Test: Inears Aufmacher Alternative

In-Ear-Kopfhörer im Test : Kleine Klangwunder

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Update 17.02.2021

In-Ear-Kopfhörer sind klein und kompakt. Weil man sie überall mit hinnehmen kann, sind die kleinen Kopfhörer der ideale Begleiter für unterwegs und isolieren ihren Träger hervorragend vor Umgebungsgeräuschen. Wir haben 87 In-Ear-Kopfhörer miteinander verglichen.

Update 17. Februar 2021

Wir haben weitere In-Ears getestet. Die Final E500 sind eine neue Empfehlung in der 30-Euro-Klasse. In der Luxusklasse jenseits der 200-Euro-Marke sind die Mackie MP-360 empfehlenswert.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Trotz der Tatsache, dass kabellose In-Ear-Kopfhörer voll im Trend liegen, finden auch die kabelgebundenen Modelle noch immer ihre Abnehmer. Manche Musik-Enthusiasten schwören dabei auf die überlegene Klangqualität der Kabelübertragung, wobei der Fairness halber an dieser Stelle erwähnt sei, dass die Bluetooth-Übertragung in den letzten Jahren massiv aufgeholt hat und sich fast keine Unterschiede mehr feststellen lassen.

Ein weiterer Grund für den Griff zum Kabel ist, dass diese Modelle keinen Akku beherbergen und somit nicht aufgeladen werden müssen. Zudem haben die verkabelten In-Ears auch einen ganz praktischen Vorteil: Der Verlust eines einzelnen Hörers ist damit quasi nicht möglich.

Die getesteten Kopfhörer bewegen sich preislich zwischen 10 und 300 Euro, wobei man schon für etwa 25 Euro recht vernünftig klingende Modelle ergattern kann. Der Großteil der in dieser Preisklasse vertretenen Geräte konnte klanglich allerdings nicht überzeugen.

Günstige In-Ear-Kopfhörer (circa 30 Euro)

Zwar sind in dieser Preisregion angesiedelte Kopfhörer meist recht spartanisch ausgestattet, drei oder vier Pärchen an Passstücken legen die Hersteller aber auch diesen Exemplaren bei. Viel mehr darf man allerdings nicht an zusätzlicher Ausstattung erwarten, der ein oder andere kommt aber auch hier mit einem schlichten aber nützlichen Transportbeutel.

Natürlicher Klang: Sennheiser CX 100

Bei der Ausstattung des CX 100 hat sich Sennheiser auf das Nötigste beschränkt. Man sollte sich aber davor in Acht nehmen, von der Zubehörliste und der kompakten Bauform der In-Ears auf deren Klang zu schließen. Während man auf ein Inline-Mikrofon und eine Transporttasche verzichten muss und nur Passstücke in vier verschiedenen Größen im Lieferumfang enthalten sind, ist der Klang der Kopfhörer über alle Zweifel erhaben, zumindest in dieser Preisklasse.

Was den Klang betrifft, so kommt man beim Sennheiser voll auf seine Kosten. Die Auflösung im Mittelhochtonbereich ist sehr fein und auch der Bassbereich macht ordentlich Druck. Insgesamt bietet der CX 100 einen luftigen Klang, der sich im Vergleich zum RHA MA390 etwas zurücknimmt und den Fokus auf eine möglichst natürliche Balance legt, welche sich über das ganze Frequenzspektrum erstreckt.

Der Final E500 ist das Einstiegsmodell der E-Reihe von Final. Die schlanken Hülsen, in denen die Treiber sitzen, sind aus akustisch dämpfendem Kunststoff gefertigt, das technische Grunddesign ist dagegen das Gleiche wie bei den teureren Geschwistern.

Komfortabel: Final E500

Komfortabel

Final E500

Test: Final E500
Der E500 von Final liefert ein erstaunlich räumliches Klangbild.

Die Final 3500 sind das Einsteigermodell aus der E-Reihe von Final. Die dünnen Hülsen bestehen aus dämpfendem Kunststoff, im technischen Grunddesign unterscheiden sich die In-Ears nicht von ihren teureren Geschwistern.

Die Links-/Rechts-Kennzeichnung der Final E500 ist recht schwer abzulesen. Das liegt daran, dass eine farbliche Unterscheidungsmöglichkeit gänzlich fehlt und der Aufdruck in Gehäusefarbe gehalten und deshalb schwer zu erkennen ist. Im Lieferumfang sind lediglich fünf Paar Passstücke enthalten, auf eine Tasche muss man ebenso verzichten wie auf die Inline-Fernbedienung oder ein Mikrofon.

Weil es beim Aufsetzen der Ear Tips auf die Hülsen des E500 ein minimales Spiel gibt, fügen sich die In-Ear-Kopfhörer durch den dadurch hervorgerufenen leichten Schwenk sehr gut in den Gehörgang ein. Ein wenig Feintuning mit den Fingerspitzen und voila: Fertig sind die idealen Bedingungen für ein gelungenes Hörerlebnis.

Während der E500 tonal recht ausgewogen sind, bringen sie genau den Punch, welchen wir im Test des Final E1000 vermisst haben. Zudem bietet der In-Ear-Kopfhörer von Final eine umfangreiche Tiefen- und Breitenstaffelung, was ihn zur Klang-Empfehlung in dieser Preisklasse macht.

Gut und günstig: 1More Piston Fit E1009

Gut und günstig

1More Piston Fit E1009

Test: 1more Piston Fit E1009
Auch der günstige Piston Fit E1009 ist fast komplett aus Metall gefertigt.

Das gefräste Gehäuse des 1More Piston Fit E1009 ist, zumindest was das Design betrifft, stark an das der deutlich teureren Modelle von 1More angelehnt. Auch ein Mikrofon zum Telefonieren sowie eine Eintasten-Fernbedienung gehören zu den Ausstattungsmerkmalen des Piston Fit E1009. Mit Letzterer ist allerdings weder ein Ändern der Lautstärke, noch des Tracks möglich.

Die leicht angewinkelten In-Ears lassen sich schnell einsetzen, für Orientierung sorgt eine Links-/Rechts-Markierung auf den Stöpseln oder das Mikrofon selbst, indem man auf dessen Position in der Nähe eines Hörers achtet. Eartips liegen dem 1More in drei unterschiedlichen Größen bei, womit sich die meisten Ohren gut abdichten lassen sollten.

In diesem Preissegment überzeugen die Fit E1009 klanglich vollkommen. Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten dieser Kategorie verwöhnen die 1More mit einem authentischen Bass, ohne dass dieser aufgedickt wirkt und selbst die Räumlichkeit einer Bühne lässt sich mit ihnen wahrnehmen. Zudem erscheint es wegen der hochwertigen Fertigung der Kopfhörer durchaus plausibel, dass man sich ihrem hervorragenden Klang länger erfreuen kann.

Sicherer Halt: Sony MDR-XB510AS

Sicherer Halt

Sony MDR-XB510AS

Test: Sony Mdr Xb510as
Die MDR-XB510AS sind gegen Strahlwasser geschützt und dürfen daher sogar unter der Dusche im Ohr bleiben.

Sonys MDR-XB510AS gibt es in den Farben Schwarz, Blau, Grün und Rot, womit viele Bereiche aktueller Sportbekleidung abgedeckt wären – und genau an dessen Träger richtet sich der Sony. Was die Ausstattung des Breitensportlers angeht, so kommt er mit Passstücken in vier unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Flügelchen daher, welche den Halt im Ohr zusätzlich verbessern.

Verstauen lässt sich der Kopfhörer im ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Transportbeutel. Für kommunikationsfreudige Sportler hat Sony dem MDR-XB510AS auch ein Inline-Mikrofon spendiert. Weil der Kopfhörer laut IPX5-Spezifikation auch gegen Strahlwasser geschützt ist, können wichtige Telefonate damit auch unter der Dusche abgehandelt werden.

Seine Bauform lässt die Gehäuse des Sony zwar recht weit aus der Ohrmuschel herausragen, dafür lassen sie sich jedoch auch von Grobmotorikern mit schweißgetränkten Fingern spielend einfach einsetzen. Klanglich bewegen sich die MDR-XB510AS auf einem für diese Klasse durchschnittlichen Niveau, bei welchem vor allem die satte Bassanhebung heraussticht, den Höhen mangelt es hingegen ein wenig an Brillanz.

Was gibt es sonst noch?

Beim Final E1000 handelt es sich um ein Einsteigermodell von Final. Die Treiber sind hinter schlanken Hülsen verborgen, welche aus Kunststoff gefertigt sind und sich wenig von denen der deutlich teureren Modelle der E-Reihe unterscheiden. Wie schon beim Sennheiser muss man auch beim Final auf eine Transporttasche und ein Inline-Mikrofon verzichten. Dafür erhöhen die mitgelieferten Passstücke in fünf verschiedenen Größen die Chance, dass das ideale Passstück für das eigene Ohr mit dabei ist.

Weil die Eartips beim Aufsetzen auf die Hülsen ein klein wenig Spiel haben, lassen sie sich besonders gut im Hörkanal einpassen. Sie sitzen – ein wenig Fingerspitzengefühl vorausgesetzt – in kürzester Zeit an der perfekten Stelle und dichten dementsprechend gut ab. Mit dieser guten Passform schaffen es die E1000, den Gehörgang mit einem natürlichen Klang zu versorgen.

Die Mitten sind sauber aufgelöst und der Mittelhochtonbereich kommt so brillant rüber, dass sich lediglich beim Vergleich mit deutlich teureren Modellen ein gewisser Mangel im Nachdruck des Tiefbasses diagnostizieren lässt. Wer auf der Suche nach einem günstigen Kopfhörer ist, der Klänge möglichst unverfälscht wiedergibt, der ist beim Final E1000 genau richtig.

Beyerdynamics Ausflug in die Preisregion von unter 30 Euro nennt sich Beat BYRD und auch hier muss man auf Fernbedienung und Inline-Mikrofon verzichten. Zumindest sind Passstücke in drei verschiedenen Größen mit im Lieferumfang enthalten, die sich gut ins Ohr setzen lassen und auch nach längerer Zeit des Tragens nicht stören.

Weil der Kopfhörer klanglich recht neutral abgestimmt ist und über eine für diese Preisklasse eher unüblich gute Mittenauflösung verfügt, ist der Beat BYRD vor allem für gesangslastige Musik geeignet. Auch der Übergang von Mittelton- und Bassbereich ist angenehm sonor und sehr homogen. Wer auf Fernbedienung und Mikrofon verzichten kann, der kommt hier vor allem klanglich auf seine Kosten.

Der Mackie CR-Buds hat seine Stärken beim Tragekomfort und beim Klang. Das verwundert nicht, ist der Hersteller Mackie doch eigentlich im Profibereich beheimatet und auf die Herstellung von Mixern, Monitoren und eben Kopfhörern spezialisiert. Die günstigsten In-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Mackie lassen sich nicht nur sehr leicht einsetzen, sondern dichten auch perfekt ab.

Das kommt vor allem tiefen Tönen zugute, die von den CR-Buds, ebenso wie die Höhen, besonders sauber wiedergegeben werden. Für voluminösen Sound trotz geringer Lautstärke sorgt der subtile Loudness-Charakter.

Der Klim Fusion kommt mit viel Zubehör, welches in der Summe für diese Preisklasse eher unüblich ist. Dazu zählt nicht nur ein Beutel zur Aufbewahrung, sondern auch Passstücke in sechs verschiedenen Größen, wobei jeweils drei Paar aus Silikon und die anderen drei Paar aus einer Art Coply-Schaumstoff bestehen.

Beim Klang legt der Fusion den Fokus vor allem auf den Bass, den der Kopfhörer knackig und federnd wiedergibt. Dabei kaschiert der Pegel, dass es beim Klim gar nicht so weit in den Basskeller hinuntergeht, wie es der Kopfhörer suggeriert, was wohl auch seinem geringen Preis geschuldet ist.

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