Test: Entsafter

Entsafter im Test : Frischer Fruchtsaft im Handumdrehen

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Update 01.10.2020

Selbstgemachte Gemüse- oder Obstsäfte sind sehr gesund und mit einem Entsafter auch schnell und einfach zubereitet. Entsafter gibt es entweder mit Zentrifuge oder Presse. Wir haben 27 Geräte getestet.

Update 1. Oktober 2020

Wir haben fünf neue Entsafter getestet und der Kenwood Pure Juice Pro JMP800SI war eine neue Empfehlung wert.

Doreen Menz
Doreen Menz
testet als passionierte Hobbyköchin nicht nur Küchen- und Haushaltsgeräte sondern interessiert sich auch für Gesundheitsthemen.

Egal ob als Ergänzung zum Frühstück oder als natürlicher Energy-Shot für zwischendurch: Frisch gepresste Säfte sind nicht nur lecker, sondern auch ziemlich gesund. Im Test hatten wir 27 Entsafter zwischen 30 und über 200 Euro und wollten herausfinden, welche Maschinen die besten Säfte pressen. Dabei haben wir auf die Saftmenge und auch auf die Qualität der Geräte geachtet und geben Tipps zum Entsafter-Kauf. 19 von unseren getesteten Modellen sind aktuell verfügbar.

Effizient: Braun J700 Multiquick 7

Ein Gerät, das schnell und gut Saft macht, ist der Braun J700 Multiquick 7. 246 Milliliter Saft haben wir hier aus einem halben Kilo Karotten bekommen, so viel schaffte kein anderes Zentrifugengerät im Test, das sind ganze 53 Prozent.

Effizient

Braun J700 Multiquick 7

Bei Äpfeln waren es 71 Prozent Saft (356 Milliliter), bei Orangen mit 280 Milliliter 56 Prozent. Slow Juicer haben hier einen Vorteil, aber der Braun-Entsafter machte dennoch eine gute Figur.

1000 Watt Leistung sowie eine Rotationsgeschwindigkeit mit 10.000 Umdrehungen die Minute bietet er und ist damit recht schnell. Bei 500 Gramm hat er 30 Sekunden gebraucht, das ist Durchschnitt bei dieser Wattzahl.

Gut gefallen hat uns der Einfüllschacht, er hat einen Durchmesser von 7,5 Zentimetern, ist so schön breit und sogar ganze Äpfel passen hinein.

Besonders einfach lässt sich dieses Gerät auseinander und wieder zusammenbauen. Vor allem der Tresterbehälter sollte sich leicht herausnehmen und wieder einsetzen lassen, damit nichts daneben geht.

Auch die hochwertige Verarbeitung mit Plastik und Edelstahl gefällt uns und mit 4,5 Kilogramm ist er angenehm schwer, denn so bleibt er beim Entsaften an Ort und Stelle stehen.

Die Ecken bzw. Spalten sind teils etwas schwer zu reinigen, das ist aber bei den meisten Geräten so. Die 2in1 Bürste schafft hier Abhilfe. Einige Teile des Entsafters dürfen aber auch in den Geschirrspüler, das erleichtert die Reinigung. Zuvor sollte man natürlich grobe Gemüse- oder Obstreste entfernen.

In den Tresterbehälter passen 2,4 Liter, das ist einiges. Dazu gibt es noch eine Kanne mit Schaumtrenner für 1,7 Liter Flüssigkeit. Hierbei handelt es sich um den größten Saftbehälter in unserem Test und die Maschine eignet sich damit für große Mengen ohne ständiges Umfüllen.

Bei einigen Geräten – so auch hier – gibt es außerdem einen Tropfstopp, so kommt aus dem Ausfluss nichts mehr, wenn die Kanne entfernt wurde, das verhindert Saftflecken in der Küche.

Für uns ist der J700 Multiquick 7 ein praktisches Gerät für große Mengen mit guter Verarbeitung.

Vielseitig: Russell Hobbs 22700-56

Vielseitig

Russell Hobbs 22700-56

Der Russell Hobbs 22700-56 ist nicht nur ein Entsafter, er kann auch als Presse und Mixer benutzt werden, dafür gibt es spezielle Aufsätze, die im Lieferumfang enthalten sind. Auch wenn er nicht der schnellste bei der Saftherstellung war, so überzeugen uns doch diese Zusatzfunktionen.

Große Stücke sind nicht seine Stärke, das liegt an der Leistung von 800 Watt. Das Obst und Gemüse muss daher einfach vorher kleingeschnitten werden.

Ganze Äpfel würden theoretisch dennoch in das Gerät passen, die Einfüllöffnung ist mit 7,5 Zentimeter Durchmesser groß genug.

Durch Saugnäpfe steht das Gerät sicher und fest auf Ihrem Küchentisch, auch wenn mal größere Mengen an Saft produziert werden, bleibt hier alles an seinem Platz. Der Auffang für den Saft ist ein Kunststoffbecher. Der Becher wird ebenfalls für die Mixer-Funktion verwendet, allerdings können hier auch ein paar Tropfen daneben gehen.

Für uns ist der Russell Hobbs 22700-56 ideal für alle, die nicht einfach nur Saft wollen, sondern ein vielfältig nutzbares Gerät suchen.

Günstig: Severin 3566

Günstig

Severin 3566

Der Severin 3566 ist ein günstiges Gerät, das dennoch mit 58 Prozent Saft als Endresultat überzeugen kann. Bei Karotten kommt dieser Entsafter auf 51 Prozent.

Allerdings hat er nur 400 Watt und ist damit nicht so schnell wie manch anderer Entsafter und auch der Einfüllschacht ist mit 6,5 Zentimetern recht klein, ganze Äpfel passen nicht rein.

Dafür ist das Gerät aber gut verarbeitet und lässt sich einfach zusammenbauen. Der Tresterbehälter fasst 1,6 Liter uns lässt sich leicht entnehmen. Dafür ist der Saftbehälter aber sehr klein und reicht gerade Mal für einen halben Liter. Das kann man durch eine andere Kanne natürlich ändern. Auch einen Tropfstopp gibt es hier.

Wir empfehlen den Severin 3566 für alle, die das Entsaften erstmal testen wollen.

Premium: Kenwood Pure Juice Pro JMP800SI

Premium

Kenwood Pure Juice Pro JMP800SI

Schon der durchdachte Aufbau des Kenwood Pure Juice Pro JMP800SI macht einen sehr guten ersten Eindruck: Mithilfe von Markierungen können alle Teile problemlos und schnell zusammengesetzt werden. Die Bauteile, aber auch das Zubehör sind hochwertig und praktisch. Geliefert werden ein Trester- und ein Saftbehälter mit 1,5 sowie 1 Liter Fassungsvermögen und eine Reinigungsbürste mit harten und weichen Borsten.

Das Gerät von Kenwood zählt zu den Slow Juicern mit einer Einfüllklappe, Zutaten können hier nicht unbegrenzt eingefüllt werden. Dass Obst und Gemüse nach und nach eingeführt werden, verhindert das Verstopfen des Entsafters. Aus einem Ausgang werden alle Reste und aus einem weiteren der Saft ausgelassen. Aufgefangen wird beides von einem Behälter, der jeweils unter die beiden Ausgänge gestellt wird.

Auch als Slow Juicer presst der Kenwood nicht zu langsam und durch die vertikale Pressschnecke wird aus den Früchten vitaminschonend richtig viel herausgeholt. Mit einem halben Kilo geschälter Orangen erhielten wir 400 Milliliter Saft. 500 Gramm Äpfel ergaben 300, Karotten 200 Milliliter Flüssigkeit – und das bei entspannten 67 Dezibel.

Kenwoods Gegner im Test waren Karotten. Immer wieder verstopfte das Gerät. Da jedes Stocken mithilfe des Rückwärtsgangs gelöst werden konnte, waren wir aber etwas besänftigt. Die 500 Gramm Karotten verarbeiteten wir so in zweieinhalb Minuten – ein passables Ergebnis.

Bei halbierten Äpfeln musste etwas mit der Klappe gespielt werden, aber die 500 Gramm waren dennoch in einer Minute entsaftet. Am einfachsten geht es mit den Orangen: Schälen, einfüllen und es läuft – 30 Sekunden später hat man 400 Milliliter frischen Saft.

Das Gerät lässt sich anschließend recht gut reinigen. Wie üblich bei Slow Juicern müssen mehrere Bauteile gespült werden. Mithilfe der Reinigungsbürste geht das aber ganz gut.

Der Kenwood Pure Juice Pro JMP800SI ist insgesamt ein zuverlässiger Entsafter. Er holt aus den Zutaten eine Menge Saft und schont dabei die Vitamine. Dafür gehört er zu den teuren Modellen.

Was gibt es sonst noch?

Eine gute Verarbeitung und intuitive Handhabung hat der WMF Kult X. Dazu kommen die große Saftkanne mit 1,2 Liter Fassungsvermögen und eine gute Saftausbeute. Er ist zwar eher laut und Äpfel verhaken sich gerne mal, aber dennoch ist der Entsafter von WMF solide und schnell (500 Gramm Orangen entsaftete er innerhalb von zehn Sekunden). Da das Modell von Severin aber vergleichbar und auch noch viel günstiger ist, empfehlen wir eher das.

Eigentlich überzeugte uns der Panasonic MJ-L700 im Test. Der Slow Juicer entsaftet alles gut und schnell bei unter 68 Dezibel Lautstärke, außerdem ist seine Verarbeitung gut und der Zusammenbau einfach. Er kann sogar Tiefgefrorenes verarbeiten, hierfür gibt es einen speziellen Aufsatz für Sorbet oder Frozen Yogurt. Was uns nicht so gut gefiel: Einen Tag später sahen wir auf der Pressschnecke Oxidationsspuren. Die Reinigung war relativ einfach, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Slow Juicer handelt. Wir sind insgesamt von der Verarbeitung, Leistung und Reinigung angetan, für uns ist das Gerät aber zu teuer, Konkurrenten bieten hier Ähnliches für weniger Geld.

Ein besonders schneller Zentrifugalentsafter ist der Philips HR1921/20, er schafft unsere vorgegebene Menge an Obst in nicht einmal einer Minute. Der Trichter ist sogar groß genug für viel Obst oder Gemüse auf einmal. Der verwendete Kunststoff und Edelstahl lässt das Gerät robust aber ein wenig klobig wirken. Zudem braucht er viel Stellfläche. Dafür ist das Gerät aber nicht allzu hoch. Allerdings war das Auseinanderbauen recht schwierig, das gefällt uns nicht.

Vom Bosch MES25A0 waren wir enttäuscht, denn er lieferte nur 47 Prozent Saft. Dafür ist er aber stabil verarbeitet, leider aber schwer zusammenzubauen oder auseinanderzunehmen. Man bekommt dennoch einen gut verarbeiteten Entsafter, sofern man über die geringe Menge hinwegsehen kann.

Nicht überzeugen konnte uns der Kesser Entsafter. Die Schnallen haben Kanten, die uns nicht zusagten, Saft lief beim Test mit Orangen in die Zentrifuge und 90 Dezibel sind nicht gerade leise. Da auch das Auseinanderbauen nicht so gut funktioniert hat, überzeugt uns auch der gute Preis nicht.

Der Aobosi Slow Juicer ist uns für das Gebotene zu teuer. Die Reinigung ist nicht so einfach und auch die Klappe, die eigentlich verhindern soll, dass zu viele Zutaten auf einmal eingefüllt werden, hakt schnell mal. Außerdem verfärbten sich einzelne Teile. Wir können das Gerät daher trotz guter Leistung nicht empfehlen.

Wissenswertes über Entsafter

Selbstgepresste Säfte sind deutlich gesünder als fertige Produkte aus dem Supermarkt, denn hier weiß man, was drin ist. Man hat mehr Vitamine und Ballaststoffe, keinen zusätzlichen Zucker und auch Konservierungsstoffe fehlen. Einfach geht Saftpressen mit Zitrusfrüchten, für alles andere muss es aber dann doch ein Entsafter sein.

Bei den Entsaftern wird zwischen Modellen mit Zentrifuge und Slow Juicern unterschieden. Bei Zentrifugengeräten rotiert eine scharfe Reibe, die von einem Sieb umgeben ist. Dabei werden die Zutaten zerkleinert, aufgrund der Rotation werden sie gegen das Sieb geschleudert und so ausgepresst. Feste Bestandteile der Zutaten werden im Tresterbehälter aufgefangen, der Saft selbst landet im Behälter.

Die Zentrifugen unterschiedlicher Entsafter.
Die Zentrifugen einiger Testgeräte.

Slow Juicer dagegen arbeiten mit einer Presse, hier werden die Zutaten zerquetscht. Die Pressschnecken sind horizontal oder vertikal und auch hier wird der Saft im Anschluss von den festeren Bestandteilen getrennt.

Das ist die Presschnecke des Panasonic MJ-L500RXE, eines vertikalen Slow Juciers.
Pressschnecke vom Panasonic MJ-L500RXE.

Entsafter mit Zentrifuge sind deutlich schneller, dafür ist ein Slow Juicer schonender für die Lebensmittel und man hat am Ende weniger zusätzlichen Sauerstoff im Saft. Auch mehr Ballaststoffe finden sich darin, sodass die Qualität der Säfte aus einem Slow Juicer etwas besser ist.

Saft aus einem Gerät mit Zentrifuge ist unterteilt in klar und schaumig, bei Slow Juicern ist das Ergebnis gleichmäßiger. Wer Schaum nicht mag, wird sich aber über einen Schaumtrenner freuen, der bei vielen Geräten im Saftbehälter ist.

Die Lautstärke variiert ebenfalls je nach Variante, Slow Juicer sind tendenziell leiser. Vor allem bei harten Obst- oder Gemüsesorten können alle Geräte gerne mal Lautstärken bis zu 100 Dezibel erreichen.

Slow Juicer eignen sich außerdem auch eher für weiche und faserige Zutaten und gewinnen daraus mehr Saft. Zentrifugengeräte sind dagegen besser für harte Zutaten geeignet.

Ein weiterer Unterschied ist die Form oder Größe des Einfüllschachtes, der ist bei Slow Juicern viel kleiner.

So haben wir getestet

Wir haben sowohl Entsafter mit Zentrifuge als auch Slow Juicer getestet, bei den Slow Juicern hatten wir Modelle mit horizontaler und vertikaler Presse dabei.

Vor allem hat uns interessiert, wie viel Saft wir pro 500 Gramm Lebensmittel bekommen. Während des Pressens haben wir die Lautstärke und die Zeit gemessen, bis der Saft fertig war und zwischen den einzelnen Zutaten das Gerät gereinigt.

Außerdem war für uns wichtig, wie einfach die Geräte auseinander- und zusammengebaut werden können. Und natürlich, wie gut sie verarbeitet sind.

Wir empfehlen insgesamt, den Entsafter direkt nach der Benutzung zu reinigen, so trocknet nichts an und es geht deutlich schneller. Die meisten Teile mit Lebensmittelkontakt dürfen außerdem in den Geschirrspüler.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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