Bluetooth-Lautsprecher Test: Bluetooth Lautsprecher Alle

Bluetooth-Lautsprecher im Test : Lautsprecher für alle Lebenslagen

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Veröffentlicht 28.04.2020

Bluetooth-Lautsprecher gibt es in jeder Größe, ob klein und tragbar, mittelgroß oder zu groß zum Mitnehmen. Wir haben 109 davon ausgesucht und sie alle ausgiebig getestet.

Stefan Schickedanz
Stefan Schickedanz
ist Hifi-Experte und Autonarr. Er schreibt unter anderem für Fachmagazine wie AUDIO, VIDEO, StereoPlay und LowBeats.

Wie gut ein Lautsprecher klingt, hängt vor allem von seiner Größe ab. Dank diverser Tricks klingen inzwischen zwar auch die ganz kleinen recht gut, doch vergleichen kann man sie deshalb noch lange nicht mit ihren großen Konkurrenten. Wir haben unseren Test daher in drei Kategorien aufgeteilt und die Lautsprecher jeweils nur mit Konkurrenten ihrer Größe verglichen.

Kleine Bluetooth-Lautsprecher im Test

Ein kleiner tragbarer Lautsprecher ist schnell eingepackt, wenn es auf Reisen oder zum Baden geht. Aber auch zuhause werden die kleinen tragbaren Geräte immer beliebter.

Die Jawbone Jambox war der erste Bluetooth-Lautsprecher, der ultrakompakt war und dennoch einen guten Sound hatte. Schnell wurde ein Trend daraus und zugleich ein Lichtblick für die Audio-Sparte.

So gab es schnell Nachahmer, Bose war schnell mit dabei. Der Hersteller ist ohnehin Profi auf diesem Gebiet und lieferte den SoundLink Mini, der inzwischen nicht mehr erhältlich ist. Aber auch andere wie Beoplay A1, Teufel Bamster Pro und JBL Flip 4 mischen kräftig mit. Wir stellen Ihnen im Folgenden unsere Empfehlungen der kleinen Bluetooth-Lautsprecher vor.

Toller Klang: B&O Beoplay A1

Toller Klang

B&O Beoplay A1

Test Nochmal ein Test: Beoplay A1
Fantastischer Klang, tolles Design und ausgezeichnete Verarbeitung – aber das hat seinen Preis.

An Bose kommt so schnell nichts heran – dachten wir. Dann haben wir den Beoplay A1 getestet und waren begeistert. Er ist in den Mitten natürlich, wo Grundtöne von Instrumenten und die menschliche Stimme liegen, außerdem klar. Die Obertöne sind differenziert und fein. So gut war in dieser Größe sonst keiner. Zudem kann sich seine Mobilität sehen lassen, ebenso die Akkulaufzeit. Das Gerät hängt an einer Lederschlaufe, man könnte ihn etwa an die Wand oder den Gürtel hängen.

50 Bluetooth-Lautsprecher im Test: B&O Beoplay A1

Oben besteht er aus einem Aluminium-Lochblech, das geschwungen ist und elegant wirkt. Die Haptik ist toll, robust ist es außerdem.

Unten gibt es Gummiüberzug, auch bei den Tasten die versenkt sind, das schützt vor Stößen, Feuchtigkeit und Schmutz. Dank wasserfestem Aluminium-Kalotten-Lautsprecher ist er auch spritzwassergeschützt.

Die Schlaufe ist aus Leder, dank rustikaler Gerbung wirkt es klassisch. Insgesamt wiegt der Lautsprecher 600 Gramm, ist also nicht zu schwer. Man kann ihn überall unterbringen dank der kompakten Größe und der stabilen Oberfläche, ob Koffer, Rucksack oder Handtasche – alles kein Problem.

Versprochen wird eine Laufzeit von 24 Stunden, wobei sich diese Richtwerte nie auf die volle Leistungsabgabe beziehen. Wir haben im Test an einem Tag die Batterie nicht leer bekommen. Bei höherem Pegel dürfte das anders sein, bei voller Lautstärke dürfte das Gerät etwa zwei Stunden durchhalten. Dann wird der Pegel reduziert und man merkt, dass der Lautsprecher geladen werden möchte.

Der Bass ist gut und ziemlich laut, logisch, dass da mehr Strom verbraucht wird. Wenn man aber Zimmerlautstärke wählt, hält er mindestens einen Tag durch, das macht ihn praxistauglich.

50 Bluetooth-Lautsprecher im Test: B&O Beoplay A1

Es gibt auch einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, der sich für die analogen Abspielgeräte eignet. Wenn man zwei Lautsprecher hat, kann man sie auch als Stereo-Paar nutzen. Per Tastenkombination am Lautsprecher selbst, oder in der App, die für iOS und Android verfügbar ist. Ganz so zuverlässig ist diese Stereo-Verbindung aber nicht, viele Nutzer waren darüber verärgert.

Das Design ist schlicht, das hat aber den Nachteil, dass man die winzige Beschriftung der Bedienknöpfe kaum lesen kann. Die Tasten zum Aus- und Anschalten deutlich zu kennzeichnen wäre hilfreich gewesen. Ebenso die Lautstärketasten. Aber die Lautstärke wird meist ohnehin über ein Smartphone geregelt, so muss man sich nur den An/Aus-Knopf merken. Die Lautstärkeregelung des Geräts ist synchronisiert mit einem verbundenen Smartphone, die Konkurrenz kann das nicht immer. Per App kann man die Klangcharakteristik dann anpassen, Voreinstellungen lassen sich speichern. So holt man alles aus der Box heraus.

Wenn ein Anruf reinkommt, kann man das Gerät auch als Konferenzsystem nutzen, denn es gibt eine Freisprechfunktion. Sprachqualität und Funktion haben uns vollkommen überzeugt, die Sprachleistung hat auch unsere Kollegen bei Tests begeistert.

Ein kleiner Lautsprecher sorgt meist für eher schlechten Sound, vor allem bei den Bässen, die dann gerne schwach und dünn klingen. Unser Testgerät aber ist ein wahres Basswunder, die Mitten werden akribisch beleuchtet, die Farben sind authentisch und schillernd, in den Höhen werden die Details gut aufgelöst. Bei höheren Pegeln ist das Klangbild ausgeglichen und rund.

Beim Bass heißt es, Qualität kommt vor Quantität. Bei »Africa« (Toto XX) sind die Drums vom Anfang etwa trocken und präzise, aber nicht so satt wie bei manchen Konkurrenten.

Das Gerät spielt laut, verzerrungsarm und spritzig. Er wirkt erwachsen mit der ausgezeichneten Klarheit. Für unterwegs finden wir ihn auch äußerst praktisch. Nur die Bedienelemente hätten besser gekennzeichnet werden können.

Von manchen Käufern wird bemängelt, dass der Boden heiß wird, wenn er längere Zeit spielt. Wir haben das im Test nicht feststellen können. Dabei lief er 30 Minuten mit voller Lautstärke, der Boden war danach nicht mal handwarm. Auch wenn wir gleichzeitig geladen haben, ist er nicht warm geworden. Wir gehen eher von Akkuproblemen bei einzelnen Geräten aus.

Einzig der Preis stört uns wirklich, denn hier zahlt man stolze 250 Euro. Einige Geräte, die klanglich vergleichbar sind, gibt es inzwischen deutlich günstiger.

Wenn man ihn immer mit Strom versorgen will, sollte man ein USB-Ladegerät zusätzlich kaufen. Das ist für 10 Euro zu haben. Mit dabei ist nicht mal ein Ladegerät, das ärgert uns bei dem Preis doch, nur ein USB-Kabel wird mitgeliefert.

Dennoch bekommt man hier einen klanglich überragenden Lautsprecher mit toller Verarbeitung und schönem Design.

Powerbank: JBL Charge 4

Mit dem JBL Charge 4 bekommt man eine Neuauflage vom Bestseller mit Detailverbesserungen. Etwa ein Akku mit 7.800 mAh anstatt 6.000, bis 20 Stunden Streaming-Sound sind nach wie vor drin. Auch die Ladezeit wurde verbessert von 4,5 auf 4 Stunden. Dazu braucht man aber ein USB-Netzteil, das ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Auch das Smartphone kann hier noch versorgt werden, das Gerät dient dann als Powerbank und nach IPX7 ist es wasserdicht.

Der kleine Lautsprecher wiegt etwa ein Kilo und hat eine Leistung von 30 Watt. Es gibt seitlich zwei Passiv-Bass-Radiatoren, die die aktiven Treiber unterstützen sollen, das alles ergibt einen ausgewogenen und satten Sound. Vor allem die Stimmwiedergabe überzeugt uns, sie wirkt natürlich und ist angenehm, die Höhen sind brillant. Hier bekommt man – verglichen mit der Konkurrenz – einen präzisen und druckvollen Bass.

Ist man also auf der Suche nach einem kleinen Lautsprecher mit vollmundigem Klang, so wird man hier fündig. Laut spielen kann er auch. Wem das nicht reicht, der kann mehr als hundert der Geräte per JBL Connect+ verbinden, dann bekommt man eine drahtlose Mini-PA. Bei unserem schwarzen Gerät waren nur die Buttons etwas schwer zu erkennen bei Dämmerlicht. Ansonsten haben wir aber nichts auszusetzen.

Stabil: Teufel Rockster Go

Stabil

Teufel Rockster Go

Bluetooth-Lautsprecher Test: Teufel Rockster Go
Äußerst stabil und beeindruckender Klang: Der Rockster Go ist für Outdoor-Freunde konzipiert.

Der Teufel Rockster Go ist schon optisch Outdoor-tauglich. Nach IPX7 ist er auch wasserdicht und das Kunststoffgehäuse ist robust genug, um Schläge wegstecken zu können.

Er wirkt markant und kantig, der passive Bass-Treiber ist freiliegend und zentral angeordnet. Rechts und links daneben die Breitband-Chassis in einer breiten Schallwand. Will man mehr Pegel oder eine größere Klangwolke, so kann man auch zwei der Geräte per Bluetooth koppeln, dann spielen sie synchron.

Es gibt auch eine eingebaute Freisprecheinrichtung, per Mikrofontaste könne so auch Anrufe entgegengenommen werden. Durch Druck wird dann auch der Google Assistant bzw. Siri aktiviert. Mit dabei ist eine Trageschlaufe sowie ein Mikro-USB-Ladekabel. Mit dem Kabel kann man das Gerät aber nicht nur aufladen – der Akku ist für 12 Stunden Betrieb ausgelegt – mit dem Kabel kann das Gerät auch für Windows 7 oder 10 sowie Mac OS als USB-Soundkarte genutzt werden.

Unten ist außerdem ein Schraubgewinde, so kann der Lautsprecher auch mit einem Stativ genutzt werden. Wir finden, dass man hier sehr funktionelles Design bekommt, mal abgesehen von den Tasten für die Bluetooth-Aktivierung und zum Einschalten, die sind nicht nur an der Rückseite, sondern auch undeutlich gekennzeichnet.

Vom Klang sind wir begeistert, die Stimmen wirken etwas hell, aber dafür sehr differenziert. Bei Live-Aufnahmen kann man jedes Luftholen miterleben und hört tief in den Konzertsaal rein. Ebenfalls differenziert und trocken und kräftig ist auch die Basswiedergabe. Trotz der geringen Abmessungen bekommt man hier einen satten Klang, sehr kraftvoll. Für richtiges Stereo ist der Abstand zwischen den Vollbereichstreibern nicht ausreichend, aber das Klangfeld war dennoch größer als in dieser Klasse sonst üblich.

Günstig: 1More S1001BT

Günstig

1More S1001BT

Der 1More S1001BT gehört zu Xiaomi, das Tochterunternehmen des Herstellers hat bei guten und günstigen Blouetooth-In-Ears einen guten Ruf. Auch hier merkt man, dass die Hersteller sich Mühe gegeben haben, damit man für weniger als 100 Euro ein gutes Gerät bekommt.

Das Design erinnert etwas an den B&O Play A1, der Lautsprecher ist rund und es gibt ein 2-Wege-Mono-System mit 2,7-cm-Kalottenhochtöner plus 8,5-cm-Tief-Mitteltöner, außerdem kann er per Schlinge getragen oder aufgehängt werden.

Das ist aber auch der einzige Nachteil: hängt man den Lautsprecher an einen Nagel an die Wand, dann ist der Schwerpunkt ungünstig und er hängt eher schräg und instabil. Unsere deutliche teurere Empfehlung ist da besser. Beide lassen sich auch für eine Stereo-Wiedergabe paaren. Hierfür ist die 1More Assistant App da für Android und iOS. Die Software ist kostenlos und dank ihr kann der neue Lautsprecher mit einem Rauschsignal eingespielt werden. Ein Timer zählt außerdem 12 Stunden herunter.

 Test: 1more
Guter Sound aus einer kleinen Box.

Aktiviert man das Gerät, so wird man von einer Stimme erstmal über den Ladezustand informiert, danach über den Pairing-Status mit Tablet oder Smartphone.

Durch IPX4 verträgt er im Freien auch leichten Regen. Hier kann man die Bedienungsorgane an der Seite gut erkennen, eine USB-C-Buchse findet sich unter einer Gummiabdeckung fürs Aufladen, außerdem ein 3,5-mm-Klinken-Analog-Eingang. Auch hier ist für das Annehmen von Anrufen eine Freisprecheinrichtung dabei.

Vom Klang waren wir überrascht, auch ohne die ganze Einspieldauer auszunutzen bekamen wir einen tiefen Bass und natürliche Abstimmung sowie feine Hochtonauflösung. Auch von der Feindynamik waren wir überzeugt. Das Gerät spielt angenehm sowie impulsiv.

Mit einem zweiten Lautsprecher kann man ihn als Stereo-Paar nutzen, dann ist auch eine ausgewogene, räumliche Wiederhabe mit hohem Pegel drin. Wir finden, dass er ein wirklicher Geheimtipp unter Bluetooth-Boxen ist, vor allem für den niedrigen Preis.

Breitbandiger Klang: Tribit MaxSound Plus

Breitbandiger Klang

Tribit MaxSound Plus

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Tribit MaxSound Plus

von 389 Lesern gekauft

Der Tribit MaxSound Plus ist etwas größer und punktet mit breitbandigem, ausgeglichenem Klang.

Mit IPX7 ist er wasserdicht und man kann ihn gut transportieren. Eine Trageschlaufe ist auch schon dran. Freiliegende Passiv-Membranen gibt es nicht, dadurch ist er recht robust. Die beiden passiven Bass-Radiatoren verbergen sich vorne und hinten hinter Grills, die schützen. Das Gerät wiegt insgesamt 595 Gramm. An den äußeren Seiten gibt es zwei Breitband-Lautsprecher, die bringen angenehmen Klang und auch in den Höhen vermisst man nichts.

Der Bass ist in der Normalstellung zurückhaltend, so kann man die Extra-Bass-Taste gedrückt lassen, um Natürlichkeit muss man sich da keine Sorgen machen. Damit wird dann ein ordentlicher Bass erzeugt, der dabei nicht zu dick aufträgt. Die Lautstärkeregler funktioniert synchron mit dem am Smartphone, die Wiedergabe kann mit einer Taste an der Oberseite gesteuert werden. Die Bedientasten oben sind schwarz und in die Oberfläche vom Kunststoffgehäuse integriert, sie heben sich dank Hochglanzoberfläche aber ab.

Wir mögen die praxisgerechte Gestaltung und auch die 20 Stunden Batterielaufzeit, ebenso die dynamischen Fähigkeiten. Die Musik klingt lebendig und ausgewogen und sauber, auch wenn es lauter wird.

Was gibt es sonst noch?

Der AmazonBasic Medium klingt nicht so toll wie unsere Empfehlungen, der Bass ist kaum vorhanden und klingt blechern. Die Höhen werden aber noch differenziert ausgespielt. Günstig ist er, aber dafür bekommt man auch Geräte, die besser klingen.

Beim Beats Pill+ von Dr. Dre ist der Klang besser als beim Vorgänger, er ist im Bass weniger aufdringlich und insgesamt harmonisch abgestimmt. Bei Bassfundament und Detailauflösung aber kommt er keinesfalls an die Empfehlungen heran. Günstig ist er auch nicht, sodass wir zu einem anderen Gerät raten.

Der Libratone Too ist ein hübscher Designer-Lautsprecher, der lebendig, aber etwas verfärbt spielt. Zuviel Pegel ist auch nicht drin, dann werden Höhen und Bässe zurückgefahren. Der Bass wirkt ansonsten relativ satt, es geht aber auch schlapp und dünn. Der Klang löst sich gut vom Gerät und steht frei im Raum. Die Touch-Bedienung durch Tippen für die Play-Funktion und Wischen für das Einstellen der Lautstärke gefällt uns. Insgesamt finden wir den Preis gerechtfertigt, nur mit dem Klang punktet er aber nicht.

Beim Onkyo X6 finden wir eine klare Höhenwiedergabe, der Bass punktet mit seinem zaghaften »plop« aber nicht, echt Tieftonwiedergabe ist hier nicht drin. Die Stimmen finden wir in Ordnung, es geht aber eher in Richtung eines drahtigen Klangbildes. Mit dem Handy wird die Lautstärke synchronisiert und wir finden das Finish toll. Für den ersten Versuch mit Bluetooth ist er aber ganz gelungen.

Der Ulimate Ears Wonderboom kann schwimmen, so darf er sogar mit in die Badewanne oder Dusche und der Akku hält bis zu zehn Stunden durch. Bei den Langzeithöhen hätten wir uns eine natürlichere Abstimmung gewünscht. So differenziert wie bei der Konkurrenz wirkt der Stimmbereich nicht, ebenso wenig die Höhen. Gleich nach dem Einschalten wirkt der Bass sehr zugeschnürt, mit der Einspielzeit bessert sich das aber. Man kann zwei Boxen koppeln zum Stereo-Boxenpaar, das pimpt den Klang etwas, dafür braucht man aber noch Netzteile, denn dabei ist nur ein mikro-USB-Kabel.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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