Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: 5 Nc Kopfhoerer Aufgereiht1

Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test : Hohe Klangqualität ohne Außengeräusche

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Veröffentlicht 16.03.2020

Für wirklich entspanntes Musikhören lohnt sich die Anschaffung eines Kopfhörers mit Noise Cancelling. Egal ob Motorengeräusche oder Gemurmel: Außengeräusche werden konsequent gelöscht, manche Kopfhörer sind sogar in der Lage, bestimmte, sinnvolle Geräusche durchzulassen.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Für Menschen, die sich öfter in lauter Umgebung befinden, sind Kopfhörer mit Noise Cancelling ein Segen. Die Außengeräusche werden nämlich bei Bedarf von einem Mikrofon aufgenommen und phasenverschoben via Lautsprecher abgespielt. Das Resultat: Die Schallwellen der Umgebung werden herausgefiltert und man hört nur noch die eigentliche Musik. In öffentlichen Verkehrsmitteln oder Menschenmengen hat man so ein viel angenehmeres Hörerlebnis.

Zumeist arbeiten Kopfhörer mit Noise Cancelling heutzutage über Bluetooth. Falls der Akku einmal leer ist, so liegt für den Notfall häufig noch ein Kabel bei. Damit funktioniert die Geräuschunterdrückung zwar nicht mehr, aber immerhin bleiben die Kopfhörer nicht komplett stumm.

Die Qualität des Noise Cancellings unterscheidet sich bei den getesteten Kopfhörern doch deutlich. Vorreiter in diesem Bereich sind vor allem Sony, Sennheiser und Bose. Die bieten häufig noch verfeinerte Funktionen an, um Geräuschunterdrückung situationsabhängig zu perfektionieren. Für deren Performance muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen.

Die hier getesteten Kopfhörer sind entweder Over-Ears oder On-Ears und haben daher beim Noise Cancelling klare Vorteile gegenüber In-Ears. Aufgrund der Bauweise dichten sie den Gehörgang viel besser ab, was allein schon viele Außengeräusche eliminiert. Die großen Kapseln bieten außerdem viel mehr Platz, um Elektronik und Akku zu verstecken. Ein Lade-Dock, das für In-Ears unerlässlich ist, braucht man bei Bügelkopfhörern also nicht.

Wir hatten mittlerweile 36 Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test, davon sind momentan noch 35 erhältlich. Dabei wird man in verschiedenen Preisklassen fündig.

Starkes Gesamtpaket: Sony WH-1000X M3

Starkes Gesamtpaket

Sony WH-1000X M3

Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Sony WH-1000X M3
Kompromisslos guter Klang und Hervorragende Geräuschunterdrückung – in der dritten Version nochmal verbessert.

Sony ist mittlerweile in die dritte Generation der Kopfhörer mit Noise Cancelling gegangen und macht mit dem WH-1000X M3 weiterhin eine sehr gute Figur. Das Noise Cancelling wurde im Vergleich zu den Vorgängern aus gleichem Hause weiter verfeinert. Dazugekommen ist eine Optimierungsfunktion, mit der das Noise Cancelling durch Testtöne schnell an äußerliche Eigenheiten des Nutzers angepasst wird – eine andere Frisur kann beispielsweise schon einen Unterschied machen.

Auf die Gegebenheiten der Umwelt kann sich der WH-1000X M3 sowieso einstellen. Im Ambient Sound-Modus erkennt er mithilfe von Mikrofonen, Bewegungsmelder und GPS-Empfänger die akustischen Rahmenbedingungen sehr zuverlässig und passt das Noise Cancelling entsprechend an. Das geht so weit, dass gewisse, hilfreiche Außengeräusche etwa im Straßenverkehr durchgelassen werden, im Büro aber gelöscht werden. Andersrum werden etwa Durchsagen gerade in geschlossenen Räumen durchgelassen.

Die Ohrpolster sind noch einmal dicker geworden, passen sich schön der Kopfform an und sitzen daher extrem komfortabel. Auch das trägt zu guter Geräuschunterdrückung bei. Die Polster wirken sich außerdem positiv auf den Bass aus, der nun noch präziser und temporeicher rüberkommt.

Auf der linken Kapsel befinden sich Tasten, mit denen das Noise Cancelling und der Ambient-Sound-Modus gesteuert werden. Die rechte Kapsel ist schlicht eine Touch-Fläche: Mit Wischgesten beziehungsweise Tippen kann man Lautstärke verändern sowie Tracks stoppen, starten und skippen.

Außerdem lässt sich rechts der »Quick Attention Mode« aktivieren. Wird man beispielsweise bei aktiver Geräuschunterdrückung angesprochen, so muss man nur die Hand auf die Kapsel legen, um das Noise Cancelling abzuschalten und die Musik leiser zu drehen. Das kann sich auch bei Durchsagen als sehr praktisch erweisen. Bei angeschaltetem Ambient Sound-Modus entscheidet der Kopfhörer sogar selbst, ob er etwa eine Durchsage gerade herausfiltert oder nicht.

Dank NFC sind die Kopfhörer schnell mit dem Smartphone verbunden. Beim Koppeln wird man – wie auch bei anderen, wichtigen Funktionen – von der Sprachausgabe begleitet. Wirklich überzeugend ist die Akkulaufzeit: Satte 30 Stunden hält der Kopfhörer mit aktiviertem Noise Cancelling durch. Falls der Akku doch einmal leer ist, so kann man wenigstens per mitgeliefertem Kabel weiter Musik hören. Dann muss man jedoch auf Noise Cancelling verzichten.

Die technischen Voraussetzungen sind also auf jeden Fall gegeben. In der Praxis werden sie ebenso schön umgesetzt: Das Noise Cancelling funktioniert erstklassig, selbst Motorengeräusche haben gegen die WH-1000X M3 kaum eine Chance. Dabei entsteht nicht mal ein Rauschen. Der Kontrast fällt besonders stark auf, wenn der Ambient Sound-Modus plötzlich wieder die Umgebung zuschaltet.

Klanglich gibt es zunächst einmal keinen Unterschied zwischen aktivierter und deaktivierter Geräuschunterdrückung. Benutzt man aber das Kabel statt Bluetooth, so wirkt der Sound noch ein wenig offener.

Ansonsten gibt es an den Klangeigenschaften nichts zu mäkeln. Der Mitteltonbereich ist schön differenziert und wirkt warm, darüber hinaus bietet der WH-1000X M3 ein starkes, gut getimtes Bassfundament. Stimmen kommen sehr detailreich und stets in der richtigen Klangfarbe zur Geltung.

Unter den Kopfhörern, die Geräuschunterdrückung unterstützen, ist der WH-1000X M3 klanglich sicher einer der besten. Ebenso punktet Sony mit seinen intelligenten Noise Cancelling-Funktionen sowie hohem Tragekomfort. Ein rundum beeindruckender Kopfhörer also, der aber auch seinen Preis hat.

Comeback: Bose NC 700

Lange hat es gedauert, bis sich Bose mit dem NC 700 wieder auf den Markt der Kopfhörer mit Noise Cancelling begeben hat. Dabei hat man sich kaum mehr an hauseigenen Vorgängern wie der QuietComfort-Reihe orientiert, sondern gleich ein ganz neu entwickeltes Modell geschaffen. Das zeigt sich unter anderem in der Verarbeitung des Bügels und der Kapseln, die nun um einiges hochwertiger aussehen. Die Kapseln sind außerdem verschieb- und drehbar.

Im schlanken und handlichen Hardcase haben die Kopfhörer ausreichend Platz, außerdem findet man hier ein Audio-Kabel für Notfälle. Schon beim Einschalten merkt man dann, dass Bose es ernst meint. Dabei wird man nämlich von einem Intro à la Hollywood-Blockbuster beschallt und bald danach darauf hingewiesen, man solle doch die Bose Music App installieren.

Die ist zwar nicht unbedingt für die Nutzung notwendig, erleichtert aber doch einiges. So kann man darin nicht nur die Sprache der begleitenden Sprachausgabe ändern, sondern auch das Noise Cancelling noch feiner abstufen. Ohne App stehen nur drei Grade der Geräuschunterdrückung zur Verfügung, mit App sind es ganze zehn. Um die App zu nutzen, muss man sich allerdings mit Name und E-Mail-Adresse registrieren.

Die Bedienung erfolgt über drei kleine Tasten an den Kapseln. Links befindet sich nur eine, die komplett für das Noise Cancelling abgestellt ist. Damit kann man die Geräuschunterdrückung sogar nur vorübergehend ausschalten, wenn man etwa eine wichtige Durchsage erwartet. Die beiden Tasten an der rechten Kapsel sind für Ein- und Ausschalten, Bluetooth-Pairing und die verfügbaren Sprachassistenten Siri und Google Assistant zuständig.

Aber was ist mit der Lautstärke? Hier hat sich Bose eine clevere und gleichzeitig angenehme Lösung einfallen lassen. Per Streichen am Bügel der rechten Kapsel dreht man nämlich lauter und leiser, was auch in der Praxis sehr gut funktioniert.

Beim Sound hat sich Bose gerade gegenüber der klanglich unspektakulären QuietComfort-Reihe verbessert. Bässe werden jetzt leicht angehoben, ohne dass mittlere oder hohe Töne darunter leiden – die sind nun sogar feiner aufgelöst als bei Vorgängern. Hier hat Bose sehr gelungen überarbeitet.

Damit ist mit dem NC 700 ein wirklich starker Kopfhörer auf den Markt gekommen. Für optimale Nutzung sollte man sich allerdings in der App registrieren, was vielleicht nicht jedem schmeckt. Hat man das aber einmal hinter sich gebracht, so gibt es wirklich keine Mängel mehr. Aber auch hier gilt letztendlich: Qualität hat ihren Preis.

Hervorragender Klang: Sennheiser PXC 550-II

Optisch ist der Sennheiser PXC 550-II kaum von seinem Vorgänger, dem PXC 550, zu unterscheiden. Beim Blick auf die technischen Details fallen dann aber doch einige Unterschiede auf. So wird nun Bluetooth 5.0 unterstützt und mit Siri, Alexa und Google Assistant ist die gesamte Palette der bekannten Sprachassistenz eingebunden. Dafür muss man jedoch auf einen NFC-Chip verzichten.

Die weichen Polster sorgen nicht für Tragekomfort, sondern dichten die Kapseln auch sehr effizient ab. Außengeräusche haben so per se schon wenig Chancen, zum Ohr durchzudringen. Sehr praktisch ist, dass sich die Kopfhörer automatisch einschalten, wenn man sie aus der Transportposition aufklappt. Folgerichtig schalten sie sich beim Abnehmen wieder aus, was auch ein wenig Energie spart.

Die Bedienung erfolgt fast gänzlich über das Touchpad an der rechten Kapsel, das immer schnell reagiert. Mit Klopfsignalen startet, pausiert und überspringt man Musik oder aktiviert die Talk-Through-Funktion. Außerdem kann man so eingehende Anrufe annehmen. Telefonieren funktioniert übrigens erstklassig, beide Gesprächspartner konnten sich sehr klar verständigen.

Per Schiebeschalter oben an der rechten Kapsel sind zwei Stufen des Noise Cancellings aktivierbar. In Stufe II werden schlicht alle Außengeräusche gelöscht, bei Stufe I passt sich die Geräuschunterdrückung der Umgebung an. Dazu ist die Smart Control App hilfreich: Dort lässt sich zusätzlich etwa der Anti-Wind-Modus auswählen, aber auch detaillierte Klangeinstellungen sind hier zu finden.

Hochklassigen Klang darf man bei Sennheiser aber sowieso erwarten, da gibt es auch hier keine Ausnahme. Gerade im Mittelhochtonbereich spielt der PXC 550-II seine Stärken aus und löst sehr fein auf.

Es gilt für den PXC 550-II somit ähnliches, wie für die Modelle von Sony und Bose: Das Noise Cancelling funktioniert ausgesprochen gut und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, klanglich gibt es ohnehin nichts zu beanstanden. Dafür bewegt man sich auch bei Sennheiser in der gleichen, hohen Preisklasse.

Schönes Design: Bowers & Wilkins PX7

Der Bowers & Wilkins PX7 ist die Over-Ear-Variante des On-Ear-Kopfhörers PX5, den wir auch getestet haben. Dadurch bietet er schon aufgrund der Bauweise bessere Geräuschunterdrückung als der PX5 und sitzt dabei sogar noch angenehmer. Darüber hinaus überzeugt der PX7 mit edlem, schicken Design.

Mithilfe eines Tasters an der linken Kapsel lassen sich drei Stufen des Noise Cancellings auswählen: High, Low und Auto. Gerade auf »High« läuft die Geräuschunterdrückung sehr effizient. Um diese zu erreichen, muss man leider immer erst die anderen Stufen durchschalten. Der Klang wird – egal welche Variante man auswählt – durch das Noise Cancelling nicht beeinflusst, auch Rauschen ist kein Thema.

An der rechten Kapsel sind drei weitere Tasten angebracht, die für Lautstärkeregelung, das Navigieren durch die Musik, das Annehmen von Anrufen und die Aktivierung der Sprachassistenten zuständig sind.

Typisch für Kopfhörer von Bowers & Wilkins ist der kräftige Bass, auf den man sich auch hier freuen darf. Das heißt aber nicht, dass der PX7 nur »wummern« kann. Auch höhere Töne klingen warm und rund, was für dauerhaft sehr angenehmen Sound sorgt.

Der Bowers & Wilkins PX7 ist somit nicht nur ein hochwertiges Designerstück, sondern erweist sich zudem als sehr klangstark. Noise Cancelling stellt kein Problem dar, es wäre lediglich schön, wenn man direkt auf die höchste Stufe schalten könnte. Preislich bewegt man sich hier allerdings am oberen Ende.

Für Sportler: Motorola Escape 800 ANC

Für Sportler

Motorola Escape 800 ANC

Test Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Motorola Escape 800 ANC
Komfortabel, gegen Spritzwasser geschützt, gut ausgestattet und günstig.

von 56 Lesern gekauft

Der Motorola Escape 800 ANC kommt mit Schutz gegen Spritzwasser und Schweiß daher und ist damit ideal für sportliche Aktivitäten. Bei Bewegung sollten die Kopfhörer daher auch nicht rutschen, weswegen darauf geachtet wurde, dass die Polster die Ohren eng umschließen. Das fühlt sich wiederum sehr bequem an. Standardmäßig ist die Ausstattung mit Hardcase, Ladekabel sowie einem Audiokabel, sodass man immerhin noch Musik ohne Noise Cancelling hören kann, selbst wenn der Akku einmal leer ist.

Die Bedienung ist schön einfach geregelt. Es bedarf keiner App oder komplizierter Touch-Fläche, sondern fast alles wird über Tasten gesteuert. Diese sind leicht zu erfühlen und selbsterklärend. Lediglich das Noise Cancelling muss man per Schieberegler ein- und ausschalten.

Klanglich muss sich der Escape 800 ANC nicht vor der Konkurrenz verstecken. Im Bassbereich wird gemäß dem aktuellen Trend etwas nachgeholfen, was sich jedoch bei aktiviertem Noise Cancelling wieder relativiert. Bei der Geräuschunterdrückung selbst muss man allerdings kleine Defizite in Kauf nehmen.

Das ist aber völlig in Ordnung, da der Motorola Escape 800 ANC doch um einiges günstiger ist als die Modelle von der Konkurrenz. Nicht zu verachten ist außerdem der Schutz gegen kleine Mengen Wasser, was vor allem Sportlern gefallen dürfte. Wer zudem ein wenig Geld sparen möchte, bekommt hier immer noch einen sehr soliden Kopfhörer.

Außerdem getestet

In Retro-Design und hochwertig verarbeitet kommt der Sennheiser Momentum 3 Wireless daher. So bestehen etwa die Ohrpolster aus Leder und fühlen sich sehr weich und komfortabel an. Die Tasten an der rechten Kapsel reichen für die grundlegenden Bedienelemente aus, für mehr Funktionen muss man jedoch die Smart Control App installieren. Dort kann man unter anderem drei Szenarien für das Noise Cancelling auswählen: Maximal, Anti-Wind und Anti-Druck. Daneben gibt es hier auch einen Equalizer, mit dem man die mittenbetonte Tendenz der Kopfhörer ausbessern kann. Der Momentum 3 ist sicherlich kein schlechter Kopfhörer, man bekommt allerdings ähnliche Qualität schon für etwas weniger Geld.

Mit liegendem Y auf den Kapseln sind die Beyerdynamic Lagoon ANC gekennzeichnet. Individuell sind auch die LEDs, die den aktuellen Betriebszustand anzeigen. Sie befinden sich nämlich in den Kapseln, wodurch man sie logischerweise aber nur sehen kann, wenn man die Kopfhörer in der Hand hat. Die Bedienung funktioniert zweigleisig, sprich sowohl über Schalter, als auch über eine Touch-Fläche. Beim Noise Cancelling sind zwei Stufen wählbar, die sich allerdings in der Praxis kaum unterscheiden. Der Klang ist schön dynamisch, dürfte aber im Bass – gerade im Vergleich zu vielen anderen Kopfhörern – gerne noch etwas kräftiger sein. Ist die Geräuschunterdrückung aktiviert, so geht leider ein wenig Klangqualität verloren.

Vergleichsweise einfach verarbeitet ist der Panasonic RP-HD610N. Hier liegt der Fokus eher auf Tragekomfort, unkomplizierter Bedienung und gutem Klang. Das gelingt auch weitestgehend gut, besonders was Komfort und Klang angeht. Bei der Bedienung ist ein wenig problematisch, dass man die Tasten nach Gefühl nur schwer unterscheiden kann. Dafür gibt es aber eine deutsche Sprachausgabe, die etwa über den Ladestand informiert.

Noise Cancelling ist in drei Stufen verfügbar, dabei ist allerdings etwas merkwürdig, dass auf mittlerer Stufe mehr Außengeräusche durchdringen als auf der niedrigen. Insgesamt ist die Effektivität der Geräuschunterdrückung gut, aber eben nicht Spitzenklasse. Der Sound ist ausgewogen und in allen Tonbereichen fein aufgelöst, was besonders beim Musikhören über längeren Zeitraum sehr angenehm ist.

Die weichen Ohrpolster des Pioneer SE-MS9BN sorgen dafür, dass er einer der bequemsten Over-Ear-Kopfhörer in unserem Test ist. Das sind außerdem beste Voraussetzungen für Noise Cancelling, da Außengeräusche ohnehin schon kaum durchgelassen werden. Vielleicht hat Pioneer sich deswegen dafür entschieden, die aktive Geräuschunterdrückung gleich permanent zu aktivieren, denn eine Möglichkeit zum Abschalten gibt es nicht. Dafür findet man eine Taste, die extra für die Sprachassistenten Siri, Google Assistant und co. abgestellt ist. Ansonsten gibt es nur eine weitere Taste, die für An- und Ausschalten sowie Pairing gedacht ist. Bei der Kopplung profitiert man von der NFC-Funktion.

Zur ergänzenden Nutzung ist eine App verfügbar, die allerdings zum Testzeitpunkt noch nicht ganz ausgereift war und etwa Probleme hatte, sich mit dem Kopfhörer zu verbinden. Der Sound des SE-MS9BN ist ein wenig mittenbetont, was sich gerade bei Gesangsstimmen positiv auswirkt. Im Bassbereich treten jedoch gerade in komplexeren Passagen hin und wieder leichte Kompressionen auf. Im Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet der Pioneer letztendlich trotzdem ziemlich gut ab.

Als Vorgänger vom Bose 700 ist der QuietComfort 35 II zwar schon ein bisschen älter, aber dennoch empfehlenswert. Wer seinen Kopfhörer QuietComfort nennt, muss effektives Noise Cancelling bieten. Das gelingt Bose hervorragend, denn die Geräuschunterdrückung ist auch heute noch auf Augenhöhe mit den führenden Kopfhörern. Der Klang ist ausgewogen und entspannt, was perfekt fürs Langzeithören ist. Bei der Bedienung macht Bose keine Experimente, hier ist alles einfach, intuitiv und ohne große Besonderheiten gehalten. Da es eben schon einen Nachfolger auf dem Markt gibt, wird der Preis des QuietComfort 35 II vermutlich noch weiter sinken. Wer ihn dann zu einem fairen Preis findet, kann problemlos zuschlagen.

Ein sehr auffälliger Kopfhörer ist der Meters OV-1. Das liegt an den VU-Metern auf beiden Hörkapseln, die im Takt der gerade abgespielten Musik zucken. Auch die Klangqualitäten sind besonders, vor allem im Bass. Dieser kommt extrem druckvoll rüber, wirkt aber trotzdem nicht unkontrolliert. Das ändert sich auch bei aktiviertem Noise Cancelling nicht, selbst Loudness-Charakter gibt es nicht. Die Geräuschunterdrückung funktioniert gerade wegen den großen, gut abgedichteten Polstern sehr gut, die NC-Schaltung selbst ist gar nicht mal so effektiv. Für Leute, die auf auffälliges Design und kräftige Bässe stehen, ist der Meters OV-1 dennoch ideal. Allerdings ist er auch eher in einer höheren Preisklasse angesiedelt.

Der Bowers & Wilkins PX5 ist die On-Ear-Variante zum PX7. Da die Kapseln nur auf und nicht über den Ohren sitzen, sind die Kopfhörer insgesamt etwas kompakter, aber deswegen nicht weniger bequem. Auch die Polster dichten noch ausgezeichnet ab und lassen so Außengeräuschen wenig Chancen. Musik wird dank aptX HD-Codec in Hi-Res-Qualität übertragen, was sich in sehr ausgewogenem, auch auf Dauer angenehmen Sound niederschlägt. Genreübergreifend wird die Musik schön aufgelöst und wirkt dabei sehr räumlich. Für lange Reisen ist der PX5 daher ein willkommener Begleiter.

So haben wir getestet

 

Zunächst ist am wichtigsten, wie sich die Kopfhörer beim Noise Cancelling schlagen. Um das zu überprüfen, mussten sie sich gegen Verkehrslärm, das Gemurmel einer größeren Menschenmenge sowie einen Staubsauger beweisen. Mit dem Staubsauger kann man übrigens recht gut Fluglärm simulieren.

Daneben sind aber auch die generellen Klangeigenschaften ein Faktor – sowohl bei aktiviertem Noise Cancelling, als auch im normalen Betrieb. Mit aktiver Geräuschunterdrückung leidet die Klangqualität meist ein wenig, weswegen die hier getesteten Modelle beim Sound nicht ganz an ähnliche Kopfhörer ohne Noise Cancelling herankommen.

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