TV-Receiver Test: Tv Receiver

TV-Receiver im Test : Smartes Upgrade für den TV

Update 09.06.2021

Ein TV-Receiver ist die beste Möglichkeit einen in die Jahre gekommenen Flachbildfernseher an das digitale Zeitalter anzupassen. Besitzt man eins der ersten UHD-Fernsehgeräte, die den HEVC-Codec nicht unterstützen, kann man nur mit einem Receiver die UHD-Sender im Fernsehen empfangen.

Update 9. Juni 2021

Wir haben weitere TV-Receiver getestet. Neue Empfehlungen sind der Dreambox Two Ultra HD und der Technisat Sonata 1.

Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Da die neuesten TV-Geräte auf Receiver weitestgehend verzichten können, sinken die Verkaufszahlen in den letzten Jahren. Ist man jedoch erstmal nicht bereit sich ein neues Gerät anzuschaffen, bietet ein TV-Receiver einen unkomplizierten Weg einem etwas älteren Flachbildfernseher ein paar neue smarte Funktionen zu verpassen. Hat man sich vor lauter Vorfreude auf UHD ein Gerät der ersten Stunde gekauft, musste man feststellen, dass es die UHD-Inhalte im FreeTV gar nicht abspielen kann. Der Grund dafür ist, dass diese den Komprimierungsstandard HEVC nicht unterstützen, UHD-Receiver allerdings schon.

Die Geräte ermöglichen auch Programmvorschauen und Aufnahmen, hinzu kommen Spielereien wie Picture in Picture oder Time-Shift, wodurch das lineare Programm angehalten und zeitversetzt wieder gestartet werden kann. Ein weiteres unverzichtbares Feature ist die direkte Anwahl von Mediatheken der TV-Sender über die rote Taste auf der Fernbedienung, was auch HbbTV genannt wird.

Geräte mit Linux-Betriebssystem lassen sich individuell anpassen, dafür benötigt man allerdings entweder ein Vorwissen oder sollte zumindest Spaß an allem haben, was mit IT zu tun hat. Preislich bewegt man sich bei den getesteten TV Receivern ungefähr im Rahmen von 100 bis 300 Euro, meist muss man aber noch Geld in eine externe Festplatte investieren, um Aufnahmen speichern und archivieren zu können.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
AlleskönnerMit LinuxAufnahmevielfaltGünstig und individuellReceiver und Soundbar
Test: Dreambox Two Ultra HdTest  TV-Receiver: Humax UHD 4tune+Test  TV-Receiver: Octagon SF8008Test: Technisat Sonata 1
Modell TechniSat Digit ISIO STC+ Dreambox Two Ultra HD Humax UHD 4tune+ Octagon SF8008 Technisat Sonata 1
Pro
  • UHD-Empfang
  • Smart-Funktionen
  • Hoher Bedien­komfort
  • Herausragender Programmführer und Aufnahmefunktion
  • Sehr schnell, kurze Reaktionszeiten
  • Aufnahmefunktion
  • Sehr gute Ausstattung
  • Viele Konfigurations­möglichkeiten
  • Unterstützt UHD, HLG und HDR10
  • UHD-Empfang
  • App-Steuerung
  • Bis zu vier Aufnahmen parallel
  • UHD-Empfang
  • Aufnahmefunktion
  • Linux-Betriebssystem
  • UHD-Auflösung
  • Twin-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2
  • Üppig ausgestattet
  • Soundbar
  • Hochwertige Verarbeitung
Contra
  • Programmwechsel bei Pay-TV langsam
  • Sehr kleines Display
  • Keine DVB-C/-T2-Tuner
  • Empfangsprobleme
  • App-Schwierigkeiten
  • Nur Single-Tuner
  • Kein "CI+"-Slot
  • Teuer
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

  Technische Daten anzeigen

Alleskönner: TechniSat Digit ISIO STC+

Alleskönner

TechniSat Digit ISIO STC+

Ältere TV-Geräte werden aufgewertet und neue werden noch besser – mit dem TechniSat machen Sie alles richtig.

Keine Preise gefunden.

Der TechniSat Digit ISIO STC+ überzeugt auf allen Ebenen und hebt auch neuere Fernseher auf ein höheres Level. Über die Programmübersicht mit dem Namen »SiehFern INFO Plus« hat man die Möglichkeit das Programm der nächsten sieben Tage zu durchforschen und kann hier auch Aufnahmen programmieren, die dann auf einer externen Festplatte gespeichert werden. Im Nachhinein können die Aufnahmen gekürzt werden, indem beispielsweise die Werbung rausgeschnitten wird.

Sollte das Fernsehprogramm unvorhergesehener Weise abweichen, justiert die »Perfect Recording«-Funktion automatisch nach. Das Programmieren von Aufnahmen kann auch mobil über den Browser vorgenommen werden. Das Gerät besitzt einen UHD-fähigen Doppel-Tuner, der nicht nur eine Bild-in-Bild-Funktion ermöglicht, sondern auch die Aufnahme von zwei Sendungen gleichzeitig.

Der Digit ISIO STC+ bindet das TV-Gerät ins Internet ein und liefert so zahlreiche smarte Funktionen. Neben dem Schnellzugriff auf die Mediatheken über die rote Taste der Fernbedienung bietet er über watchmi auch Internet-basierte Kanäle an. Der Zugriff auf das lineare Fernsehprogramm funktioniert auch mit Smartphones oder Tablets, die in das gemeinsame WLAN eingebunden sind.

Externe Inhalte können über den USB-Anschluss, SD-Karte oder die ins Netz eingespeisten Geräte abgespielt werden. Des Weiteren punktet der Receiver sowohl mit einem optischen Kabelzugang, sowie einem Cinch-Anschluss, sodass er bestens in vorhandene Systeme integriert werden kann.

Ein weiteres Plus ist die Programmlistenaktualisierung mit ISIPRO, das neue Sender oder Radiokanäle automatisch hinzufügt. Dabei wird die bestehende Anordnung nicht durcheinander gebracht und man kann auf langwierige Sendersuchläufe verzichten. Hat man ein Abonnement von Sky, kann die Smartcard in den vorhandenen CI+-Anschluss gesteckt werden.

Mit Linux: Dreambox Two Ultra HD

Mit Linux

Dreambox Two Ultra HD

Test: Dreambox Two Ultra Hd
Für Linux-Anhänger ist die kompakte Dreambox Two Ultra HD der perfekte Receiver – leistungsstark, sehr gut ausgestattet und hochwertig verarbeitet.

Wer ein Freund des Linux-Betriebssystems ist, bekommt mit dem Dreambox Two Ultra HD einen Receiver, mit dem Linux-Affinen zahlreiche Einstellmöglichkeiten offen stehen. Man sollte sich allerdings schon ein wenig im Linux-Universum auskennen oder zumindest die Muße haben, sich in die Untiefen der Einstellmöglichkeiten einzuarbeiten.

Das Aluminiumgehäuse der Dreambox macht einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Das Display des Receivers fällt mit einer Diagonalen von gerade einmal 1,6 Zoll arg klein aus – es abzulesen, fällt aus größerer Entfernung schwer. Deutlich besser hat uns da schon die Rückseite mit ihren zahlreichen Anschlüssen gefallen. USB- und HDMI-Anschlüsse gibt es jeweils zwei. Ebenso mit an Bord sind ein optischer Digitalausgang, ein Kartenleser, ein CI-Slot, eine Netzwerkbuchse und ein SD-Speicherkartenfach. An drahtlosen Schnittstellen sind Bluetooth und WLAN vorhanden.

 TV-Receiver Test: Receiver April2021 Dreambox Two Ultra Hd
Die Dreambox ist sehr kompakt und besitzt ein hochwertig verarbeitetes Alugehäuse.

Auch die restliche Hardware-Ausstattung der Dreambox gefällt: Für ordentlich Rechen-Power sorgt ein Quad-Core-Prozessor im Zusammenspiel mit einem ARM Cortex-A53. Gemeinsam mit einem 2 Gigabyte großen Arbeitsspeicher und einer 16 Gigabyte Festplatte, bei der es sich um einen schnellen Flashspeicher handelt, ist genug Leistung für verschiedenste Betriebssysteme vorhanden.

 TV-Receiver Test: Receiver April2021 Dreambox Two Ultra Hd Menue1
Das Hauptmenü der Dreambox ist nicht überladen, die einzelnen Rubrikennamen sind sinnvoll gewählt.

Nachdem man die Box das erste Mal gestartet hat, muss man Sprache, Auflösung und Konfiguration des Tuners wählen. Dann kann man mit dem Sendersuchlauf beginnen. Wie komplex das Menü ausfallen soll, kann man übrigens selbst bestimmen, hier stehen verschiedene Modi zur Auswahl.

Im Test ist uns direkt die hohe Geschwindigkeit der Dreambox aufgefallen, sie ist zweifellos eine der schnellsten Settop-Boxen, die es aktuell zu kaufen gibt. Selbst das Wechseln der Sender erfolgt ohne spürbare Wartezeit. Ähnlich verhält es sich beim Laden von Mediatheken und auch die Fernbedienung hat uns im Test gut gefallen. Das liegt nicht nur an ihrem ergonomischen Design, sondern auch an ihrem Bluetooth-Signalgeber, der selbst dann noch eine Verbindung zum Receiver findet, wenn das direkte Sichtfeld verstellt ist.

 TV-Receiver Test: Receiver April2021 Dreambox Two Ultra Hd Menue2
Das Herzstück bilden beim Linux-Receiver zweifellos die vielen Plugins.

Ein Mediaplayer gehört bei diesem Linux-Receiver übrigens ebenso zur Serienausstattung, wie eine Aufnahmefunktion und ein EPG (elektronischer Programmführer). Aufgenommen wird direkt auf dem angeschlossenen Stick. Auch die gängigen Streaming-Plattformen (Disney+, Amazon Prime, Netflix und DAZN) können hier integriert werden.

An der Bildqualität der Dreambox gibt es ebenso nichts auszusetzen: UHD-Sender werden mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten knackscharf dargestellt und bei geringeren Auflösungen klappt das Skalieren sehr ordentlich. Unterm Strich handelt es sich bei der Dreambox Two Ultra HD um einen leistungsstarken und vielseitigen Receiver, der extrem schnell ist, nicht abstürzt und ein hervorragendes Bild bietet.

Aufnahmevielfalt: Humax UHD 4tune

Aufnahmevielfalt

Humax UHD 4tune+

Ist eine externe Festplatte an den Humax UHD 4tune+ angeschlossen, kann das Gerät bis zu vier Aufnahmen gleichzeitig durchführen, während man ein weiteres Programm schaut. Das Archiv zeigt die Aufnahmen mit Thumbnail und Programmtitel, aber weder Sender, noch der Tag der Aufnahme werden hier angezeigt. Die gespeicherten Aufnahmen kann man nach Belieben kürzen und editieren. Nicht zu empfehlen ist die Programmierung von Aufnahmen über die App, die nur nach zeitaufwändiger Anmeldung nutzbar ist, über den Browser funktioniert das schon besser.

Positiv zu bemerken ist, dass man für ein Jahr kostenlos Privatsender in HD genießen kann und bereits eine Senderliste vorprogrammiert ist. Beim Testen mussten wir feststellen, dass immer wieder Sender ausfallen und nach ein paar Minuten wieder zur Verfügung standen, obwohl Signalstärke und -qualität ausreichend waren, was das eigentlich gute Testergebnis ein wenig trübt.

Außerdem erkennt der Humax UHD 4tune+ automatisch andere Geräte, wie beispielsweise Lautsprecher, die im Heimnetzwerk integriert sind. Es gibt noch weitere Apps, die jedoch mal mehr und mal weniger gut funktionieren. Sind Smartphones oder Tablets in das gemeinsame WLAN eingeloggt können sie mit der App HD+ Extra-Screen auf das aktuelle Fernsehprogramm und über die App Humax Media Player auf die Festplatteninhalte zugreifen. Beide Apps zeigten jedoch im Test immer wieder Fehlermeldungen. Eine fehlerfreie Funktion bietet dagegen die App Humax TV Remote, mit der man das Smartphone als Fernbedienung nutzen kann, allerdings nur im beschränkten Umfang, was aber für den Alltag ausreicht.

Im Menü findet man sich leicht zurecht, auch wenn es nicht durch seine Optik punkten kann. Verzichten muss man außerdem auf beliebte Apps wie Netflix, Amazon Video oder DAZN. Hervorzuheben ist, dass das Gerät fast ausnahmslos schnell agiert, einzig bei der Time-Shift-Funktion, wenn man das lineare Fernsehen pausiert, muss man sich mit einer kurzen Verzögerung begnügen. Insgesamt ist das Gerät dennoch zu empfehlen, vor allem für diejenigen, die eine einfache Bedienbarkeit, gutes Design, multiple Aufnahmemöglichkeiten und ein gutes Bild schätzen.

Günstig & individuell: Octagon SF8008

Günstig und individuell

Octagon SF8008

Test  TV-Receiver: Octagon SF8008
Unsere Empfehlung für alle, die auf einen größeren Funktionsumfang verzichten können.

Der Receiver Octagon SF8008 ist eine sehr gute günstige Alternative, die mit dem Linux-Betriebssystem ausgestattet ist und somit über zahlreiche Plugins erweitert werden kann. Er kommt allerdings nur mit Single-Tunern und beschränkt sich auch sonst auf essentielle Eigenschaften, wie zwei WLAN-Antennen, UHD-Wiedergabe, Aufnahmefunktion und das Hochskalieren von SD- und HD-Inhalten. Über den USB-Anschluss lässt sich die Festplatte anschließen, um Aufnahmen zu speichern, ein CI+ Slot ist nicht integriert.

Die UHD-Fähigkeit bietet eine günstige Aufwertung von UHD-Fernsehern der ersten Generation, die nicht mit dem HEVC-Codec ausgestattet sind und erst durch den Receiver die angebotenen UHD-Inhalte im Free-TV auch in UHD abspielen können. Mit dieser kleinen Investition rüstet man seinen UHD-TV für die Zukunft, in der immer mehr UHD frei empfangbar sein wird. Ein bisschen mehr als 100 Euro kostet der Octagon SF8008, der in seinen Funktionen zwar beschränkt ist, insgesamt aber eine wirklich gute Performance abliefert.

Receiver und Soundbar: TechniSat Sonata 1

Receiver und Soundbar

Technisat Sonata 1

Test: Technisat Sonata 1
Zwei Geräte in einem: Der Technisat Sonata 1 vereint einen UHD-Receiver mit einer spielstarken Soundbar.

Der Sonata 1 von TechniSat kümmert sich nicht nur um den richtigen Empfang, sondern liefert auch den richtigen Ton gleich mit. Der Receiver kommt nämlich mit einer integrierten Soundbar daher.

Was die Ausstattung angeht, so lässt der TechniSat keine Wünsche offen: Er skaliert Inhalte nicht nur auf UHD-Auflösung (3.840 x 2.160), sondern hat auch Twin-Tuner verbaut. Neben drei USB-Anschlüssen gibt es zwei Steckplätze für CI+, eine Kopfhörerbuchse, einen HDMI-Eingang, einen HDMI-Ausgang sowie einen Digitalausgang (optisch). Ebenso mit an Bord sind Bluetooth und WLAN.

 TV-Receiver Test: Receiver April2021 Technisat Sonata1
In der Länge misst der Receiver etwas mehr als einen Meter.

Es überrascht kaum, dass der Receiver-Soundbar-Hybrid die Maße einer ausgewachsenen Soundbar aufweist, der gute Sound muss ja irgendwo herkommen. An der Vorderseite ist ein Punktmatrix-Display verbaut, das mit hervorragenden Ablese-Eigenschaften überzeugt. Für den richtigen Ton sind vier Breitbandlautsprecher der Firma Elac mit an Bord. Jeder der Lautsprecher leistet bis zu 15 Watt. Weil der Sonata in formschönes Aluminium gehüllt ist, macht der Receiver einen sehr hochwertigen Eindruck, der von der Fernbedienung, bei der TechniSat ebenfalls auf Metall setzt, unterstützt wird.

Im Test hat uns nicht nur die Bildqualität der Set-Top-Box gefallen, sondern auch die recht kurzen Umschaltzeiten, was dem sowieso schon hohen Bedienkomfort zuträglich ist. Zudem kann man das Gerät ins Heimnetz integrieren und so den Lieblingskrimi auch ganz einfach auf dem Smartphone streamen. Selbst Mitschnitte des Fernsehprogramms sind möglich, gespeichert werden können die auf der Netzwerkfestplatte.

Weil es sich bei diesem Modell eben auch um eine Soundbar handelt, muss man auch die Klangqualität in Augenschein zu nehmen. Dialoge kommen damit beispielsweise sehr gut verständlich rüber. Vor allem, wer davor nur den Ton des Flachbildfernsehers gewohnt war, wird von der Klangqualität begeistert sein. Der Receiver-Soundbar-Hybrid klingt luftig, während das Bassvolumen zugleich sehr solide ist. Lediglich eine Unterstützung von Dolby Atmos hätten wir uns beim Sonata 1 von TechniSat noch gewünscht.

Was gibt es sonst noch?

Die Dreambox DM920 UHD ist etwas für erfahrene und technikaffine User, die genau wissen, was sie wollen und welche Linux-Plugins sie dafür installieren müssen. Das Gerät lässt sich bereits vor dem Kauf individuell zusammenstellen und bietet große Varianz in der Tuner-Wahl, die bis zu acht Aufnahmen gleichzeitig ermöglichen kann. Den notwendigen Speicherplatz für so viel Aufnahmematerial fügt man durch externe oder 2,5-Zoll-Festplatten hinzu. Negativ aufgefallen ist uns, dass das Gerät nur über Kabel oder einen zusätzlichen WLAN-Adapter mit dem Internet verbunden werden kann. Außerdem ist auch die Verarbeitung nicht die hochwertigste und das große Farbdisplay hat unseren Test nicht überstanden. Nichtsdestotrotz finden sich in den Foren zahlreiche Befürworter der Dreambox und für Linux-Experten ist sie eine wahre Bereicherung.

Für nur  80 Euro holt man sich mit dem Vantage VT-55 HD+  für die ersten sechs Monate die Privaten in HD ins Heimkino und dank der bereits angelegten Senderliste kann man gleich loslegen. Für den Preis muss man ein paar Schwächen in Kauf nehmen, wie die Verzögerungen beim Programmwechsel von HD-Sendern oder, dass es keinen Zugriff auf HbbTV und WLAN gibt. Mit dem Internet kann man ihn nur über Kabel verbinden. Damit die Aufnahme- und die Time-Shift-Funktion verfügbar sind, muss man sich umständlich für 12,90 Euro einen Code kaufen und diesen registrieren.

Der Edision OS Nino Pro macht sowohl mit seinem Preis von knapp 100 Euro, als auch mit seinem Aluminium-Gehäuse einen guten ersten Eindruck. Überzeugend ist auch die zügige Arbeitsweise, die schnelles Umschalten ermöglicht. Dank des Linux-Betriebssystems lässt er sich individuell anpassen. Aber auch dieses Gerät kommt nur mit einem Single-Tuner, der Aufnahmen und paralleles Fernsehen stark einschränkt. Die Aufnahmen lassen sich, wie bei den meisten anderen Receivern auch, auf einer externen Festplatte speichern. Im Gegensatz zum wirklich sehr kleinen Receiver ist die Fernbedienung geradezu gigantisch und dadurch sehr unhandlich.

Wissenswertes über TV-Receiver

Ein Receiver ist vor allem dann notwendig, wenn der eigene Fernseher von sich aus keine smarten Funktionen mitbringt, das heißt, nicht nur über Kabel oder Satellit Unterhaltung ins Wohnzimmer bringen kann, sondern auch übers Internet. Mit dem Receiver wird der alte Fernseher zum Smart-TV, man kann dann beispielsweise auf Streamingdienste oder andere Apps zugreifen.

Außerdem kann man mit HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV), durch das Betätigen der mittlerweile berühmten »roten Taste« aus dem linearen Fernsehen, direkt in die Mediatheken der Fernsehsender gelangen. Man ist somit nicht mehr abhängig vom vorgegebenen Fernsehprogramm und kann zum Beispiel bei Arte, ZDF oder ARD direkt Inhalte streamen.

Heutzutage sind nahezu alle neu zu kaufenden Fernseher bereits Smart-TVs, weshalb die aufgezählten Receiver-Eigenschaften bereits zu ihren Fähigkeiten gehören und sie in diesem Sinne überflüssig machen würden. Aber es gibt auch dann noch Gründe sich einen Receiver ins Wohnzimmer zu holen.

Wer sich vor ein paar Jahren einen der ersten teuren UHD-Fernseher gekauft hat, musste sich vielleicht ärgern, als er feststellen musste, dass er die UHD-Inhalte im Free TV gar nicht empfangen kann. Auch hier lohnt sich die Anschaffung eines Receivers, plant man allerdings auch in UHD aufzuzeichnen sollte man gleich über die Anschaffung eines UHD-Recorders nachdenken.

Mit einem Receiver kann man das lineare Fernsehen auch einfach pausieren, wenn es mal an der Tür klingelt, oder über den Picture in Picture Modus, im Auge behalten, wann die Werbung zu Ende ist, während man einen anderes Programm schaut. Außerdem kann man an die meisten Modelle auch Festplatten anschließen und auf diese dann Sendungen aufzeichnen. Die lassen sich über die Programmvorschau programmieren und im Archiv später verwalten und zurecht schneiden.

Für diejenigen, die genau wissen, was sie aus ihrem Fernsehgerät heraus kitzeln möchten, empfiehlt sich ein Receiver mit Linux-Betriebssystem, die lassen sich nämlich mit Plugins nahezu ohne Einschränkungen auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Für Laien, die eine intuitive Bedienung gewöhnt sind und vorziehen, sind diese Geräte allerdings nicht zu empfehlen. Wer aber beispielsweise die Einstellung der Tuner ändern möchte, damit er sowohl Kabel-, als auch Satellit-Empfang bekommt, sollte zu einem Receiver mit Linux-Betriebssystem greifen. Auch die Bedienoberfläche lässt sich damit individuell gestalten.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.