Nie wieder trockene Raumluft Test: Aufmacher Luftbefeuchter

Luftbefeuchter im Test : Nie wieder trockene Raumluft

von
Update 04.09.2020

Trockene Raumluft kann vor allem im Winter schnell zum Problem werden, Luftbefeuchter schaffen da Abhilfe und manche Geräte sind sogar recht hübsch und werten den Raum optisch auf. Wir haben insgesamt 24 Produkte ausprobiert.

Update 4. September 2020

Wir hatten acht neue Luftbefeuchter im Test. Eine neue Empfehlung ist der Levoit LV600HH.

Doreen Menz
Doreen Menz
testet als passionierte Hobbyköchin nicht nur Küchen- und Haushaltsgeräte sondern interessiert sich auch für Gesundheitsthemen.

Bei Luftbefeuchtern gibt es preislich kaum Grenzen, ob man nun 30 oder 400 Euro ausgeben möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Aber merkt man den Unterschied auch? Zustande kommen die Unterschiede vor allem durch die Befeuchtungstechnik, denn hier gibt es drei Möglichkeiten.

Dabei gibt es das Verdunstungsprinzip, Zerstäubung per Ultraschall oder das Wasser wird verdampft. Auf die Vor- und Nachteile davon gehen wir später ein. Getestet haben wir Geräte mit verschiedenen Befeuchtungsprinzipen, einige davon können wir definitiv empfehlen.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Philips HU 4814

Mit dem Philips HU 4814. bekommt man einen guten Luftbefeuchter zum angemessenen Preis, mit dem Verdunster wird der Raum gleichmäßig befeuchtet, außerdem gibt es für die automatische Feuchtigkeitsregelung ein Hygrometer.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Philips HU4814

Luftbefeuchter Test: Philips Hu 4814
Er befeuchtet die Luft nicht am besten, ist aber eindeutiger Preis-Leistungs-Sieger und damit unser Favorit.

Mit dabei ist zudem ein Timer, auch die Reinigung des Luftbefeuchters geht sehr einfach. Elegant ist er zudem. Die technischen Angaben sagen aus, dass damit Räume mit bis zu 44 Quadratmetern Grundfläche befeuchtet werden können.

Wie er funktioniert

Die hochtrabend »Nano Cloud-Technologie« genannte Funktion ist einfach nur die Verdunstung. Das Ganze funktioniert mit einem Kern, der wabenartig aufgebaut ist, es handelt sich um einen Kunststoffzylinder, der durchlöchert ist. Dieser steht im Wasser und saugt sich voll. Die poröse Filterstruktur bietet viel Oberfläche, darüber verdunstet das Wasser und wird mittels Ventilator im Raum verteilt.

Die Anleitung sagt aus, dass der Filter wöchentlich einmal eine Stunde ins klare Wasser soll, dadurch wird er gereinigt. Der Ventilator zieht Staub an, der kann dann im Filter hängenbleiben, durch diese Verunreinigung ist die wöchentliche Reinigung definitiv nötig. Das geht aber recht leicht.

Für 10 Euro gibt es einen Ersatzfilter zu kaufen, die Anleitung rät, den Filter einmal jährlich oder öfter auszutauschen, vom Hersteller wird sogar alle drei Monate empfohlen. Das hängt aber auch davon ab, wie abgenutzt der Filter schon ist, ist das Material noch intakt, muss man sicherlich nicht wechseln.

Der Behälter ist dank größtenteils glatter Flächen einfach zu reinigen, Nischen gibt es kaum und man kann das Gerät auch sehr leicht zusammen- und auseinanderbauen.

Die Möbel oder der Boden bleiben während der Verdunstung trocken, somit eignet sich das Gerät auch fürs Büro.

Was wir persönlich toll finden: man kann all unsere Testgeräte auch noch tragen, wenn schon Wasser eingefüllt ist, somit muss man für verschiedene Räume nicht unbedingt zusätzliche Geräte kaufen.

Die Handhabung

Auch das Nachfüllen gelingt schnell. Der Deckel ist zugleich der Ventilator, den kann man abnehmen, wenn man nachfüllen möchte. Zum Auffüllen kann man dann beispielsweise eine Gießkanne nehmen. Alles um den Luftbefeuchter bleibt trocken, der Behälter selbst ist eher klein gehalten, daher muss man je nachdem welchen Befeuchtungsgrad man wählt, öfter nachfüllen.

Wenn der Wasserpegel nicht mehr hoch genug ist, schaltet der Luftbefeuchter ab, auf dem Display erscheint dann eine rote Warnlampe. Seitlich gibt es ein Fenster, durch das man den Wasserstand aber auch immer im Blick hat.

Die Bedienung klappt größtenteils intuitiv, den Befeuchtungsgrad kann man dreistufig einstellen, mit der ersten Stufe funktioniert eine leise Befeuchtung.

Nicht so gut gefallen hat uns ein Surren mit niedriger Frequenz, manche könnte das stören. Bei Automatik, wenn der Luftbefeuchtungsgrad begrenzt ist, schaltet sich der Philips auch öfter ein und aus.

Für den Einsatz im Schlafzimmer empfehlen wir dieses Gerät daher eher nicht, das Problem teilt er sich aber mit dem Großteil seiner Konkurrenten.

Ausstattung

Nicht oft anzutreffen bei Luftbefeuchtern sind Timer, automatische Feuchtigkeitsregelung und ein Hygrometer, der integriert ist. Man kann wählen, welche Feuchtigkeitswerte nicht mehr überschritten werden sollen. So stellt man als Zielwert 60, 50 oder 40 Prozent der relativen Luftfeuchtigkeit ein. Im Test hat der Hygrometer gut und genau genug funktioniert. Allerdings ist der integrierte Hygrometer nie so genau wie einer, der in einigem Abstand zum Gerät steht, wir empfehlen daher einen zweiten zur Kontrolle. Beim Luftbefeuchter ist die Luftfeuchtigkeit schließlich höher als weiter entfernt.

Praxisgerecht sind die drei verschiedenen Leistungsstufen, die höchste davon sollte man anfangs verwenden, denn dann wird die Feuchtigkeit zunächst nur an die Einrichtung abgegeben.

Mit dem integrierten Timer kann man Strom und Wasser sparen, hierbei kann man einstellen, ob die Befeuchtung nach acht, vier oder einer Stunde enden soll.

Wie gut befeuchtet er?

Die Befeuchtungsleistung teilt sich der Philips HU 4814 mit weiteren Verdunstern, sie ist mittelmäßig. Konkret bedeutet das, dass man mit diesem Luftbefeuchter im Winter wohl keine relative Luftfeuchtigkeit von über 55 Prozent erreicht, dieser Wert ist aber auch ziemlich hoch. Praxisgerechter sind eher 50 Prozent oder weniger, dafür eignet sich das Gerät definitiv.

Die Raumgröße, die angegeben ist, ist eher weniger ein verlässlicher Wert, hierfür empfehlen wir Geräte, die leistungsstärker sind.

Mit Luftwäsche: Beurer LW 220

Luftwäsche gibt es beim Beurer LW 220, dafür kostet er aber auch mehr als unsere erste Empfehlung. Die Befeutungsleistung ist aber dafür auch höher.

Getestet haben wir das mittelgroße Gerät, der Wassertank ist groß und eignet sich für Räume mit 40 Quadratmetern, so muss man nicht so oft Wasser auffüllen. Nutzt man die niedrigste Ventilationsstufe, kann man ihn auch im Schlafzimmer nutzen, allerdings gibt es eine Leuchtanzeige, die ist im Dunkeln immer noch hell, auch wenn sie etwas dimmt, wenn die Bedienung beendet ist.

Innen findet man Kunststoffplatten, die miteinander verbunden sind, die halten lange und sind stabil, gereinigt werden können sie einfach im Geschirrspüler.

Die Luftreinigung funktioniert allerdings nur für 20 Quadratmeter, auch wenn 40 befeuchtet werden können. Für die Luftreinigung findet man aber keine Angaben zur Raumgröße in der Anleitung oder der Beschreibung, wir haben nachgefragt und das Unternehmen will diese Angabe künftig hinzufügen.

Die Luftreinigung ist aber dennoch sinnvoll, vor allem für Allergiker, sofern es sich um kleine Räume handelt. Normalerweise ist diese Funktion aber dennoch überflüssig.

Automatisch abschalten kann er aber nicht, denn der Hygrometer fehlt, einen Timer gibt es ebenso wenig.

Gute Verdunstungsleistung: Venta LW 25

Ebenfalls ein Verdunstungsgerät bekommt man mit dem Venta LW 25, Luftwäsche kann es auch und die Technik ist dieselbe wie bei Beurer, Venta hat das Prinzip aber angeblich erfunden. In unserem Test war die Befeuchtungswirkung bei Venta besser, dafür aber auch der Preis höher.

Die Ausstattung ist nicht so üppig, die Anzeige lässt sich nicht dimmen, fürs Schlafzimmer eignet er sich damit eher nicht. Wir fänden es gut, wenn die Anzeige ganz abschaltbar wäre, hier hilft aber nur, das Display abzukleben. Eine Wasserstandsanzeige gibt es hier nicht, per Autostopp merkt man aber am Lüfter, wenn der Wasserstand nicht mehr ausreicht.

Die Handhabung waren bei Beurer und Venta gut, Timer oder Hygrometer gibt es hier aber nicht, ob man auf diese Extras verzichten kann, muss jeder selbst wissen. Dafür ist das Produkt in Deutschland gefertigt worden.

Gute Befeuchtungsleistung: Beurer LB 55

Gute Befeuchtungsleistung

Beurer LB 55

Test Luftbefeuchter: Beurer LB 55
Für einen fairen Preis bekommt man mit dem Gerät von Beurer einen Luftbefeuchter mit hoher Befeuchtungsleistung – aber auch hohem Energieverbrauch.

Der Beurer LB 55 ist nicht so teuer und verdampft ebenfalls. Dieses Prinzip braucht aber mehr Strom, denn das Wasser muss erstmal erhitzt werden. Nutzt man das Gerät nur ab und zu, so eignet er sich definitiv, denn er bringt sehr viel Feuchtigkeit.

Abhängig von der ausgewählten Stufe gibt der Luftbefeuchter 400 oder 200 Milliliter an Wasserdampf in der Stunde ab, das entspricht 9,6 bzw. 4,8 Litern am Tag. Viel ist das schon, dafür braucht das Gerät auf höchster Stufe aber auch 365 Watt an Strom. Unsere anderen Empfehlungen kommen da nur auf 10 Watt trotz höchster Stufe.

Will man diesen Luftbefeuchter also dauernd nutzen, das heißt durchgehend auf höchster Stufe, kommt man auf Stromkosten von 70 Euro pro Monat. Allerdings wären das dann auch 10 Liter Wasser am Tag, das in der Luft verteilt wird und das wäre, selbst wenn der Raum 50 Quadratmeter hätte, zu viel. Die schwächere Stufe kommt immer noch auf 185 Watt, also 35 Euro für einen Monat Dauerbetrieb. Realistischer wäre ein Betrieb mit halber Zeitmenge auf niedrigster Stufe, auch dann hat man aber noch Stromkosten von 17,50 Euro im Monat. Da Lohnt sich der günstigere Anschaffungspreis auch nicht lange.

Verdampfer neigen allgemein zum Kalk-Ansetzen, denn mit ihnen wird das Wasser erhitzt. Hat man ohnehin regional bedingt recht kalkhaltiges Wasser, kann das schnell ein Problem werden. Mit dabei sind daher 15 Kalkpads, die alleine reichen aber nicht, reinigen muss man dennoch regelmäßig bei Bedarf.

An der Betriebslautstärke haben wir nichts auszusetzen, das leise Köcheln nimmt man nur in der höchsten Stufe manchmal wahr, den Ventilator, der verbaut ist, hätten wir uns aber leiser gewünscht.

Dank seiner Größe hat der Luftbefeuchter einen Sechs-Liter-Tank, nachfüllen muss man also nicht so oft. Die Bedienung wie auch das Aufbauen gehen leicht und wir finden die Optik neutral. Bis maximal 50 Quadratmeter können damit befeuchtet werden, ein Display fehlt aber, sodass man die Luftfeuchtigkeit nicht genau nachlesen kann.

Wir bekommen mit dem Beurer einen günstigen Luftbefeuchter, der zwar eine sehr gute Befeuchtungsleistung hat, dafür aber auch einiges an Stromkosten verursacht. Will man das Gerät im Dauerbetrieb nutzen, empfehlen wir eher andere.

Zerstäuber: Levoit LV600HH

Zerstäuber

Levoit LV600HH

Test Luftbefeuchter: Levoit LV600HH
Wer unbedingt einen Zerstäuber haben möchte und die damit verbundene häufige Reinigung in Kauf nimmt, sollte sich das Gerät von Levoit anschauen.

von 14 Lesern gekauft

Der erste Ultraschall-Zerstäuber, den wir empfehlen können, ist der Levoit LV600HH. Uns gefiel im Test die gute Befeuchtungsleistung und es gab viele Funktionen, etwa warmen Dampf. Das ist vor allem gut, da Feuchtigkeit von warmer Luft besser aufgenommen wird.

Wer einen leichten Schlaf hat oder allgemein eher geräuschempfindlich ist beim Schlafen, sollte sich ein jedoch anderes Gerät aussuchen. Ab und zu hört man ein leises Plätschern sowie ein paar Eigengeräusche.

Man erhält dafür aber einen Luftbefeuchter, mit dem man gute Raumfeuchtigkeit bekommt und bei dem der Preis angemessen ist. Wir empfehlen ihn aber eher für eine gelegentliche Nutzung.

Vor allem auf die Reinigung sollte man achten, denn wenn das Gerät nicht gründlich und regelmäßig den Angaben gemäß gereinigt wird, können sich Schimmel und Bakterien bilden – das ist auch bei jedem anderen Ultraschall-Zerstäuber der Fall.

Was gibt es sonst noch?

Der Luftbefeuchter Philips AC 2729 ist schwer und groß, dafür hat er aber Rollen, sodass man ihn leicht bewegen kann. Nicht so gut finden wir den Tank mit drei Litern, das ist recht klein und dadurch muss öfter nachgefüllt werden. Hier wird mit Verdunstung gearbeitet und außerdem reinigt er die Luft.

Zudem hat er WLAN, sodass man ihn auch mit einer App steuern kann, in der ist aber Werbung enthalten. Mit dem Router kann man ihn verbinden, aber nur mit einer Frequenz von 2,4 Gigahertz, bei 5 Gigahertz muss zuvor umgestellt werden.

Per App gibt es einiges an Einstellungen, etwa einen Modus für Allergiker oder für Babys, auch ein 2-in-1-Modus ist dabei. Das bedeutet, dass die Luft gereinigt wird, während sie befeuchtet wird. Für Allergiker also eine gute Sache. Bis zu 65 Quadratmeter schafft das Gerät beim Reinigen und Befeuchten, für kleine Räume finden wir ihn aber zu groß und zu teuer.

Einen Ultraschallzerstäuber findet man im Medisana Luftbefeuchter UHW, er ist recht schnell, war bei der Luftbefeuchtung sogar das schnellste Testgerät und wir bekamen 60 Prozent beim Feuchtigkeitswert. Die Feuchtigkeit bleibt aber nicht in der Luft, sondern setzt sich irgendwann ab auf Möbeln oder Boden, das führt zu Kalkablagerungen oder schlimmstenfalls Beschädigungen der Möbel. Will man nur gelegentlich befeuchten, bekommt man hier ein günstiges Gerät, auf Dauer empfehlen wir es aber nicht. Da würden wir eher zu Verdunstern greifen.

Auch der Klarstein Monaco ist ein Ultraschallzerstäuber, die Verarbeitung ist gut und er lässt sich leicht bedienen, wahlweise auch per Fernbedienung. Es gibt zudem einen Filter gegen Keime und Pilze.

Er kann manuell oder mit Timer betrieben werden, ist der abgelaufen, schaltet das Gerät ab. Feste Zeiten dafür kann man aber nicht wählen.

Bei der Automatik kann man die Luftfeuchtigkeit einstellen, die man erreichen möchte, ist die dann vorhanden, geht das Gerät aus und wieder an, sollte der Wert wieder sinken. Das wäre prinzipiell toll, wäre der Sensor nicht im Luftbefeuchter selbst verbaut, denn so misst er natürlich höhere Werte als im restlichen Raum wären. Die Feuchtigkeit, die das Gerät anzeigt, ist daher schnell bei 90 Prozent, mit dem Hygrometer gemessen lag die Luftfeuchtigkeit des Raumes aber nur bei 42, die Automatik funktioniert damit nicht so wie man sich das wünscht.

Der InnoBeta Water Drop ist hübsch mit seinem Tropfen-Design, aber besteht leider dennoch aus billigem Plastik. Bei Tageslicht ist die LED-Leuchte auch nicht sonderlich beeindruckend. Hinzufügen kann man Duftöle, der Luftbefeuchter arbeitet leise und tut das, was er soll. Auch hier wird aber auf Zerstäubertechnik gesetzt, die wir eher nicht empfehlen.

Der Extsud ist sehr klein, dafür ist die Befeuchtungsleistung aber noch gut. Für eine Empfehlung reicht das aber nicht. Er ist an sich wertig, dezent und schön anzusehen, fällt nicht besonders auf, günstig ist er außerdem. Auch hier ist aber häufige Reinigung angesagt, denn es handelt sich um einen Zerstäuber.

Wissenswertes über Luftfeuchtigkeit und Luftbefeuchter

Die Luftfeuchtigkeit ist abhängig von der Temperatur, je nachdem wie hoch die ist, kann die Luft mehr oder weniger Wasser aufnehmen. Geht man von 20 Quadratmetern aus, werden bei 20 Grad Celsius 830 Milliliter aufgenommen, bei null Grad wären es nur 230 Milliliter und 110 bei minus 10 Grad.

Das bedeutet, dass im Winter beim Lüften wasserärmere Luft hereingeholt wird. Die Luft wird dann noch erwärmt wegen der Heizung, das erhöht die maximale Aufnahmefähigkeit, soll heißen die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Wird also kalte Luft mit 100 Prozent Luftfeuchtigkeit aufgeheizt, etwa auf 20 Grad, hat man nur noch 27 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Das Phänomen ist als »trockene Heizungsluft« bekannt.

Diese Luft nun will Feuchtigkeit aufnehmen und die Haut trocknet dadurch aus oder wird eventuell gereizt, das Infektionsrisiko steigt somit. Deshalb sollten Wohnräume befeuchtet werden.

Zunächst werden dabei Gegenstände wie Möbel oder der Boden Feuchtigkeit aufnehmen, danach kann auch im Raum die Luftfeuchtigkeit steigen. Wir empfehlen, das Gerät zunächst bis zu zwei Tage auf höchster Stufe laufen zu lassen.

Die ideale Luftfeuchtigkeit

Vom Umweltbundesamt werden 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit empfohlen für Wohnräume. Dr.-Ing. Heinz-Jörn Moriske , Leiter des Bundesumweltamts gibt als Untergrenze 30 Prozent an. Das ist noch angenehm, wenn es keinen reizenden Staub gibt, das Problem hat man bei nur 30 Prozent aber schnell. Bei mehr als 60 Prozent kann sich Schimmel bilden.

Von Seiten der Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde werden 20 Grad bei der Raumtemperatur und eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent empfohlen. Zwischen 40 und 60 Prozent sind gut für die Lungenfunktion.

Eine Luftfeuchtigkeit von 30 Prozent oder geringer ist gesundheitlich nicht bedenklich, aber möglicherweise unangenehm. Im Schlafzimmer sollte es trockener und kühler sein als in anderen Räumen und jüngere Menschen sind unempfindlicher, was trockene Luft betrifft.

Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e. V. ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent ideal. Grenzwerte gibt es aber nicht.

Welche Befeuchtungstechnik?

Insgesamt stehen drei Methoden zur Luftbefeuchtung zur Auswahl.

Nie wieder trockene Raumluft Test: Luftbefeuchter Gruppenfoto
Die Luftbefeuchter im Überblick.

Zerstäuben

Zerstäuben kann man Wasser grundsätzlich mit einem Sprüher, wie man ihn für Pflanzen kennt auch, damit befeuchtet man aber neben der Luft auch alles andere.

Ultraschallzerstäuber funktionieren so ähnlich, hier sorgen hochfrequente Schwingungen dafür, dass Wassertröpfchen entstehen, die dann rausgeblasen werden und sich verteilen. Über dem Luftbefeuchter bildet sich mit der Zeit ein heller Nebel, den man sehen kann und der sich auflöst, sodass alles, was in der Nähe steht, feucht wird.

Nutzt man Wasser mit hohem Kalkgehalt, so kann sich der Kalkfilm auch auf den Möbeln bilden. Andere Methoden sind außerdem hygienischer, denn hier werden potentielle Keime aus dem Wasser mit verteilt und eingeatmet, bei anderen Geräten kommen diese Keime gar nicht erst in die Luft.

Wir empfehlen diese Variante daher nicht, wenngleich die Geräte ab 30 Euro recht günstig sind.

Verdampfen

Beim Erwärmen verdampft Wasser, auf der Heizung dauert es länger als mit dem Kochtopf oder Wasserkocher, denn die Temperatur spielt eine Rolle dabei.

Dank natürlicher Luftzirkulation wird die Feuchtigkeit dann verteilt, wie viel Luftfeuchtigkeit der Raum hat, erfährt man mit einem Hygrometer.

Wir haben mit zwei Schüsseln auf 15 Quadratmetern getestet im Winter, die relative Luftfeuchtigkeit, die wir so bekamen, waren bei 21 Grad 35 Prozent, diese Methode reicht also nicht unbedingt aus.

Besser funktionieren da Luftbefeuchter als Verdampfer, die bekommt man recht günstig. Allerdings macht das kochende Wasser häufig Geräusche und sie verbrauchen einiges an Strom, wir finden sie dennoch besser als Zerstäuber.

Verdunsten

Hängt man nasse Wäsche auf zum Trocknen, verdunstet die Feuchtigkeit, denn die Luft ist trockener und nimmt die Feuchtigkeit so auf.

Laut HNO-Arzt Jörg Lindemann würde also das Aufhängen von Wäsche, sofern es regelmäßig passiert, schon für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen, Baden, Kochen oder Duschen tragen auch dazu bei.

Geräte, die genau das machen, gibt es aber auch, hier gibt es ebenfalls Kontakt zwischen Raumluft und feuchter Oberfläche. Die Geräte sollen aber kompakt, die Oberfläche dabei groß sein. Dafür eignet sich entweder etwas Schwamm-ähnliches oder Walzen mit dünnen Platten.

Dank eingebautem Ventilator erhöht sich die Luftzirkulation noch. Einen Nachteil gibt es aber, denn diese Geräte sind oft teuer. Verstehen können wir das nicht wirklich, da die Technik recht einfach ist.

Luftwäsche

Außerdem gibt es noch Luftbefeuchter, die die Luft auch reinigen können. So sollen feinere Feststoffe, Pollen oder Staub aufgenommen werden, für Allergiker ist das gut.

Unsere Bewertung hat diese zusätzliche Funktion aber nicht beeinflusst, dennoch kann dieses Feature für einige durchaus sinnvoll sein.

Luftbefeuchter und Bakterien

Heinz-Jörn Möriske vom Umweltbundesamt sagt aus, dass nur bei stehenden Gewässern Keime entstehen können, vor allem, wenn das Wasser durch Staub schmutzig und erwärmt ist. Diese stehenden Gewässer gebe es auch bei Geräten in kleinen Nischen, wo sich das Wasser sammeln und eine Oberfläche bilden kann, die geschlossen ist. Filmartige, dünne Feuchtigkeitsflächen seien auch betroffen. Gefahrlos dagegen seien einzelne Tropfen.

Die Verkeimung beginne im Sommer nach 14 Tagen, im Winter dauere es länger. Da Wasser im Luftbefeuchter viel schneller verbraucht wird, können laut dem Fachmann keine Keime entstehen.

Einhalten sollte man den Reinigungszyklus, der empfohlen wird dennoch, das hilft vor allem gegen Verkalkung und ebenso gegen Keime. Der Fachmann findet Zusätze oder Filtertechniken gegen Keimbildung überflüssig bis gefährlich.

Denn Feuchtigkeit könne in den Filtern bleiben, das fördere eher die Keimbildung und der Nutzen von Zusätzen sei ungewiss. Womöglich belasten diese Zusätze die Luft gar mit Chemikalien.

Wir haben nachgefragt bei den Herstellern und als Antwort erhalten, dass Zusätze empfohlen werden, aber keine Notwendigkeit darstellen. Die zusätzlichen Kosten kann man sich also sparen, solange man auf Hygiene achtet.

So haben wir getestet

Getestet haben wir in Wohnräumen mit Möbeln und Parkett, einer der Räume hatte 16, der andere 40 Quadratmeter Grundfläche. Getestet haben wir im Winter, wobei die Raumtemperatur 20 Grad betrug, die relative Luftfeuchtigkeit lag bei etwa 34 Prozent. Nachgeprüft haben wir während dem Test mit dem Hygrometer.

Test Luftbefeuchter - Alle Testgeräte
Unsere erste Testrunde enthielt Geräte von Honeywell, Beurer, Taotronics, Philips, Venta und Medisana.

Geachtet haben wir dabei auf Reinigung, Hygienebedingungen, Befeuchtungsleistung, Ausstattung und Handhabung. Auch Preis und die damit zusammenhängende Leistung haben wir uns angesehen. Zum Zeitpunkt des Tests lag die Preisspanne bei 30 bis 200 Euro.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.