Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer Test: Denon Avr X4500h

AV-Receiver im Test : Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer

Update 01.07.2021

Für das perfekte Surround-Erlebnis braucht man einen AV-Receiver, ohne den geht nichts. Aber welcher ist wirklich gut? Wir haben 22 AV-Receiver getestet und können einige empfehlen.

Update 1. Juli 2021

Wir haben weitere AV-Receiver getestet und mit dem RX-A2A von Yamaha eine neue Empfehlung.

1. Februar 2021

Wir haben sechs weitere AV-Receiver getestet. Neue Empfehlungen sind der Marantz SR6015, der Denon AVC-X4700H, der Marantz NR1711, sowie der Yamaha RX-V4A.

30. September 2020

Wir haben fünf weitere AV-Receiver getestet. Der Denon AVR 2600H DAB  und der Pioneer VSX-LX504 sind neue Empfehlungen.

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Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Für viele bringt nur ein Surround-System den richtigen Sound, vor allem bei Action-Filmen. Damit das Erlebnis aber im positiven Sinne einzigartig wird, braucht man den richtigen AV-Receiver, denn er ist beim System das entscheidende Teil. Auf dem Markt gibt es viele, einige Hersteller haben sich aus diesem Bereich zurückgezogen, die verbleibenden bieten aber einiges an Auswahl.

Damit jeder den passenden Receiver findet, haben wir 22 getestet, 15 sind davon aktuell noch verfügbar. Ein guter Receiver kann einiges kosten, das muss aber nicht zwingend sein.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
AllrounderAufgeräumtAnschlussfreudigSchlankFür Einsteiger
Test  Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer: Marantz SR6015Test: Yamaha Av Receiver Rx A2a VorneTest: Denon Avc X4700hTest: Marantz Nr1711Test: Yamaha Rx V4a
Modell Marantz SR6015 Yamaha RX-A2A Denon AVC-X4700H Marantz NR1711 Yamaha RX-V4A
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Präzise Einmessung
  • Upskaling bis bis 8K/60Hz
  • Sehr guter Klang
  • Einfache Installation
  • DAB+ und Internetradio fest integriert
  • Hervorragender Klang
  • Auro-3D wird unterstützt
  • Leistungsfähige Endstufen
  • Sehr guter Klang
  • Praxisgerechte Ausstattung
  • Geringe Bauhöhe
  • Sehr guter Klang
  • Streaming fähig
  • Einmessung auf die Raumakustik
  • Günstiger Preis
Contra
  • Kein Radiotuner eingebaut
  • Gehäuse überwiegend aus Kunststoff
  • Kein Radiotuner eingebaut
  • Weniger Leistung
  • Kein 3D-Sound
Bester Preis
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Allrounder: Marantz SR6015

Allrounder

Marantz SR6015

Test  Audio-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer: Marantz SR6015
Der SR6015 unterstützt die meisten aktuellen Formate, stellt satte Leistung zur Verfügung und ist unverkennbar von Marantz. Gefallen hat uns sein ausgewogener Klang sowie der präzise Sub.

Der SR6015 von Marantz ist der Nachfolger des SR6014, von dem er seine Grundausstattung, nämlich neun Leistungsstufen, übernommen hat. Damit ist er für sämtliche Audio-Konstellationen zwischen 5.1.4 und 7.1.2 geeignet. Zudem ist es mithilfe eines zusätzlichen Terminals möglich, eine weitere Stereozone zu betreiben. Das ist sogar gleichzeitig möglich, sofern man beim Heimkinosystem nur maximal sieben Endstufen nutzt.

Beim Soundformat setzt Marantz nicht nur auf Dolby Atmos, sondern auch auf die DTS-Variante DTS:X, sowie IMAX Enhanced. Letzteres verfügt über besondere Vorgaben im Hinblick auf die Bild- und Tonwiedergabe. Die Frontplatte des Marantz wirkt sehr aufgeräumt, rechts und links ragen zwei Drehknöpfe aus der Gehäusefront heraus, in der Mitte befindet sich ein rundes Display. Hinter einer Klappe verborgen ist das Bedienfeld und einige Anschlussbuchsen. Dazu zählt neben einem USB-Port und einer Kopfhörerbuchse auch ein Video-Eingang sowie eine Buchse, an der sich das Messmikrofon anschließen lässt.

Auf der Rückseite des Marantz befinden sich insgesamt sieben HDMI-Anschlüsse, einer davon ist sogar für 8K geeignet. Zudem können zwei Subwoofer sowie elf weitere Lautsprecher angeschlossen werden. In beiden Fällen wird vorausgesetzt, dass der jeweilige Lautsprecher beziehungsweise Subwoofer über einen eingebauten Verstärker verfügt.

Ins Netzwerk lässt sich der Marantz per WLAN (2,4-GHz und 5-GHz) oder via Netzkabel einbinden, womit dem Streaming sämtliche Türen offen stehen. Zudem lässt sich der Receiver mithilfe der HEOS-App steuern, die als Signalquelle für in anderen Räumen aufgestellte WLAN-Lautsprecher dient. Voraussetzung dafür ist, dass sämtliche Komponenten mit der App kompatibel sind oder AirPlay 2 beherrschen.

Trotz der vielen Möglichkeiten, die der Marantz seinem Nutzer bietet, gelingt die Ersteinrichtung dank der hervorragenden Nutzerführung und einer graphisch aufwändigen Anleitung sehr einfach. Für Überblick am Lautsprecher-Terminal sorgen eine farbliche Kennzeichnung und eine Beschriftung.

Sind Subwoofer und Lautsprecher korrekt angeschlossen, kann man mit dem Vermessen der Raumakustik und der peniblen Einstellung des Pegels beginnen. Dafür ist im Lieferumfang des Receivers ein Messmikrofon enthalten, das an den hinter einer Buchse verborgenen Steckplatz angeschlossen wird. Den Rest erledigt der Mess-Computer.

Mithilfe der Software MultEQ XT32 von Audyssey werden acht verschiedene Positionen im Umfeld des Hörplatzes nacheinander einem Hörtest unterzogen, um die jeweilige Akustik zu protokollieren. Diese Daten dienen daraufhin als Grundlage, um das Klangbild der Lautsprecher einzustellen. Das Ergebnis dieser 15 Minuten währenden Mühen ist ein sehr guter Klang, der sich freilich noch den individuellen Bedürfnissen entsprechend anpassen lässt.

Die gängigen Video- und Audioformate stellen den Marantz SR6015 vor keine allzu großen Herausforderungen, selbst DSD-, oder FLAC-Dateien werden mit maximal 5,6 MHz abgespielt. Wem das zu modern ist, für den gibt es auch einen Phono-Anschluss, an dem sich beispielsweise ein Plattenspieler anschließen lässt, den Marantz übrigens auch im Programm hat.

Die Signalausgabe des Marantz ist sehr originalgetreu, zwei Atmos-Lautsprecher reichen bereits, um ein gutes Klangerlebnis mit einer hervorragenden Räumlichkeit zu generieren. Werden die Lautsprecher so aufgestellt, dass ihr Schall an die Decke strahlt und reflektiert wird, ertappt man sich dabei, wie man beim Geräusch eines Hubschraubers unwillkürlich zusammenzuckt und glaubt, er stehe direkt über der Couch. Der Subwoofer ist präzise und wird mit dem entsprechenden Nachdruck angesteuert.

Insgesamt ist der Klang des SR6015 recht ausgewogen, es gibt keine Frequenz, die besonders benachteiligt oder bevorzugt wird. Der Ton wird exakt so aufbereitet, wie vom Toningenieur gedacht. Bei der Musikwiedergabe zeigt sich, dass es sich beim SR6015 um einen hochsensiblen Feinzeichner handelt, denn er schafft es nicht nur, jeder Stimme ein individuelles Timbre zu verleihen, sondern sorgt bei der ein oder anderen Konzertaufnahme auch für Gänsehautstimmung pur. Auch dynamische Wechsel und aufschwellendes Getöse beherrscht der AV-Receiver, lediglich auf einen Tuner muss man bei diesem Gerät verzichten.

Aufgeräumt: Yamaha RX-A2A

Aufgeräumt

Yamaha RX-A2A

Test: Yamaha Av Receiver Rx A2a Vorne
Der Yamaha RX-A2A folgt einem völlig neuen Designkonzept des Herstellers und kann auch seitens der Bedienung überzeugen.

Der RX-A2A von Yamaha sieht schick aus. Die Frontplatte erscheint wegen der glatten Touch-Flächen recht aufgeräumt. Vom schlichten Design darf man sich aber nicht täuschen lassen, denn das Kampfgewicht von 10 Kilo macht deutlich, dass es sich hier um einen ernst zu nehmenden AV-Receiver handelt.

Zwar gibt es an der Auflösung des Displays nichts auszusetzen, um es aus der Ferne ablesen zu können, empfinden wir es allerdings als ein wenig zu klein. Deutlich besser hat uns da schon die Radio-Ausstattung des Yamaha gefallen, nicht weniger als drei verschiedene Empfangsarten stehen hier zur Auswahl: UKW, DAB+ und Internet.

Weil der Yamaha nur sieben Endstufen besitzt, muss man sich beim Setup ein klein wenig zurückhalten. 7.1- und 5.1.2-Setups sind damit aber trotzdem möglich, bei einer zweiten Hörzone ist man dann allerdings auf einen 5.1-Sound beschränkt. Weil der Receiver mit ARCe auch über einen erweiterten Audio-Rück-Kanal verfügt, kann man ein paar Toneinstellungen auch mithilfe der Fernseher-Fernbedienung vornehmen – praktisch.

Bei den insgesamt sieben HDMI-Eingängen hat die Yamaha dasselbe Problem, wie viele andere AV-Receiver auch: Sehr hohe Bildwiederholraten im 4K-Betrieb werden von den Geräten aktuell nicht unterstützt. Weil das Problem nur behoben werden kann, indem man die HDMI-Steuerung austauscht, bietet Yamaha einen kostenlosen Platinen-Austausch an.

Beim Menü hält es Yamaha angenehm schlicht. Damit ist der Receiver sehr einfach zu bedienen. Dank YPAO-Einmessung kann man sich sicher sein, stets die bestmögliche Akustik aus dem Receiver herauszuholen. Das dafür nötige Einmessmikrofon ist im Lieferumfang enthalten. An unser Test-Setup angeschlossen zeigt der Yamaha eine enorme klangliche Vielfalt.

Egal, ob man  den Klang pur genießt, oder auf eines der Sound-Presets zurückgreift: der Yamaha kann sowohl feine Nuancen, als auch dick auftragen. Das, sowie seine hervorragenden Streaming-Fähigkeiten machen ihn zum idealen Receiver fürs Wohnzimmer.

Anschlussfreudig: Denon AVC-X4700H

Anschlussfreudig

Denon AVC-X4700H

Test: Denon Avc X4700h
Der AVC-X4700H liefert souveräne Leistungsreserven und unterstützt neben Dolby Atmos auch das weniger verbreitete Auro-3D-Format.

Dass der Denon AVC-X4700 bereits optisch stark an den SR6015 erinnert, liegt daran, dass sich die beiden Hersteller ihre Vertriebskanäle und Entwicklungsabteilung teilen. Allerdings unterscheiden sich die beiden auch in manchen zusätzlichen Features. Für dreidimensionalen Sound hat der Denon sowohl Dolby Atmos als auch Auro-3D an Bord. Letzteres ist besonders bei Konzertaufnahmen verbreitet. Zudem können viele 5.1 und 7.1 Tonspuren mithilfe des Auro-Matic Upmixers eindrucksvoll erweitert werden.

Im Vergleich zum Marantz ist die Ausgangsleistung des AVC-X4700H höher, was ihn für den Einsatz in großen Räumen prädestiniert. Wer aus Budget- oder Platzgründen auf an der Decke angebrachte Lautsprecher verzichten muss, der bekommt mit DTS Virtual:X und Dolby Height Virtualization zwei Lösung mit an die Hand, mit der sich ein passabler 3D-Sound ganz ohne Deckenlautsprecher erzeugen lässt.

Dank der 11.2-Vorverstärker-Ausgänge kann man zwischen zwei Subwoofern und elf Lautsprechern jonglieren. Das Realisieren eines 7.1.4-Systems ist damit problemlos möglich, sofern man aktive Lautsprecher dafür verwendet. Einmessung und Koordination der verschiedenen Lautsprecher erfolgen über die Software MultEQ XT32 von Audyssey, die zusammen mit dem Messmikrofon von Audyssey mitgeliefert wird.

Der AVC-X4700H verfügt über insgesamt acht HDMI-Schnittstellen, wie beim SR615 ist auch hier eine davon 8K-geeignet. HEOS sorgt dafür, dass Streaming in das HEOS-Multiroom-System möglich ist. Klanglich unterscheidet sich der Denon vom Marantz nur marginal, abseits eines direkten A/B-Vergleichs lässt sich kein hörbarer Unterschied feststellen. Zu den wichtigsten Unterscheidungskriterien der beiden AV-Receiver zählen also die höhere Leistung des Denon, seine Auro-3D-Unterstützung, sowie das Design. Ob das den Aufpreis Wert ist, muss jeder für sich entscheiden.

Schlank: Marantz NR1711

Schlank

Marantz NR1711

Test: Marantz Nr1711
Marantz hat mit dem NR1711 einen schönen, schlanken AV-Receiver im Angebot, der vor allem für kleinere Wohnzimmer gut geeignet ist.

Der NR1711 ist ein leistungsfähiger AV-Receiver, der dennoch schlank und dezent ist. Marantz bedient hier eine Marktnische, da sich nicht jeder einen großen Receiver ins Zimmer stellen will und deshalb auf ein kleineres Gerät zurückgreifen möchte. Da kommt das Slimline-Gehäuse des NR1711 gerade recht. Dass die geringe Größe nicht zwangsläufig mit einem Mangel an Ausstattung korreliert, beweisen die sieben Endstufen des NR1711.

Mit seinen zahlreichen Ausgängen ist der kleine Marantz zwar durchaus dazu fähig 5.1.2-Atmos-Setups zu bespielen, eine weitere Zone lässt sich dann aber nicht mehr mit Input versorgen. Realisieren kann man die zweite Zone trotzdem, nämlich mithilfe zweier aktiver Lautsprecher. Aufgrund der beengten Verhältnisse auf der Rückseite sind die Anschlüsse für die Lautsprecherterminals in übereinander liegenden Pärchen gereiht. Trotzdem haben es sechs HDMI-Ports auf die Geräterückseite geschafft, einer davon ist 8K-fähig.

Auch hier wird mithilfe eines Messmikrofons eingemessen. Dafür kommt allerdings die etwas abgespeckte Software MultEQ zum Einsatz. Zudem wird nicht auf acht, sondern auf sechs Positionen eingemessen. Klanglich weiß der NR1711 auf ganzer Linie zu überzeugen und macht – gemessen an seiner geringen Größe – mächtig Lärm.

Für Einsteiger: Yamaha RX-V4A

Für Einsteiger

Yamaha RX-V4A

Test: Yamaha Rx V4a
Der günstige Yamaha kann zwar weder Dolby Atmos noch Auro 3D, dafür ist aber ein DAB+-Empfang integriert. Er ist ideal für Einsteiger geeignet, die auf der Suche nach einem Gerät sind, das einen guten 5.1-Surroundsound bietet.

Der RX-V4A von Yamaha kommt in einem gänzlich neuen Design daher. Mit einer Bauhöhe von lediglich 17 Zentimetern ist der AV-Receiver zudem recht flach. Das Display ist in die Hochglanzfront integriert und dank MusicCast muss man auch auf Streaming-Dienste nicht verzichten.

Während die Rückseite recht aufgeräumt wirkt, herrscht – verglichen mit den Konkurrenzmodellen – auf der Rückseite des RX-V4A gähnende Leere, lediglich fünf Lautsprecher und ein Subwoofer lassen sich hier anschließen. Damit sind sowohl DTS:X als auch Dolby Atmos unmöglich, womit sich der Yamaha deshalb vor allem für Einsteiger eignet, die sich mit 5.1-Sound begnügen. Die vier HDMI-Eingänge können 8K/60 übertragen, beim Phono-Eingang wurde leider der Rotstift angesetzt.

Dafür verfügt der Yamaha über einen DAB-Tuner sowie einen Einmess-Assistenten (YPAO), der mithilfe des ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Mikrofons seine Arbeit in Windeseile verrichtet. Mit ein Grund für das schnelle Vermessen des Wohnzimmers ist jedoch auch, dass nur zwei Messvorgänge durchgeführt werden, bei denen das Mikrofon seinen Standort nicht ändert.

Trotzdem lohnt sich das Einmessen, denn der Klang des RX-V4A ist sehr gut. Zudem gibt es 17 verschiedene Sound-Presets, mit denen sich für jedes Genre ein passendes klangliches Endergebnis einstellen lässt.

Was gibt es sonst noch?

Der Pioneer VSX-LX504 bietet insgesamt neun Verstärkerstufen sowie zahlreiche weitere Aus- und Eingänge, womit vor allem Besitzer eines Heimkino-Systems auf ihre Kosten kommen dürften. Die Bedienelemente des Pioneer sind unter einer Klappe versteckt, hinter der sich nicht nur zahlreiche Tasten und Knöpfen befinden, sondern auch die Buchsen für den Kopfhörerausgang und den Anschluss eines Messmikrofons, das dem Receiver übrigens beiliegt, um damit die individuelle Raumakustik einmessen zu können. Hinsichtlich des Klangs hat sich der Pioneer VSX-LX504 keinerlei Schwächen erlaubt, geflüsterte Dialoge waren deutlich und klar zu verstehen und selbst anspruchsvolle Schlachtszenen sorgten in keinem Fall dafür, dass der Pioneer die Kontrolle verlor.

Mit dem Denon AVR-X4500H bekommt man einen Alleskönner, der zwar nicht günstig ist, dafür aber viele Anwendungsmöglichkeiten bietet. Dank toller Nutzerführung sind auch Einrichtung und Installation leicht, ebenso die alltägliche Bedienung. Diese Einmessung geht vollautomatisch und heißt Audyssey MultEQ XT. Das klappt tatsächlich ohne Probleme und eine Bedienung per App-Unterstützung ist auch möglich. Somit ist das Gerät perfekt abgestimmt, Präferenzen lassen sich aber natürlich noch einstellen. Was das Gerät – ob nun mehr- oder zweikanalig – an Lautsprecher ausgibt, folgt genau den Vorgaben von der Quelle. Zudem schafft er schafft eine tolle Räumlichkeit.

Mit dem Yamaha RX-A1080 werden die wenigen Lücken gefüllt, die das Denon-Gerät gelassen hat. Er etwa empfängt standardmäßig DAB+, beim Internetradio gibt es Net Radio, die Konkurrenz dagegen setzt eher auf TuneIn. Für die Einmessung wird das YPAO-Programm genutzt. Mit dabei ist ein Messmikrofon, ein Stativ gibt es hier nicht. Die Einmessung geht schnell. Auch verpolt angeschlossene Lautsprecher werden eindeutig identifiziert. Die Standardmessung reicht fürs normale Heimkino aus, man positioniert das Mikro in der Mitte der Sitzgruppe, die Lautsprecher werden in Pegel und der Laufzeit automatisch darauf abgestimmt. Wenn die Hörzone eher großzügig ausgelegt ist, gibt es auch eine Mehrfachmessung. Dann ist das Kinoerlebnis von jedem Platz aus optimal.

Beim Yamaha RX-V685 wird klar, dass wir es hier mit einem kostengünstigeren Gerät zu tun haben. Ganz so solide wirken die Lautsprecher-Terminals nicht und eine Frontklappe sucht man hier vergeblich. Dennoch gibt es hier wenige Bedienelemente, sodass die Front trotzdem aufgeräumt wirkt, das Gleiche gilt für die Rückseite samt der Anschlüsse. Ein Mangel an Verstärkerzügen und Lautsprecherausgängen besteht hier nicht, einzig für digitale und analoge Quellgeräte gibt es weniger Buchsen. Das Einmessprogramm ist auch abgespeckter und es gibt nur 17 abrufbare DSP-Programme, das ist aber noch immer viel. Auch hier sind Konzert-Locations hinterlegt, die akustisch prägnant sind.

Der Pioneer VSX 933 gleicht dem Onkyo, sowohl äußerlich als auch innerlich. Verwunderlich ist das nicht, denn die Firmen arbeiten seit längerem unter einem Dach, beide Geräte kommen also von einem Band. Der Pioneer hat einige Eingänge weniger, vorwiegend die analogen, zudem findet man hier nur einen HDMI-Ausgang. Hinten ist er somit aufgeräumter, aber dadurch können Fernseher und Beamer nicht gleichzeitig mit einem Bild versorgt werden ohne Umstöpseln. Wenn man also keine diversen analogen Eingänge braucht, ist das Gerät hier praktisch und günstiger als das von Onkyo. Bei Klang, Bedienung und Einrichtung gibt es keinen Unterschied, auch hier spielt das Gerät zupackend und schafft akustisch jeden Blockbuster.

Wissenswertes über AV-Receiver

Multiroom-Systeme, Sounddecks und Soundbars sind beliebt, aber wer tatsächlich Filme mit Surround-Sound genießen will, braucht ein vollwertiges Surround-System. Der wichtigste Teil davon ist der AV-Receiver, denn der verteilt den Mehrkanalton an die Lautsprecher.

7.1 Lautsprecher Setup - Bild: MTX.com
7.1-Surround-Sound-System.

So besteht etwa ein 5.1-System aus insgesamt sechs Lautsprechern. Dabei gibt es einen Center unter Leinwand oder Fernseher, der ist vorwiegend für die Sprachausgabe da, dann zwei vorne seitlich und auch zwei Surround-Lautsprecher leicht hinter oder neben der Abhörposition. Die Eins in der Bezeichnung meint den Subwoofer, der kann recht frei im Raum platziert werden, denn tiefe Frequenzen füllen den ganzen Raum und lassen sich weniger gut orten.

Dann gibt es noch ein 7.1-System mit zwei weiteren Lautsprechern, die werden hinter den Rücklautsprechern des ersten Systems platziert.

Schluss ist dann aber noch lange nicht, auch 9.1- und sogar 11.1-Systeme gibt es, da werden noch Matrix-Kanäle hinzugefügt. Noch interessanter wird es dann, wenn der Sound auch von oben, also der dritten Raumdimension kommt.

Für die 3D-Systeme gibt es dann eine dritte Ziffer, also etwa ein 5.1.2-System mit fünf der Surround-Lautsprecher, zwei Deckenlautsprechern und einem Subwoofer. Oder ein 7.1.2-System mit zwei rückwärtigen Lautsprechern zusätzlich. Beide Varianten entsprechen auch der Dolby Atmos-Konfiguration.

Damit der Ton von der Decke kommt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man hängt wirklich einen Lautsprecher dort hin, oder man setzt auf die vorderen Lautsprecher noch solche, die zur Decke strahlen. Der Schall wird dann von dort an die Abhörposition reflektiert, so wird der Eindruck vermittelt, als käme der Klang von der Decke. Bei den Rück-Lautsprechern geht das natürlich auch.

Je mehr man von den Lautsprechern nutzt, desto besser ist das Surround-Erlebnis, jedoch bedeutet das auch einen höheren Installationsaufwand.

Damit sich der in Grenzen hält, kann man die Rücklautsprecher auch oft über Funk ansprechen, auch den Subwoofer. So kann man die Lautsprecher auch frei im Rau aufstellen, ohne Kabel verlegen zu müssen. Die Front- und die Center-Lautsprecher sind ohnehin in der Nähe von Leinwand oder Fernseher und daher meist unproblematisch bei der Verkabelung.

Die audiovisuelle Schaltzentrale

Mit dem AV-Receiver hat man die zentrale Schaltstelle, hier werden die Signale von verschiedenen Ton- und Bildquellen aufgenommen und an die unterschiedlichsten Wiedergabegeräte weitergegeben.

Bei den Audio-Signalen sind das die unterschiedlichen Lautsprecher-Sets. Egal ob Stereowiedergabe, 3D-Surround oder eine Multiroom-Beschallung mit mehreren Boxen. Bildsignale von verschiedensten Quellgeräten werden auch einen oder auch mehrere Bildschirme weitergegeben, etwa an den Beamer oder Fernseher. Die Quelle sind meist TV-Receiver für Kabel oder Sat oder den terrestrischen Empfang, Blu-ray-Player oder auch Spielekonsolen. Dank zunehmender Vernetzung gesellen sich dazu auch Online-Angebote.

Neben der Fernbedienung haben viele Receiver auch Apps, mit denen das Gerät übers Smartphone bedient werden kann. Aber trotz der vielen modernen Quellen wird meist nicht auf analoge Eingänge verzichtet, wie für Plattenspieler. Immerhin sollte man auch alles, das Video oder Ton ausgibt an den Receiver anschließen können.

AV-Receiver können verschiedene Surround-Sound-Tonformate dekodieren und sie in Raumklang umsetzen. Entweder werden die unterschiedlichen Videoformate dabei nur an Beamer oder Bildschirm weitergeleitet, teils aber auch aufbereitet. Dank der Vielseitigkeit und da sie Raumklang umsetzen können, sie die Receiver der zentrale Baustein von jedem Heimkino.

Multiroom, Upscaling etc.

Viele AV-Receiver haben eine großzügige Ausstattung mit Audio-Endstufen, so gibt es dann neben einem Haupt-Raum  mit Surround-Sound auch noch einen zusätzlichen Raum, der immerhin mit einem Stereo-Signal versorgt werden kann. Die entsprechenden Kabel für die Lautsprecher müssen dafür aber liegen.

Außerdem könnten auch drahtlose Lautsprecher versorgt werden. Dazu verwendet man meist das hauseigene Funkprotokoll (Yamaha MusicCast, Denon HEOS, FlareConnect), zumeist parallel zu Sonos und/oder Airplay. Im Idealfall erfolgt die Einrichtung dann per Benutzeroberfläche am angeschlossenen Display recht komfortabel.

Aber auch das Bild ist wichtig. Standards und neue Formate sollten das Gerät unbeschadet passieren können, so etwa 4K-Auflösung oder HDR, damit sie dann an Display oder Beamer weitergereicht werden. Unsere aktuellen Geräte können das ohne Probleme und ermöglichen sogar Hochskalieren der Bildsignale von Standard-Auflösung zu FullHD oder auch 4K. Bei den aktuellen HDR-Standards sieht es anders aus. Dolby Vision, HDR10 und HDR HLG (der geplante HDR-Sendestandard) werden alle unterstützt. Bei den Vorgängern war das aber noch anders, dennoch haben wir sie in der Liste gelassen, hier kann man dennoch ein Schnäppchen machen.

So haben wir getestet

Dank der Position als die Schaltzentrale braucht das Gerät viele Schnittstellen. Die Aus- und Eingänge müssen dabei sicher verkabelt sein oder auch drahtlos eingebunden, meist muss man den Receiver auch an die Rahmenbedingungen der Installation anpassen.

Daher haben wir nach korrekter Verkabelung die eigentliche Installation vorgenommen, gemeint ist das Setup von vorhandenen Lautsprechern. Hierzu gibt es von den Receivern unterschiedliche Hilfestellungen. Unsere Testmodelle haben alle ein Messmikrofon, gemeinsam mit intelligenter Elektronik ortet das jeden der angeschlossenen Lautsprecher und versorgt ihn dann für die Position, die ihm zugeteilt ist mit dem richtigen Signal.

Danach kommt die Klangbeurteilung dran, soll heißen wie gut schafft es das Gerät, die Lautsprecher stimmig anzusprechen? Und wie gut passt zu dem Filmgeschehen der Rundum-Klang?  Dafür haben wir Konzertmitschnitte und Filme gehört bei hohen Pegeln wie auch bei moderater Lautstärke, immerhin soll der Sound in jeder Situation gut rüberkommen.

 AV-Receiver Test: Sechs Av Receiver
Onkyo, Marantz, Yamaha, Denon, Pioneer und nochmal Yamaha im Test.

Genutzt haben wir ein nuBox 513 Set 5.1.2 von Nubert, man kann die Lautsprecher variabel aufstellen, sie klingen ausgewogen – perfekt für einen Vergleich der Verstärkerelektronik – und zu teuer sind sie auch nicht. Wem die Bassqualitäten der vorderen Standboxen reicht, der kann etwa auf den Subwoofer verzichten. Außerdem werden von den rückwärtigen Boxen und auch von den Effektlautsprechern, die für Atmos zuständig sind, zwei Betriebsarten angeboten. Rears sind ausgeführt als Dipol-Strahler, wenn nötig können sie die Rückwände für die Reflexion nutzen. Atmos-Lautsprecher kann man wahlweise vorne auf die Boxen stellen, dann wird die Decke für die Reflexion genutzt. Oder man montiert sie direkt unter der Decke.

Wir haben außerdem darauf geachtet, dass die Einbindung in das Netzwerk und eventuell auch der Multiroom-Installation einfach ist. Zudem haben wir die vorhandenen Schnittstellen dokumentiert, die sind immerhin wichtig fürs Einsatzgebiet des Receivers.

An Software haben wir Mockingjay Teil 1 und Teil 2 genutzt, zudem Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Bei allen gibt es neben Dolby-Formaten auch noch Dolby Atmos. Ebenso bei Roger Waters The Wall und weiteren. Hier haben wir auch getestet, ob die Video-Formate wie HDR und 4K auch ohne Probleme an Fernseher oder Beamer weitergereicht werden.

Beim Test hatten wir viele renommierte Hersteller dabei. Übrigens: Keines von den neuen Geräte kommt mehr ohne eine Möglichkeit aus, den AV-Receiver auf Raum und Lautsprecher einzumessen, aber offenbar auch nicht ohne den dezidierten Phono-Eingang.

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