Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer Test: Denon Avr X4500h

AV-Receiver im Test : Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer

Update 01.02.2021

Für das perfekte Surround-Erlebnis braucht man einen AV-Receiver, ohne den geht nichts. Aber welcher ist wirklich gut? Wir haben 21 AV-Receiver getestet und können einige empfehlen.

Update 1. Februar 2021

Wir haben sechs weitere AV-Receiver getestet. Neue Empfehlungen sind der Marantz SR6015, der Denon AVC-X4700H, der Marantz NR1711, sowie der Yamaha RX-V4A.

30. September 2020

Wir haben fünf weitere AV-Receiver getestet. Der Denon AVR 2600H DAB  und der Pioneer VSX-LX504 sind neue Empfehlungen.

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Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Für viele bringt nur ein Surround-System den richtigen Sound. Vor allem bei Action-Filmen, damit das Erlebnis aber im positiven Sinne einzigartig wird, braucht man den richtigen AV-Receiver, denn er ist beim System das entscheidende Teil. Auf dem Markt gibt es viele, einige Hersteller haben sich aus diesem Bereich zurückgezogen, die verbleibenden bieten aber einiges an Auswahl.

Damit jeder den passenden Receiver findet, haben wir 21 getestet, 16 sind davon aktuell noch verfügbar. Ein guter Receiver kann einiges kosten, das muss aber nicht zwingend sein.

Allrounder: Marantz SR6015

Allrounder

Marantz SR6015

Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer Test: Marantz
Der SR6015 unterstützt die meisten aktuellen Formate, stellt satte Leistung zur Verfügung und ist unverkennbar von Marantz.

Der SR6015 von Marantz ist der Nachfolger des SR6014, von dem er seine Grundausstattung, nämlich neun Leistungsstufen, übernommen hat. Damit ist er für sämtliche Audio-Konstellationen zwischen 5.1.4 und 7.1.2 geeignet. Zudem ist es mithilfe eines zusätzlichen Terminals möglich, eine weitere Stereozone zu betreiben. Das ist sogar gleichzeitig möglich, sofern man beim Heimkinosystem nur maximal sieben Endstufen nutzt.

Beim Soundformat setzt Marantz nicht nur auf Dolby Atmos, sondern auch auf die DTS-Variante DTS:X, sowie IMAX Enhanced. Letzteres verfügt über besondere Vorgaben im Hinblick auf die Bild- und Tonwiedergabe. Die Frontplatte des Marantz wirkt sehr aufgeräumt, rechts und links ragen zwei Drehknöpfe aus der Gehäusefront heraus, in der Mitte befindet sich ein rundes Display. Hinter einer Klappe verborgen ist das Bedienfeld und einige Anschlussbuchsen. Dazu zählt neben einem USB-Port und einer Kopfhörerbuchse auch ein Video-Eingang sowie eine Buchse, an der sich das Messmikrofon anschließen lässt.

Auf der Rückseite des Marantz befinden sich insgesamt sieben HDMI-Anschlüsse, einer von diesen ist sogar für 8K geeignet. Zudem können zwei Subwoofer sowie elf weitere Lautsprecher angeschlossen werden. In beiden Fällen wird vorausgesetzt, dass der jeweilige Lautsprecher beziehungsweise Subwoofer über einen eingebauten Verstärker verfügt.

Ins Netzwerk lässt sich der Marantz per WLAN (2,4-GHz und 5-GHz) oder via Netzkabel einbinden, womit dem Streaming sämtliche Türen offen stehen. Zudem lässt sich der Receiver mithilfe der HEOS-App steuern, die als Signalquelle für in anderen Räumen aufgestellte WLAN-Lautsprecher dient. Voraussetzung dafür ist, dass sämtliche Komponenten mit der App kompatibel sind oder AirPlay 2 beherrschen.

Trotz der vielen Möglichkeiten, die der Marantz seinem Nutzer bietet, gelingt die Ersteinrichtung dank der hervorragenden Nutzerführung und einer graphisch aufwändigen Anleitung sehr einfach. Für Überblick am Lautsprecher-Terminal sorgen eine farbliche Kennzeichnung und eine Beschriftung.

Sind Subwoofer und Lautsprecher korrekt angeschlossen, kann man mit dem Vermessen der Raumakustik und der peniblen Einstellung des Pegels beginnen. Dafür ist im Lieferumfang des Receivers ein Messmikrofon enthalten, das an den hinter einer Buchse verborgenen Steckplatz angeschlossen wird. Den Rest erledigt der Mess-Computer.

Mithilfe der Software MultEQ XT32 von Audyssey werden acht verschiedene Positionen im Umfeld des Hörplatzes nacheinander einem Hörtest (mithilfe des Messmikrofons) unterzogen, um die jeweilige Akustik zu protokollieren. Diese Daten dienen daraufhin als Grundlage, um das Klangbild der Lautsprecher einzustellen. Das Ergebnis dieser 15 Minuten währenden Mühen ist ein sehr guter Klang, der sich freilich noch den individuellen Bedürfnissen entsprechend anpassen lässt.

Die gängigen Video- und Audioformate stellen den Marantz SR6015 für keine allzu großen Herausforderungen, selbst DSD-, oder FLAC-Dateien werden mit maximal 5,6 MHz abgespielt. Wem das zu modern ist, für den gibt es auch einen Phono-Anschluss, an dem sich beispielsweise ein Plattenspieler anschließen lässt, den Marantz übrigens auch im Programm hat.

Die Signalausgabe des Marantz ist sehr originalgetreu, zwei Atmos-Lautsprecher reichen bereits, um ein gutes Klangerlebnis mit einer hervorragenden Räumlichkeit zu generieren. Werden die Lautsprecher so aufgestellt, dass ihr Schall an die Decke strahlt und reflektiert wird, ertappt man sich dabei, wie man beim Geräusch eines Hubschraubers unwillkürlich zusammenzuckt und glaubt, er stehe direkt über der Couch. Der Subwoofer ist präzise und wird mit dem entsprechenden Nachdruck angesteuert.

Insgesamt ist der Klang des SR6015 recht ausgewogen, es gibt keine Frequenz, die besonders benachteiligt oder bevorzugt wird. Der Ton wird exakt so aufbereitet, wie vom Toningenieur gedacht. Bei der Musikwiedergabe zeigt sich, dass es sich beim SR6015 um einen hochsensiblen Feinzeichner handelt, denn er schafft es nicht nur, jeder Stimme ein individuelles Timbre zu verleihen, sondern sorgt bei der ein oder anderen Konzertaufnahme auch für Gänsehautstimmung pur. Auch dynamische Wechsel und aufschwellendes Getöse beherrscht der AV-Receiver, lediglich auf einen Tuner muss man bei diesem Gerät verzichten.

Günstig: Pioneer VSX-LX504

Günstig

Pioneer VSX-LX504

Test  AV-Receiver: Pioneer VSX-LX504
Mit insgesamt neun Endstufen und genug Leistungsreserven sorgt der VSX-LX504 für perfekten Heimkinogenuss.

Der Pioneer VSX-LX504 bietet insgesamt neun Verstärkerstufen sowie zahlreiche weitere Aus- und Eingänge, womit vor allem Besitzer eines Heimkino-Systems auf ihre Kosten kommen dürften, denn 5.1.4- sowie auch 7.1.2-Systeme liegen damit im Bereich des Möglichen.

Einen kleinen Wermutstropfen stellt Pioneers Verzicht auf das digitale Radio DAB+ dar, es gibt jedoch die Möglichkeit auf das analoge Radio zurückzugreifen, sowie – dank der Netzwerktauglichkeit des Pioneer VSX-LX504 – mithilfe von Streamingdiensten oder dem Dienst TuneIn auf digitalisierte Radioinhalte zuzugreifen. Mit FlareConnect gibt es zudem eine Möglichkeit des hauseigenen Streamings.

Die Bedienelemente des Pioneer befinden sind unter einer Klappe versteckt, hinter der sich nicht nur zahlreiche Tasten und Knöpfen befinden, sondern auch die Buchsen für den Kopfhörerausgang und den Anschluss eines Messmikrofons, welches dem Receiver übrigens beiliegt, um damit die individuelle Raumakustik einmessen zu können.

Ebenso sind dort eine USB- sowie eine HDMI-Schnittstelle zu finden. Die Installation des VSX-LX504 sollte selbst Laien vor keine großen Probleme stellen und sich in etwa einer halben Stunden bewerkstelligen lassen – inklusive Einmessung mittels Messmikrofon.

Hinsichtlich des Klangs hat sich der Pioneer VSX-LX504 keinerlei Schwächen erlaubt, geflüsterte Dialoge waren deutlich und klar zu verstehen und selbst anspruchsvolle Schlachtszenen sorgten in keinem Fall dafür, dass der Pioneer die Kontrolle verlor. Auch Verzerrungen leistete sich der VSX-LX504 nicht. Insgesamt ist die Leistung des Pioneer also mehr als ausreichend, um damit ein eigenes Heimkino betreiben zu können.

Anschlussfreudig: Denon AVR-X4700H

Anschlussfreudig

Denon AVC-X4700H

Test: Denon Avc X4700h
Der AVC-X4700H liefert souveräne Leistungsreserven und unterstützt neben Dolby Atmos auch das weniger verbreitete Auro-3D-Format.

Dass der Denon AVR-X4700 bereits optisch stark an den SR6015 erinnert, liegt daran, dass sich die beiden Hersteller ihre Vertriebskanäle und Entwicklungsabteilung teilen. Allerdings unterscheiden sich die beiden auch in manchen zusätzlichen Features. Für dreidimensionalen Sound hat der Denon sowohl Dolby Atmos als auch Auro-3D an Bord. Letzteres ist besonders bei Konzertaufnahmen verbreitet. Zudem können viele 5.1 und 7.1 Tonspuren mithilfe des Auro-Matic Upmixers eindrucksvoll erweitert werden.

Im Vergleich zum Marantz ist die Ausgangsleistung des AVC-X4700H höher, was ihn für den Einsatz in großen Räumen prädestiniert. Wer aus Budget- oder Platzgründen auf an der Decke angebrachte Lautsprecher verzichten muss, der bekommt mit DTS Virtual:X und Dolby Height Virtualization zwei Lösung mit an die Hand, mit der sich ein passabler 3D-Sound ganz ohne Deckenlautsprecher erzeugen lässt.

Dank der 11.2-Vorverstärker-Ausgänge kann man zwischen zwei Subwoofern und elf Lautsprechern jonglieren. Das Realisieren eines 7.1.4-Systems ist damit problemlos möglich, sofern man aktive Lautsprecher dafür verwendet. Einmessung und Koordination der verschiedenen Lautsprecher erfolgen über die Software MultEQ XT32 von Audyssey, die zusammen mit dem Messmikrofon von Audyssey mitgeliefert wird.

Der AVC-X4700H verfügt über insgesamt acht HDMI-Schnittstellen, wie beim SR615 ist auch hier eine davon 8K-geeignet. HEOS sorgt dafür, dass Streaming in das HEOS-Multiroom-System möglich ist. Klanglich unterscheidet sich der Denon vom Marantz nur marginal, abseits eines direkten A/B-Vergleichs lässt sich kein hörbarer Unterschied feststellen. Zu den wichtigsten Unterscheidungskriterien der beiden AV-Receiver zählen also die höhere Leistung des Denon, seine Auro-3D-Unterstützung, sowie das Design. Ob das den Aufpreis Wert ist, muss jeder für sich entscheiden.

Schlank: Marantz NR1711

Schlank

Marantz NR1711

Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer Test: Marantz Nr1711
Marantz stellt mit dem NR1711 wieder einen schönen, schlanken AV-Receiver ins Wohnzimmer, der alles kann, was wichtig ist.

Der NR1711 ist ein leistungsfähiger AV-Receiver, der dennoch schlank und dezent ist. Marantz bedient hier eine Marktnische, da sich nicht jeder einen großen Receiver ins Zimmer stellen will und deshalb auf ein kleineres Gerät zurückgreifen möchte. Da kommt das Slimline-Gehäuse des NR1711 gerade recht. Dass die geringe Größe nicht zwangsläufig mit einem Mangel an Ausstattung korreliert, beweisen die sieben Endstufen des NR1711.

Mit seinen zahlreichen Ausgängen ist der kleine Marantz zwar durchaus dazu fähig 5.1.2-Atmos-Setups zu bespielen, eine weitere Zone lässt sich dann aber nicht mehr mit Input versorgen. Realisieren kann man die zweite Zone trotzdem, nämlich mithilfe zweier aktiver Lautsprecher. Aufgrund der beengten Verhältnisse auf der Rückseite sind die Anschlüsse für die Lautsprecherterminals in über einander liegenden Pärchen gereiht. Trotzdem haben es sechs HDMI-Ports auf die Geräterückseite geschafft, einer davon ist 8K-fähig.

Auch hier wird mithilfe eines Messmikrofons eingemessen. Dafür kommt allerdings die etwas abgespeckte Software MultEQ zum Einsatz. Zudem wird nicht auf acht, sondern auf sechs Positionen eingemessen. Klanglich weiß der NR1711 auf ganzer Linie zu überzeugen und macht – gemessen an seiner geringen Größe – mächtig Lärm.

Für Einsteiger: Yamaha RX-V4A

Für Einsteiger

Yamaha RX-V4A

Test  Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer: Yamaha RX-V4A
Der günstige Yamaha kann zwar weder Dolby Atmos noch Auro 3D, dafür ist aber DAB+-Empfang integriert.

Der RX-V4A von Yamaha kommt in einem gänzlich neuen Design daher. Mit einer Bauhöhe von lediglich 17 Zentimetern ist der AV-Receiver zudem recht flach. Das Display ist in die Hochglanzfront integriert und dank MusicCast muss man auch auf Streaming-Dienste nicht verzichten.

Während die Rückseite recht aufgeräumt wirkt, herrscht – verglichen mit den Konkurrenzmodellen – auf der Rückseite des RX-V4A gähnende Leere, lediglich fünf Lautsprecher und ein Subwoofer lassen sich hier anschließen. Damit sind sowohl DTS:X als auch Dolby Atmos unmöglich, womit sich der Yamaha deshalb vor allem für Einsteiger eignet, die sich mit 5.1-Sound begnügen. Die vier HDMI-Eingänge können 8K/60 übertragen, beim Phono-Eingang wurde leider der Rotstift angesetzt.

Dafür verfügt der Yamaha über einen DAB-Tuner sowie einen Einmess-Assistenten (YPAO), der mithilfe des ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Mikrofons seine Arbeit in Windeseile verrichtet. Mit ein Grund für das schnelle Vermessen des Wohnzimmers ist jedoch auch, dass nur zwei Messvorgänge durchgeführt werden, bei denen das Mikrofon seinen Standort nicht ändert.

Trotzdem lohnt sich das Einmessen, denn der Klang des RX-V4A ist sehr gut. Zudem gibt es 17 verschiedene Sound-Presets, mit denen sich für jedes Genre ein passendes klangliches Endergebnis einstellen lässt.

Was gibt es sonst noch?

Mit dem Denon AVR-X4500H bekommt man einen Alleskönner, der zwar nicht günstig ist, dafür aber viele Anwendungsmöglichkeiten bietet. Dank toller Nutzerführung sind auch Einrichtung und Installation leicht, ebenso die alltägliche Bedienung.

Die Allround-Fähigkeiten sieht man ihm gar nicht an, seine Frontplatte wirkt aufgeräumt, zu viele Tasten und Knöpfe gibt es auch nicht und es gibt ein aussagekräftiges Display. Darunter wenige Tasten, die sind gedacht für den Direktzugriff auf vier wichtige Quellgeräte. Simpel aber effektiv.

Ebenso übersichtlich ist die Fernbedienung gehalten, eine kostenlose App fürs Smartphone kann für die Bedienung alternativ auch verwendet werden. Sieht man sich die Rückseite des Geräts an, merkt man aber was alles drin steckt. Denn hier finden sich sieben Eingänge für HDMI, ein achter vorne neben einem Eingang für USB, hier können externe Quellen angeschlossen werden. Vorne findet sich auch eine Kopfhörerbuchse, die ist Standard bei vielen Geräten.

Man vernetzt das Gerät entweder per WLAN oder übers Netzwerkkabel. Via Bluetooth kann auch das Smartphone als Quelle genutzt werden, mit aptX-Codec für eine bessere Qualität bei Klang und Übertragung.

Diese Einmessung geht vollautomatisch und heißt Audyssey MultEQ XT. Das klappt tatsächlich ohne Probleme und eine Bedienung per App-Unterstützung ist auch möglich. Somit ist das Gerät perfekt abgestimmt, Präferenzen lassen sich aber natürlich noch einstellen.

Beinahe alle aktuellen Video- und Audioformate werden vom Gerät abgespielt, etwa auch unkomprimierte DSD- oder FLAC-Dateien, sogar bis zu 5,6 MHz. Somit genügt das Gerät auch den Ansprüchen von Streamingdiensten, die bieten Musik nämlich zunehmend in HiRes an.

Was das Gerät – ob nun mehr- oder zweikanalig – an Lautsprecher ausgibt, folgt genau den Vorgaben von der Quelle. Er schafft eine tolle Räumlichkeit und das, trotz dem Paar Atmos-Lautsprecher, die auf den Frontlautsprechern liegen und zur Decke abstrahlen, per Reflexion wird die entsprechende Räumlichkeit dann hergestellt. So prasselt der Regen von der Decke oder der Hubschrauber überfliegt das Heimkino. Präzise und auch mit Nachdruck wird der Sub angesteuert, das lässt auch Explosionen besser wirken.

Insgesamt gibt es elf Endstufen, so können auch vier Deckenlautsprcher angesprochen werden oder welche, die auf den Rear- oder Front-Speakern positioniert sind, damit der Atmos-Effekt per Deckenreflexion erreicht wird. Anders geht es aber auch, etwa bei der Wiedergabe von Musik. Ob nun mehrkanalig bei DVD oder Blu-ray oder eine Stereo-Aufnahme: das Gerät kann auch als sensibler Feinzeichner fungieren. Den Stimmen wird das ihnen eigene Timbre gegeben, Gänsehaut kann erzeugt werden bei Konzertmitschnitten. Bei Mitschnitten vom Roger Waters-Konzerts, die Atmos-kompatibel sind, gelingen dynamische Wechsel von Dialogen, feinen Zwischentönen und Getöse gut.

Mit dem Yamaha RX-A1080 werden die wenigen Lücken gefüllt, die das Denon-Gerät gelassen hat. Er etwa empfängt standardmäßig DAB+, beim Internetradio gibt es Net Radio, die Konkurrenz dagegen setzt eher auf TuneIn.

Auch die Eingänge können sich sehen lassen. Vor allem die analogen Video-Eingänge sind ausreichend vorhanden. Das ist vor allem gut, wenn man älteres Equipment zuhause hat. Auch gut gekennzeichnete Anschlüsse und qualitativ hochwertige Lautsprecher-Terminals können sich sehen lassen. Auch gibt es viele analoge Audio-Eingänge, ein Anschluss für Plattenspieler ist da auch dabei.

Für die Einmessung wird das YPAO-Programm genutzt. Mit dabei ist ein Messmikrofon, ein Stativ gibt es hier nicht. Die Einmessung geht schnell. Auch verpolt angeschlossene Lautsprecher werden eindeutig identifiziert in der ersten Stufe.

Die Standardmessung reicht fürs normale Heimkino aus, man positioniert das Mikro in der Mitte von der Sitzgruppe, die Lautsprecher werden in Pegel und der Laufzeit automatisch darauf abgestimmt. Wenn die Hörzone eher großzügig ausgelegt ist, gibt es auch eine Mehrfachmessung. Dann werden ganze acht Messungen durchgeführt, dafür platziert man das Mikro jeweils in einer anderen Position. Dann ist das Kinoerlebnis von jedem Platz aus optimal.

Vom Marantz NR1609 werden diejenigen angesprochen, die ein eher unauffälliges Gerät wollen. Er baut mit etwa 10 Zentimetern, nur halb so hoch wie seine Konkurrenz, außerdem sind die Seiten sanft abgerundet, so wirkt er sehr elegant.

Messtechnisch und nominell bietet er weniger Leistung, außerdem werden hier einige Endstufen gespart und so viele Anschlussbuchsen hat er auch nicht.

Somit muss man etwa darauf verzichten, dass eine zweite Zone versorgt wird. Wenn man etwa ein Dolby-Atmos-Setup einrichten möchte, klappt das nur mit 5.1.2-Aufstellung und maximal zwei der Atmos-Speaker, die werden dann an die Surround-Back-Terminals angeschlossen. Als Alternative kann man auch ein 7.1 Setup einrichten, ohne Dolby Atmos. Der Eindruck ist solide, nicht nur bei den Lautsprecherklemmen.

Für die Einmessung nutzt man Audyssey, neben AirPlay auch als Multiroom-Variante noch Heos. Marantz und Denon stammen also aus einem Haus. An der Software für die Einmessung hat man etwas gespart, denn wo es bei Denon acht Mikrofon-Poisitionen gibt, sind es hier nur sechs. Das dürfte aber auch ausreichen. Anstatt wie bei Denon eine halbe Stunde Einmessen ist hier alles nach nur 20 Minuten fertig.

Dann fährt das Gerät aber zu seiner Höchstform auf, diese Dynamik hätte man bei dem schmalen Receiver nicht erwartet. Im Testraum mit 25 Quadratmetern kam das Gerät noch nicht an seine Grenzen.

Somit ist es der ideale Partner, wenn man zwar Dolby-Atmos möchte, aber das Ganze optisch dezent halten will. Das Internetradio ist auch integriert und Multiroom-Fähigkeit und drahtlose Übertragung über Bluetooth oder WLAN sorgen für eine tolle Ausstattung.

Weil der Denon AVR-X2600H DAB über lediglich sieben Endstufen verfügt, ist sein Einsatzbereich auf die Verwendung in einer 5.1.2- und 7.1-Umgebung beschränkt. Ins Netzwerk lässt sich der Denon per WLAN oder LAN einbinden. Ferner ist sogar die Möglichkeit des Bluetooth-Streamings gegeben. Radioempfang bietet der AVR-X2600H DAB sowohl in digitaler als auch in analoger Form.

Obwohl der AV-Receiver über insgesamt acht (Vorder- und Rückseite) HDMI-Eingänge verfügt, kann das Bild aber lediglich an einen einzigen Beamer oder Fernseher weitergegeben werden. Weder für das Bild noch für den Ton ist also ein Zwei-Zonen-Betrieb möglich.

Was den Klang angeht, so befindet sich der AVR-X2600H DAB auf dem selben Niveau wie der AVR-X4500H. In unserem Test ließ sich kaum ein hörbarer Unterschied zwischen den beiden Systemen feststellen. Selbiges gilt für die Installation sowie die alltägliche Bedienung, lediglich die Audyssey-Software findet man beim AVR-X2600H DAB in einer leicht abgespeckten Variante vor.

Weil der Denon über Dolby-Atmos verfügt, bietet er mit dem »Height Virtualizer« genannten Feature die Möglichkeit, mithilfe an die Decke geworfener Schallwellen dem Hörer Lautsprecher an eben dieser vorzugaukeln. Die bereits vorhandenen Boxen reichen aus, damit der Receiver dieses virtuelle Klangerlebnis erzeugt. Die Qualität echter Decken-Lautsprecher wird damit freilich nicht erreicht, dafür spart man sich aber eine Menge Aufwand und der Beziehung zum Nachbarn ist diese Variante auch zuträglicher.

Unterm Strich ist der Denon AVR-X2600H DAB als Schaltzentrale für sämtliche Multimedia-Aufgaben im Haushalt zu gebrauchen, mit ihm ist nicht nur der Betrieb eines Heimkinos möglich, sondern ebenso Streaming und Radiohören.

Beim Yamaha RX-V685 wird klar, dass wir es hier mit einem kostengünstigeren Gerät zu tun haben. Ganz so solide wirken die Lautsprecher-Terminals nicht und eine Frontklappe sucht man hier vergeblich.

Dennoch gibt es hier wenige Bedienelemente, sodass die Front trotzdem aufgeräumt wirkt, das Gleiche gilt für die Rückseite samt der Anschlüsse. Ein Mangel an Verstärkerzügen und Lautsprecherausgängen besteht hier nicht, einzig für digitale und analoge Quellgeräte gibt es weniger Buchsen.

Das Einmessprogramm ist auch abgespeckter und es gibt nur 17 abrufbare DSP-Programme, das ist aber noch immer viel. Auch hier sind Konzert-Locations hinterlegt, die akustisch prägnant sind.

Der Pioneer VSX 933 gleicht dem Onkyo, sowohl äußerlich als auch innerlich. Verwunderlich ist das nicht, denn die Firmen arbeiten seit längerem unter einem Dach, beide Geräte kommen also von einem Band. Der Pioneer hat einige Eingänge weniger, vorwiegend die analogen, zudem findet man hier nur einen HDMI-Ausgang.

Hinten ist er somit aufgeräumter, aber dadurch können Fernseher und Beamer nicht gleichzeitig mit einem Bild versorgt werden ohne Umstöpseln. Wenn man also keine diversen analogen Eingänge braucht, ist das Gerät hier praktisch und günstiger als das von Onkyo. Bei Klang, Bedienung und Einrichtung gibt es keinen Unterschied, auch hier spielt das Gerät zupackend und schafft akustisch jeden Blockbuster.

Der Denon AVR-X2300WBKE2 ist für unerfahrene Nutzer gut geeignet, die Inbetriebnahme und das Optimieren fürs Heimkino gehen leicht. Diese Allroundfähigkeiten sieht man ihm aber gar nicht an. Die Frontplatte wirkt aufgeräumt, nur wenige Tasten gibt es unterm Display für den Direktzugriff auf vier wichtige Quellgeräte.

Der Marantz SR6014 ist nahezu baugleich mit dem AVR-X4500H – was nicht weiter verwundert, denn die beiden Geräte wurden gemeinsam entwickelt. Die größten Unterschiede sind im Design und einigen Feinheiten bezüglich der klanglichen Abstimmung vorzufinden. Wie auch beim Denon findet man beim Marantz elf Endstufen vor, die vor allem eines bieten: Leistung satt.

Der Marantz SR5014 kann mit lediglich sieben Endstufen aufwarten, womit er sich allerdings ideal für Heimkinosysteme im überschaubaren Rahmen eignet. Ansonsten ist beim SR5014 von der individuellen Raumanpassung bis zur Netzwerkfähigkeit alles an Bord. Die Messsoftware von Audyssey ist ein klein wenig abgespeckt, sucht aber in Sachen Bedienkomfort ihresgleichen.

Wissenswertes über AV-Receiver

Multiroom-Systeme, Sounddecks und Soundbars sind beliebt, aber wer tatsächlich Filme mit Surround-Sound genießen will, braucht ein vollwertiges Surround-System. Der wichtigste Teil davon ist der AV-Receiver, denn der verteilt den Mehrkanalton an die Lautsprecher.

7.1 Lautsprecher Setup - Bild: MTX.com
7.1-Surround-Sound-System.

So besteht etwa ein 5.1-System aus insgesamt sechs Lautsprechern. Dabei gibt es einen Center unter Leinwand oder Fernseher, der ist vorwiegend für die Sprachausgabe da, dann zwei vorne seitlich und auch zwei Surround-Lautsprecher leicht hinter oder neben der Abhörposition. Die Eins in der Bezeichnung meint den Subwoofer, der kann recht frei im Raum platziert werden, denn tiefe Frequenzen füllen den ganzen Raum und lassen sich weniger gut orten.

Dann gibt es noch ein 7.1-System mit zwei weiteren Lautsprechern, die werden hinter den Rücklautsprechern des ersten Systems platziert.

Schluss ist dann aber noch lange nicht, auch 9.1- und sogar 11.1-Systeme gibt es, da werden noch Matrix-Kanäle hinzugefügt. Noch interessanter wird es dann, wenn der Sound auch von oben, also der dritten Raumdimension kommt.

Für die 3D-Systeme gibt es dann eine dritte Ziffer, also etwa ein 5.1.2-System mit fünf der Surround-Lautsprecher, zwei Deckenlautsprechern und einem Subwoofer. Oder ein 7.1.2-System mit zwei rückwärtigen Lautsprechern zusätzlich. Beide Varianten entsprechen auch der Dolby Atmos-Konfiguration.

Damit der Ton von der Decke kommt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man hängt wirklich einen Lautsprecher dort hin, oder man setzt auf die vorderen Lautsprecher noch solche, die zur Decke strahlen. Der Schall wird dann von dort an die Abhörposition reflektiert, so wird der Eindruck vermittelt, als käme der Klang von der Decke. Bei den Rück-Lautsprechern geht das natürlich auch.

Je mehr man von den Lautsprechern nutzt, desto besser ist das Surround-Erlebnis, jedoch bedeutet das auch einen höheren Installationsaufwand.

Damit sich der in Grenzen hält, kann man die Rücklautsprecher auch oft über Funk ansprechen, auch den Subwoofer. So kann man die Lautsprecher auch frei im Rau aufstellen, ohne Kabel verlegen zu müssen. Die Front- und die Center-Lautsprecher sind ohnehin in der Nähe von Leinwand oder Fernseher und daher meist unproblematisch bei der Verkabelung.

Die audiovisuelle Schaltzentrale

Mit dem AV-Receiver hat man die zentrale Schaltstelle, hier werden die Signale von verschiedenen Ton- und Bildquellen aufgenommen und an die unterschiedlichsten Wiedergabegeräte weitergegeben.

Bei den Audio-Signalen sind das die unterschiedlichen Lautsprecher-Sets. Egal ob Stereowiedergabe, 3D-Surround oder eine Multiroom-Beschallung mit mehreren Boxen. Bildsignale von verschiedensten Quellgeräten werden auch einen oder auch mehrere Bildschirme weitergegeben, etwa an den Beamer oder Fernseher. Die Quelle sind meist TV-Receiver für Kabel oder Sat oder den terrestrischen Empfang, Blu-ray-Player oder auch Spielekonsolen. Dank zunehmender Vernetzung gesellen sich dazu auch Online-Angebote.

Neben der Fernbedienung haben viele Receiver auch Apps, mit denen das Gerät übers Smartphone bedient werden kann. Aber trotz der vielen modernen Quellen wird meist nicht auf analoge Eingänge verzichtet, wie für Plattenspieler. Immerhin sollte man auch alles, das Video oder Ton ausgibt an den Receiver anschließen können.

AV-Receiver können verschiedene Surround-Sound-Tonformate dekodieren und sie in Raumklang umsetzen. Entweder werden die unterschiedlichen Videoformate dabei nur an Beamer oder Bildschirm weitergeleitet, teils aber auch aufbereitet. Dank der Vielseitigkeit und da sie Raumklang umsetzen können, sie die Receiver der zentrale Baustein von jedem Heimkino.

Multiroom, Upscaling etc.

Viele AV-Receiver haben eine großzügige Ausstattung mit Audio-Endstufen, so gibt es dann neben einem Haupt-Raum  mit Surround-Sound auch noch einen zusätzlichen Raum, der immerhin mit einem Stereo-Signal versorgt werden kann. Die entsprechenden Kabel für die Lautsprecher müssen dafür aber liegen.

Außerdem könnten auch drahtlose Lautsprecher versorgt werden. Dazu verwendet man meist das hauseigene Funkprotokoll (Yamaha MusicCast, Denon HEOS, FlareConnect), zumeist parallel zu Sonos und/oder Airplay. Im Idealfall erfolgt die Einrichtung dann per Benutzeroberfläche am angeschlossenen Display recht komfortabel.

Aber auch das Bild ist wichtig. Standards und neue Formate sollten das Gerät unbeschadet passieren können, so etwa 4K-Auflösung oder HDR, damit sie dann an Display oder Beamer weitergereicht werden. Unsere aktuellen Geräte können das ohne Probleme und ermöglichen sogar Hochskalieren der Bildsignale von Standard-Auflösung zu FullHD oder auch 4K. Bei den aktuellen HDR-Standards sieht es anders aus. Dolby Vision, HDR10 und HDR HLG (der geplante HDR-Sendestandard) werden alle unterstützt. Bei den Vorgängern war das aber noch anders, dennoch haben wir sie in der Liste gelassen, hier kann man dennoch ein Schnäppchen machen.

So haben wir getestet

Dank der Position als die Schaltzentrale braucht das Gerät viele Schnittstellen. Die Aus- und Eingänge müssen dabei sicher verkabelt sein oder auch drahtlos eingebunden, meist muss man den Receiver auch an die Rahmenbedingungen der Installation anpassen.

Daher haben wir nach korrekter Verkabelung die eigentliche Installation vorgenommen, gemeint ist das Setup von vorhandenen Lautsprechern. Hierzu gibt es von den Receivern unterschiedliche Hilfestellungen. Unsere Testmodelle haben alle ein Messmikrofon, gemeinsam mit intelligenter Elektronik ortet das jeden der angeschlossenen Lautsprecher und versorgt ihn dann für die Position, die ihm zugeteilt ist mit dem richtigen Signal.

Danach kommt die Klangbeurteilung dran, soll heißen wie gut schafft es das Gerät, die Lautsprecher stimmig anzusprechen? Und wie gut passt zu dem Filmgeschehen der Rundum-Klang?  Dafür haben wir Konzertmitschnitte und Filme gehört bei hohen Pegeln wie auch bei moderater Lautstärke, immerhin soll der Sound in jeder Situation gut rüberkommen.

Genutzt haben wir ein nuBox 513 Set 5.1.2 von Nubert, man kann die Lautsprecher variabel aufstellen, sie klingen ausgewogen – perfekt für einen Vergleich der Verstärkerelektronik – und zu teuer sind sie auch nicht. Wem die Bassqualitäten der vorderen Standboxen reicht, der kann etwa auf den Subwoofer verzichten. Außerdem werden von den rückwärtigen Boxen und auch von den Effektlautsprechern, die für Atmos zuständig sind, zwei Betriebsarten angeboten. Rears sind ausgeführt als Dipol-Strahler, wenn nötig können sie die Rückwände für die Reflexion nutzen. Atmos-Lautsprecher kann man wahlweise vorne auf die Boxen stellen, dann wird die Decke für die Reflexion genutzt. Oder man montiert sie direkt unter der Decke.

Wir haben außerdem darauf geachtet, dass die Einbindung in das Netzwerk und eventuell auch der Multiroom-Installation einfach ist. Zudem haben wir die vorhandenen Schnittstellen dokumentiert, die sind immerhin wichtig fürs Einsatzgebiet des Receivers.

An Software haben wir Mockingjay Teil 1 und Teil 2 genutzt, zudem Phantastische Tierwesen, und wo sie zu finden sind. Bei allen gibt es neben Dolby-Formaten auch noch Dolby Atmos. Ebenso bei Roger Waters The Wall und weiteren. Hier haben wir auch getestet, ob die Video-Formate wie HDR und 4K auch ohne Probleme an Fernseher oder Beamer weitergereicht werden.

Beim Test hatten wir viele renommierte Hersteller dabei. Übrigens: Keines von den neuen Geräte kommt mehr ohne eine Möglichkeit aus, den AV-Receiver auf Raum und Lautsprecher einzumessen, aber offenbar auch nicht ohne den dezidierten Phono-Eingang.

 AV-Receiver Test: Sechs Av Receiver
Onkyo, Marantz, Yamaha, Denon, Pioneer und nochmal Yamaha im Test.

 

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