Für die perfekte Scheibe Brot Test: Brotmesser Aufmacher

Brotmesser im Test : Für die perfekte Scheibe Brot

Veröffentlicht 08.09.2021

In keinem anderen Land wird so viel Brot gegessen und gibt es eine so vielfältige Brotkultur wie in Deutschland. Um Brot richtig zu schneiden, braucht es ein gutes Brotmesser mit einem Wellenschliff. Wir haben 19 Messer getestet.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Ein gutes Brotmesser sollte mit einem Wellenschliff ausgestattet sein, denn der sorgt für die sägende Wirkung des Messers. Eine glatte Klinge würde an der harten Kruste des Brotes scheitern. Unter den 19 getesteten Modellen sind sowohl europäische Messer, als auch japanische Santoku-Varianten. Dieser Test behandelt ausschließlich Brotmesser. Hier finden sie unseren Test der besten Kochmesser.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Beidseitiger SchliffFür schnelles ArbeitenLange KlingeAußergewöhnliches DesignPreiswertFür Brot & Gebäck
Test : WMF  Spitzenklasse PlusTest : Wüsthof Classic Ikon 1040331023Test : Güde Alpha BrotmesserFür die perfekte Scheibe Brot Test: Fiskars Norden Brotmesser 22 CmTest : Makami KonaTest : Victorinox Swiss Classic
Modell WMF Spitzenklasse Plus Wüsthof Classic Ikon 1040331023 Güde Alpha Brotmesser Fiskars Norden Makami Kona Victorinox Swiss Classic
Pro
  • Beidseitiger Wellenschliff, kein Ausbrechen bei harten Krusten
  • Straffe, dicke Klinge
  • Wuchtiger, dicker Griff
  • Gute Führung mit Kraft
  • Deutlich flexible Klinge (straffer als Victorinox)
  • Gewicht fast austariert
  • Schnelles Arbeiten, langer Weg 23 cm
  • Griff verjüngt vorn, exzellente Führung
  • Matte Griff-Haptik
  • Straffe, dicke Klinge
  • Kraftvoll arbeiten, auch dichtes, festes Brot
  • Klebt weniger durch starke Zahnung
  • Griff Haptik Echtholz
  • Echtholz-Griff/Haptik
  • Rutschfest, sicher in Hand durch Daumen-Mulde
  • Charakteristische Optik
  • Für die Länge leicht
  • Gewicht ausgewogen
  • Schlanke, flexible Klinge
  • Echtholz Griff zum kleinen Preis
  • Eckiger Griff, gute Führung
  • Stumpfe Griff-Haptik
  • Straffe Klinge
  • Rutschfester Griff mit Finger-Mulde
  • Geringes Gewicht
  • Schnelles Arbeiten
  • Auch als Torten-Heber
  • Spülmaschinentauglich
Contra
  • Grifflastig
  • Rutschige Griff-Haptik
  • Finger haben wenig Platz unter dem Griff
  • Hohes Gewicht
  • Für normale Brote überdimensioniert
  • Hoher Preis
  • Kingenlastig
  • Kurzer Sägeweg, eher für kleine und mittlere Brote, nur 20 cm Klinge
  • Kopflastig
Bester Preis
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Beidseitiger Schliff: WMF Spitzenklasse Plus

Beidseitiger Schliff

WMF Spitzenklasse Plus

Test : WMF  Spitzenklasse Plus
Kraftvoll an der harten Kruste und zart im weichen Kern, der beidseitige Schliff macht es möglich.

Das Spitzenklasse Plus von WMF zeichnet sich besonders durch drei Merkmale aus: Der breite Griff inklusive europäischer Sicherheitsmerkmale, der beidseitige Wellenschliff, sowie das straffe und moderat breite Klingenblatt. Das lässt sich bei festen Brotlaiben kraftvoll führen.

Das WMF Brotmesser kann sowohl kraftvoll an harten Krusten schneiden, als auch zart im Inneren des Brotlaibs. Möglich ist das dank des beidseitigen Schliffs. Alle anderen getesteten Brotmesser haben einen einseitigen Schliff.

Die sogenannte »Performance Cut Technologie« soll langanhaltende Schärfe garantieren. Laut Hersteller soll so die Norm für die Schneidleistung mehr als verdoppelt werden. Das lässt sich so schnell nicht überprüfen, die Schnitthaltigkeit kann man nur mithilfe eines Langzeittests beurteilen. Erfahrungsgemäß ist bei einer guten Schnitthaltigkeit jedoch eher das Material und weniger die Schleiftechnik wichtig.

Im Test erleben wir auf jeden Fall eine überaus scharfe Schneide, die auch Papier besser schneidet als Brotmesser mit einem einseitigen Schliff. Dank des beidseitigen Schliffs ist es noch dazu nahezu unmöglich, dass die Klinge bei härteren Krusten ausbricht. Die dicke, straffe Klinge trägt ihr Übriges dazu bei. Auf dem ersten, sowie letzten Zentimeter der Klinge ohne Wellenschliff, ist die Schneide stumpf, was die Verletzungsgefahr mindert.

Dank des kantigen, aber stark abgerundeten Griffs hat man das Brotmesser stets gut im Griff, das ist vor allem bei schweren Broten und harten Krusten wichtig. Denn dadurch entstehen gleichmäßige Scheiben und gerade Schnitte.

Die Messerklinge ist aus Edelstahl und ist aus einem Stück gefertigt. Am Rücken ist sie bis zu drei Millimeter stark, sodass sie starr ist und sich nur mit viel Kraftaufwand ein bisschen biegen lässt. Da die Klinge aus einem Stück ist, ist der Übergang zum Kropf nahtlos. Durch den verstärkten Kropf sind Griff und Klinge starr miteinander verbunden. Der Übergang vom Griff zum Kropf ist fugenlos, daran schließt sich der Griff aus Kunststoff an.

Nachteile?

Durch den tiefsitzenden Griff ist das Brotschneiden auf großen Brettern schwieriger, da die Knöchel öfters Brett-Kontakt bekommen. Daher sollte das Brot auf einer etwas erhöhten Position, beispielsweise einem kleineren Schneidebrett, stehen.

Die Griffschalen wurden links und rechts aufgesteckt und mittels Hohlnieten fixiert. Somit sind die Übergänge zwischen Stahl und Griffschalen nicht nahtlos, sodass man hier eventuell sorgfältiger reinigen muss. Das WMF Brotmesser Spitzenklasse Plus sollte dabei von Hand gereinigt werden.

Für schnelles Arbeiten: Wüsthof Classic Ikon 1040331023

Für schnelles Arbeiten

Wüsthof Classic Ikon 1040331023

Test : Wüsthof Classic Ikon 1040331023
Für schnelles Arbeiten an großen, festen Backwaren. Das Wüsthof hat ein sehr gutes Handling.

Mit einer Klingenlänge von 23 Zentimetern ist das Classic Ikon von Wüsthof ein wenig länger als klassische Brotmesser mit 20 Zentimetern Länge. Das ist aber ausreichend, um auch gut große Laibe schneiden zu können. Der ergonomische, schlanke Griff verjüngt sich Richtung Kropf, sodass man das Brotmesser hervorragend zwischen Daumen und Zeigefinder führen kann. So kann man exakt und zügig arbeiten.

Für seine Grüße ist das Brotmesser leicht und das flexible Blatt arbeitet sich sehr gut durch harte Krusten, sowie durch das weiche Innere. Die Klinge ist straffer als bei der Empfehlung von Victorinox. Die angenehme Handhabung des Brotmessers lässt sich unter anderem auch darauf zurückführen, dass Griff und Blatt fast austariert sind.

Der ABS-Kunststoff des Griffs hat eine matte, glatte, aber nicht zu rutschige Haptik. Das Brotmesser darf nicht in der Spülmaschine gereinigt werden.

Das Wüsthof Classic Ikon ist eine Empfehlung für alle, die viel Brot exakt und zügig schneiden möchten.

Lange Klinge: Güde Alpha Brotmesser

Lange Klinge

Güde Alpha Brotmesser

Test : Güde Alpha Brotmesser
Schneidet extrem groß und feste Brote und hat die beste Hand-Freiheit am Griff.

Das Güde Alpha Brotmesser wiegt rund 400 Gramm, seine Klingenlänge beträgt ganze 32 Zentimeter. Mit dem Messer kann man die größten Brote und härtesten Krusten schneiden. Für kleinere Brote ist es eher überdimensioniert, schneidet man jedoch regelmäßig große Bauernbrote, liegt man mit diesem Brotmesser richtig.

Das Testmuster hatte einen Griff aus Olivenholz, es sind aber auch andere Holzsorten wie Birne, Fasseiche oder Walnuss, sowie ein Griff aus Kunststoff erhältlich. Das Hartholz hat eine angenehm matte und rutschfeste Haptik.

Gemessen an seiner Größe hat das Messer einen schlanken Griff. Dennoch hat man es dank der eckigen Form sicher unter Kontrolle, was für die zielsichere Führung des wuchtigen Klingenblatts auch nötig ist.

Am Griff hat man eine bemerkenswert große Handfreiheit: So kann man auf großen Brettern schneiden, ohne mit den Knöchel auf das Holz zu stoßen. Das Klingenblatt ist bis zu 3,4 Millimeter stark, straff und unflexibel. Somit ist das Brotmesser besonders für festes, dichtes Brot geeignet. Dank der deutlichen Zahnung kleben feuchte Sauerteigbrote nicht so schnell am Klingenblatt fest. Weiches Brot kann man mit dem Güde auch schneiden, hier muss jedoch die Sägegeschwindigkeit erhöht werden, um das Brot nicht zu zerdrücken.

Das Güde Alpha Brotmesser ist für alle empfehlenswert, die regelmäßig größte Brote mit harter Kruste schneiden und mit einigem Kraftaufwand hantieren müssen.

Außergewöhnliches Design: Fiskars Norden

Außergewöhnliches Design

Fiskars Norden

Für die perfekte Scheibe Brot Test: Fiskars Norden Brotmesser 22 Cm
Unkonventionelles Brotmesser für kraftvolle Schnitte durch große Brote und harte Krusten.

Eigenwillig designt ist das Fiskars Norden: Es gibt keine messertypischen Elemente wie den Handschutz und auch keinen ergonomischen Griff. Oberhalb des zylindrisch geformten Holzgriffs gibt es eine metallische Mulde für Zeigefinger und Daumen. Das ermöglicht bei knusprigen Schalen ein kraftvolles und exaktes Arbeiten.

Die Klingenlänge von 22 Zentimetern ist ein wenig länger als beim Standard-Brotmesser. Im Vergleich hat das Fiskas eine deutlich ausgeprägte Spitze, sowie eine feine Zahnung. Somit lässt sich mit diesem Messer auch weiches Brot recht gut schneiden, ohne das es zerdrückt wird. Das flexible Klingenblatt erlaubt ein schnelles und wendiges Arbeiten.

Die Haptik des Echtholzgriffs ist angenehm matt und warm. Der Griff sollte von Zeit zur Zeit geölt werden und das Brotmesser darf nicht in den Geschirrspüler. Die zylindrische Griffform ist definitiv Geschmackssache. Daran dass sie wuchtig in der Hand liegt muss man sich erstmal gewöhnen.

Das Brotmesser ist mit 194 Gramm für seine Länge recht leicht. Griff und Blatt sind austariert. Die flexible, schlanke Klinge arbeitet wendig und ermöglicht genaue Schritte.

Das Fiskars Norden ist ein ausgefallenes, schönes Brotmesser von sehr hoher Qualität.

Preiswert: Makami Kona

Preiswert

Makami Kona

Test : Makami Kona
Liegt rutschfest in der Hand, sieht gut aus und ist nicht zu schwer. Es taugt für mittelgroße Brote und Brötchen.

Der hübsche Holzgriff des Makami Kona ist schön rutschfest. Aufgrund der eckigen Form kann man das Brotmesser gut kontrollieren, auch wenn man kräftig anpacken muss. Mit seiner Klingenlänge von 20 Zentimetern ist das Kona für kleinere und mittelgroße Brote geeignet. Die straffe Klinge ist nicht flexibel.

Das Schmuckstück des Messers ist der Griff aus Echtholz, den es hier zu einem kleinen Preis gibt. Das Holz wurde lediglich geölt, die Ölung sollte ab und zu erneuert werden. Das Messer darf nicht in der Spülmaschine gereinigt werden.

Durch die japanische Form gibt es keinen Handschutz, sodass der Finger unmittelbar hinter der Klinge liegt. Die Finger haben unter dem Griff genügend Platz, um auf einem Arbeitsbrett arbeiten zu können.

Schneidet man eher kleine Brote und möchte nicht Geld ausgeben, aber dennoch nicht auf einen Griff aus Holz verzichten, trifft mit dem Makami Kona eine gute Wahl.

Für Brot & Gebäck: Victorinox Swiss Classic

Für Brot & Gebäck

Victorinox Swiss Classic

Test : Victorinox Swiss Classic
Dank breiter Grundfläche und runder Spitze ist das Victorinox auch ein Tortenheber, außerdem ist es spülmaschinentauglich.

Wer öfter Torten und Kuchen, sowie eher kleine Brote schneiden möchte, sollte sich das Victorinox Swiss Classic genauer ansehen. Dank des breiten, flexiblen Blatts und der abgerundeten Spitze kann man Kuchenstücke schneiden und anheben, sodass man keinen zusätzlichen Tortenheber benötigt.

Waagerechte Schnitte, beispielsweise zur Teilung eines Tortenbodens, klappen mit dem Victorinox Messer ebenfalls sehr gut. Dank der großen Fläche des Messers kommt es hier zu nur geringen Abweichungen.

Laut Hersteller ist das Brotmesser mit 22 Zentimetern Klingenlänge spülmaschinentauglich, dennoch sollte man das Messer besser mit der Hand reinigen. Die Klinge besteht nicht aus geschmiedetem, sondern aus gestanztem Stahl. Der Griff aus Kunststoff wurde direkt auf den Erl gepresst. In puncto Hochwertigkeit liegt das Swiss Classic also nicht ganz auf einer Linie mit den übrigen Empfehlungen.

Der Griff ist rutschfest, die vorhandene Fingermulde ermöglicht eine hervorragende Führung. Die gelungene Ergonomie, sowie das Gewicht von lediglich 100 Gramm erlauben zügiges Brotschneiden und Heben von Torten- und Kuchenstücken.

Das Victorinox Swiss Classic ist eine Empfehlung für alle, die häufig Torten anfertigen oder Blechkuchen backen, aber kein extra Brotmesser herumliegen haben wollen.

Was gibt es sonst noch?

Auch die Victorinox Wood Konditorsäge ist ein Kompromiss aus Brot- und Kuchenmesser. Für harte Krusten eignet sich die flexible Klinge aber weniger, da sie ausbrechen kann und ungenaue Schnitte erzeugt. Mit dem abgerundeten Griff lässt sich das Messer auch nicht kraftvoll führen. Weiche Mischbrote ohne Kruste oder große Blechkuchen sind dagegen kein Problem. Mit ein wenig Übung kann man mit dem Wood zügig arbeiten, da stört auch nicht, dass das Blatt deutlich schwerer als der Griff ist. Für die Klingenlänge von 25,6 Zentimetern ist das Brotmesser mit dem hübschen, angenehmen Holzgriff sehr leicht: Die Klinge besteht aus gestanztem Stahl, der am Klingenrücken nur 2 Millimetern dick ist.

Die marginal flexible, dicke Klinge mit schwacher Sägeausprägung des Wakoli Edib sorgt in weichem Brot für gute Schnittergebnisse, hat aber eine geringere Säge-Wirkung bei Broten mit harter Kruste. Der Griff ist nicht aus Echtholz, sondern hat eine Laminierung in hübscher Holzoptik. Der überaus dicke Griff ermöglicht ein kraftvolles Arbeiten, der vordere Handschutz bietet etwas Schutz. Aufgrund des Griffunterbaus aus Metall ist das Brotmesser stark grifflastig. Da die Finger unter dem Griff wenig Platz haben, funktioniert Brotschneiden auf ebenen Unterlagen weniger gut.

Ganz nach europäischer Messerstilistik hat das Zwilling Pure einen vorderen und hinteren Handschutz und eine gradlinige Messeroberseite. Der schlichte Griff ist statt aus ABS-Kunststoff aus einem schwarzen, weicheren Kunststoff, der um den Erl gegossen wurde. Zwar liegt die samtene Oberfläche gut in der Hand, die Finger haben allerdings keinen Spielraum. Nutzt man das Brotmesser auf Holzbrettern, kollidieren so die Knöchel mit dem Brett. Für sehr kraftvolles Arbeiten eignet sich die schmale, flexible 20-Zentimeter-Klinge sowieso nicht. Sie ist besser bei Brötchen oder kleinen Broten. Aufgrund des leichten Griffs ist das Brotmesser stark kopflastig.

Das Zolmer Profi Brotmesser hat als eines der wenigen ein ausgewogenes Gewicht. Das liegt an dem massiven Metallgriff mit Holzlaminierung. Das Laminat mit Nieten wirkt wie echte Holzgriffschalen. Haptisch fühlt sich die Oberfläche glatt, stumpf und metallisch kühl an. Das Klingenblatt ist moderat flexibel und erlaubt ein zügiges Arbeiten, wenn es keine sehr großen Brotlaibe sind. Die Klingenlänge beträgt 20,8 Zentimeter. Die Finger haben unter dem Griff wenig Platz, was das Arbeiten auf großen Unterlagen erschwert.

Die moderat flexible Klinge des Chefkoch trifft Fackelmann München wurde aus einem Stück Stahl gefertigt. Da der Griff sandbestrahlt wurde, ist er nicht so rutschig, wie man vermuten würde. Das Reliefmuster sorgt zudem für einen guten Grip. Der Griff mit ergonomisch gelungenen Verdickung erlaubt eine sehr gute Führung des Brotmessers. Die Finger finden unter dem Griff moderat Platz, sodass das Messer recht gut auf Schneidbrettern arbeiten kann. Durch den massiven Griff hat dieser Übergewicht. Das Brotmesser soll laut Hersteller manuell gereinigt werden, da es sonst zu Verfärbungen kommen kann.

Wissenswertes über Brotmesser

Die Klingen typischer Brotmesser sind mindestens 20 Zentimeter lang und sie haben durch den Wellenschliff Zähne statt einer Wate. So werden feste Krusten nicht gesägt, sondern geschnitten. Geht es wieder durch weiches Material, arbeiten die vielen kleinen Schliffe in den Wellen.

Brotmesser Test: Brotmesser Güdeolivenholz
Der einseitige Wellenschliff erzeugt eine Zahnung, die das Brot mehr sägt als schneidet.

Die Wellenform verlängert also die Schneide stark, wodurch ein Sägeeffekt entsteht. Der macht sich besonders bei sehr widerstandsfähigen Lebensmitteln bezahlt.

Wellenschliff: Nur beim Fachmann

Der Wellenschliff muss nur sehr selten nachgeschliffen werden, das sollte man dann aber bei einem Fachmann machen lassen. Der hat nämlich die geeigneten Werkzeuge, um diesen Spezialschliff nachzubilden.

Möchte man sein Brotmesser selbst nachschleifen, benötigt man hierzu einen keramischen Wetzstab. Dessen Durchmesser muss genau zur Zahnung des Brotmessers passen. Alternativ kann man einen Schleifstein verwenden, dessen Kante muss jedoch auch passend zum Durchmesser der Zahnung abgerundet werden. Selber schleifen ist also eine komplizierte bzw. aufwändige Angelegenheit. Eine knappe, aber gute Anleitung hat der Messerspezialist parat.

Brotmesser Schleifen: Sie brauchen einen keramischen Wetzstab, der genau in die Schleifkerbe passt. Den zu finden ist schwierig genug.
Um selbst ein Brotmesser zu schleifen braucht man einen keramischen Wetzstab, der genau in die Schleifkerbe passt. Den zu finden ist schwierig.

Schleifgeräte, die behaupten, Wellenschliffe schärfen zu können, können ihr Versprechen meistens nicht halten, da jedes Brotmesser eine andere Zahnung hat. Die Schleifgeräte können demnach nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner schleifen, was voraussichtlich nicht zu einem zufriedenstellenden Resultat führt.

Wie lang sollte ein Brotmesser sein?

Hier kommt es zum Einen darauf an, ob man große Bauernbrote oder eher kleine Broten schneiden möchte. Zum Anderen ist es auch Geschmackssache. Brotmesser mit langer Klinge können auch kleine Brote schneiden, bei großen Broten wird es mit einer kurzen Klinge dagegen schwer. So ist man mit einer langen Klinge auf der sicheren Seite.

Der Großteil der Brotmesser hat Klingen mit 20 Zentimetern Länge, was für kleine Brote und Kastenbrote ausreicht. Kommt häufig Brot auf den Tisch oder wird sogar selbst gebacken, sollte man zu Klingen von 22 bis 23 Zentimetern Länge greifen. Dadurch erhöht sich der Sägeweg, wodurch das Schneiden schneller geht.

Sehr große Brotmesser haben Klingen mit 26 bis 32 Zentimeter Länge, womit man auch mühelos große Bauernlaibe schneiden kann.

Brotmesser Test: Brotmesser Praxis
Der Spielraum für die Finger unter dem Griff kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wer auf ebener Unterlage schneidet, sollte da schon etwas Platz haben, sonst berühren die Knöchel ständig die Arbeitsplatte.

Klingenform: japanisch oder europäisch?

Wie bei Kochmessern gibt es Brotmesser mit europäischen und asiatischen Klingenformen. Europäische Messer bieten Sicherheit durch die Verdickung der Schneide am Griff und einer Verdickung am Ende des Griffs. Das haben japanische Messer nicht, was eine gewisse Verletzungsgefahr birgt.

Brotmesser Test: Brotmesser Praxis
Es gibt gerade Klingen oder solche mit schwacher oder deutlicher Außenwölbung.

Europäische und japanische Messermerkmale werden mittlerweile aber bunt gemischt, es gibt aber auch klassisch reinrassige Brotmesser wie unsere Empfehlung von WMF. Letztendlich ist es aber vor allem Geschmackssache, welche Form man bevorzugt.

Edelstahl, Karbonstahl oder Damast?

Wie lange eine Messerklinge scharf bleibt hängt von unterschiedlichen Kriterien ab: Material, Stärke, Schliff und Härte der Klinge (HRC).

Für Küchenmesserklingen wird Stahl am häufigsten verwendet, im Test hatten alle Brotmesser eine solche Klinge. Keramikklingen können bei seitlicher Kraftausübung schnell brechen.

Meist wird bei Stahlklingen Edelstahl in unterschiedlichen Legierungen verwendet. Karbonstahl ist genauso gut zu schärfen, jedoch nicht rostfrei. Bei Edelstahl sollte man hochgekohltes Material wählen, denn das hat einen höheren Härtegrad und bleibt länger scharf. Allerdings macht kaum ein Hersteller Angaben zur Stahlsorte.

Gewöhnlicher Edelstahl wird schneller stumpf. Diese einfachen Edelstahlklingen finden man vor allem im niedrigpreisigen Segment, etwa wenn von gestanzten Küchenmessern oder »Legiertem Stahl« die Rede ist.

Die Maserung entsteht durch die vielen Faltungen im Damast-Stahl
Die Maserung entsteht durch die vielen Faltungen im Damaststahl.

Damastmesser haben eine lange Schnitthaltigkeit, sprich die Messerklingen bleibt lange scharf. Damaststahl besteht aus vielen verschiedenen Lagen Stahl und ist daher besonders robust. Eine gute Verarbeitung vorausgesetzt gilt: je mehr Stahllagen, desto robuster. Das einzige Damastmesser im Test ist das Wakoli mit 67 Lagen.

Die Klingenstärke, die am Klingenrücken gemessen wird, bezeichnet die Dicke der Klinge. Die liegt bei Brotmessern bei 1,8 bis 3 Millimetern. Meist sind dickere Klingen für Brotmesser von Vorteil, da sie in einer harten Kruste nicht abgleiten.

Je härter die Messerklinge, desto langsamer nutzt sie sich ab. Daher sollte die Klinge einen möglichst hohen Härtegrad haben (HRC > 56). Die Abkürzung HRC steht für Hardness Rockwell Cone: Hardness für Härtewert, Rockwell für das Prüfverfahren und Cone für die Skala. Der HRC-Wert wird von den meisten Herstellern leider nicht angegeben.

Brotmesser richtig pflegen

Hochwertige Brotmesser sollten immer per Hand gewaschen und getrocknet werden, egal ob sie einen Echtholzgriff haben oder nicht. Die Spülmaschine würde den Kunststoff oder das Holz ausbleichen und die Schneide stumpf machen. Der Grund dafür sind die scharfen Zusätze in den Spülmaschinen-Tabs.

Ein Brotmesser sollte nur mit Wasser und Seife gereinigt werden!

Als Schneidunterlage sollte man Holz- oder Kunststoffbretter nutzen, Glas oder Stein vermindert die Standzeit der Schneide. Die Messer sollten so aufbewahrt werden, dass sich die Klingen nicht berühren oder aneinander reiben – also in Messerblöcken, Magnetleisten oder Taschen.

So haben wir getestet

Die Mehrheit der 19 Brotmesser hat europäische Merkmale, einige haben aber auch eine asiatische Santoku-Optik. Bei einem guten Brotmesser sollten Klinge und Griff im Gleichgewicht sein. Der Schwerpunkt des Messers sollte dort liegen, wo die Klinge in den Griff übergeht. Nur bei wenigen der getesteten Brotmesser war das der Fall. Da bei diesen Messern aber weniger mit Beweglichkeit und mehr mit Kraft gearbeitet wird, hat das Thema auch keine hochgradige Relevanz.

Brotmesser Test: Brotmesser
Alle Brotmesser aus dem Test 07/2021.

Die Flexibilität, sprich die Biegsamkeit des Blattes, ist wichtiger: Eine unbewegliche, straffe Klinge arbeitet sich stramm durch harte Brotkrusten, bei kleinen Broten und Gebäck ist das Arbeiten aber statisch, da das Brotmesser nicht ausreichend wendig ist. Daher finden sich bei den Konditormesser-Modellen die flexibelsten Klingenblätter.

Wir haben auch geschaut, ob die Klinge geschmiedet oder gestanzt wurde. Geschmiedete Klingen sind besser, hier ist das Material dichter und das Gefüge ist gleichmäßiger.

Zudem haben wir geprüft, ob es Hinweise auf Schweißen und anderen Vereinigungsmethoden gibt, denn solche Verbindungsstellen können dazu führen, dass das Brotmesser verbiegt oder bricht.

Die Griffbefestigung ist ebenfalls ein zu beachtendes Qualitätsmerkmal: Ein zweiteiliger Griff wird beidseitig am Messerstahl festgenietet. Der Stahl ist zwischen den Griffschalen erkennbar.

Meist gibt es aber einen zum Griffkopf durchgängigen Messer-Stahlkorpus, auf den dann das flüssige Material des Griffs aufgetragen wird. Meist handelt es sich hierbei um Polyprophylen-Kunststoff (ABS), der auf beiden Seiten oder rund auf den Rund- oder Spitz-Erl gegossen wird. Höherpreisige Brotmesser haben einen Holzgriff bzw. Holzlaminat.

Der Griff sollte in erster Linie sicher und gut in der Hand liegen. Ob man kantige oder abgerundete Griffe bevorzugt, ist Geschmackssache. Das Griffmaterial sollte man aber leicht reinigen können und sollte eine hohe Dichte haben, sprich kratzfest und hart sein. Denn das zeugt von Langlebigkeit und Stabilität.

Das Gewicht der Messer unterscheidet sich stark und hängt von Breite und Länge der Klinge, sowie vom Griffmaterial ab. Ein schwereres Brotmesser ist nicht per se schlecht, mit einem leichten Messer kann man aber präziser und schneller arbeiten.

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