Stereo-Receiver im Test : Maestros für den Musikgenuss

Update 25.03.2021

Wer keinen AV- sondern gezielt einen Stereo-Receiver sucht, hat noch immer eine große Auswahl. Damit die Entscheidung leichter fällt, haben wir 31 Geräte ausführlich getestet.

Update 25. März 2021

Wir haben weitere Stereo Receiver getestet. In der 500-Euro-Klasse sind der Nubert nuConnect amX, der Advance MyConnect 60, der AXR100D von Cambridge Audio und der Denon PMA-600NE neue Empfehlungen. In der 1000-Euro-Klasse sind mit dem Denon PMA-150H, dem Advance Acoustic Playstream A5, dem Audiolab 6000A Play und dem Yamaha R-N803D ebenfalls einige neue Empfehlungen hinzugekommen.

Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Ob der Stereo-Receiver billig oder teuer sein soll ist eine persönliche Entscheidung. Wir haben Geräte um die 500 Euro getestet und auch welche, die deutlich mehr kosten. Aber lohnt sich das auch? Vor allem bei der Verarbeitungsqualität, aber teils auch bei der Ausstattung muss man bei den günstigeren Geräten einige Abstriche machen.

Stereo-Receiver um 500 Euro im Test

Einige der Geräte um die 500 Euro sind recht leistungsfähig und auch vielseitig. Unsere erste Empfehlung ist zwar nicht billig, bringt dafür aber alle nötigen Anschlüsse für einen modernen Stereo-Receiver mit. Sogar den alten Plattenspieler kann man da anschließen. Insgesamt halten sich die Einbußen in Grenzen. Teils ist bei den Geräten die Verarbeitung nicht so toll, oft auch die Verstärkerleistung oder Ausstattung.

Schlank: NAD C 338

Schlank

NAD C 338

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: NAD C 338
Der NAD C 338 verbindet die alte analoge Welt perfekt mit der neuen digitalen, die Bedienung bleibt übersichtlich und der Klang ist hervorragend.

Eine aufgeräumte Front und slimline Gehäuse, so kommt der NAD C 338 daher. Dezent und dabei hochwertig verarbeitet, die gute Verarbeitung bemerkt man vor allem bei Bedienung und Installation. Die Breite beträgt 43 Zentimeter, klassisches Hi-Fi-Format. Genaugenommen sogar ein halber Zentimeter mehr, denn die Seiten sind abgerundet. Insgesamt integriert sich das Gerät gut in das eigene Equipment, das liegt auch an den praktischen Abmessungen.

Auf der Frontseite findet sich mittig das Display und rechts der große Lautstärkeknopf, der satt läuft. Außerdem sind vorne noch Tasten zur Quellenwahl, welche zum Aus- oder Einschalten, für die Aktivierung vom Bass-Equalizer und der Anschluss für die Kopfhörerbuchse. Auf der Fernbedienung finden sich auch nicht viel mehr Tasten.

Hinten dagegen ist das Gerät üppiger ausgestattet. Dort gibt es drei Antennen, die können Funksignale von Bluetooth oder WLAN empfangen und senden, sofern sie alle angeschraubt sind. Fürs WLAN sind zwei davon zuständig. Stabile Empfangsverhältnisse sind wichtig, denn eine LAN-Buchse gibt es hier nicht.

Es gibt für weitere digitale Quellen durch jeweils zwei koaxiale und optische Digital-Eingänge Zugang. Zudem kann man noch maximal drei analoge Quellen anschließen, jedoch ist die dritte analoge Schnittstelle eine Phono-Buchse. Im Gegensatz zu anderen Lösungen gibt es hier eine gesonderte Platine inklusive exakter Entzerrung nach RIAA.

Die Lautsprecherklemmen bilden dann den Abschluss, die sind sehr solide, auch gibt es eine Cinch-Buchse. Bei Bedarf kann die auch einen aktiven Subwoofer steuern, so werden vor allem bei höherem Pegel in einem großen Raum die Endstufen entlastet. Hier sind die Lautsprecherterminals sehr gut zugänglich und recht solide.

Die Fernbedienung reicht aus für den normalen Gebrauch, jedoch ist damit die Netzwerk-Einbindung eher schwierig. Wir finden es einfacher, die Google Home App auf dem Handy zu nutzen, das ist zuverlässiger und schneller. Auch Streaming-Dienste lassen sich damit einbinden.

Klanglich ist der NAD C 338 auch gut. Es gibt nur wenige Kompromisse bei der Kombination von Breiten- und Tiefenstaffelung und Tonalität von der musikalischen Darbietung. Hier bekommen digitale und analoge Quellen gleich hinter dem Eingang die beste Behandlung, noch bevor sie weitergereicht werden an die Endstufe. Hier werden die digitalen Signale vom hochwertigen BurrBrown Wandler (PCM 1796) gewandelt, der sitzt auf einer eigenen Platine. Auch für das Signal des Plattenspielers gibt es eine gesonderte Behandlung, auch hier wird es auf einer gesonderte Platine entzerrt nach RIAA-Norm, dann feinfühlig aufgepäppelt und weitergereicht an die Endstufen.

Wir finden die Leistung angemessen, auch in größeren Räumen wäre sie für Partybeschallung ausreichend, wenn nötig kann auch ein Subwoofer unterstützen oder alles inklusive Sub an das Fernsehgerät hängen und somit den Filmton verstärken. Hier wird beinahe ideal digitale mit analoger Hi-Fi-Welt verbunden. Und das dank dem stimmigen Bedienkonzept.

Aber dennoch gibt es ein wenig Kritik. Da wäre etwa der Preis. Ansonsten kann nur ein Paar Lautsprecher angeschlossen werden und es gibt keine LAN-Buchse. Wenn es blöd läuft, führt das zu einer instabilen Netzwerkverbindung. Dafür gibt es aber die zweite Antenne, die hilft unserer Erfahrung nach da ziemlich gut. Wichtig ist das auch, da zum Streamen keine USB-Buchse vorhanden ist, hier ist man auf Bluetooth oder WLAN angewiesen.

50 Watt pro Kanal können nur ein Problem werden, wenn es sich um große Räume und anspruchsvolle Boxen handelt. Dank dem Subwoofer-Ausgang kann das aber behoben werden. Hierdurch entlastet man die Endstufen von ihrer Schwerarbeit in tiefen Frequenzen und bei großen Lautstärken können sie oben rum präziser und besser arbeiten.

Ein bisschen mehr: Nubert nuConnect ampX

Ein bisschen mehr

Nubert nuConnect ampX

Test  Maestros für den Musikgenuss: Nubert nuConnect ampX
Dem nuConnect ampX sieht man sein Potential kaum an – ein echter Wolf im Schafspelz!

Keine Preise gefunden.

Der eigentlich für seine Lautsprecherkonstruktionen bekannte Hersteller Nubert hat mit dem nuConnect amX einen Vollverstärker auf den Markt gebracht, der trotz seiner kompakten Bauart mit zahlreichen digitalen wie analogen Schnittstellen aufwarten kann.

Wie es sich für einen modernen Verstärker gehört, kann man den ampX sowohl mit der Fernbedienung, als auch mit der passenden App (Nubert X-Remote) steuern. Mit der App kann man sowohl den Eingang der Quelle auswählen, als auch auf den Equalizer (5-Band) zugreifen und so die Musik den eigenen Wünschen entsprechend optimieren.

 Test: Xrc Android Interface Smartphone Liegend Midi
Für Android-Smartphones gibt es das Einmess-Mikrofon als Zubehör.

Auch die Raumakustik kann man mit der App vermessen. Bei iOS-Geräten wird dafür das eingebaute Mikrofon verwendet, bei Android-Geräten muss man auf ein separat erhältliches Ansteck-Mikrofon zurückgreifen. Vom Ergebnis der Raumvermessung ist allerdings primär der Tieftonbereich betroffen, der sich sehr effizient anpassen lässt.

Weil auch ein Adapter (von HDMI nach USB) im Lieferumfang enthalten ist, kann man auch den Ton des Fernsehers über die Stereo-Anlage laufen lassen. Dem Audio-Rück-Kanal ist es dabei zu verdanken, dass man die Lautstärke auch bei dieser Konstellation weiterhin bequem mithilfe der TV-Fernbedienung regulieren kann.

Klanglich liefert der Nubert, verglichen mit dem NAD, von allem ein bisschen mehr: mehr Details, mehr Dynamik und mehr Räumlichkeit. Zwar spielen sich all diese Zugewinne in einem marginalen Bereich ab, in Summe beschert es dem Nubert aber das etwas rundere Klangbild.

Anschlussfreudig: Advance Acoustic MyConnect 60

Anschlussfreudig

Advance Acoustic MyConnect 60

Test: Advance Myconnect 60
Der MyConnect 60 hat WLAN, Bluetooth und verfügt über ein CD-Laufwerk.

Der MyConnect 60 von Advance Acoustic bietet vor allem eines: Schnittstellen satt. Während es bei den analogen Eingängen sogar eine Anschlussmöglichkeit für einen Plattenspieler gibt, reichen die Digitaleingänge von einer USB-Buchse bis hin zu drahtlosen Übertragungsstandards wie WLAN und Bluetooth.

Das alles gibt es natürlich nicht für lau, etwa 750 Euro muss man für den anschlussfreudigen Boliden derzeit berappen, wobei es, wenn man auf das interne CD-Laufwerk verzichtet, wieder ein bisschen günstiger wird.

Im Vergleich zur Konkurrenz ist der Advance ein wenig schmaler und höher. Wie bei anderen Geräten von Advance, kommt auch hier die Universal-Fernbedienung zum Einsatz. Das ist zwar komfortabel, weil man sich nicht groß umstellen muss, hat aber den Nachteil, dass es zur ein oder anderen Ungereimtheit kommt, weil man, um den Phono-Eingang anzuwählen, die eigentlich für den Mikrofonanschluss gedachte Taste auf der Fernbedienung drücken muss.

Was seinen Klang angeht, so reicht es beim MyConnect 60 nicht ganz, um mit der Spitze des Testfeldes mitzuhalten. Kleinere Schwächen hat er beispielsweise bei der räumlichen Staffelung oder bei hohen Pegeln. Übertreibt man es mit der Lautstärke nicht, macht er aber einen sehr soliden Job.

Gelungenes Upgrade: Cambridge Audio AXR100D

Gelungenes Upgrade

Cambridge Audio AXR100D

Test: Cambridge Audio Axr100d
Cambridge Audio hat dem AXR100D jetzt einen DAB+-Tuner verpasst.

Der AXR100D von Cambridge Audio ist eine Weiterentwicklung des AXR100. Eine der vielen kleinen Verbesserungen: Ein Kombi-Tuner ist jetzt mit von der Partie, damit man neben DAB (und natürlich DAB+) auch UKW empfangen kann.

Eine Verbindungsmöglichkeit zum Internet bietet auch die überarbeitete Version des Tuners von Cambridge Audio nicht. Wer trotzdem aufs Streaming nicht verzichten will, für den gibt es eine Bluetooth-Schnittstelle, die sogar den aptC-Codec unterstützt. Was den Radioempfang angeht, so hat man hier keinen Grund zu meckern, egal ob DAB+, oder UKW: die Empfangsqualität überzeugt.

Die Fernbedienung ist insgesamt zwar recht dezent, man findet sich aber sehr gut damit zurecht. Die digitalen und analogen Eingänge sind ordentlich durchnummeriert, man sollte aber im Kopf haben, welches Gerät an welchen Eingang angeschlossen ist. Tuner, Bluetooth- und Phon-Eingang sind davon ausgenommen, die sind nämlich gekennzeichnet.

Das hohe Gewicht des AXR100D deutet darauf hin, dass es sich hier um ein Gerät handelt, bei dem auf das klassische Schaltungskonzept gesetzt wird. Bis zu vier Lautsprecher, also zwei Paar, kann man an den Cambridge Audio anschließen. Beim Klang könnten die Mittelhochtöne zwar etwas differenzierter ausfallen, der gelungene Bassbereich macht das allerdings wieder wett.

Klassisches Design: Denon PMA-600NE

Klassisches Design

Denon PMA-600NE

Test: Denon Pma 600ne
Der Denon PMA-600NE kombiniert klassisches Design mit gewohnt tollem Klang und Bluetooth-Empfang.

Hinter dem klassischen Design des PMA-600NE von Denon verbirgt sich sehr moderne Technik. So kann man den Eingangswahl-Knopf nämlich beispielsweise nicht nur auf die koaxialen und optischen Digitaleingänge stellen, sondern auch auf »Bluetooth«.

Bedient wird der MPA-600NE mithilfe einer Fernbedienung, die als Signalgeber für mehrere Denon-Geräte fungieren kann. Der Lautstärkeknopf des Denon hat einen eigenen kleinen Motor, was ein nettes kleines Extra ist. Stellt man die gewünschte Lautstärke auf der Fernbedienung ein, dreht sich auch der Knopf entsprechend.

Um das Gerät ganz auszuschalten, gibt es vorne einen entsprechenden Schalter. Die Verarbeitungsqualität des Denon gibt keinen Grund zu meckern, sie bewegt sich auf einem sehr soliden Niveau. Zwar gibt es nur für ein Stereo-Paar Lautsprecher-Terminals, die sind dafür aber recht solide verarbeitet und auch dazu in der Lage, lose Kabel zu fassen.

Der Klang des PMA-600NE ist sehr präzise und sauber, Bässe kommen knackig und impulsiv rüber und so kann der Denon seine Dynamik auch auf sehr anspruchsvollen Lautsprechern zeigen. Für den von Denen für den PMA-600NE aufgerufenen Preis ist der Receiver üppig ausgestattet und klanglich vorzüglich aufgestellt.

Was gibt es sonst noch?

Der Yamaha WXA-50 wirkt unscheinbar und klein, dennoch hat er musikalisch und netzwerktechnisch einiges zu bieten. Dank praktischem Gehäuse kann man ihn hochkant und auch quer betreiben, zwei massive U-Schalen sind für den Hochkantbetrieb gedacht, dadurch bekommt er zusätzliche Standfestigkeit.

Das gesamte Gehäuse ist aus Metall. So werden Funkwellen abgeschirmt, man muss an die Rückseite eine Kombi-Antenne anschrauben. Die ist dann für Bluetooth und WLAN zuständig.

Mit dabei ist eine Fernbedienung, die hätten wir uns jedoch etwas hochwertiger gewünscht. Für die normale Bedienung von Bluetooth-Pairing, Lautstärke und Quellenwahl reicht es aus. Dafür gibt es aber kein Display, bei der Wahl der Quelle muss man sich also auf die unterschiedlichen Farben verlassen, in welchen die LED aufleuchtet. Auf der Fernbedienung haben die Tasten die gleichen Farben. Alternativ kann das Gerät mit der MusicCast App bedient werden.

Nötig ist das, wenn der kleine Vorverstärker ins Netzwerk eingebunden werden soll und dazu noch ein eventuell vorhandenes MusicCast-Multiroom-System. Bei uns klappte das erst nach ein paar Anläufen, anscheinend wird hier davon ausgegangen, dass die Kunden nur einfach strukturiertes WLAN haben. Wer jedoch aus verschiedenen Gründen ein komplexes Netzwerk hat, braucht dann mehrere Anläufe.

Danach kann es aber losgehen: Das Gerät klingt recht erwachsen. Man bekommt quasi eine dreidimensionale musikalische Bühne, Bühnentiefe und -breite sind gut definiert. Die Leistungsreserven sind erstaunlich, auch bei hohen Pegeln gerät das Gerät nicht an seine Grenzen und die Kontrolle übers Musikgeschehen wird behalten. Die Bluetooth-Verbindung ist stabil und weitreichend. Auch hier kann man die Leistungsfähigkeit von aptX Codec ausloten. Mehr Detailreichtum sowie Plastizität gibt es beim Klanggeschehen dank WLAN oder Übertragung per Draht. Kopfhörerbuchse und Phono-Eingang fehlen hier, dennoch bietet dieses Gerät mehr Ausstattung als der Sonos.

Das Gerät Sonos AMP ist der CONNECT:AMP-Nachfolger. Mit dem alten Gerät hatte man lange die einzige Möglichkeit, Passivboxen anderer Hersteller in eine Sonos-Infrastruktur einzubinden. Besonders erfolgreich war das Konzept aber nicht und andere Hersteller brachten auch Receiver oder Verstärker hervor, auch die wurden mit Netzwerk streamfähig und blieben nicht auf die Infrastruktur von Sonos beschränkt.

Nun aber ändert sich das mit dem Sonos AMP. Hier muss man sich für die Netzwerk-Einbindung noch immer registrieren, dafür dürfte er aber auch, Stereo-Enthusiasten die Streaming- und Multiroom-Thematik näherbringen. Somit können schon vorhandene Boxen bleiben, das ist gut, denn die sind immerhin teuer. Die Netzwerk-Boxen One des Herstellers Sonos klingen auch ganz gut, für Audiophile sind sie aber nichts.

Mittlerweile können auch Decken-In-Wall sowie Outdoor-Lautsprecher mit dem Gerät betrieben werden, maximal drei Paar davon gleichzeitig. Jedoch dürfen die Kabel dabei nicht zu lang sein, denn pro Kanal gibt es 135 Watt Leistung, die teilen sich aber bereits auf die angeschlossenen drei Lautsprecher auf.

Das Gerät kann per LAN-Kabel und per WLAN kommunizieren, bei einer komplexen Vernetzung bringt das Vorteile. Die Buchse dafür befindet sich an der Rückseite, dort gibt es auch einen analogen Eingang sowie den Subwoofer-Ausgang und sogar eine HDMI-Schnittstelle. So kann das Gerät gut mit einem Flachbildschirm gekoppelt werden und schon hört man den Sound des Fernsehers über die Lautsprecher und auf Wunsch auch über den Subwoofer.

Dafür gibt es aber kein Bluetooth. Nur über die Sonos App kann von Tablet oder Smartphone gestreamt werden. Bündig ins Gehäuse eingelassen sind die Lautsprecherterminals, das spart dann Platz in der Tiefe. Adapter für Kabelklemmen sind im Lieferumfang außerdem dabei.

Auch der mechanische Aufbau ist schnell erledigt. Die Sonos App hilft dann beim Einbinden ins Netzwerk. Hier muss man sich aber erstmal auf dem Server von Sonos registrieren. Auch hier haben wir mehrere Anläufe gebraucht, bis das Gerät dann endlich im Netzwerk hing, hat man ein einfacher strukturiertes Netzwerk, dürfte das, aber schneller gehen.

Dank der Funktionsvielfalt ist die Oberfläche ziemlich verschachtelt, man kommt damit nach einer gewissen Zeit aber gut zurecht. Mit nur einem Wisch kann man von Tidal zwischen dessen Oberfläche und der von Sonos wechseln, das finden wir praktisch. Vorne gibt es drei Touchflächen, über die kann das Gerät auch bedient werden, wenn es schnell gehen muss. Die zwei äußeren Flächen sind für die Lautstärke da, die mittlere für Stopp und Start. Eine Fernbedienung ist aber nicht dabei, dafür ist aber ein Infrarot-Empfänger verbaut, so lernt das Gerät zumindest, auch der Fernbedienung etwa des Fernsehers zu gehorchen.

Wir fanden den Klang sehr voluminös, zu sehr. Im Equalizer-Menü haben wir dann gesehen, dass standardmäßig anscheinend der »Loudness«-Schalter an ist. Den haben wir deaktiviert und dann die Klangteller auf die Mittelposition gebracht, nun spielt er gut und gibt Gas. Life-Aufnahmen wird Leben und Atmosphäre eingehaucht, und zwar bis zu höchsten Pegeln, ohne dass Verzerrungen hörbar wären. Eine Breit aufgestellte Bühne, jedoch ist die Positionierung von einzelnen Instrumenten nicht so exakt. Der große Vorteil dieses Geräts ist aber, dass hier nahtlos hochwertige Lautsprecher eingebunden werden können.

Beim Pioneer SX-N30AE handelt es sich um ein wahres Ausstattungswunder. Recht günstig ist er momentan auch.

Wenn man ältere HiFi-Komponenten hat, dann passt dieses Gerät mit seinem Design und den Abmessungen gut dazu. Außer dem CD-Spieler braucht man aber eigentlich nicht mehr so viele Zuspieler. Es gibt hier volle Netzwerk-Kompatibilität und außerdem einen Tuner. Der kann nur AM und FM.

Insgesamt wurden auch bei diesem Gerät Abstriche gemacht, das sieht man auch auf der Rückseite. Hier gibt es viele Schnittstellen. Für zwei Paar Lautsprecherterminals sowie einen Phono-Eingang jedoch, ist deren Eindruck nicht besonders solide im Vergleich zur Konkurrenz. Keine vergoldeten Cinch-Buchsen, das kann zu Korrosion und dadurch zu Kontaktproblemen führen. Auch die Lautsprecherterminals sind eher wacklig, vor allem wenn man wirklich vier Boxen anschließen möchte.

Jedoch treten diese Probleme entweder nur einmal in Erscheinung oder erst nach einigen Jahren. Ansonsten kann man das Gerät einfach auspacken, danach anschließen und sofort starten. Dann geht es etwa an die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, auch das geht schnell. Das Display lässt sich dreistufig dimmen, darauf werden Album und Titel angezeigt.

Die Bluetooth-Verbindung ist recht stabil, auch wenn hier kein aptX-Code für die Übertragung genutzt wird. Hochauflösende Audio-Dateien können somit nicht über Bluetooth gestreamt werden, hier sollte man stattdessen LAN oder WLAN nutzen, wenn die Qualität wichtig ist. Vorne gibt es auch eine USB-Buchse für Datensticks oder das iPad oder iPhone, Android geht hier aber nicht.

Von einer CD oder übers Netzwerk kann das Gerät das klangliche Potential, das in ihm steckt dann entfalten, zumindest bei moderater Lautstärke. Sind die Pegel höher, gibt es hörbare Verzerrungen, zunächst bei Flügel- oder Klaviermusik, dann kommt der Oberbass in den dröhnenden Bereich. Man hört, dass die Vorverstärker-Sektion am Limit ist oder das Netzteil zu knapp dimensionier ist.

Ansonsten haben wir aber nichts auszusetzen, das Gesamtangebot ist gut und passt auch zu vorhandenen Geräten.

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