Test: Bose

Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test : Hohe Klangqualität ohne Außengeräusche

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Update 05.10.2020

Für wirklich entspanntes Musikhören lohnt sich die Anschaffung eines Kopfhörers mit Noise Cancelling. Egal ob Motorengeräusche oder Gemurmel: Außengeräusche werden konsequent gelöscht, manche Kopfhörer sind sogar in der Lage, bestimmte, sinnvolle Geräusche durchzulassen.

Update 5. Oktober 2020

Wir haben weitere Modelle getestet. Der Sony WH-1000X M4, der Bang & Olufsen BeoPlay H95 und der Sennheiser HD 450BT sind neue Empfehlungen.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Für Menschen, die sich öfter in lauter Umgebung befinden, sind Kopfhörer mit Noise Cancelling ein Segen. Die Außengeräusche werden nämlich bei Bedarf von einem Mikrofon aufgenommen und phasenverschoben via Lautsprecher abgespielt. Das Resultat: Die Schallwellen der Umgebung werden herausgefiltert und man hört nur noch die eigentliche Musik. In öffentlichen Verkehrsmitteln oder Menschenmengen hat man so ein viel angenehmeres Hörerlebnis.

Zumeist arbeiten Kopfhörer mit Noise Cancelling heutzutage über Bluetooth. Falls der Akku einmal leer ist, so liegt für den Notfall häufig noch ein Kabel bei. Damit funktioniert die Geräuschunterdrückung zwar nicht mehr, aber immerhin bleiben die Kopfhörer nicht komplett stumm.

Die Qualität des Noise Cancellings unterscheidet sich bei den getesteten Kopfhörern doch deutlich. Vorreiter in diesem Bereich sind vor allem Sony, Sennheiser und Bose. Die bieten häufig noch verfeinerte Funktionen an, um Geräuschunterdrückung situationsabhängig zu perfektionieren. Für deren Performance muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen.

Die hier getesteten Kopfhörer sind entweder Over-Ears oder On-Ears und haben daher beim Noise Cancelling klare Vorteile gegenüber In-Ears. Aufgrund der Bauweise dichten sie den Gehörgang viel besser ab, was allein schon viele Außengeräusche eliminiert. Die großen Kapseln bieten außerdem viel mehr Platz, um Elektronik und Akku zu verstecken. Ein Lade-Dock, das für In-Ears unerlässlich ist, braucht man bei Bügelkopfhörern also nicht.

Wir hatten mittlerweile 43 Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test, davon sind momentan noch 37 erhältlich. Dabei wird man in verschiedenen Preisklassen fündig.

Starkes Gesamtpaket: Sony WH-1000X M4

Starkes Gesamtpaket

Sony WH-1000X M4

Test: Sony Wh 1000x M4
Kompromisslos guter Klang und hervorragende Geräuschunterdrückung – in der vierten Version nochmal verbessert.

Der Sony WH-1000X M4 ist seinem Vorgänger – zumindest was die Optik angeht – sehr ähnlich. Neu hingegen ist der Sensor, welcher in der Kapsel auf der linken Seite verbaut ist und dafür sorgt, dass der Kopfhörer erkennt, sobald er abgenommen wird. Dann wird in den Standby-Mods geschaltet, bis er wieder aufgesetzt wird.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4 Sensor
Der Sony WH-1000 XM4 ist mit einem Sensor ausgestattet, der registriert, ob der Kopfhörer gerade getragen wird.

Um ein noch besseres und individuell angepasstes Klangerlebnis zu bieten, passt der Kopfhörer von Sony den Klang an die Beschaffenheit der eigenen Ohrmuschel an. Das funktioniert, indem man diese fotografiert – den Rest macht die App des Sony. Das Ergebnis ist davon abhängig, wie sehr die eigene Ohrmuschel sich von der Durchschnitts-Ohrmuschel unterscheidet.

Weil bei der Funktion »360 Reality Sound« die Form des Ohres jedoch durchaus Einfluss auf das Klangerlebnis hat, erscheint die Vermessung des Ohres an dieser Stelle durchaus sinnvoll. Die weichen und Anpassungsfähigen Polster sorgen für einen hohen Tragekomfort, wobei die Ohren gut umschlossen werden, was den Sony somit auch zum attraktiven Begleiter für lange Reisen macht.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4 Komplett
Neben dem Reise-Adapter gehört ein Ladekabel (USB-C) und ein Audiokabel zum mitgelieferten Zubehör.

Das Noise Cancelling lässt sich über die Custom-Taste steuern, welche auf der linken Seite der Hörkapsel untergebracht ist. Die gegenüberliegende Seite fungiert als Touch-Bedienfläche, indem sich darauf durch Wischgesten die Lautstärke regulieren oder der nächste Song überspringen lässt. Starten und Stoppen der Musik funktioniert durch doppeltes Tippen.

Die »Talkthrough-Funktion«, von Sony »Quick Attention Mode« genannt, sorgt dafür, dass die Musik leiser und Umgebungsgeräusche verstärkt werden, sobald man mit der Handfläche entsprechend auf die Kapsel legt. Will man eine Durchsage hören oder wird gerade angesprochen, ist diese Funktion sehr praktisch.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4sw
In Schwarz macht der Kopfhörer von Sony ebenfalls eine gute Figur.

Eine weitere Funktion, welche neu hinzugekommen ist, heißt »Speak-To-Chat«. Damit muss der Kopfhörer nicht abgenommen werden, um Außengeräusche wie beispielsweise Stimmen wahrzunehmen. Das geht zwar mit einem deutlichen Zugewinn in Sachen Komfort einher, könnte allerdings für den ein oder anderen befremdlichen Blick beim Gegenüber sorgen.

Sind Noise Cancelling und Bluetooth aktiviert, hält der Sony 30 Stunden und mehr durch. Sollte trotzdem einmal der Akku zur Neige gehen, sorgt das im Lieferumfang enthaltene Anschlusskabel dafür, dass die Musikwiedergabe dennoch nicht unterbrochen wird. Lediglich mit Noise Cancelling und Bluetooth ist dann Schluss.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4 Imcase
Im kleinen Case des Sony hat alles seinen Platz.

Das Case, in welchem der WH-1000 XM4 verstaut wird, ist relativ klein und aus einem strapazierfähigen Stoff gefertigt. Nur das Inline-Mikrofon und die Bedientasten fehlen dem Sony, was dazu führt, dass man die Freisprechfunktion bei angeschlossenem Kabel nicht nutzen kann.

Für die Übertragung via Bluetooth steht zwar nicht der aptX-Codec zur Verfügung, mit dem LDAC-Codec verfügt der Sony allerdings über eine potente Alternative, die Musik kabellos und in sehr hoher Qualität übertragen kann. Auch 360 Reality Sound, der einem Surround-Sound schon ziemlich nahe kommt und vermehrt von Stramingdiensten angeboten wird, beherrscht der Sony.

Klanglich liefert der Sony WH-1000X M4 die ganze Bandbreite hörbarer Frequenzen. Der differenzierte Mittelton schließt sich ohne hörbaren Übergang an den Grundton und verleiht der Musik eine gewisse Wärme. Stimmen werden treffsicher in ihrer richtigen Klangfarbe wiedergegeben und auch die Bässe sind gleichermaßen knackig wie präzise.

Mit diesen Kopfhörern bleiben nahezu keine Wünsche offen, nicht nur der Klang ist hier von herausragender Qualität, sondern auch die zahlreichen individuellen Einstellmöglichkeiten sowie das durchdachte Noise Cancelling.

Comeback: Bose NC 700

Comeback

Bose NC 700

Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Bose 700
Wieder in der Spitzenklasse angekommen und das mit hervorragendem Noise Cancelling und sehr gutem Sound.

Lange hat es gedauert, bis sich Bose mit dem NC 700 wieder auf den Markt der Kopfhörer mit Noise Cancelling begeben hat. Dabei hat man sich kaum mehr an hauseigenen Vorgängern wie der QuietComfort-Reihe orientiert, sondern gleich ein ganz neu entwickeltes Modell geschaffen. Das zeigt sich unter anderem in der Verarbeitung des Bügels und der Kapseln, die nun um einiges hochwertiger aussehen. Die Kapseln sind außerdem verschieb- und drehbar.

Im schlanken und handlichen Hardcase haben die Kopfhörer ausreichend Platz, außerdem findet man hier ein Audio-Kabel für Notfälle. Schon beim Einschalten merkt man dann, dass Bose es ernst meint. Dabei wird man nämlich von einem Intro à la Hollywood-Blockbuster beschallt und bald danach darauf hingewiesen, man solle doch die Bose Music App installieren.

Die ist zwar nicht unbedingt für die Nutzung notwendig, erleichtert aber doch einiges. So kann man darin nicht nur die Sprache der begleitenden Sprachausgabe ändern, sondern auch das Noise Cancelling noch feiner abstufen. Ohne App stehen nur drei Grade der Geräuschunterdrückung zur Verfügung, mit App sind es ganze zehn. Um die App zu nutzen, muss man sich allerdings mit Name und E-Mail-Adresse registrieren.

Die Bedienung erfolgt über drei kleine Tasten an den Kapseln. Links befindet sich nur eine, die komplett für das Noise Cancelling abgestellt ist. Damit kann man die Geräuschunterdrückung sogar nur vorübergehend ausschalten, wenn man etwa eine wichtige Durchsage erwartet. Die beiden Tasten an der rechten Kapsel sind für Ein- und Ausschalten, Bluetooth-Pairing und die verfügbaren Sprachassistenten Siri und Google Assistant zuständig.

Aber was ist mit der Lautstärke? Hier hat sich Bose eine clevere und gleichzeitig angenehme Lösung einfallen lassen. Per Streichen am Bügel der rechten Kapsel dreht man nämlich lauter und leiser, was auch in der Praxis sehr gut funktioniert.

Beim Sound hat sich Bose gerade gegenüber der klanglich unspektakulären QuietComfort-Reihe verbessert. Bässe werden jetzt leicht angehoben, ohne dass mittlere oder hohe Töne darunter leiden – die sind nun sogar feiner aufgelöst als bei Vorgängern. Hier hat Bose sehr gelungen überarbeitet.

Damit ist mit dem NC 700 ein wirklich starker Kopfhörer auf den Markt gekommen. Für optimale Nutzung sollte man sich allerdings in der App registrieren, was vielleicht nicht jedem schmeckt. Hat man das aber einmal hinter sich gebracht, so gibt es wirklich keine Mängel mehr. Aber auch hier gilt letztendlich: Qualität hat ihren Preis.

Premium: Bang & Olufsen BeoPlay H95

Premium

Bang & Olufsen BeoPlay H95

Test: H95 Black Hero
Mit dem BeoPlay H95 hat der dänische Hersteller eine echte Design-Ikone geschaffen, technischer und klanglicher Leckerbissen inklusive.

Der Bang & Olufsen BeoPlay H95 bietet genau das, wofür der dänische Hersteller bekannt ist, nämliche exzellenter Technik ein formschönes Äußeres zu verleihen. Hochwertige Materialien und eine makellose Verarbeitung gehen auch bei diesem Kopfhörer Hand in Hand.

So bestehen die Ohrpolster beispielsweise aus sehr weichem und feinem Kunstleder, während der Rest des Kopfhörers größtenteils aus wertigem Metall besteht. Zwar schlägt sich die Verwendung dieser Materialen natürlich auch aufs Gewicht nieder, der BeoPlay H95 macht das aber durch seinen hohen Tragekomfort wieder wett.

An der rechten Seite des Kopfhörers finden sich die klassischen Bedienelemente wie »Stopps«, »Skipping« oder »Start«, welche durch eine Touch-Fläche bedient werden. Über den auf dieser Seite ebenfalls vorhandenen Drehsteller lässt sich die Lautstärke ändern, sein Pendant gegenüber reguliert die Intensität zwischen Talkthrough und Noice Cancelling. Angenehm ist, dass der Klang von Letzterem nicht hörbar beeinflusst wir. Leider ist das Noise Cancelling nicht ganz so smart wie bei der Konkurrenz von Bose und Sony.

Der Klang des BeoPlay ist luftig und offen, die Tendenz zur Loudness scheint dabei zweifelsohne gewollt und sorgt dafür, dass die Tiefen mit einem angenehmen Volumen aufwarten, während die Höhen entsprechend feingezeichnet werden.

Schwächen hat der Bang & Olufsen BeoPlay H95 in unserem Test keine offenbart, hier stimmt einfach alles: Design, Verarbeitungsqualität, Klang – und sogar die App.

Hervorragender Klang: Sennheiser PXC 550-II

Hervorragender Klang

Sennheiser PXC 550-II

Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Sennheiser PXC 500-II
Die zweite Version verfügt über ein effektives Noise Cancelling, klingt hervorragend und ist super ausgestattet.

Optisch ist der Sennheiser PXC 550-II kaum von seinem Vorgänger, dem PXC 550, zu unterscheiden. Beim Blick auf die technischen Details fallen dann aber doch einige Unterschiede auf. So wird nun Bluetooth 5.0 unterstützt und mit Siri, Alexa und Google Assistant ist die gesamte Palette der bekannten Sprachassistenz eingebunden. Dafür muss man jedoch auf einen NFC-Chip verzichten.

Die weichen Polster sorgen nicht nur für Tragekomfort, sondern dichten die Kapseln auch sehr effizient ab. Außengeräusche haben so per se schon wenig Chancen, zum Ohr durchzudringen. Sehr praktisch ist, dass sich die Kopfhörer automatisch einschalten, wenn man sie aus der Transportposition aufklappt. Folgerichtig schalten sie sich beim Abnehmen wieder aus, was auch ein wenig Energie spart.

Die Bedienung erfolgt fast gänzlich über das Touchpad an der rechten Kapsel, das immer schnell reagiert. Mit Klopfsignalen startet, pausiert und überspringt man Musik oder aktiviert die Talk-Through-Funktion. Außerdem kann man so eingehende Anrufe annehmen. Telefonieren funktioniert übrigens erstklassig, beide Gesprächspartner konnten sich sehr klar verständigen.

Per Schiebeschalter oben an der rechten Kapsel sind zwei Stufen des Noise Cancellings aktivierbar. In Stufe II werden schlicht alle Außengeräusche gelöscht, bei Stufe I passt sich die Geräuschunterdrückung der Umgebung an. Dazu ist die Smart Control App hilfreich: Dort lässt sich zusätzlich etwa der Anti-Wind-Modus auswählen, aber auch detaillierte Klangeinstellungen sind hier zu finden.

Hochklassigen Klang darf man bei Sennheiser aber sowieso erwarten, da gibt es auch hier keine Ausnahme. Gerade im Mittelhochtonbereich spielt der PXC 550-II seine Stärken aus und löst sehr fein auf.

Es gilt für den PXC 550-II somit ähnliches, wie für die Modelle von Sony und Bose: Das Noise Cancelling funktioniert ausgesprochen gut und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, klanglich gibt es ohnehin nichts zu beanstanden. Dafür bewegt man sich auch bei Sennheiser in der gleichen, hohen Preisklasse.

Günstig: Sennheiser HD 450BT

Günstig

Sennheiser HD 450BT

Test: Sennheiser Hd 450bt
Der HD 450BT klingt sehr gut und ist mit der Sennheiser App kompatibel. Für den Preis liefert er zudem ein akzteptables Noise-Cancelling.

Die offensichtliche Ähnlichkeit des Sennheiser HD 450BT zum PXC 550 II hat sich leider nicht auf die Verarbeitungsqualität niedergeschlagen. Viel wichtiger ist bei einem Kopfhörer aber der Klang – und bei dieser Disziplin konnten wir durchaus eine Ähnlichkeit zu seinem großen Bruder feststellen.

Für die Bluetooth-Übertragung verwendet der Sennheiser aptX-Codec, womit Übertragungsverluste, die bei einer kabellosen Verbindung in der Vergangenheit durchaus vorgekommen sind, minimiert werden. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die schiere Anzahl an Bedienelementen, die sich auf den Hörkapseln befinden. Dazu kommt, dass diese mehr oder weniger willkürlich auf dem unteren Rand verteilt liegen und sich ferner auch keine Beschriftung finden lässt, welcher Knopf welche Funktion bietet.

Das Noise Cancelling wird beispielsweise über die Power-Taste aktiviert, was gerade am Anfang unseres Tests dazu führte, dass nicht die Umgebungsgeräusche, sondern die Musik »gecancelt« wurde. Hat man sich jedoch erst einmal mit der Bedienung zurechtgefunden, macht das Noise Cancelling einen sehr guten Job und steht dem des PXC 550 II in nichts nach. Folglich beeinflusst es auch das Klangerlebnis nicht. Was den Sound des Kopfhörers betrifft, waren wir überrascht, denn einen derart neutralen und offenen Klang bieten nur wenige Kopfhörer in dieser Preisregion.

Die Liste der Vorteile des Sennheiser HD 450 BT ist lang. Der gute Klang mit dem hervorragendem Noise Cancelling sowie die Möglichkeit, Einstellungen auch mithilfe der Sennheiser App (Smart Connect) vornehmen zu können, machen diesen Kopfhörer besonders für preisbewusste Hörer attraktiv.

Was gibt es sonst noch?

Der Bowers & Wilkins PX7 ist die Over-Ear-Variante des On-Ear-Kopfhörers PX5, den wir auch getestet haben. Dadurch bietet er schon aufgrund der Bauweise bessere Geräuschunterdrückung als der PX5 und sitzt dabei sogar noch angenehmer. Darüber hinaus überzeugt der PX7 mit edlem, schicken Design.

Mithilfe eines Tasters an der linken Kapsel lassen sich drei Stufen des Noise Cancellings auswählen: High, Low und Auto. Gerade auf »High« läuft die Geräuschunterdrückung sehr effizient. Um diese zu erreichen, muss man leider immer erst die anderen Stufen durchschalten. Der Klang wird – egal welche Variante man auswählt – durch das Noise Cancelling nicht beeinflusst, auch Rauschen ist kein Thema.

An der rechten Kapsel sind drei weitere Tasten angebracht, die für Lautstärkeregelung, das Navigieren durch die Musik, das Annehmen von Anrufen und die Aktivierung der Sprachassistenten zuständig sind.

Typisch für Kopfhörer von Bowers & Wilkins ist der kräftige Bass, auf den man sich auch hier freuen darf. Das heißt aber nicht, dass der PX7 nur »wummern« kann. Auch höhere Töne klingen warm und rund, was für dauerhaft sehr angenehmen Sound sorgt.

Der Bowers & Wilkins PX7 ist somit nicht nur ein hochwertiges Designerstück, sondern erweist sich zudem als sehr klangstark. Noise Cancelling stellt kein Problem dar, es wäre lediglich schön, wenn man direkt auf die höchste Stufe schalten könnte. Preislich bewegt man sich hier allerdings am oberen Ende.

Der Shure Aonic 50 überzeugt durch eine ohrumschließende und angenehme Polsterung. Der Hersteller aus Amerika war bisher kein Freund technischer Spielereien, den Noise-Cancelling-Trend kann allerdings auch diese Traditionsschmiede nicht ignorieren. Das – höchstwahrscheinlich hinzugekaufte – Noise Cancelling funktionierte in unserem Test ausgesprochen gut, bleibt leistungstechnisch aber hinter denen von Bose und Sony zurück.

Mit Shure Play+ (App) kann das Klangprofil des Kopfhörers noch weiter angepasst werden, selbst das Speichern individueller Presets ist möglich. Was den Klang des Aonic 50 angeht, konnten wir keine Schwächen feststellen, der Kopfhörer klingt sehr ausgewogen und ist im Vergleich zum Sony ein wenig spritziger abgestimmt.

Der Motorola Escape 800 ANC kommt mit Schutz gegen Spritzwasser und Schweiß daher und ist damit ideal für sportliche Aktivitäten. Bei Bewegung sollten die Kopfhörer daher auch nicht rutschen, weswegen darauf geachtet wurde, dass die Polster die Ohren eng umschließen. Das fühlt sich wiederum sehr bequem an. Standardmäßig ist die Ausstattung mit Hardcase, Ladekabel sowie einem Audiokabel, sodass man immerhin noch Musik ohne Noise Cancelling hören kann, selbst wenn der Akku einmal leer ist.

Die Bedienung ist schön einfach geregelt. Es bedarf keiner App oder komplizierter Touch-Fläche, sondern fast alles wird über Tasten gesteuert. Diese sind leicht zu erfühlen und selbsterklärend. Lediglich das Noise Cancelling muss man per Schieberegler ein- und ausschalten.

Klanglich muss sich der Escape 800 ANC nicht vor der Konkurrenz verstecken. Im Bassbereich wird gemäß dem aktuellen Trend etwas nachgeholfen, was sich jedoch bei aktiviertem Noise Cancelling wieder relativiert. Bei der Geräuschunterdrückung selbst muss man allerdings kleine Defizite in Kauf nehmen.

Das ist aber völlig in Ordnung, da der Motorola Escape 800 ANC doch um einiges günstiger ist als die Modelle von der Konkurrenz. Nicht zu verachten ist außerdem der Schutz gegen kleine Mengen Wasser, was vor allem Sportlern gefallen dürfte. Wer zudem ein wenig Geld sparen möchte, bekommt hier immer noch einen sehr soliden Kopfhörer.

Sony macht mit dem WH-1000X M3 weiterhin eine sehr gute Figur. Das Noise Cancelling bietet eine Optimierungsfunktion, mit der es durch Testtöne schnell an äußerliche Eigenheiten des Nutzers angepasst wird – eine andere Frisur kann beispielsweise schon einen Unterschied machen.

Im Ambient Sound-Modus erkennt er mithilfe von Mikrofonen, Bewegungsmelder und GPS-Empfänger die akustischen Rahmenbedingungen sehr zuverlässig und passt das Noise Cancelling entsprechend an. Das geht so weit, dass gewisse, hilfreiche Außengeräusche etwa im Straßenverkehr durchgelassen werden, im Büro aber gelöscht werden. Andersrum werden etwa Durchsagen gerade in geschlossenen Räumen durchgelassen.

Die Ohrpolster passen sich schön der Kopfform an und sitzen daher extrem komfortabel. Auch das trägt zu guter Geräuschunterdrückung bei. Die Polster wirken sich außerdem positiv auf den Bass aus, der sehr präzise und temporeiche rüberkommt.

Dank NFC sind die Kopfhörer schnell mit dem Smartphone verbunden. Beim Koppeln wird man – wie auch bei anderen, wichtigen Funktionen – von der Sprachausgabe begleitet. Wirklich überzeugend ist die Akkulaufzeit: Satte 30 Stunden hält der Kopfhörer mit aktiviertem Noise Cancelling durch. Falls der Akku doch einmal leer ist, so kann man wenigstens per mitgeliefertem Kabel weiter Musik hören. Dann muss man jedoch auf Noise Cancelling verzichten.

Klanglich gibt es zunächst einmal keinen Unterschied zwischen aktivierter und deaktivierter Geräuschunterdrückung. Benutzt man aber das Kabel statt Bluetooth, so wirkt der Sound noch ein wenig offener. Ansonsten gibt es an den Klangeigenschaften des WH-1000X M3 nichts zu mäkeln. Der Mitteltonbereich ist schön differenziert und wirkt warm, darüber hinaus bietet der WH-1000X M3 ein starkes, gut getimtes Bassfundament. Stimmen kommen sehr detailreich und stets in der richtigen Klangfarbe zur Geltung.

In Retro-Design und hochwertig verarbeitet kommt der Sennheiser Momentum 3 Wireless daher. So bestehen etwa die Ohrpolster aus Leder und fühlen sich sehr weich und komfortabel an. Die Tasten an der rechten Kapsel reichen für die grundlegenden Bedienelemente aus, für mehr Funktionen muss man jedoch die Smart Control App installieren. Dort kann man unter anderem drei Szenarien für das Noise Cancelling auswählen: Maximal, Anti-Wind und Anti-Druck. Daneben gibt es hier auch einen Equalizer, mit dem man die mittenbetonte Tendenz der Kopfhörer ausbessern kann. Der Momentum 3 ist sicherlich kein schlechter Kopfhörer, man bekommt allerdings ähnliche Qualität schon für etwas weniger Geld.

Mit liegendem Y auf den Kapseln sind die Beyerdynamic Lagoon ANC gekennzeichnet. Individuell sind auch die LEDs, die den aktuellen Betriebszustand anzeigen. Sie befinden sich nämlich in den Kapseln, wodurch man sie logischerweise aber nur sehen kann, wenn man die Kopfhörer in der Hand hat. Die Bedienung funktioniert zweigleisig, sprich sowohl über Schalter, als auch über eine Touch-Fläche. Beim Noise Cancelling sind zwei Stufen wählbar, die sich allerdings in der Praxis kaum unterscheiden. Der Klang ist schön dynamisch, dürfte aber im Bass – gerade im Vergleich zu vielen anderen Kopfhörern – gerne noch etwas kräftiger sein. Ist die Geräuschunterdrückung aktiviert, so geht leider ein wenig Klangqualität verloren.

Vergleichsweise einfach verarbeitet ist der Panasonic RP-HD610N. Hier liegt der Fokus eher auf Tragekomfort, unkomplizierter Bedienung und gutem Klang. Das gelingt auch weitestgehend gut, besonders was Komfort und Klang angeht. Bei der Bedienung ist ein wenig problematisch, dass man die Tasten nach Gefühl nur schwer unterscheiden kann. Dafür gibt es aber eine deutsche Sprachausgabe, die etwa über den Ladestand informiert.

Noise Cancelling ist in drei Stufen verfügbar, dabei ist allerdings etwas merkwürdig, dass auf mittlerer Stufe mehr Außengeräusche durchdringen als auf der niedrigen. Insgesamt ist die Effektivität der Geräuschunterdrückung gut, aber eben nicht Spitzenklasse. Der Sound ist ausgewogen und in allen Tonbereichen fein aufgelöst, was besonders beim Musikhören über längeren Zeitraum sehr angenehm ist.

Die weichen Ohrpolster des Pioneer SE-MS9BN sorgen dafür, dass er einer der bequemsten Over-Ear-Kopfhörer in unserem Test ist. Das sind außerdem beste Voraussetzungen für Noise Cancelling, da Außengeräusche ohnehin schon kaum durchgelassen werden. Vielleicht hat Pioneer sich deswegen dafür entschieden, die aktive Geräuschunterdrückung gleich permanent zu aktivieren, denn eine Möglichkeit zum Abschalten gibt es nicht. Dafür findet man eine Taste, die extra für die Sprachassistenten Siri, Google Assistant und co. abgestellt ist. Ansonsten gibt es nur eine weitere Taste, die für An- und Ausschalten sowie Pairing gedacht ist. Bei der Kopplung profitiert man von der NFC-Funktion.

Zur ergänzenden Nutzung ist eine App verfügbar, die allerdings zum Testzeitpunkt noch nicht ganz ausgereift war und etwa Probleme hatte, sich mit dem Kopfhörer zu verbinden. Der Sound des SE-MS9BN ist ein wenig mittenbetont, was sich gerade bei Gesangsstimmen positiv auswirkt. Im Bassbereich treten jedoch gerade in komplexeren Passagen hin und wieder leichte Kompressionen auf. Im Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet der Pioneer letztendlich trotzdem ziemlich gut ab.

Als Vorgänger vom Bose 700 ist der QuietComfort 35 II zwar schon ein bisschen älter, aber dennoch empfehlenswert. Wer seinen Kopfhörer QuietComfort nennt, muss effektives Noise Cancelling bieten. Das gelingt Bose hervorragend, denn die Geräuschunterdrückung ist auch heute noch auf Augenhöhe mit den führenden Kopfhörern. Der Klang ist ausgewogen und entspannt, was perfekt fürs Langzeithören ist. Bei der Bedienung macht Bose keine Experimente, hier ist alles einfach, intuitiv und ohne große Besonderheiten gehalten. Da es eben schon einen Nachfolger auf dem Markt gibt, wird der Preis des QuietComfort 35 II vermutlich noch weiter sinken. Wer ihn dann zu einem fairen Preis findet, kann problemlos zuschlagen.

Ein sehr auffälliger Kopfhörer ist der Meters OV-1. Das liegt an den VU-Metern auf beiden Hörkapseln, die im Takt der gerade abgespielten Musik zucken. Auch die Klangqualitäten sind besonders, vor allem im Bass. Dieser kommt extrem druckvoll rüber, wirkt aber trotzdem nicht unkontrolliert. Das ändert sich auch bei aktiviertem Noise Cancelling nicht, selbst Loudness-Charakter gibt es nicht. Die Geräuschunterdrückung funktioniert gerade wegen den großen, gut abgedichteten Polstern sehr gut, die NC-Schaltung selbst ist gar nicht mal so effektiv. Für Leute, die auf auffälliges Design und kräftige Bässe stehen, ist der Meters OV-1 dennoch ideal. Allerdings ist er auch eher in einer höheren Preisklasse angesiedelt.

Der Bowers & Wilkins PX5 ist die On-Ear-Variante zum PX7. Da die Kapseln nur auf und nicht über den Ohren sitzen, sind die Kopfhörer insgesamt etwas kompakter, aber deswegen nicht weniger bequem. Auch die Polster dichten noch ausgezeichnet ab und lassen so Außengeräuschen wenig Chancen. Musik wird dank aptX HD-Codec in Hi-Res-Qualität übertragen, was sich in sehr ausgewogenem, auch auf Dauer angenehmen Sound niederschlägt. Genreübergreifend wird die Musik schön aufgelöst und wirkt dabei sehr räumlich. Für lange Reisen ist der PX5 daher ein willkommener Begleiter.

So haben wir getestet

 

Zunächst ist am wichtigsten, wie sich die Kopfhörer beim Noise Cancelling schlagen. Um das zu überprüfen, mussten sie sich gegen Verkehrslärm, das Gemurmel einer größeren Menschenmenge sowie einen Staubsauger beweisen. Mit dem Staubsauger kann man übrigens recht gut Fluglärm simulieren.

Daneben sind aber auch die generellen Klangeigenschaften ein Faktor – sowohl bei aktiviertem Noise Cancelling, als auch im normalen Betrieb. Mit aktiver Geräuschunterdrückung leidet die Klangqualität meist ein wenig, weswegen die hier getesteten Modelle beim Sound nicht ganz an ähnliche Kopfhörer ohne Noise Cancelling herankommen.

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