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HiFi-Kopfhörer im Test : Für höchsten Musikgenuss

Update 15.03.2021

Zwar geht der Trend ganz klar zu kabellosen Kopfhörern, Musikliebhaber schwören aber weiterhin auf die überlegene Klangqualität hochwertiger Hifi-Kopfhörer, die ganz klassisch per Kabel angeschlossen werden. Wir haben 44 aktuelle Modelle für Sie getestet.

Update 15. März 2021

Wir haben weitere Kopfhörer getestet. Der Philips Fidelio X3, der Beyerdynamic T5 und der HD 560S von Sennheiser sind neue Empfehlungen.

30. September 2020

Wir haben sechs neue Kopfhörer getestet. Mit dem Neumann NDH 20, dem Mackie MC-450, sowie dem AEON Flow 2 gibt es drei neue Empfehlungen für zuhause. Für unterwegs konnten sich der Sennheiser HD 400S und der Pioneer HDJ-X10 empfehlen.

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Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Die Wahl des richtigen Kopfhörers ist bis zu einem gewissen Grad natürlich erst einmal eine Frage individueller Hörgewohnheiten. Wo sich der eine an tief brummenden Bassstafetten ergötzt, zieht der andere glasklare Höhen und feinperlende akustischen Verläufe vor. Bevor Sie einen hochwertigen Kopfhörer kaufen, sollten Sie daher unbedingt verschiedene Modelle probehören.

Aber es gibt auch objektive Kriterien zur Beurteilung von Kopfhörern – bei der Klangqualität ebenso wie bei Komfort und Verarbeitung – nach denen wir unsere Empfehlungen für Sie ausgewählt haben.

Aus dem riesigen Angebot an Kopfhörern haben wir 44 Modelle ausgewählt. Die günstigsten sind schon für 70 Euro zu haben, das teuerste Modell kostet über 1.800 Euro. Da sich die Einsatzzwecke für Kopfhörer und die dafür notwendigen, technischen Details unterscheiden, haben wir sie für eine bessere Übersichtlichkeit in zwei Kategorien geordnet: 25 Modelle für zuhause und 19 Modelle für unterwegs. Hier sind unsere Empfehlungen.

Kopfhörer für Zuhause

Kopfhörer für den Betrieb in den eigenen vier Wänden sind in der Regel ohne Kompromisse auf guten Klang optimiert, nicht auf die Abschottung von Außengeräuschen. Welche Hörkapseln und welche Wandler zum Einsatz kommen, spielt kaum eine Rolle. Impedanzen kommen nur ins Spiel, wenn man das Zuspielgerät entsprechend wählen muss. Aber auch unter den für den Heimgebrauch konstruierten Kopfhörern gibt es Exemplare, die sich gut mit dem Smartphone befeuern lassen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Gelungenes UpdateKammerspielerDer AuthentischeStabil und gut gepolstertPreiswert
Test: Philips Fidelio X3Kopfhörer Test: Sennheiserhd800sTest: Neumann Ndh 20Test: Beyerdynamic T5Test: Sennheiser Hd 560s
Modell Philips Fidelio X3 Sennheiser HD 800 S Neumann NDH 20 Beyerdynamic T5 Sennheiser HD 560S
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Komfortabler Sitz
  • Gute Ausstattung
  • Hervorragender Klang
  • Tolle räumliche Abbildung
  • Sehr bequemer Sitz
  • Hervorragender Klang mit fein differenzierten Mitten
  • Hoher Tragekomfort
  • Hochwertig verarbeitet
  • Hervorragender, dynamischer Klang
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sehr guter Klang
  • Komfortabler Sitz
  • Gute Verarbeitung
  • Günstig
Contra
  • Hoher Preis
  • Recht schwer
  • Wenig Ausstattung
Bester Preis
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Gelungenes Update: Philips Fidelio X3

Der Fidelio von Philips steht kurz davor, ein echter Klassiker zu werden. Schließlich ist es kein Zufall, dass der Hersteller nun die dritte, im Vergleich zum Vorgängermodell leicht verbesserte, Version des Kopfhörers auf den Markt bringt.

Gelungenes Update

Philips Fidelio X3

Test: Philips Fidelio X3
Der Fidelio X3 hat in der dritten Generation noch mal gehörig nachgelegt. Er klingt teurer als seine Vorgänger.

Weil jeder Kopf seine eigene Form hat, ist der X3 mit einem Kopfband ausgestattet. So passt sich der Kopfhörer den individuellen Kopf-Bedürfnissen an und kann stundenlang getragen werden, ohne dass er mit seinem Gewicht von 330 Gramm unangenehm werden würde. Die kardanisch aufgehängten Hörmuscheln passen sich ebenso an die Kopfform an und tragen auf diese Weise zum hohen Tragekomfort des Hörers bei. Bei all den Anpassungen sorgt ein Kopfbügel für das nötige Maß an Stabilität.

Auch beim Design kann uns der Fidelio mit seiner aufgeräumten Art überzeugen. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz scheint weniger Metall bei der Herstellung verwendet worden zu sein, was der Wertigkeit des Philips aber keinen Abbruch tut. Wer glaubt, dass der Stoffüberzug an den Kapsel rein optische Gründe hat, der irrt übrigens: Hier handelt es sich um Kvadrat, ein Gewebe, das für seine akustischen Eigenschaften bekannt ist.

Wie es sich für einen Kopfhörer in dieser Preisklasse gehört, sind die Kabel nicht fest, sondern können dank der Steckverbindungen jederzeit ausgetauscht werden.

Klanglich waren wir schon von den Vorgängermodellen angetan, Philips ist es mit dem X3 aber gelungen, noch eine Schippe drauf zu legen. Einen Anteil daran haben sicherlich die angewinkelt in den Kapseln positionierten Wandler, womit störende Klangeigenschaften unterbunden werden. Aber das ist nicht der einzige Grund für das neue Sound-Gewand, denn auch der (minimale) Loudness-Charakter des Vorgängermodells ist verschwunden, was vor allem Klang-Puristen freuen dürfte. Ebenso wurde der übertragene Frequenzbereich erweitert, was man besonders am Bass merkt: Der ist nun zwar etwas zurückhaltender, bedient aber auch tiefere Frequenzen. Auch bei den Höhen merkt man, dass es weiter rauf geht, ohne dass der Hörer dabei anfängt zu zischeln.

Ebenso gut gefallen hat uns die hervorragende räumliche Abbildung des Fidelio X3. Interpreten und Instrumente werden treffsicher auf der imaginierten Bühne positioniert, ohne dass das Klangbild an Authentizität einbüßt. Die dritte Generation des Fidelio ist ein Kopfhörer, der kaum Schwächen, aber umso mehr Stärken hat. Und das Beste: Das gelungene Gesamtpaket gibt es zu einem moderaten Preis.

Kammerspieler: Sennheiser HD 800 S

Kammerspieler

Sennheiser HD 800 S

Kopfhörer Test: Sennheiserhd800s
Der HD 800 S ist schon fast sündhaft teuer, gehört dafür aber auch in die Kategorie Genussmittel.

Der Sennheiser HD 800 S ist ein High-End-Modell – das ahnt man schon beim Blick auf das Preisschild. Allzu viele Leute werden den extravagant designten Over-Ear-Kopfhörer aber wohl nicht zu Gesicht bekommen, denn er setzt konsequent auf den Gebrauch zuhause.

Schon die schiere Größe des Geräts macht es unpraktisch für unterwegs und die Tatsache, dass der HD 800 S keinen Transportbeutel oder gar ein Hardcase mitbringt, verschärft diesen Eindruck. Stattdessen wird der Kopfhörer in einer mit Stoff ausgekleideten Holzkiste ausgeliefert.

Unmissverständlich klar wird die Heimausrichtung aber vor allem durch die Impedanz, denn diese liegt bei satten 300 Ohm – zu viel für eine Smartphone-Endstufe. Folgerichtig findet der HD 800 S auch per 6,35-Millimeter-Stecker Verbindung, alternativ liegt auch ein symmetrischer Stecker bei, mit dem man den Kopfhörer an hochwertige Verstärker koppeln kann. Gesteckt werden die Kabel beidseitig, wie es für Hifi-Kopfhörer üblich ist. Auf eine Lösung per 3,5-Millimeter-Klinkenstecker verzichtet das Gerät vollständig – nicht einmal ein entsprechender Adapter gehört zur Ausstattung.

Ein echtes Highlight sind die großen, bequemen Hörkapseln, in denen kleine wie großen Ohren viel Platz lassen und für einen komfortablen Sitz auch über längere Hör-Sessions sorgen. Der Klang gestaltet sich eher warm. Die Bässe sind satt, aber nicht übertrieben, Grund- und Mittelhochtonbereich werden extrem fein aufgelöst. Dabei spart sich der HD 800 S, einzelne Details besonders in den Vordergrund zu spielen, sondern liefert eine genaue, aber natürliche Wiedergabe. Beim Hören konnten wir immer wieder neue Feinheiten in der Musik entdecken, die aber stets im Gesamten verwurzelt blieben, ohne sich aufzudrängen.

Wer einen kompromisslosen Heim-Kopfhörer mit atemberaubender Auflösung sucht und bereit ist, das nötige Geld auszugeben, findet im Sennheiser HD 800 S ein hervorragendes Modell mit einer außergewöhnlichen Freude am Detail.

Der Authentische: Neumann NDH 20

Der Authentische

Neumann NDH 20

Test: Neumann Ndh 20
Der NDH 20 war ursprünglich als unbestechliches Arbeitsgerät im Aufnahme-Studio gedacht.

Der Neumann NDH 20 wurde eigentlich für den Einsatz im Studio konzipiert. Wegen seiner hohen klanglichen Qualität und dem angenehmen Tragekomfort empfiehlt sich der NDH 20 allerdings auch für den Einsatz außerhalb des Studios. Ein Leichtgewicht ist der Kopfhörer mit seinen 400 Gramm dabei keinesfalls, das ist aber auch den verwendeten Materialen geschuldet. Denn bei diesem Gerät wurde hauptsächlich Metall verwendet, wobei die Ohrmuscheln und der Bügel natürlich entsprechend gepolstert sind. Bei den Hörkapseln kam sogar Memory-Schaum zum Einsatz, der den Tragekomfort zusätzlich unterstützt.

Zwar ist im Lieferumfang auch ein Transportbeutel enthalten, wirklich für den Transport gedacht ist der Kopfhörer aber eigentlich nicht. Ebenso mit dabei sind zwei verschiedene Kabel – ein gerades und ein gewedeltes. Letzteres ist vor allem praktisch, wenn man beim Benutzen der Kopfhörer einen gewissen Aktionsradius hat.

Besonders positiv ist uns im Test die natürliche Stimmwiedergabe des Kopfhörers aufgefallen, davon können sich einige Konkurrenten eine Scheibe abschneiden. Selbiges gilt übrigens auch für die Wiedergabe von Gitarre oder Klavier, bei akustischen Instrumenten spielt der Neumann ganz deutlich seine Stärken aus. Klaus Doldingers Saxophon in En Route klingt mit den NDH 20 authentisch und selbst die tiefen, teilweise schon grollenden Bassläufe werden hier hervorragend abgebildet. lediglich was die räumliche Abbildung angeht, muss sich der Neumann seinen deutlich teureren Konkurrenten geschlagen geben.

Für Hobby-Toningenieure und Freunde des puren Musikgenusses sind die Neumann NDH 20 allerdings jeden Cent wert. Auch, was die Verarbeitung und die verwendeten Materialen angeht, scheint dieser Kopfhörer ein langfristiges Investment zu sein.

Stabil und gut gepolstert: Beyerdynamic T5

Das Design des Beyerdynamic T5 gleicht dem der übrigen in Deutschland gefertigten Modelle. Da wären zum einen die aus Metall gefertigten Kopfbügel zu nennen, zum anderen die markanten Gabeln, welche den daran befestigten Kapseln zudem eine gewisse Bewegungsfreiheit gewähren.

Stabil und gut gepolstert

Beyerdynamic T5

Test: Beyerdynamic T5
Der T5 von Beyerdynamic vereint die Vorteile eines offenen mit denen eines geschlossenen Kopfhörers.

Neben Metall kommt bei der Herstellung des Kopfhörers auch Leder, genauer gesagt Kunstleder, zum Einsatz. Damit man auch nach längerer Tragezeit keine unangenehmen Druckstellen spürt, ist der Kontaktbereiche zwischen Kapseln und Kopf mit Memory-Schaumstoff gepolstert. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass der Hörer auch gegen störende Außengeräusche recht gut isoliert.

Wie es in dieser Preisregion üblich ist, verfügt der Kopfhörer auf jeder Seite über einen Anschluss für eine Steckverbindung. Obwohl die Gravur an seiner Außenseite anderes vermuten lässt, handelt es sich beim T5 um einen geschlossenen Kopfhörer. Den mit dieser Konstruktionsweise oft einhergehenden Nachteil, nämlich ein »topfiger« Sound, haben ihm die Ton-Ingenieure aber erfolgreich ausgetrieben.

Der Beyerdynamic besticht durch ein luftiges Klangbild, das den hörbaren Frequenzbereich perfekt auslotet. Mit der richtigen Mischung aus Dynamik und Schnelligkeit sorgt der Hersteller zudem dafür, dass die detaillierte Klangcharakteristik keinerlei Lebendigkeit vermissen lässt. Ebenso erfreulich ist, dass er auch ohne einen speziellen Kopfhörer-Vorverstärker dazu in der Lage ist, sein volles Klang-Potential abzurufen.

Preiswert: Sennheiser HD 560S

Der HD 560S von Sennheiser verfügt über ein beidseitig steckbares Anschlusskabel, das man sogar verriegeln kann. Das im Lieferumfang enthaltene Kabel ist mit einem 6,3mm Klinkenanschluss ausgestattet. Weil der natürlich für viele Geräte zu groß ist, hat Sennheiser es erfreulicherweise jedoch nicht verpasst, ein Verlängerungskabel mit dem kleineren 3,5mm-Anschluss mitzuliefern.

Preiswert

Sennheiser HD 560S

Test: Sennheiser Hd 560s
Der offen konstruierte HD 560S knüpft klanglich an weit teurere Geschwister an. Die Ausstattung und Verarbeitung sind tadellos.

Weil der Sennheiser nicht viel anspruchsvoller als Beyerdynamics T5 ist, kann man ihn mit dem Adapterkabel problemlos am Smartphone betreiben. Damit ist dann auch der gesamte Lieferumfang des Kopfhörers abgehandelt, ein Case hat der Hersteller dem günstigen Ohrschmeichler leider nicht spendiert.

Obwohl Sennheiser beim HD 560S vor allem auf Kunststoff setzt, was in Anbetracht des Preises durchaus verschmerzbar ist, stört das die hochwertigen Eindruck kaum. Das liegt nicht zuletzt auch an der ordentlichen Verarbeitung. Zudem macht das verwendete Material die Kopfhörer angenehm leicht, was zusammen mit den gut gepolsterten Hörern für einen angenehm hohen Tragekomfort sorgt.

Klanglich kommt der Sennheiser recht neutral daher. Die Höhen und Mitten löst er sauber und klar auf und der Bass schiebt sanft nach, ohne dabei auch nur ansatzweise zu dröhnen. Unterm Strich ist der HD 560s ein recht ausgewogen abgestimmter Kopfhörer, der dank des minimal angehobenen Grundtonbereichs über einen erfreulich sonoren Grundton verfügt. In das stimmige Gesamtbild fügen sich die hohe Verarbeitungsqualität und der hohe Tragekomfort gut ein, sodass man die wenigen Beigaben, die Sennheiser bei diesem Kopfhörer gewährt, durchaus verschmerzen kann.

Was gibt es sonst noch?

Chefentwickler des AEON Flow 2 ist der ehemalige Tuning-Spezialist Dan Clark. Die Flow 2 sind die bisher günstigsten Kopfhörer, die er produziert hat, aber da nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Fertigung in den Vereinigten Staaten erfolgt, haben natürlich auch die Flow 2 ihren Preis – der im Übrigen absolut gerechtfertigt ist.

Der Kopfhörer von AEON ist hochwertig verarbeitet, umfangreich ausgestattet und klingt hervorragend. Dazu kommt, dass der Flow 2 – trotz seiner nicht gerade zierlichen Form – angenehm leicht ist und sich die ovalen Kapseln in unserem Test als sehr »ohrfreundlich« herausgestellt haben. Die gute Polsterung des AEON Flow 2 unterstreicht den komfortablen Eindruck zusätzlich.

Den guten Gesamteindruck störte hingegen, dass der Kopfhörer für ein ideales Klangerlebnis mit einem Verstärker betrieben werden muss, was dessen Einsatzbereich deutlich limitiert.

Dass es der AEON trotz dieser Einschränkung in unsere Empfehlungen geschafft hat, ist vor allem dem natürlich Klang geschuldet, den er liefert. Jede Frequenz bekommt den ihr gebührenden Raum, keine wird bevorzugt oder unsauber wiedergegeben. Im Mittelhochtonbereich war seine Wiedergabe so klar, dass damit der Eindruck einer gewissen dreidimensionalen Räumlichkeit entstand.

Das sorgt dafür, dass das Klavier von ZAZ bei manchen Aufnahmen etwas luftiger und freier klingt als bei der Konkurrenz. Mit den im Lieferumfang enthaltenen Filtern konnte man bei den AEON Flow 2 deutliche Akzente hinsichtlich des Klangbildes setzen, es ist allerdings empfehlenswert, sich bei der Wahl des richtigen Filters Zeit zu nehmen, denn nur so findet man eine ideale Abstimmung für sich selbst.

Der Hersteller Mackie ist eigentlich für Studioelektronik bekannt. Weil dazu allerdings auch Kopfhörer gehören und sich die ersten Gehversuche des Herstellers auf diesem Terrain als durchaus erfolgreich herausgestellt haben, traut man sich nun mit den Mackie MC-450 auch in das Segment der etwas teureren Kopfhörer.

Der Mackie lässt sich wegen seiner hohen Empfindlichkeit und niedrigen Impedanz sowie dem mitgelieferten Inline-Mikrofon zwar auch mobil, wie beispielsweiße am Handy, betreiben, aufgrund der offenen Konstruktion sehen wir hier allerdings nicht seinen primären Einsatzbereich, weshalb wir ihn ins Feld der Indoor-Kopfhörer verortet haben.

Klanglich weiß der MC-450 durchaus zu überzeugen und ordnet sich direkt in die Riege der dynamische-spritzigen Kopfhörer ein, was ihn vor allem für das Hören von moderner Musik ungemein attraktiv macht. Schwächen zeigt er lediglich bei der Wiedergabe von S-Lauten, die er manchmal ein wenig zu sehr in den Vordergrund rückt.

Bei der Basswiedergabe schafft es der Mackie MC-450 zwar nicht ganz nach unten, positiv ist allerdings, dass er nicht versucht, diesen kleinen Makel mit dem Oberbass wett zu machen, indem er dort den Pegel erhöht. In Summe bekommt man beim Mackie MC-450 ein stimmiges Gesamtpaket, das nicht nur klanglich überzeugt, sondern durch seine mobilen Ambitionen auch durchaus auf Reisen zu gebrauchen ist.

Der Beyerdynamic DT 1990 Pro ist ein offener Studio-Kopfhörer. Diesem Zweck folgend verzichtet er auf eine doppelseitige Kabelführung, wie man sie bei High-End-Kopfhörern für gewöhnlich sieht. Der Vorteil liegt auf der Hand: Weniger Kabelgewirr stört bei der Arbeit und man weiß sofort, ob man die richtige Hörmuschel auf dem Ohr hat. Der Nachteil daran ist die geringfügig längere Zuleitung auf der rechten Kapsel. Wir konnten keine Verzögerung bemerken, wer aber ein so feines Gehör besitzt, dass es ihm anders ergeht, sollte von diesem und alles ähnlich gebauten Modellen absehen.

Der Tragekomfort des Over-Ear-Kopfhörers ist ausgesprochen gut: Hörmuscheln und Kopfbügel sind gepolstert, an den Ohren setzt der DT 1990 Pro zudem auf Memory-Foam. Anschluss findet der Kopfhörer per 3,5-Millimeter-Klinkenkabel, dass sich mit wahlweise mit dem beiliegenden Adapter auf 6,35 Millimeter fest verschrauben lässt.

Der Klang des DT 1990 Pro ist erfreulich präzise. Besonders die Obertöne sind gut hörbar, was angesichts des sonoren Grundtons unseres Musikstücks nicht selbstverständlich ist. Zusammen mit dem zügigen Ansprechen des Kopfhörers entsteht ein analytisches, aber gleichzeitig dynamisches Spiel – man merkt eben, dass es sich um einen Studio-Kopfhörer handelt.

Wechselt man die Ohrpolster, verschiebt sich die Klangcharakteristik stärker in Richtung Tief- und Grundtonbereich. Spitzen werden gefälliger, ohne aber an Kontur zu einzubüßen. Besonders in Hinsicht auf den verhältnismäßig niedrigen Preis ist diese Genauigkeit hervorragend – manch ein Kopfhörer, der für den doppelten Betrag angeboten wird, erreicht diesbezüglich nicht das Niveau des DT 1990 Pro.

Obwohl das beiliegende Hardcase für den Transport und der 3,5-Millimeter-Klinkenstecker vermuten lassen, dass es sich beim Beyerdynamic DT 1990 Pro um ein Modell für den mobilen Einsatz handelt, ist er dafür nur sehr eingeschränkt geeignet. Das liegt zum einen an der offen konstruierten Kapseln, zum anderen ist er mit einer Impedanz von 250 Ohm relativ wählerisch, was Zuspielgeräte betrifft. Zwar kann man den Kopfhörer an einem Smartphone betreiben, dieser kann sein Potenzial dann allerdings bei Weitem nicht ausschöpfen. Ein externer Kopfhörerverstärker kann dann Abhilfe schaffen, doch man merkt, dass das angestammte Spielfeld des Kopfhörers das Zuhause ist.

Wer also einen präzisen, regelrecht analytischen Kopfhörer für den exklusiven Heimgebrauch sucht, kommt mit dem Beyerdynamic DT 1990 Pro voll auf seine Kosten, zumal der Preis ebenfalls stark für das Gerät spricht. Wer gelegentlich auch außer Haus hören möchte, könnte aufgrund des deutlich schlechteren Klangs an Mobilgeräten enttäuscht sein.

Auch am offenen Over-Ear-Kopfhörer Sennheiser HD 600 führt je ein separates Kabel zu den Hörmuscheln. Die sind mit Velours verkleidet und bieten einen sehr hohen Komfort. Weil der Hörer zudem recht leicht ist, trägt er sich überaus bequem. Wie schon der Beyerdynamic Custom Studio findet auch der Sennheiser HD 600 Anschluss an die heimische HiFi-Anlage, aber nicht am Mobiltelefon. Grund dafür ist seine hohe Impedanz von 300 Ohm. Auch das Fehlen eines Transportetuis untermauert den Anspruch für den Einsatz zuhause.

Mit einem guten Verstärker verbunden, ist das Klangbild des Kopfhörers fantastisch. Besonders Liebhaber klassischer Orchesterstücke werden sich an der detailverliebten Wiedergabe des HD 600 erfreuen. Selbst feinste Zwischentöne werden noch wiedergegeben, wo manch anderer Kopfhörer sie schlicht verschluckt hätte. Dabei greift er auf ein Dynamikspektrum zu, das sich hören lassen kann.

Auch mit tiefen Tönen weiß der HD 600 umzugehen, obwohl er konstruktionsbedingt für allzu ausladende Bassgewitter nicht optimal geeignet ist. Dennoch braucht sich der Sennheiser-Hörer keineswegs vor modernen Genres zu verstecken, denn sein musikalischer Umfang ist beachtlich.

Wer den Fostex TH 900 MkII wählt, nimmt Qualität ernst. Nicht nur, dass der High-End-Kopfhörer ziemlich kostspielig ist, die verwendeten Materialien spiegeln diesen Umstand ebenso wider: Seine geschlossenen Hörkapseln bestehen aus edlem Kirschholz, die Polster sind von hochwertigem Proteinleder umspannt und die Metallteile bestehen aus exakt gefrästem Aluminium. Das Ergebnis spricht für sich: Die Verarbeitungsqualität ist genau wie der Tragekomfort hervorragend.

Auf die Beigabe eines Hardcase verzichtet Fostex, dafür legt der Hersteller einen Lederbeutel sowie einen schmucken Ständer bei, der das edle Stück Technik angemessen in Szene setzt. Zum Anschluss an die Anlage dienen zweiseitig gesteckte Kabel mit 6,35-Millimeter-Stecker.

Vom Fostex TH 900 MkII gibt es zwei Varianten, die normale Standardversion in roter Farbe sowie die auf 300 Exemplare limitierte, blaue Sapphire Blue Edition. Die Farbgebung ist aber nicht der einzige Unterschied, denn auch der Klang der beiden Geräte fällt anders aus. Während sich beide die sehr gute räumliche Abbildung teilen, ist die Abstimmung des roten Standardmodells etwas lebhafter und impulsiver, was sich besonders bei Höhen und Bässen zeigt, ohne jedoch an Seriösität einzubüßen. Das blaue Modell klingt neutraler und hält sich diesbezüglich mehr zurück. Auch wenn die limitierte Edition aufgrund ihres Seltenheitswerts teurer verkauft wird als die rote Variante, bevorzugen wir den Fostex TH 900 MkII in der herkömmlichen Ausführung.

Dass ein Kopfhörer für einen derart hohen Preis gut klingt, kann man ohnehin erwarten. In Kombination mit den erlesenen Materialien und dem hohen Tragekomfort gelingt Fostex allerdings ein Kopfhörer der Extraklasse.

Der SendyAudio Aiva ist eine echte Besonderheit, die man von außen nicht erkennt und die in dieser Preisklasse sonst schwer zu finden ist: Er besitzt magnetostatische Treiber.

Das Design des Kopfhörers ist noch mehr als sonst Geschmackssache: Die Kapseln bestehen aus Holz und zeigen eine große Maserung, abgeschlossen werden sie durch ein Blech mit bogenförmigen Ausstanzungen, die rein kosmetischer Art sind. Das gewendelte Kabel samt dünner Klarsichtisolierung muss man auch mögen. Selbiges endet in einem symmetrischen Pentaconn-Stecker, auf den bei Bedarf erst der beiliegende Adapter auf 3,5 Millimeter Klinke und anschließend der 6,35-Millimeter-Adapter gesteckt wird.

Generell ist der Aiwa sehr modular konstruiert. Fast alle Komponenten, einschließlich des Kopfbandes, lassen sich abschrauben – das ist in Hinsicht auf die Umwelt nachhaltig und aus Reparaturgründen praktisch, wobei letztere aufgrund der hohen Fertigungsqualität ohnehin nicht allzu schnell notwendig werden sollte. Der Tragekomfort ist hoch, was vor allem an der weichen, großzügigen Polsterung liegt. Das Gewicht ist mit knapp 450 Gramm aber relativ hoch.

Beim Klang kann der Aiwa zeigen, was seine magnetostatischen Wandler können – und sie können einiges. Der Kopfhörer klingt luftig, der Grundtonbereich ist angenehm und die Mitten fein aufgelöst. Bei sehr hohen Tönen und tiefen Bässen nimmt er sich hingegen etwas zurück. Dabei baut der Aiwa eine weiträumige Bühne auf, die in ihrer Tiefe und Darstellung vollends überzeugt.

Wer mit dem etwas eigenwilligen Design leben kann, erhält mit dem SendyAudio Aiva einen Eindruck in Klangsphären, die ein dynamischer Wandler niemals darstellen könnte – und trotzdem bleibt der Kopfhörer in einem bezahlbaren Preisbereich. Entsprechende Konkurrenzmodelle setzen diesbezüglich erst deutlich weiter oben an.

Kopfhörer für unterwegs

Für die mobile Wiedergabe müssen Kopfhörer andere Kriterien erfüllen als ihre Pendants für den Heimgebrauch. Der Hörer soll von Störgeräuschen verschont bleiben, gleichzeitig möchte man unbeteiligten Mitmenschen in der Öffentlichkeit nur ungern mit dem eigenen Soundtrack auf die Nerven gehen. Kurzum: Ein Kopfhörer muss seinen Träger deutlich stärker abschotten. Das bedeutet: geschlossene Hörkapseln.

Eine andere Möglichkeit, dies zu erreichen, ist das sogenannte Active Noise Cancelling oder kurz ANC. Da sich die Technik allerdings unweigerlich auf die Klangqualität auswirkt, wollen wir entsprechende Modelle hier ausklammern.

Darüber hinaus spielt die Impedanz eine zentrale Rolle. Diese sollte bestenfalls zweistellig sein, sonst schaffen es die Ausgangsstufen herkömmlicher Smartphones nicht, die Last anzutreiben. Stichwort Smartphone: Zwecks Telefonaten verfügen Kopfhörer für unterwegs in der Regel über eingebaute Mikrofone. Bei Modellen für zuhause sucht man derlei Komponenten vergebens.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Leicht und hellWandlungsfähigFür DJsOn-Ear-KlassikerGünstig
Test  Kopfhörer: Audio-Technica ATH-MSR7bTest  Kopfhörer: Campfire Audio CascadeTest: Pioneer Dj Hdj X10Test  Kopfhörer: Sennheiser HD 25-1 II Basic EditionTest: Sennheiser Hd 400s
Modell Audio-Technica ATH-MSR7b Campfire Audio Cascade Pioneer HDJ-X10 Sennheiser HD 25-1 II Basic Edition Sennheiser HD 400S
Pro
  • Schön natürlicher, fein auflösender Klang
  • Komfortabler Sitz
  • Kabel beidseitig steck- und damit auswechselbar
  • Hervorragender Klang selbst am Mobilgerät
  • Klanganpassung mit vier Paar beiliegenden Filtern
  • Solide gefertigt
  • Sehr guter Klang
  • Solide Verarbeitung
  • Umfassende Ausstattung
  • Sehr ausgewogener Klang mit leichter Bassbetonung
  • Sehr leichte und damit komfortabel zu tragende Konstruktion
  • Das Kabel lässt sich komplett auswechseln
  • Guter Klang
  • Steckbares Kabel mit Mikrofon
  • Transportbeutel
Contra
  • Manchem mag der ultimative Punch im Tiefbass fehlen
  • Recht schwer
  • OnEar Konstruktion passt nicht jedem gut
Bester Preis
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Leicht und hell: Audio-Technica ATH-MSR7b

Leicht und hell

Audio-Technica ATH-MSR7b

Test  Kopfhörer: Audio-Technica ATH-MSR7b
Sehr fein differenzierender, natürlich abgestimmter geschlossener Hörer.

Der Audio-Technica ATH-MSR7b hat einige Eigenschaften, die man sonst eher von Modellen für zuhause gewohnt ist. Zum einen nutzt er wahlweise einen dreipoligen, symmetrischen Pentaconn-Stecker, der zum Anschluss an hochwertige Musik-Player konzipiert ist und ein möglichst störungsfreie Übertragung ermöglicht. Zum Anderen verzichtet er auf ein Mikrofon – ebenfalls ungewöhnlich. Und auch der Fakt, dass das Kabel doppelseitig gesteckt wird, spricht eigentlich für ein Heimatmodell.

Trotz allem ist der ATH-MSR7b aber bestens für den mobilen Einsatz gewappnet. Das Standardkabel endet in einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker, der Kopfhörer wird zusammen mit einem Transportbeutel aus Neopren geliefert und die Impedanz ist mit 36 Ohm niedrig, sodass die Endstufen von Smartphone und Co. die Kopfhörer problemlos bespielen können.

Gebaut ist der Kopfhörer neben Metall auch aus Kunststoff. Da beide aber tadellos verarbeitet sind, erkennt man den Unterschied zwischen den Materialien nur bei genauem Hinsehen. Auch bei den Polstern gibt sich das Gerät keine Blöße – zusammen mit dem geringen Gewicht von nur rund 250 Gramm schaffen sie einen sehr guten Tragekomfort. Sollten sich irgendwann die Zeichen der Zeit darauf zeigen, lassen sie sich, genau wie das Anschlusskabel, problemlos austauschen. Leider gilt das nicht für die Polsterung am Bügel – deren Wechsel ist nicht vorgesehen.

Klanglich gibt sich der ATH-MSR7b natürlich und relativ hell abgestimmt, wodurch besonders der Mittelhochtonbereich fein und leicht auflöst. Dies geht etwas auf Kosten des Tief- und Grundtonbereichs, der aber trotzdem noch passable Tiefen erreicht. Stimmen verlieren ein Wenig ihres sonoren Klangs, die vielen Feinheiten, besonders bei den Hochtönen, machen den Umstand aber mehr als wett.

Audio-Technica gelingt mit dem ATH-MSR7b der Kompromiss zwischen Heimtauglichkeit und Mobilität so gut wie kaum einem anderen Hersteller. Wer eine neutrale Abstimmung mit leichter Bevorzugung der Höhen zu schätzen weiß, sollte unbedingt probehören!

Wandlungsfähig: Campfire Audio Cascade

Campfire Audio hat seinen Ursprung in der Produktion von In-Ear-Kopfhörern und auch der Cascade folgt der Tradition mobiler Kopfhörer. Folgerichtig kann er für den Transport zusammengeklappt werden. Ein passendes Case liegt bei. Darin finden neben dem Gerät selbst auch die Anschlusskabel Platz, die beidseitig per 3,5-Millimeter-Klinke gesteckt werden.

Wandlungsfähig

Campfire Audio Cascade

Test  Kopfhörer: Campfire Audio Cascade
Der Cascade ist der erste FullSize Hörer von Campfire Audio, er kann direkt vom Start weg überzeugen.

Die verwendeten Materialien sind allesamt hochwertig: Der Bügel besteht zum größten Teil aus Metall, die Polster aus Leder. Letztere werden von Magneten an Ort und Stelle gehalten und sind wechselbar. Auf ihrer Rückseite befindet sich eine Öffnung zur Aufnahme eines Filterplättchens, von denen dem Cascade insgesamt vier Paare beiliegen. Diese beeinflussen den Klang des Kopfhörers und bieten viel Potenzial zur Optimierung des individuellen Hörvergnügens.

Lässt man die Plättchen komplett weg, dominieren Tief- und Mittel-Tieftonbereich. Trotzdem löst der Cascade auch im Mittelhochtonbereich sehr fein auf. Mit Filtern wird die Bassorientierung etwas gedämpft und die Abstimmung neutraler. Deshalb eignet sich der Campfire Audio Cascade vor allem für Leute, die gerne viele verschiedene Genres hören und dementsprechend tüfteln möchten.

Für DJs: Pioneer HDJ-X10

Für DJs

Pioneer HDJ-X10

Der Pioneer HDJ-X10 ist für den Einsatz am Mischpult konstruiert. Mit dem Zusatz »DJ-Equipment« werben zwar viele Kopfhörerhersteller, dem Pioneer nimmt man diese Nomenklatur – im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen – allerdings wirklich ab, allein schon die perfekt verarbeiteten Gelenke machen deutlich, an wen sich dieser Kopfhörer richtet.

Abseits der stage-tauglichen Gelenke überzeugt auch die restliche Verarbeitung, welche durch die Verwendung hochwertiger Materialien zusätzlich unterstrichen wird. Die stabile Metallkonstruktion ist an den Stellen, an denen es sinnvoll ist, mit Gummi überzogen, beispielsweise an den Außenflächen der Hörkapseln.

Im Lieferumfang des Pioneer sind zwei Kabel (eines glatt, eines gewedelt), ein Klinken-Adapter, sowie ein äußerst robustes Hardcase enthalten. Die Stecker selbst lassen sich nach dem Anstecken verriegeln. Klanglich kommt der Pioneer HDJ-X10 sehr aufgeräumt und unspektakulär daher. Impulsive Bässe, welche die andere Hifi-Kopfhörer gerne mal an ihre Grenzen bringen, werden vom HDJ-X10 einfach wiedergegeben, ohne dass hier groß etwas aufgebauscht wird.

Der Pioneer HDJ-X10 ist also die richtige Wahl, wenn man nicht auf der Suche nach dem klassischen »Party-Sound« ist, sondern gerne auch mal selbst auflegt. Dazu passt auch sein robustes Äußeres, das auch die ein oder andere ruppige Behandlung durchaus verzeiht.

On-Ear-Klassiker: Sennheiser HD 25-1 II Basic Edition

On-Ear-Klassiker

Sennheiser HD 25-1 II Basic Edition

Test  Kopfhörer: Sennheiser HD 25-1 II Basic Edition
Der HD 25 ist ein Klassiker in aktuellster Ausführung, besonders beliebt ist er als Arbeitsgerät in der Aufnahmetechnik.

Der Sennheiser HD 25-1 II Basic Edition ist die aktuelle Variante des schon lange erhältlichen HD 25. Es gibt ihn auch noch als Light Version und Plus-Variante, die sich von der hier getesteten Basic Edition durch einen anderen Kopfbügel respektive durch das Zubehör unterscheiden, die Wandler sind hingegen in allen Modellen die gleichen.

Angeschlossen wird der Kopfhörer per 3,5-Millimeter-Klinke, die einseitig in die geschlossenen On-Ear-Hörkapseln gesteckt werden. Zubehör, wie etwa ein Adapter auf das 6,35-Millimeter-Format, liegt dem Gerät in dieser Variante nicht bei.

Die Abstimmung ist sehr neutral, weshalb der HD 25-1 II bei professionellem Kamera- und Tonpersonal beliebt ist. Insgesamt erinnert der Klang stark an den HD 600 aus demselben Hause. Der größte Unterschied liegt in der Bauweise, da diese hier, wie schon beschrieben, auf geschlossene Kapseln im On-Ear-Format setzt. Der knackige Bass und die warme Abstimmung gibt es aber auch bei diesem Modell.

Wer kein Problem mit On-Ear-Kopfhörern hat, bekommt mit dem Sennheiser HD 25-1 II einen hervorragenden Kopfhörer mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Günstig: Sennheiser HD 400S

Günstig

Sennheiser HD 400S

Der Sennheiser HD 400S ist vor allem interessant, wenn man für einen Kopfhörer keine Vermögen ausgeben will, aber trotzdem einen mehr als soliden Klang haben möchte. Dabei müssen natürlich Kompromisse bei den verwendeten Materialien gemacht werden, der Klangqualität des Sennheiser tut dies aber natürlich keinen Abbruch.

Im Lieferumfang enthalten ist ein Anschlusskabel mit integriertem Inline-Mikrofon, sowie ein Beutel zum Transport der Kopfhörer. Dass ein derart günstiger Kopfhörer dabei mit einem steckbaren Anschlusskabel ausgerüstet ist, kommt nicht häufig vor und hat den positiven Nebeneffekt, dass ein defektes Kabel einfach ausgetauscht werden kann.

Für einen recht geringen Preis bietet der Sennheiser HD 400S ein Klangerlebnis, das uns in unserem Test vollkommen überzeugt hat. Dazu lässt sich der Kopfhörer angenehm tragen und ist so auch unterwegs, etwa am Smartphone angeschlossen, ein Garant für guten Sound. Lediglich bei der Qualität muss man im Vergleich zur deutlich teureren Konkurrenz ein paar Abstriche machen.

Was gibt es sonst noch?

Es geht aber auch noch günstiger, wie der Fostex TH7 beweist. Das merkt man zwar an Material und Zubehör, zum Glück aber kaum beim Klang.

Gefertigt ist der TH7 vorwiegend aus Kunststoff, was angesichts des Preises niemanden überraschen sollte. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass der Kopfhörer mit 255 Gramm recht leicht ist. Zusammen mit der guten Polsterung ergibt sich daraus ein bequemer Sitz auf dem Kopf. Zubehör liegt dem Gerät keines bei und auch die beidseitig geführten Kabel sind nicht austauschbar. Für die Zuspielerseite nutzt der TH7 einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker.

Die Klangqualität und Auflösung sind für den günstigen Preis erfreulich hoch. Die Abstimmung gestaltet sich neutral bis hell, was zuweilen allerdings ein leichtes Zischen bei S-Lauten zufolge hat.

Somit eignet sich der Fostex TH7 in erster Linie für Leute mit schmalem Budget. Besonders bei Klang und Tragekomfort kann der Kopfhörer punkten, wenn er auch nicht ganz die Brillanz der deutlich teureren Konkurrenz erreicht.

Der AKG K371 ist ein sehr vielseitiges Modell, denn er eignet sich nicht nur für das Musikhören unterwegs, sondern auch als DJ-Kopfhörer. Möglich macht das die stark anpassbare Aufhängung der Hörkapseln: Zum einen lässt sich eine davon wegklappen, sodass man den Ton nur über ein Ohr hört, zum anderen kann man sie in ihrer Neigung verstellen, wodurch auch gleichzeitig der Spielraum für die Position des Kopfbügels wächst. Der Tragekomfort ist dementsprechend enorm hoch.

Passend zu seiner Ausrichtung wird der AKG K371 nicht nur mit einem Transportbeutel, sondern auch gleich drei Anschlusskabeln ausgeliefert: Einem drei Meter langen für zuhause, einem 120 Zentimeter langem für den mobilen Einsatz und ein gewendeltes für die Arbeit als DJ. Die Kabel werden einseitig gesteckt und nutzen den 3,5-Millimeter-Stecker. Ein Adapter auf  6,35 Millimeter liegt bei.

Die Abstimmung erinnert stark an den Audio-Technica ATH-MSR7b, zeigt aber eine stärkere Schlagseite in Richtung Loudness. Im Normalfall klingt er damit sehr gut, bei zu heftigen Tiefbass-Passagen fehlt es ihm aber mitunter an Präzision.

Für alle, denen ein guter Sitz und ein hoher Tragekomfort besonders wichtig ist, ist der AKG K371 unsere Empfehlung.

Wenn Sie ein Modell für unterwegs bevorzugen, das auch zuhause eine gute Figur abgibt, ist der Beyerdynamic Custom Studio einen Blick wert. Seine Impedanz ist zwar relativ hoch, seine Empfindlichkeit aber auch, was den Widerstand wieder wettmacht. Schön ist neben dem generell sehr guten Klang auch die Möglichkeit, den Basspegel zu regulieren.

Hochwertig verarbeitet und klanglich hervorragend ist der Meze 99 Neo. Der geschlossene Over-Ear-Kopfhörer ist relativ warm abgestimmt und liefert eine exzellente Bandbreite. Außerdem wird er mit einer guten Zubehörausstattung ausgeliefert.

Kopfhörer Test: Offen Geschlossen
Offene Kapsel vs. geschlossene Kapsel

Wissenswertes über Kopfhörer

Kopfhörer unterscheiden sich in der Art und Weise ihrer Konstruktion. Hier kommt es vor allem auf drei Aspekte an: die Bauform, die Konstruktion der Hörkapseln und die Technologie der Wandler.

Die Bauform ist von außen einfach zu erkennen: Liegen die Hörer auf der Ohrmuschel auf, spricht man von einem On-Ear-Kopfhörer, umschließen sie das Ohr vollständig, handelt es sich um ein Over-Ear-Modell. Die Bauform wirkt sich vor allem auf den Tragekomfort aus: On-Ear-Kopfhörer sorgen nach einiger Tragezeit für heiße Ohren, sind aber für Brillenträger meist die bessere Wahl, da Over-Ear-Hörer den Brillenbügeln in die Quere kommen. Over-Ear-Kopfhörer dichten dafür besser ab. Damit schirmen sie sowohl Außengeräusche besser ab und lassen auch weniger Musik nach außen dringen.

Einen großen Einfluss auf den Klang haben die Hörkapseln, die offen, geschlossen oder halboffen konstruiert sein können, was jeweils wieder Vorzüge und Nachteile haben kann. Offene Kopfhörer bieten meist einen ausgewogenen, detailreichen Klang, vermissen aber im Tiefton- und Bassbereich oft genügend Druck. Sie schirmen nach außen zudem schlecht ab, was Mitmenschen in der Nähe zum Mithören nötigt. Da sind geschlossene Modelle im Vorteil. Klanglich können geschlossene Modelle im Tieftonbereich mächtig Druck machen, erhöhen aber auch das Risiko einer verfärbten Wiedergabe.

Von außen nicht zu erkennen sind die Wandler. Hier setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Technologien. Häufiger zu finden sind dynamische Wandler. Sie bestehen aus einer mit einer Membran verbundenen Spule, die beweglich in einem Magnetspalt gelagert ist. Bei Änderungen im Magnetfeld überträgt die Spule die Bewegung auf die Membran, woraufhin diese in Schwingung gerät und Schall erzeugt.

Dem gegenüber stehen magnetostatische Wandler. Hier ist die Spule direkt auf die Membran aufgedampft und belegt somit deren gesamte Fläche. Die Membran liegt zwischen zwei Magneten und kann durch diese äußerst präzise gesteuert werden, wodurch ungewollte Schwingungen vermieden werden können. Dadurch sind magnetostatische Wandler präziser, aber auch teurer.

Bevor man sich für einen Kopfhörer entscheidet, sollte man sich bewusst sein, an welcher Quelle er eingesetzt werden soll. Hier geben zwei Werte einen Orientierungspunkt: die Impedanz und die Empfindlichkeit. Die Impedanz beschreibt den Wechselstromwiderstand, der mit der Verstärkerleistung der Signalquelle übereintimmen sollte. Mobile Geräte mit einer niedrigen Verstärkerleistung verstehen sich am besten mit niedrigen Impedanzen von 32 Ohm oder weniger. Stationäre Geräte für den Heimgebrauch arbeiten mit Impedanzen von 100 Ohm oder mehr, während professionelle Kopfhörer für das Studio mit Impedanzen um 300 Ohm aufwarten.

Die Empfindlichkeit beschreibt, welchen Schalldruck der Kopfhörer mit einem Milliwatt Leistung erzeugen kann und ist somit ein Orientierungspunkt für Lautstärke und Dynamik.

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