Stimmungsaufheller für Zuhause Test: Tageslichtlampe Beurer

Tageslichtlampen im Test : Stimmungsaufheller für Zuhause

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Update 28.10.2020

Tageslichtlampen sollen vor allem in der dunklen Jahreszeit helfen, die Stimmung aufzuhellen. Ob das in der Praxis auch funktioniert, haben wir ausprobiert und uns 20 Geräte zwischen 50 und 180 Euro genauer angesehen und sie mehrere Wochen getestet.

Update 2. März 2021

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Die Empfehlung Duronic SADV1 ist nicht mehr erhältlich.

28. Oktober 2020

Fünf neue Tageslichtlampen haben wir uns angesehen. Davon empfehlen können wir die Beurer TL 45 Perfect Day.

4. September 2020

Die Philips EnergyUp Blue haben wir aus dem Testbericht entfernt, da sie nicht mehr hergestellt wird.

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Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Ganz gleich ob Nachteule oder Frühaufsteher, Sonnenlicht tut uns allen gut. Vor allem im Winter kann es aber schonmal ganztägig trüb und grau sein und das drückt auch auf die Stimmung. Dauert Dunkelheit lange an, so kann das nicht nur müde machen, sondern auch zu Depressionen führen.

Tageslichtlampen schaffen da Abhilfe, denn bei der sogenannten Lichttherapie wird der Lichtmangel durch eine leistungsstarke Lampe ausgeglichen. Vitamin D wie bei Sonnenlicht wird mangels UV-Strahlen nicht produziert dadurch, aber die Müdigkeit nimmt ab und es soll mehr Serotonin ausgeschüttet werden. Ob diese Lampen wirklich halten, was sie versprechen, haben wir ausprobiert.

Gute Verarbeitung: Beurer TL 80

Gute Verarbeitung

Beurer TL 80

Test Tageslichtlampe: Beurer TL 80
Die Beurer TL 80 überzeugt mit einer soliden Verarbeitung und genügend Lichtmenge.

Mit der TL 80 bekommt man ein neues Beurer-Modell, das nicht nur gut aussieht, sondern auch viel Licht abgibt. Dabei ist sie auch noch hochwertig verarbeitet und sie gefällt uns gut.

Die Lampe kann stufenlos gekippt werden, dadurch bekommt man verschiedene Winkel und auch die Kabellänge ist ausreichend lang. Zusatzfunktionen gibt es aber nicht.

Diese Lampe ist zwar besser verarbeitet als das Modell von Duronic, aber dafür auch teurer und nicht so hell.

Auch hier wird alles über einen Knopf geregelt. Betrieben wird die Lampe mit zwei Leuchtröhren mit 36 Watt und das Licht wird gleichmäßig und sanft abgegeben. Bis zur vollen Leuchtkraft dauert es aber einige Minuten.

Auch hier finden wir das Gerät zu groß für den Schreibtisch, die Beleuchtungsfläche mit 39 x 32 Zentimeter kann sich dafür aber sehen lassen. Dank 2,7 Kilo Gewicht kann man sie leicht umstellen.

Wer auf Verarbeitung und Design mehr Wert legt als auf die Leuchtkraft, ist hier richtig.

Mit Farbauswahl: Beurer TL 100

Mit Farbauswahl

Beurer TL 100

Auch die TL 100 kommt aus dem Hause Beurer, ist elegant und bringt einige Extra-Funktionen mit. Hier findet man zehn Helligkeitsstufen, die können über Sensortasten im Geräterand eingestellt werden. Außerdem gibt es einen Timer, der als Countdown fungiert. Ist die vorgegebene Zeit abgelaufen, schaltet die Lampe ab.

Vor allem, wenn man die Lampe über eine bestimmte Zeitspanne einsetzen möchte, ist das praktisch. Es gibt insgesamt fünf dieser Countdowns, von fünf bis 120 Minuten.

Eine Besonderheit zeigt sich erst, wenn die Smartphone-App »LightUp« installiert ist, die es sowohl für Android als auch für iOS gibt. Damit koppelt sich das Smartphone per Bluetooth mit der Tageslichtlampe und man kann damit das ideale Stimmungslicht steuern und nicht nur die Tageslichtfunktion. Dann strahlt die Lampe in einer aus 16,7 Millionen gewählten Farbe.

Darüber hinaus gibt es Motivprogramme, so z. B. »Wald«, wo dann abwechselnd in Blau- und Grüntönen geleuchtet wird, »Fusion« dagegen bringt pulsierende Farbübergänge.

Wir finden das farbige Licht aber etwas zu dunkel, selbst bei simuliertem Tageslicht schafft sie nicht so eine gute Leuchtstärke wie der Testsieger. Gemessen haben wir bei 30 Zentimeter etwa 4700 Lux, bei 50 waren es noch 2400 Lux, die das Auge erreichen. Wir finden das Gerät gut, aber auch teuer. Vor allem die App und die Farbauswahl gefallen uns aber.

Fairer Preis: Beurer TL 45 Perfect Day

Fairer Preis

Beurer TL 45 Perfect Day

Test Stimmungsaufheller für Zuhause: Beurer TL 45 Perfect Day
Die kleine Beurer TL 45 Perfect Day macht ihrem Namen alle Ehre: Man kann mit ihr einen Sonnentag simulieren und die zuverlässige Touch-Bedienung macht die Handhabung kinderleicht.

Die TL 45 Perfect Day von Beurer gefällt uns in ihrer Gesamtheit: Sie verfügt über eine enorme Lichtausbeute, bietet drei verschiedene Lichtmodi, mit denen auf Wunsch auch ein ganzer sonniger Tag simuliert werden kann – und das zu einem vernünftigem Anschaffungspreis. Die kleine Bauweise lässt sie sogar auf dem heimischen Schreibtisch Platz finden.

Auf ihrer höchsten Lichtstufe haben wir im Test 5.500 Lux auf 30 Zentimetern Entfernung gemessen. Auf 50 Zentimeter waren es 2.500 Lux. Beide Werte sind ein sehr gutes Ergebnis. An die Werte von Duronic kommen diese zwar nicht heran, beim Anschaffungspreis liegt die Lampe etwa im selben Bereich.

Über drei Modi lassen sich »relax«, »therapy« und »active« anwählen. Mit ihnen werden bestimmte Tageszeiten simuliert. So kann sich der Nutzer eine Lichtstärke ja nach Stimmung aussuchen.

Für ein konzentriertes Arbeiten ist der Modus »Active« geeignet, den Vormittag simuliert. Dann herrschen circa 5.000 Kelvin Lichttemperatur und laut Beurer in einem Abstand von 20 Zentimetern 7.000 Lux. Wir haben nur 4.600 Lux gemessen, das ist aber trotzdem ein zufriedenstellender Wert.

Der »therapy«-Modus simuliert das Mittagslicht und taugt sehr gut als Therapie gegen die sogenannte »Winter-Schwermut«. Laut Herstellerangabe herrschen dann 10.000 Lux und 6.500 Kelvin bei 20 Zentimeter Entfernung. Wir haben hier nur 7.500 Lux im Test gemessen.

Wählt man den »relax«-Modus, strahlt ein warmes Licht, das das Licht am Abend simulieren soll. Sie sollten diesen Modus am ehesten wählen, wenn sich sich vom Arbeitstag erholen und entspannen wollen. Der Hersteller gibt hier hier 3.000 Lux mit 3.000 Kelvin auf 20 Zentimeter an. Wir haben 1.500 Lux gemessen.

Die Lampe wird über vier Knöpfe mit Touch-Funktion bedient: Die drei Lichtmodi sowie An/Aus. Die Bedienung ist zuverlässig und einfach. Mit dem Kippständer kann die Lichtdusche sogar auf dem heimischen Schreibtisch platziert werden. Das Lampenkabel wirkt hochwertig. Wie die Tageslichtlampe im Tagesverlauf eingestellt oder ein Sonnen-Tag am besten simuliert wird, findet man in der Anleitung.

Die Beurer TL 45 Perfect Day ist eine exzellente Lichtdusche, die zu einem anständigen Preis angeboten wird. Die moderne Bedienung und die drei Modi machen Spaß. Die hohen Beleuchtungswerte machen die Lichttherapie effektiv.

Was gibt es sonst noch?

Bei der Beurer TL 90 gibt es zwei Leuchtröhren anstatt der LEDs und damit auch ein größeres Gehäuse. Per Dimmer kann die Helligkeit hier nicht reguliert werden. Gemessen haben wir bei 50 Zentimeter Abstand 4200 Lux, bei 30 Zentimeter 2800. Andere Modelle der gleichen Marke sind damit leuchtstärker. Bei der TL90 ist aber die Lichtverteilung schön gleichmäßig und auch das Gehäuse wirkt elegant, obwohl das Gerät nicht gerade handlich ist.

Eine kompakte, kleine Lichtdusche ist die Lumie Vitamin L, die ungeachtet dessen einen tadellosen Wert von 4.200 Lux auf 30 Zentimeter Entfernung liefert. Für den recht hohen Preis könnte die Verarbeitung jedoch etwas besser sein. Unser erster Eindruck wird zusätzlich noch von einer übelriechenden Chemiewolke getrübt, die uns beim Auspacken entgegenfliegt. Für ihre kleine Größe ist die Tageslichtlampe mit einem Gewicht von 800 Gramm recht schwer, bietet dafür aber eine exzellente Lichtstärke. Wir raten dennoch eher zu unseren oben genannten Empfehlungen, da diese ein besseres Verhältnis von Preis und Leistung bieten.

In puncto Lichtstärke liegt die Medisana LT 470 im hinteren Mittelfeld: Auf 30 Zentimeter erreicht sie 3.300 und auf 50 Zentimeter 1.500 Lux. Die Lampe ist hochwertig verarbeitet, der Schalter ist stabil und angenehm handlich. Hier ist zwar ein leichter Rotstich zu erkennen, doch dieser fällt nur minimal auf. Die Lampe kann auf den Schreibtisch gestellt oder an die Wand gehängt werden. Für eine effektive Lichttherapie sind aber andere Modelle empfehlenswerter.

Die einzige Tageslichtlampe mit Fernbedienung im Test ist die Reer 88080. Hierüber lassen sich bunte Stimmungslichter einstellen, im normalen Modus hat die Lampe einen dezenten Gelbstich. Zudem ist eine Dimmfunktion und ein Timer vorhanden. Laut Hersteller ist das Modell vor allem für Schwangere empfehlenswert. Es erreicht auf 30 Zentimeter 3.100 Lux, auf 50 Zentimeter 1,500. Im Vergleich ist das nicht besonders viel.

Mit der Beurer TL 50 bekommt man eine erstklassige Tageslichtlampe für seinen Schreibtisch. Bei fünf Zentimetern Entfernung schafft sie auch 10000 Lux, im wahren Leben sitzt aber keiner so nah davor. Bei 30 Zentimetern waren es nur noch 2800 und bei einem Abstand von einem halben Meter 1220 Lux, das entspricht den Angaben des Herstellers. Wir finden die Verarbeitung gut, das Kabel gefällt uns aber nicht so, ist aber lang genug. Wir finden die TL100 dank höherer Luxzahlen besser.

Wissenswertes über Tageslichtlampen

Eine Tageslichtlampe soll die Lichtverhältnisse unter freiem Himmel simulieren, dafür muss sie nicht nur hell sein, sondern auch gleichmäßig leuchten. Das Lichtspektrum sollte der Sonne ähneln. Die normale Schreibtischlampe bringt da wenig.

 Tageslichtlampe Test: Lichttherapie
30 Minuten täglich, können helfen, die Stimmung auch im Winter zu heben.

Je heller die Lampe, desto besser die Wirkung. Ein Raum mit durchschnittlicher Beleuchtung wie ein Büro hat eine Beleuchtungsstärke zwischen 800 und 200 Lux, im Gegensatz zu draußen ist das nicht viel. Denn selbst wenn man an einem bewölkten Tag im Winter misst, bekommt man um die Mittagszeit Werte von 3000 Lux oder mehr. Tageslichtlampen entsprechen einem schattigen Sommertag, daher soll eine Beleuchtung von etwa 10000 Lux simuliert werden.

Diese Werte sind aber nur realistisch, wenn man sehr nah an der Lampe ist, wie wir im Test festgestellt haben. Dennoch trifft mit Tageslichtlampen mehr Licht auf die Augen als bei normalen Lichtverhältnissen im Inneren während des Tages.

Wie funktioniert das Ganze nun aber? Der Körper wird durch das simulierte Tageslicht dazu angeregt, die Melatonin-Produktion herunterzufahren. Melatonin ist das Schlafhormon und wird eigentlich hergestellt, wenn es dunkel ist. Es sorgt aber auch dafür, dass man sich im trüben, dunklen Herbst oder Winter auch tagsüber müde fühlt, trotz genügend Schlaf. Tut man nichts dagegen und ist anfällig dafür, kann das auch zu depressiver Verstimmung führen und schlimmstenfalls bekommt man eine saisonale Depression.

Das Problem kann aber auch im Sommer auftreten, wenn man sich tagsüber lange in dunklen Räumen aufhält oder Nachtschicht hat. Auch dann ist die Melatonin-Produktion höher.

Tageslichtlampen sollen helfen, den Lichtmangel auszugleichen und die Symptome zu reduzieren. Da auf die Netzhaut das helle Licht trifft, fährt der Körper die Produktion von Melatonin herunter, stattdessen wird das »Glückshormon« Serotonin vermehrt ausgeschüttet. Wir fühlen uns fitter und teils ausgeglichener.

Wissenschaftlich wurde schon einige Male belegt, dass Tageslichtlampen einer Winterdepression entgegenwirken können. Auch Schlafforscher und Psychiater bestätigen diese positive Wirkung von Lichtduschen auf das Wohlbefinden.

Wir haben im Test tatsächlich die belebende Wirkung gemerkt, vor allem wenn wir die Lampen morgens im Büro benutzen. So wird man morgens schneller wach.

Jeder Körper ist aber anders, dass die Tageslichtlampe funktioniert, ist daher nicht garantiert. Ausprobieren lohnt sich aber in jedem Fall.

Wie werden die Lampen angewendet?

Die Tageslichtlampe stellt im Alltag keinen großen Zeitaufwand dar, denn am besten stellt man sie einfach auf den Schreibtisch und lässt sie während der Arbeit leuchten. Man kann sie auch beim Frühstück oder Lesen nutzen.

 Tageslichtlampe Test: Lichttherapie Richtig Anwenden
Man sollte nicht direkt in die Lampe schauen, seitlich steht sie optimal.

Bestenfalls sollte sie seitlich aufs Gesicht scheinen und man sollte der Lampe so nah wie möglich sein, aber nicht direkt ins Licht schauen. Die Leuchtstärke wird weniger, je weiter man entfernt ist. So haben wir beim Test die angepriesenen 10000 Lux nur aus nächster Nähe gemessen, in der Praxis wird man etwa 30 bis 50 Zentimeter entfernt sein, damit haben wir auch gemessen. Man kommt dann noch auf Höchstwerte zwischen 3000 und 7000 Lux. Die Herstellerangaben stimmen in der Realität also meist nicht.

Ist man nah genug an der Lampe, reichen 30 Minuten täglich für den gewünschten Therapieeffekt aus. Wenn die Lampe weiter wegsteht, muss man entsprechend mehr Zeit davor verbringen. Unsere Testgeräte haben im Handbuch aber alle Tipps zur Handhabung gegeben.

Wichtige ist ebenso die regelmäßige Anwendung, vor allem wenn man die Lampe benutzt, um einer Depression entgegenzuwirken. Nach ca. einer Woche soll laut Studien der Effekt spürbar sein.

Negative Auswirkungen muss man nicht erwarten, sofern man die Lampe richtig benutzt, denn schädliches UV-Licht wird gefiltert und Haut und Augen somit nicht geschädigt.

Es empfiehlt sich, die Lampe eher morgens als abends zu nutzen, sonst kann die Melatonin-Produktion durcheinander kommen und damit auch der Schlafzyklus. Bei einer Nachtschicht sieht das natürlich anders aus, dann empfiehlt sich die umgekehrte Anwendung am Abend.

Dennoch kann solch eine Lampe die Sonne nicht ersetzen, denn nur Sonnenlicht regt die Vitamin D-Produktion an. Wer nicht genug Sonnenlicht tankt, sollte daher auch seinen Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen.

So haben wir getestet

Wir haben alle Testgeräte mehrere Wochen getestet. Wichtig fanden wir dabei die Leuchtstärke, deshalb haben wir mit einem professionellen Luxmeter nachgemessen, aus unterschiedlichen Abständen.

Die Lampen erreichen 10000 Lux nur bei kurzem Abstand, der positive Effekt tritt aber auch mit etwas Entfernung auf. Je mehr Helligkeit, desto effektiver wirkt die Lampe natürlich und umso einfacher passt die Lichttherapie auch in den Alltag.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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