Test: Inears Aufmacher Alternative

In-Ear-Kopfhörer im Test : Kleine Klangwunder

Update 04.11.2021

In-Ear-Kopfhörer sind klein und kompakt. Weil man sie überall mit hinnehmen kann, sind die kleinen Kopfhörer der ideale Begleiter für unterwegs und isolieren ihren Träger hervorragend vor Umgebungsgeräuschen. Wir haben 93 In-Ear-Kopfhörer miteinander verglichen.

Update 4. November 2021

Wir haben fünf neue Modelle getestet. Der Fiio FH3 und der Ikko Obsidian OH10 sind eine neue Empfehlungen in der 100-Euro-Klasse.

In der Preisklasse ab 200 Euro ist der Shure AONIC 3 neu hinzugekommen.

17. Februar 2021

Wir haben weitere In-Ears getestet. Die Final E500 sind eine neue Empfehlung in der 30-Euro-Klasse. In der Luxusklasse jenseits der 200-Euro-Marke sind die Mackie MP-360 empfehlenswert.

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Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für Fachzeitschriften wie AV-Magazin, Heimkino und Digital Home.

Trotz der Tatsache, dass kabellose In-Ear-Kopfhörer voll im Trend liegen, finden auch die kabelgebundenen Modelle noch immer ihre Abnehmer. Manche Musik-Enthusiasten schwören dabei auf die überlegene Klangqualität der Kabelübertragung, wobei der Fairness halber an dieser Stelle erwähnt sei, dass die Bluetooth-Übertragung in den letzten Jahren massiv aufgeholt hat und sich fast keine Unterschiede mehr feststellen lassen.

Ein weiterer Grund für den Griff zum Kabel ist, dass diese Modelle keinen Akku beherbergen und somit nicht aufgeladen werden müssen. Zudem haben die verkabelten In-Ears auch einen ganz praktischen Vorteil: Der Verlust eines einzelnen Hörers ist damit quasi nicht möglich.

Die getesteten Kopfhörer bewegen sich preislich zwischen 10 und 300 Euro, wobei man schon für etwa 25 Euro recht vernünftig klingende Modelle ergattern kann. Der Großteil der in dieser Preisklasse vertretenen Geräte konnte klanglich allerdings nicht überzeugen.

Günstige In-Ear-Kopfhörer (circa 30 Euro)

Zwar sind in dieser Preisregion angesiedelte Kopfhörer meist recht spartanisch ausgestattet, drei oder vier Pärchen an Passstücken legen die Hersteller aber auch diesen Exemplaren bei. Viel mehr darf man allerdings nicht an zusätzlicher Ausstattung erwarten, der ein oder andere kommt aber auch hier mit einem schlichten aber nützlichen Transportbeutel.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Natürlicher KlangKomfortabelGut und günstigSicherer Halt
Test: Sennheiser Cx 100Test: Final E500Test: 1more Piston Fit E1009Test: Sony Mdr Xb510as
Modell Sennheiser CX 100 Final E500 1More Piston Fit E1009 Sony MDR-XB510AS
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Sehr komfortabler Sitz
  • Hervorragender Klang
  • Sehr komfortabler Sitz
  • Guter Klang
  • Hochwertige Fertigung
  • Günstiger Preis
  • Guter Klang
  • Perfekter Sitz und sicherer Halt
  • Nach IPX5 gegen Strahlwasser geschützt
  • Üppig ausgestattet
Contra
  • Wenig Zubehör
  • Knappe Ausstattung
  • Sparsam ausgestattet
Bester Preis
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Natürlicher Klang: Sennheiser CX 100

Natürlicher Klang

Sennheiser CX 100

Bei der Ausstattung des CX 100 hat sich Sennheiser auf das Nötigste beschränkt. Man sollte sich aber davor in Acht nehmen, von der Zubehörliste und der kompakten Bauform der In-Ears auf deren Klang zu schließen. Während man auf ein Inline-Mikrofon und eine Transporttasche verzichten muss und nur Passstücke in vier verschiedenen Größen im Lieferumfang enthalten sind, ist der Klang der Kopfhörer über alle Zweifel erhaben, zumindest in dieser Preisklasse.

Was den Klang betrifft, so kommt man beim Sennheiser voll auf seine Kosten. Die Auflösung im Mittelhochtonbereich ist sehr fein und auch der Bassbereich macht ordentlich Druck. Insgesamt bietet der CX 100 einen luftigen Klang, der sich im Vergleich zum RHA MA390 etwas zurücknimmt und den Fokus auf eine möglichst natürliche Balance legt, welche sich über das ganze Frequenzspektrum erstreckt.

Der Final E500 ist das Einstiegsmodell der E-Reihe von Final. Die schlanken Hülsen, in denen die Treiber sitzen, sind aus akustisch dämpfendem Kunststoff gefertigt, das technische Grunddesign ist dagegen das Gleiche wie bei den teureren Geschwistern.

Komfortabel: Final E500

Komfortabel

Final E500

Test: Final E500
Der E500 von Final liefert ein erstaunlich räumliches Klangbild.

Die Final 3500 sind das Einsteigermodell aus der E-Reihe von Final. Die dünnen Hülsen bestehen aus dämpfendem Kunststoff, im technischen Grunddesign unterscheiden sich die In-Ears nicht von ihren teureren Geschwistern.

Die Links-/Rechts-Kennzeichnung der Final E500 ist recht schwer abzulesen. Das liegt daran, dass eine farbliche Unterscheidungsmöglichkeit gänzlich fehlt und der Aufdruck in Gehäusefarbe gehalten und deshalb schwer zu erkennen ist. Im Lieferumfang sind lediglich fünf Paar Passstücke enthalten, auf eine Tasche muss man ebenso verzichten wie auf die Inline-Fernbedienung oder ein Mikrofon.

Weil es beim Aufsetzen der Ear Tips auf die Hülsen des E500 ein minimales Spiel gibt, fügen sich die In-Ear-Kopfhörer durch den dadurch hervorgerufenen leichten Schwenk sehr gut in den Gehörgang ein. Ein wenig Feintuning mit den Fingerspitzen und voila: Fertig sind die idealen Bedingungen für ein gelungenes Hörerlebnis.

Während der E500 tonal recht ausgewogen sind, bringen sie genau den Punch, welchen wir im Test des Final E1000 vermisst haben. Zudem bietet der In-Ear-Kopfhörer von Final eine umfangreiche Tiefen- und Breitenstaffelung, was ihn zur Klang-Empfehlung in dieser Preisklasse macht.

Gut und günstig: 1More Piston Fit E1009

Gut und günstig

1More Piston Fit E1009

Test: 1more Piston Fit E1009
Auch der günstige Piston Fit E1009 ist fast komplett aus Metall gefertigt.

Das gefräste Gehäuse des 1More Piston Fit E1009 ist, zumindest was das Design betrifft, stark an das der deutlich teureren Modelle von 1More angelehnt. Auch ein Mikrofon zum Telefonieren sowie eine Eintasten-Fernbedienung gehören zu den Ausstattungsmerkmalen des Piston Fit E1009. Mit Letzterer ist allerdings weder ein Ändern der Lautstärke, noch des Tracks möglich.

Die leicht angewinkelten In-Ears lassen sich schnell einsetzen, für Orientierung sorgt eine Links-/Rechts-Markierung auf den Stöpseln oder das Mikrofon selbst, indem man auf dessen Position in der Nähe eines Hörers achtet. Eartips liegen dem 1More in drei unterschiedlichen Größen bei, womit sich die meisten Ohren gut abdichten lassen sollten.

In diesem Preissegment überzeugen die Fit E1009 klanglich vollkommen. Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten dieser Kategorie verwöhnen die 1More mit einem authentischen Bass, ohne dass dieser aufgedickt wirkt und selbst die Räumlichkeit einer Bühne lässt sich mit ihnen wahrnehmen. Zudem erscheint es wegen der hochwertigen Fertigung der Kopfhörer durchaus plausibel, dass man sich ihrem hervorragenden Klang länger erfreuen kann.

Sicherer Halt: Sony MDR-XB510AS

Sicherer Halt

Sony MDR-XB510AS

Test: Sony Mdr Xb510as
Die MDR-XB510AS sind gegen Strahlwasser geschützt und dürfen daher sogar unter der Dusche im Ohr bleiben.

Sonys MDR-XB510AS gibt es in den Farben Schwarz, Blau, Grün und Rot, womit viele Bereiche aktueller Sportbekleidung abgedeckt wären – und genau an dessen Träger richtet sich der Sony. Was die Ausstattung des Breitensportlers angeht, so kommt er mit Passstücken in vier unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Flügelchen daher, welche den Halt im Ohr zusätzlich verbessern.

Verstauen lässt sich der Kopfhörer im ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Transportbeutel. Für kommunikationsfreudige Sportler hat Sony dem MDR-XB510AS auch ein Inline-Mikrofon spendiert. Weil der Kopfhörer laut IPX5-Spezifikation auch gegen Strahlwasser geschützt ist, können wichtige Telefonate damit auch unter der Dusche abgehandelt werden.

Seine Bauform lässt die Gehäuse des Sony zwar recht weit aus der Ohrmuschel herausragen, dafür lassen sie sich jedoch auch von Grobmotorikern mit schweißgetränkten Fingern spielend einfach einsetzen. Klanglich bewegen sich die MDR-XB510AS auf einem für diese Klasse durchschnittlichen Niveau, bei welchem vor allem die satte Bassanhebung heraussticht, den Höhen mangelt es hingegen ein wenig an Brillanz.

Was gibt es sonst noch?

Beim Final E1000 handelt es sich um ein Einsteigermodell von Final. Die Treiber sind hinter schlanken Hülsen verborgen, welche aus Kunststoff gefertigt sind und sich wenig von denen der deutlich teureren Modelle der E-Reihe unterscheiden. Wie schon beim Sennheiser muss man auch beim Final auf eine Transporttasche und ein Inline-Mikrofon verzichten. Dafür erhöhen die mitgelieferten Passstücke in fünf verschiedenen Größen die Chance, dass das ideale Passstück für das eigene Ohr mit dabei ist.

Weil die Eartips beim Aufsetzen auf die Hülsen ein klein wenig Spiel haben, lassen sie sich besonders gut im Hörkanal einpassen. Sie sitzen – ein wenig Fingerspitzengefühl vorausgesetzt – in kürzester Zeit an der perfekten Stelle und dichten dementsprechend gut ab. Mit dieser guten Passform schaffen es die E1000, den Gehörgang mit einem natürlichen Klang zu versorgen.

Die Mitten sind sauber aufgelöst und der Mittelhochtonbereich kommt so brillant rüber, dass sich lediglich beim Vergleich mit deutlich teureren Modellen ein gewisser Mangel im Nachdruck des Tiefbasses diagnostizieren lässt. Wer auf der Suche nach einem günstigen Kopfhörer ist, der Klänge möglichst unverfälscht wiedergibt, der ist beim Final E1000 genau richtig.

Beyerdynamics Ausflug in die Preisregion von unter 30 Euro nennt sich Beat BYRD und auch hier muss man auf Fernbedienung und Inline-Mikrofon verzichten. Zumindest sind Passstücke in drei verschiedenen Größen mit im Lieferumfang enthalten, die sich gut ins Ohr setzen lassen und auch nach längerer Zeit des Tragens nicht stören.

Weil der Kopfhörer klanglich recht neutral abgestimmt ist und über eine für diese Preisklasse eher unüblich gute Mittenauflösung verfügt, ist der Beat BYRD vor allem für gesangslastige Musik geeignet. Auch der Übergang von Mittelton- und Bassbereich ist angenehm sonor und sehr homogen. Wer auf Fernbedienung und Mikrofon verzichten kann, der kommt hier vor allem klanglich auf seine Kosten.

Der Mackie CR-Buds hat seine Stärken beim Tragekomfort und beim Klang. Das verwundert nicht, ist der Hersteller Mackie doch eigentlich im Profibereich beheimatet und auf die Herstellung von Mixern, Monitoren und eben Kopfhörern spezialisiert. Die günstigsten In-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Mackie lassen sich nicht nur sehr leicht einsetzen, sondern dichten auch perfekt ab.

Das kommt vor allem tiefen Tönen zugute, die von den CR-Buds, ebenso wie die Höhen, besonders sauber wiedergegeben werden. Für voluminösen Sound trotz geringer Lautstärke sorgt der subtile Loudness-Charakter.

Der Klim Fusion kommt mit viel Zubehör, welches in der Summe für diese Preisklasse eher unüblich ist. Dazu zählt nicht nur ein Beutel zur Aufbewahrung, sondern auch Passstücke in sechs verschiedenen Größen, wobei jeweils drei Paar aus Silikon und die anderen drei Paar aus einer Art Coply-Schaumstoff bestehen.

Beim Klang legt der Fusion den Fokus vor allem auf den Bass, den der Kopfhörer knackig und federnd wiedergibt. Dabei kaschiert der Pegel, dass es beim Klim gar nicht so weit in den Basskeller hinuntergeht, wie es der Kopfhörer suggeriert, was wohl auch seinem geringen Preis geschuldet ist.

Mittelklasse In-Ear-Kopfhörer (circa 50 Euro)

Auffällig ist, dass es in dieser Preisklasse zu einem sprunghaften Anstieg des Gewichts kommt. Mitunter Schuld daran dürfte der gestiegene Anteil von Metall in der Verarbeitung sein, die selbst vor dem Inline-Mikrofon nicht Halt macht.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Natürlicher KlangBlickfangFür PuristenÜppig ausgestattet
Test: Final E3000Test: Meze 12 ClassicsTest: Sennheiser Cx 300sTest: 1more E1001
Modell Final E3000 Meze 12 Classics Sennheiser CX 300S 1More E1001
Pro
  • Sehr natürlicher Klang
  • Hochwertig verarbeitet
  • Komfortabler Sitz
  • Sehr guter Klang
  • Außergewöhnliches Design
  • Sehr gut ausgestattet
  • Sehr guter klang
  • Komfortabler Sitz
  • Günstig
  • Moderne Optik
  • Guter Klang
Contra
  • Ohne Mikrofon
  • Wenig Punch im Tieftonbereich
  • Sparsam ausgestattet
  • Leichte Betonung des Präsenzbereichs
Bester Preis

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Natürlicher Klang: Final E3000

Natürlicher Klang

Final E3000

Test: Final E3000
Der E3000 liegt bei Finals E-Reihe im mittleren Preissegment, die Passform ist perfekt wie bei allen In-Ears dieser Reihe, der Klang außergewöhnlich gut.

Die Hülsen der Final E3000 bestehen aus Edelstahl und sind sehr hochwertig gefertigt. Im Lieferumfang sind außerdem zahlreiche Eartips (Fünf Paare) in verschiedenen Größen sowie zwei Bügel enthalten, welche dazu dienen, das Kabel zu führen. Indem die Kabel so hinter der Ohrmuschel entlang geführt werden, minimiert das Kabelgeräusche, welche auch unter dem Namen Mikrofonie-Effekt bekannt sind.

Ein kleines Transporttäschchen rundet den Lieferumfang ab und sorgt dafür, dass alles gut verstaut werden kann. Wer mit seinen In-Ear-Kopfhörern auch telefonieren möchte, der ist hier falsch, denn ein Mikrofon sucht man leider vergeblich.

Damit sich die Passstücke besser im Hörkanal unterbringen lassen, sitzen diese nicht ganz fest, sondern können ein wenig zur Seite geneigt werden, womit die besten Voraussetzungen für ein perfektes Klangerlebnis geschaffen sind. Die E3000 klingen sehr ausgewogen und natürlich, kein Frequenzbereich wird hier benachteiligt oder bevorzugt. Zur Unterstützung tiefer Frequenzen ist jede der beiden Außenseiten der Hörer mit einem sehr feinen Sieb versehen, welches einer Bassreflex-Öffnung ähnelt.

Die Folge ist, dass der E3000 einen im Vergleich zum E1000 nach unten deutlich erweiterten Frequenzbereich bespielen kann. Insgesamt bekommt man mit dem Final E3000 einen gelungenen Mix aus viel Ausstattung, guter Verarbeitung, hohem Tragekomfort und natürlichem Klang, was in Anbetracht der Preisklasse einen empfehlenswerten In-Ear-Kopfhörer ergibt. Lediglich ein Mikrofon fehlt in der Ausstattungsliste des Kopfhörers.

Blickfang: Meze 12 Classics

Blickfang

Meze 12 Classics

Test: Meze 12 Classics
Die Holzgehäuse der In-Ears machen die Meze 12 Classics zu echten Hinguckern, der Klang lässt keine Wünsche offen.

Keine Preise gefunden.

Wer auf ein Inline-Mikrofon nicht verzichten will, der sollte einen Blick auf den Meze 12 Classics werfen. Neben dem Mikrofon bietet der Meze auch eine Inline-Fernbedienung und kommt mit fünf Paar unterschiedlicher Eartips, von denen eines sogar aus Schaumstoff mit Memory-Funktion besteht. Alles zusammen lässt sich, gemeinsam mit dem ebenfalls vorhandenen Kabelclip, im mitgelieferten Hardcase verstauen.

Für die Herstellung des Kopfhörers kam neben Aluminium auch Holz – genauer: Walnussholz – zum Einsatz, welches die Hülsen der Hörer ziert. Der 12 Classics weiß allerdings nicht nur optisch zu überzeugen, auch der Tragekomfort ist bei diesem Modell hoch, hat man erst einmal die richtigen Eartips für sich gefunden, spürt man sie beim Tragen nach kurzer Zeit nicht einmal mehr.

Klanglich kommt der Meze sehr warm rüber. Spitze Töne, wie S-Laute, die oft auch ein wenig zischen können, gibt es hier nicht. Gesangspassagen im Mittel- sowie Mittelhochtonbereich profitieren von der sehr feinen Auflösung des Kopfhörers und auch die Übergänge der verschiedenen Tonbereiche (Grundton – Mittelton – Mittelhochton) werden ohne Senken oder hörbare Peaks wiedergegeben.

Weil auch im Bassbereich nicht merklich nachgeschoben wird, ist der Meze 12 Classics allerdings nicht in jedem Genre zuhause, hier spielen allerdings auch die individuellen Präferenzen des Hörers eine Rolle. Wer damit zurechtkommt, den erwartet mit dem Meze 12 Classics ein optisch ansprechender Kopfhörer, der Mittelhochton- und Mittelton-Sequenzen fein auflöst und klanglich sehr farbenfreudig wirkt.

Für Puristen: Sennheiser CX 300S

Für Puristen

Sennheiser CX 300S

Test: Sennheiser Cx 300s
Die CX 300S sind so winzig, dass sie fast komplett im Ohr verschwinden, klanglich gehören sie zu den Großen.

Die CX 300S von Sennheiser sind recht klein, lassen sich aber dennoch gut einsetzen und überzeugen klanglich auf ganzer Linie. Der im Lieferumfang enthaltene Tragebeutel kann nicht nur die In-Ears, sondern auch die ebenfalls mitgelieferten Passstücke beherbergen, von denen es vier Paar in unterschiedlichen Größen gibt. Gefallen hat uns außerdem, dass sich die Links-/Rechts-Markierung der Kopfhörer sogar ertasten ließ, im Zweifel ist es aber auch möglich, sich an der Position des Inline-Mikrofons zu orientieren, welches im Übrigen auch mit einer Eintasten-Bedienung aufwarten kann und in der Nähe des rechten Hörers zu finden ist.

Bauartbedingt lassen sich die Hörer – im Gegensatz zum CX 100 – wesentlich besser im Ohr positionieren, die leichte Biegung des Kabeleingangs unterstützt diesen Umstand zusätzlich. Weil das Silikon, aus welchem die Eartips gefertigt sind, sehr weich ist, schmiegen sich diese sanft, aber dennoch sicher in den Gehörgang. Nach kurzer Zeit spürt man sie schon nicht mehr beim Tragen. Von der guten Trageposition profitiert natürlich auch das Klangbild des Kopfhörers.

Dieser liefert einen äußerst angenehmen und natürlichen Sound, lediglich ein subtiler Loudness-Charakter ist uns im Test aufgefallen. Mit den CX 300S ist man unterm Strich für lange Hörsessions und entspannten Musikgenuss bestens gerüstet.

Üppig ausgestattet: 1More E1001

Üppig ausgestattet

1More E1001

Test: 1more E1001
1More hat dem E1001 nicht nur eine Vielzahl verschiedener Eartipps beigelegt, auch anderes nützliches Zubehör gehört zum Lieferumfang.

Die 1More E1001 schaffen einen gelungenen Spagat aus schickem Design und klanglicher Qualität. Die Metallgehäuse der kleinen Schmuckstücke sind sehr hochwertig verarbeitet und auch beim mitgelieferten Zubehör wurde nicht gespart. So kommen die 1More mit neun Paar Passstücken, welche in einer separaten Schachtel untergebracht sind. Drei Paare sind aus Schaumstoff, die Übrigen aus Silikon.

Die Passstücke lassen sich zusammen mit den Kopfhörern und dem ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Kabel und Flugzeugadapter im Leder-Case verstauen, das mit einem Magnetverschluss ausgestattet ist. Um das Einführen ins Ohr zu erleichtern, sind die Stöpsel der 1More leicht angewinkelt, das relativ große Gehäuse sorgt hier für zusätzliche Halt für die Finger.

Klanglich lässt sich bei den E1001 eine leichte Tendenz zur Loudness feststellen, indem die Höhen und Bässe leicht angehoben und die Mitten entsprechend abgesenkt rüberkommen. Im Vergleich zu den ähnlich abgestimmten Sennheisern fehlt in den hohen Tonbereichen etwas Glitzern, was den Verdacht weckt, dass hier eventuell auftretende Spitzen präventiv abgebügelt werden. Während der 1More E1001 hinsichtlich der Ausstattung Maßstäbe in dieser Preisklasse setzt, kann er auch klanglich überzeugen.

Was gibt es sonst noch?

Der Soul BYRD von Beyerdynamic wird – im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzmodellen – nicht so tief ins Ohr geschoben, sondern vielmehr am Eingang des Gehörgangs positioniert. Die Hörer sitzen dabei sehr bequem und dichten ganz nebenbei perfekt ab. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder, dem Beat Bird, ist der Soul BYRD mit einem Inline-Mikrofon ausgestattet. Was den Klang betrifft, so ist dieser bei den Beyerdynamic sehr ausgewogen, während er gleichzeitig mit einer gewissen Spielfreude zu glänzen versteht.

Der Momentum M2 von Sennheiser war ursprünglich im Preisbereich der Kopfhörer für über 100 Euro angesiedelt, mit der Zeit ist er aber immer günstiger geworden. An den hervorragenden Klangeigenschaften hat das allerdings nichts geändert, der Sennheiser klingt sehr ausgewogen und spielt seine Stärken vor allem bei stimmorientierten Ensembles und großen Streichorchestern aus, welche er fein und wunderschön warm aufzulösen versteht. Lediglich was seine wenig umfangreiche Ausstattung anbelangt, ist der Sennheiser nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

SoundMagic bot mit dem E80C einen der komfortabelsten Kopfhörer in unserem Test. Im Lieferumfang waren neun Paar unterschiedlich dimensionierte Passstücke enthalten, von denen drei aus einem Comply-Foam gefertigt waren. So sollte sich für jeden Ohrkanal das passende Passstück finden lassen. Die ebenfalls mitgelieferten Adapter sorgen dafür, dass der Kopfhörer an den unterschiedlichsten Smartphones, Laptops und Tablets Anschluss findet. Und ganz nebenbei bemerkt: Die E80C klingen auch sehr gut.

Oberklasse In-Ear-Kopfhörer (circa 100 Euro)

Was das Qualitätsniveau dieser Preisklasse betrifft, so kann man dieses getrost als sehr hoch ansehen. Weil in dieser Region vermehrt Musik-Enthusiasten anzutreffen sind, wird von den Herstellern zumeist auf ein Inline-Mikrofon verzichtet. Zudem trifft man nun vermehrt auf Anschlusskabel, die über eine Steckverbindung (beispielsweise den MMCX.Standard) angeschlossen und somit im Bedarfsfall einfach ausgetauscht werden können. Manche Hersteller bieten hier zusätzlich eine steckbare Bluetooth-Einheit an.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Hervorragender KlangSehr komfortabelTolles DesignBühnentauglich
Test: Fiio Fh3Test: Final E4000Test: Ikko Oh10 1baTest: Shure Se215 Cl
Modell Fiio FH3 Final E4000 Ikko Obsidian OH10 Shure SE215
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Tolle Verarbeitung
  • Umfangreiches Zubehör
  • Kabel steckbar nach MMCX-Standard
  • Hervorragender Klang
  • Sehr einfach einzusetzen
  • Komfortabler Sitz
  • Kabel steckbar
  • Sehr guter Klang
  • Tolles Design
  • Hoher Tragekomfort
  • Hervorragendes, ausgewogenes Klangerlebnis
  • Üppige Ausstattung
  • Kabel steckbar und sogar gegen Bluetooth-Modul austauschbar
Contra
  • Einsatz ist etwas fummelig
  • Etwas mehr Punch im Tiefbass wäre schön
  • Proprietäres Stecksystem
  • Einsatz ist etwas fummelig, wie bei allen In-Ears mit Kabelverlegung hinter dem Ohr
Bester Preis
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Hervorragender Klang: Fiio FH3

Hervorragender Klang

Fiio FH3

Test: Fiio Fh3
Der FH3 von Fiio ist hochwertig verarbeitet, und verwöhnt mit einem herrrlich

Es braucht etwas Routine, um die Fiio FH3 richtig ins Ohr einzusetzen und die Kabel hinter den Ohren zu verlegen. Sind die Kabelbögen aber einmal angepasst, lassen sich die In-Ears ohne Probleme ins Ohr einsetzen und sie sitzen dort dann auch erstaunlich komfortabel.

Wie bei den meisten Kopfhörern dieser Preisklasse sind die Kabel der FH3 steckbar mit den In-Ears verbunden. Im Falle eines Kabelbruchs lässt es sich also leicht auswechseln. Dabei muss es noch nicht einmal das Original sein, da Fiio den MMXC-Standard unterstützt. Das Kabel macht aber einen ziemlich soliden Eindruck, sodass es wohl einige Zeit dauern wird, bis es tatsächlich einen Defekt aufweist.

Ebenfalls einen soliden Eindruck macht die mitgelieferte Transportbox. Neben dieser wasserdichten Box ist auch noch ein etwas schickeres, weiches Stoff-Case dabei. Eartips liegen in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Materialien bei. So ist bestimmt für jeden das passende Set dabei.

Der Sound der Fiio FH3 ist hervorragend: Sie liefern die ganze Brandbeute von tiefreichendem Bass über sauber auflösende Mitten bis hin zu brillanten Höhen. Es wird nichts ausgelassen oder übertrieben. Sämtliche Klangfarben werden perfekt abgebildet, bei entsprechendem Input stellen die In-Ears ein dreidimensionales Klangbild dar.

Sehr komfortabel: Final E4000

Sehr komfortabel

Final E4000

Test: Final E4000
Auch der E4000 arbeitet nach bewährtem Konzept, ist aber besser ausgestattet als die günstigeren Kollegen und klingt ausgesprochen gut.

Was die korrekte Positionierung im Gehörgang angeht, so ist der Final E4000 dem SE215 haushoch überlegen, obwohl auch dieser die Möglichkeit bietet, die Kabel mithilfe von Bügeln hinter dem Ohr entlang zu führen. Dass die In-Ears fast von allein die richtige Position im Ohr finden, ist dabei auch ihrer Bauart zuzuschreiben, bei welcher die Kabelanschlüsse der Passstücke leicht gekrümmt sind.

Verzichtet man beim Tragen auf die mitgelieferten Bügel, können allerdings Geräusche entstehen, sobald Kleidung am Kabel reibt. In unserem Test sind wir mit dieser Variante, also ohne Bügel, gut zurechtgekommen. Sind die E4000 erst einmal im Ohr verstaut, dichten sie dieses nicht nur gut ab, sondern sind darüber hinaus auch sehr komfortabel zu tragen.

Klanglich erinnern die In-Ears von Final ein wenig an die SE215, sie bieten zuweilen aber nicht ganz so viel Punch, was den Tieftonbereich anbelangt. Diesen kleinen Mangel kompensieren sie allerdings durch einen äußerst luftigen Mittelhochtonbereich. Was ihnen an Tiefe im Basskeller fehlt, wird erfreulicherweise nicht im Oberbass durch ein Anheben des Pegels kaschiert, sondern die Final E4000 bleiben stets natürlich und ehrlich.

Tolles Design: Ikko Obsidian OH10

Tolles Design

Ikko Obsidian OH10

Test: Ikko Oh10 1ba
Der Obsidian OH10 ist ein echtes Schmuckstück, das gilt auch für die Klangqualität.

Wie der Name vermuten lässt, sehen die Ikko Obsidian OH10 tatsächlich so aus, als wären sie aus dem glasähnlichen Vulkangestein samt vermeintlichen Bruchkanten. Die dunkle, glänzende Lackierung kaschiert sehr wirkungsvoll das tatsächliche Material: Die Treibergehäuse der OH10 sind laut Hersteller aus Kupfer.

Auch das gewendelte Kabel macht optisch einiges her. Es ist dazu noch an den Treibergehäusen gesteckt. Gehäuse und Stecker lassen sich dank Farbringen eindeutig in links und rechts unterscheiden. Die In-Ears nutzen allerdings weder MMCX noch eine andere Verbindung, die die Steckrichtung eindeutig kennzeichnet.

So kann es durchaus schnell passieren, dass man die Ikko falsch gepolt verkabelt, was dazu führt, dass die musikalische Bühne sich nicht klar zwischen rechts und links aufspannt, sondern die Musik irgendwo diffus aus dem Raum zu tönen scheint. Die korrekte Polarität ergibt sich laut Hersteller aus der Verbindung von Treibergehäuse und Kabelbogen, denn die Kabel sollen sich jeweils nach vorn aus den Ohren wenden. Eine Farbmarkierung oder besser eine feste Nut, welche die Steckrichtung vorgibt, wäre nach unserer Meinung die bessere Lösung.

Klanglich gibt es am Obsidian OH10 nichts auszusetzen: es geht tief und trocken in den Basskeller und auch die Anbindung des Mittelhochtonbereichs über einen schönen Grundton überzeugt. Im Mittelhochtonbereich klingt er ein wenig luftiger. Der Tragekomfort ist sehr gut.

Bühnentauglich: Shure SE215

Bühnentauglich

Shure SE215

Test: Shure Se215 Cl
Der SE215 liefert ein außergewöhnlich natürliches Klangerlebnis und ist erstaunlich günstig.

Um die SE215 von Shure korrekt im Ohr zu platzieren und dabei auch die Kabel erfolgreich hinter dem Ohr zu verlegen, bedarf es etwas an Übung. Der Lohn dieser Mühe ist ein sicherer Halt sowie ein hoher Tragekomfort. Shure spendierte dem Kopfhörer außerdem eine Inline-Fernbedienung sowie ein darin integriertes Mikrofon.

Damit die kleine Steuerungseinheit sowohl mit iOS- als auch mit Android-Geräten zurechtkommt, ist an der Rückseite ein kleiner Umschalter (A/i) angebracht. Dafür setzt Shure allerdings voraus, dass beim Anschluss ans Smartphone eine Headset-Buchse oder ein passender Adapter verwendet wird.

Für optimalen Tragekomfort sind alle sechs Passstücke (drei Paar) des Shure SE215 aus einem speziellen Memory-Schaum gefertigt. Diese lassen sich samt Kabel und Kopfhörer in der mitgelieferten Transporttasche verstauen, welche aus Leinenstoff gefertigt ist. Sowohl die Kabel als auch die In-Ears sind mit einer Links-/Rechts-Kennzeichnung versehen.

Hat man das anfangs etwas komplizierte Einsetzen der SE215 erfolgreich hinter sich gebracht, folgt die entsprechende Belohnung in auditiver Form. Brillante Höhen, hervorragend auflösende Mitten und ein ordentlicher Punch im Bassbereich erzeugen ein Klangbild, das dreidimensional ist und keinen Frequenzbereich bevorzugt. Auch die Klangfarben werden perfekt abgebildet.

Was gibt es sonst noch?

Was der Name suggeriert, bestätigt das Design des Meteor OH1, denn der In-Ear-Kopfhörer aus dem Hause IKKO sieht tatsächlich wie ein Mini-Meteor aus. Beim verwendeten Material handelt es sich um Aluminium, welches blau lackiert und mit vermeintlichen Bruchkanten versehen wurde.

Um den Schmuckstück-Charakter noch weiter zu unterstreichen, hat IKKO seinem In-Ear-Himmelskörper auch ein gewendeltes Kabel spendiert, das über eine Steckverbindung mit den Treibergehäusen verbunden wird.

Zur Links-/Rechts-Unterscheidung dienen farbige Ringe, eine Kennzeichnung der Steckrichtung fehlt hier allerdings, was eine falsche Polung der Kabel durchaus in den Bereich des Möglichen rückt. Die Folge einer falschen Polung ist, dass es keine Links-/Rechts-Trennung bei der musikalischen Bühne gibt und Musik so recht diffus aus keinem bestimmten Raum tönt.

Klanglich ist IKKO recht nah an den Shure angelehnt, die Bässe kommen trocken rüber und reichen tief hinunter. Weil der Mittelhochton-Bereich an einen sehr schönen Grundton angebunden ist, werden auch dort alle Anforderungen mehr als erfüllt. Der etwas luftigere Klang des Mittelhochtonbereichs ist jedoch Geschmackssache. Insgesamt bietet der OH1 neben seiner etwas problematischen Steckverbindung einen hohen Tragekomfort und ein hervorragendes Klangerlebnis – inklusive Echtleder-Etui.

Das Design der Final VR3000 ist ganz anders als das von anderen Final-Modellen. Die Kabel können hinter den Ohren verlegt werden, was für zusätzlichen Halt sorgt. Der mitgelieferte Führungsbügel hält das Kabel zusätzlich an Ort und Stelle. Beim Sound macht sich die für Final bekannte Abstimmung bemerkbar. Der Klang ist ausgewogener, könnte aber eventuell ein wenig mehr Druck im Tiefbass vertragen.

Der Move Pro von Teufel ist im Vergleich zur »normalen« Version ohne das »Pro« im Namen deutlich verbessert. So verknotet sich beispielsweise das Kabel weniger stark, was sich nicht nur auf das eigene Nervenkostüm, sondern auch auf die Lebensdauer des Kopfhörers äußerst positiv auswirken dürfte. Klanglich spielt die Pro-Version in einer Liga mit unseren Empfehlungen, lediglich bei der Ausstattung gibt es keine Verbesserung im Vergleich zum Standard-Modell.

Unter dem unscheinbaren Gehäuse der E1010 von 1More verbergen sich jeweils ganze vier Treiber, was für ein besonderes Klangerlebnis sorgen soll. Untergebracht werden die Hightech-Hörer in einem soliden schwarzen Case, welches auch die mitgelieferten Passstücke, einen Adapter für die Nutzung im Flugzeug, sowie einen Klinken-Adapter mit 6,3 Millimeter Durchmesser beherbergt. Was den Klang angeht, so liefert der E1010 einen satten und tiefen Bass, die Mittelhochtöne hören sich im Vergleich allerdings ein wenig dumpf an.

Den Bose SoundSport gibt es – wie man das aus dem Sportbereich gewohnt ist – in verschiedenen poppigen Farben. Klanglich muss sich der Bose jedoch hinter seinem Bruder, dem SoundTrue Ultra einordnen, wobei auch dieser wetterfest ist. Muss man sich also zwischen diesen beiden Modellen entscheiden, würden wir dazu raten, die geringen Mehrkosten des SoundTrue Ultra auf sich zu nehmen, da er dem SoundSport überlegen ist.

Premium In-Ear-Kopfhörer (ab 200 Euro)

Verarbeitung und Klang sind in dieser Preisklasse noch einmal deutlich verbessert, wobei die In-Ears klanglich beim ersten Hören meist relativ unspektakulär daherkommen. Zwar setzen auch in dieser Preisregion manche Hersteller auf die aktuell beliebten angehobenen Bässe, das wird aber wesentlich dezenter umgesetzt als in den unteren Preissegmenten. Im Fokus steht hier vor allem die Musik selbst, den Eigenklang des Hörers gilt es dabei möglichst zu vermeiden.

Technisch wird bei diesen Modellen auf mehrere Treiber pro Gehäuse gesetzt, wobei die Übergänge zwischen diesen natürlich möglichst unhörbar und nahtlos gestaltet werden. Die klanglichen Unterschiede sind nur noch minimal und beschränken sich meist auf Nuancen, die lediglich beim direkten Vergleich auffallen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Musik-EnthusiastViel TechnikLuxus-In-EarÜppige Ausstattung
Test: Sennheiser E 80 STest: Meze RaisoloTest: Mackie Mp 360Test: Shure Aonic 3
Modell Sennheiser E 80 S Meze Rai Solo Mackie MP-360 Shure AONIC 3
Pro
  • Hervorragender, fein auflösender Klang
  • Individuelle Bass-Anpassung
  • Komfortabler Sitz
  • Hervorragender Klang mit sattem Tieftonfundament
  • Komfortabler Sitz
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender, feinauflösender Klang mit enormem Tiefgang
  • Zwei Anschlusskabel im Lieferumfang (eines mit Mikrofon)
  • Für Hifi-Anlage und Smartphone ausgelegt
  • Hervorragender Klang
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Komfortabler Sitz
  • Optionales Bluetooth-Modul
Contra
  • Recht schwer
Bester Preis
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Musik-Enthusiast: Sennheiser IE 80 S

Musik-Enthusiast

Sennheiser E 80 S

Test: Sennheiser E 80 S
Die E 80 S von Sennheiser klingen hervorragend, können im Bassbereich sogar individuell angepasst werden.

Die IE 80 S von Sennheiser sehen aufgrund ihrer Würfelform zwar recht unkomfortabel aus, dieser Eindruck täuscht aber, denn die In-Ears lassen sich überraschend gut im Ohr platzieren. Wahlweise lässt sich deren Kabel auch hinter dem jeweiligen Ohr verlegen, denn die dafür benötigten Bügel sind im Lieferumfang enthalten. Die Bügel haben den Vorteil, dass sich Kabelgeräusche, welche durch deren Reiben an Kleidungsstücken hervorgerufen wird (auch Mikrofonie genannt), auf diese Weise minimieren lassen.

Mit im Lieferumfang des Sennheiser enthalten sind acht Sets Eartips in unterschiedlichen Größen, wobei drei davon in Comply-Ausführung daherkommen, während die restlichen fünf aus Silikon gefertigt sind. Ebenso liefert Sennheiser beim IE 80 S Werkzeug zum Einstellen der Performance des Basses sowie zum Reinigen der Hörer mit. Das ebenfalls mitgelieferte, formschöne Hardcase erscheint an dieser Stelle dann fast schon obligatorisch.

Inline-Mikrofon und Fernbedienung sucht man bei diesen Kopfhörern vergeblich, Sennheiser richtet sich bei den IE 80S vor allem an audiophile Kunden, die bei ihren Kopfhörern auf das Wesentliche Wert legen: den Klang.

Dieser ist beim Sennheiser sehr ausgewogen und natürlich, der trockene Bass reicht sehr weit nach unten, spielt sich dabei aber nie aufdringlich in den Vordergrund. Die Übergänge zwischen Mittelhochton und Grundton sind übergangslos. Der Kopfhörer von Sennheiser schafft es dabei, die ganze Komplexität der Musik wiederzugeben und dabei sämtliche Details auszuleuchten und abzubilden.

Ein kleiner Dreh am In-Ear mithilfe des Werkzeugs lässt den Sennheiser noch einmal deutlich kräftiger nach unten treten, was so den ein oder anderen Kontrabass noch einmal mehr in den Vordergrund rückt. Der IE 80 S ist ein Kopfhörer für Musik-Enthusiasten und lässt selbst bei diesen, hinsichtlich der Ausstattung, der Verarbeitung und des Klangs, keine Wünsche offen.

Viel Technik: Meze Rai Solo

Viel Technik

Meze Rai Solo

Test: Meze Raisolo
Hersteller Meze hat insgesamt fünf Treiber pro Kanal im Rai Solo untergebracht, mit hervorragendem Klangerlebnis.

Gleich fünf Treiber stecken in einem der beiden Gehäuse des Rai Solo von Meze. Weil so viele Treiber auch entsprechend Platz benötigen, nehmen sich die In-Ears des rumänischen Herstellers nicht gerade klein aus. Trotz ihrer Größe lassen sie sich jedoch gut einpassen und auch der Tragekomfort selbst ist sehr hoch, was wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Rai Solo mit vielen Passstücken ausgeliefert werden und so für jedes Ohr etwas passendes dabei sein sollte. Insgesamt werden acht Sets Passstücke mitgeliefert, wobei zwei davon aus Memory-Schaum bestehen.

Bei den Kabeln setzt Meze – wie üblich in dieser Klasse – auf eine Steckverbindung, in diesem Fall wird auf den bewährten MMCX-Standard zurückgegriffen. Die beiden In-Ears sind, damit man sie unterscheiden kann, mit jeweils unterschiedlichen Farben gekennzeichnet. Der Klang der Rai Solo ist unaufgeregt, nach kurzer Zeit gelingt den In-Ears allerdings das Kunststück, dass die Band oder das Orchester vor einem geistigen Auge Gestalt annimmt und groß aufspielt.

Dabei verfügt der Kopfhörer über ein sattes Bassfundament an welches sich ein Grundton anschließt, der recht ausgeprägt ist. Um zischenden S-Lauten vorzubeugen ist der Hochtonbereich klanglich angenehm abgerundet. Im Vergleich zum Sennheiser bietet der Rai Solo von Meze eine gänzlich andere Klangcharakterisitik, welche jedoch beim Hören ebenso viel Freude bereitet.

Luxus-In-Ear: Mackie MP 360

Luxus-In-Ear

Mackie MP-360

Test: Mackie Mp 360
Der MP-360 von Mackie ist äußerst vielseitig ausgestattet und die drei BA-Wandler pro Seite liefern ein tolles Klangerlebnis.

Der Studio-Ausstatter Mackie hat drei neue In-Ear-Modelle auf den Markt gebracht. Der MP-360 bewegt sich, was Ausstattung und Preis anbelangt, im Mittelfeld dieser drei. Technisch hat das Modell drei Balanced-Armature-Treiber zu bieten, die für den guten Ton in jedem Frequenzbereich verantwortlich sind.

Weil die Kunststoffgehäuse des MP-360 durchsichtig sind, kann man die im Inneren verbaute Technik sehen. Weil das schon Hingucker genug ist, begnügt sich der Mackie in puncto optische Highlights ansonsten mit Logos und einer Links-Rechts-Kennung. Die beiden im Lieferumfang enthaltenen Kabel sind mit einer MMCX-Steckverbindung ausgestattet. Zudem gibt es bei einem der Anschlusskabel eine Remote-Fernbedienung inklusive Mikrofon.

Ebenso mit an Bord sind zwölf Eartips-Pärchen in unterschiedlichen Größen und Materialien, drei Paar davon sind aus Comply-Foam gefertigt. Damit man die Kopfhörer auch an der Stereo-Anlage zuhause anschließen kann, ist ein 6,35-mm-Adapter genauso im Lieferumfang enthalten, wie ein Reinigungs-Werkzeug. Um die vielen Extras gut unterzubringen, gibt es ein Hardcase, das sich mithilfe eines Karabinerhakens am Gürtel befestigen lässt.

Die Mackie lassen sich schnell im Ohr verstauen und sitzen dort perfekt. Das müssen sie auch, um ihr akustisches Potential voll ausschöpfen zu können und da gibt es viel zu schöpfen. Egal ob Bässe oder Höhen, jeder Frequenzbereich wird bis an die Grenze des Hörbaren ausgereizt. Der Tiefpass versäumt es dabei nicht, das nötige Maß an Präsenz und Nachdruck aufkommen zu lassen. Der Übergang vom Grundton- in den Mitteltonbereich geht nahtlos vonstatten und auch die die musikalische Bühne gefällt, was die Staffelung von Breite und Tiefe angeht.

Üppige Ausstattung: Shure AONIC 3

Die Shure AONIC 3 entsprechen nicht dem Shure-typischen Gehäusedesign. Hier soll allerdings auch das Kabel hinter den Ohren verlegt werden. Sind die In-Ears korrekt eingesetzt, stehen sie ungewohnt weit hervor. Das stört aber nur Ästheten oder wenn man sich beim Musikhören hinlegen möchte.

Im mitgelieferten Hardcase lässt sich die üppige Ausstattung verstauen: Es gibt viele unterschiedliche Eartips, Reinigungswerkzeug und sogar einen Adapter auf die große 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse.

Die Kabel werden wie bei den Shure-Modellen mit klassischer Bauform hinter den Ohren verlegt. Trotzdem lassen sich die AONIC 3 leichter einsetzen. Das längliche Gehäuse erlaubt eine einfachere Führung und sie müssen nicht in die Ohrmuscheln eingepasst werden. Der Weg der Kabel hinter die Ohren ist allerdings recht kurz.

Klanglich sind die AONIC 3 den Fiio recht ähnlich, sie liefern aber eine etwas feinere Mittelhochtonauflösung, was Stimmen ein wenig mehr Wärme verleiht. Ganz besonders eindrucksvoll gelingt es auch diesen Hörern, die Distanz zum Künstler ein gutes Stück weit verschwinden zu lassen. Für knapp 200 Euro bekommt bei den AONIC 3 musikalisch und in Sachen Ausstattung viel geboten.

Was gibt es sonst noch?

Der Mackie MP-320 ist eines der günstigen Modelle der MP-Reihe, hat aber die gleiche, üppige Ausstattung wie die teureren In-Ears. Technisch hat er allerdings nicht ganz so viel zu bieten, statt der Balanced-Armature-Typen arbeiten hier drei günstigere dynamische Treiber. Der Klang leidet darunter aber nicht: Die MP 320 liefern ein breites Frequenzband und bilden komplexe Klangstrukturen fein differenziert und mit enormem Tiefgang ab. Der leichte Loudness-Charakter sorgt für eine bestechende räumliche Abbildung und eine ordentliche Klangfülle.

Zwar ist der Hersteller Oriveti hierzulande noch unbekannt, der OH300 konnte uns im Test aber durchaus überzeugen, was auch an seiner hervorragenden Fertigungsqualität liegt. Dabei wirkt das Anschlusskabel fast ein wenig überdimensioniert und könnte ohne Weiteres auch für einen Lautsprecher geeignet sein. Nichtsdestotrotz lassen sich die Hörer gut im jeweiligen Ohr platzieren, ihre Biegung sorgt dafür, dass sich das an dieser Stelle verstärkte Kabel gut an der Hinterseite des Ohres entlang verlegen lässt.

Ebenso im Lieferumfang enthalten sind zehn Sets Passstücke in unterschiedlicher Größe, acht davon bestehen aus Silikon, während bei zweien Comfort-Foam zum Einsatz kommt. Ferner gibt es noch zwei Adapter, einen für das Flugzeug und einen für die Stereo-Anlage. Transport-Case und Reinigungswerkzeug sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Der Klang der OH300 ist stark an den der Sennheiser angelehnt, er ist in Summe aber etwas zupackender. Den Bass hört man weniger, als dass man ihn spürt. Selbst unter Zuhilfenahme der Bassanhebung kommt der Sennheiser nicht so tief runter, was den Oriveti OH300 unterm Strich etwas dynamischer macht.

Der Final E5000 stellt gewissermaßen das Flaggschiff der E-Reihe dar und kommt im gleichen schlanken Design daher. Bügel, um die Kabel bei Bedarf an der Rückseite des Ohres entlangzuführen, sind ebenso vorhanden. Der E5000 nimmt sich im Vergleich zu seinen Konkurrenten ein wenig im Bassbereich zurück.

Das Spitzenmodell der MP-Reihe von Mackie hört auf den Namen MP-460 und ist mit so ziemlich allem ausgestattet, was einen guten in-Ear ausmacht. Zudem kommen in diesem Modell pro Gehäuse gleich vier Treiber zum Einsatz, die für ein perfektes Klangerlebnis sorgen sollen.

Die Ausstattung gleicht der des MP-360, der Klang ist seinem kleineren Bruder allerdings hauchdünn überlegen. Der kleine akustische Vorsprung macht sich im Mittelhochtonbereich bemerkbar, im Tiefbass hingegen ist dieses Modell etwas zurückhaltender.

Bei Westone handelt es sich eigentlich um ein Unternehmen, welches sich auf professionellen Gehörschutz spezialisiert hat, dieses Know-How aber auch für In-Ear-Kopfhörer wie den UM Pro 20 nutzt. Die Kabel sind mittels Steckverbindungen mit dem durchsichtigen Gehäuse des UM Pro 20 verbunden. Die Kabel selbst lassen sich hinter den Ohren entlang verlegen.

Das umfangreiche Zubehör lässt sich in einer orangefarbenen Box verstauen, welche komplett wasserdicht ist. Klanglich ist der Mitteltonbereich sehr präsent, durch eine Anpassung lässt sich dessen Präsenz ein wenig relativieren, indem Bassbereich und Grundton etwas solider gestaltet werden.

Wissenswertes über In-Ear-Kopfhörer

Wie bei so vielen Dingen, ist es auch bei In-Ear-Kopfhörern der Fall, dass mit dem Preis meist auch das Qualitätsniveau steigt. Einen guten Kopfhörer zeichnet dabei aus, dass dieser mit jedem Musikstil bestens zurechtkommt und ein hervorragendes Klangbild in den Gehörgang schleust. Im Gegensatz dazu ist es bei den günstigen Modelle meist der Fall, dass diese nicht jeder Klangsituation gewachsen sind und viele Bereiche nur rudimentär beherrschen.

 In-Ear-Kopfhörer Test: Inears Aufmacher
Nicht immer, aber meist gilt: Mit dem Preis steigt die Qualität.

Im Umkehrschluss sind teure In-Ears allerdings keinesfalls ein Garant für einen hervorragenden Sound in allen Musikrichtungen, als Faustregel gilt, dass sich ab etwa 100 Euro ein durchwegs hohes Qualitätsniveau einstellt, das von deutlich teureren Modellen nicht zwangsläufig übertroffen werden muss, denn in diesen Preisregionen ist der Klang schlicht und ergreifend Geschmackssache.

Generell ist es der Fall, dass In-Ears ihr musikalisches Potential nur ausspielen können, wenn sie richtig im Ohr sitzen und so eine Abdichtung gewährleistet ist. Selbst minimale Abweichungen von dieser korrekten Position haben einen erheblichen Einfluss auf die Klangqualität der Hörer. Weil auch die Hersteller um dieses Problem wissen, werden bei vielen Modellen auch Passstücke in verschiedenen Größen mitgeliefert.

Man sollte sich dabei in jedem Fall mit der Suche nach dem richtigen Passstück viel Zeit nehmen, denn selbst ein teurer Kopfhörer, der schlecht sitzt, ist jedem gut sitzenden, billigen Modell unterlegen.

Im Idealform ist das Passstück so gewählt, dass es nicht nur gut abdichtet, sondern ferner auch nach einigen Minuten nicht einmal mehr wahrgenommen wird und stundenlang im Ohr verweilen kann – ohne zu schmerzen.

 In-Ear-Kopfhörer Test: Eartips
Im Lieferumfang der meisten Modelle werden Passstücke in verschiedenen Größen mitgeliefert.

Manche Kopfhörer-Hersteller setzen auf Schaumstoff-Passstücke, welche zwischen Zeigefinger und Daumen zusammengerollt und so komprimiert werden. Danach wird der Schaumstoff ins Ohr gesteckt und dehnt sich aus, was dafür sorgt, dass die Hörer gut sitzen und perfekt abdichten. Auch viele Musiker, die beim Monitoring auf In-Ears angewiesen sind, sind von dieser preisgünstigen Variante überzeugt.

Hersteller wie Rhines oder InEar bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Otoplastiken der Ohrmuschel anzufertigen und diese in Wandlersysteme einzubauen. Preislich sind diesem Verfahren dabei kaum Grenzen gesetzt.

Um Kabelbrüchen und daraus resultierenden nervigen Wackelkontakten vorzubeugen, statten viele Hersteller ihre Kabel mit einem Knickschutz an Steckern und Wandlern aus. Bei den teureren Modellen findet man meist MMCX-Steckverbindungen, mit denen es möglich wird, kaputte Kabel einfach auszutauschen.

 In-Ear-Kopfhörer Test: Inears Kabeltechnik
Bei den Hörern auf der linken Seite ist das Kabel fest verbaut und so angeordnet, dass dieses beim Gebrauch nicht geknickt so stark geknickt wird. Mittig sind Kabel mit MMCX-Steckverbindungen zu sehen. Bei den rechten beiden handelt es sich um proprietäre Steckverbindungen, basierend auf Pins mit zwei Kontakten.

Während bei der MMCX-Steckverbindung die Kabel nicht verpolt sind und auch Produkte von Fremdherstellern verwendet werden können, setzen manche Hersteller auf ihre eigenen Standards und sorgen so dafür, dass im Falle eines Defekts lediglich Originalkabel nachgekauft werden können.

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