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Plattenspieler im Test : Und sie dreht sich noch immer

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Update 22.10.2020

Plattenspieler liegen wieder voll im Trend. Ob eingefleischter Fan oder neuer Bewunderer von Schallplatten – auf den richtigen Plattenspieler kommt es an. Wir haben daher 32 Plattenspieler getestet, 16 mit digitaler Schnittstelle und 16 analoge Geräte.

Update 22. Oktober 2020

Wir haben weitere Plattenspieler getestet. Bei den Geräten mit digitalem Ausgang sind der TN-4D von Teac und der Blue Aura Blackline PG-1 neue Empfehlungen. Bei den analogen Modellen sind der CS 800 von Dual, der Music Hall mmf-3.3 und der Pro-Ject Debut Carbon Evo empfehlenswert.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Schallplatten erfreuen sich wieder größter Beliebtheit. Während andere Formate wie etwa die CD und auch das damals bahnbrechende MP3-Format kommen und gehen, gibt es die Schallplatte noch immer. Getreu dem Motto: Totgesagte leben länger.

Mit einer Schallplatte alleine ist es aber nicht getan, ein Plattenspieler muss her und der sollte nicht nur gut verarbeitet sein, sondern auch eine tolle Klangqualität haben. Ob digitale Schnittstelle oder voll analog – wir haben beide Varianten getestet und sagen Ihnen im Test, worauf es beim Kauf ankommt.

Plattenspieler mit digitaler Schnittstelle im Test

Wir haben 16 Plattenspieler getestet, die mindestens eine digitale Schnittstelle haben. Entweder haben sie einen USB-Anschluss oder sind WLAN- oder Bluetooth-fähig, auch eine Kombination von mehreren davon ist möglich. Die Geräte kann man dank WLAN oder Bluetooth einfach in die moderne HiFi-Welt integrieren, somit eignen sie sich auch für Neueinsteiger gut.

Aber auch für alle, die ihre Plattensammlung gerne digitalisieren wollen, ist ein integrierter Analog-/Digitalwandler und eine USB-Buchse praktisch.

Alle Testgeräte hatten einen integrierten Entzerrer-Vorverstärker, bei den meisten Receivern oder Verstärkern gibt es keinen Phono-Eingang mehr. Bei denen, die so etwas haben, kann man im Plattenspieler den Vorverstärker abschalten.

Offen für Upgrades: Thorens TD 202

Offen für Upgrades

Thorens TD 202

Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202
Der TD 202 bringt schon eine hervorragende Grundausstattung mit, ist aber auch für Upgrades offen und sieht obendrein sehr edel aus.

Der Thorens TD 202 steht seinen Vorgängern optisch in nichts nach, das liegt an der hochgebauten Zarge und den recht markanten Schaltern. Hier haben wir aber keine Konstruktion mit einem Sub-Chassis, stattdessen gibt es ein Brett-Laufwerk. In der Herstellung ist das günstiger und die Aufstellung ist auch leichter.

Dennoch ist das Gerät insgesamt hervorragend verarbeitet und sieht, auch dank schwarzer Hochglanzlackierung, gut aus. Voll montiert wird er nicht geliefert, Haube, Plattenteller, Gegengewicht und Headshell mit montiertem Tonabnehmersystem sind separat, aber gut gesichert mit im Karton. Jedoch bedeutet das auch erstmal Bastelarbeit, bis man dann endlich in den Musikgenuss kommt.

Dank guter Anleitung klappt der Zusammenbau ziemlich schnell, grundsätzlich gilt auch hier: »Geduld ist die Mutter der Porzellankiste«. Zeit und auch Muße braucht es schon.

Das Gegengewicht ist schon bald dort, wo es sein soll. Auch die Headshell inklusive schon montiertem Tonabnehmer-System ist gut angeschraubt. Der Teller ist aus dünnem Blech, im Rand davon ist ein Kabel eingeklebt. Das soll genug Masse bringen und dafür sorgen, dass der Teller dann, wenn er in Schwung gebracht ist, auch die Geschwindigkeit konstant halten kann. Auch soll er offenbar mechanisch beruhigt werden, da der Tonabnehmer seine Informationen nur aus der Plattenrille erhalten soll, ein Teller stört da nur, wenn er ein akustisches Eigenleben entwickeln sollte. Machen kann man das so, bei anderen Herstellern wird einfach anderes Material genutzt oder der Teller aus Metall ist massiver. Somit entstehen erst gar keine hörbaren Schwingungen.

Wie viele andere auch, hat dieses Gerät ein Steckernetzteil. An der Rückseite neben Buchsen für die Anschlüsse ist ein Netzschalter, den braucht man nur ein Mal, da man den Motor vorne über einen Schalter aus- oder einschaltet. Versenkt sind die Anschlussbuchsen kaum, somit sind sie gut erreichbar. Ein kleiner Schalter ermöglicht es, auszuwählen, ob von den Buchsen das schon verstärkte Signal ausgegeben werden soll oder vom Tonabnehmer direkt in die Phono-Buchse vom Verstärker. Das im Lieferumfang enthaltene Cinch-Kabel hat eine zusätzliche Ader für den Potentialausgleich zwischen Verstärker und Plattenspieler, so können potentielle Brummstörungen vermieden werden.

Außer dem Cinch-Kabel ist noch ein USB-Kabel dabei, denn das Gerät hat den passenden Ausgang. Man kann dort den PC anschließen, um die Platten zu digitalisieren. Aber leider ist keine Software mit dabei und auch auf die einschlägige Software-Lösung Audacity fehlt ein Hinweis. Die kann man unter anderem nutzen, um Schallplatten zu digitalisieren. Man kann natürlich auch einfach die Audio-Recording-Lösungen von MacOS oder Windows nutzen, die sind aber eher ausgerichtet auf Mikrofonaufnahmen, außerdem ist Audacity für alle Plattformen kostenlos verfügbar.

Nun wird der Tonarm ausbalanciert, die Auflagekraft mit Hilfe des Gegengewichts eingestellt und danach kommt die Antiskating-Einstellung dran. Hier wird die richtige Einstellung des Tonarms nur beschrieben, Bilder wie beim Yamaha gibt es dazu leider nicht. Aber auch so kann die Kombination von Tonabnehmer und Tonarm schnell richtig eingestellt werden. Der Anleitung gemäß soll das Gegengewicht auf zwei Gramm, das bedeutet eine Auflagekraft von 20 Millinewton, und die Antiskating-Vorrichtung auch auf diesen Wert eingestellt werden. Wir haben mit der Tonarmwaage gemessen und kamen auf fast zehn Prozent Abweichung, das ist wenig. Mit der Mess-Schallplatte wurde die perfekte Wirkung von der Antiskating-Vorrichtung auch bestätigt.

Dank zuverlässiger Angaben kann man neben der richtigen Justierung des Tonabnehmers, der dabei ist, auch Experimente mit weiteren hochwertigen Abnehmern wagen. Das muss aber nicht sofort sein, schließlich würden wir dieses Gerät nicht empfehlen, wenn wir etwas zu kritisieren hätten. Auch mit unserer Mess-Schallplatte haben wir die Abtastung gemessen, die ist über jeden Zweifel erhaben. Das wurde durch den Hörtest bestätigt und er hat auch noch weit komplexere Qualitäten von der Kombination Tonarm-Abnehmer zutage gefördert.

Thorens setzt hier auf AT95E von Audio-Technica. Kombiniert mit dem Gerät und richtig justiert schafft es die Nadel, aus der Rille feinste Klänge zu holen, sie reicht tief in den Basskeller, tiefer sogar als AT3600 aus gleichem Haus. Der Mittelhochtonbereich wird auch nicht vernachlässigt, er wird fein aufgelöst und vor allem Stimmen kommen so authentisch rüber. Die Klangbühne ermöglicht räumliche Tiefen- und Breitenstaffelung, fast punktgenau ist die Ortbarkeit von Interpreten und Instrumenten, so vergisst man schonmal, dass man sich eigentlich im heimischen Wohnzimmer befindet.

Ganz perfekt ist aber auch dieser Plattenspieler nicht. Wir vermissen etwas die Unterstützung für die Digitalisierung, hier könnte die Anleitung ausführlicher sein. Bei der Hardware wäre maximal das wenig gedämpfte Scharnier der Haube zu bemängeln, es schlägt fast ungebremst zu, wir hätten hier ein wenig mehr erwartet.

Gelungene Kombination: Teac TN-4D

Gelungene Kombination

Teac TN-4D

Test Und sie dreht sich noch immer: Teac TN-4D
Der Teac TN-4D ist hochwertig verarbeitet und absolut problemlos bei der Erstmontage und im Alltagsbetrieb.

Im TN-4D von Teac ist ein Direktantrieb verbaut. Dieser machte es bei der Erstmontage lediglich nötig, den Plattenteller auf die Achse des Motors zu stecken. Um die erste Schallplatte darauf abzuspielen, musste dann nur noch die Filzmatte verlegt und der Tonabnehmer richtig eingestellt werden. Beim Tonabnehmer handelt es sich – ganz untypisch für Teac – um einen Sumiko Oyster. Der japanische Hersteller fungiert wegen seiner geringen Stückzahlen recht selten als Erstausstatter, in diesem Fall hat es sich aber gelohnt.

Dank des integrierten Phono-Vorverstärkers kann man den Teac direkt an den AUX-Eingang, beispielsweise einer Hihi-Anlage, anschließen. Auf Wunsch ist es auch möglich, diesen internen Vorverstärker zu umgehen – ein Tastendruck reicht hierfür bereits aus, um die Arbeit an ein externes Gerät weiter zu leiten. Zum Digitalisieren der Schallplattensammlung gibt es einen USB-Port, ein entsprechendes Kabel wird vom Hersteller allerdings nicht mitgeliefert.

Nach sorgfältiger Justierung konnte man dem Plattenspieler mit dem Sumiko-Tonabnehmer einen präzisen Bass entlocken, der zudem leicht federnd daher kam. In puncto Räumlichkeit musste sich der Plattenspieler lediglich gegenüber deutlich kostspieligeren MC-Tonabnehmern geschlagen geben, welche auch im Mittelhochton-Bereich etwas offener und luftiger klangen. Für den aufgerufenen Preis macht der Teac TN4D seine Sache allerdings richtig gut.

Luxusgerät: Cambridge Audio Alva TT

Luxusgerät

Cambridge Audio Alva TT

Plattenspieler Test: Alvatt
Der Alva TT hat ein edles, schweres Laufwerk – die Kombi aus Tonarm und Tonabnehmer funktioniert prächtig.

Einen Brettspieler kann man den Cambridge Audio Alva TT kaum nennen, auch wenn dieses Konstruktionsprinzip hier gilt. Jedoch zählt er durch seine hohe Masse, durch die die störenden Schwingungen gedämpft werden, eher zu einer Mischform aus Brett- und Masselaufwerk.

Bestückt ist er mit einem Rega-Tonarm, dem RB330. Dieser zeichnet sich aus durch minimalste Lagertoleranzen, außerdem schluckt er fast alle hörbaren Resonanzen, welche es beim Abtasten der Platte geben kann. Direkt vom Motor, somit ohne Riemen, wird der schwere Plattenteller angetrieben. Gemeinsam mit der Zarge, die ebenfalls recht schwer ist, wiegt das Gerät dann stolze 11 Kilo.

Ein Gerät mit solcher Masse kann von außen auch nur schwer aus der Ruhe bzw. zum Schwingen gebracht werden, so kann auf entkoppelte Schwingfüße weitestgehend verzichtet werden. Ganz tut er es aber nicht, unten gibt es zwei dicke Gummistreifen, darauf steht der Plattenspieler.

Dank Direktantrieb ist der Zusammenbau einfacher als beim Riementriebler, dennoch sollte man durch das hohe Gewicht genug Zeit einplanen. Eine sehr akkurate Montage wird auch hier mit tollem Musikerlebnis belohnt.

Nur der Tonarm von Rega braucht eine Sonderbehandlung. Er hat keine Skala fürs Justieren der Auflagekraft, man nutzt hier die Tonarmwaage, die mit dabei ist. Danach geht alles wie immer: den Tonarm ausbalancieren, die Waage platzieren, vorsichtig die Nadel mit dem Tonarmlift auf die Waage senken. Nachdem das Gegengewicht eingestellt ist auf zwei Gramm, also etwa 20 Millinewton, und auch die Anti-Skating-Vorrichtung, kann der Musikgenuss beginnen.

Vorher muss man den Plattenspieler aber an die HiFi-Anlage anschließen, entweder nutzt man eine Cinch-Buchse oder per Bluetooth. Das Gerät hat einen Hochpegel-Ausgang, einen eingebauten Phono-Vorverstärker, der sich nicht umgehen lässt. Bei Signal-Verarbeitung vom Tonabnehmer wird auf eigene Technik gesetzt, hier gibt es vom Solo eine Einbauversion, der hat auch als Einzelgerät einen guten Ruf.

Beim Tonabnehmer halten sie sich bedeckt, auf jeden Fall wird hier ein MC-System (Moving Coil) eingesetzt, jedoch eines mit hoher Ausgangsspannung mit zwei Millivolt, man kann also stattdessen auch ein MM-System oder ein anderes High-Output-System einsetzen. Das ist bei der Ersatzbeschaffung wichtig, denn die Nadel kann beim MC-System nicht separat gewechselt werden.

Als Upgrade ist das aber fast nicht nötig, denn der Alva MC spielt schon hervorragend auf. Wie bei den MC-Systemen üblich, löst er deutlich feiner auf als MM-Systeme. Wir finden die räumliche Wiedergabe toll, wenn sie auch auf der Platte richtig konserviert ist.

Auch Bluetooth ist mit dabei, das ist auch noch mit aptX HD kompatibel, so wird das Musik-Signal exakt abgetastet und auch sauber vorverstärkt in beinahe verlustfreier Qualität auch drahtlos übertragen.

Multiroom und WLAN: Yamaha MusicCast Vinyl 500

Multiroom und WLAN

Yamaha MusicCast Vinyl 500

Plattenspieler Test: Musicast Vinyl
Der MusiCast Vinyl 500 ist einer der ersten Plattenspieler mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten. Bluetooth ist ohnehin integriert.

Mit dem Yamaha MusiCast Vinyl 500 bekommt man, soweit wir das wissen, den ersten Plattenspieler, der per WLAN oder LAN ins Netzwerk eingebunden werden kann. Er sieht dabei aber noch immer wie der klassische Plattenspieler aus, die Optik finden wir toll.

Beim polierten Plattenteller gibt es vier Bedientasten, die sind in Silber von der Zarge abgesetzt, ebenso vom schwarzen Tonarm. Headshell und Tonabnehmer sind schon vormontiert, sie liegen separat im Paket, ebenso Plattenteller, Haube und Gegengewicht. Schnell geht das Zusammensetzen dank bebilderter und ausführlicher Anleitung. Die hilft auch beim Justieren weiter und ist auch für Neulinge eine große Hilfe.

Laut Anleitung stellt man das Gegengewicht ein auf 3,5 Gramm, Abweichungen lagen bei höchstens zehn Prozent. Bei der Antiskatingeinstellung sieht es etwas anders aus, hier muss auf der Skala vier gewählt werden, nur dann wird die Nadel in der Spur gehalten. Die Abtastung bleibt auch dann noch im grünen Bereich, erstmal geht es aber noch an die Vernetzung.

Von weiteren Yamaha-Geräten dürfte die MusicCast App schon bekannt sein, man lädt sie aufs Smartphone, startet sie und drückt zugleich die »Connect«-Taste des Plattenspielers. Das geht in einfacher Netzwerkumgebung schnell, sind die Strukturen komplexer, kann das Ganze aber schon zur Geduldsprobe werden. Yamaha scheint das zu wissen, denn zusätzlich gibt es noch eine LAN-Buchse. Wir hätten uns auch noch eine Endabschaltung gewünscht, die am Ende die Nadel von der Platte hebt und bzw. oder auch den Plattenteller anhält.

Durch die Bluetooth-Schnittstelle kann man die Musik von der Schallplatte aufs Handy oder auch einen anderen Bluetooth-Empfänger streamen. Man kann das Smartphone aber auch einbinden, um Zugang zum MultiCast Netzwerk zu erhalten, wenn der Verstärker keine Bluetooth-Schnittstelle hat.

Eine USB-Schnittstelle fehlt dagegen, hier wäre nur ein Umweg über das Netzwerk möglich.

Der Plattenspieler kann aber auch ganz normal arbeiten, zuschalten lässt sich ein Entzerrer-Vorverstärker, für uns das Setup zur Beurteilung des Klangs.

Uns hat dieser Plattenspieler direkt überzeugt, satter schwarzer Bass, brillante Höhen und Mitten. Was will man mehr? Eine angenehm breit aufgestellte musikalische Bühne mit guter Tiefenstaffelung. Aber da ist auch noch Luft nach oben und zwar überall. Bei der Ausstattung wurden Abstriche gemacht, denn die Ausstattung mit WLAN, LAN und Bluetooth kostet.

Für Einsteiger: Blue Aura Blackline PG-1

Für Einsteiger

Blue Aura Blackline PG-1

Test: Blueaura Pg
Der Blackline PG-1 ist sehr gut verarbeitet und hat ein integriertes Bluetooth-Modul. Er ist ausgesprochen günstig.

Der Blue Aura Blackline PG-1 ist im Vergleich zu den vielen alten Hasen im Testfeld ein ziemlicher Neuling am Markt. Er bietet für einen Kampfpreis von weniger als 400 Euro nicht nur einen integrierten Phono-Vorverstärker, sondern auch ein Bluetooth-Modul, mit dem sich die Musik direkt an den nächsten Bluetooth-Lautsprecher weiterleiten lässt. Eine schwarze Hochglanzlackierung verleiht dem Plattenspieler eine hochwertige Optik. Diese wird von Tonarm und Plattenteller zusätzlich unterstrichen, die zudem sehr gut verarbeitet waren, beide wiesen keinerlei Spiel auf. Man muss allerdings wissen, dass die Headshell und das Tonarmrohr ein Bauteil sind.

Das Tonabnehmersystem des Blue Aura kommt aus dem Hause Audio-Technica und ist auch in anderen Plattenspielern dieser Preisklasse im Einsatz. Für Audiophile, denen die Qualität des Tonabnehmers nicht ausreicht, besteht zudem die Möglichkeit, einen hochwertigeren Tonabnehmer nachzurüsten. Im Lieferumfang ist eine Schablone enthalten, die den Einbau erleichtert.

Das Verbinden via Bluetooth hat im Test gut funktioniert. Schaltet man den Plattenspieler ein, blinkt eine LED auf, um den Pairing-Modus anzuzeigen. Hochwertige Übertragungsstandards, wie beispielsweise den aptX-Codec, beherrscht der Plattenspieler allerdings nicht. Sollte sich kein Empfangsgerät in seinem Umfeld befinden, wird Bluetooth wieder abgeschaltet

Klanglich hat uns Blue Aura gut gefallen, lediglich die Tiefbasswiedergabe war ein wenig zu fett und trat im Vergleich zur teils deutlich teureren Konkurrenz weniger konturiert auf. In Summe sehen wir im Blackline PG-1 eine gute Grundlage für den Einstieg in das Vinyl-Vergnügen.

Was gibt es sonst noch?

Der Teac TN-3B wirkt erstmal überaus edel, das bestätigt auch die Haptik. Grund dafür ist das saubere Oberflächen-Finish von Tonarm und Zarge und auch die fünf Kilo Gewicht. Das wirkt vertrauenerweckend. Das Gerät steht auf den vier Füßen sicher, die entkoppeln ihn vom jeweiligen Untergrund und somit auch von unerwünschten Schwingungen.

Konstruiert ist er als Außenläufer, soll heißen der Antriebsriemen läuft um den Plattenspieler und auch die Motorachse außen herum, die Achse ragt außerhalb des Tellers aus der Zarge. Beim Zusammenbauen scheint das auf den ersten Blick komfortabel zu sein, immerhin erspart das Fummelei, wenn man den Antriebsriemen nicht innen um Motorachse und Plattenteller schlingen muss. Jedoch ragt der Motor jetzt auch aus dem Gehäuse ungeschützt heraus.

Somit wird, nachdem der Antriebsriemen aufgelegt ist, die Metallkappe über den Motor gestülpt und nun kommt nicht mehr an Staub hin, als ragte er unter dem Teller aus der Zarge. Die Geschwindigkeit wird hier nicht durch das Umlegen des Antriebsriemens gewechselt, sondern durch einen Umschalter.

Ansonsten ist der Zusammenbau ähnlich schwer oder einfach wie bei anderen Geräten mit diesem Konstruktionsprinzip. Headshell samt montiertem Tonabnehmer-System, Gegengewicht und Scharniere und Haube sind jeweils einzeln verpackt und man muss alles nur noch zusammenstecken. Den Tonarm bringt man mit der angeschraubten Headshell und dem aufgesteckten Gegengewicht in Balance, danach stellt man ihn auf die zwei Gramm Auflage ein. Die Anti-Skating-Einstellung sollte in etwa den gleichen Wert haben, ihre Bandbreite ist aber geringer als bei den anderen Tonarmen.

Nach dem Justieren nachgemessen mit der Tonarmwaage ergeben sich keine Abweichungen beim Auflagegewicht, die messbar wären. Das spricht dafür, dass der Tonarm präzise gefertigt ist. Somit klingt auch die Kombination von perfekt justierten Tonarm und neuem Tonabnehmer von Audio-Technica gut. Tiefer Basskeller bis höchste Höhen, die Nadel schafft es, beinahe alles aus den Rillen zu saugen. Auch die räumliche Abbildung klappt gut.

Im direkten Vergleich mit den teuren MC-Systemen müssen natürlich Abstriche gemacht werden, etwa bei der Auflösung vom Mittelhochton-Bereich und der räumlichen Abbildung. Tiefbass ist kein Problem, auch andere Unterschiede merkt man eigentlich nur im direkten Vergleich. Für die Digitalisierung gibt es auch beste Voraussetzungen, sofern man darauf Wert legt.

Der Teac TN-3B ist definitiv eine Bereicherung für die Musikanlage, klanglich wie auch optisch. Für diesen Preis sind die Komponenten-Auswahl und Verarbeitung erstaunlich, wir finden, der Kauf lohnt sich definitiv.

Der Audio-Technica AT-LP120USBHC wiegt mit zehn Kilo einiges, hier merkt man, dass man es mit dem Arbeitsgerät eines DJs zu tun hat. Mit diesem Gerät hat Audio-Technica dem Klassiker Technics SL 1200 ein preiswerteres Gerät entgegenzusetzen. Das dürfte Hobby-DJs freuen.

So kann man zwei veritable Plattenspieler kaufen und kommt damit preislich noch immer nicht in die Nähe eines einzigen Technics.

Der Eindruck ist schon durch das hohe Gewicht solide. Separat verpackt sind Headshell samt System, Gegengewicht, Plattenteller und die Haube, all das muss erst montiert werden. Sogar die Lampe für die Landingzone-Beleuchtung kommt in einer steckbaren Ausführung.

Was beim Zusammenbau auffällt: Das Gerät hat Antriebsriemen, außerdem ragt nirgends der Pulley des Motors aus der Zarge. Dieser Plattenspieler wird direkt angetrieben, soll heißen man setzt ihn direkt auf die Motorachse. Und das aus gutem Grund: so lassen sich im Gegensatz zum Riemenantrieb kurze Brems- und Beschleunigungszeiten realisieren. Nach dem Zusammenbauen sehen wir das: in unter einer Sekunde beschleunigt er auf die Solldrehzahl, ebenso schnell bremst er auch wieder ab. Außerdem hängt er auch fast am Gas, wenn man die Geschwindigkeitseinstellung, soll heißen den Schieber für die Pitch-Control, betätigt, die rechts  vom Tonarm ist. Wahlweise kann die Geschwindigkeit um +/- 16 oder +/- 8 Prozent variieren, per Tastendruck.

Der optischen Geschwindigkeitskontrolle dient eine Stroposkopanzeige am Plattenteller, an dessen Rand sind hier nur zwei Stroposkopreihen angebracht, eine für 45 und eine weitere für 331/3 Umdrehungen. Das Gerät ist übrigens nur auf 50 Hertz ausgelegt.

Abgesehen davon sind hier auch Gegengewicht und Headshell separat untergebracht, man muss beides montieren und einstellen. Das Gegengewicht stellen wir ein auf zwei Gramm, danach messen wir etwa zehn Prozent Abweichung. Es gibt eine breite Skala zur Antiskating-Einstellung, aber auch dort ist der Wert zwei etwas zu hoch, das kann man aber ohne Probleme korrigieren.

Die Lampe zum Ausleuchten der Landezone von der Nadel kann auf eine abgewandelte Cinch-Buchse gesteckt werden, sie lässt sich recht genau in die passende Position drehen oder in der Höhe variieren. Somit ist der Arbeitsbereich perfekt beleuchtet, man kann die Lampe aber auch einfach weglassen, wenn man sie nicht braucht.

Das Klangpotential übersteigt den DJ-Betrieb bei weitem, hier ist auch das AT95 montiert. Das ist für das Scratching robust genug und garantiert auch tollen Klang. Die Tonarm-Tonabnehmer-Kombination ist gut gelungen, auch klanglich muss sich dieses Gerät nicht verstecken. Auch Klassik-Schallplatten werden hervorragend abgespielt. So empfehlen wir ihn guten Gewissens und das nicht nur für Hobby-DJs.

Hierzulande kennen den BC Acoustique TD 922 nicht viele, er punktet vor allem mit der Übertragung über Bluetooth, offiziell auch mit aptX Unterstützung. Für die USB-Buchse liegt ein Kabel bei, außerdem sogar noch eine CD mit Audacity Software für das Digitalisieren von Schallplatten. Über die Sensortasten erfolgt beinahe die gesamte Bedienung. Für Schellack-Platten eignet sich eine Geschwindigkeit von 78 Umdrehungen in der Minute, das wird hier auch geboten. Damit man die Platten auch abspielen kann, wechselt man zunächst den Tonabnehmer, denn bei den Schellacks ist die Rille gröber geschnitten als bei den Vinyl-Platten, ohne Wechsel würde die Nadel ziemlich verschleißen.

Das Gegengewicht kann recht fein justiert werden, dafür aber kaum die Antiskating-Vorrichtung. Mit anderen Tonabnehmern kann man daher kaum experimentieren. Hier gibt es gedämpfte Scharniere an der Haube, diese wird dadurch in fast jeder Position gehalten und das Herabsinken auf die Zarge erfolgt sanft.

Der Medion E65138 USB ist der Zwilling vom Dual DT 210 USB. Hier wird auf Audacity verwiesen und außerdem auch auf den Softronic Free MP3 Soundrecorder, der ebenfalls frei ist. Wir finden das aber keine besonders gute Lösung.

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