Inhalator Test: Aufmacher Inhalatoren

Inhalatoren im Test : Für befreites Durchatmen

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Update 12.01.2021

Winterzeit ist Erkältungszeit und Erwachsene leiden unter Schnupfen und Husten ebenso wie Kinder. Für freiere Atemwege sorgen da Inhalatoren. Wir haben 12 davon getestet.

Update 12. Januar 2021

Wir haben sieben neue Inhalationsgeräte getestet. Der Beurer IH 58 Kids konnte dabei als neue Empfehlung überzeugen.

Sebastian Schulke
Sebastian Schulke
schreibt als freier Autor unter anderem für Eltern Family. Er ist Vater zweier Kinder und testet vorwiegend Produkte rund um Familie, Mobilität und Fitness.

Was früher die Schüssel mit heißem Wasser plus Handtuch über den Kopf gezogen war, sind heute elektrische Inhalationsgeräte. Die helfen neben Hustenbonbons und Taschentüchern dabei, die Atemwege freizubekommen, bis in die Lunge. Sie eignen sich außerdem auch für chronische Erkrankungen wie Asthma als Therapie.

Getestet haben wir insgesamt 18 Geräte. Wichtig war uns dabei, dass sie unkompliziert sind bei der Inbetriebnahme, Gesichtsmasken für Erwachsene und Kinder enthalten, welche Schläuche dabei sind und ob es für verschiedene Partikelgrößen Aufsätze gibt. Außerdem haben wir geschaut, ob für Kleinkinder, Mund und Nase Adapter dabei sind.

Viel Zubehör und Stauraum: Medisana IN 550 Pro

Viel Zubehör und Stauraum

Medisana IN 550 Pro

Test : Medisana Medisana IN 550 Pro
Ein sehr vielseitiger Inhalator, in dem man sämtliches Zubehör wie in einem Kofferraum verstauen kann.

Der Medisana IN 550 Pro wirkt erstmal vor allem groß. Es handelt sich um einen Inhalator mit einem Kompressor und wir finden Leistung und auch die Aufbewahrungsmöglichkeiten toll.

Dieser Inhalator hat verschiedene Staufächer für das ganze Zubehör. Vorne im großen Staufach können die Gesichtsmasken und Schläuche untergebracht werden und es bleibt noch Platz für Adapter für Nase und Mund und für die Aufsätze für die verschiedenen Partikelgrößen.

Hinten gibt es einen kleinen Stauraum, da passt das Kabel rein. So kann man alles inklusive Zubehör leicht transportieren oder wegräumen. Außerdem gefällt uns der Tragegriff gut, er ist komfortabel und alles lässt sich leicht tragen.

Aber auch das, was er eigentlich erledigen soll, macht er gut. Es gibt einen Kompressor und unterschiedliche Partikelgrößen können durch verschiedene Zerstäuberköpfe erzeugt werden. Es gibt drei Varianten, gelb, blau und rot. So kann man gezielt die unteren oder oberen Atemwege behandeln und die Köpfe lassen sich leicht und schnell austauschen.

Wir haben die Leistungsdauer getestet, hier braucht der Medisana für 2,5 Milliliter einer Salzlösung 7:31 Minuten, verglichen mit der Konkurrenz ist das ziemlich schnell.

Der Schlauch misst zwei Meter und verbindet Vernebler und Kompressor, so hat man beim Inhalieren viel Bewegungsfreiheit und ist nicht komplett an den Tisch bzw. Inhalator gebunden. Zudem gefällt uns das umfangreiche Zubehör gut. Für Kinder und Erwachsene gibt es je einen Nasenadapter und eine Gesichtsmaske. Außerdem einen Winkel und ein Mundstück, den Winkel braucht man, wenn Babys und Kleinkinder behandelt werden sollen. Wir finden die Gesichtsmasken angenehm und sie sitzen gut.

Der Inhalator arbeitet mit Drucklufttechnologie, dadurch ist der Kompressor ziemlich laut. Das Problem haben ähnlich arbeitende Geräte aber fast alle. 64,4 Dezibel liegt im Mittelfeld. Leise ist die Behandlung so aber nicht. Die Schläuche lassen sich an Vernebler und Tischgerät eher schwer anstecken, hier hätten wir uns am Schlauch drehbare Verstärkungen gewünscht.

Wir finden den Medisana aber insgesamt toll und hochwertig verarbeitet. Außerdem ist er vielseitig und bietet viel Stauraum für das Zubehör. Er eignet sich für Erwachsenen und Kinder und ist damit ein gutes Gesamtpaket.

Speziell für Kids: Beurer IH 58 Kids

Speziell für Kids

Beurer IH 58 Kids

Bevor der Beurer überhaupt eingeschaltet ist, sorgt eine niedliche kleine Giraffe für ein fröhliches Lächeln beim Kind. Das gelbe Tier aus Gummi ist ein totaler Eyecatcher beim Beurer IH 58 Kids, ein Inhalator mit Kompressor, der extra auf die speziellen Bedürfnisse von Babys und Kindern ausgelegt ist. Das Zubehör sowie der Kompressor selbst sind sehr hochwertig verarbeitet.

Die Ringe an den Masken zur Inhalation sind farblich unterschiedlich gehalten: Gelb bei den Kindern, bei den Babys ein oranger Ring. Die Abmessungen der Masken sind klein gehalten, so wirken sie weniger bedrohlich, ein Vorteil bei kleineren Kindern. Beurer empfiehlt die Inhalation mit dem IH 58 Kids ab dem zweiten Lebensmonat des Säuglings.

Ein optisch ansprechender Kompressor sorgt für Druckluft. Das runde, elegante Aussehen des Gerätes, das entfernt an eine gelbe Computermaus erinnert, verrichtet mit einer Lautstärke von 45dB  – laut Hersteller – leise Ihren Dienst. Das gefällt uns gut. Der etwas kurz geratene Luftschlauch lässt dagegen nur wenig Bewegungsspielraum zu.

Kommen wir zu den guten Leistungswerten: Für 2,5 Milliliter einer Salzlösung benötigte das Gerät circa zehn Minuten. Die von uns ermittelte Verneblungsrate von 0,25 ml/min entspricht fast exakt den Angaben des Herstellers. Der Inhalator kann mit bis zu sechs Millilitern betankt werden. Die Größe der Partikel liegt bei nur 4,12 Mikrometern. So gelangen sie sehr tief in die Bronchien der Lunge. Mit nur 187 Gramm der Beurer IH 58 Kids ein absolutes Fliegengewicht. Die hochwertige Verarbeitung des Zubehörs sowie des Gerätes hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Die kleine Tasche, in der alles ohne Probleme verstaut werden kann, ist praktisch.

Verbesserungswürdig sind Aufsätze und Adapter: Werden diese zusammengesteckt, rutschen sie leicht. Der Fülltankverschluss ist außerdem nicht komplett rund. Es benötigt etwas Übung, bis das reibungslos klappt. Doch ein Blick auf die kleine Giraffe lässt einen das alles schnell vergessen.

Tragbar: Beurer IH 60

Tragbar

Beurer IH 60

Der IH 60 von Beurer ist angenehm klein, er ist nicht nur der kleinste, sondern auch der leichteste Test-Inhalator. Wir finden das Design gut, denn er wirkt fast wie eine tragbare Musikbox.

Mit Drucklufttechnologie gibt es hier bei der Partikelgröße 4,12 Mikrometer. Für ein Kompressor-Gerät ist der Wert hoch, dennoch wird damit der untere Atemtrakt noch erreicht. Für 2,5 Milliliter Salzlösung hat der Beurer 4,12 Minuten gebraucht, so schnell war sonst keiner der Kompressoren in unserem Test.

Mit nur 0,25 Kilo ist das Gerät sehr leicht und der Kompressor ist mit 55,3 Dezibel schön leise und zugleich ist das unser Spitzenwert bei Tisch-Inhalatoren mit Kompressor.

Außerdem überzeugt uns der Akkubetrieb, das Gerät kann geladen werden per USB-Anschluss oder per Netzteil. Unterbringen kann man das Gerät in einer robusten kleinen Tasche, das ist ebenfalls praktisch.

Die Messskala beim Vernebler ist etwas schwer zu lesen und wir finden den Vernebler nicht besonders hochwertig verarbeitet, beim Schließen und Öffnen hakt er ein wenig. Ansonsten gefällt uns dieses Gerät aber sehr gut.

Günstig: Hylogy MD-H23

Günstig

Hylogy MD-H23

Test Inhalator: Hylogy MD-H23
Leise, leicht und einfach stark – das Handgerät von Hylogy überzeugt.

Den MD-H23 von Hylogy finden wir toll, er ist recht handlich und wird ebenfalls mit einem Akku betrieben. Dieser Membran-Vernebler passt auch in die Hosentasche. Er ist hochwertig verarbeitet und uns gefällt das schlichte Design.

Mit Partikelgrößen von einem bis fünf Mikrometern gelangen die Tröpfchen sogar bis in die kleinen Bronchien. Bei mittlerer Einstellung hat das Gerät für 2,5 Milliliter 4:20 Minuten gebraucht, das ist sehr gut. Die Verneblungs-Intensität kann per Plus- und Minus-Knöpfe eingestellt werden.

Mit nur 0,12 Kilo ist er unglaublich leicht und ohne Kompressor ist dieses Handgerät äußerst sehr leise. Man nimmt während dem Betrieb nur ein dezentes Rauschen wahr.

Der Akku kann per USB-Anschluss geladen werden, ein Netzteil dazu ist nicht mit dabei, aber fast jeder Haushalt verfügt eigentlich über solch ein Ladegerät. Tasche oder Beutel gibt es hier nicht, das finden wir schade. Dafür ist die Verpackung aber stabil und kann zum Aufbewahren benutzt werden.

Vor allem für Reisen oder im Alltag zum Mitnehmen bietet sich dieser kleine Inhalator an.

Der Klassiker: Pari Boy Classic

Der Klassiker

Pari Boy Classic

Pari Boy dürfte den meisten, die sich mit Inhalatoren beschäftigen, ein Begriff sein. Wir haben den Boy Classic von Pari getestet. Das Besondere am Pari Boy: Er eignet sich für chronisch Lungenkranke, die jeden Tag inhalieren müssen. Die Verneblungsleistung ist nicht besser als bei der Konkurrenz, aber der Pari Boy ist überaus robust und hat sich bewährt. Damit ist er prädestiniert für den dauerhaften Einsatz und wird auch von Ärzten als Inhalator empfohlen und in Kliniken eingesetzt.

Bei unserem Gerät gibt es einen Aufsatz, mit dem Partikel mit 3,5 Mikrometern  Größe erzeugt werden. Damit werden untere und obere Atemwege erreicht. Zukaufen kann man auch noch andere Aufsätze. Je nach Aufsatz kann dann ein bestimmter Teil der Atemwege therapiert werden, diese Option bietet im Test nur noch Medisana.

Auch hier gibt es einen Kompressor und ein »PIF­Control­System«. Wird zu schnell eingeatmet, erkennt das System das und es wird ein Widerstand durch das Ventil ausgelöst, so soll man zum langsameren Atmen angeregt werden. Dadurch wird die Verteilung vom Aerosol gleichmäßiger in den kleinen Bronchien.

Dafür ist der Pari Boy Classic aber der Inhalator, der mit 67,5 Dezibel am lautesten war. Komfortfunktionen sucht man vergeblich, wir finden den Griff zum Tragen unhandlich und Möglichkeiten, die Zubehörteile zu verstauen gibt es auch nicht. Nichtmal Beutel oder Tasche sind dabei.

Für 2,5 Milliliter brauchte das Gerät 4:30 Minuten, ist somit einer der schnelleren im Test.

Wir finden das Gerät theoretisch zu teuer für so wenig Komfort, aber die Verarbeitungsqualität überzeugt uns vollkommen, sodass man für den Preis auch ein langlebiges Gerät bekommt. Das lohnt sich dann vor allem beim täglichen Einsatz.

Was gibt es sonst noch?

Kinder fühlen sich bei einer Inhalation oft unwohl. Zum einen ist der Vorgang langweilig, zum anderen schüchtern die zum Teil lauten Kompressoren der Geräte die Kleinen ein. Der Omron Comp Air C801 KD ist besonders auf die Bedürfnisse von Babys und Kindern zugeschnitten. Sein Farbe, sein kindgerechtes Design und der Aufsatz, der mit einem niedlichen Bären versehen ist üben eine große Faszination auf die Kinder aus. Auf den Vernebler kann ein Bär gesetzt werden, der bei den Kindern für Abwechslung beim Inhalationsvorgang sorgt.

Der Inhalator selbst ist handlich, leicht und klein. Er braucht wenig Platz, lässt sich einfach aufbauen und leicht bedienen. Durch die Virtual Valve Technology (V.V.T.) verspricht der Hersteller eine Erleichterung des Inhalationvorganges. Dadurch vermindert sich der Verlust des Aerosols während des Ausatmens. Die Nutzung des Wirkstoffes beim Einatmen wird zugleich erhöht. In unserem Test konnten wir das leider nicht überprüfen. Die Größe der Partikel beträgt um die drei Mikrometer und erreicht somit die unteren und oberen Atemwege. In unserem Test benötigte das Gerät 8:22 Minuten um 2,5 Milliliter Salzlösung komplett zu vernebeln. Im direkten Vergleich zu unseren getesteten Tischgeräten ist das ein guter Leistungswert. Mit einem Lautstärkewert von 62,3 Dezibel platziert sich der Kompressor im Test im unteren Sektor. Das Gewicht von nur 350 Gramm ist dagegen ein Spitzenwert.

Handgeräte setzen sich neben den wuchtigen Kompressoren immer mehr durch. Der SimbR ist ein feiner, kleiner Membranvernebler, der in jede Hosentasche passt. Das simple Design ist ansprechend und die Verarbeitung gut. Das Gerät wird über einen Akkumulator betrieben, der sich sich praktisch und bequem auch unterwegs über ein Kabel mit USB-Anschluss aufladen lässt. Das Gerät erzeugt Partikel mit einer Größe von eins bis fünf Mikrometer. Damit erreicht der SimbR das höchste Partikelspektrum in unserem Test. Für die Verneblung von 2,5 Milliliter Salzlösung benötigte der SimbR exakt 5:07 Minuten. Das entspricht einer guten Verneblungsrate von 0,49 ml/min, und liegt damit neben dem vom Hersteller angegebenen Wert von 0,3 ml/min. An Kraft verliert die Wirkung dabei nicht.

Die Lautstärke ist ein Pluspunkt beim Handgerät. Das Gerät mit Membranvernebler und Mikro-Mesh-Technik ist damit den anderen Testmodellen mit Kompressor weit voraus. Circa 1200 Mikrolöcher finden sich auf dem Zerstäubungsfilm. Die Elektroden oszillieren nach ihrer Elektrisierung mit einer hohen Frequenz und lösen die molekulare Struktur der beigefügten Arzneimittellösung. So werden große Mengen feiner und sehr kleiner Partikel produziert. Kompressoren benötigen dafür einen hohen Druck und brummen dabei bei hoher Lautstärke. Die verflüssigten Moleküle werden beim SimbR dagegen ohne hohen Druck in sehr kleine Partikel gespalten – und das leise und schnell.

Mit seinem Gewicht von 125 Gramm ist das Gerät ein Leichtgewicht. Das Zubehör besteht aus einem Mundstück und jeweils einer Maske für Erwachsene und einer für Kinder. In einer Tasche mit einem Reißverschluss lassen sich Zubehör und Handgerät problemlos verstauen. Der Akku wird über den USB-Anschluss aufgeladen. Ein Netzteil gehört nicht zur Standard-Lieferung dazu. Derartige Ladegeräte sollte sich aber inzwischen in fast jedem Haushalt finden. Dass sich der USB-Anschluss am Geräteboden befindet, finden wir unvorteilhaft und unpraktisch. Suchen Sie allerdings ein günstiges, leises, handliches und kleines Gerät, das Sie auch unterwegs einsetzen können, ist der SimbR sicherlich eine gute Wahl.

Das Handgerät Omron MicroAir U100 punktet mit einer hochwertigen Tasche. In dieser lassen sich bequem der Inhalator sowie sämtliches Zubehör unterbringen. Das Design des Inhalators wirkt klobig und gewinnt bei uns keinen Schönheitspreis. Allerdings ist er so entworfen, dass er auch auch in liegender Position benutzt werden kann. Damit das Gerät seine Verneblungskraft voll entfalten kann, muss es dazu schräg gehalten werden. Seine Partikelgröße beträgt circa 4,2 Mikrometer. Das Handgerät brauchte in unserem Test der Leistungsdauer eine Gesamtzeit von 8:34 Minuten um die Menge von 2,5 Milliliter einer Salzlösung zu vernebeln – im Vergleich zu den Testgeräten ist das sehr langsam. 160 Gramm bringt er auf die Waage. Wie bei allen Handgeräte ist im Betrieb nur ein angenehm leises Rauschen zu vernehmen. Die Verarbeitung der Schutzkappe auf dem Zerstäuber wirkt wenig hochwertig und ließ sich nur schwer öffnen.

Der NE-C28P von Omron überzeugt in fast allen Bereichen: Zubehör und Kompressor sind sehr gut verarbeitet, die Installation läuft unkompliziert und schnell, die beigelegte Gebrauchsanweisung ist hervorragend verständlich. Die Handhabung des Gerätes ist ebenfalls gut. Als einer der Vertreter der klassischen Kompressoren bewegt der Inhalator sich mit einer Lautstärke von 62 Dezibel auf einem guten und ruhigen Level. Die unteren und oberen Atemwege werden mit Partikeln der Größe von etwa drei Mikrometern erreicht. Laut Omron liegt die angegebene Verneblungsrate bei 0,5 ml/min. Ein recht hoher Wert, der beim Test der Leistungsdauer mit 0,38 ml/min zwar nicht eingehalten werden konnte, aber trotzdem ein tadelloser Wert ist.

Schade: Weitere Aufsätze für den Omron-Zerstäuber sucht man vergeblich. Diese können auch nicht nachbestellt werden. Mit einem Gewicht von 1,7 Kilo und sieben Millilitern Füllvolumen platziert er sich bei uns im gehobenen Mittelfeld. Der Reißverschluss der mitgelieferten Tragetasche hakt, insgesamt wirkt die Tasche wenig robust. Hier war beim Hersteller wohl Sparprogramm angesagt. Das war es dann auch schon mit den Mankos. Der NE-C28P von Omron überzeugt sonst auf ganzer Linie.

In den Beurer IH 55 gehören vier Batterien. Damit tritt der Inhalator dann in der Schwergewichtsklasse im Test an. Mit seinem Gewicht von 240 Gramm bringt er das doppelte Gewicht des Hylogy-Handgerätes auf die Waage. Ansonsten punktet der IH 55 mit einer hochwertigen Tasche, in der sich das Gerät und das Zubehör gut verstauen lassen. Beurer gibt eine Partikelgröße von sechs Mikrometern an. Im Leistungsdauer-Test benötigte das Handgerät eine gute Zeit von 4:20 Minuten, um 2,5 Milliliter einer Salzlösung zu vernebeln. Die mittleren und großen Bronchien der Lunge werden mit diesem Partikelwert erreicht. Die Verarbeitung ist hochwertig und gefällt. Wir finden den Beurer für ein Handgerät allerdings zu wuchtig und groß. Damit eignet er sich weniger für die kleinen Hände von Kindern.

Sein Luftschlauch bringt dem Beurer IH 26 den ersten Pluspunkt. Dessen Länge ermöglicht ausreichend Bewegungsfreiheit bei der Inhalation. Der Kompressor von Beurer kommt mit einer zusätzlichen Nasendusche daher. Diese kann mit einem Volumen von zehn Millilitern befüllt werden. Das Fassungsvermögen des Fülltanks des Verneblers beträgt acht Milliliter. Die angegebene Partikelgröße des Herstellers liegt bei 3,7 Mikrometern, erreicht also die unteren und oberen Atemwege. Die sehr niedrig angesetzte Verneblungsrate von 0,132 ml/min unterscheidet sich im Leistungsdauer-Test von dem von uns gemessenem Testwert von 0,185 ml/min. Es werden 13,5 Minuten für die Verneblung von 2,5 Milliliter einer Salzlösung benötigt. Die Länge der Behandlung ist sehr langwierig, die Intensität ist aber ebenfalls hoch. Kinder werden wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, solange still zu sitzen.

Das Anschließen der Verbindungsschläuche an den Kompressor und Vernebler gestaltete sich schwierig. Die engen und schmalen Anschlussstellen machen es schwierig, mit den Fingern ausreichend Kraft auszuüben, um den Anschluss fest und gut anzuschließen. Für die Nasendusche gilt das ebenfalls. Ziemlich unpraktisch! Die mit Griffen versehende Tragetasche verfügt ausschließlich über einen Klettverschluss. Der verschließt die Tasche aber nicht rundherum. Zubehörteile können so herausfallen.

Wissenswertes über Inhalatoren

Inhalieren über einer Schüssel mit heißem Wasser gehört dank Inhalatoren der Vergangenheit an, so spart man sich auch das schweißnasse Gesicht nach dem Inhalieren. Beim herkömmlichen Inhalieren hat man mit Wasserdampf zu tun. Wasserdampf meint winzige Wassertropfen, die gelangen beim Einatmen auf die Schleimhaut, sind zwar so nicht sichtbar, aber trotzdem zu groß, um tiefer in die Atemwege einzudringen. Mund, Rachen, Nase und Hals werden erreicht, bei den Stimmlippen ist aber Schluss. Inhaliert man so, bringt das für Lunge und Bronchien also nichts, auch nicht mit ätherischen Ölen oder Kräuteraufgüssen oder Salz. Der Großteil davon verbleibt in der Schale.

Inhalator Test
Ein moderner Inhalator ist deutlich effektiver als eine Schüssel mit Wasserdampf.

Inhalatoren dagegen können kleinere Partikel überzeugen, das ist deutlich effizienter als ein Dampfbad, denn feine Partikel helfen bei der Behandlung diverser Lungenerkrankungen.

So kommt Salz oder andere Stoffe, die dem Wasser zugesetzt werden, tiefer in die Atemwege dank Verneblung. Die Zusätze sollten aus diesem Grund auch nur sparsam eingesetzt werden.

Welche Art von Inhalator?

Zunächst ist der Unterschied zum klassischen Inhalieren, dass Inhalationsgeräte Nebel erzeugen, keinen Wasserdampf. Hierzu gibt es drei Möglichkeiten: Ultraschall-Vernebler, Kompressor oder Membranvernebler.

Inhalator Test: Inhalatoren – Alle Kompressorgeräte Im Test
Ein Kompressor braucht Platz und ist nicht zu überhören.

Beim Kompressor-Düsenvernebler wird durch eine Düse in Flüssigkeit Druckluft geleitet, das erzeugt Unterdruck und es kommt zur Entstehung feiner Tröpfchen, die zeigen sich als Nebel, der aus dem Gerät kommt. Das Prinzip ähnelt einem Strohhalm, mit dem man in ein Wasserglas pustet, die aufsteigenden Luftblasen nehmen die Flüssigkeit mit. Der Düsenvernebler arbeitet aber natürlich in mikroskopischem Bereich. So dringt das Wasser samt Wirkstoff in die Atemwege tief ein und gelöstes Salz kann so auch transportiert werden.

Das klappt, aber dafür sind diese Geräte recht groß und laut. Der Vorteil sind aber die sehr kleinen Partikel, die sind meist noch feiner als bei Ultraschall-Geräten und liegen beim Durchmesser zwischen etwa 2,5 bis 4,8 Mikrometern. So gelangen sie in die kleinen Bronchien tief hinein, es dauert aber damit länger zu inhalieren als bei Geräten mit größeren Tröpfchen.

Inhalator Test: Inhalatoren – Alle Ultraschallgeräte Im Test
Membranvernebler dagegen haben einen Akku, sind leise und klein.

Außerdem gibt es Membranvernebler, das ist die aktuellste Technologie, wenn es darum geht, Flüssigkeiten zu vernebeln. Hier findet man größtenteils Handgeräte, also mobile Versionen. Eine dünne Membran,wird mittels Mikrobohrungen in Schwingungen versetzt, so lässt sich die Tröpfchengröße leicht definieren. Im Schnitt liegt die Größe der Partikel bei einem bis fünf Mikrometern, auch diese Größe gelangt in die kleinen Bronchien. Die Geräte sind dafür beinahe lautlos und recht klein, häufig betrieben mit Akku. Damit sind sie deutlich flexibler und mobiler als andere Inhalatoren. Aber dafür weniger robust als Düsenvernebler.

Die letzte Variante sind Ultraschallvernebler, hier werden durch ein Piezokristall die mechanischen Schwingungen auf die Flüssigkeit im Behälter versetzt. Es entsteht feiner Sprühnebel. Abhängig von der Frequenz werden die Partikel feiner, je höher sie ist. Die Größe liegt zwischen 4,2 und 6,0 Mikrometern, das reicht bis in die mittleren und großen Bronchien und damit weniger weit als andere Geräte.

Die Verneblung ist in dieser Variante weniger effizient, dadurch dauert es länger beim Inhalieren. Die Flüssigkeit wird bei dieser Methode erhitzt, weshalb enzymhaltige Medikamente für diese Art der Inhalation nicht geeignet sind, weshalb Ultraschallvernebler mittlerweile selten geworden.

Wie inhaliert man richtig?

Ob mit Salzlösung, Medikament oder mit ätherischen Ölen – es gilt einiges zu beachten beim Inhalieren.

Zunächst sollten Gesicht und Hände gründlich gewaschen werden, sonst atmet man nur unnötig Keime ein. Dann füllt man den Vernebler mit Kochsalzlösung, Wasser oder Medikament auf.

Inhalator Test: Richtig Inhalieren
Für kleine Kinder oft hilfreich: Mundstücke statt Masken.

Beim Inhalieren sitzt man bestenfalls aufrecht und entspannt, man kann auch stehen. Viele Hersteller empfehlen, das Mundstück zu benutzen, denn durch die Maske verliert man einiges an Aerosol. Für Kleinkinder kann das Umschließen des Mundstücks mit den Lippen aber zum Problem werden und Babys haben meist ein Problem damit, durch den Mund zu atmen, hier nutzt man besser die Maske.

Die ist für Kinder aber ungewohnt und man sollte sie erstmal daran gewöhnen, indem sie zunächst nur mit der Inhalationsmaske spielen. Erst wenn sie kein Problem damit haben, die Maske vor das Gesicht geschnallt zu bekommen, sollt man mit Inhalieren beginnen. Die Masken können in unterschiedlichen Größen gekauft werden. Eine Maske sollte am Gesicht gut abschließen, damit nicht zu viel Aerosol entweicht, das würde das Inhalieren weniger effektiv machen.

Wenn das Kind keine Maske mag, kann man es mit dem mitgelieferten Mundstück versuchen, das schüchtert weniger ein. Hier sollten die Lippen aber das Mundstück fest umschließen und vor allem muss das Kind wirklich durch den Mund atmen.

Beim Inhalieren tief ein- und ausatmen, dabei aber nicht die Luft anhalten. Eine Anwendung dauert bei 2,5 Millilitern etwa 3 bis 7 Minuten.

Atmet man zu schnell, gibt es zu viel Sauerstoff für den Körper und dadurch kann es zu Schwindel kommen. Dann macht man eine Pause und sollte langsamer atmen. Pari bietet ein spezielles System, dass das schnelle Einatmen verhindern soll.

Wie reinigt man einen Inhalator?

Nach dem Gebrauch sollten immer die Masken, der Vernebler und die Schläuche desinfiziert und gereinigt werden. Denn beim Ausatmen gelangen Bakterien oder Viren in den Inhalator. Alles, was abnehmbar ist, darf ins Wasserbad und sollte mit Spülmittel gewaschen werden, danach unter laufendem Wasser abspülen.

Man kann sicherheitshalber die Geräte zusätzlich noch desinfizieren, das bietet sich vor allem an, wenn mehrere Personen ein Gerät benutzen. Anweisungen zum Desinfizieren bieten die Anleitungen der Geräte. Zudem gibt es bei den Inhalatoren Filter, die solle man gelegentlich auf Verschmutzung kontrollieren und gegen den Ersatzfilter tauschen.

So haben wir getestet

Die Bedienung eines Inhalators ist einfach, egal ob Hand- oder Tischgerät. Batterien und Akku lassen sich schnell einsetzen, das Netzkabel leicht anschließen. Schläuche verbinden, Flüssigkeit in den Vernebler füllen, Maske aufsetzen und fixieren und zuletzt noch das Gerät anschalten. Handgeräte sind da noch einfacher zu bedienen.

Wir haben die Leistungsdauer mit der Stoppuhr gemessen, dabei sollten je 2,5 Milliliter Salzlösung vernebelt werden. An der Verneblungsrate erkennt man, wie viel Flüssigkeit in der Minute inhaliert wird. Mehr Inhalationszeit bedeutet niedrige Verneblungsrate, hohe Verneblungsrate kurze Behandlungsdauer. Letzteres bietet sich für chronisch Kranke und Kinder an.

Gemessen haben wir außerdem die Lautstärke, die Geräte gewogen und uns das Zubehör angesehen und natürlich die Optik. Zu guter Letzt hat uns auch das Preis-Leistungs-Verhältnis interessiert.

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