Test: Multiroom System Sonos Play 5s

Multiroom-Systeme im Test : Beschallung im ganzen Haus

von
Veröffentlicht 25.03.2020

Möchte man zuhause in vielen Räumen Musik hören, so ergibt es Sinn, sich einige Lautsprecher desselben Herstellers zu kaufen und diese zu einem Multiroom-System zu verbinden. Das vereinfacht nicht nur die Steuerung, sondern bietet auch einige interessante Funktionen.

Stefan Schickedanz
Stefan Schickedanz
ist Hifi-Experte und Autonarr. Er schreibt unter anderem für Fachmagazine wie AUDIO, VIDEO, StereoPlay und LowBeats.

Heutzutage, wo kaum noch jemand Plattenspieler, Kassettendecks oder CD-Spieler nutzt, sieht man auch immer seltener einen klassischen HiFi-Turm mit zwei Stereo-Lautsprechern. Die meisten hören Musik auf Ihren Smartphones und mit Online-Streamingdiensten, die sie direkt und kabellos an die Boxen bringen möchten. Die stehen mittlerweile nicht mehr nur im Wohnzimmer, sondern verteilen sich auf das ganze Haus. Ein Multiroom-System bietet dann viele Zusatzfunktionen und erleichtert die Bedienung verschiedener Boxen im Haus erheblich – ganz egal wo sie stehen und ob es sich um Standboxen oder mobile Boxen handelt.

Im Multiroom-System ist es möglich, einfach per Smartphone Musik auf allen Boxen im Haus gleichzeitig abzuspielen. Das lädt dazu ein, mehr Musik zu hören, und überraschenderweise wirkt Musik viel weniger aufdringlich, wenn sie im ganzen Haus läuft. Natürlich muss man nicht immer das komplette System nutzen – alle im Haus befindlichen Lautsprecher funktionieren auch einzeln. Daher kann man klein anfangen und mit der Zeit dann je nach Belieben weitere Boxen zum Multiroom-System hinzufügen.

Die Technologie von Multiroom-Systemen ist noch recht neu, was es nicht unbedingt leichter macht, sich für einen Hersteller zu entscheiden. Als Übertragungsmethoden auf die verschiedenen Lautsprecher sind momentan Bluetooth aptX und WLAN die beiden gängigen Optionen. Außerdem mussten sich die Hersteller darauf einstellen, dass mittlerweile verschiedene Streamingdienste ähnlich populär sind: Hier hatte Spotify lange Zeit eine Vormachtstellung, inzwischen haben aber etwa Deezer, Google Play Music, Apple Music und Amazon Prime Music stark aufgeholt.

Mit Trueplay: Sonos

Multiroom-System Test: Sonos System (1)

Mit einer praktischen, herstellereigenen Funktechnologie hebt sich Sonos von der Konkurrenz ab. Normalerweise breitet sich WLAN direkt vom Router aus, bei Sonos aber fungiert jeder ins System eingebundener Lautsprecher als WLAN-Repeater und sendet somit das Signal an die nächste Komponente weiter. Das ist vor allem von Vorteil, wenn das WLAN nicht in alle Zimmer des Hauses reicht. Im Sonos-System kann man so auch dort noch Musik abspielen, wo eigentlich kein Signal mehr hinkommt. Dazu muss allerdings mindestens einer der Lautsprecher per Netzwerkkabel am Router hängen.

Anfangs funktionierte das Ganze nur mit der Sonos-App. Ohne die konnte man beispielsweise Musik von Apple Music auf einem iPhone nicht über das Sonos-System abspielen. Das ist mittlerweile glücklicherweise kein Problem mehr für Apple-Nutzer, da Sonos nun auch den Apple-Übertragungsdienst AirPlay 2 unterstützt.

Um den Klang seiner Boxen zu optimieren, setzt Sonos auf die Trueplay-Funktion. Hat man ein iPhone oder ein iPad, so kann man die Boxen auf den jeweiligen Raum einmessen. Dafür läuft man mit dem iPhone durch den Raum, während die Box Test-Sounds abspielt. Das Handy erhebt dann Daten zur Raum-Akustik, die vom Lautsprecher weiterverarbeitet werden. Die Veränderung ist letztendlich nicht weltbewegend, aber doch merklich. Mit Android-Geräten geht die Einmessung leider noch nicht. Übrigens lassen sich außer der Soundbar und der Soundbase alle anderen Sonos-Boxen auch als Stereo-Lautsprecherpaare kombinieren.

Alle bisherigen Sonos-Boxen können via Amazon Echo und Echo Dot mit der Sprachassistentin Alexa gesteuert werden. Das reicht Sonos aber noch nicht: Auch Google Assistant wird mittlerweile unterstützt, zumindest für die Lautsprecher Sonos One und Sonos Beam, oder aber für ein im System befindliches Google-Home-Produkt. Damit ist Sonos der einzige Hersteller, bei dem zwei verschiedene Sprachassistenten zur Auswahl stehen. Man kann dann sogar für jede einzelne Box einen eigenen Sprachassistenten nutzen. Diese Flexibilität kommt sicherlich vielen Usern sehr entgegen.

Hörtest

Klanglich sind die Lautsprecher von Sonos durch die Bank gut, aber nicht die allerbesten in unserem Test – hier haben Bose und Harman noch leicht die Nase vorn. Einzig die Sonos Play:5 spielt in deren Liga.

Bester Klang

Sonos Play:5 I

Test Multiroom-Systeme: Sonos Play:5 I
Tiefer, satter Bass, ausgewogene Mitten und funkelnde Höhen aus einem kompakten Gehäuse. Da drückt man beim Preis gerne ein Auge zu.

von 148 Lesern gekauft

Die Play:5 braucht nicht einmal die Raumkorrektur, um die anderen Sonos-Lautsprecher auszustechen. Gerade für das eigentlich kompakte Gehäuse überzeugt sie mit Dynamik und sattem Bass. Aber auch im Mittelhochtonbereich arbeitet die Play:5 sehr ausgewogen. Insgesamt wirkt sie einfach spritziger und differenzierter als die anderen Sonos-Boxen.

Gut im Doppelpack

Sonos Play:1

Test: Multiroom-System: Sonos Play:1
Die Monolautsprecher lassen sich als Stereopaar koppeln.

von 543 Lesern gekauft

Play:1-Boxen paart man am besten. In Kombination mit dem Subwoofer entsteht ein wirklich beeindruckender Klang, der sogar Bose übertrumpft.

Fürs Heimkino

Sonos Sub Wireless

Test: Multiroom-System: Sonos Sub Wireless
Für ein top Musikerlebnis unerlässlich: der Subwoofer von Sonos.

Ähnliches gilt für die Soundbar Playbar. Entweder mit einer Play:5 oder sogar mit zwei Play:1-Boxen inklusive Subwoofer gepaart, sorgt die Playbar für dynamischen, räumlichen Sound.

Klanggewaltig

Sonos PlayBase

Test Multiroom-System: Sonos PlayBase
Nicht ganz billig, aber jeden Cent wert.

Keine Preise gefunden.

Die PlayBase kommt in unauffälligem Design daher und ist auch als Basis für große Flatscreens geeignet. Das große Volumen der PlayBase wird schön ausgenutzt und sorgt für einen so kräftigen Bass, wie man ihn eigentlich nur bei Standboxen erlebt. Einen zusätzlichen Subwoofer braucht man daher wirklich nicht. Stimmen wirken sehr natürlich, die Höhen sind schön spritzig. Damit ist die klanggewaltige PlayBase jeden Cent ihres doch recht teuren Preises wert.

Mobil

Sonos Move

Multiroom-System Test: Sonos Move
Satter und dynamischer Sound, mit guten Höhen. Dank eingebautem Akku und IP56-Schutz auch für den Einsatz außerhalb der Wohnung geeignet.

Der erste kabellose, Bluetooth-fähige Lautsprecher aus dem Hause Sonos ist der Sonos Move. Er soll möglichst mobil sein und besitzt daher einen Akku, der über einen ans Netzteil angeschlossenen Ring geladen wird. Das ergibt dann nahezu zehn Stunden Spielzeit.

Da der Sonos Move im unteren Bereich gegen Wasser und Schmutz geschützt ist, eignet er sich ideal für das Bad oder den Garten. Für einen mobilen Lautsprecher ist er mit 3 Kilo allerdings relativ schwer und recht sperrig. Daher ist er besser auf der heimischen Terrasse als in der Reisetasche aufgehoben.

Als sehr klangkräftige Box fällt es nicht schwer, auch große Zimmer zu beschallen. Dabei werden Stimmen natürlich und unverzerrt wiedergegeben, Höhen sind klar aufgelöst. Bässe wirken wegen der automatischen Loudness ziemlich üppig und überzeugen mit gutem Timing. 

Multiroom-System Test: Sonos Event Move
Das Design ist schlicht und modern. Der Sonos Move fügt sich gut ins Interieur ein.

Wer gerne eigene Musik vom Handy direkt über die Sonos Controller App abspielen möchte, wird leider enttäuscht. Inzwischen hat sich Sonos nämlich auf AirPlay 2 spezialisiert. Wenigstens Streamingdienste wie Spotify sowie die verfügbaren Sprachassistenten kann man noch mit dem Controller verknüpfen.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung. Die Kennzeichnung der oben angebrachten Touchfläche ist etwas missverständlich, da es passieren kann, versehentlich zum nächsten Titel zu springen. Auch nicht ganz ideal ist der Umschaltknopf zwischen WLAN und Bluetooth, der sich auf der Rückseite befindet.

Unterm Strich ist der Sonos Move aber ein sehr guter, mobiler Lautsprecher für die eigenen vier Wände. Dort ist er vielseitig einsetzbar und klingt dabei auch noch stark. Preislich bewegt er sich absolut im Rahmen.

Mit Alexa

Sonos One

Auch bei Sonos ist nun die Sprachsteuerung von Alexa eingezogen.

Keine Preise gefunden.

Der Sonos One ähnelt sehr dem Play:1, hat aber weibliche Unterstützung bekommen, nämlich von Alexa. Die ist perfekt in die Bedienung eingebunden und macht die Sonos App damit überflüssig. Eigentlich sollte man den Sonos One sogar über den Amazon Echo oder Echo Dot steuern können, das funktionierte allerdings in unserem Test nicht. Gerade beim Klang fallen starke Parallelen zum Play:1 auf. Hier hat Sonos höchstens ein wenig Feinschliff betrieben, ansonsten sind die beiden Boxen, kaum zu unterscheiden.

Wie bereits angedeutet hat die herstellereigene Sonos-App mittlerweile ihre einstige Wichtigkeit verloren. Stattdessen hat man sich anderen Übertragungstechnologien geöffnet, allen voran AirPlay 2. Zumindest von Apple-Geräten kann man so etwa Musik von YouTube direkt auf die Lautsprecher streamen. Im Test kam es dabei zu leichten Zeitverzögerungen zwischen den einzelnen Boxen, die sich aber mit einmal stoppen und wieder starten beheben ließen.

Multiroom-System Test: Airplay 2
Mit AirPlay 2 kann man neuere Sonos-Lautsprecher direkt über iOS ansprechen.

Sogar ältere Sonos-Boxen sind in der Lage, über AirPlay 2 Musik zu streamen. Voraussetzung dafür ist, dass sie per Sonos-App mit einem AirPlay 2-kompatiblen Modell gepaart werden.

Wer auf AirPlay-Übertragung setzt, kann außerdem die Sprachsteuerung Siri nutzen. Dafür muss man vorher jedoch per Apple Home-App die Lautsprecher den einzelnen Räumen zuweisen. Dann ist es sogar möglich, per Sprachbefehl einzelne Lautsprecher in bestimmten Räumen anzusteuern – Alexa kann das nicht. Allerdings kann Siri wiederum keine Songs über Spotify starten, sondern nur über die Apple Music-App. Hat man in Spotify manuell Musik angemacht, kann Siri immerhin deren Lautstärke regeln und zum nächsten Song springen.

Multiroom-System Test: Sonos Lifestyle Rgb Small Kitchen One White1
Der Sonos One ist dezent und wertet die Einrichtung auf moderne Art auf.

Für Apple-Geräte ist man bei Sonos also gut gewappnet. Android-Nutzer haben es dagegen weiterhin schwerer. Übertragung über Google Chromecast gibt es schließlich noch nicht, wenigstens kann man sich noch auf die Sonos-App sowie die Streamingdienste wie Google Music, Spotify und Co. verlassen.

Box und Einrichtungsgegenstand: Ikea Symfonisk

 Multiroom-System Test: Symfonisk Ikea

Sein ohnehin schon riesiges Angebot hat Ikea nun um zwei WLAN-Lautsprecher erweitert, die natürlich nebenbei auch als Einrichtungsgegenstand fungieren. Dabei kommt den Schweden die Kooperation mit Sonos zugute. Die Idee, Musikbox und Accessoire in einem zu bieten, erweist sich als ziemlich clever und kostet den Nutzer nicht einmal besonders viel.

Zunächst wäre da der Symfonisk-Regal-Lautsprecher. Wie der Name schon sagt, bekommt man hier Lautsprecher und Regal in einem. Indem man die Box an die Wand hängt, bietet sie nämlich selbst eine kleine Stellfläche. Für nur 99 Euro bekommt man also nicht nur einen schönen Lautsprecher, sondern auch ein schickes Accessoire, das den Raum durchaus aufwertet.

Lautsprecher und Lampe in einem bekommt man mit der Symfonisk-Tischlampe. Seitlich unten am Stoffbezug befindet sich ein Drehschalter, mit dem man die Lampe einschaltet. Am Sockel findet man drei Tasten, die für Lautstärke, Start und Stopp zuständig sind. Mit 180 Euro ist sie zwar um einiges kostspieliger als der Regal-Lautsprecher, bleibt aber immer noch weit unter den günstigsten Sonos-Boxen.

Bei der Bedienung fällt die Partnerschaft mit Sonos auf: Man benutzt nämlich die originale Sonos-App, was aber auch heißt, dass die Ikea-Boxen nicht zwingend ihr eigenes Multiroom-System bilden müssen, sondern sogar einfach in ein bestehendes Sonos-System integriert werden können.

Wie bei Sonos kann man auch die Ikea-Boxen mit TruePlay an den Raum einmessen lassen. Danach klingt der Bass konturierter, während Mitten und Höhen ausgewogener wirken. Durch die automatische Loudness-Korrektur kommt der Sound insgesamt kräftiger rüber.

Hörtest

Zum an die Wand hängen

Ikea Symfonisk Regallautsprecher

Im Hörtest des Symfonisk Regal-Lautsprechers überfordert die Loudness-Korrektur den Tieftonbereich ein wenig, was gerade bei bassintensiven Hip-Hop-Tracks auffällt. Hier empfiehlt es sich, die Loudness manuell zu deaktivieren.

Ansonsten wirkt sich die Loudness aber absolut positiv auf den Klang aus. Gerade für seinen Preis klingt der Symfonisk erstaunlich homogen. Dabei ist er auch noch ziemlich dynamisch und hat keine Probleme, ein normalgroßes Wohnzimmer zu beschallen.

Insgesamt erinnert die Klangabstimmung an die Vorbilder aus dem Hause Sonos. Kleine Schwächen im Bass sind gut verkraftbar, wenn man bedenkt, dass man hier weniger als die Hälfte als etwa für eine Sonos One zahlt.

Laut und leuchtend

Ikea Symfonisk Tischleuchte

Die Symfonisk-Tischleuchte ist fast doppelt so teuer wie der Regal-Lautsprecher, was zum einen daran liegt, dass man den Leuchtkörper mitbezahlt. Zum anderen arbeitet hier der Bass vergleichsweise sauberer und differenzierter. Es gibt aber auch hier leichte Schwächen, nämlich bei manchen Frauenstimmen: Die wirken anfänglich zwar sehr klar, bei längerem Hören jedoch etwas vorlaut und näselig. Alles in allem wirkt der Sound daher nicht so ganz in sich stimmig wie der des Regal-Lautsprechers.

Vom runden Korpus der Symfonisk-Tischleute mag man aufgrund der Bauweise 360-Grad-Klang erwarten. Den bekommt man leider nicht, da der Lautsprecher doch auffällig gebündelt nach vorne abstrahlt. Das fällt besonders auf, wenn man sich nicht mehr mittig vor der Box befindet.

Als besonderes Accessoire macht sich die Tischleute natürlich dennoch sehr gut. Legt man aber mehr Wert auf Klangqualität, so macht der Regal-Lautsprecher im Preis-Leistungs-Verhältnis eine bessere Figur.

Bedienung

Gerade beim günstigeren Lautsprecher fällt doch auf, dass an der Verarbeitung etwas gespart wurde. Das fällt besonders beim Drücken der kleinen Tasten auf, wo man stets ein schwammiges Gefühl im Finger hat. Bei der Tischlampe ist das glücklicherweise erheblich besser gelöst, hier stört aber der Ethernet-Anschluss auf der Rückseite. Der ist trotz vorhandener Schutzkappe doch recht auffällig und wäre etwa auf der Unterseite besser aufgehoben.

Ohnehin werden wahrscheinlich die meisten Menschen ihre Lautsprecher per WLAN betreiben wollen. Hier gibt es wie bei Sonos die Möglichkeit, die Netzwerkabdeckung per Boost-Funktion zu erweitern. Dann fungiert jeder Lautsprecher im Multiroom-System als WLAN-Repeater, was gerade in großen Häusern sehr praktisch ist.

Die Sonos-App führt sehr geradlinig durch die Installation, wobei man aber einen Account anlegen muss. Wer die Sprachassistenten Alexa und Google Assistant nutzen möchte, muss sich dort nochmal zusätzlich registrieren.

Nachdem die Lautsprecher ins Multiroom-System integriert sind, können iPhone-Nutzer die Klangeigenschaften der Boxen per TruePlay an die Eigenheiten des Raumes anpassen lassen. Der Unterschied ist zwar nicht gigantisch, fällt aber doch auf.

Aufgrund ihrer Vielseitigkeit sind die Ikea-Lautsprecher auf jeden Fall ein Hingucker. Dabei sind sie nicht einmal teuer und bieten dennoch erstaunlich guten Klang.

Hohe Klangqualität: Bose SoundTouch

Vergleichstest Multiroom-Systeme: Bose SoundTouch

Sehr angenehm bei der Installation des Multiroom-Systems von Bose ist die informative Installation. Das gibt es in der Form bei anderen Herstellern nicht, dafür muss man aber – wie bei Sonos auch – mit Daten bezahlen. Um die Installation abzuschließen ist nämlich eine Registrierung erforderlich.

Klanglich Spitze

Bose SoundTouch 30 Series III

Vergleichtest Multiroom-Systeme: Bose SoundTouch 30 Series III
Hat im Test klanglich überzeugt, ist aber auch mit Abstand die größte Box.

Keine Preise gefunden.

Inzwischen sind die Modelle der Bose SoundTouch-Reihe in die dritte Generation gegangen. Anfangs wurde dabei auf AirPlay-Unterstützung verzichtet, mittlerweile wurden glücklicherweise Updates nachgereicht, die die SoundTouch-Boxen wieder mit AirPlay 2 kompatibel machen. Neu ist die Möglichkeit der Bluetooth-Übertragung. Dafür verbindet man einfach das Smartphone mit einem Lautsprecher, der dann das Signal per WLAN an die weiteren, im System befindlichen Boxen weiterleitet. Trotz dieser Funktion fällt insgesamt auf, dass Bose sich eher auf einzelne Lautsprecher statt auf ein Multiroom-System fokussiert.

Hörtest

Für seine Kompaktheit wartet die SoundTouch 30 mit einem sehr kräftigen Bass auf und klingt dabei auch noch sehr erfrischend und detailreich in höheren Lagen. Damit war sie lange Zeit die klanglich beste unter den getesteten Boxen, wurde jedoch nun von der Sonos Play:5 verdrängt. Dennoch spielt Bose natürlich beim Sound immer noch ganz oben mit.

Klein und kräftig

Bose SoundTouch 10

Kaum zu glauben, welch raumfüllenden Sound die SoundTouch 10 für seinen Preis und die ebenso bescheidenen Abmessungen erzeugt.

Keine Preise gefunden.

Eine günstigere Version stellt die SoundTouch 10 dar, die aber wie auch die SoundTouch 30 mit sattem Bass überzeugt. Im Hochtonbereich kommt er als Breitband-Lautsprecher zwar nicht ganz an den Klang von Stereos heran, trotzdem passen die Höhen gut ins Klangbild. Beeindruckend ist ansonsten vor allem das starke Timing, das die Musik sehr klar wirken lässt und zum Füße-Wippen einlädt. Wer will, kann den ohnehin schon erstklassigen Sound noch weiter verfeinern und zwei Lautsprecher zu einem Stereo-Paar kombinieren.

Bedienung

Das Streamen von Musik vom Smartphone auf die Bose-Lautsprecher läuft via Bluetooth einfach und angenehm über eine App, die schnell und zuverlässig reagiert. Natürlich auch eine Kabelverbindung möglich, hierzu wird die passende Strippe mitgeliefert. Eine andere Steuerungsmöglichkeit ist die ebenso beigelegte Fernbedienung. Die kann jedoch nur Lautstärke ändern und zum nächsten Song springen, zum Auswählen eines ganz anderen Lieds muss man dann wieder das Smartphone bemühen. Inwieweit man letzten Endes die Fernbedienung benutzt ist sicher Geschmackssache, es ist jedenfalls schön, überhaupt die Möglichkeit zu haben.

Beide Lautsprecher verfügen über sechs Stationstasten, die sich in erster Linie dafür eignen, Radiosender darauf abzuspeichern. Aber auch auf die Lieblingsplaylists kann man so einen schnellen Zugriff einrichten. Radioliebhaber erlebten jedoch Ende 2018 einen Dämpfer: Seitdem ist der Empfang von Internetradio auf den Bose-Lautsprechern nicht mehr möglich, stattdessen wird nur noch der Streamingdienst TuneIn unterstützt. Dort gibt es leider beileibe noch nicht alle verfügbaren Radiosender, außerdem litt gerade zu Beginn die Audio-Qualität.

Große Auswahl: Teufel WLAN-Lautsprecher

Teufel Multiroom-Lautsprecher

Mit runderneuertem Multiroom-Angebot kommt Teufel daher. Die Boxen, die früher noch »Raumfeld« genannt wurden, heißen jetzt schlicht Teufel und haben nicht mehr viel mit den Raumfeld-Modellen gemein. Die neuen Lautsprecher verfügen allesamt über einen Line-In-Eingang und unterstützen Bluetooth. Das geht aber nur einzeln, ein Multiroom-System nur via Bluetooth ist also nicht möglich.

Auf den Lautsprechern finden sich neben Stationstasten nun auch Wiedergabetasten zum Starten, Pausieren und Skippen von Musik. Die größte Veränderung ist jedoch klanglicher Natur.

Die Auswahl bei Teufel ist auf jeden Fall reichlich: Neben den einzelnen Lautsprechern Teufel One S und Teufel One M gibt es die Stereopaare Teufel Stereo M und Teufel Stereo L, wobei der L sogar ein Standlautsprecher ist. Fürs Heimkino eignen sich vor allem das Sounddeck sowie die Soundbar.

Hörtest

Kleine Box, große Bandbreite

Teufel One S

Dank der seitlichen Passiv-Radiatoren kriegt der Teufel One S – obwohl er der kleinste der Teufel-Lautsprecher ist – einen wirklich ordentlichen Bass zustande. Die nur 18 Zentimeter dünne Box ist überhaupt auf hohe Bandbreite ausgelegt, weswegen auch einen Mittel-Hochtöner mit konzentrisch angeordneten Treibern eingebaut wurde. Besonders mit etwas Entfernung zur Box überzeugt der Klang, da dann auf die Mitten nicht so künstlich wirken. Besonders in kleineren und mittleren Räumen entfaltet die One S so ihr Potenzial.

Das Sonos-Pendant Play:1 klingt da insgesamt runder und harmonischer, vor allem weil die Mitten warm und stimmig sind. In hohen sowie tiefen Bereichen ist die One S dafür wirklich stark und ist damit gerade etwas für alle, die auf elektronische Musik stehen.

Stimmiger Sound

Teufel One M

Test Multiroom-System: Teufel One M
Der neue Teufel One M beherrscht jetzt auch Bluetooth.

Ähnlich ausgelegt wie die One S ist die deutlich größere One M. Wie die kleine Schwester hat die One M nämlich ihre Stärken in den Höhen und den Tiefen, befindet sich dabei aber klanglich – auch dank der 42 Zentimeter Breite – nochmal auf einem deutlich höheren Niveau. Sogar die Mitten gelingen nun merklich besser. Hier ist der Sound viel natürlicher und übertrumpft damit sogar die Sonos Play:5.

An der Vorderseite befinden sich neue Bedienelemente, deren Beschriftung man leider bei Dämmerlicht jedoch kaum noch lesen kann. Immerhin befinden sich darunter drei Favoritentasten, die man frei mit Playlists oder Lieblingssendern belegen kann.

Mit Stereoklang

Teufel Stereo M

Für sogar noch mehr Bandbreite sowie Stereoklang empfiehlt sich schließlich der Teufel Stereo M. Mithilfe des Koaxialtreibers im Mittelhochtonbereich und des Kevlar-Tieftöners erreicht Teufel einen Sound, den man sonst nur von viel größeren Boxen kennt.

Besonders überzeugend ist dabei die hohe Auflösung in allen Tonbereichen und die insgesamt sehr harmonische Wirkung. Damit sind die Stereo M klanglich noch einmal eine Ebene über den kompakteren Teufel-Modellen – und sogar die haben schon wirklich beeindruckenden Sound.

Für die Stereo M muss man entsprechend aber auch mehr Platz und mehr Geld mitbringen. Geht es ums Preis-Leistungs-Verhältnis, so hat daher wahrscheinlich der One M noch die Nase vorn. Vergleicht man die Kosten aber mit den einer Stereo-Anlage, dann wird klar, dass es sich hier doch um einen fairen Preis handelt.

Bedienung

Noch nicht ganz ausgereift ist die Teufel-Software. Die Ethernet-Verbindung, die normalerweise schnell eingerichtet ist, funktionierte bei uns trotz Updates und stundenlangem Probieren nicht. Immerhin kann man sich auf WLAN verlassen, was für die meisten auch die bevorzugte Verbindung sein wird. Nachdem der erste Lautsprecher konfiguriert worden war, waren auch die anderen schnell ins Multiroom-System eingebunden. Sobald wir allerdings den ersten Lautsprecher entfernten, brach das gesamte Netzwerk zusammen. Hier ist noch etwas Feinschliff erforderlich.

Die zugehörige Raumfeld-App ist logisch aufgebaut und daher leicht verständlich. Im Vergleich zu früher reagiert das System nun viel schneller, etwa wenn die Lautstärke geändert wird. Das spart viele Nerven.

Für Leute, die sorgsam mit ihren Daten umgehen, ist es erfreulich, dass man sich bei der Installation nirgendwo registrieren muss. Schön ist auch, dass mit der Raumfeld-App viele Streamingdienste in einer App abgedeckt sind. Das Angebot ist allerdings noch nicht ganz so groß wie bei Sonos, manche Streaminganbieter können nur über Bluetooth auf die Boxen gestreamt werden – und dann geht außerdem Multiroom nicht mehr.

Was gibt es sonst noch?

Die Heos-Serie von Denon besteht mittlerweile aus einer beachtlichen Anzahl an Lautsprechern, die ins Multiroom-System passen. Vom kleinen Heos 1 über Heos 3 und Heos 5 bis hin zum rund 50 Zentimeter breiten Heos 7 ist in allen Größen und Preisklassen etwas dabei. Außerdem gibt es den Heos Cinema, bestehend aus Soundbar und Subwoofer. Zwei einzelne Lautsprecher lassen sich wie gewohnt zu einem Stereo-Paar kombinieren.

Beim Sound überzeugte schon der kleinste mit schöner Klangausbeute, besonders die Höhen fallen positiv auf. Je größer die Boxen, desto kräftiger wird auch der Bass. Hier muss man sich nicht vor den »größeren« Herstellern verstecken. Leider muss man bei der Bedienung mit einigen Schwächen klarkommen. Die Heos-App liefert hin und wieder Fehlermeldungen, manche Bedienungsschritte sind nicht nachvollziehbar. Wenigstens unterstützt sie eine Vielzahl an Streamingdiensten.

Die beliebten AV-Receiver sowie die hauseigene Technologie MusicCast bilden das Rückgrat des Multiroom-Systems von Yamaha. Gerade die AV-Receiver sowie die Soundbars bieten hohe Klangqualität, bei günstigeren Lautsprechern wie etwa dem WX-030 ändert sich das leider schnell. Hier mangelt es an der Feinabstimmung, weswegen der luftige Klang der Soundbars nicht ansatzweise erreicht wird. Positiv überrascht hat der Wand-Speaker ISX-80, der mit sattem und ausgewogenem Sound beeindruckt.

Die zugehörige MusicCast App ist schön designed und reagiert zunächst sehr schnell, wird aber etwas langsamer, wenn in mehreren Räumen Musik läuft. Außerdem kommt es zu Fehlfunktionen, wenn von zwei Smartphones zeitgleich auf dasselbe Multiroom-System zugegriffen wird. Ansonsten ist aber gerade Aufbau des Netzes kinderleicht – egal ob per WLAN oder LAN.

Die Riva Wand-Serie besteht wie das Multiroom-System von Ikea eigentlich nur aus zwei Lautsprechern, dem Riva Festival und dem Riva Arena. Die wissen mit ihrem Klang durchaus zu begeistern: Beide können tiefe und satte Bässe, natürliche Stimmen und klare Höhen vorweisen, was dann im Gesamtbild sehr breitbandig und ausgewogen wirkt. Für Stereo-Klang können die Lautsprecher übrigens auch gepaart werden.

Bei der Einrichtung setzt man bei Riva immer noch auf die Google App, was mittlerweile aber ziemlich gut funktioniert. Für den Zugriff auf die Musik-Bibliothek des Smartphones braucht man die Riva Wand App, über die dann via ChromeCast übertragen wird. Neben WLAN ist zudem seit neustem auch eine Bluetooth-Verbindung möglich.

So haben wir getestet

Zunächst ist wichtig, dass Einrichtung und Installation unproblematisch vonstattengehen. Auch danach soll das Multiroom-System möglichst benutzerfreundlich sein. Dabei stellt sich die Frage, ob man zur optimalen Nutzung eine herstellereigene App herunterladen muss, oder man stattdessen GoogleCast oder AirPlay verwenden kann. Dabei macht jeder Hersteller sein eigenes Ding, weswegen es nicht leicht ist, den Überblick zu behalten.

Letztendlich zählen natürlich auch die Klangeigenschaften der Lautsprecher. Wir haben daher alle Boxen mehrfach mit verschiedenen Genres probegehört, um schließlich das komplette Klangspektrum valide bewerten zu können.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.