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Blutdruckmessgeräte Test: Alle Oberarm Blutdruckmessgeräte Im Test

Oberarm-Blutdruckmessgeräte im Test

Bei den Oberarm-Blutdruckmessgeräten ist die Messgenauigkeit deutlich höher als bei der Handgelenk-Variante. Teurer sind sie aber auch, dennoch finden wir sie besser. Das Anlegen der Manschette geht jedoch nicht ganz so leicht wie am Unterarm.

Trägt man ein T-Shirt, geht das Anlegen aber auch am Oberarm schnell, ansonsten muss man die Kleidung erst hochschieben oder ausziehen, denn die Manschette des Gerätes muss direkt auf der Haut aufliegen.

In dieser Kategorie haben wir 32 Geräte getestet, auch hier waren Modelle dabei, bei denen die Messwerte schlecht waren. Die Hälfte aber lieferte recht gute Ergebnisse.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Mit BluetoothFür PaareBeleuchtetes DisplayWerte per AppLuxusgerätGünstig
Test Blutdruckmessgerät: Medisana BU 530 ConnectTest: Omron X3 ComfortTest Blutdruckmessgerät: Soehnle Connect 400Test: Withings Bpm ConnectTest: Omron EvolvTest Blutdruckmessgerät: Sanitas SBM 18
Modell Medisana BU 530 Connect Omron X3 Comfort Soehnle Connect 400 Withings BPM Connect Omron Evolv Sanitas SBM 18
Pro
  • Zwei Benutzer plus Gast
  • Misst sehr genau
  • Bluetooth
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Großes Display
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sehr hohe Messgenauigkeit
  • Sehr gutes Display
  • Schneller Benutzerwechsel
  • Großes, beleuchtetes Display
  • Einfache Handhabung
  • Schickes Design
  • Bluetooth
  • Misst sehr genau
  • Gute Verarbeitung
  • Gute Vernetzung
  • Angenehme Manschette
  • Hübsches Design
  • Sehr genaue Messungwerte
  • Sehr gute Handhabung
  • Display ist extrem blinkwinkelstabil
  • Leuchtende Anzeigen
  • Hübsches Design
  • Günstig
  • Vier Benutzer
  • Misst sehr genau
Contra
  • Piepst beim Messen
  • Bluetooth umständlich
  • Unbeleuchtetes Display
  • Überdurchschnittlich teuer
  • Mäßige Anleitung
  • Teuer
  • Bluetooth umständlich
  • Unpraktisches Display
  • Manschette drückt beim Messen ungewöhnlich hart zu
  • Keine Tasche im Lieferumfang
  • Teuer
  • Kleines Display
Bester Preis
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Mit Bluetooth: Medisana BU 530 Connect

Mit Bluetooth

Medisana BU 530 Connect

Test Blutdruckmessgerät: Medisana BU 530 Connect
Das Medisana BU 530 Connect misst sehr genau, hat Bluetooth und kostet nicht viel.

Mit dem Medisana BU 530 Connect bekommt man einen Allrounder zu einem günstigen Preis. Auch für ältere Menschen eignet es sich, da das Display ausreichend groß ist und man die Zahlen gut lesen kann. Drei große Tasten ermöglichen außerdem eine unkomplizierte Bedienung. Designt ist es einfach, schlicht und überschaubar.

Je 120 Messungen können für zwei Benutzer gespeichert werden, auch einen Gastzugang gibt es und eine Uhrzeit- und Datumsangabe. Einfach ist der Benutzerwechsel aber nicht wirklich, wer das oft vorhat, sollte sich lieber unsere Omron-Empfehlung ansehen.

Per Knopfdruck wird der Mittelwert von den drei letzten Messungen angezeigt. Neben dem Display gibt es auch eine Risiko-Skala, so kann man seine Werte leicht einordnen.

Bei Medisana braucht man für die Bluetooth-Übertragung ein Konto, ganz reibungslos funktioniert das leider nicht. Im Handbuch finden sich auch keine Informationen über die Kopplung mit dem Funktelefon. Wenn das aber geklappt hat, werden die Messwerte in der App automatisch gespeichert, jedoch nur, wenn die auch geöffnet ist. Wir finden das unpraktisch. Dafür gibt es die App aber für Android und iOS.

Die Messgenauigkeit ist recht gut, einige der anderem Empfehlungen sind aber noch genauer. Weniger gut finden wir das Piepsen während der Messung, auf Dauer kann das nerven. Für ältere Nutzer mag das aber positiv sein, so weiß man immerhin, dass das Gerät funktioniert.

Mit dabei sind Manschette, Batterien und Beutel. Die Manschette kann leicht alleine angelegt werden, bei Bedarf gibt es auch ein Netzteil zu kaufen.

Insgesamt finden wir das Medisana BU 530 Connect sehr gut, es misst ziemlich genau und bietet viel Speicher für einen angemessenen Preis. Wer möchte, kann auch die Daten digital auf sein Handy übertragen.

Für Paare: Omron X3 Comfort

Für Paare

Omron X3 Comfort

Test: Omron X3 Comfort
Das Omron X3 Comfort überzeugt mit guter Verarbeitung, hoher Messgenauigkeit und einfachem Benutzerwechsel.

Dass ein Blutdruckmessgerät über zwei Benutzerprofile verfügt, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Die Möglichkeit, das Tastenlayout der Eigenschaft anzupassen ist aber selten. Der Hersteller hat am Omron X3 Comfort einen Schieberegler verbaut, mit dem Sie in Bruchteilen einer Sekunde zwischen den Nutzern einfach hin und her wechseln können, ohne auf mehrfach belegten Tasten herum zu drücken oder in Menüs herum zu suchen. Einfach den Schalter schieben, fertig! Insgesamt ist das Omron sehr solide.

Manchen Lesern könnte das Omron X3 Comfort vielleicht bekannt vorkommen. Gab es da nicht schon mal einen Test von uns? Tatsächlich nein: An Stelle dieser Empfehlung befand sich bis zu unserem Update 05/2021 das M 500 von Omron, das mittlerweile aber nicht mehr auf dem Markt erhältlich ist. Verwechselt werden darf das nicht mit dem M 500 Intelli IT. Dieses Modell von Omron ist zwar noch erhältlich, ist aber ein gänzlich anderes Gerät, welches wir nicht in unserem Test hatten.

Liest man sich in das Datenblatt ein, erscheint das X3 Comfort relativ unspektakulär: Der Speicher für die Messwerte ist mit 2 x 60 Plätzen relativ klein. Außer vier Mignon-Batterien und einem dünnen Transportbeutel aus Stoff gibt es außerdem kein zusätzliches Zubehör. Trotz Sparausstattung und unbeleuchtetem Display ist der Verkaufspreis aber außerordentlich hoch.

Warum wir das X3 Comfort empfehlen? Es hat unsere grundlegenden Erwartungen komplett erfüllt. Die exzellente Haptik und die hochwertige Verarbeitung haben uns sehr gut gefallen. Von den Bedientasten bis zum Batteriedeckel – mit jeder Berührung merkt man, dass es sich hier um ein Markengerät handelt. Jeder Druck einer Taste wird von einem satten, aber leisen Klickgeräusch bestätigt. Der scharfe Bildschirm bietet einen sehr guten Kontrast und ist zudem erstaunlich blickwinkelstabil. Hätte das Display noch eine zusätzliche Beleuchtung, wäre es perfekt.  Probleme beim Entziffern sind bei uns nicht aufgetreten, da alle Anzeigen gut ablesbar und groß dargestellt werden. Die steife Manschette fühlt sich komfortabel auf der Haut an und lässt sich leicht anlegen.

Die komfortable Bedienung ist ein weiterer Pluspunkt. Vergleicht man das Gerät mit seinem Cousin M500, wurden am X3 Comfort einige Tasten weniger verbaut. Die Funktionen der Tasten lassen sich leicht verständlich und innerhalb kurzer Zeit aus der Benutzung erschließen. Eine Besonderheit unter den Bedienelementen ist und bleibt der Schieberegler für den jeweiligen, aktiven Nutzer: Schiebt man diesem nach rechts, wird das erste Profil aktiviert. Schiebt man ihn nach links, werden die Messwerte dem zweiten Nutzer zugeordnet. So werden Fehlmessungen vermieden. Andere Hersteller bieten ebenfalls zwei Nutzerprofile an, dort erscheint die Funktion aber meist aufgesetzt.

Wäre die Genauigkeit der Messwerte schlechter, würden wir das Omron X3 Comfort nicht empfehlen. Tatsächlich liefert das Modell aber sehr genaue Messwerte. In unserem Update 05/2021 war es das präziseste, gleich nach dem B 26 von Lovia, welches es leider nicht unter unsere Empfehlungen geschafft hat. In unserem gesamten Testfeld platzierte es sich in Bezug auf die Präzision auf einem der vorderen Ränge.

Leider gibt es auch ein paar negative Punkte: Die Schriftart der Anleitung ist viel zu klein geraten. Außerdem ist das Layout auf Platzeffizienz ausgerichtet: Auf wenig Fläche sind viele Informationen in einem Mini-Text untergebracht, der nur selten durch Abbildungen aufgebrochen wird. Die Anleitung wirkt dröge, unübersichtlich und überfrachtet. Immerhin ist der Text grammatikalisch einwandfrei.

Beleuchtetes Display: Soehnle Connect 400

Beleuchtetes Display

Soehnle Connect 400

Test Blutdruckmessgerät: Soehnle Connect 400
Das Soehnle Connect 400 überzeugt mit genauen Messwerten und einem großen, beleuchtetem Display.

Beim Soehnle Connect 400 gibt es ein beleuchtetes, großes Display. Vor allem für dunkle Räume oder schwache Augen ist das sehr praktisch. Dank drei Tasten ist das Gerät auch leicht zu bedienen.

Auch hier fanden wir die Bluetooth-Funktion umständlich. Bei diesem Gerät kann man auswählen, ob die Daten auf dem Handy gespeichert werden sollen, oder ob man ein Benutzerkonto anlegen möchte. Das klingt zunächst gut und wir fanden auch die Nutzerführung bei der Einrichtung für die Bluetooth Kopplung gut. Jedoch muss die App zum Synchronisieren geöffnet sein und der Screen muss nach unten gezogen werden, damit die Übertragung startet. Das ist eher unpraktisch.

Die Messergebnisse von zwei Personen können gespeichert werden, für jede 60 Datensätze. Für den Benutzerwechsel gibt es aber keine eigene Taste, so einfach geht das also nicht. Die Messung ist nicht sehr schnell, aber immerhin ziemlich leise.

Das Soehnle Connect 400 eignet sich vor allem für Nutzer, die Wert auf eine gute Lesbarkeit legen, dafür muss man aber auch bereit sein, etwas mehr Geld auszugeben.

Werte per App: Withings BPM Connect

Werte per App

Withings BPM Connect

Test: Withings Bpm Connect
Wer Wert auf digitale Anbindung legt, liegt beim Withings BPM Connect richtig: Es bietet Bluetooth, WLAN und eine ausgereifte App.

Derzeit die beste Vernetzung bietet das Withings BPM Connect. Die meisten Geräte haben zwar Bluetooth, aber die Datenübertragung auf das Smartphone lässt zu wünschen übrig – ganz anders beim BMP Connect: Hier steht genau das im Zentrum. Neben Bluetooth besitzt es auch WLAN und Daten werden zuverlässig an die App gesendet.

Das Design ist von der Apple-Produktpalette inspiriert: Schneeweiß mit grauer Manschette und ohne Schläuche oder Kabel. Auch ohne Verhärtung lässt sich die Manschette gut anlegen. Der Stoff fühlt sich angenehm auf der Haut an, beim Messen drückt die Manschette allerdings überraschend hart zu.

Ist das Gerät aus, ist kaum etwas zu sehen: Lediglich ein Micro-USB-Port zum Laden des Akkus, eine runde Taste zum Ein- und Ausschalten und das war’s. Ein Tastendruck und das Display leuchtet auf. Allerdings hat das minimalistische Design auch seine Tücken: Im Gegensatz zu den anderen Testgeräten werden nicht Puls, diastolische und systolische Werte auf einen Blick, sondern wechselnd gezeigt.

Vor der Nutzung muss der BPM Connect mit dem Smartphone verbunden werden. Die App, die für das Blutdruckmessgerät und für andere Produkte von Withings funktioniert, heißt »Health Mate«. Sie ist übersichtlich, aufgeräumt und schnell. Es gibt zudem Zusatzfunktionen wie ein Schwangerschaftstraining oder auch Bestenlisten, in denen man seine Werte mit anderen vergleicht. Außerdem hat es eine Erinnerungsfunktion, die unter anderem zu besserem Schlaf führen soll. Ansonsten finden sich jede Menge Statistiken und Werte. Man kann diese sogar direkt an einen Mediziner weiterleiten.

In puncto Messgenauigkeit ist das Withings BPM Connect exzellent. Wer gerne eine Smartphone-Verbindung mit seinem Gerät möchte, erhält mit dem BPM Connect eine sehr gute Verarbeitung mit genauer Messung. Allerdings hat das Gerät auch seinen Preis.

Luxusgerät: Omrom Evolv

Luxusgerät

Omron Evolv

Test: Omron Evolv
Schick, stylisch und präzise: Wer bereit ist, den Preis zu bezahlen, erhält mit dem Omron Evolv ein rundum tolles und sehr hübsches Blutdruckmessgerät.

Ähnlich zum Withings BPM Connect hat das Omron Evolv weder Schläuche noch Kabel. Allerdings ist es gebogen, schmaler und hat eine größere Grundfläche.

Verbaut ist ein OLED-Display, durch welches die Anzeigen gut leuchten und aus den verschiedensten Perspektiven zu lesen sind. Allerdings sind die Ziffern recht klein. Zumindest wird der Blutdruck vollständig angezeigt, nur für die Pulszahl muss man wechseln.

Die Manschette hat rundum eine Verhärtung, was zwar das Anlegen erleichtert, beim Transport allerdings stören kann. Da das Gerät aber nicht größer als die anderen ist und eine Transporttasche mitgeliefert wird, sehen wir das nicht allzu negativ. Zudem ist das Omron Evolv sehr leise und surrt nur wenig.

Das Evolv kann via Bluetooth mit dem Handy verbunden werden, leider aber nicht via WLAN. Das Übertragen der Daten funktioniert zwar problemlos, allerdings muss dazu erst die App geöffnet werden. In der App besteht die Benutzeroberfläche aus einem mehrfarbigen Kacheldesign, was sich zwar gut bedienen lässt, aber nicht an die App von Withings herankommt.

Da ungenaue Messgeräte von uns erst gar nicht empfohlen werden, ist es nicht überraschend: Das Omron Evolv misst sehr präzise. Das Blutdruckmessgerät von Omron hat ein stilsicheres Design und funktioniert sehr gut, ist aber leider etwas teuer.

Günstig: Sanitas SBM 18

Günstig

Sanitas SBM 18

Beim Sanitas SMB 18 finden wir vor allem die Genauigkeit toll, obwohl es ein recht günstiges Oberarm-Messgerät ist.

Genutzt werden kann es von bis zu vier Personen, für die die Messwerte differenziert voneinander gespeichert werden. Kein anderes Modell bietet das für so viele Nutzer an.

Recht groß ist das Display nicht, lesen kann man die Messwerte aber trotzdem gut. Auch das Handbuch gefällt uns, hier erhält man viele Informationen, außerdem ist die Schrift auch für ältere Nutzer noch gut lesbar. Pro Person lassen sich 30 Messwerte speichern.

Angezeigt werden können Morgen- und Abendblutdruck sowie der Durchschnittswert von den Messungen. Arrhythmien werden auch erkannt, zum Einordnen der Werte gibt es außerdem eine Risiko-Skala. Bei Anwendungsfehlern gibt es eine Meldung, selbst der Sitz der Manschette wird kontrolliert.

Bei unserem Gerät waren die Tasten eher schwerfällig, die Verarbeitung finden wir aber insgesamt in Ordnung. Mitgeliefert werden Manschette, Batterien und auch ein Beutel zur Aufbewahrung enthalten.

Das Sanitas SBM 18 eignet sich also für alle, die nicht so viel Geld investieren wollen und keine Zusatzfunktionen brauchen.

Was gibt es sonst noch?

Bis auf einen Ausreißer lieferte das Aponorm Basic Control sehr gute Messwerte. Das Gerät ist handlich und kompakt. Obwohl das Display nicht sehr groß ist, lassen sich die Werte gut ablesen. Die Tasten zum Starten und zum Aufrufen gespeicherter Werte sind prominent zu sehen. Allerdings kann das Gerät nur 30 Werte eines Benutzers speichern. Ohne viel Schnickschnack ist es dafür günstig und genau.

Das Hylogy MD-H131 setzt auf reine Funktionalität: Großes, beleuchtetes und gut ablesbares Display mit Batteriefach und USB-C-Ladeanschluss. Es hat auch eine sehr gute Verarbeitung und Messgenauigkeit, aber das Soehnle Connect 400 war doch noch einen kleinen Tick besser.

Beim Visomat Double Comfort gibt es die Besonderheit, dass es auf zwei verschiedene Arten messen kann. Einmal mit Mikrophon, einmal oszillometrisch. Die generierten Messdaten können auf den Computer übertragen werden. Es gibt ein großes Display, die Nutzer lassen sich auch leicht wechseln. 120 Datensätze können hier von zwei Benutzern gespeichert werden. Bei Bewegung, falschem Sitz, Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern warnt das Gerät. Wir finden es gut, unsere Empfehlungen hatten dann aber doch knapp die Nase vorn.

Das BU 565 von Medisana ist flacher und schlanker als die Mehrheit der anderen Messgeräte für den Oberarm. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch optisch von Vorteil. In Sachen Mobilität scheint das Modell direkt dafür konzipiert worden zu sein, da ein Transportbeutel beiliegt und der Hersteller auf einen Netzteil-Anschluss verzichtet hat. Der Beutel dämpft aufgrund des dünnen Materials keine Stöße, eine vollwertige Transporttasche wäre hier praktischer gewesen. Er besteht zwar aus Kunststoff, schützt aber nicht vor Feuchtigkeit – wir haben es ausprobiert.

Gut gefallen hat uns das beleuchtete, große Display, auf dem sich die Messwerte gut ablesen lassen. Für gute Bedienbarkeit sorgen die sinnvolle Belegung und angenehme Haptik der Funktionstasten.  Die Genauigkeit der Messwerte ist gut, aber auch nicht top. Wir meckern aber auf hohem Niveau.

Bemängeln müssen wir das Handbuch: Das ist zwar sinnreich illustriert und die große Schrift ist gut lesbar, es kommt aber in Form eines Faltprospektes, was ziemlich unpraktisch ist. Der Hersteller hat es allerdings vierzehn mal, jeweils in zwei weiteren Sprachen, beigelegt. Für uns eher unnötig.

Wissenswertes über Blutdruck-Messgeräte

Beim Messen des Blutdrucks werden zwei Werte bestimmt: der diastolische und der systolische Blutdruck. Das sind niedrigster und höchster Druck, mit welchem das Blut durch die Adern transportiert wird.

Wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht, wird das darin enthaltene Blut in die Hauptschlagader gedrückt. Der Blutdruck in den Gefäßen steigt dadurch stark an, der Spitzenwert ist dann der systolische Blutdruck. Dann entspannt sich die Herzkammer und der Blutdruck sinkt, der niedrige Wert ist der diastolische Blutdruck.

Blutdruckmessgeräte Test: Blutdruck Tabelle

Der systolische Blutdruck zeigt somit die Spitzenbelastung an, der diastolische die Dauerbelastung. Wenn also jemand einen Blutdruck von 120 zu 80 hat, heißt das, dass der maximale Druck in den Gefäßen 120 ist, mindestens aber 80. Gemessen wird in »mmHg«, das sind »Millimeter Quecksilbersäule«. Diese Einheit geht darauf zurück, dass früher zum Messen Barometer auf Quecksilberbasis genutzt wurden, heute heißt die Einheit auch »Torr«.

Welcher Wert nun wichtiger ist, kann man so nicht sagen, sie sollten immer zusammen betrachtet werden, die die Relation auf Krankheitsursachen hinweisen kann, dann sind unterschiedliche Therapien gefordert.

Bluetooth

Inzwischen gibt es bei einigen Blutdruck-Messgeräten auch eine Bluetooth-Anbindung zum Smartphone. Die Idee ist an sich nicht schlecht, so kann man die Messwerte nämlich bequem im Handy speichern und – wenn man das möchte – sich auch den Verlauf mehrerer Messwerte grafisch darstellen lassen. Die Umsetzung funktioniert aber noch nicht gut.

Die Geräte mit der Hersteller-App zu verbinden ist umständlich und funktioniert auch nicht immer zuverlässig. Vor allem werden die Daten aber nicht automatisch im Hintergrund gespeichert. Bestenfalls werden sie übertragen, wenn die App geöffnet wird, meistens muss die App aber schon beim Messvorgang geöffnet sein, teils muss die Übertragung auch manuell angestoßen werden.

Blutdruckmessgeräte Test: Ihealth Feel Bp5
Bei allen Bluetooth-Geräten im Test muss die Smartphone-App geöffnet sein.

Im Alltag ist das kompliziert und deshalb wenig sinnvoll. Wir verstehen nicht, weshalb nach der Messung nicht selbstständig eine Verbindung zum Smartphone hergestellt wird oder die Geräte einfach im Hintergrund übertragen, ohne dass man die App öffnen muss.

So haben wir getestet

Vor allem sollte ein Blutdruckmessgerät den Blutdruck zuverlässig und so genau wie möglich messen. Damit wir die Messgenauigkeit bestimmen können, haben wir bei fünf Testern den Blutdruck gemessen, davon drei Männer und zwei Frauen zwischen 33 und 73 Jahren.

Im Praxistest musste dann jedes Gerät zeigen, was es drauf hat. An jedem unserer Tester wurden drei oder mehr Messungen durchgeführt. Der Abstand dazwischen betrug fünf Minuten. Um brauchbare Vergleichswerte zu bekommen, haben wir auch eine Referenzmessung mit geeichtem manuellem Blutdruckmessgerät und Stethoskop gemacht. So würde auch ein Arzt den Blutdruck ermitteln. Die Messungen haben wir bei korrekter Körperhaltung und im Sitzen vorgenommen.

Blutdruckmessgerät Test: Testaufbau

Bei unserer Bewertung war die Abweichung von der Referenzmessung wichtig und auch die Varianz der Messungen. Zudem die eventuellen Abweichungen der Messergebnisse zu Durchschnittswert und Median. Sehr gut haben wir es bewertet, wenn die Messungen maximal um ±5 vom Referenzwert abgewichen sind oder die Varianz unter 5 oder weniger war. Das hört sich nach viel an, aber bei einer manuellen Messung lässt sich der Blutdruck auch nicht genauer feststellen. Auch der Arzt rundet auf den Zehner ab oder auf.

Bei der Messgenauigkeit waren die Geräte unterschiedlich, oft kommt es zu Abweichungen von 10 oder mehr Einheiten, einzelne Geräte kamen auf 20 oder sogar 30 Einheiten neben unserem Referenzwert oder schwankten um bis zu 20 Einheiten zwischen den Messungen.

Daneben haben wir auch Verarbeitung, Handhabung und Bedienung bewertet. Was ist mit im Lieferumfang? Ist die Anzeige groß genug? Kann man die Anzeigen gut erkennen? Lässt sich die Manschette leicht anlegen und sitzt sie gut? Sind die Tasten verständlich beschriftet und lassen sich präzise drücken? Gibt es Sonderfunktionen wie Bluetooth?

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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