reinigungsprogramm aus. Auch hier gibt es zwischen den Automaten unterschiedlicher Preissegmente Unterschiede bei Komfort und Intensität der Programme. Einige Geräte spülen nach jeder Verwendung das Milchschaumsystem automatisch durch, bei anderen muss dies manuell erledigt werden.

So haben wir getestet

Die Kaffeevollautomaten wurden im Test nach den Kriterien Getränkequalität, Bedienfreundlichkeit sowie Einstellungsmöglichkeiten getestet. Außerdem wurde auf das Design und die Betriebslautstärke geachtet. Weitere Kriterien für die Beurteilung waren die Pflege und Reinigung der Automaten.

Die High-End Kaffeevollautomaten hatten im Test alle möglichst ähnliche Einstellungen, die Bezugsmenge für einen Espresso lag dabei zwischen 20 und 25 Millilitern. Der Mahlgrad wurde so fein wie möglich und die Kaffeestärke auf das Maximum eingestellt. Der Espresso darf keine unnatürliche Bitterkeit aufweisen oder zu wässrig sein. Die Geräte sollten zudem nicht zu sehr von der optimalen Durchlaufzeit von 25 Sekunden abweichen.

Ein absolutes Muss bei einem Oberklasse-Automaten ist ein automatisches Milchschaumsystem, mit dem sich auf Knopfdruck auch Cappuccino oder Latte Macchiato zubereiten lässt. Der Schaum sollte dabei homogen sein und zudem eine angenehme Trinktemperatur haben. Bei vielen Geräten lässt sich die Milchschaumtemperatur zudem anpassen. Zudem sollte ein Kaffeevollautomaten aus dem High-End-Bereich in der Lage sein, zwei Milchkaffeegetränke gleichzeitig zuzubereiten.

Die Kriterien Bedienung und Design lassen nicht objektiv beurteilen: Im Test wurde Wert gelegt auf ein gut lesbares Display sowie auf klar zugeordnete Drehräder und Tasten. Das Gerät sollte sich auch ohne Bedienungsanleitung gut bedienen lassen. In Sachen Design wurde nicht nur auf das Aussehen, sondern auch auf die Qualität und Verarbeitung des Materials geachtet.

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