Test: Aufmacher Inears Anc

In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test : Entspanntes Musikhören trotz Lärm

Update 30.03.2021

Noise Cancelling erlaubt angenehmes Musikhören, auch wenn man eigentlich lauten Außengeräuschen ausgesetzt ist. Selbst die kleinen In-Ear Kopfhörer sind mittlerweile sehr gut darin, Störlaute herauszufiltern. Dabei muss man nicht einmal Einbußen bei der Klangqualität in Kauf nehmen.

Update 30. März 2021

Wir haben weitere acht In-Ear-Kopfhörer getestet. Empfehlenswert sind die Samsung Galaxy Buds Pro und die Huawei FreeLace Pro.

2. Februar 2021

Wir haben weitere In-Ear-Kopfhörer getestet. Eine neue Empfehlung sind die Liberty Air 2 Pro von Soundcore.

16. November 2020

Wir haben weitere In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Neue Empfehlung sind der Technics EAH-AZ70WE, der 1More EHD9001BA, sowie der Tronsmart Apollo Bold.

1. Oktober 2020

Wir haben fünf neue In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Eine neue Empfehlung ist der Sennheiser Momentum True Wireless 2.

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Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Wer kennt es nicht: Man möchte beim Sport, im Zug oder im Bus in Ruhe Musik hören, wird dabei aber von sich lautstark unterhaltenden Menschen oder dem Verkehrslärm ausgebremst. Um die Außengeräusche auszublenden, müsste man die Musik aber so laut aufdrehen, dass es oft nicht mehr angenehm ist. Abhilfe schaffen hier In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling.

Noise Cancelling bedeutet aktive Geräuschunterdrückung durch einen physikalischen Trick. Das funktioniert überraschend gut, aber vor allem bei In-Ear-Kopfhörern kommen meist doch noch ein paar Restgeräusche durch. Besser kriegen das ohrumschließende Kopfhörer hin, die natürlich schon aufgrund ihrer Bauweise mehr Außengeräusche abweisen.

Dennoch gibt es auch gute Gründe, In-Ear-Kopfhörer zu benutzen. Wir haben deshalb 33 In-Ears mit Noise Cancelling getestet, davon sind aktuell noch 31 Modelle verfügbar.

Gelungenes Update: Samsung Galaxy Buds Pro

Gelungenes Update

Samsung Galaxy Buds Pro

Bei den Galaxy Buds Pro zeigt Samsung eindrucksvoll, wie weit der Konzern in der Entwicklung des aktiven Noise Cancelling bereits ist. Auch beim Design hat sich Samsung im Vergleich zu den Buds Live enorm verbessert.

Weil die In-Ears ein klein wenig trichterförmig sind, rutschen sie beim Einsetzen fast wie von selbst in den Gehörgang. Das Lade-Case findet aufgrund seiner kompakten Ausmaße selbst dann noch Platz, wenn die Platzverhältnisse eigentlich schon als recht beengt gelten. Trotz dessen Größe reicht der darin verbaute Akku, um die In-Ears circa dreimal komplett aufladen zu können.

Zum Aufladen des im Case verbauten Akkus gibt es einen USB-Anschluss (Typ-C), ein passendes Ladegerät ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Ein nettes Extra des Cases ist seine Qi-Ladefähigkeit, womit man es auch drahtlos mit Strom volltanken kann. Die übrige Zubehörliste der Buds ist allerdings recht überschaubar und beschränkt sich auf drei Paar Eartips.

Mit einer Akkuladung konnten wir im Test etwa sieben Stunden geräuschunterdrückte Musik bei maximaler Lautstärke hören. Deaktiviert man die Geräuschunterdrücken, sollte mindestens eine Stunde mehr drin sein.

Wie es bei In-Ears mittlerweile quasi schon Standard ist, werden auch die Galaxy Buds Pro über berührungsempfindliche Flächen gesteuert. Weil klangliche Feineinstellungen und dergleichen mit diesem Bedienkonzept allerdings recht schwierig umzusetzen sind, stellt der Hersteller natürlich auch eine kostenlose App zur Verfügung.

Die App bietet eine Fülle an Zusatzfunktionen, so kann man nicht nur die Touch-Gesten individualisieren, sondern beispielsweise auch auswählen, wie stark die Geräuschunterdrückung sein soll. Die beiden dynamischen Treiber, die in jedem In-Ear verbaut sind und die Arbeit je nach Frequenzbereich unter sich aufteilen, sorgen zudem für einen hervorragenden Klang.

Von den tiefsten Tiefen des Bassbereichs, bis hin zu den feinsten Höhen sind sie jeder Situation gewachsen und geben Töne präzise und sauber wieder. Ein derart räumliches Klangbild hätte man den Winzlingen gar nicht zugetraut und das, obwohl man weder bei den Bässen, noch bei den hohen Frequenzen eine Tendenz zur Loudness festmachen kann. Wer sich bei der Ausstattung auf das Nötigste beschränken kann, der wird bei den Buds Pro mit In-Ears belohnt, die hervorragend sitzen und klingen.

Guter Klang: Technics EAH-AZ70WE

Guter Klang

Technics EAH-AZ70WE

Test: Technics Eah Az70w
Technics präsentiert mit dem EAH-AZ70W ein echtes Schmankerl mit hervorragenden Klangeigenschaften und sehr gutem Noise Cancelling.

Die EAH-AZ70WE von Technics bieten nicht nur eine kryptische Typenbezeichnung, sondern auch eine herausragende Verarbeitungsqualität. Dabei sind die In-Ears nicht nur hochwertig, sondern vor allem auch groß. Trotz ihrer etwas überdurchschnittlichen Maße sitzen die Kopfhörer ausgesprochen gut und sollten sich auch in sehr kleinen Ohren unterbringen lassen – ein Vorteil der Größe ist, dass sie sich so auch von bekennenden Grobmotorikern gut im Gehörgang platzieren lassen.

Über die berührungsempfindlichen Flächen an ihrer Außenseite können die In-Ears gesteuert werden, was in dieser Preisregion mittlerweile Standard ist. Die Gesten dafür sind fest definiert und lassen sich nicht weiter anpassen, wie es bei manchen Konkurrenzmodellen möglich ist. Mithilfe einer App (Technics Audio Connect), die jener von Panasonic verblüffend ähnlich sieht, kann man zahlreiche weitere Einstellungen vornehmen.

So lassen sich dort beispielsweise das Noise Cancelling und die Talkthrough-Funktion stufenlos einstellen und auch die Finde-Funktion kann man in der App aktivieren. Wie der Name es vermuten lässt, dient dieser Menü-Unterpunkt dazu, ein Signal an die Kopfhörer zu senden, damit der Besitzer diese hört und im Idealfall wiederfindet. Wie es sich für eine Kopfhörer-App gehört, lassen sich dort natürlich auch Klangpresets definieren und unter Zuhilfenahme des Equalizers auch feinere Klangeinstellungen vornehmen.

Was den Klang der Technics betrifft, so schaffen diese einen satten Tiefgang, ohne dabei etwas von ihrer schönen Klarheit einzubüßen. Mittelhochtöne werden nicht nur extrem fein aufgelöst, sondern zudem auch recht impulsiv wiedergegeben. Weil es dem Hersteller auch gelingt, räumliche Aspekte mit in das Klanggeschehen aufzunehmen, klingen die Technics EAH-AZ70WE zuweilen wie ausgewachsene Kopfhörer.

Keine Experimente: Huawei FreeLace Pro

Keine Experimente

Huawei FreeLace Pro

Die FreeLace Pro gehören zu den wenigen In-Ears von Huawei, die mit einem Neckband ausgestattet sind. Den rechten In-Ear kann man abziehen und so den USB-Stecker (Typ C) freilegen.

Besonders oft ist das aber nicht nötig, denn selbst wenn man den Lautstärkeregler auf Anschlag stellt, hält der Huawei satte 24 Stunden durch. Bei der Bedienung gibt sich der Neckband-In-Ear recht konservativ, Touch-Flächen gibt es hier nicht. Dafür sind die Bedienfelder aber auch blind gut zu ertasten. Wem das nicht reicht, der kann natürlich auch auf die entsprechende App zur Bedienung zurückgreifen. Im Vergleich zu den Apps der anderen Hersteller ist die Software von Huawei allerdings recht spärlich ausgestattet und bietet ein überschaubares Maß an Einstellmöglichkeiten. Im Test haben wir beispielsweise eine Möglichkeit zur Klangregulierung vermisst.

Die Noise-Cancelling-Funktion kann man in drei Stufen einstellen, unabhängig von der gewählten Einstellung gibt es beim Klang nichts an den Huawei-In-Ears auszusetzen und auch das Mikrofon hat es verdient, an dieser Stelle lobend erwähnt zu werden, es ist nämlich derart geschickt positioniert, dass man beim Telefonieren vom Gesprächspartner hervorragend verstanden wird.

Perfekt fürs iPhone: Apple AirPods Pro

Perfekt fürs iPhone

Apple AirPods Pro

Test  In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling: Apple AirPod Pro
Apple hat den AirPods jetzt eine aktive Geräuschunterdrückung spendiert, nun heißen sie AirPods Pro.

Als erste Apple-Kopfhörer überhaupt können die AirPods Pro aktives Noise Cancelling. Sie ähneln den klassischen AirPods, das dort angewandte One-Size-Fits-All-Prinzip kann hier aber nicht zum Einsatz kommen. Das liegt daran, dass es für das Noise Cancelling nicht ausreicht, dass die In-Ears sicheren Halt im Ohr finden. Vielmehr sollte das Ohr komplett abgedichtet werden, um saubere Geräuschunterdrückung zu gewährleisten.

Darum greift Apple hier auf drei Silikonpassstücke in verschiedenen Größen zurück, das dürften auch gerne noch mehr sein. Das Lade- bzw. Aufbewahrungs-Dock gleicht dem der AirPods 2019 und lässt sich entweder über das mitgelieferte Kabel oder per Induktion aufladen.

Naturgemäß ist die Kopplung zwischen AirPods Pro und einem iPhone sehr leicht, aber auch mit Smartphones anderer Hersteller geht es per Taste am Lade-Dock schnell. Bei der Kopplung mit einem Android-Handy fehlt etwa eine Ladestands-Anzeige, dies kann aber auch mit einer zusätzlichen App eines Fremdherstellers, beispielsweise der »Podroid Pro«, behoben werden. Dann sieht man sogar den Akkustand des Lade-Docks.

An den Stielen der Kopfhörer sind jetzt richtige Tasten, die auf beiden Seiten jeweils die gleichen Funktionen erfüllen. Damit kann man etwa Musik starten und anhalten, ein Lied überspringen oder das Noise Cancelling an- und ausschalten.

Die aktive Geräuschunterdrückung selbst funktioniert gut, ist aber auch davon abhängig, wie sehr die Kopfhörer im Ohr abdichten. Schön ist außerdem, dass das Noise Cancelling quasi keinen merklichen Einfluss auf die Klangqualität oder die Lautstärke nimmt.

Das ist auch deshalb wichtig, weil die AirPods Pro wirklich hervorragend klingen. Die Töne sind über das ganze Klangspektrum ausgewogen, tiefe Bässe wirken kräftiger als bei Vorgängermodellen.

Apple-Fans treffen mit den AirPods Pro sicher eine gute Wahl. In Verbindung mit einem iPhone sind sie in der Handhabung besonders benutzerfreundlich und überzeugen außerdem auch klanglich. Typisch für Apple ist aber auch, dass man etwas tiefer in die Tasche greifen muss als bei der Konkurrenz.

Preiswert: Soundcore Liberty Air 2 Pro

Preiswert

Soundcore Liberty Air 2 Pro

Test: Soundcore Liberty Air 2 Pro
Der Liberty Air 2 Pro verfügt über umfangreiche Einstellungen für das ANC.

Die Liberty Air 2 Pro gibt es in vier verschiedenen Farben: Saphirblau, Weiß, Onyx und Rosenquarz. Egal für welche Farbe man sich entscheidet, es sind immer neun Paar Eartips in unterschiedlichen Größen mit dabei. Eine derart große Auswahl sorgt dafür, dass für jeden Ohr-Typ das richtige Passstück mitgeliefert ist.

Das Lade-Case der In-Ears von Soundcore lässt sich nicht einfach nur öffnen, sondern mithilfe eines Sliders wird der Deckel ganz lässig aufgeschoben. Das Case bietet genug Akku, um den Hörer zweimal aufzuladen, beim dritten Ladevorgang werden die Akkus der In-Ears dann nur noch zur Hälfte geladen. Unter voller Lautstärke hat eine Akkuladung in unserem Test etwa sechs Stunden durchgehalten.

Einstellungen wie Noise Cancelling und Klang lassen sich mithilfe der Soundcore-App vornehmen. Ebenso kann man dort auf bestimmte Voreinstellungen wie Verkehr, Outdoor oder Indoor zugreifen und den Pegel individuell gestalten. Für weitere Einstellmöglichkeiten beim Klang  sorgt eine breite Auswahl von zehn zur Verfügung stehenden Presets.

Wem das nicht reicht, der kann seinen individuellen Sound-Vorlieben mithilfe des Equalizers Ausdruck verleihen. Die zahlreichen Einstellmöglichkeiten sorgen dafür, dass die Noise-Cancelling-Funktion der In-Ears ausgesprochen gute Ergebnisse liefert. Viele Außengeräusche werden zudem schon von den gut sitzenden Eartips ausgesperrt.

Was den Klang der Soundcore angeht, so konnten wir eine recht ausgeprägte Tendenz zur Loudness feststellen. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass auch bei geringem Pegel ein vordergründiger und voluminöser Klang ans Ohr gelangt. Wem das zu künstlich ist, der kann hier mit dem Equalizer gegensteuern. Dieser ist, genauso wie viele Einstellmöglichkeiten bezüglich des aktiven Noise-Cancelling, in der Soundcore-App zu finden.

Was gibt es sonst noch?

Der Sony WF-1000XM3 ist der Nachfolger vom WI-1000X, dem allerersten True Wireless In-Ear mit Geräuschunterdrückung. Im direkten Vergleich ist der WF-1000XM3 noch benutzerfreundlicher, hat einen schöneren Klang und längere Akkulaufzeit. Die In-Ears sind nun ein bisschen größer, sitzen deswegen aber nicht weniger komfortabel. Schließlich kann sich jeder aus sieben verschiedenen Passstücken das ideale für sein Ohr auswählen. Dadurch fällt auch die Touchfläche darauf größer aus und erlaubt nun eine nahezu vollständige Steuerung, man ist somit nicht mehr unbedingt auf eine zusätzliche App angewiesen.

Vergrößert wurde darüber hinaus das Ladedock, welches jetzt genügt, um die Kopfhörer dreimal voll aufzuladen. Darüber hinaus ist hier ein NFC-Chip integriert, der hilfreich bei der Verbindung mit dem Smartphone ist. Für Freunde der Sprachassistenz stehen Google Assistant, Alexa und Siri zur Verfügung. In unserem Test reichte eine Akkuladung für etwa acht Stunden Musik auf voller Lautstärke, allerdings ohne Noise Cancelling. Wird dies aktiviert, geht die Laufzeit logischerweise ein wenig zurück.

Wie bereits angedeutet, haben sich die Bedienungsmöglichkeiten auf den Touchflächen links und rechts stark verbessert. Hier kann man nicht nur Musik pausieren und überspringen sowie Anrufe annehmen, sondern auch das Noise Cancelling aktivieren und deaktivieren. Zusätzlich zum normalen Noise Cancelling gibt es den Ambient-Sound-Modus. Dabei werden nur bestimmte, wichtige Geräusche wie Durchsagen oder Sirenen durchgelassen. Das gibt es nur bei Sony und kann sich im Alltag als sehr praktisch erweisen.

Will man das Noise Cancelling noch differenzierter einstellen, so braucht man dazu die Headphones Connect App. Dort kann man Umgebungs-Szenarien wie »spaziert«, »verweilt« oder »wird befördert« auswählen und anhand derer einstellen, welche Art von Außengeräuschen nicht gelöscht werden sollen. Zusätzlich ist in der App ein Equalizer verfügbar, mit dem der Klang individuell reguliert werden kann.

Bei deaktiviertem Equalizer klingen die WF-1000XM3 ausgeglichen und dynamisch, was ohnehin schon zu einem räumlichen Klangbild führt. Dies lässt sich in der App noch einmal verbessern. Die manuell aktivierbare Erweiterung 360 Reality Audio simuliert nämlich den Sound eines Surround-Systems, was bei vielen Songs wirklich gut klappt.

Der 1More EHD9001BA verfügt über ein Neckband, welches zu den besten gehört, die momentan auf dem Markt erhältlich sind. Damit kann man – sollte tatsächlich einmal der Akku zur Neige gehen – weiterhin Musik hören, indem man das Neckband mithilfe eines Audiokabels mit der Musikquelle verbindet.

15 Stunden Akkulaufzeit sorgen allerdings dafür, dass man wohl nicht allzu schnell auf diese Lösung zurückgreifen müssen wird. Angenehm ist auch, dass man den Kopfhörer nicht per Touchfeld steuert, wie es mittlerweile bei vielen In-Ears der Fall ist. Einstellungen lassen sich meist im Sichtbereich, nämlich an den Tasten des Neckbandes, vornehmen, was für einen hohen Bedienkomfort sorgt.

Für mehr Einstellmöglichkeit gibt es die App von 1More. Damit lässt sich der Grad des Noise Cancelling dosieren (drei Stufen) und auch Windgeräusche kann man hier mithilfe einer zusätzlichen Schaltung unterdrücken. Derlei Einstellungen haben dabei erfreulich wenig Auswirkungen auf den Klang des Kopfhörers.

Lediglich eine Energiesparfunktion, die den Hörer abschaltet, sofern dieser nicht gebraucht wird, haben wir bei unserem Test vermisst. Beim Telefonieren reihte sich der EHD9001BA in die übliche Klangqualität von In-Ears ein und konnte seine Vorteile nicht ausspielen, die er aufgrund der besseren Positionierung des Mikrofons gehabt hätte.

Während bei den meisten Konkurrenten lediglich ein Treiber im Gehäuse des Hörers verbaut ist, sind es beim 1More EHD9001BA zwei, welche die Frequenzen untereinander aufteilen. Für ordentlich Druck im Basskeller sorgt dabei der dynamische, für hohe Töne der Balanced-Armature-Treiber. Auf den wohl künstlich etwas nachgebesserten Bassbereich folgt ein durchaus ausgeprägter Grundton, sowie daran anschließende Mittelhochtöne. Wie nahtlos dieser Übergang ist, zeugt von der guten Umsetzung des Zwei-Treiber-Konzepts. Für noch mehr Klangqualität muss man dann schon wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

Es ist der Bauart der Tronsmart Apollo Bold geschuldet, dass diese recht hoch sind und beim Tragen deshalb ein wenig herausragen. Dafür lassen sie sich allerdings sehr gut einsetzen und sind, einmal im Gehörgang platziert, sehr komfortabel zu tragen. Bedient werden die Tronsmart mithilfe der Touch-Flächen auf der Außenseite ihres Gehäuses, eine App gibt es für die In-Ears nicht.

Um die Apollo Bold also zu bedienen, muss man sich mit einer ausgefeilten Klopftechnik vertraut machen: Einmal Tippen stellt die Musik lauter, zweimaliges Tippen pausiert diese, beziehungsweise setzt sie wieder fort und durch eine lange Berührung der Touch-Fläche sorgt man dafür, dass direkt zum nächsten Stück gesprungen wird. Um das Noise Cancelling einzuschalten, muss man dreimal auf das Touch-Feld klopfen, um es auszuschalten ebenso.

Angenehm ist, dass die Geräuschunterdrückung keinerlei Auswirkungen auf den Klang der In-Ears hatte. Damit die Tronsmart Apollo Bold auch bei geringer Lautstärke voluminös klingen, weisen sie einen deutlichen Loudness-Charakter auf und der Mitteltonbereich wirkt insgesamt ein wenig unterrepräsentiert. Gut ist hingegen die Ausprägung der Höhen und Mitten und auch die Räumlichkeit ist in Ordnung.

Von Sennheiser gibt es nun die zweite Generation der Momentum True Wireless 2 mit aktivem Noise Cancelling. Im Vergleich zu den Vorgängern hält der Akku doppelt so lange, nämlich mehr als sieben Stunden. Die Kopfhörer lassen sich im Dock bis zu dreimal aufladen.

Mit drei verschiedenen Passstücken passen die Momentum gut ins Ohr und dichten ausgezeichnet ab. Über Touch-Flächen werden die Kopfhörer bedient, in der »Smart Control«-App lassen sich die Befehle auch individuell einstellen. Dort oder an den Kopfhörern lässt sich auch das »Transparent Hearing« aktivieren: Dabei kann man die Außenwelt dazu schalten und gleichzeitig entscheiden, ob die Musik stoppen soll oder weiterlaufen darf. Die Geräuschunterdrückung ist effektiv und nimmt dabei keinen hörbaren Einfluss auf den Sound.

Der Sound ist bei den Sennheisern tatsächlich sehr gut: Die In Ears klingen schön natürlich und schaffen nahtlose Übergänge vom Bass- in den Mittelhochtonbereich, wo sie sehr fein auflösen. Die Kopfhörer unterstützen auch den aptX-Codec bei der Übertragung über Bluetooth. Auch Telefonieren macht Spaß: Die True Wireless 2 liefern eine sehr gute Sprachverständlichkeit ohne Abbrüche und Störungen.

Bei den E1004BA von 1More sind auf beiden Seiten zwei Treiber eingebaut: Einer für tiefe oder mittlere Frequenzen und ein BA-Treiber, der für hohe Frequenzen zuständig ist. Mit einem Nackenband werden die beiden Ohrstöpsel zusammengehalten. Darin befinden sich auch die Elektronik, die Akkus und am linken Ende auch die Bedienmimik.

Mit einem Schiebeschalter lässt sich das Noise Cancelling einstellen: In der ersten Stufe wird vor allem Hintergrundgemurmel weggedimmt, in der zweiten Stufe werden zusätzliche Frequenzen abgedämpft, die im Zug oder Flugzeug entstehen. Bei aktiviertem Noise Cancelling ist allerdings vor allem in leisen Passagen ein leichtes Rauschen zu hören.

Allerdings gibt es keine hörbaren Klangunterschiede bei ein- oder ausgeschaltetem Noise Cancelling. Der Sound tendiert ein wenig zur Loudness, aber auch die Mitten werden fein aufgelöst und ausreichend Bass geliefert. Man bekommt also bei den 1More E1004BA viel für wenig Geld, das Noise Cancelling ist allerdings bei Sony oder Bose besser.

Wissenswertes über In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling

Generell kommt es bei In-Ears sehr auf die Passform an. Je besser der Kopfhörer im Ohr sitzt, desto schöner klingt er auch. Gut abgedichtete In-Ears dämpfen daher schon einige der Außengeräusche, sind aber vor allem gegen Reisegeräusche von Bahn- und Flugzeugmotoren machtlos.

Dieser Aufgabe nehmen sich dann Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung an. Dabei behilft man sich der Physik: Einfach gesagt wird nämlich Schall mit phasenverschobenem Schall bekämpft. Außengeräusche werden dabei von Mikrofonen in den Kopfhörern aufgenommen. Durch Phasendrehung entwickelt die Elektronik aus dem Schall von außen ein Negativ-Abbild, quasi Antischall. Dieser wird dann zusätzlich zur eigentlichen Musik abgespielt. Beim Aufeinandertreffen des Antischalls und der Außengeräusche löschen sich die Wellen gegenseitig aus. Das Resultat ist, dass man nur noch die eigentliche Musik hört. So kommt der Begriff »Noise Cancelling« zustande.

Klingt einfach, ist in der Praxis aber etwas komplizierter. Manche Hersteller unterdrücken Geräusche nur selektiv, also konzentrieren sich beispielsweise auf Motorengeräusche. Das ist unter Umständen gar nicht so schlecht, da man gewisse Außengeräusche wie Durchsagen in der Bahn vielleicht doch noch mitkriegen möchte.

In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling Test: In Ear Kopfhörer Noise Cancelling
Seit 2019 bietet auch Apple seine drahtlosen Kopfhörer mit Noise Cancelling an.

Noise-Cancelling-Kopfhörer von Sony sind hier besonders innovativ. Sie können die Umgebung analysieren, die unerwünschten Geräusche herausfiltern und nur wichtige Ansagen durchlassen. Das wird natürlich immer komplizierter und kann dazu führen, dass die Klangqualität der Musik darunter leidet, was prinzipiell ein Problem bei Noise-Cancelling-Kopfhörern sein kann.

Logischerweise erfordert die Bearbeitung für die Geräuschunterdrückung, die über einen Prozessor stattfindet, Strom. Daher brauchen In-Ears mit Noise Cancelling einen Akku. In unserem Test ist dabei der Q Adapt In-Ear von Libratone die einzige Ausnahme. Der zieht sich den Strom per Lightning-Anschluss direkt vom Smartphone.

Für die Verbindung der Kopfhörer mit dem Smartphone gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Bluetooth oder Kabel. Der Trend entwickelt sich dabei hin zum Bluetooth, da man damit vielseitiger ist. Bei Kabelverbindung kann es gerade bei älteren In-Ears passieren, dass die Kopfhörer entweder nur Android- oder nur iOS-kompatibel sind. Beim Kauf kann es da zu bösen Überraschungen kommen.

Die verkabelten Modelle haben aber auch Vorteile. Sie funktionieren nämlich noch als normale Kopfhörer, selbst wenn der Akku leer ist. Bei Bluetooth geht dann gar nichts mehr.

So haben wir getestet

Weil die Entwicklung von wirkungsvollem Noise Cancelling ziemlichen Arbeitsaufwand erfordert, ist der Markt für In-Ears mit Geräuschunterdrückung recht überschaubar. In der Regel sind es nur die größeren Hersteller, die sich diesen Projekten widmen.

Das liegt auch daran, dass mittlerweile True Wireless-In-Ears gefragter sind. Das Noise Cancelling bei diesen kabellosen Kopfhörern steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, bislang haben hier nur Sony und Apple mit der Produktion begonnen.

In unserem Test haben wir alle Kopfhörer realen Situationen ausgesetzt. Wir beurteilen dabei, wie gut die Geräuschunterdrückung bei Verkehrslärm, beim Staubsaugen und in einer Menschenmenge funktioniert. Natürlich geht es uns auch um die Klangeigenschaften der In-Ears, sowohl mit aktiviertem Noise Cancelling, als auch ohne.

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