Test: True Wireless

True Wireless In-Ear-Kopfhörer im Test : Kabelloser Musikgenuss

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Veröffentlicht 16.03.2020

Stark aufgekommen sind in den vergangenen Jahren True Wireless In-Ear-Kopfhörer. Der komplette Verzicht auf ein Kabel macht die Handhabung durchaus praktischer, ohne dass man dabei großartig auf Klangqualität verzichten muss. Einige Exemplare können inzwischen sogar Noise Cancelling.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Nie wieder Kabelsalat entwirren, bevor man Musik hören kann. Kein störendes Kabel, in das man irgendwann einfädelt und sich die Kopfhörer aus den Ohren reißt: True Wireless In-Ear-Kopfhörer machen es möglich.

Schon der Zwischenschritt auf In-Ears, bei denen nur noch die beiden Stöpsel per Kabel miteinander verbunden sind, hat die Nutzung deutlich praktischer gemacht. Manche verfügen zusätzlich über einen Nackenbügel, um die Elektronik zu verstecken. Inzwischen setzen aber viele Hersteller sogar auf die komplett kabellose Variante, die True Wireless In-Ears. Die Verbindung läuft dann logischerweise ausschließlich über Bluetooth.

Schon 2016 brachte Onkyo mit dem W800BT den ersten True Wireless In-Ear auf den Markt, darauf folgte dann Apple mit den AirPods. Die Nachfrage für die ganz kabellosen Kopfhörer stieg in der Folge rapide an, und damit auch das Angebot. Mittlerweile bieten fast alle namhaften Hersteller True Wireless In-Ears an. Manche können inzwischen Noise Cancelling, es gibt sogar Modelle, die mit Bewegungssensoren und Pulsmesser ausgestattet sind und die Daten an Fitness-Apps senden.

Wir haben uns mittlerweile 43 komplett kabellose Kopfhörer angehört, davon gibt es momentan noch 41. Die Preisspanne ist dabei sehr breit. Einsteigermodelle gibt es tatsächlich bereits für 15 Euro, man kann aber auch bis zu 300 Euro ausgeben.

Vielseitig und preiswert: RHA TrueConnect

Vielseitig und preiswert

RHA TrueConnect

Test besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: RHA TrueConnect
Der TrueConnect liefert sehr guten Klang, und kann auch beim Telefonieren überzeugen.

In einem edlen Case, das hauptsächlich aus Metall besteht, werden die RHA TrueConnect geliefert. Zusätzlich liegen zehn verschiedene Paar Passstücke für die Ohrstöpsel bei, darunter drei Paar aus Comply Schaumstoff. So wird jeder einen individuell passenden Aufsatz finden. Das ist wiederum Voraussetzung für die gute Klangqualität, zu der die TrueConnect im Stande sind.

Die zeigt sich nämlich im Hörtest: Mit der homogenen Spielweise zeigt sich RHA für alle Genres gut gerüstet. Im Tiefbassbereich wird ein wenig nachgeholfen, dennoch wirken die Bässe eher federnd als trocken, was gerade langfristig angenehmer ist. Übergänge zu mittleren und hohen Tönen gelingen ebenso ohne Probleme. Die Mikrofone fürs Telefonieren hat man wie bei den AirPods von Apple nun in die Stiele integriert. Dadurch ist man beim Gesprächspartner sehr gut verständlich.

Die Bedienung erfolgt einzig über eine große Taste, die es an beiden In-Ears gibt. Damit kann man die Kopfhörer ein- und ausschalten, Pairing initiieren, Musik starten, anhalten und überspringen sowie Telefongespräche annehmen. Selbst die Lautstärke kann man damit managen. Als Sprachassistenten werden Siri und Google Assistent unterstützt.

Leider ist es nicht ganz so einfach, die Druckpunkte der Tasten zu erwischen. Das könnte an den Abdichtungen liegen, die die Kopfhörer gegen Strahlwasser und Schweiß schützen sollen. Somit sind die TrueConnect gut geeignet für sportliche Aktivitäten.

Drei Stunden Akkulaufzeit bei voller Lautstärke sind Mittelmaß, hier dürfte man noch etwas mehr erwarten. Bei normaler Lautstärke ist jedoch noch mehr möglich, außerdem leistet das Ladedock gute Arbeit: Schon nach einer Viertelstunde Ladezeit ist eine weitere Stunde Spielzeit drin.

Außer der etwas spärlichen Laufzeit erlauben sich die RHA TrueConnect aber keine Schwächen. Der schöne Klang sowie die gute Verständlichkeit beim Telefonieren sind definitiv Pluspunkte. Das Ganze bekommt man sogar für einen sehr moderaten Preis. Sehr empfehlenswert!

Klangstark: Sennheiser Momentum True Wireless

Klangstark

Sennheiser Momentum True Wireless

Test besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: Sennheiser Momentum True Wireless
Der Sennheiser Momentum True Wireless ist hochwertig verarbeitet, und liefert hervorragenden Klang, hat aber seinen Preis.

Außerordentlich gute Klangeigenschaften erfährt man bei den Sennheiser Momentum True Wireless. Die Qualität zeigt sich schon an der hochwertigen Aufbewahrungs- und Ladebox, ist aber auch am Preis erkennbar.

Obwohl die Momentum True Wireless ziemlich groß sind, eignen sie sich ebenso für engere Gehörgänge. Dabei dichten sie natürlich hervorragend ab und sitzen sicher und komfortabel.

Die Bedienung erweist sich als sehr angenehm: Die Steuerung wird von einer Stimme begleitet, das Pairing mit dem Smartphone geht blitzschnell. Ansonsten steht auf den In-Ears jeweils eine Touch-Fläche zur Verfügung. Die beiden Flächen unterscheiden sich in ihren Funktionen, durch die Steuerung mit verschiedenen Touchmustern sind hier alle wichtigen Bedienelemente untergebracht. Möchte man den Klang per Equalizer individualisieren, so greift man auf die »Smart Control«-App zurück.

Das ist eigentlich aber gar nicht nötig, da die Momentum True Wireless sowieso mit sehr ausgereiftem Sound überzeugen. Höhen und Mitten werden schön aufgelöst, der Tiefbassbereich ist – wenn überhaupt – nur marginal angehoben. Insgesamt erinnert die klangliche Performance schon an einen Bügelkopfhörer.

Für True Wireless In-Ears funktioniert hier auch das Telefonieren ziemlich gut. Die Übertragung ist nicht ganz störungsfrei, aber man wird dennoch gut verstanden. Den Gesprächspartner hört man auf beiden In-Ears, lediglich die relativ lange Latenz von knapp einer Sekunde könnte man kritisieren.

Die Sennheiser Momentum True Wireless beeindrucken also vor allem mit dem erwachsenen Klang. Die saubere Verarbeitung zeigt sich schon am Ladedock, wirkliche Schwächen sind nicht auszumachen. Dafür muss man allerdings ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

Mit intelligentem Noise Cancelling: Sony WF-1000XM3

Mit intelligentem Noise Cancelling

Sony WF-1000XM3

Test besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: Sony WF-1000XM3
Der WF-1000XM3 bringt viele Verbesserungen und ein intelligentes Noise-Cancelling mit.

Eigentlich ist der Sony WF-1000XM3 der Nachfolger zum WF-1000X. Dabei ist aber vom Grundgerüst nicht mehr viel übrig geblieben, vielmehr wirkt der WF-1000XM3 komplett überarbeitet. Die Ohrstöpsel sowie das Ladedock sind ganz neu konstruiert, geblieben ist dafür der starke Klang und das ausgezeichnete Noise Cancelling, also die aktive Geräuschunterdrückung von außen.

Um gutes Noise Cancelling zu gewährleisten, ist effektive Abdichtung des Ohrs essentiell. Dafür liefert Sony sieben Passstücke mit, aus denen jeder ein ideales Teil für sich finden wird, das komfortabel sitzt und genug Halt bietet.

Größer als beim Vorgänger ist das Ladedock, das die In-Ears nun drei Mal statt nur zweimal auflädt. Eine Ladung reicht dann für acht Stunden Musikgenuss bei voller Lautstärke, allerdings mit deaktiviertem Noise Cancelling. Bei aktiver Geräuschunterdrückung geht die Laufzeit ein wenig zurück.

Grundfunktionen wie Musik stoppen, starten und überspringen steuert man über die Touch-Flächen an den Kopfhörern. Ebenso kann man hier bei Bedarf das Noise Cancelling aktivieren. Eine Besonderheit bei der Geräuschunterdrückung ist der Ambient-Sound-Modus. Hier kann man einstellen, bestimmte Außengeräusche wie Durchsagen oder Sirenen doch durchzulassen.

Leider ist die Lautstärke nicht über die Touch-Flächen regulierbar, sondern nur direkt auf dem Smartphone. Für individuelle Klangeinstellungen oder die Feinabstimmung des Ambient Sound benötigt man die Sony Headphones Connect-App.

Klanglich sind die WF-1000XM3 wirklich ausgezeichnet. Der Sound wirkt ausgewogen und dynamisch, bei aktiviertem Noise Cancelling geht die Lautstärke merklich nach oben. Leichte Defizite gibt es nur beim Telefonieren. Der Anrufer ist zwar gut zu verstehen, man selbst kommt aber beim Gesprächspartner recht dumpf und leise an.

Der Sony WF-1000XM3 gehört sicherlich zur Spitzengruppe dieses Tests, was den Klang angeht. Praktisch ist auch das gut funktionierende Noise Cancelling sowie die lange Akkulaufzeit. Da ist es in Ordnung, dass die WF-1000XM3 eher zur höheren Preisklasse zählen.

Für Apple-Fans: Apple AirPods Pro

Für Apple-Fans

Apple AirPod Pro

Test besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: Apple AirPod Pro
Die neuen AirPod Pro Hörer sitzen dank neuer Konstruktion perfekt im Ohr und klingen obendrein besser.

Vorreiter unter den True Wireless In-Ears mit Noise Cancelling waren die AirPods Pro von Apple. Anders als bei klassischen AirPods sind hier drei Paar Passstücke beigelegt, um optimale Abdichtung im Ohr für das Noise Cancelling zu garantieren. Das Aufbewahrungs- und Lade-Dock gleicht aber dem der AirPods: Hier kann man mit Lightning-Kabel oder per Induktion aufladen.

An den markanten Stielen der AirPods Pro befindet sich jeweils eine Taste, wobei die Funktionen auf beiden Seiten die gleichen sind. Durch einfaches Drücken wird Musik gestartet und gestoppt, zweifaches Drücken überspringt einen Track. Um Noise Cancelling einzuschalten, muss man die Taste länger gedrückt halten. So kann man übrigens auch die Sprachassistenz Siri aufrufen. Die Steuerung wird dabei nur von Tönen und keiner Ansage begleitet.

Für viele weiterführende Funktionen wie etwa die automatische Ohr-Erkennung muss mindestens iOS 13.2 vorhanden sein. Diese findet man direkt im Bluetooth-Menü. Wer ältere Apple-Betriebssysteme oder Android nutzt, hat dann leider schlechte Karten.

Wirklich stark sind die AirPods Pro beim Sound. Hier lassen sich schnell Unterschiede zu fast der gesamten Konkurrenz feststellen. Besonders tiefe Töne wirken sehr kraftvoll, was am zusätzlichen Bass-Treiber liegen könnte. Die Geräuschunterdrückung funktioniert einwandfrei und hat quasi keinen negativen Einfluss auf Klang oder Lautstärke.

Gerade Apple-Fans und Besitzer eines iPhones werden sich an den AirPods Pro erfreuen. Die erstklassige Klangqualität ist für Apple ebenso typisch wie der ziemlich hohe Preis.

Günstiger Neuling: 1More E1026BT-1

Günstiger Neuling

1More E1026BT-1

Test besten True Wireless In-Ear-Kopfhörer: 1More E1026BT-I
Komfortabler Sitz, sehr guter Klang, sehr gut zum Telefonieren geeignet.

Die E1026BT-1 sind 1Mores erster Versuch, unter den True Wireless In-Ears Fuß zu fassen. Die vorherigen Bluetooth-In-Ears von 1More waren meist noch mit einem Nackenbügel ausgestattet, nun soll das erstmals komplett kabellos funktionieren.

Und das läuft gar nicht schlecht: Schon der Lieferumfang überzeugt mit einigen Passstücken sowie einem praktischen Transportbeutel. Die Passstücke machen einen guten Job und bieten zusammen mit den weichen Haken sicheren Halt in den Ohren. Schön ist auch die Akkulaufzeit von knapp sechs Stunden, im Lade-Dock kann man die In-Ears außerdem viermal aufladen.

Bedient werden sie per kleine Taste, die sich an beiden Ohrstöpseln befindet. Darüber laufen die Grundfunktionen wie Musik starten und stoppen sowie skippen. Außerdem kann man hier Anrufe annehmen und die Sprachassistenten Siri oder Google Assistant aktivieren. Nur die Lautstärke muss am Smartphone geändert werden.

Auch beim Sound muss sich der E1026BT-1 nicht verstecken. Vor allem das Tiefbassfundament überzeugt, weswegen Bässe sehr kräftig wirken. Gelungen ist ebenso der Übergang zum Mitteltonbereich. Höhen werden zwar schön aufgelöst, wirken aber ein wenig glanzlos.

Klassische Probleme zeigen sich beim Telefonieren: Wie bei einigen anderen True Wireless In-Ears kommt man beim Gesprächspartner recht leise an, immerhin versteht man ihn über beide Kanäle klar.

Auch wenn bei den 1More E1026BT-1 klanglich vielleicht das letzte bisschen zur Spitze fehlt, gibt es eigentlich wenig zu meckern. Einfache Bedienung und die starke Akkulaufzeit sorgen für hohen Komfort. Das beste: Sie sind deutlich preiswerter zu haben als die Konkurrenz mit ähnlicher Qualität, weswegen gerade Sparfüchse hier glücklich werden.

Außerdem getestet

Äußerlich gleicht der Lypertek Tevi ein wenig den Sennheiser Momentums – viel mehr Ähnlichkeiten gibt es aber nicht mehr. Lypertek liefert vier Paar Passstücke mit, davon drei aus Silikon und eines aus Flexfit Foam. Das sollte für die meisten Menschen ausreichen, um ein passendes Modell zu finden. Beim Klang fällt der Loudness-Charakter auf, sprich Höhen und Bässe werden etwas angehoben. Das führt zu vollem Sound, selbst auf kleinerer Lautstärke. Dennoch wirken die Bässe nicht unkontrolliert und auch Höhen werden ohne Zischeln abgespielt.

Das Klangerlebnis kann sich also durchaus sehen lassen, und das sogar über langen Zeitraum. Der Akku ist nämlich überaus ausdauernd, was für viele Käufer bestimmt genauso wichtig wie der Sound ist. Beim Telefonieren ist auch hier die Verständlichkeit am anderen Ende der Leitung ein Problem, dort klingt man doch recht verzerrt. Dennoch bekommt man bei Lypertek insgesamt für einen ziemlich kleinen Preis ziemlich viel Qualität.

Mit auffälligem Design kommen die Master & Dynamic MW07 daher. Sie sind nicht nur in vielen Farb- und Mustervarianten erhältlich, sondern auch ziemlich groß. Dennoch sollten sie gut in jedes Ohr passen und falls doch nicht, kann man noch die krallenförmigen Passstücke abnehmen. Die sorgen ansonsten für mehr Halt, was besonders beim Sport hilfreich sein kann.

Beim Klang spielen die MW07 weit oben mit. Der Bass ist extrem tief, kommt aber trotzdem noch kontrolliert rüber. Mit abgenommenen »Krallen« kann hier unter Umständen sogar noch mehr herausgeholt werden. Mitten und Höhen werden detailreich aufgelöst.

Wer neben gutem Klang noch ein bisschen Individualität beim Design wünscht, dem seien die Master & Dynamic MW07 ans Herz gelegt. Dafür muss man aber auch einen recht stolzen Preis zahlen.

Die Padmate PaMu Slide erinnern optisch an AirPods, nur in Schwarz. Punkten können sie vor allem mit Ausdauer: Die Ladebox ist dank des starken Akkus ziemlich groß geraten, aber das wirkt sich auch auf die Performance aus. Aus dem Case kann man die In-Ears nämlich sage und schreibe elf Mal aufladen, das ist sehr praktisch.

Im Ohr finden die PaMu Slide sicheren Halt und fühlen sich dabei auch bequem an. Der Klang ist solide, fällt aber wenig überraschend beim Telefonieren stark ab. Hier wird sich der Gesprächspartner bald beschweren, dass man nicht richtig zu verstehen ist. Gerade für Leute, die oft länger unterwegs sind, eignen sich die ausdauerstarken und günstigen In-Ears von Padmate also gut.

Wie der Name schon suggeriert sind die Jabra Elite Sport vor allem für den Gebrauch beim Sport gemacht. Sechs Passstücke sind beigelegt, jeweils drei in Silikon- und in Foam-Ausführung. Ear-Wings sorgen außerdem für mehr Stabilität im Ohr, was bei viel Bewegung sicherlich ein wichtiger Pluspunkt ist. Durchdacht ist daher auch die Bedienung über Tasten an den Ohrstöpseln: Beim Sport wäre eine Touch-Fläche wohl deutlich schwieriger zu steuern.

Zwar sollte man mit den Elite Sport nicht unbedingt schwimmen gehen, leichte Wassermengen wie etwa Schweiß können sie aber problemlos ab. Abgerundet wird die Ausstattung durch Bewegungssensor und Pulsmesser. Mit der zugehörigen Jabra Sport App kann man sich die Daten schnell auf dem Smartphone anzeigen lassen. Über die App kann man außerdem beispielsweise Trainingspläne erstellen oder die Trainingsleistungen auf Social Media teilen.

Nichts zu meckern gibt es beim Sound, der sehr ausgewogen ist. Tieftonbereiche werden leicht angehoben, Mitten und Höhen kommen offen und klar rüber. Fürs Training ist das vollkommen ausreichend. Sportler finden bei Jabra somit einen sehr vielseitigen True Wireless In-Ear. In Kombination mit der App hat man damit ein schönes Trainingserlebnis.

Als erste True Wireless In-Ears mit Noise Cancelling haben die WF-1000X von Sony damals gut eingeschlagen. Nicht nur die standardmäßige Geräuschunterdrückung funktioniert hier, sondern auch der Ambient-Sound-Modus. Der ist intelligent genug, um normale Hintergrundgeräusche wie Motoren herauszufiltern, aber etwa wichtige Durchsagen und Warnsignale trotzdem durchzulassen. In Kombination mit der zugehörigen, kostenlosen App kann man das Ganze noch weiter verfeinern.

Die Bedienung für die Musik läuft einzig über eine Taste am rechten Ohrstöpsel, der für alle wichtigen Funktionen zuständig ist. Einen Button am linken In-Ear gibt es auch, der ist aber einzig für die verschiedenen Noise Cancelling-Profile abgestellt. Aufgrund des Alters ist die Akkulaufzeit leider nicht die allerbeste.

Weil der WF-1000X schon so lange auf dem Markt ist, ist mittlerweile auch der Preis gesunken. Für momentan gut 100 Euro bekommt man immer noch starkes, intelligentes Noise Cancelling und schönen Klang.

Ein wirkliches Schnäppchen kann man mit dem BlitzWolf BW-FYE1 schlagen. Die fest am Gehäuse angebrachten Gummihäkchen mögen auf den ersten Blick komisch aussehen, erfüllen aber ihren Zweck: Die In-Ears halten sicher und fühlen sich dabei gut an. Für genug Abdichtung im Gehörgang sorgen die beiliegenden Passstücke, die hier allerdings um einiges kleiner ausfallen als bei der Konkurrenz. Hat man aber das passende Teil gefunden, so erfährt man einen – gerade für den Preis – beeindruckenden Sound. Besonders im Tiefbass überzeugt der BW-FYE1, höhere Passagen neigen allerdings dazu, etwas schrill zu klingen.

Die Bedienung erfolgt per kleine Taste auf beiden Stöpseln und funktioniert einwandfrei, selbst Telefonieren läuft erstaunlich gut. Dabei ist der BlitzWolf sogar noch sehr ausdauernd. Rund fünf Stunden Akkulaufzeit sind schon stark, noch dazu kann man die In-Ears am vollen Lade-Dock bis zu siebenmal laden. Aufgrund des überragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses kann man hier nicht viel falsch machen.

Sogar ohne Smartphone kann man die Bragi Dash Pro benutzen. Musik wird nämlich vom internen Speicher abgespielt, wo man ebenso Fitnessdaten speichern kann. Diese zusätzlichen Funktionen verlangen selbstverständlich auch mehr Steuerungselemente, weswegen man neben der konventionellen Bedienung auch Befehle durch Kopfbewegungen geben kann. Das klingt erstmal interessant, hat aber auch seine Tücken. Nach der Kalibrierung muss man die Bewegungen auswendig lernen und wenn man sie mal drauf hat, mag es gerade in der Öffentlichkeit etwas merkwürdig aussehen.

Sieben mitgelieferte Passstücke stellen sicher, dass jedes Ohr gut akustisch abgedichtet wird. Der Klang ist jedoch etwas heller und weniger bassintensiv als bei den meisten anderen True Wireless In-Ears. Dafür entsteht immerhin ein schön räumliches Klangbild.

Die Dash Pro sind also gerade etwas für Leute, die öfter ohne Smartphone Musik hören wollen, etwa beim Sport. Sie eignen sich auch fürs Schwimmbad, da sie komplett wasserdicht sind. Diese Besonderheiten muss man leider auch bezahlen, weswegen man sich hier am oberen Ende der Preisspanne bewegt.

Wissenswertes über True Wireless In-Ears

Unterwegs oder beim Sport ist es mitunter wirklich störend, ständig ein Kabel im Weg zu haben. True Wireless In-Ears nehmen sich diesem Problem an, haben aber auch Nachteile. Durch die kleine Bauweise leidet bei den meisten In-Ears die Akkulaufzeit. Gute Modelle schaffen vier Stunden Spielzeit, bei manchen ist schon nach zwei Stunden Schluss.

Für das Aufladen ist bei fast allen Kopfhörern ein Aufbewahrungscase mit eigenem Akku beigelegt. Ist das Case selbst vollständig aufgeladen, so kann man die In-Ears damit in der Regel etwa dreimal aufladen.

Der Akku in den In-Ears selbst bestimmt auch deren Größe. Bei Modellen mit Fitness-Sensoren fällt aufgrund der zusätzlichen Technik entweder der Akku kleiner, oder der gesamte Kopfhörer noch größer aus. Dann auch noch guten Sound zu bieten, ist natürlich schwierig. Deshalb klingen In-Ears, die per Kabel miteinander verbunden sind, meist etwas besser.

True Wireless In-Ears bieten aufgrund ihrer minimalistischen Bauweise wenig Platz für Bedienelemente, man benutzt daher bei den meisten Kopfhörern eine Multifunktionstaste. Diese ist dann für ein- und ausschalten, das Pairing, telefonieren sowie überspringen von Musik zuständig. Immer häufiger sieht man aber auch eine Touchfläche als Bedienkonzept.

True Wireless In-Ear-Kopfhörer Test: True Wireless

Akustisches Feedback über die gegebenen Befehle bekommt man per Sprachausgabe oder einfache Signale. Besonders der Verbindungsaufbau zwischen In-Ears und Smartphone geht mittlerweile immer schneller vonstatten.

Damit man sie zum Telefonieren verwenden kann, verfügen auch True Wireless In-Ears über ein Mikrofon. Das kann logischerweise nicht in ein Kabel integriert werden und ist daher an einem der Ohrstöpsel angebracht, wodurch es leider etwas weiter weg vom Mund ist. Deswegen verfügen sie über eine Richtcharakteristik, die aber unterschiedlich gut funktioniert.

So haben wir getestet

Kernstück unseres Testverfahrens ist natürlich der eingehende Hörtest. Darüber hinaus sind Verständlichkeit beim Telefonieren sowie die Akkulaufzeit wichtig. Um die Klangqualität bei einem Telefongespräch besser vergleichen zu können, zeichnen wir die Aufnahme des Mikrofons am True Wireless der Gegenseite auf. Hier haben sich beträchtliche Unterschiede gezeigt. Die Akkulaufzeit der In-Ears haben wir beim Musikhören in voller Lautstärke, einen Meter vom Smartphone entfernt, gemessen.

Auch auf Bedienung und Passform der Ohrstöpsel haben wir geachtet. Um gute Passform zu gewährleisten ist es essentiell, möglichst viele unterschiedlich große Passstücke mitzuliefern. Gut sitzende In-Ears bieten nämlich nicht nur mehr Tragekomfort, sondern sind auch Voraussetzung für ideales Noise Cancelling.

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