Frittieren ohne Fett Test: Heißluftfriteuse Philips

Heißluftfritteusen im Test : Frittieren ohne Fett

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Update 28.08.2020

Wer seine Pommes mit wenig oder ganz ohne Fett frittieren möchte, braucht eine Heißluftfritteuse. Günstige Geräte gibt es schon ab 60 Euro, die teureren Exemplare kosten bis zu 300 Euro. Wir haben 17 Fritteusen getestet.

Update 28. August 2020

Wir hatten sieben weitere Heißluftfritteusen im Test. Eine neue Empfehlung ist die Philips HD9860/90 Airfryer XXL.

Susanne Möllendorf
Susanne Möllendorf
ist freie Autorin und Journalistin. Sie schreibt unter anderem Technik-Ratgeber für den O'Reilly Verlag und testet Küchengeräte aller Art.

Der Unterschied zwischen einer Heißluftfritteuse und einem Backofen mit Umluft-Funktion ist auf den ersten Blick nicht groß, beide sorgen durch heiße Luft für knusprige Pommes. Allerdings ist eine Fritteuse deutlich kleiner und somit schneller, wenn es darum geht, die passende Temperatur zu erreichen.

Außerdem wird das Frittiergut in der Heißluftfritteuse automatisch gewendet. Die Pommes werden dabei mehr oder weniger frittiert, nur benötigt man dazu kaum oder gar kein Öl. Wir haben 17 Heißluftfritteusen getestet, um zu sehen, ob sie halten, was sie versprechen.

Zwei Gerichte gleichzeitig: Tefal ActiFry 2in1

Ein Klassiker unter den Heißluftfritteusen kommt von Tefal. Die Fritteuse überzeugt uns durch gute Verarbeitung, Vielseitigkeit und vor allem durch die tollen Ergebnisse.

Zwei Gerichte gleichzeitig

Tefal Actifry 2in1

Test Heißluft-Fritteuse: Tefal Actifry 2in1
Vielseitig und top verarbeitet bietet die Tefal viel mehr als nur einfaches Frittieren.

von 170 Lesern gekauft

2-in-1 bedeutet hier, dass zwei Gerichte zeitgleich zubereitet werden können. Im Gegensatz zu anderen Fritteusen, in die man auch einfach zwei verschiedene Gerichte werfen könnte, gibt es hier neben dem Garkorb aber auch eine Grillplatte. Außerdem hat der Korb keine Perforationen, sodass darin auch gekocht werden kann.

Uns überzeugt die einfache Bedienung, auf dem Display können Einstellungen auch einfach wieder geändert werden.

Die Fritteuse ist sinnvoll konstruiert, so lässt sich der Deckel abnehmen, das ist vor allem beim Reinigen praktisch. Außerdem öffnet er sich auf Knopfdruck automatisch. Für jedes Lebensmittel gibt es ein eigenes Programm – Infos darüber, welches man wählen muss, gibt das Rezeptbuch. Allerdings kann man die Temperatur nicht selbst ändern.

Gegart wird hier mit nur 150 Grad, das ist zwar schonend, dauert aber auch dementsprechend länger. Die meisten anderen Fritteusen arbeiten mit 200 Grad und brauchen dann für Pommes 12 Minuten, die Tefal-Fritteuse benötigt doppelt so viel Zeit.

Durch den großen Garbehälter kann auch eine größere Menge zubereitet werden, maximal sechs Personen bekommt man damit satt.

Für spezielle Lebensmittel wie Fischstäbchen gibt es hier eine spezielle Platte, die sich langsam dreht, während die Stäbchen gebacken werden. Dadurch werden sie schön gleichmäßig braun und unten etwas knusprig.

Gemüse zuzubereiten funktioniert weniger gut. Im Test war das Gemüse entweder nicht fertig oder brannte an. Mit etwas Öl klappt das besser, damit wurde unser Gemüse auch gar. Der Sinn von Heißluftfritteusen ist allerdings, dass man möglichst wenig Öl braucht. Wer kaum oder fast kein Öl verwenden möchte, muss das Gemüse ein wenig vorkochen.

Dadurch dass der Behälter keine Löcher hat, kann man auch mit Flüssigkeit kochen, z. B. Chili con Carne. Funktioniert das besser oder einfacher als mit einem normalen Herd? Nicht wirklich.

Für uns ist die Fritteuse von Tefal dennoch eine Empfehlung für alle, die nicht einfach nur fettfreie Pommes wollen, sondern ihre Fritteuse vielfältiger nutzen möchten. Neben dieser Fritteuse bietet Tefal übrigens noch viele weitere Geräte an, die teils sogar über Bluetooth verfügen.

Luxus-Fritteuse: Philips HD9860/90 Airfryer XXL

Luxus-Fritteuse

Philips HD9860/90 Airfryer XXL

Test: Philips Hd9860/90 Airfryer Xxl
Sehr groß und hochwertig – der HD9860/90 Airfryer XXL ist perfekt für Großfamilien.

Die HD9860/90 Airfryer XXL kostet einiges, dafür ist sie aber auch hochwertig und groß – man könnte damit beinahe den Ofen ersetzen. Genutzt haben wir hier zuerst das Hähnchen-Programm: mariniertes Hähnchen in den Korb legen, Programm wählen und Gewicht des Vogels angeben, alles andere macht das Gerät. Vom Ergebnis waren wir begeistert, der Geschmack war gut. Dafür kam es aber zu starker Rauchentwicklung, die war im Test aber auch der einzige offensichtliche Nachteil. Auch die Pommes wurden gut, hier hatten wir das Problem mit dem Rauch nicht.

Es gibt Programme für Hähnchen, Pommes (inklusive Schüttel-Erinnerung) und einen Modus für Fleisch und Fisch. Für Pizza oder fürs Backen kann man sich Zubehör kaufen. Die Kits sind aber beide recht teuer, machen das Gerät dann aber zum Allrounder. Auch die Optik und die Verarbeitung sind gut.

Das Display ist digital und intuitiv, leicht zu bedienen also. Ein wenig genauer hätten wir uns die Anleitung gewünscht, insgesamt hat man aber keine Probleme bei der Bedienung. Eine Rezepte-App gibt es auch mit vielen Anleitungen für gesunde und außergewöhnliche Rezepte. Ein kleines Rezeptbuch ist außerdem dabei.

Wichtig vor dem Kauf: Die Philips wiegt etwa acht Kilo und ist damit unsere schwerste Test-Fritteuse. Ersatzteile dürfen in den Geschirrspüler und hinten gibt es eine Kabelrolle.

Preiswert: Medion MD 17769

Preiswert

Medion MD 17769

Macht einen eher unscheinbaren Eindruck, aber das Ergebnis überzeugt.

von 208 Lesern gekauft

Günstig und mit guten Ergebnissen überzeugt uns die Medion MD 17769. Sie ist für uns eine Empfehlung für alle, die das Frittieren mit Heißluft erstmal ausprobieren möchten.

Ein Display sucht man hier vergeblich und optisch ist sie auch kein Highlight. Die Temperatur und die Garzeit kann man über Räder einstellen, hier funktioniert alles manuell und analog.

Wo sie optisch und akustisch nicht unbedingt überzeugt, kann sich das Ergebnis dennoch sehen lassen. Wer Heißluftfritteusen erstmal kennenlernen möchte, macht hier nichts falsch.

Was gibt es sonst noch?

Das Standardgericht für Heißluftfritteusen sind wohl Pommes und genau die sind die große Stärke der Fritteuse von Aicok. Für Pommesfreunde daher definitiv eine Überlegung wert. Selbstgemachte wie auch gefrorene Pommes schafft die Aicok schon in 10 Minuten, dann sind sie schön goldbraun. Wir waren vom Ergebnis begeistert.

Von Fischstäbchen und Gemüse waren wir nicht so überzeugt, die Ergebnisse waren aber in Ordnung. Hier gibt es ebenfalls kein Display, manuelle Bedienung ist angesagt. Das funktioniert aber gut. Der Timer tickt während die Fritteuse läuft fröhlich vor sich hin, manch einen könnte das stören. Der Geruch, den wir am Anfang noch wahrnahmen, verflog schnell und der Gareinschub funktioniert gut, wir sind vor allem für Pommes überzeugt von dieser Fritteuse.

Klein und kompakt ist die Fritteuse von Rommelsbacher. Damit ist sie nicht nur platzsparend, sondern eignet sich auch für kleinere Haushalte. Mit der kompakten Fritteuse sind Pommes für maximal zwei Personen drin. Für uns eine ideale Fritteuse für alle, die nur wenig Frittiertes brauchen oder nicht viel Platz haben.

Damit man auch zwei Sachen gleichzeitig frittieren kann, gibt es eine Abtrennung für den Garkorb. Sofern man für sich alleine kocht, reicht das aus, mehr als eine Person wird davon nicht satt und man müsste mehrmals frittieren. Im Gegensatz zu einigen anderen Geräten gibt es hier ein Display und die Bedienung ist überaus einfach. Leider dürfen die einzelnen Teile aber nicht in den Geschirrspüler. Im Test schnitt das Gerät durchweg gut ab. Sie eignet sich vor allem für Einzelpersonen, dafür nimmt sie aber wenig Platz weg.

Die Klarstein Vitair Turbo kommt mit einem futuristische Äußeren, ein paar praktischen Extras und manchen etwas seltsamen Designentscheidungen. Der Deckel lässt sich nicht per Knopfdruck öffnen und die Garplatte kann nur mit dier beigelegten Zange entnommen werden , wenn sie heiß ist. Hier hätten wir mehr erwartet. Dafür werden die Pommes im Garkorb allerdings auch gewendet und somit schön gleichmäßig braun.

Die Monzana Heißluftfritteuse ist ein Gerät, das wir nicht unbedingt empfehlen können, denn sie ist nicht besonders gut verarbeitet. Der Korb geht nur schwer einzuschieben und währenddessen sollte man auch das Gerät festhalten, damit es nicht umfällt. Preis und die Ergebnisse unseres Frittiertests sind Vorteile, wiegen die Verarbeitungsqualität aber nicht auf.

Ebenfalls nicht wirklich passgenau ist die Fritteuse von Rosenstein & Söhne verarbeitet, auch hier muss geschoben und gleichzeitig festgehalten werden. Die Tasten für die Programmauswahl überzeugen uns ebenfalls nicht, allerdings gibt es hier einen LCD-Bildschirm.

Wissenswertes über Heißluftfritteusen

Eine Heißluftfritteuse funktioniert ähnlich wie ein Backofen mit Umluft. Die Fritteuse hat durch den kleineren Garraum aber einen geringeren Energieverbrauch und heizt schneller. Da die Wärmeleistung höher ist, werden die Lebensmittel hier quasi frittiert.

Vor allem aber braucht man kein Fett oder Öl wie bei normalen Fritteusen, falls doch, sind deutlich weniger davon nötig. So entsteht keine Verbrennungsgefahr durch spritzendes Fett, man muss sich nicht überlegen, wo das Öl gelagert oder wie es entsorgt wird und vor allem eines wird deutlich angenehmer: der Geruch. Denn bei Heißluftfritteusen riecht nichts so extrem nach Fett wie bei normalem Fritteusen.

Zur Reinigung dürfen Teile der meisten Testgeräte sogar in den Geschirrspüler und haben somit einen weiteren Vorteil gegenüber normalen Fritteusen.

Geschmacksunterschiede zwischen Fett und Heißluft

Fett ist ein Geschmacksträger, das ist nicht nur eine Ausrede für fettige Essen, sondern stimmt tatsächlich. Den Unterschied bemerkt man spätestens, wenn man z. B. Pommes aus einer normalen und einer Heißluft-Fritteuse vergleicht. Auch die Konsistenz ist anders, wo es mit Fett knusprig mit weichem Kern wird, gibt es bei den Heißluftfritteusen entweder trockene oder weiche Pommes.

Frittieren ohne Fett Test: Heißluftfritteuse
Heißluftfrittiertes hat deutlich weniger Kalorien.

Allerdings spart man mit Heißluft Kalorien. Ganz ohne Fett kommt man allerdings nur aus, wenn man nicht auf Tiefkühlkost zurückgreift. Denn diese Lebensmittel sind häufig schon vorfrittiert und enthalten damit bereits Fett.

Gleichmäßig braun werden die Lebensmittel in beiden Varianten, durch das Fett wird die Wärme aber etwas gleichmäßiger verteilt. Das geht allerdings auch bei einer Heißluft-Fritteuse, einfach den Korb kurz herausnehmen und schütteln, dann wird alles gleichmäßig braun.

Was darf rein?

Mehr oder weniger alles, was auch in den Backofen kann. Mit einer normalen Fritteuse hat sie aber nur den Namen gemeinsam.

Wissenswertes vor dem Kauf

Unsere Testgeräte unterscheiden sich sehr, was das Fassungsvermögen angeht. Einige eignen sich für Großfamilien, andere nur für Singlehaushalte.

Vor dem Kauf sollte man sich außerdem überlegen, was der kleine Küchenhelfer können soll. Möchte man nur ein Gericht auf einmal zubereiten oder mehrere? Hier gibt es Modelle mit zusätzlichen Ebenen. Andere wenden die Lebensmittel selbstständig und vor allem bei der Hitze gibt es deutliche Unterschiede.

So haben wir getestet

Weil alle Fritteusen unterschiedliche Funktionen bieten, haben wir uns drei Gerichte vorgenommen, die alle Geräte in der gleichen Zeit zubereiten sollten. Das waren natürlich Pommes, außerdem Fischstäbchen und schließlich Gemüse.

Pommes und Gemüse bekamen noch einen Esslöffel Öl dazu, das steht so in den meisten Anleitungen. Die Stärke löst sich am besten durch Einlegen in Wasser aus den Kartoffeln, danach haben wir gewürzt.

Die Pommes wurden dann für 15 Minuten bei 200 Grad frittiert, für die Fischstäbchen haben wir 180 Grad genommen bei 10 Minuten und ebenfalls zehn Minuten bei 160 Grad für das Gemüse.

Bei allen Fritteusen, die keine Voreinstellungen für unsere Lebensmittel hatten, haben wir die Zeit und Temperatur manuell eingestellt.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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