Test: Bt Buegel

Bluetooth-Kopfhörer im Test : Maximale Soundqualität ohne Kabel

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Update 15.10.2020

Bluetooth-Kopfhörer strotzen mittlerweile nur so vor Klangqualität. Kein Wunder, dass sie so beliebt sind und der Markt überflutet ist mit großartigen Produkten. Um hier den Durchblick zu behalten, haben wir ausführlich getestet.

Update 15. Oktober 2020

Wir haben vier neue Bluetooth-Kopfhörer getestet. Besonders empfehlenswert für Sportler ist der Adidas RPT-01.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Die ersten Bluetooth-Kopfhörer mussten in Sachen Soundqualität noch größere Abstriche machen, nichtsdestotrotz erfreuten sich die kabellosen Begleiter aufgrund ihres Komforts schon damals großer Beliebtheit. Doch die Technik hat sich kontinuierlich verbessert und man hat mittlerweile Dank des aptX-Codecs einen sehr guten Klang, welcher der Qualität einer CD-Wiedergabe entspricht. Mit aptX HD geht sogar noch mehr. Sony hat mit dem LADC noch einen weiteren Codec auf dem Markt gebracht, der dem aptX HD in Sachen Auflösung nochmal überlegen ist, allerdings bisher auch nur mit den eigenen Geräten funktioniert.

Doch auch in Sachen Design hat sich einiges getan und die Kopfhörer dienen mehr als nur dem Musikhören, sie werden zum Modeaccessoire oder Fashion-Statement. Diesen Ausdruck der Individualität kann man sich bis zu 800 Euro kosten lassen, weniger durchgestylte Produkte kriegt man aber auch schon für schlappe 40 Euro. Bei den billigen Produkten wird häufig an der Soundqualität gespart und getrickst, da die tiefen Bässe nicht wiedergegeben werden können. Dafür wird häufig einfach der Oberbass hoch gepegelt – ein No-Go für wahre Genießer – was den weniger Anspruchsvollen im Alltag schon ausreicht.

Egal ob unterwegs im Großstadtdschungel oder daheim vor dem Fernseher. Diese Kopfhörer verbannen den Kabelsalat aus dem Leben, welche Qualität der Sound dabei haben soll, entscheidet der eigene Geldbeutel. Die Technik ist so weit, dass man Spitzenqualität verfügbar ist, die mit kabelgebundenen Kopfhören problemlos mithalten kann. Es hilft, sich vorher zu überlegen, wann und wo die Geräte zum Einsatz kommen. Wer beispielsweise ausschließlich über das iPhone Musik hören will, muss nicht auf aptX- oder aptX HD-Codec achten, da diese nicht von Apple-Smartphones unterstützt werden.

Neben der Klangqualität in verschiedenen Musikgenres wurden auch Bedienbarkeit und Akkulaufzeit geprüft. Nicht getestet wurden hier die Bluetooth-Kopfhörer mit Noise Cancelling, die eine eigene Unterkategorie bilden und deshalb einen separaten Test unterzogen wurden.

Professionelle Performance: Audio-Technica ATH-M50xBT

Professionelle Performance

Audio-Technica ATH-M50xBT

Test Bluetooth-Kopfhörer: Audio-Technica ATH-M50xBT
Bluetooth-Variante eines Studio Klassikers, hervorragender Klang und äußerst komfortabler Sitz.

Audio-Technica ist vor allem denjenigen ein Begriff, die öfter mal in einem Musikstudio zu tun haben, im Speziellen die Serie M50. Mit dem ATH-M50xBT ist jetzt eine Bluetooth-Variante auf dem Markt, der auch außerhalb des Studios vollends überzeugt. Die Ohren werden vollständig bedeckt, dementsprechend fallen die Kopfhörer etwas größer und schwerer aus. Zu dem stolzen Gewicht von 300 Gramm trägt auch der leistungsstarke Akku bei, der mit über 40 Stunden Laufzeit bei maximaler Lautstärke wirklich lange durchhält. Hat man den Kopfhörer einmal auf dem Kopf, fällt das Gewicht nicht mehr negativ auf, da es sich gut über Bügel und die weichen Polster an den Ohren verteilt. Darüber hinaus lässt er sich optimal an die Größe des Kopfes anpassen, was den Tragekomfort erheblich steigert.

Dank des mitgelieferten Kabels mit Mikro und Bedientaste, kann der Kopfhörer, auch wenn der Akku keinen Saft mehr hat, als Headset fungieren. Aufgeladen wird das Gerät über Mini USB, mitgeliefert wird außerdem ein Kunstlederbeutel für den Transport. Die Anschlüsse für die mitgelieferten Kabel, sowie vier Bedientasten sind unten auf der linken Seite des Kopfhörers angebracht. Lautstärke, Skippen von Titeln, sowie Power- und der Pauseknopf können so intuitiv betätigt werden.

In Sachen Klang überzeugt er in allen Bereichen und es wird deutlich, dass seine Wurzeln aus dem professionellen Bereich stammen. Über den aptX-Codec werden sowohl die tiefsten Bässe, als auch der Gesang, der meist auf den mittleren oder höheren Frequenzen liegt, in bester Qualität wiedergegeben, so dass ein natürliches und ausgewogenes Klangbild entsteht und das bei allen Musikrichtungen. Positiv wirkt sich hierbei auch die Over-Ear-Bauform aus, die viele Störgeräusche auf natürliche Weise verbannt. Diese wirklich beeindruckende Gesamtperformance macht den ATH-M50xBT zum Spitzenreiter der Bluetooth-Kopfhörer.

Teuflisch gut: Teufel Airy

Teuflisch gut

Teufel Airy (2018)

Test Bluetooth-Kopfhörer: Teufel Airy (2018)
Der neue Airy wurde gegenüber seinem erfolgreichen Vorgänger nochmal deutlich verbessert.

Der Teufel Airy wurde 2018 nochmal verbessert, da aber bereits der Vorgänger durch hervorragenden Sound überzeugen konnte, wurde vor allem im Design und Komfort ein paar Dinge optimiert. Die überarbeitete Version kann man jetzt kompakt zusammenklappen und in dem mitgelieferten Beutel verstauen. Per Micro-USB lässt sich das Gerät aufladen und mit dem mitgelieferten Audiokabel kann der Kopfhörer zum Hören mit leerem Akku verwendet werden, allerdings nicht mehr zum Telefonieren, da es ohne Mikrofon kommt.

Die Kopfhörer sitzen angenehm auf den Ohren und wurden so konstruiert, dass problemlos auch eine Brille getragen werden kann. Am Ende des rechten Bügels wurde ein rotes Rad integriert, mit dem man präzise die Lautstärke regeln kann, ansonsten gibt es drei weitere Drucktasten, für Pause/Play, vor und zurück. Das Design überzeugt durch Schlichtheit, wem das zu wenig ist, der kann mit den mitgelieferten Ringen noch ein paar Farbakzente an der Ohrmuschel setzen.

Über aptX wird ein ausgewogenes Klangbild erreicht, das mit tiefen Bässen keinerlei Probleme hat und auch in den mittleren Frequenzen absolut überzeugen kann. So wird die optimale Passform und das geringe Gewicht von nur 165g, mit sehr gutem Klang kombiniert, was den Teufel Airy  zu einer preiswerten und auf allen Ebenen lohnenden Investition macht.

Eleganz und Glanz: Beyerdynamic Amiron Wireless Copper

Eleganz und Glanz

Beyerdynamic Amiron Wireless Copper

Test Bluetooth-Kopfhörer: Beyerdynamic Amiron Wireless Copper
Der Amiron Wireless ist das High-End Gerät unter den Bluetooth-Kopfhörern. Die Kupfer-Einlagen sind übrigens echt, was ihn so teuer und individuell macht.

Glanz auf die Ohren bringt der Amiron Wireless Copper, der, wie der Name schon vermuten lässt, mit Kupfer-Akzenten für Aufmerksamkeit sorgt. Aber nicht nur dieses Alleinstellungsmerkmal, sondern auch der Preis hebt den massigen Kopfhörer  von seinen Konkurrenten ab. Der wird aber durch einen Klang gerechtfertigt, der an Kopfhörer mit Kabel der obersten Qualitätsstufe erinnert.

Die Ohren werden komplett umschlossen und somit werden störende Umgebungsgeräusche minimiert. Über das Touchpad auf der rechten Ohrmuschel bedient man den Kopfhörer. Mit der MIY-App kann Letzteres in seiner Sensitivität angepasst werden. Auch die Sound-Einstellungen lassen sich mit dieser übersichtlichen App individualisieren, dabei wurde auch an die Gesundheit gedacht und wer zum Beispiel oft zu laut Musik hört, erhält dann warnende Hinweise.

Beyerdynamic ist bekannt für innovative Entwicklungen und ermöglicht Dank der Tesla-Treiber, dass gestreamte Musik in hochauflösender Qualität gehört werden kann. Mit dem Amiron Wireless Copper befindet man sich in allen Kategorien in der absoluten Oberklasse, Sound, Design und Sitzkomfort sind vom Feinsten, das kostet natürlich auch ein bisschen mehr. Wer auf Kupfer verzichten kann, spart mit der unauffälligeren Version, dem Amiron Wireless, Geld und genießt dennoch alle überwältigenden technischen Vorzüge des Geräts.

Hohe Designkunst: Bang & Olufsen Beoplay H4

Hohe Designkunst

Bang & Olufsen Beoplay H4

Test Bluetooth-Kopfhörer: Bang & Olufsen Beoplay H4
Tolles Design und beste Verarbeitung kombiniert mit vorzüglichem Klangerlebnis.

Der Beoplay H4 von Bang & Olufsen ist ein wahrer Genuss für die Augen, er kommt im minimalistischen skandinavischem Design mit exzellentem Klang, sodass nach den Augen, auch die umschlossenen Ohren völlig überzeugt werden. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind die kleinen Tasten unterhalb der rechten Ohrmuschel, aber nach kurzer Zeit findet man sich auch hier intuitiv zurecht. Für diejenigen denen das zu fummlig ist, gibt es den Sprachassistenten, der durch eine einzelne Taste auf der linken Seite aktiviert wird.

Im Klang merkt man, dass sowohl die tiefen Bässe, als auch die höheren Frequenzen minimal erhöht wurden, was jedoch nicht unbedingt stört und der Sound dennoch, Dank großem Volumens und vielen Details, überwältigend ist. Über die Bang & Olufsen App kann der Klang noch angepasst werden. Insgesamt kann der Beoplay H4 also voll überzeugen und wird vor allem für diejenigen ein Leckerbissen sein, für die Design ein entscheidendes Kaufkriterium ist.

Der Sportliche: Adidas RPT-01

Der Sportliche

Adidas RPT-01

Test: Adidas Rpt 01
Der Adidas RPT-01 sieht nicht nur sportlich aus, er ist gegen Spritzwassser geschützt und sitzt besonders sicher auf den Ohren.

Der Adidas RPT-01 ist der perfekte Begleiter für sportliche Aktivitäten: Er ist mit der Schutzklasse IPX4 gegen Spritzwasser geschützt und hält sowohl Regen als auch Schweiß stand. Außerdem sitzt der Kopfhörer recht stramm auf den Ohren, sodass er beim Joggen in Position bleibt. Den Stoffbezug der Polster ist in Orange oder Grau erhältlich, wobei die graue Variante deutlich günstiger ist. Der Bezug kann mit den Polstern abgenommen und ausgewaschen werden.

Auf der linken Seite befindet sich eine Taste für die Aktivierung der Sprachsteuerung, auf der anderen Seite ist eine Multifunktionstaste als großer Jogdial angebracht. Der Klang liefert eine Loudness-Charakteristik und ist auch bei geringen Pegeln angenehm füllig. Für manche Köpfe dürfte der Sitz des RPT-01 etwas zu stramm sein. Bei neuen Kopfhörern ist der Stoffbezug noch ein wenig kratzig.

Was gibt es sonst noch?

Der HD 350BT gehört zu den günstigeren Kopfhörern von Sennheiser. Die zahlreichen Schalter und Tasten haben keine Beschriftung und sind auch nicht ergonomisch sinnvoll angeordnet. Zum Lieferumfang gehört lediglich ein USB-Ladekabel. Es gibt bei leerem Akku keine Möglichkeit, den Kopfhörer per Kabel ans Smartphone anzuschließen. Über die Sennheiser-App kann per Equalizer der Klang beeinflusst werden. Die Höhen und Tiefen können eher weniger überzeugen, dafür sind die Mitten präsent und verleihen dem HD 350BT einen frischen Klang.

Die weichen Polster des Jabra Elite 45h sitzen recht komfortabel auf den Ohren. Bedienen kann man den Kopfhörer über die wenigen, üblichen Tasten oder über die Jabra App. Dort kann man auch Klanganpassungen vornehmen. Neben Presets und einem Equalizer kann man dazu auch einen umfangreichen Hörtest vornehmen, der es der App ermöglicht, ein individuelles Gehörprofil zu erstellen. Doch auch so liefert der Elite 45h einen natürlichen Klang mit leichtem Hang zur Loudness.

Der Creative SXFI Air kann Musik über Bluetooth, das Audiokabel, USB und eine microSD-Karte abspielen. Mit einer App kann man die diversen Quellen organisieren. Am Kopfhörer sind die Ein/Aus-, Super X-Fi- und Bluetooth-Taste übersichtlich angeordnet. Den Raumklang lässt sich über einen Equalizer, diverse Presets und die Super X-Fi-Taste individuell anpassen. Die Höhen und Tiefen sind allerdings etwas unspektakulär.

Der Aventho Wireless  ist eine On-Ear-Variante aus dem Hause Beyerdynamic und kommt mit dem gleichen Touchpad wie der Amiron Wireless. Auch in Sachen Klang ist der Kopfhörer eine Wucht und besticht mit feinen und exakten Bässen. Ebenso zeigt er keinerlei Schwächen in der mittleren oder mittelhohen Tonfrequenz. Das Design überzeugt durch Kompaktheit und edle Verarbeitung. Das macht ihn zu einem praktischen und gutaussehenden Begleiter für den Alltag, der im Sound fast keine Defizite zeigt.

Mit knapp 60 Euro leistet der Koss Porta Pro Wireless einen guten Dienst. Akku und Mikrofon befinden sich extern und hängen, wie bei so manchem Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer, links und rechts unterhalb der Ohren. Die Akkulaufzeit beträgt nur 12 Stunden und man kann kein Audiokabel anschließen. Man kann sich über einen guten Klang mittels aptX und das geringe Gewicht freuen, außerdem ist das Tragen einer Brille problemlos möglich. Für Fans dieses Klassikers ist er eine sehr gute kabellose Alternative, zu einem unschlagbaren Preis.

Der Marshall Major III Bluetooth kommt im ansprechenden Retro-Design, ist aber aufgrund des hoch gepegelten Basses nur eine gute Wahl für moderne Musik. Für den niedrigen Kaufpreis ist die Soundqualität aber mehr als akzeptabel. Man erhält einen Kopfhörer, den man gut zusammenklappen kann und der durch hohen Tragekomfort punktet. Für den kabellosen Musikgenuss im Alltag ist er eine stylische und günstige Wahl, solange man gemeinsam mit den Bässen auch die eigenen Ansprüche runterschraubt.

Der Pioneer SE-MJ771-BT ist sein Geld absolut wert. Er liefert über aptX einen sauberen Klang auf allen Frequenzen und besticht durch einfache Bedienbarkeit. Außerdem lässt er sich kompakt zusammenfalten und gut verstauen. Das schlichte Design überzeugt mit seiner guten Polsterung auch in Sachen Komfort. Natürlich sind in dieser Preiskategorie keine Wunder zu erwarten, aber mit knapp 60 Euro klingt die Musik vom Smartphone wie von der CD. Vor allem die tiefen Bässe kriegt er erstaunlich gut hin.

So haben wir getestet

Das Wichtigste beim Test war selbstverständlich ein ausgewogener, facettenreicher und dynamischer Klang und das in allen Frequenzen, um das zu prüfen haben wir Musik der verschiedensten Genres abgespielt. Interessante Faktoren waren außerdem Bedienbarkeit und wie die Kopfhörer auf unterschiedliche Entfernung der Abspielgeräte reagieren. Selbstverständlich wurden auch Verarbeitung, Material und Design genauestens untersucht.

Wissenswertes über Bluetooth-Kopfhörer

Beim Kauf von Bluetooth-Kopfhörern gibt es ein paar Dinge zu beachten, die wichtigsten sind natürlich die eigenen Vorlieben, Ansprüche und wie viel Geld man ausgeben möchte.

Unterschieden wird zwischen On-Ear, hier sitzen sie auf den Ohren und Over-Ear Modellen, bei denen das Ohr komplett von dem Kopfhörer abgedeckt wird. Beide Variationen habe Vor- und Nachteile, wichtig ist dabei das persönliche Wohlbefinden.

Ein ausschlaggebendes Kriterium ist selbstverständlich das Einsatzgebiet des Kopfhörers. Wer einfach nur Musik hören möchte, während er in die Arbeit fährt, benötigt nicht zwingend ein teures Gerät, wenn er nur über das Smartphone Musik abspielt. Besonders im Nachteil sind iPhone-User, da deren Geräte kein aptX-Codec unterstützen und sie sich somit mit minderer Soundqualität zufriedengeben müssen.

Für Musikfans oder Cineasten, für die auch der tiefste Bass perfekt klingen muss, lohnen sich die teureren Kopfhörer allemal, sie ermöglichen dann, dass man sich ohne Kabel, aber mit perfektem Sound, in der ganzen Wohnung oder im Haus bewegen kann.

Allgemein lässt sich sagen, dass bei den günstigeren Modellen die ganz tiefen Bässe nicht realistisch wiedergegeben werden können und versucht wird das durch einen erhöhten Oberbass auszugleichen. Für ein geübtes Ohr kann das unerträglich sein, wenn man aber mehr Geld ausgibt muss man sich mit diesem Problem nicht weiter beschäftigen.

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