Test: Inears Aufmacher Alternative

In-Ear-Kopfhörer im Test : Kleine Klangwunder

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Veröffentlicht 11.12.2020

In-Ear-Kopfhörer sind klein und kompakt. Weil man sie überall mit hinnehmen kann, sind die kleinen Kopfhörer der ideale Begleiter für unterwegs und isolieren ihren Träger hervorragend vor Umgebungsgeräuschen. Wir haben 83 In-Ear-Kopfhörer miteinander verglichen.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Trotz der Tatsache, dass kabellose In-Ear-Kopfhörer voll im Trend liegen, finden auch die kabelgebundenen Modelle noch immer ihre Abnehmer. Manche Musik-Enthusiasten schwören dabei auf die überlegene Klangqualität der Kabelübertragung, wobei der Fairness halber an dieser Stelle erwähnt sei, dass die Bluetooth-Übertragung in den letzten Jahren massiv aufgeholt hat und sich fast keine Unterschiede mehr feststellen lassen.

Ein weiterer Grund für den Griff zum Kabel ist, dass diese Modelle keinen Akku beherbergen und somit nicht aufgeladen werden müssen. Zudem haben die verkabelten In-Ears auch einen ganz praktischen Vorteil: Der Verlust eines einzelnen Hörers ist damit quasi nicht möglich.

Die getesteten Kopfhörer bewegen sich preislich zwischen 10 und 300 Euro, wobei man schon für etwa 25 Euro recht vernünftig klingende Modelle ergattern kann. Der Großteil der in dieser Preisklasse vertretenen Geräte konnte klanglich allerdings nicht überzeugen.

Günstige In-Ear-Kopfhörer (ca. 30 Euro)

Zwar sind in dieser Preisregion angesiedelte Kopfhörer meist recht spartanisch ausgestattet, drei oder vier Pärchen an Passstücken legen die Hersteller aber auch diesen Exemplaren bei. Viel mehr darf man allerdings nicht an zusätzlicher Ausstattung erwarten, der ein oder andere kommt aber auch hier mit einem schlichten aber nützlichen Transportbeutel.

Hochwertige Verarbeitung: RHA MA390 Universal

Hochwertige Verarbeitung

RHA MA390 Universal

Test: Rha Ma390
Klein, günstig und gut verarbeitet, außerdem klingt der MA390 auch noch gut.

von 12 Lesern gekauft

RHA ist es mit dem MA390 Universal gelungen, einen Kopfhörer zu entwickeln, dem man seinen geringen Preis weder ansieht noch hört. Dazu  passend ist der Kopfhörer auch was seine Verarbeitung angeht auf einem durchwegs hohen Niveau unterwegs, so sind beispielsweise die Treiber des RHA in einem Gehäuse aus Metall untergebracht. Mithilfe einer Kabelklammer ist es zudem möglich, Kabelgeräusche (Stichwort Mikrofonie-Effekt) zu minimieren und das Kabel insgesamt zu entlasten.

Im Lieferumfang sind Eartips in drei unterschiedlichen Größen enthalten, welche aus Silikon gefertigt sind und sich gut im Ohr befestigen lassen. Das am Kabel befestigte Inline-Mikrofon kann dabei zudem als Orientierungshilfe dienen, denn die Beschriftung, welcher Hörer in welches Ohr muss, lässt sich nur schwer ablesen.

An der Stelle des Inline-Mikrofons ist auch ein Schalter zu finden, mit dem sich die Musik pausieren und das Telefon einschalten lässt. Möglichkeiten zur Lautstärkeregulierung sucht man hier allerdings vergebens. Was den Klang angeht, so konnte der RHA sehr satt und dynamisch aufspielen, man merkt allerdings, dass vor allem im Basskeller ein wenig nachgeholfen wird, damit der Sound am Ohr möglichst kräftig rüberkommt.

Erfreulicherweise hat sich RHA insgesamt beim Sounding allerdings weitestgehend zurückgehalten und so spielt der MA390 sehr gut in allen Lagen und schafft einen gelungenen Kompromiss, was den Druck im Bassbereich und die Wiedergabe des Mittelhochtonbereichs betrifft. Der RHA MA390 Universal macht vieles richtig und das zu einem erstaunlich niedrigen Preis.

Natürlicher Klang: Sennheiser CX 100

Äußerlich kommt der CX 100 aus dem Hause Sennheiser sehr unscheinbar daher. Sowohl auf ein Inline-Mikrofon als auch auf eine Transporttasche muss man beim CX 100 leider verzichten. Immerhin liefert Sennheiser Passstücke aus Silikon in vier unterschiedlichen Größen mit, die, sofern man die kleinen Stöpsel erstmal erfolgreich im Ohr verstaut hat, sehr komfortabel zu tragen sind.

Was den Klang betrifft, so kommt man beim Sennheiser voll auf seine Kosten. Die Auflösung im Mittelhochtonbereich ist sehr fein und auch der Bassbereich macht ordentlich Druck. Insgesamt bietet der CX 100 einen luftigen Klang, der sich im Vergleich zum RHA MA390 etwas zurücknimmt und den Fokus auf eine möglichst natürliche Balance legt, welche sich über das ganze Frequenzspektrum erstreckt.

Komfortabel: Final E1000

Komfortabel

Final E1000

Test: Final E1000
Wie bei allen Final Hörern der E-Serie lassen sich die Eartips nach dem Draufstecken leicht schwenken, so sollen sie noch besser in den Hörkanal passen.

Beim Final E1000 handelt es sich um ein Einsteigermodell von Final. Die Treiber sind hinter schlanken Hülsen verborgen, welche aus Kunststoff gefertigt sind und sich wenig von denen der deutlich teureren Modelle der E-Reihe unterscheiden. Wie schon beim Sennheiser muss man auch beim Final auf eine Transporttasche und ein Inline-Mikrofon verzichten. Dafür erhöhen die mitgelieferten Passstücke in fünf verschiedenen Größen die Chance, dass das ideale Passstück für das eigene Ohr mit dabei ist.

Weil die Eartips beim Aufsetzen auf die Hülsen ein klein wenig Spiel haben, lassen sie sich besonders gut im Hörkanal einpassen. Sie sitzen – ein wenig Fingerspitzengefühl vorausgesetzt – in kürzester Zeit an der perfekten Stelle und dichten dementsprechend gut ab. Mit dieser guten Passform schaffen es die E1000, den Gehörgang mit einem natürlichen Klang zu versorgen.

Die Mitten sind sauber aufgelöst und der Mittelhochtonbereich kommt so brillant rüber, dass sich lediglich beim Vergleich mit deutlich teureren Modellen ein gewisser Mangel im Nachdruck des Tiefbasses diagnostizieren lässt. Wer auf der Suche nach einem günstigen Kopfhörer ist, der Klänge möglichst unverfälscht wiedergibt, der ist beim Final E100 genau richtig.

Gut und Günstig: 1More Piston Fit E1009

Gut und Günstig

1More Piston Fit E1009

Das gefräste Gehäuse des 1More Piston Fit E1009 ist, zumindest was das Design betrifft, stark an das der deutlich teureren Modelle von 1More angelehnt. Auch ein Mikrofon zum Telefonieren sowie eine Eintasten-Fernbedienung gehören zu den Ausstattungsmerkmalen des Piston Fit E1009. Mit Letzterer ist allerdings weder ein Ändern der Lautstärke, noch des Tracks möglich.

Die leicht angewinkelten In-Ears lassen sich schnell einsetzen, für Orientierung sorgt eine Links-/Rechts-Markierung auf den Stöpseln oder das Mikrofon selbst, indem man auf dessen Position in der Nähe eines Hörers achtet. Eartips liegen dem 1More in drei unterschiedlichen Größen bei, womit sich die meisten Ohren gut abdichten lassen sollten.

In diesem Preissegment überzeugen die Fit E1009 klanglich vollkommen. Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten dieser Kategorie verwöhnen die 1More mit einem authentischen Bass, ohne dass dieser aufgedickt wirkt und selbst die Räumlichkeit einer Bühne lässt sich mit ihnen wahrnehmen. Zudem erscheint es wegen der hochwertigen Fertigung der Kopfhörer durchaus plausibel, dass man sich ihrem hervorragenden Klang länger erfreuen kann.

Sicherer Halt: Sonys MDR-XB510AS

Sicherer Halt

Sony MDR-XB510AS

Test: Sony Mdr Xb510as
Die MDR-XB510AS sind gegen Strahlwasser geschützt, und dürfen daher sogar unter der Dusche im Ohr bleiben.

Sonys MDR-XB510AS gibt es in den Farben Schwarz, Blau, Grün und Rot, womit viele Bereiche aktueller Sportbekleidung abgedeckt wären – und genau an dessen Träger richtet sich der Sony. Was die Ausstattung des Breitensportlers angeht, so kommt er mit Passstücken in vier unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Flügelchen daher, welche den Halt im Ohr zusätzlich verbessern.

Verstauen lässt sich der Kopfhörer im ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Transportbeutel. Für kommunikationsfreudige Sportler hat Sony dem MDR-XB510AS auch ein Inline-Mikrofon spendiert. Weil der Kopfhörer laut IPX5-Spezifikation auch gegen Strahlwasser geschützt ist, können wichtige Telefonate damit auch unter der Dusche abgehandelt werden.

Seine Bauform lässt die Gehäuse des Sony zwar recht weit aus der Ohrmuschel herausragen, dafür lassen sie sich jedoch auch von Grobmotorikern mit schweißgetränkten Fingern spielend einfach einsetzen. Klanglich bewegen sich die MDR-XB510AS auf einem für diese Klasse durchschnittlichen Niveau, bei welchem vor allem die satte Bassanhebung heraussticht, den Höhen mangelt es hingegen ein wenig an Brillanz.

Was gibt es sonst noch?

Beyerdynamics Ausflug in die Preisregion von unter 30 Euro nennt sich Beat BYRD und auch hier muss man auf Fernbedienung und Inline-Mikrofon verzichten. Zumindest sind Passstücke in drei verschiedenen Größen mit im Lieferumfang enthalten, die sich gut ins Ohr setzen lassen und auch nach längerer Zeit des Tragens nicht stören.

Weil der Kopfhörer klanglich recht neutral abgestimmt ist und über eine für diese Preisklasse eher unüblich gute Mittenauflösung verfügt, ist der Beat BYRD vor allem für gesangslastige Musik geeignet. Auch der Übergang von Mittelton- und Bassbereich ist angenehm sonor und sehr homogen. Wer auf Fernbedienung und Mikrofon verzichten kann, der kommt hier vor allem klanglich auf seine Kosten.

Der Mackie CR-Buds hat seine Stärken beim Tragekomfort und beim Klang. Das verwundert nicht, ist der Hersteller Mackie doch eigentlich im Profibereich beheimatet und auf die Herstellung von Mixern, Monitoren und eben Kopfhörern spezialisiert. Die günstigsten In-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Mackie lassen sich nicht nur sehr leicht einsetzen, sondern dichten auch perfekt ab.

Das kommt vor allem tiefen Tönen zugute, die von den CR-Buds, ebenso wie die Höhen, besonders sauber wiedergegeben werden. Für voluminösen Sound trotz geringer Lautstärke sorgt der subtile Loudness-Charakter.

Der Klim Fusion kommt mit viel Zubehör, welches in der Summe für diese Preisklasse eher unüblich ist. Dazu zählt nicht nur ein Beutel zur Aufbewahrung, sondern auch Passstücke in sechs verschiedenen Größen, wobei jeweils drei Paar aus Silikon und die anderen drei Paar aus einer Art Coply-Schaumstoff bestehen.

Beim Klang legt der Fusion den Fokus vor allem auf den Bass, den der Kopfhörer knackig und federnd wiedergibt. Dabei kaschiert der Pegel, dass es beim Klim gar nicht so weit in den Basskeller hinuntergeht, wie es der Kopfhörer suggeriert, was wohl auch seinem geringen Preis geschuldet ist.

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