Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer Test: Denon Avr X4500h

AV-Receiver im Test : Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer

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Veröffentlicht 04.05.2020

Für das perfekte Surround-Erlebnis braucht man einen AV-Receiver, ohne den geht nichts. Aber welcher ist wirklich gut? Wir haben 10 AV-Receiver getestet und können einige empfehlen.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Für viele bringt nur ein Surround-System den richtigen Sound. Vor allem bei Action-Filmen, damit das Erlebnis aber im positiven Sinne einzigartig wird, braucht man den richtigen AV-Receiver, denn er ist beim System das entscheidende Teil. Auf dem Markt gibt es viele, einige Hersteller haben sich aus diesem Bereich zurückgezogen, die verbleibenden bieten aber einiges an Auswahl.

Damit jeder den passenden Receiver findet, haben wir 10 getestet, 9 sind davon aktuell noch verfügbar. Ein guter Receiver kann einiges kosten, das muss aber nicht zwingend sein.

Für viele Quellen geeignet: Denon AVR-X4500H

Für viele Quellen geeignet

Denon AVR-X4500H

Test AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
Der Denon AVR-X4500H bietet vielen digitalen Quellen Zugang, ist einfach einzurichten und sehr solide verarbeitet.

Mit dem Denon AVR-X4500H bekommt man einen Alleskönner, günstig ist er zwar nicht, dafür hat er aber viele Anwendungsmöglichkeiten. Dank toller Nutzerführung sind auch Einrichtung und Installation leicht, ebenso die alltägliche Bedienung.

Die Allround-Fähigkeiten sieht man ihm gar nicht an, seine Frontplatte wirkt aufgeräumt, zu viele Tasten und Knöpfe gibt es auch nicht und es gibt ein aussagekräftiges Display. Darunter wenige Tasten, die sind gedacht für den Direktzugriff auf vier wichtige Quellgeräte. Simpel aber effektiv.

Ebenso übersichtlich ist die Fernbedienung gehalten, eine kostenlose App fürs Smartphone kann für die Bedienung alternativ auch verwendet werden.

Sieht man sich die Rückseite des Geräts an, merkt man aber was alles drin steckt. Denn hier finden sich sieben Eingänge für HDMI, ein achter vorne neben einem Eingang für USB, hier können externe Quellen angeschlossen werden. Vorne findet sich auch eine Kopfhörerbuchse, die ist Standard bei vielen Geräten.

Zudem gibt es elf Paar von massiven Lautsprecherklemmen, dahinter eine kräftige Endstufe. Damit werden Surround-Lautsprecher und auch Lautsprecher für eine zweite Zone befeuert. Für den Subwoofer gibt es einen extra Ausgang, der übernimmt das Verstärken des Signals selbst. Anders als meist sind hier die Lautsprecher-Terminals waagrecht angeordnet anstatt wie sonst übereinander paarweise. Es gibt Beschriftungen und farbliche Kennzeichnung der Lautsprecherpaare, das Menü hilft auch dank der aufwändigen Grafik und einer Volltexthilfe weiter, das macht die Installation einfach.

Man vernetzt das Gerät entweder per WLAN oder übers Netzwerkkabel. Das WLAN unterstützt ein 2,4 GHz- und auch das 5 GHz-Netz. Aus dem Geräte-Rücken ragen die zwei Antennen, die sorgen für guten Empfang, für Bluetooth und WLAN gleichermaßen. Via Bluetooth kann auch das Smartphone als Quelle genutzt werden, mit aptX-Codec für eine bessere Qualität bei Klang und Übertragung.

Wenn Subwoofer und Lautsprecher richtig angeschlossen sind, müssen als Nächstes die Pegel penibel eingestellt werden auf Lautsprechergröße und Raumakustik. Hierzu gibt es eine Pyramide aus Pappe, die ein aufgesetztes Messmikrofon hat. Das Mikrofon steckt man an der Vorderseite in eine Buchse, danach wird der interne Mess-Computer aktiviert.

Diese Einmessung geht vollautomatisch und heißt Audyssey MultEQ XT. Das klappt tatsächlich ohne Probleme und eine Bedienung per App-Unterstützung ist auch möglich. Somit ist das Gerät perfekt abgestimmt, Präferenzen lassen sich aber natürlich noch einstellen.

Beim Marantz, den wir später vorstellen, wird beinahe die gleiche Software verwendet und mit dem Messmikrofon die gleiche Hardware. Jedoch wird dort die Hörzone in nur sechs Messpositionen aufgeteilt. Schneller geht das schon, das Ergebnis fällt aber nicht so genau aus. Für Räume mit kleinerer Hörzone reicht es aus, hat man aber eine Heimkino-Installation, dann ist der Denon besser geeignet.

Auch das richtige Anschließen von Aus- und Eingängen wird begleitet. Dank grafischer Oberfläche mit Volltext-Erläuterungen wird die Installation vom Boliden spielend einfach. Das ist aber eigentlich bei allen Geräten so. Auch ein verpolter Lautsprecher wird eindeutig erkannt, hilfreich ist das deshalb, weil man bei den Anschluss-Terminals schnell was verwechseln kann.

Beinahe alle aktuellen Video- und Audioformate werden vom Gerät abgespielt, etwa auch unkomprimierte DSD- oder FLAC-Dateien, sogar bis zu 5,6 MHz. Somit genügt das Gerät auch den Ansprüchen von Streamingdiensten, die bieten Musik nämlich zunehmend in HiRes an. Außerdem muss der Receiver auch den eigenen Ansprüchen genügen, Denon ist schon immer gutem Klang verpflichtet, immerhin bauen sie noch immer tolle Tonabnehmersysteme für Plattenspieler. Denon und auch alle sechs unserer neuen Testkandidaten haben einen Anschluss für diese alten Tonkonserven.

Was das Gerät – ob nun mehr- oder zweikanalig – an Lautsprecher ausgibt, folgt genau den Vorgaben von der Quelle. Er schafft eine tolle Räumlichkeit und das, trotz dem Paar Atmos-Lautsprecher, die auf den Frontlautsprechern liegen und zur Decke abstrahlen, per Reflexion wird die entsprechende Räumlichkeit dann hergestellt. So prasselt der Regen von der Decke oder der Hubschrauber überfliegt das Heimkino. Präzise und auch mit Nachdruck wird der Sub angesteuert, das lässt auch Explosionen besser wirken.

Insgesamt gibt es elf Endstufen, so können auch vier Deckenlautsprcher angesprochen werden oder welche, die auf den Rear- oder Front-Speakern positioniert sind, damit der Atmos-Effekt per Deckenreflexion erreicht wird.

Der Klang bleibt ausgewogen, keine Frequenzen werden benachteiligt oder bevorzugt, es wird genau so gespielt, wie der Toningenieur sich das ausgedacht hat. Trotz Getöse bleiben die Dialoge verständlich und auch perfekt verortet und der Ton passt genau zum Bild.

Anders geht es aber auch, etwa bei der Wiedergabe von Musik. Ob nun mehrkanalig bei DVD oder Blu-ray oder eine Stereo-Aufnahme: das Gerät kann auch als sensibler Feinzeichner fungieren. Den Stimmen wird das ihnen eigene Timbre gegeben, Gänsehaut kann erzeugt werden bei Konzertmitschnitten. Bei Mitschnitten vom Roger Waters-Konzerts, die Atmos-kompatibel sind, gelingen dynamische Wechsel von Dialogen, feinen Zwischentönen und Getöse gut.

Das Gerät ist so ausgereift, dass wir daran eigentlich nichts auszusetzen haben. Auch Video-Upscaling der analogen Eingänge zur 4K-Auflösung kann er. Auch beim Plattenspieler gibt es keine Probleme. Bei den modernen Quellen fehlt uns DAB+, da das Gerät sich hier nur auf FM versteht. InTune ist aber als Internetradio dabei. Ein Wermutstropfen ist die Android-App, die noch von 2016 ist und sich mit Android 9 schwertut.

Der Preis mag hoch sein, dafür hat man aber jahrelang ein tolles Gerät, sowohl bei Feintuning als auch bei der Signalkompatibilität.

Einzigartige DPS-Presets:Yamaha RX-A1080

Einzigartige DPS-Presets

Yamaha RX-A1080

Test AV-Receiver: Yamaha RX-A1080
Der große Yamaha RX-A1080 bietet vielen digitalen und noch mehr analogen Quellen Zugang, die DSP-Presets sind einzigartig.

Mit dem Yamaha RX-A1080 werden die wenigen Lücken gefüllt, die das Denon-Gerät gelassen hat. Er etwa empfängt standardmäßig DAB+, beim Internetradio gibt es Net Radio, die Konkurrenz dagegen setzt eher auf TuneIn. Zu Beginn des Jahres 2019 gab es bei Net Radio aber Probleme beim Zugriff, ab Februar waren die aber behoben.

Beinahe alle Yamaha-Receiver zeichnen sich durch ihr umfangreiches DSP-Programm aus. Somit bekommt man die Klangcharakteristik von Hallen, Clubs und Konzertsälen direkt ins eigene Wohnzimmer. Für Filmgenres sind auch verschiedene Voreinstellungen vorhanden, ebenso stehen Presets für Musik-Videos, Gaming und Science-Fiction zur Auswahl. Insgesamt gibt es 24 DSP-Programme, die kann man alle per Fernbedienung abrufen.

Schwerer ist er zwar auch, hat neun Endstufen und dank potentem Netzteil kann ein 7.1.2 Setup realisiert werden, jedoch nur mit zwei der Atmos-Speaker. Eine zweite (Stereo)-Zone gibt es dann nicht. Auch die Eingänge können sich sehen lassen. Vor allem die analogen Video-Eingänge sind ausreichend vorhanden. Das ist vor allem gut, wenn man älteres Equipment zuhause hat. Auch gut gekennzeichnete Anschlüsse und qualitativ hochwertige Lautsprecher-Terminals können sich sehen lassen. Auch gibt es viele analoge Audio-Eingänge, ein Anschluss für Plattenspieler ist da auch dabei.

Für die Einmessung wird das YPAO-Programm genutzt. Mit dabei ist ein Messmikrofon, ein Stativ gibt es hier nicht. Die Einmessung geht schnell. Auch verpolt angeschlossene Lautsprecher werden eindeutig identifiziert in der ersten Stufe.

Die Standardmessung reicht fürs normale Heimkino aus, man positioniert das Mikro in der Mitte von der Sitzgruppe, die Lautsprecher werden in Pegel und der Laufzeit automatisch darauf abgestimmt. Wenn die Hörzone eher großzügig ausgelegt ist, gibt es auch eine Mehrfachmessung. Dann werden ganze acht Messungen durchgeführt, dafür platziert man das Mikro jeweils in einer anderen Position. Dann ist das Kinoerlebnis von jedem Platz aus optimal.

Eine üppige Belegung findet sich auf der Fernbedienung, jedoch gibt es ein dreidimensionales Layout, das hilft auch im Dunkeln weiter. Wichtiges wie die DSP-Programme und andere Parameter, die den Sound beeinflussen, findet man schnell, so lässt der Sound sich individuell anpassen. Es gibt auch mit der AI-Taste eine intelligente Sound-Anpassung, die passt die Ansteuerung der Lautsprecher während dem Film der tonalen Situation an. Das Praktische: diese Automatik ist wirklich intelligent, bei jedem Update lernt sie auch dazu.

Schlank: Marantz NR1609

Schlank

Marantz NR1609

AV-Receiver Test: Marantznr1609
Der Marantz NR1609 ist schlanker als die Konkurrenz, liefert aber mehr als genug Leistung fürs kleinere Kino und spart Platz.

Vom Marantz NR1609 werden diejenigen angesprochen, die ein eher unauffälliges Gerät wollen. Er baut mit etwa 10 Zentimetern, nur halb so hoch wie seine Konkurrenz, außerdem sind die Seiten sanft abgerundet, so wirkt er sehr elegant.

Messtechnisch und nominell bietet er weniger Leistung, außerdem werden hier einige Endstufen gespart und so viele Anschlussbuchsen hat er auch nicht.

Somit muss man etwa darauf verzichten, dass eine zweite Zone versorgt wird. Wenn man etwa ein Dolby-Atmos-Setup einrichten möchte, klappt das nur mit 5.1.2-Aufstellung und maximal zwei der Atmos-Speaker, die werden dann an die Surround-Back-Terminals angeschlossen. Als Alternative kann man auch ein 7.1 Setup einrichten, ohne Dolby Atmos. Der Eindruck ist solide, nicht nur bei den Lautsprecherklemmen.

Für die Einmessung nutzt man Audyssey, neben AirOlay auch als Multiroom-Variante noch Heos. Marantz und Denon stammen also aus einem Haus. An der Software für die Einmessung hat man etwas gespart, denn wo es bei Denon acht Mikrofon-Poisitionen gibt, sind es hier nur sechs. Das dürfte aber auch ausreichen. Anstatt wie bei Denon eine halbe Stunde Einmessen ist hier alles nach nur 20 Minuten fertig.

Dann fährt das Gerät aber zu seiner Höchstform auf, diese Dynamik hätte man bei dem schmalen Receiver nicht erwartet. Im Testraum mit 25 Quadratmetern kam das Gerät noch nicht an seine Grenzen.

Somit ist es der Ideale Partner, wenn man zwar Dolby-Atmos möchte, aber das Ganze optisch dezent halten will. Das Internetradio ist auch integriert und Multiroom-Fähigkeit und drahtlose Übertragung über Bluetooth oder WLAN sorgen für eine tolle Ausstattung.

Fürs Wohnzimmer: Onkyo TX-NR 686

Fürs Wohnzimmer

Onkyo TX-NR 686

Test AV-Receiver: Onkyo TX-NR 686
Der Onkyo TX-NR 686 ist mit Anschlüssen, Internetradio und FM-Tuner sehr gut ausgestattet und dabei ausgesprochen preiswert.

Keine Preise gefunden.

Beim Onkyo TX-NR 686 gibt es keinen Kaltgeräte-Anschluss, dafür ein festes Netzkabel. Er wiegt etwa zehn Kilo.

Hier gibt es neun Endstufen, damit kann man entweder ein 7.1 oder ein 5.1.2 Setup bedienen. Ein Anschlusspaar ist für die zusätzliche Stereo-Zone da.

Die Raumanpassung heißt AccuEQ und wird durchs Einstecken des Mikrofons initiiert. Von der Software werden dann die möglichen Setups abgebildet, die dann gezielt eingemessen wird. Es wird nur in der Mitte der Hörzone von einer Mikrofonposition gemessen. Das geht auch schnell, jedoch muss die Messung ganz durchlaufen, denn eine Rücktaste gibt es nicht, falls man sich vertan haben sollte.

Das Ganze kann sich auch hören lassen, das Gerät spielt ziemlich dynamisch auf, der Subwoofer ist fest im Griff und auch sonst gibt es keine erkennbaren Schwächen.

Wer also mit einigen analogen und sechs HDMI-Schnittstellen klarkommt, kein allzu großes Heimkino beschallten möchte und das Budget lieber anderweitig investiert, ist mit dem Gerät gut beraten. Zudem gibt es einen Zwei-Zonen- und Multiroom-Betrieb sowie einen Phono-Eingang, außerdem noch Möglichkeiten für drahtlose Verbindungen.

Was gibt es sonst noch?

Beim Yamaha RX-V685 wird klar, dass wir es hier mit einem kostengünstigeren Gerät zu tun haben. Ganz so solide wirken die Lautsprecher-Terminals nicht und eine Frontklappe sucht man hier vergeblich.

Dennoch gibt es hier wenige Bedienelemente, sodass die Front trotzdem aufgeräumt wirkt, das Gleiche gilt für die Rückseite samt der Anschlüsse. Ein Mangel an Verstärkerzügen und Lautsprecherausgängen besteht hier nicht, einzig für digitale und analoge Quellgeräte gibt es weniger Buchsen.

Das Einmessprogramm ist auch abgespeckter und es gibt nur 17 abrufbare DSP-Programme, das ist aber noch immer viel. Auch hier sind Konzert-Locations hinterlegt, die akustisch prägnant sind.

Der Pioneer VSX 933 gleicht dem Onkyo, sowohl äußerlich als auch innerlich. Verwunderlich ist das nicht, denn die Firmen arbeiten seit längerem unter einem Dach, beide Geräte kommen also von einem Band. Der Pioneer hat einige Eingänge weniger, vorwiegend die analogen, zudem findet man hier nur einen HDMI-Ausgang.

Hinten ist er somit aufgeräumter, aber dadurch können Fernseher und Beamer nicht gleichzeitig mit einem Bild versorgt werden ohne Umstöpseln. Wenn man also keine diversen analogen Eingänge braucht, ist das Gerät hier praktisch und günstiger als das von Onkyo. Bei Klang, Bedienung und Einrichtung gibt es keinen Unterschied, auch hier spielt das Gerät zupackend und schafft akustisch jeden Blockbuster.

Der Denon AVR-X2300W ist für unerfahrene Nutzer gut geeignet, die Inbetriebnahme und das Optimieren fürs Heimkino gehen leicht. Diese Allroundfähigkeiten sieht man ihm aber gar nicht an. Die Frontplatte wirkt aufgeräumt, nur wenige Tasten gibt es unterm Display für den Direktzugriff auf vier wichtige Quellgeräte.

Wissenswertes über AV-Receiver

Multiroom-Systeme, Sounddecks und Soundbars sind beliebt, aber wer tatsächlich Filme mit Surround-Sound genießen will, braucht ein vollwertiges Surround-System. Der wichtigste Teil davon ist der AV-Receiver, denn der verteilt den Mehrkanalton an die Lautsprecher.

7.1 Lautsprecher Setup - Bild: MTX.com
7.1-Surround-Sound-System.

So besteht etwa ein 5.1-System aus insgesamt sechs Lautsprechern. Dabei gibt es einen Center unter Leinwand oder Fernseher, der ist vorwiegend für die Sprachausgabe da, dann zwei vorne seitlich und auch zwei Surround-Lautsprecher leicht hinter oder neben der Abhörposition. Die Eins in der Bezeichnung meint den Subwoofer, der kann recht frei im Raum platziert werden, denn tiefe Frequenzen füllen den ganzen Raum und lassen sich weniger gut orten.

Dann gibt es noch ein 7.1-System mit zwei weiteren Lautsprechern, die werden hinter den Rücklautsprechern des ersten Systems platziert.

Schluss ist dann aber noch lange nicht, auch 9.1- und sogar 11.1-Systeme gibt es, da werden noch Matrix-Kanäle hinzugefügt. Noch interessanter wird es dann, wenn der Sound auch von oben, also der dritten Raumdimension kommt.

Für die 3D-Systeme gibt es dann eine dritte Ziffer, also etwa ein 5.1.2-System mit fünf der Surround-Lautsprecher, zwei Deckenlautsprechern und einem Subwoofer. Oder ein 7.1.2-System mit zwei rückwärtigen Lautsprechern zusätzlich. Beide Varianten entsprechen auch der Dolby Atmos-Konfiguration.

Damit der Ton von der Decke kommt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man hängt wirklich einen Lautsprecher dort hin, oder man setzt auf die vorderen Lautsprecher noch solche, die zur Decke strahlen. Der Schall wird dann von dort an die Abhörposition reflektiert, so wird der Eindruck vermittelt, als käme der Klang von der Decke. Bei den Rück-Lautsprechern geht das natürlich auch.

Je mehr man von den Lautsprechern nutzt, desto besser ist das Surround-Erlebnis, jedoch bedeutet das auch einen höheren Installationsaufwand.

Damit sich der in Grenzen hält, kann man die Rücklautsprecher auch oft über Funk ansprechen, auch den Subwoofer. So kann man die Lautsprecher auch frei im Rau aufstellen, ohne Kabel verlegen zu müssen. Die Front- und die Center-Lautsprecher sind ohnehin in der Nähe von Leinwand oder Fernseher und daher meist unproblematisch bei der Verkabelung.

Die audiovisuelle Schaltzentrale

Mit dem AV-Receiver hat man die zentrale Schaltstelle, hier werden die Signale von verschiedenen Ton- und Bildquellen aufgenommen und an die unterschiedlichsten Wiedergabegeräte weitergegeben.

Bei den Audio-Signalen sind das die unterschiedlichen Lautsprecher-Sets. Egal ob Stereowiedergabe, 3D-Surround oder eine Multiroom-Beschallung mit mehreren Boxen. Bildsignale von verschiedensten Quellgeräten werden auch einen oder auch mehrere Bildschirme weitergegeben, etwa an den Beamer oder Fernseher. Die Quelle sind meist TV-Receiver für Kabel oder Sat oder den terrestrischen Empfang, Blu-ray-Player oder auch Spielekonsolen. Dank zunehmender Vernetzung gesellen sich dazu auch Online-Angebote.

Neben der Fernbedienung haben viele Receiver auch Apps, mit denen das Gerät übers Smartphone bedient werden kann. Aber trotz der vielen modernen Quellen wird meist nicht auf analoge Eingänge verzichtet, wie für Plattenspieler. Immerhin sollte man auch alles, das Video oder Ton ausgibt an den Receiver anschließen können.

AV-Receiver können verschiedene Surround-Sound-Tonformate dekodieren und sie in Raumklang umsetzen. Entweder werden die unterschiedlichen Videoformate dabei nur an Beamer oder Bildschirm weitergeleitet, teils aber auch aufbereitet. Dank der Vielseitigkeit und da sie Raumklang umsetzen können, sie die Receiver der zentrale Baustein von jedem Heimkino.

Multiroom, Upscaling etc.

Viele AV-Receiver haben eine großzügige Ausstattung mit Audio-Endstufen, so gibt es dann neben einem Haupt-Raum  mit Surround-Sound auch noch einen zusätzlichen Raum, der immerhin mit einem Stereo-Signal versorgt werden kann. Die entsprechenden Kabel für die Lautsprecher müssen dafür aber liegen.

Außerdem könnten auch drahtlose Lautsprecher versorgt werden. Dazu verwendet man meist das hauseigene Funkprotokoll (Yamaha MusicCast, Denon HEOS, FlareConnect), zumeist parallel zu Sonos und/oder Airplay. Im Idealfall erfolgt die Einrichtung dann per Benutzeroberfläche am angeschlossenen Display recht komfortabel.

Aber auch das Bild ist wichtig. Standards und neue Formate sollten das Gerät unbeschadet passieren können, so etwa 4K-Auflösung oder HDR, damit sie dann an Display oder Beamer weitergereicht werden. Unsere aktuellen Geräte können das ohne Probleme und ermöglichen sogar Hochskalieren der Bildsignale von Standard-Auflösung zu FullHD oder auch 4K. Bei den aktuellen HDR-Standards sieht es anders aus. Dolby Vision, HDR10 und HDR HLG (der geplante HDR-Sendestandard) werden alle unterstützt. Bei den Vorgängern war das aber noch anders, dennoch haben wir sie in der Liste gelassen, hier kann man dennoch ein Schnäppchen machen.

So haben wir getestet

Dank der Position als die Schaltzentrale braucht das Gerät viele Schnittstellen. Die Aus- und Eingänge müssen dabei sicher verkabelt sein oder auch drahtlos eingebunden, meist muss man den Receiver auch an die Rahmenbedingungen der Installation anpassen.

Daher haben wir nach korrekter Verkabelung die eigentliche Installation vorgenommen, gemeint ist das Setup von vorhandenen Lautsprechern. Hierzu gibt es von den Receivern unterschiedliche Hilfestellungen. Unsere Testmodelle haben alle ein Messmikrofon, gemeinsam mit intelligenter Elektronik ortet das jeden der angeschlossenen Lautsprecher und versorgt ihn dann für die Position, die ihm zugeteilt ist mit dem richtigen Signal.

Danach kommt die Klangbeurteilung dran, soll heißen wie gut schafft es das Gerät, die Lautsprecher stimmig anzusprechen? Und wie gut passt zu dem Filmgeschehen der Rundum-Klang?  Dafür haben wir Konzertmitschnitte und Filme gehört bei hohen Pegeln wie auch bei moderater Lautstärke, immerhin soll der Sound in jeder Situation gut rüberkommen.

Genutzt haben wir ein nuBox 513 Set 5.1.2 von Nubert, man kann die Lautsprecher variabel aufstellen, sie klingen ausgewogen – perfekt für einen Vergleich der Verstärkerelektronik – und zu teuer sind sie auch nicht. Wem die Bassqualitäten der vorderen Standboxen reicht, der kann etwa auf den Subwoofer verzichten. Außerdem werden von den rückwärtigen Boxen und auch von den Effektlautsprechern, die für Atmos zuständig sind, zwei Betriebsarten angeboten. Rears sind ausgeführt als Dipol-Strahler, wenn nötig können sie die Rückwände für die Reflexion nutzen. Atmos-Lautsprecher kann man wahlweise vorne auf die Boxen stellen, dann wird die Decke für die Reflexion genutzt. Oder man montiert sie direkt unter der Decke.

Wir haben außerdem darauf geachtet, dass die Einbindung in das Netzwerk und eventuell auch der Multiroom-Installation einfach ist. Zudem haben wir die vorhandenen Schnittstellen dokumentiert, die sind immerhin wichtig fürs Einsatzgebiet des Receivers.

An Software haben wir Mockingjay Teil 1 und Teil 2 genutzt, zudem Phantastische Tierwesen, und wo sie zu finden sind. Bei allen gibt es neben Dolby-Formaten auch noch Dolby Atmos. Ebenso bei Roger Waters The Wall und weiteren. Hier haben wir auch getestet, ob die Video-Formate wie HDR und 4K auch ohne Probleme an Fernseher oder Beamer weitergereicht werden.

Beim Test hatten wir viele renommierte Hersteller dabei. Übrigens: Keines von den neuen Geräte kommt mehr ohne eine Möglichkeit aus, den AV-Receiver auf Raum und Lautsprecher einzumessen, aber offenbar auch nicht ohne den dezidierten Phono-Eingang.

 AV-Receiver Test: Sechs Av Receiver
Onkyo, Marantz, Yamaha, Denon, Pioneer und nochmal Yamaha im Test.

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