Test UHD-Recorder: Panasonic DMR-UBC80

UHD-Recorder im Test : Panasonic Monopol

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Veröffentlicht 07.12.2019

Konkurrenzlos bespielt Panasonic den Markt der UHD-Recorder und überzeugt dabei so sehr, dass die geringe Auswahl nicht weiter stört. Wer also nicht nur UHD-Blu-rays abspielen, sondern auch UHD Sendungen aufnehmen möchte, sollte hier unbedingt zuschlagen. Aber die Geräte können noch viel mehr.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Das tägliche TV-Programm ist zwar noch nicht voller UHD-Inhalte, doch der Trend geht dahin, dass immer mehr UHD-Leckerbissen auch im Free-TV verfügbar sind. Für die nahe Zukunft ist man mit den UHD-Recordern von Panasonic gut beraten. Sinnvoll ist eine Anschaffung vor allem, wenn man sich eh gerade einen UHD-Blu-ray-Player zulegen möchte, denn die Geräte sind wahre Multitalente und können weitaus mehr als nur in UHD aufzeichnen.

Aktuell gibt es nur noch zwei Modelle der UHD-Recorder von Panasonic, die jeweils mit Satelliten- oder Kabelempfang verfügbar sind. Um welches Modell es sich handelt, erkennt man am letzten Buchstaben des Produktnamens: »S« steht für Satellit und »C« für Cable. Man hat die Wahl zwischen dem Gerät mit zwei Terabyte Speicher und der abgespeckten Version mit 500 Gigabyte Speicher, die sich auch in der weiteren Ausstattung unterscheidet, so muss man bei der günstigeren Variante beispielsweise auf den zweiten HDMI-Anschluss verzichten und kann auch keine SD-Karten einstecken. Beide Modelle können UHD Inhalte auf der Festplatte speichern, diese allerdings nur in HD auf Blu-ray brennen.

Spitzenmodell: Panasonic DMR-UBS90/DMR-UBC90

Für Satellit-Empfang

Panasonic DMR-UBS90

Für Kabel-Empfang

Panasonic DMR-UBC90

Test UHD-Recorder: Panasonic DMR-UBC90
Das Schwestermodell für den Kabelempfang ist ansonsten identisch mit dem Satelliten-Kollegen.

Das Flaggschiff der Reihe kommt in zwei Anschlussvarianten, in der Satelliten-Version DMR-UBS90 und in der Kabel Version DMR-UBC90. Die beiden unterscheiden sich in ihrer sonstigen Ausstattung nicht. Die Geräte überzeugen durch ihre große Vielfalt an Funktionen, die man über ein intuitiv verständliches und übersichtliches Menü erreicht.

Bevor es losgehen kann, muss der Recorder den Voraussetzungen entsprechend, angeschlossen werden: Die Verkabelung bietet verschiedene Anschlussmöglichkeiten, welche aufgrund der Schaubilder leicht nachvollziehbar sind. Wenn man den Recorder über das Einkabel/Unicable-System anschließt kann man bis zu drei Aufnahmen gleichzeitig programmieren und währenddessen sogar ein weiteres Programm ansehen vorausgesetzt, dass es sich auf dem gleichen Transponder befindet. Um beim Sendersuchlauf besser durchzublicken, kann man zwischen freien Sendern und Pay-TV oder der Auflösung, also HD oder UHD auswählen.

Das Programmieren von Aufnahmen gelingt schnell und einfach über den Programmführer, hier wählt man die gewünschte Sendung in der passenden Auflösung und los geht’s. Möchte man beispielsweise eine wöchentlich wiederkehrende Sendung immer wieder aufnehmen, ohne dafür eine Aufnahme zu programmieren, kann man das »Keyword Recording« nutzen, welches durch Zuordnen von Schlagwörtern die Aufnahme automatisch startet. Die Aufzeichnungen findet man anschließend im Archiv, welche mit Thumbnail, Sendername, Erstellungsdatum und der Länge der Aufnahme aufgeführt werden. Die Aufnahmen kann man beliebig zurechtschneiden, kürzen oder in mehrere Teile splitten.

Eine großartige Erleichterung ist auch die »Media Center« App, die sowohl für Android-, als auch für Apple-Geräte zur Verfügung steht. Hier kann man von unterwegs aus Aufnahmen programmieren, das TV-Programm live streamen und auf die Inhalte der Festplatte zugreifen, jedoch nur in maximal 720p. Eine weitere kabellose Zugriffsoption in besserer Qualität und auf größerem Bildschirm bietet der TV-over-IP-Standard, mit dem man kompatible Fernsehgeräte verbinden kann, alternativ funktioniert das auch über eine Set-Top-Box oder über DLNA bei Laptops oder Computern.

Sollte die zwei Terabyte Festplatte mit dem Maximum von 155 Stunden UHD oder 310 Stunden HD Aufnahmen gefüllt sein, kann man die Brennfunktion des Geräts nutzen. Man kann entweder DVDs oder Blu-rays brennen, nicht jedoch UHD-Blu-rays, deshalb ergibt es eher Sinn die HD-Inhalte zu brennen, da UHD immer auf HD skaliert wird.

Man kann über USB-3.0 oder den SD-Kartenanschluss auch Fremdmaterial auf der Festplatte speichern, dabei werden gängige Film-, Foto- und Musikformate wie MP4, AVCHD, AVCHD 3D, MKV, JPEG, MPO, AAC, ALAC, DSD, FLAC, MP3, WMA und WAV angenommen. Musikliebhaber können sich außerdem an DSD (5.6 MHz/2.8 MHz) erfreuen. Das Gerät kommt mit zwei HDMI-Eingängen, verzichtet allerdings auf einen optischen Kabelausgang.

Die Auswahl an Apps ist groß und gut geordnet.

Über WLAN oder Kabel kann man den Recorder mit dem Internet verbinden und hat so Zugang zu zahlreichen Apps. Auf das Streamingportal Netflix gelangt man direkt über den Netflix-Knopf auf der Fernbedienung. Hier und auch auf Amazon Prime Video lassen sich UHD-Inhalte direkt streamen. Schaut man linear fern, so kann man schnell über die rote Taste der Fernbedienung zu den Mediatheken der Sender gelangen, auch wenn gerade eine Aufnahme läuft. Möchte man das lineare Fernsehen kurz pausieren, muss man mit einer kurzen Verzögerung von ca. fünf Sekunden rechnen, was erst einmal ungewohnt und irritierend ist, danach jedoch einwandfrei funktioniert.

Die wahre Freude offenbart sich beim Schauen von UHD-Blu-rays, welche in HDR erstrahlen und das Potenzial des Fernsehers in Gänze ausreizen. Hier kann man die aktuellen Blockbuster im Heimkino genießen. Hervorragend sind dabei die Einstellungsmöglichkeiten, die ein wirklich perfektes Bild ermöglichen.

Der kleine Bruder: Panasonic DMR-UBS70/DMR-UBC70

Der DMR-UBS70/DMR-UBC70  ist die günstigere Version und kommt nur auf ein Viertel des Speicherplatzes des großen Bruders. Außerdem kann er nur zwei Sendungen parallel aufzeichnen und kommt mit nur einem HDMI-Anschluss und somit ohne separaten Audioausgang. Das Anschließen von SD-Karten ist auch nicht möglich. Darüber hinaus wurde beim Display gespart, welches mit Matrixanzeige kommt und keine Segmentanzeige hat, wie das teurere Modell DMR-UBS90/DMR-UBC90. Dafür spart man sich allerdings fast 300 Euro. Ansonsten muss man auf keine der großartigen Leistungen verzichten und kann auch mit diesem Gerät die oben aufgezählten Vorzüge genießen. Wer also den Geldbeutel ein wenig schonen möchte und auf Speicherplatz verzichten kann, ist mit der abgespeckten Version von Panasonic immer noch bestens beraten.

Ursprünglich war auch eine Version mit einem Terabyte Speicherplatz auf dem Markt, welche jedoch momentan nicht verfügbar ist. Sie lief unter der Seriennummer DMR-UBS80/DMR-UBC80.

Da das aktuelle Fernsehprogramm momentan noch nicht viele UHD-Inhalte bietet, wundert sich der ein oder andere, warum es trotzdem sinnvoll sein soll, sich ein UHD-Recorder anzuschaffen und dieser Gedanke ist gar nicht unberechtigt. PayTV-Anbieter wie Sky bieten Programme in UHD an, die sind aber geschützt und können nur mit der hauseigenen Hardware des Anbieters aufgezeichnet werden. Damit wird das Einsatzgebiet eines UHD-Recorders nochmals eingeschränkt.

Deshalb sind UHD-Recorder unserer Meinung nach erst dann lohnend, wenn man sich sowieso gerade einen UHD-Player ins Haus holen möchte.  Man ist dann gut vorbereitet, sobald mehr UHD-Sendungen im öffentlich-rechtlichen gezeigt werden und muss sich nicht noch ein weiteres teures Gerät anschaffen. Zudem kann unsere Top-Empfehlung, die DMR-USB90, ebenso SD- und HD-Inhalte aufzeichnen und ist somit nicht nur für die Zukunft bestens ausgestattet, sondern kann bereits jetzt Ihren gewöhnlichen Recorder ersetzen.

Außerdem ist ein UHD-Recorder für all diejenigen eine gute Investition, die selbst in UHD aufnehmen, wie etwa mit einem UHD-Camcoder, da Sie ihr Material in höchster Qualität auf der Festplatte speichern und auch wiedergeben können.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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