Test: Aufmacher Inears Anc

In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test : Entspanntes Musikhören trotz Lärm

Update 19.10.2021

Noise Cancelling erlaubt angenehmes Musikhören, auch wenn man eigentlich lauten Außengeräuschen ausgesetzt ist. Selbst die kleinen In-Ear Kopfhörer sind mittlerweile sehr gut darin, Störlaute herauszufiltern. Dabei muss man nicht einmal Einbußen bei der Klangqualität in Kauf nehmen.

Update 19. Oktober 2021

Wir haben neun weitere In-Ears mit Noise Cancelling getestet. Die Soundcore Life P3 sind eine neue Empfehlung.

30. März 2021

Wir haben weitere acht In-Ear-Kopfhörer getestet. Empfehlenswert sind die Samsung Galaxy Buds Pro und die Huawei FreeLace Pro.

2. Februar 2021

Wir haben weitere In-Ear-Kopfhörer getestet. Eine neue Empfehlung sind die Liberty Air 2 Pro von Soundcore.

16. November 2020

Wir haben weitere In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Neue Empfehlung sind der Technics EAH-AZ70WE, der 1More EHD9001BA, sowie der Tronsmart Apollo Bold.

1. Oktober 2020

Wir haben fünf neue In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Eine neue Empfehlung ist der Sennheiser Momentum True Wireless 2.

Created with Sketch. Weitere Updates anzeigen
Created with Sketch. Einklappen
Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für Fachzeitschriften wie AV-Magazin, Heimkino und Digital Home.

Wer kennt es nicht: Man möchte beim Sport, im Zug oder im Bus in Ruhe Musik hören, wird dabei aber von sich lautstark unterhaltenden Menschen oder dem Verkehrslärm ausgebremst. Um die Außengeräusche auszublenden, müsste man die Musik aber so laut aufdrehen, dass es oft nicht mehr angenehm ist. Abhilfe schaffen hier In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling.

Noise Cancelling bedeutet aktive Geräuschunterdrückung durch einen physikalischen Trick. Das funktioniert überraschend gut, aber vor allem bei In-Ear-Kopfhörern kommen meist doch noch ein paar Restgeräusche durch. Besser kriegen das ohrumschließende Kopfhörer hin, die natürlich schon aufgrund ihrer Bauweise mehr Außengeräusche abweisen.

Dennoch gibt es auch gute Gründe, In-Ear-Kopfhörer zu benutzen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Gelungenes UpdateGuter KlangKeine ExperimentePerfekt fürs iPhonePreiswert
Test Entspanntes Musikhören trotz Lärm: Samsung Galaxy Buds ProTest: Technics Eah Az70wTest: Huawei Freelace ProTest  In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling: Apple AirPod ProTest: Th
Modell Samsung Galaxy Buds Pro Technics EAH-AZ70WE Huawei FreeLace Pro Apple AirPods Pro Soundcore Life P3
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Abstimmbares Noise Cancelling und Hear-Through
  • Komfortabler Sitz
  • Tolle App-Steuerung
  • Hervorragender Klang
  • Noise Cancelling und Hear-Through stufenlos anpassbar
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr guter Klang
  • Hoher Tragekomfort
  • Gute Sprach­verständlichkeit beim Telefonieren
  • Sehr guter Klang
  • Sehr gutes Noise Cancelling
  • Komfortabler Sitz
  • Guter Klang
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Viele ANC-Einstellungen in der App
Contra
  • Keine Schutzklasse
  • Ohne Notfallkabel
  • Unter Android nicht zu empfehlen, da nur bedingt einsetzbar
Bester Preis
  Technische Daten anzeigen

Gelungenes Update: Samsung Galaxy Buds Pro

Gelungenes Update

Samsung Galaxy Buds Pro

Test Entspanntes Musikhören trotz Lärm: Samsung Galaxy Buds Pro
Die Galaxy Buds Pro bieten ein sehr differenziertes Noise Cancelling per App und einen sehr guten Klang.

Mit seinen Galaxy Buds Pro zeigt Samsung eindrucksvoll, wie weit der Konzern in der Entwicklung der aktiven Geräuschunterdrückung bereits ist. Auch beim Design hat sich Samsung im Vergleich zu den Buds Live enorm verbessert.

Weil die Stöpsel ein klein wenig trichterförmig sind, rutschen sie beim Einsetzen fast wie von selbst in den Gehörgang. Das im Lieferumfang enthaltene Lade-Case findet aufgrund seiner kompakten Ausmaße selbst dann noch Platz, wenn die Platzverhältnisse eigentlich schon als recht beengt gelten. Trotz dessen Größe reicht der darin verbaute Akku, um die kleinen Stöpsel dreimal komplett aufladen zu können.

Zum Aufladen des im Case verbauten Akkus gibt es einen USB-Anschluss (Typ-C), ein passendes Ladegerät ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Ein nettes Extra des Cases ist seine Qi-Ladefähigkeit, womit man es auch drahtlos mit Strom volltanken kann. Die übrige Zubehörliste der Buds ist allerdings recht überschaubar und beschränkt sich auf drei Paar Eartips.

Mit einer Akkuladung konnten wir im Test etwa sieben Stunden geräuschunterdrückte Musik bei maximaler Lautstärke hören. Deaktiviert man das Geräuschunterdrücken, sollte mindestens eine Stunde mehr drin sein.

Wie es bei In-Ears mittlerweile quasi schon Standard ist, werden auch die Buds Pro über berührungsempfindliche Flächen gesteuert. Weil klangliche Feineinstellungen und dergleichen mit diesem Bedienkonzept allerdings recht schwierig umzusetzen sind, stellt der Hersteller natürlich auch eine kostenlose App zur Verfügung.

Die App bietet eine Fülle an Zusatzfunktionen, so kann man nicht nur die Touch-Gesten individualisieren, sondern beispielsweise auch auswählen, wie stark die Geräuschunterdrückung sein soll. Die beiden dynamischen Treiber, die in jedem In-Ear verbaut sind und die Arbeit je nach Frequenzbereich unter sich aufteilen, sorgen zudem für einen hervorragenden Klang.

Von den tiefsten Tiefen des Bassbereichs, bis zu den filigranen Höhen sind sie jeder Situation gewachsen und geben Töne präzise und sauber wieder. Ein derart räumliches Klangbild hätte man den Winzlingen gar nicht zugetraut und das, obwohl man weder bei den Bässen, noch bei den hohen Frequenzen eine Tendenz zur Loudness festmachen kann. Wer sich bei der Ausstattung auf das Nötigste beschränken kann, der wird bei den Buds Pro mit In-Ears belohnt, die hervorragend sitzen und klingen.

Guter Klang: Technics EAH-AZ70WE

Guter Klang

Technics EAH-AZ70WE

Test: Technics Eah Az70w
Technics präsentiert mit dem EAH-AZ70W ein echtes Schmankerl mit hervorragenden Klangeigenschaften und sehr gutem Noise Cancelling.

Die EAH-AZ70WE von Technics bieten nicht nur eine schwer zu deutende Typenbezeichnung, sondern auch eine herausragende Verarbeitungsqualität. Dabei sind die In-Ears nicht nur hochwertig, sondern vor allem auch groß. Trotz ihrer etwas überdurchschnittlichen Maße sitzen die Kopfhörer ausgesprochen gut und sollten sich auch in sehr kleinen Ohren unterbringen lassen – ein Vorteil der Größe ist, dass sie sich so auch von bekennenden Grobmotorikern gut im Gehörgang platzieren lassen.

Über die berührungsempfindlichen Flächen an ihrer Außenseite können die In-Ears gesteuert werden, was in dieser Preisregion mittlerweile Standard ist. Die Gesten dafür sind fest definiert und lassen sich nicht weiter anpassen, wie es bei manchen Konkurrenzmodellen möglich ist. Mithilfe einer App (Technics Audio Connect), die jener von Panasonic verblüffend ähnlich sieht, kann man zahlreiche weitere Einstellungen vornehmen.

So lassen sich dort beispielsweise die aktive Umgebungsgeräusch-Unterdrückung und die Talkthrough-Funktion stufenlos einstellen und auch die Finde-Funktion kann man in der App aktivieren. Wie der Name es vermuten lässt, dient dieser Menü-Unterpunkt dazu, ein Signal an die Kopfhörer zu senden, damit der Besitzer diese hört und im Idealfall wiederfindet. Wie es sich für eine Kopfhörer-App gehört, lassen sich dort natürlich auch Klangpresets definieren und unter Zuhilfenahme des Equalizers auch feinere Klangeinstellungen vornehmen.

Was den Klang der Technics betrifft, so schaffen diese einen satten Tiefgang, ohne dabei etwas von ihrer schönen Klarheit einzubüßen. Mittelhochtöne werden nicht nur extrem fein aufgelöst, sondern zudem auch recht impulsiv wiedergegeben. Weil es dem Hersteller auch gelingt, räumliche Aspekte mit in das Klanggeschehen aufzunehmen, klingen die Technics EAH-AZ70WE zuweilen wie ausgewachsene Kopfhörer.

Keine Experimente: Huawei FreeLace Pro

Keine Experimente

Huawei FreeLace Pro

Die FreeLace Pro gehören zu den wenigen In-Ears von Huawei, die mit einem Neckband ausgestattet sind. Den rechten Hörer kann man abziehen und so den USB-Stecker (Typ C) freilegen.

Besonders oft ist das aber nicht nötig, denn selbst wenn man den Lautstärkeregler auf Anschlag stellt, hält der Huawei satte 24 Stunden durch. Bei der Bedienung gibt sich der Neckband-In-Ear recht konservativ, Touch-Flächen gibt es hier nicht. Dafür sind die Bedienfelder aber auch blind gut zu ertasten. Wem das nicht reicht, der kann natürlich auch auf die entsprechende App zur Bedienung zurückgreifen. Im Vergleich zu den Apps der anderen Hersteller ist die Software von Huawei allerdings recht spärlich ausgestattet und bietet ein überschaubares Maß an Einstellmöglichkeiten. Im Test haben wir beispielsweise eine Möglichkeit zur Klangregulierung vermisst.

Die Noise-Cancelling-Funktion kann man in drei Stufen einstellen, unabhängig von der gewählten Einstellung gibt es beim Klang nichts an den Huawei-In-Ears auszusetzen und auch das Mikrofon hat es verdient, an dieser Stelle lobend erwähnt zu werden, es ist nämlich derart geschickt positioniert, dass man beim Telefonieren vom Gesprächspartner hervorragend verstanden wird.

Perfekt fürs iPhone: Apple AirPods Pro

Perfekt fürs iPhone

Apple AirPods Pro

Test  In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling: Apple AirPod Pro
Apple hat den AirPods jetzt eine aktive Geräuschunterdrückung spendiert, nun heißen sie AirPods Pro.

Als erste Apple-Kopfhörer überhaupt können die AirPods Pro aktives Noise Cancelling. Sie ähneln den klassischen AirPods, das dort angewandte One-Size-Fits-All-Prinzip kann hier aber nicht zum Einsatz kommen. Das liegt daran, dass es für das Noise Cancelling nicht ausreicht, dass die In-Ears sicheren Halt im Ohr finden. Vielmehr sollte das Ohr komplett abgedichtet werden, um eine saubere Geräuschunterdrückung zu gewährleisten.

Darum greift Apple hier auf drei Silikonpassstücke in verschiedenen Größen zurück, das dürften auch gerne noch mehr sein. Das Lade- bzw. Aufbewahrungs-Dock gleicht dem des AirPods von 2019 und lässt sich entweder über das mitgelieferte Kabel oder per Induktion (kabellos) aufladen.

Naturgemäß ist die Kopplung zwischen AirPods Pro und einem iPhone sehr leicht, aber auch mit Smartphones anderer Hersteller geht es per Taste am Lade-Dock schnell. Bei der Kopplung mit einem Android-Handy fehlt etwa eine Anzeige für den Ladestand, dies kann aber auch mit einer zusätzlichen App eines Fremdherstellers, beispielsweise der »Podroid Pro«, behoben werden. Dann sieht man sogar den Akkustand des Auflade-Docks.

An den Stielen der Kopfhörer sind jetzt richtige Tasten, die auf beiden Seiten jeweils die gleichen Funktionen erfüllen. Damit kann man etwa Musik starten und anhalten, ein Lied überspringen oder das NC an- und ausschalten.

Die aktive Geräuschunterdrückung selbst funktioniert gut, ist aber auch davon abhängig, wie sehr die Kopfhörer im Ohr abdichten. Schön ist außerdem, dass das Noise Cancelling quasi keinen merklichen Einfluss auf Klangqualität oder die Lautstärke nimmt.

Das ist auch deshalb wichtig, weil die Stöpsel wirklich hervorragend klingen. Die Töne sind über das ganze Klangspektrum ausgewogen, tiefe Bässe wirken kräftiger als bei Vorgängermodellen.

Apple-Fans treffen mit den AirPods Pro sicher eine gute Wahl. In Verbindung mit einem iPhone sind sie in der Handhabung besonders benutzerfreundlich und überzeugen außerdem auch klanglich. Typisch für Apple ist aber auch, dass man etwas tiefer in die Tasche greifen muss als bei der Konkurrenz.

Preiswert: Soundcore Life P3

Preiswert

Soundcore Life P3

Test: Th
Anker hat mit dem Soundcore Life P3 einen echten Preisknaller mit aktivem Noise Cancelling am Start.

Die Life P3 von Soundcore gehört zu den preiswerten Modellen und wird in fünf Farben angeboten: off-white, korallen-rot, sky-blau, navy-blau und schwarz. Zum Lieferumfang gehören fünf Paar Eartips und ein Lade-Case mit Klappmechanismus.

Das kleine Case lässt sich völlig kabellos, also induktiv aufladen. Für Modelle dieser Preisklasse ist das ein Novum. Ganze vier Mal lassen sich die Stöpsel darin voll aufladen. Mit einer Akkuladung kamen die Stöpsel im Praxistest auf sieben Stunden bei voller Lautstärke. Eine beachtliche Leistung und länger als bei manchem teureren Konkurrenzmodell.

Die kostenlose App hat einiges dazugelernt: So lassen sich für die Lärmunterdrückung mehrere Voreinstellungen (Outdoor, Indoor und Verkehr) auswählen. Nutzt man die In-Ears beispielsweise normal oder zum Joggen, kann man einen Transparenz-Modus wählen – dann sind die beiden Funktionen deaktiviert.

Ein neues Feature ist der sogenannte Schlaf-Modus. Auf langen Bahn- oder Flugreisen macht sich dieser besonders gut: Einerseits kann so eine entspannende Soundkulisse eingestellt und andererseits Störgeräusche ausgesperrt werden.

Der Umfang des Ambiente-Sound reicht von einem Waldrauschen, über Windgeräusche bis zu einem sanften Glockenspiel. Für die Einstellung des Klangs stehen bei den Soundcores etwa 20 verschiedene Voreinstellungen zur Auswahl. Mittels eines Equalizers kann der Klang individuell angepasst und dieses Setup dann abgespeichert werden.

Für ihren Preis bieten die Life P3 von Soundcore einen erwachsenen Klang. Der Bass klingt kontrolliert und druckvoll. Im Bereich der Mittelhochtöne lösen viele teurere Konkurrenzmodelle allerdings besser auf. Der Klang bleibt von den diversen ANC-Einstellungen auf jeden Fall ziemlich unbeeinflusst.

Die Soundcore P3 bieten also einiges für den schmalen Geldbeutel. Und modernste Ladetechnik gibt’s außerdem noch obendrauf.

Was gibt es sonst noch?

Mit den WF-1000XM4 bringt Sony eine neue Generation seiner True Wireless mit aktiver Geräuschunterdrückung auf den Markt. Das Ladecase ist bei dieser Modellgeneration deutlich kleiner ausgefallen als bei den Vorgängern. Die Sonys können jetzt nur noch eineinhalbmal aufgeladen werden. Dafür halten die kleinen In-Ears statt acht jetzt zehn Stunden durch. Den Stöpseln hat der Hersteller ein neues Design verpasst. Oberfläche und Material wirken viel exquisiter als beim Vorgängermodell. Beigelegt sind außerdem zwei Silikon-Eartips und ein weiteres aus Foam.

Das Noise Cancelling System der Sony-In-Ears gehört nach wie vor zum besten, was wir kennen. Häusliche Tätigkeiten wie Kochen oder Hausputz können als separate Tätigkeiten identifiziert und das Active Noise Cancellation darauf eingestellt werden. Klanglich ist sich Sony bei seinen neuen In-Ears treu geblieben. Der Test der telefonischen Sprachqualität enttäuschte uns allerdings etwas: Wir hörten die Gegenseite sehr gut, während wir bei der Gegenstelle nur verzerrt zu hören waren. Hier hat sich die Qualität gegenüber dem Vorgänger verschlechtert. Insgesamt gibt es bei den In-Ears von Sony noch Luft nach oben. Da der Vorgänger um einiges günstiges ist, sollten Kaufinteressierte sich lieber die Sony WF-1000XM3 näher anschauen.

Bose ist nach längerer Abwesenheit auf dem europäischen Markt zurück. Mit seinen QuietComfort Earbuds zeigt der Hersteller bei der Klangqualität und der aktiven Geräuschunterdrückung was er kann. Das Ladecase als auch die Ear-Ins sind groß ausgefallen. Die Akkukapazität reicht für eine zweimalige Aufladung der QuietComfort Earbuds. Insgesamt sind drei Ladungen möglich. Das Ladecase kann entweder mit einem entsprechenden Ladenetzteil des Smartphones oder einem im Lieferumfang enthaltenen USB-C-Kabel aufgeladen werden. Das drahtlose Aufladen per Induktion ist ebenfalls möglich, dazu muss es auf die entsprechende Qi Ladefläche gelegt werden.

Der Grad des Noise-Cancelling kann in maximal zehn Stufen angepasst werden und funktioniert auf höchster Stufe so effektiv, dass quasi keine Umgebungsgeräusche von außen an die Lauscher dringen. Die exzellente Passform trägt hier ihren Teil bei. Trotzdem lassen sich die großbemessenen In-Ears leicht einsetzen und sorgen für ausreichend akustische Abdichtung. Die kostenlose Bose Music Smartphone-App hilft beispielsweise beim korrekten Einsetzen der Geräte. Tatsächlich war die App zum Testzeitpunkt noch frisch und wir hatten anfangs ein paar Probleme die App mit den In-Ears zu verbinden. Nach einem Neustart der App und einem Reset der In-Ears funktionierte es dann. Allerdings ist noch viel Feinschliff an der App nötig. Manche Optionen sind noch verbuggt und eine Regelung für den Klang fehlt komplett. Beim Klang spielt Bose seine langjährigen Erfahrungen aus und macht alles richtig. Die QuietComfort Earbuds bieten ein ebenmäßiges Klangbild. Seitens der Verständlichkeit der Sprache beim Telefonieren und der App ist aber noch Verbesserung möglich.

Die LivePro+ TWS von JBL sind in schwarz, rosa, beige und weiß erhältlich. Damit sollte für jeden Geschmack etwas dabei. Die Hörer schaffen es störende Umgebungsgeräusche mit den vielen im Lieferumfang enthaltenen Eartips und der damit gelungenen perfekten Platzierung im Ohr effektiv auszusperren. Den Rest macht die Lärmunterdrückung, die sich dank drei unterschiedlicher Presets wie »Alltäglicher Modus, »Reisemodus« und »Aktiver Modus« auf verschiedene Umgebungen anpassen lässt. Da sich alle Einstellungen bequem in der Smartphone-App einstellen lassen, funktioniert das Noise Cancelling recht gut. Der Grad des sogenannten Transparenz-Modus ist stufenlos einstellbar, sodass eine akustische Verbindung zur Außenwelt gegeben ist. Eine hörbare Beeinflussung des Klanges findet durch die Einstellungen nicht statt.

Die In-Ears haben klanglich einiges auf dem Kasten. Der sehr tiefe Bass bleibt jederzeit konturiert und verdeckt dabei weder die Höhen noch die Mitten. Sie vermitteln eine Club-Atmosphäre ebenso, wie die eines großen Orchestersaals. Der LivePro+ TWS von JBL eignet sich für diejenigen, die großen Wert auf ein cleveres Design, sowie auf sehr gute Klangergebnisse legen. Das Noise Cancelling der Stöpsel sorgt ausreichend Privatsphäre.

Mit den Bowers & Wilkins PI7 halten wir eine großes Ladecase in den Händen. Ein in das Case integrierter Akku lädt die Stöpsel maximal viermal nach. Die Laufzeit der PI7 ist mit vier Stunden etwas knapp bemessen. Der Hersteller hat sich bei der Entwicklung Gedanken gemacht und in das dicke Case der In-Ears einen Bluetooth-Transmitter verbaut. So kann man das im Lieferumfang enthaltene Verbindungskabel in die Kopfhörer-Buchse der Anlage einstecken, das zweite Ende in den USB-C Anschluss des Ladecase und schon kann man seine Lieblingsmusik von der heimischen Musikanlage über die In-Ears hören.

Das attraktive Klangbild der PI7 umfasst ein Spektrum von satten, tiefreichenden Bässen, einem wohltönenden Grundton und einem sehr fein aufgelösten Mittelhochtonbereich. Die klobigen und recht großen PI7 sitzen angenehm in den Ohren und dichten sehr gut gegen äußere Einflüsse ab. Das aktive Noise Cancelling wird über die Smartphone-App feinjustiert: So kann es entweder über eine automatische Anpassung oder stufenlos skaliert werden. Die Umgebungsdurchschaltung beziehungsweise der Transparenzmodus lässt sich voll abschalten und ist skalierbar. Bei den In-Ears hat das ANC übrigens einen akustische Auswirkung auf den Musikklang. Eine Klangregelung sowie eine Anpassung von Touch-Gesten fehlen hingegen. Zum Entspannen bieten die In-Ears entsprechende natürliche Geräuschkulissen. Der PI7 ist eine Bluetooth-Zugabe für die Stereo-Anlage zu Hause. Auf Reisen sorgen ein gutes NC und natürliche Klangwelten für Entspannung auf Reisen.

Die TONE Free FN7 von LG setzen das fort, was bereits die vorherigen Modelle begonnen haben. Steckt man die Stöpsel in das Lade-Case, werden sie via UV-Nano-Technologie gereinigt. So sollen Keime entfernt werden, die auf den Stöpseln sitzen. Die In-Ears dichten gut ab und lassen sich leicht einsetzen. Die drei Paar Eartips die mitgeliefert werden, reichen nach einem Dreh in das Ohr für einen perfekten Sitz meist aus. Der Klang der TONE Free FN7 war in unserem Praxistest satt.

Zudem kann der Klang umfangreich angepasst werden. Zur Auswahl stehen vier Presets und zwei individuelle Custom Einstellungen. Hier kann der Klang mithilfe eines Equalizers justiert werden. Darüber hinaus kann der Grad der Lärmunterdrückung zweistufig in der App angepasst werden. Die Außengeräusche können bei den In-Ears alternativ freigeschaltet werden, um beispielsweise an Gesprächen mit anderen teilzunehmen, ohne die TONE Free FN7 aus den Ohrmuscheln zu nehmen. Die Gestensteuerung lässt sich per Smartphone-App anpassen. Wir hätten uns aufgrund des Preises eine variablere Angleichung der Lärmunterdrückung gewünscht.

Wissenswertes über In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling

Generell kommt es bei In-Ears sehr auf die Passform an. Je besser der Kopfhörer im Ohr sitzt, desto schöner klingt er auch. Gut abgedichtete In-Ears dämpfen daher schon einige der Außengeräusche, sind aber vor allem gegen Reisegeräusche von Bahn- und Flugzeugmotoren machtlos.

Dieser Aufgabe nehmen sich dann Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling an. Dabei behilft man sich der Physik: Einfach gesagt wird nämlich Schall mit einem phasenverschobenem Schall bekämpft. Außengeräusche werden dabei von Mikrofonen in den Kopfhörern aufgenommen. Durch Phasendrehung entwickelt die Elektronik aus dem Schall von außen ein negatives Abbild, quasi ein Antischall. Der wird dann zusätzlich zur eigentlichen Musik abgespielt. Beim Aufeinandertreffen des Antischalls und der Außengeräusche heben sich die Wellen gegenseitig auf. Das Resultat ist, dass man nur noch die eigentliche Musik hört. So kommt die Bezeichnung »Noise Cancelling« zustande.

Klingt einfach, ist in der Praxis aber etwas komplizierter. Manche Hersteller unterdrücken Geräusche nur selektiv, also konzentrieren sich beispielsweise auf Motorengeräusche. Das ist unter Umständen gar nicht so schlecht, da man gewisse Außengeräusche wie Durchsagen in der Bahn vielleicht doch noch mitkriegen möchte.

In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling Test: In Ear Kopfhörer Noise Cancelling
Seit dem Jahr 2019 verkauft auch Apple In-Ears mit Noise Cancelling.

Noise-Cancelling-Kopfhörer von Sony sind hier besonders innovativ. Sie können die Umgebung analysieren, die unerwünschten Geräusche herausfiltern und nur wichtige Ansagen durchlassen. Das wird natürlich immer komplizierter und kann dazu führen, dass die Qualität des Klangs der Musik darunter leidet, was prinzipiell ein Problem bei Noise-Cancelling-Kopfhörern sein kann.

Logischerweise erfordert die Bearbeitung für die Geräuschunterdrückung, die über einen gesonderten Prozessor stattfindet, Strom. Daher brauchen die Geräte mit einer Noise Cancelling-Funktion einen Akku. In unserem Test ist dabei der Q Adapt In-Ear von Libratone die einzige Ausnahme. Der zieht sich den Strom per Lightning-Buchse direkt von einem Smartphone.

Für die Verbindung der Kopfhörer mit dem Smartphone gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Kabel oder Bluetooth. Der Trend entwickelt sich dabei hin zum Bluetooth, da man damit vielseitiger ist. Bei Kabelverbindung kann es gerade bei älteren In-Ears passieren, dass die Kopfhörer entweder nur Android- oder nur iOS-kompatibel sind. Beim Kauf kann es da zu bösen Überraschungen kommen.

Die verkabelten Modelle haben aber auch Vorteile. Sie funktionieren nämlich noch als normale Kopfhörer, selbst wenn der Akku leer ist. Bei Bluetooth geht dann gar nichts mehr.

So haben wir getestet

Weil die Entwicklung von wirkungsvollem Noise Cancelling ziemlichen Arbeitsaufwand erfordert, ist der Markt für In-Ears mit Geräuschunterdrückung recht überschaubar. In der Regel sind es nur die größeren Hersteller, die sich diesen Projekten widmen.

Das liegt auch daran, dass mittlerweile True Wireless-In-Ears gefragter sind. Das Noise Cancelling bei diesen kabellosen Kopfhörern steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, bislang haben hier nur Sony und Apple mit der Produktion begonnen.

In unserem Test haben wir alle Kopfhörer realen Situationen ausgesetzt. Wir beurteilen dabei, wie gut die Geräuschunterdrückung bei Verkehrslärm, beim Staubsaugen und in einer großen Menschenmenge funktioniert. Natürlich geht es uns auch um die Klangeigenschaften der In-Ears, sowohl mit aktiviertem Noise Cancelling, als auch exklusive.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.