Stimmungsaufheller für Zuhause Test: Tageslichtlampe Beurer

Tageslichtlampen im Test : Stimmungsaufheller für Zuhause

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Update 04.09.2020

Tageslichtlampen sollen vor allem in der dunklen Jahreszeit helfen, die Stimmung aufzuhellen. Ob das in der Praxis auch funktioniert, haben wir ausprobiert und uns 15 Geräte zwischen 50 und 180 Euro genauer angesehen und sie mehrere Wochen getestet.

Update 4. September 2020

Die Philips EnergyUp Blue haben wir aus dem Testbericht entfernt, da sie nicht mehr hergestellt wird.

Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Ganz gleich ob Nachteule oder Frühaufsteher, Sonnenlicht tut uns allen gut. Vor allem im Winter kann es aber schonmal ganztägig trüb und grau sein und das drückt auch auf die Stimmung. Dauert Dunkelheit lange an, so kann das nicht nur müde machen, sondern auch zu Depressionen führen.

Tageslichtlampen schaffen da Abhilfe, denn bei der sogenannten Lichttherapie wird der Lichtmangel durch eine leistungsstarke Lampe ausgeglichen. Vitamin D wie bei Sonnenlicht wird mangels UV-Strahlen nicht produziert dadurch, aber die Müdigkeit nimmt ab und es soll mehr Serotonin ausgeschüttet werden. Ob diese Lampen wirklich halten, was sie versprechen, haben wir ausprobiert.

Größte Lichtmenge: Duronic SADV1

Gut gefallen hat uns die Duronic SADV1, denn sie war die hellste Lampe in unserem Test. In 30 Zentimeter Entfernung haben wir über 5900 Lux gemessen, mindestens 2700 erreichen auch noch bei 50 Zentimeter Abstand die Augen der Person, die die Lampe nutzt. Diese Werte überzeugen uns.

Größte Lichtmenge

Duronic SADV1

Test Tageslichtlampe: Duronic SADV1
Die Duronic zeigte mit Abstand die stärkste Lichtmenge im Test.

von 170 Lesern gekauft

Auch die Verarbeitung hat uns gefallen, die Lampe strahlte zwar nicht die Eleganz mancher Konkurrent aus und wirkt zunächst eher klapprig, aber sie ist tatsächlich sehr stabil und macht was sie soll. Vor allem die Lichtstärke ist hier sehr hoch und das zu einem niedrigen Preis.

Mit einem Kippständer kann die Lampe einfach aufgestellt werden, verschiedene Winkel sind dabei aber nicht möglich. Wer möchte, kann sie auch an der Wand befestigen, Schrauben müssen aber selbst gekauft werden.

Vor allem die einfache Bedienung überzeugt: ein- bzw. ausschalten und das war es schon. Keine unnötigen Zusatzfunktionen.

Diese Lampe war eine der größten in unserem Test, das bedeutet auch eine größere Beleuchtungsfläche. Für den Schreibtisch finden wir sie aber zu groß, auf den Fußboden gelegt, war sie aber auch zu weit weg. Daher raten wir, die Lampe auf einen Beistelltisch zu stellen.

Die Duronic ist leicht und kann daher einfach um- und aufgestellt werden. Ein Kippschalter oberhalb der Lampe schaltet sie an und die maximale Leuchtkraft wird dann auch schnell erreicht. Andere Testgeräte schafften das nicht so gut. Das abgegebene Licht ist gleichmäßig und man kann zwei Leuchtstoffröhren erkennen. Der Hersteller gibt an, dass es sich dabei um LEDs in Röhrenform handelt.

Für 90 Euro bekommt man hier eine große Lampe mit der stärksten gemessenen Lichtstärke.

Wer auf Zusatzfunktionen verzichten kann und Wert auf hohe Lichtstärke legt, bekommt hier eine gute Lampe.

Gute Verarbeitung: Beurer TL 80

Gute Verarbeitung

Beurer TL 80

Test Tageslichtlampe: Beurer TL 80
Die Beurer TL 80 überzeugt mit einer soliden Verarbeitung und genügend Lichtmenge.

Mit der TL 80 bekommt man ein neues Beurer-Modell, das nicht nur gut aussieht, sondern auch viel Licht abgibt. Dabei ist sie auch noch sehr hochwertig verarbeitet und sie gefällt uns gut.

Die Lampe kann stufenlos gekippt werden, dadurch bekommt man verschiedene Winkel und auch die Kabellänge ist ausreichend lang. Zusatzfunktionen gibt es aber nicht.

Diese Lampe ist zwar besser verarbeitet als das Modell von Duronic, aber dafür auch teurer und nicht so hell.

Auch hier wird alles über einen Knopf geregelt. Betrieben wird die Lampe mit zwei Leuchtröhren mit 36 Watt und das Licht wird gleichmäßig und sanft abgegeben. Bis zur vollen Leuchtkraft dauert es aber einige Minuten.

Auch hier finden wir das Gerät zu groß für den Schreibtisch, die Beleuchtungsfläche mit 39 x 32 Zentimeter kann sich dafür aber sehen lassen. Dank 2,7 Kilo Gewicht kann man sie leicht umstellen.

Wer auf Verarbeitung und Design mehr Wert legt als auf die Leuchtkraft, ist hier richtig.

Mit Farbauswahl: Beurer TL 100

Mit Farbauswahl

Beurer TL 100

Auch die TL 100 kommt aus dem Hause Beurer, ist elegant und bringt einige Extra-Funktionen mit. Hier findet man zehn Helligkeitsstufen, die können über Sensortasten im Geräterand eingestellt werden. Außerdem gibt es einen Timer, der als Countdown fungiert. Ist die vorgegebene Zeit abgelaufen, schaltet die Lampe ab.

Vor allem, wenn man die Lampe über eine bestimmte Zeitspanne einsetzen möchte, ist das praktisch. Es gibt insgesamt fünf dieser Countdowns, von fünf bis 120 Minuten.

Eine Besonderheit zeigt sich erst, wenn die Smartphone-App »LightUp« installiert ist, die es sowohl für Android als auch für iOS gibt. Damit koppelt sich das Smartphone per Bluetooth mit der Tageslichtlampe und man kann damit auch das optionale Stimmungslicht steuern und nicht nur die Tageslichtfunktion. Die Lampe strahlt dann, in einer aus 16,7 Millionen gewählten Farbe.

Darüber hinaus gibt es Motivprogramme, so z. B. »Wald«, wo dann abwechselnd in Grün- und Blautönen geleuchtet wird, »Fusion« dagegen bringt pulsierende Farbübergänge.

Wir finden das farbige Licht aber etwas zu dunkel, selbst bei simuliertem Tageslicht schafft sie nicht so eine gute Leuchtstärke wie der Testsieger. Gemessen haben wir bei 30 Zentimeter etwa 4700 Lux, bei 50 waren es noch 2400 Lux, die das Auge erreichen. Wir finden das Gerät gut, aber auch teuer. Vor allem die App und die Farbauswahl gefallen uns aber.

Was gibt es sonst noch?

Bei der Beurer TL 90 gibt es zwei Leuchtröhren anstatt der LEDs und damit auch ein größeres Gehäuse. Per Dimmer kann die Helligkeit hier nicht reguliert werden. Gemessen haben wir bei 50 Zentimeter Abstand 4200 Lux, bei 30 Zentimeter 2800. Andere Modelle der gleichen Marke sind damit leuchtstärker. Bei der TL90 ist aber die Lichtverteilung schön gleichmäßig und auch das Gehäuse wirkt elegant, obwohl das Gerät nicht gerade handlich ist.

Medisana LT 470 liegt im – eher hinteren – Mittelfeld bei der Lichtstärke, bei 50 Zentimeter messen wir 1500 Lux, bei 30 3300 Lux. Wir finden, dass sie hochwertig verarbeitet ist und auch der Schalter ist stabil und handlich. Hier haben wir aber einen dezenten Rotstich erkannt, das war aber nicht sonderlich auffällig. Man kann dieses Gerät auch an der Wand befestigen und auch für den Schreibtisch eignet sich ihre Größe gut.

Die einzige Testlampe mit Fernbedienung ist die Reer 88080, man kann außerdem bunte Stimmungslichter wählen. Beim normalen Modus haben wir einen Gelbstich festgestellt, aber nur leicht. Neben einem Timer gibt es hier außerdem eine Dimmfunktion. Die Lampe ist rund und wird vom Hersteller vor allem für Schwangere empfohlen. Sie schafft bei 50 Zentimetern 1500 Lux, bei 30 sogar 3100 Lux. So viel ist das nicht, wir finden andere Lampen daher besser.

Mit der Beurer TL 50 bekommt man eine gute Tageslichtlampe für den Schreibtisch. Bei fünf Zentimeter Entfernung schafft sie auch 10000 Lux, in der Praxis sitzt aber keiner so nah davor. Bei 30 Zentimetern waren es nur noch 2800 und bei einem Abstand von einem halben Meter 1220 Lux, das entspricht den Angaben des Herstellers. Wir finden die Verarbeitung gut, das Kabel gefällt uns aber nicht so, ist aber lang genug. Wir finden die TL100 dank höherer Luxzahl besser.

Eine günstige Lampe bekommt man mit der TaoTronics TT-CL011. Auch sie wirkt hochwertig und hat eine zuverlässige und angenehme Touch-Bedienung, auch einen manuellen Timer gibt es. Der kann zwischen 10 und 60 Minuten eingestellt werden. Die Lampe schaltet automatisch ab und wirkt modern. Allerdings haben uns die gemessenen Leuchtwerte enttäuscht, bei 10 Zentimetern waren es noch 6000 Lux, bei 30 1910 und bei 50 Zentimetern 505 Lux. Der Effekt dürfte dabei minimal sein.

Auch die Klarstein Summershine Slim ist kompakt und schön klein, sie wirkt auch hell. Beim Nachmessen wurden wir aber auch hier enttäuscht, 700 Lux waren es bei 50 Zentimetern Abstand, bei 30 auch nur 1700. Auch das reicht nicht aus. Verarbeitet ist sie aber gut, sieht schick aus und ist sehr handlich. Wir hätten uns mehr Lichtstärke gewünscht.

Wissenswertes über Tageslichtlampen

Eine Tageslichtlampe soll die Lichtverhältnisse unter freiem Himmel simulieren, dafür muss sie nicht nur hell sein, sondern auch gleichmäßig leuchten. Das Lichtspektrum sollte der Sonne ähneln. Die normale Schreibtischlampe bringt da wenig.

 Tageslichtlampe Test: Lichttherapie
30 Minuten täglich, können helfen, die Stimmung auch im Winter zu heben.

Je heller die Lampe, desto besser die Wirkung. Ein Raum mit durchschnittlicher Beleuchtung wie ein Büro hat eine Beleuchtungsstärke zwischen 800 und 200 Lux, im Gegensatz zu draußen ist das nicht viel. Denn selbst wenn man an einem bewölkten Tag im Winter misst, bekommt man um die Mittagszeit Werte von 3000 Lux oder mehr. Tageslichtlampen entsprechen einem schattigen Sommertag, daher soll eine Beleuchtung von etwa 10000 Lux simuliert werden.

Diese Werte sind aber nur realistisch, wenn man sehr nah an der Lampe ist, wie wir im Test festgestellt haben. Dennoch trifft mit Tageslichtlampen mehr Licht auf die Augen als bei normalen Lichtverhältnissen im Inneren während des Tages.

Wie funktioniert das Ganze nun aber? Der Körper wird durch das simulierte Tageslicht dazu angeregt, die Melatonin-Produktion herunterzufahren. Melatonin ist das Schlafhormon und wird eigentlich hergestellt, wenn es dunkel ist. Es sorgt aber auch dafür, dass man sich im trüben, dunklen Herbst oder Winter auch tagsüber müde fühlt, trotz genügend Schlaf. Tut man nichts dagegen und ist anfällig dafür, kann das auch zu depressiver Verstimmung führen und schlimmstenfalls bekommt man eine saisonale Depression.

Das Problem kann aber auch im Sommer auftreten, wenn man sich tagsüber lange in dunklen Räumen aufhält oder Nachtschicht hat. Auch dann ist die Melatonin-Produktion höher.

Tageslichtlampen sollen helfen, den Lichtmangel auszugleichen und die Symptome zu reduzieren. Da auf die Netzhaut das helle Licht trifft, fährt der Körper die Produktion von Melatonin herunter, stattdessen wird das »Glückshormon« Serotonin vermehrt ausgeschüttet. Wir fühlen uns fitter und teils ausgeglichener.

Wissenschaftlich wurde schon einige Male belegt, dass Tageslichtlampen einer Winterdepression entgegenwirken können. Auch Schlafforscher und Psychiater bestätigen diese positive Wirkung von Lichtduschen auf das Wohlbefinden.

Wir haben im Test tatsächlich die belebende Wirkung gemerkt, vor allem wenn wir die Lampen morgens im Büro benutzen. So wird man morgens schneller wach.

Jeder Körper ist aber anders, dass die Tageslichtlampe funktioniert, ist daher nicht garantiert. Ausprobieren lohnt sich aber in jedem Fall.

Wie werden die Lampen angewendet?

Die Tageslichtlampe stellt im Alltag keinen großen Zeitaufwand dar, denn am besten stellt man sie einfach auf den Schreibtisch und lässt sie während der Arbeit leuchten. Man kann sie auch beim Frühstück oder Lesen nutzen.

 Tageslichtlampe Test: Lichttherapie Richtig Anwenden
Man sollte nicht direkt in die Lampe schauen, seitlich steht sie optimal.

Bestenfalls sollte sie seitlich aufs Gesicht scheinen und man sollte der Lampe so nah wie möglich sein, aber nicht direkt ins Licht schauen. Die Leuchtstärke wird weniger, je weiter man entfernt ist. So haben wir beim Test die angepriesenen 10000 Lux nur aus nächster Nähe gemessen, in der Praxis wird man etwa 30 bis 50 Zentimeter entfernt sein, damit haben wir auch gemessen. Man kommt dann noch auf Höchstwerte zwischen 3000 und 7000 Lux. Die Herstellerangaben stimmen in der Realität also meist nicht.

Ist man nah genug an der Lampe, reichen 30 Minuten täglich für den gewünschten Therapieeffekt aus. Wenn die Lampe weiter wegsteht, muss man entsprechend mehr Zeit davor verbringen. Unsere Testgeräte haben im Handbuch aber alle Tipps zur Handhabung gegeben.

Wichtige ist ebenso die regelmäßige Anwendung, vor allem wenn man die Lampe benutzt, um einer Depression entgegenzuwirken. Nach ca. einer Woche soll laut Studien der Effekt spürbar sein.

Negative Auswirkungen muss man nicht erwarten, sofern man die Lampe richtig benutzt, denn schädliches UV-Licht wird gefiltert und Haut und Augen somit nicht geschädigt.

Es empfiehlt sich, die Lampe eher morgens als abends zu nutzen, sonst kann die Melatonin-Produktion durcheinander kommen und damit auch der Schlafzyklus. Bei einer Nachtschicht sieht das natürlich anders aus, dann empfiehlt sich die umgekehrte Anwendung am Abend.

Dennoch kann solch eine Lampe die Sonne nicht ersetzen, denn nur Sonnenlicht regt die Vitamin D-Produktion an. Wer nicht genug Sonnenlicht tankt, sollte daher auch seinen Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen.

So haben wir getestet

Wir haben alle Testgeräte mehrere Wochen getestet. Wichtig fanden wir dabei die Leuchtstärke, deshalb haben wir mit einem professionellen Luxmeter nachgemessen, aus unterschiedlichen Abständen.

Die Lampen erreichen 10000 Lux nur bei kurzem Abstand, der positive Effekt tritt aber auch mit etwas Entfernung auf. Je mehr Helligkeit, desto effektiver wirkt die Lampe natürlich und umso einfacher passt die Lichttherapie auch in den Alltag.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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