Test: True Wireless

True Wireless In-Ear-Kopfhörer im Test : Kabelloser Musikgenuss

Update 07.12.2021

Stark aufgekommen sind in den vergangenen Jahren True Wireless In-Ear-Kopfhörer. Der komplette Verzicht auf ein Kabel macht die Handhabung durchaus praktischer, ohne dass man dabei großartig auf Klangqualität verzichten muss. Einige Exemplare können inzwischen sogar Noise Cancelling.

Update 7. Dezember 2021

Wir haben weitere True Wireless In-Ears getestet. Neue Empfehlungen sind die Shure AONIC 3 + RMCE-TW1 sowie die EarFun Free 2.

8. Februar 2021

Wir haben 12 weitere True Wireless In-Ears getestet. Empfehlenswert sind der SennheiserCX 400BT, der Klipsch T5 II True Wireless und der Razer Hammerhead Pro.

4. November 2020

Wir haben weitere True Wireless In-Ears getestet. Die TrueConnect 2 von RHA, die Samsung Galaxy Buds Live, die 1More ColorBuds und die Technics EAH-AZ70W sind neue Empfehlungen.

25. September 2020

Wir haben einige weitere True Wireless In-Ears getestet und es gibt zwei neue Empfehlungen: die Shure Aonic 215 und die Audio-Technica ATH-CK3TW.

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Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für Fachzeitschriften wie AV-Magazin, Heimkino und Digital Home.

Nie wieder Kabelsalat entwirren, bevor man Musik hören kann. Kein störendes Kabel, in das man irgendwann einfädelt und sich die Kopfhörer aus den Ohren reißt: True Wireless In-Ear-Kopfhörer machen es möglich.

Schon der Zwischenschritt auf In-Ears, bei denen nur noch die beiden Stöpsel per Kabel miteinander verbunden sind, hat die Nutzung deutlich praktischer gemacht. Manche verfügen zusätzlich über einen Nackenbügel, um die Elektronik zu verstecken. Inzwischen setzen aber viele Hersteller sogar auf die komplett kabellose Variante, die True Wireless In-Ears. Die Verbindung läuft dann logischerweise ausschließlich über Bluetooth.

Schon 2016 brachte Onkyo mit dem W800BT den ersten True Wireless In-Ear auf den Markt, darauf folgte dann Apple mit den AirPods. Die Nachfrage für die ganz kabellosen Kopfhörer stieg in der Folge rapide an, und damit auch das Angebot. Mittlerweile bieten fast alle namhaften Hersteller True Wireless In-Ears an. Manche können inzwischen Noise Cancelling, es gibt sogar Modelle, die mit Bewegungssensoren und Pulsmesser ausgestattet sind und die Daten an Fitness-Apps senden.

Wir haben uns mittlerweile 107 komplett kabellose Kopfhörer angehört, davon gibt es momentan noch 93. Die Preisspanne ist dabei sehr breit. Einsteigermodelle gibt es tatsächlich bereits für 15 Euro, man kann aber auch bis zu 300 Euro ausgeben.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
KlangstarkFür MusikenthusiastenFür GamerFür Apple-FansGünstig
Test: Sennheiser Cx 400btTest: Shure Aonic 3 + Rmce Tw1Test: 612vwuvvlpl. Ac Sl1500Test  besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: Apple AirPod ProTest: Earfun Free 2
Modell Sennheiser CX 400BT Shure AONIC 3 + RMCE-TW1 Razer Hammerhead Pro Apple AirPod Pro EarFun Free 2
Pro
  • Sehr guter Klang auch beim Telefonieren
  • Hoher Tragekomfort
  • Umfangreiche Steuerung per App
  • Hervorragender Klang
  • Wahlweise Kabel- oder Bluetooth-Betrieb
  • Umfassende Ausstattung
  • Sehr guter Klang
  • Latenzfreie Übertragung
  • Gute App Steuerung
  • Sehr guter Klang
  • Komfortabler Sitz
  • Sehr gute Sprachqualität beim Telefonieren
  • Guter Klang, auch beim Telefonieren
  • Lange Akkulaufzeit
Contra
  • Keine Schutzklasse
  • Keine Schutzklasse
  • Etwas fummelige Unterbringung im Case
  • Eingeschränkte Funktionalität bei Android-Geräten
  • Keine Appsteuerung
Bester Preis
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Klangstark: Sennheiser CX 400BT

Der CX 400BT und der Momentum True Wireless 2 teilen sich dieselbe Grundkonstruktion. Weil Sennheiser beim CX 400BT allerdings auf viele Details verzichtet, ist deren Verkaufspreis deutlich niedriger. Trotz der Sparmaßnahmen sitzen die würfelförmigen In-Ears sehr sicher und komfortabel.

Klangstark

Sennheiser CX 400BT

Test: Sennheiser Cx 400bt
Der CX 400BT von Sennheiser liefert einen hervorragenden Klang und eine umfangreiche App-Steuerung.

Die CX 400BT kommen mit vier Paar Eartips, allesamt aus weichem Silikon gefertigt, sodass für die meisten Gehörgänge das passende Teil dabei sein sollte. Für besten Sound ist eine ordentliche Abdichtung immer noch Grundvoraussetzung, vor allem bei tiefen Frequenzen.

Sennheiser setzt bei den In-Ears auf die Übertragung via Bluetooth, wobei die Übertragungsstandards AAC, SBC und aptX unterstützt werden. Vor allem Letzterer besticht durch seine enorm detaillierte klangliche Auflösung. Davon profitieren natürlich auch die CX 400BT, sie schaffen tiefe Bässe genauso wie einen kaum merklichen Übergang zu den fein aufgelösten Mitten und Hochtönen. Dabei wird der Klang niemals zu spitz. Verglichen mit der Konkurrenz klingen die Sennheiser groß und räumlich authentisch.

Was die Mikrofon- und damit auch die Telefonie-Eigenschaften der kleinen Kopfhörer angeht, sind sie auf dem Niveau der AirPods Pro anzusiedeln, Gesprächspartner können einen damit super verstehen. Bedient werden die In-Ears über die Touch-Flächen. So kann man nicht nur die wichtigsten Musik-Steuerungen vornehmen (Start, Stop, Pause…), sondern auch Telefongespräche annehmen.

Für Individualisten gibt es zudem die Möglichkeit, die für das Bedienen notwendigen Touch-Codes weiter zu individualisieren. Das gelingt mit der Smart-Remote-App. Mit der lassen sich zudem auch Regulierungen des Klangs vornehmen. Sonderfunktionen wie beispielsweise Noise Cancelling (aktiv) sucht man hier allerdings vergeblich.

Abseits der Touch-Steuerung kann man in der App auch viele Klanganpassungen vornehmen. Dafür stehen zwei verschiedene Einstell-Oberflächen zur Auswahl, nämlich die klassische 3-Band-Equalizer-Matrix sowie die Schiebe-Matrix. Zudem kann man per Touch auch die gängigsten Sprachassistenten aktivieren (Google Assistant und Siri).

Die Sennheiser kommen im Verbund mit einem Ladedock, das via USB-C aufgeladen wird. Die Kapazität des darin verbauten Akkus reicht, um die In-Ears zweimal aufzuladen. Aus unserer Sicht ist das ein wenig mager, allerdings haben die Kopfhörer unter Volllast auch sieben Stunden durchgehalten. Positiv ist auch, dass bereits nach 15 Minuten an der Steckdose genug Saft für eine Stunde Musikgenuss geladen ist.

Für Musikenthusiasten: Shure AONIC 3 + RMCE-TW1

Die AONIC 3 von Shure verfügen über MMCX-Steckverbindungen und können daher auch via Kabel betrieben werden. Steckt man die beiden Ohrbügel an, ist Schluss mit dem Kabelsalat und man hat es mit waschechten kabellosen In-Ears zu tun.

Für Musikenthusiasten

Shure AONIC 3 + RMCE-TW1

Test: Shure Aonic 3 + Rmce Tw1
Der Shure AONIC 3 wird zusammen mit der Bluetooth-Einheit RMCE-TW1 zum Luxus-Hörer für ein kompromissloses Klangerlebnis.

Die Verarbeitung der AONIC 3 ist sehr hochwertig und auch die im Lieferumfang enthaltene Ausstattung stimmt. Die umfasst neben neun Eartip-Pärchen aus Foam oder Silikon die eben genannten Bluetooth-Bügel sowie ein Case, in dem sich die Bügel aufladen lassen. Auch die anderen, gerade nicht benötigten Utensilien, wie das Kabel oder der Adapter für die 6,35 mm Klinke, lassen sich hier verstauen.

Zur besseren Bedienung kann man den Klang nicht nur über die App kontrollieren, sondern auch mit den Multifunktionstasten, die in jedem Bügel eingelassen sind. Weil die In-Ears den Gehörgang sehr gut abdichten, kann man in der App Umgebungsgeräusche zuschalten, um der Isolation ein stück weit entgegen zu wirken. Natürlich kann man auch auf eine Reihe von Klang-Presets zurückgreifen oder den Sound seinen eigenen Vorlieben entsprechend individualisieren. Die Akkus der In-Ears haben im Test neun Stunden bei voller Lautstärke durchgehalten, ein guter Wert.

Klanglich hat man es hier mit einem echten Leckerbissen zu tun, der die In-Ear-Konkurrenz in den Schatten stellt und den hörbaren Frequenzbereich ausreizt. Was uns im Hörtest besonders aufgefallen ist, ist die grollend präsente Basswiedergabe, die aber zu keinem Zeitpunkt zu aufdringlich ist. Selbiges gilt für die Höhen. Die AONIC 3 sind daher die richtigen Kopfhörer für audiophile Musikenthusiasten.

Für Gamer: Razer Hammerhead Pro

Die Marke Razer dürfte vor allem Gamern ein Begriff sein. Zwar zocken diese meistens mit größeren Kopfhörern, die in vielen Fällen mit einem Kabel mit dem Quellgerät verbunden sind, die Hammerhead Pro zeigen aber eindrucksvoll, dass die Gaming-Schmiede auch anders kann.

Für Gamer

Razer Hammerhead Pro

Zugegeben, die kleinen Kopfhörer aus dem Lade-Case zu bekommen, ist ein wenig fummelig. Hat man es aber erst einmal geschafft und die kleinen Klangzwerge im Ohr verstaut, sitzen sie dort sehr komfortabel. Ist der Akku voll geladen, verwöhnen sie den Hörkanal sechs Stunden lang mit Musik. Weil ihre Stromsparfunktion dafür sorgt, dass sich die Hörer abschalten, sobald sie abgenommen werden, konnten wir leider nicht testen, wie lange sie tatsächlich durchhalten.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor größeren Expeditionen auf jeden Fall den im Case verbauten Akku aufladen, der kann die Hörer dann viermal komplett aufladen.

Die Hammerheads kann man entweder über ihre berührungsempfindliche Oberfläche steuern, oder auf die von Razer bereitgestellte App zurückgreifen. Dank eines 10-Band-Equalizers kann man in der App den Sound den eigenen Vorlieben entsprechend anpassen. Zudem kann man dort auch Noise Cancelling einschalten, Letzteres ist allerdings recht einfach gehalten.

Ein echtes Highlight hingegen ist die Möglichkeit, in den sogenannten »Gaming-Modus« zu wechseln. Sobald der aktiviert ist, wird die übliche Verzögerung (Latenz) zwischen Kopfhörer und Smartphone auf ein nicht mehr wahrnehmbares Minimum zurechtgestutzt.

Klanglich überraschten uns die In-Ears aus dem Hause Razer: Hatten wir eigentlich mit martialischen Klangwelten gerechnet, wie sie in der Gaming-Richtung oft anzutreffen sind, können die Hammerheads mit mächtig Schub im Bassbereich überzeugen, der aber keinesfalls zu dröge wird, sondern viel Spaß macht. Lediglich bei den Höhen und Mitten lösen die Razer etwas schlechter auf als die Konkurrenz von Klipsch und Sennheiser.

Für Apple-Fans: Apple AirPods Pro

Für Apple-Fans

Apple AirPod Pro

Test  besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: Apple AirPod Pro
Die neuen AirPod Pro sitzen dank neuer Konstruktion perfekt im Ohr und klingen obendrein besser.

Vorreiter unter den True Wireless In-Ears mit Noise Cancelling waren die AirPods Pro von Apple. Anders als bei klassischen AirPods sind hier drei Paar Passstücke beigelegt, um optimale Abdichtung im Ohr für das Noise Cancelling zu garantieren. Das Aufbewahrungs- und Lade-Dock gleicht aber dem der AirPods: Hier kann man mit Lightning-Kabel oder per Induktion aufladen.

An den markanten Stielen der AirPods Pro befindet sich jeweils eine Taste, wobei die Funktionen auf beiden Seiten die gleichen sind. Durch einfaches Drücken wird Musik gestartet und gestoppt, zweifaches Drücken überspringt einen Track. Um Noise Cancelling einzuschalten, muss man die Taste länger gedrückt halten. So kann man übrigens auch die Sprachassistenz Siri aufrufen. Die Steuerung wird dabei nur von Tönen und keiner Ansage begleitet.

Für viele weiterführende Funktionen wie etwa die automatische Ohr-Erkennung muss mindestens iOS 13.2 vorhanden sein. Diese findet man direkt im Bluetooth-Menü. Wer ältere Apple-Betriebssysteme oder Android nutzt, hat dann leider schlechte Karten.

Wirklich stark sind die AirPods Pro beim Sound. Hier lassen sich schnell Unterschiede zu fast der gesamten Konkurrenz feststellen. Besonders tiefe Töne wirken sehr kraftvoll, was am zusätzlichen Bass-Treiber liegen könnte. Die Geräuschunterdrückung funktioniert einwandfrei und hat quasi keinen negativen Einfluss auf Klang oder Lautstärke.

Gerade Apple-Fans und Besitzer eines iPhones werden sich an den AirPods Pro erfreuen. Die erstklassige Klangqualität ist für Apple ebenso typisch wie der ziemlich hohe Preis.

Günstig: EarFun Free 2

Mit einem Anschaffungspreis von weniger als 50 Euro sind die Free 2 von EarFun vor allem eines: günstig. Aber schon beim Auspacken merkt man, dass die In-Ears deutlich mehr können, als ihr Preis suggeriert.

Günstig

EarFun Free 2

Test: Earfun Free 2
Die EarFun Free 2 bieten mehr fürs Geld als viele andere True Wireless Hörer. Da stört es kaum, dass es keine App gibt.

Bluetooth beherrschen die Earfun in der Version 5.2. Damit ist Übertragungs-Codecs Tür und Tor geöffnet, die mit einer nahezu verlustfreien Datenübertragung glänzen. Zu nennen wären hier beispielsweise AptX, AAC, SBS, oder Low Latency. Als ob das nicht reicht, sind die kleinen Ohrhörer nach IPX7 auch noch wasserdicht.

Ihr Akku hat in unserem Praxistest zehn Stunden durchgehalten, der im Case verbaute Zusatzakku reicht, um die Free 2 dreimal vollzutanken. Auch das sind Werte, die wir angesichts des Preises nicht erwartet hätten.

Bedient werden die Free 2 über berührungsempfindliche Flächen, die Gesten hierfür halten keine großen Überraschungen bereit und entsprechen dem üblichen Standard. Was den Klang angeht, sind die günstigen EarFun zwar merklich in Loudness-Richtung abgestimmt, das ist in unseren Augen aber recht gut gelungen. Gut gefallen hat uns auch, dass der Sound bei geringem Pegel satt und kräftig ist. Lediglich beim Bass muss man Abstriche machen, was angesichts des günstigen Preises völlig in Ordnung geht.

Was gibt es sonst noch?

Die ColorBuds ESS6001T von 1More sind schon optisch ein Hingucker. Bedient werden können die Hörer über ihre berührungsempfindlichen Flächen. Zwar gibt es darüber hinaus auch eine App, deren Funktionsumfang ist allerdings recht eingeschränkt, Möglichkeiten zur Klangregulierung waren dort beispielsweise nicht gegeben. Das ist jedoch auch nicht notwendig, denn der Klang der 1More war sehr gut und bot wenig Anlass zur Kritik, lediglich der Präsenzbereich erschien uns mitunter etwas zu kräftig und beim Bass sowie beim Grundton haben wir ein wenig den Nachdruck vermisst.

Die T5 II True Wireless von Klipsch kommen mit einem Ladecase, das mit seinem Gewicht und seiner Form nicht nur der Hand schmeichelt, sondern auch sehr hochwertig aussieht, was nicht zuletzt an der Oberfläche aus gebürstetem Aluminium liegt. Die in den In-Ears verbauten Akkus reichen für neun Stunden Musikgenuss (wohlgemerkt: bei maximaler Lautstärke). Die Bedienung der Klipsch erfolgt über die Touch-Flächen auf ihren Außenseiten, vieles kann man aber auch mithilfe der Smartphone-App dirigieren. Lediglich die Möglichkeit, bestimmte Touch- und Wischgesten zu individualisieren, haben wir im Test vermisst. Was den Klang angeht, so überzeugt dieser mit einer schönen Feindynamik, gerade, was den sensiblen Hochton- und Mittelhochtonbereich angeht. Die Tieftonwiedergabe des Klipsch beginnt sehr weit unten. Im Gegensatz zum Vorgängermodell gibt es bei dieser Generation des Klipsch keinen Grund, an der Sprachverständlichkeit zu meckern: Beim Telefonieren war unser Tester immer sehr gut zu verstehen. Zwar sind die In-Ears von Klipsch zugegeben nicht sehr billig, dafür sind sie aber sehr hochwertig verarbeitet und überzeugen mit ihrer beeindruckenden musikalischen Performance.

Die TrueConnect 2 von RHA werden, wie schon die Vorgängergeneration, in einem edlen Case verstaut, das im Lieferumfang mit enthalten ist. Im Test hielten die Hörer auch dementsprechend lange durch: Über neun Stunden bei maximaler Lautstärke. Was die klanglichen Qualitäten angeht, so kommt der TrueConnect 2 ein wenig runder und weicher daher als es beispielsweise bei der Konkurrunz von Sennheiser der Fall ist, zuweilen fehlt ihm aber dessen Spritzigkeit. Das ist jedoch meckern auf hohem Niveau und man darf dabei nicht vergessen, dass der Sennheiser circa das Doppelte kostet. Beim Bedienkonzept hat sich gegenüber dem Vorgänger so einiges getan. Die Tasten sind nun Touch-Flächen gewichen und auch einen Schalter zum Aus- und Einschalten sucht man jetzt vergebens. Die Hörer schalten sich einfach aus, sobald sie ins Case gesteckt werden. Auf diese Weise lassen sich auch Telefonate mit lediglich einem Hörer führen.

Die EAH-AZ70W stammen von Technics. Unter dieser Marke vertreibt Panasonic seine hochwertigen Hifi-Geräte und als solche können sich die EAH-AZ70W durchaus bezeichnen lassen. So sind die Hörer sehr hochwertig verarbeitet und verhältnismäßig groß. Klanglich machen die In-Ears vieles richtig, vor allem, wenn es spritzig und schnell wird. Auch in puncto räumliche Abbildung machen die Hörer einen guten Job. Im Vergleich zu den Momentum True Wireless 2 kommen die Technics etwas dezenter rüber, was dafür sorgt, dass sie ein wenig offener klingen.

Die Samsung Galaxy Buds Live erinnern, was ihr Äußeres betrifft, sehr stark an Bohnen. Eingesetzt werden sie so, dass die Schallöffnung in Richtung des Gehörgangs zeigt. Die Passstücke befinden sich dabei nicht wie sonst üblich über den Schallöffnungen, sondern umschließen die Kontakte, womit beim Tragen die Concha abgedichtet wird. Ist das der Fall, kann nicht nur ein optimales Klangerlebnis, sondern ferner auch ein funktionierendes Noise-Cancelling garantiert werden. Weil die Oberfläche jedes Hörers berührungsempfindlich ist, reagiert diese nicht nur auf entsprechende Touch-Gesten, sondern es ist mithilfe der App sogar möglich, diese Gesten individuell anzupassen. Ebenso lässt sich die Empfindlichkeit des Noise Cancellings einstellen, von dessen Aktivität der Klang übrigens nicht beeinträchtigt wird. Apropos Klang: Dieser ist bei den Galaxy Buds Live, im Vergleich zu billigeren Hörern, deutlich kultivierter. Im Tieftonbereich erscheinen die Hörer zwar leicht angehoben, dafür lösen sie im Mittelhochtonbereich sehr fein auf. Stimmt der Input, kommt auch eine gute Dosis Spritzigkeit mit.

In einem edlen Case, das hauptsächlich aus Metall besteht, werden die RHA TrueConnect geliefert. Zusätzlich liegen zehn verschiedene Paar Passstücke für die Ohrstöpsel bei, darunter drei Paar aus Comply Schaumstoff. So wird jeder einen individuell passenden Aufsatz finden. Das ist wiederum Voraussetzung für die gute Klangqualität, zu der die TrueConnect im Stande sind. Die zeigt sich nämlich im Hörtest: Mit der homogenen Spielweise zeigt sich RHA für alle Genres gut gerüstet. Im Tiefbassbereich wird ein wenig nachgeholfen, dennoch wirken die Bässe eher federnd als trocken, was gerade langfristig angenehmer ist. Übergänge zu mittleren und hohen Tönen gelingen ebenso ohne Probleme. Die Mikrofone fürs Telefonieren hat man wie bei den AirPods von Apple nun in die Stiele integriert. Dadurch ist man beim Gesprächspartner sehr gut verständlich. Drei Stunden Akkulaufzeit bei voller Lautstärke sind Mittelmaß, hier dürfte man noch etwas mehr erwarten. Bei normaler Lautstärke ist jedoch noch mehr möglich, außerdem leistet das Ladedock gute Arbeit: Schon nach einer Viertelstunde Ladezeit ist eine weitere Stunde Spielzeit drin.

Wissenswertes über True Wireless In-Ears

Unterwegs oder beim Sport ist es mitunter wirklich störend, ständig ein Kabel im Weg zu haben. True Wireless In-Ears nehmen sich diesem Problem an, haben aber auch Nachteile. Durch die kleine Bauweise leidet bei den meisten In-Ears die Akkulaufzeit. Gute Modelle schaffen vier Stunden Spielzeit, bei manchen ist schon nach zwei Stunden Schluss.

Für das Aufladen ist bei fast allen Kopfhörern ein Aufbewahrungscase mit eigenem Akku beigelegt. Ist das Case selbst vollständig aufgeladen, so kann man die In-Ears damit in der Regel etwa dreimal aufladen.

Der Akku in den In-Ears selbst bestimmt auch deren Größe. Bei Modellen mit Fitness-Sensoren fällt aufgrund der zusätzlichen Technik entweder der Akku kleiner, oder der gesamte Kopfhörer noch größer aus. Dann auch noch guten Sound zu bieten, ist natürlich schwierig. Deshalb klingen In-Ears, die per Kabel miteinander verbunden sind, meist etwas besser.

True Wireless In-Ears bieten aufgrund ihrer minimalistischen Bauweise wenig Platz für Bedienelemente, man benutzt daher bei den meisten Kopfhörern eine Multifunktionstaste. Diese ist dann für ein- und ausschalten, das Pairing, telefonieren sowie überspringen von Musik zuständig. Immer häufiger sieht man aber auch eine Touchfläche als Bedienkonzept.

True Wireless In-Ear-Kopfhörer Test: True Wireless

Akustisches Feedback über die gegebenen Befehle bekommt man per Sprachausgabe oder einfache Signale. Besonders der Verbindungsaufbau zwischen In-Ears und Smartphone geht mittlerweile immer schneller vonstatten.

Damit man sie zum Telefonieren verwenden kann, verfügen auch True Wireless In-Ears über ein Mikrofon. Das kann logischerweise nicht in ein Kabel integriert werden und ist daher an einem der Ohrstöpsel angebracht, wodurch es leider etwas weiter weg vom Mund ist. Deswegen verfügen sie über eine Richtcharakteristik, die aber unterschiedlich gut funktioniert.

So haben wir getestet

Kernstück unseres Testverfahrens ist natürlich der eingehende Hörtest. Darüber hinaus sind Verständlichkeit beim Telefonieren sowie die Akkulaufzeit wichtig. Um die Klangqualität bei einem Telefongespräch besser vergleichen zu können, zeichnen wir die Aufnahme des Mikrofons am True Wireless der Gegenseite auf. Hier haben sich beträchtliche Unterschiede gezeigt. Die Akkulaufzeit der In-Ears haben wir beim Musikhören in voller Lautstärke, einen Meter vom Smartphone entfernt, gemessen.

Auch auf Bedienung und Passform der Ohrstöpsel haben wir geachtet. Um gute Passform zu gewährleisten ist es essentiell, möglichst viele unterschiedlich große Passstücke mitzuliefern. Gut sitzende In-Ears bieten nämlich nicht nur mehr Tragekomfort, sondern sind auch Voraussetzung für ideales Noise Cancelling.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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