OLED-Fernseher Test: Lg C9

OLED-Fernseher im Vergleich : Die Königsklasse der TV-Geräte

Update 03.09.2021

OLED-Fernseher bilden inzwischen die Luxuskategorie unter den TV-Geräten. Sie überzeugen vor allem durch hervorragende Bildqualität, sind aber auch in anderen Funktionen vielseitig. Dabei kommt es vor allem auf Sound und Benutzerfreundlichkeit an.

Update 3. September 2021

Wir haben uns weitere OLED-Fernseher angesehen. Der OLED C1 und der G1 von LG, der Bravia XR A80J von Sony und der Philips OLED805 sind neue Empfehlungen.

30. September 2020

Wir haben uns eine Reihe neuer OLED-Fernseher angesehen. Neue Empfehlungen sind der LG CX, der Panasonic HZW1004, der Philips OLED934 und der Sony KD-55AG9.

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Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Besonders durch grandiose Bildeigenschaften zeichnen sich OLED-Fernseher aus. Dank selbstleuchtenden Bildpunkten wirkt Schwarz sehr satt, was wiederum für deutliche Kontraste und damit ein beeindruckendes Bilderlebnis sorgt. Auch die gängigen HDR-Standards tragen dazu bei, indem etwa Helligkeit feiner abgestuft werden kann. Selbst scheinbar schwächere Modelle bestechen so durch ihre Bildqualität.

Das schlägt sich logischerweise auch im Preis nieder. Allerdings kann man mittlerweile kleinere Geräte mit 55 Zoll Bildschirmdiagonale schon unter 2.000 Euro erwerben. Wir haben insgesamt 29 OLED-Fernseher verglichen, davon sind aktuell noch 13 verfügbar. Unterschiede gibt es vor allem im Klang, der Bedienung des Betriebssystems und den verwendeten HDR-Formaten.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
AllrounderKlangstarkElegantMit Ambilight
Test: Lg Oled C1Test: Sony A80jTest: Lg Oled G1Test: Philips Oled805
Modell LG OLED C1 Sony A80J LG OLED G1 Philips OLED805
Pro
  • Grandioses Bild
  • Sinnvolle Optimierungen
  • Guter Klang
  • Gaming-tauglich
  • webOS 6.0 mit vielen Funktionen
  • Sehr gutes Bild
  • Klasse Klang
  • Google TV mit guter Bedienbarkeit
  • Gaming-tauglich
  • Noch heller dank OLED-evo-Panel
  • Elegantes, dünnes Design
  • Tolle Bildeigenschaften
  • Gaming-tauglich
  • webOS 6.0 mit vielen Funktionen
  • Sehr gutes Bild
  • Ambilight sorgt für Atmosphäre
  • Große App-Auswahl dank Android TV
  • Guter Klang
  • Vergleichsweise günstig
Contra
  • Kein HDR10+
  • Nicht so hell wie der LG G1
  • Kein Dolby Vision IQ
  • Nicht ganz so hell wie der C1
  • Standfuß nicht inklusive
  • Etwas flacher Sound
  • Nur HDMI 2.0
  • Nur Single-Tuner
Bester Preis
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Allrounder: LG OLED C1

Allrounder

LG OLED C1

Das Bild des OLED C1 von LG ist nahezu perfekt. Dazu bietet der OLED-Fernseher von LG ein durchdachtes Bedienkonzept, einen voluminösen Klang und eine große Auswahl an Apps. Und das Beste: Er kostet nicht die Welt.

Optisch hat LG gegenüber dem Vorgängermodell nur wenig verändert. Verarbeitet ist der Fernseher nach wie vor tadellos und auch die Bildverarbeitung bewegt sich auf dem gewohnt hohen LG-Niveau. Wie man es von den OLED-Panels des Herstellers kennt, ist die Farbdarstellung brillant, aber dennoch natürlich. Bewegungen werden auf dem TV sauber und butterweich wiedergegeben.

Die zahlreichen Bildverbesserungen, die laut Hersteller auf Basis künstlicher Intelligenz agieren, kann man je nach Gusto aktivieren, ihren Job jedenfalls machen sie sehr gut. Auch das Hochskalieren alter SD-Inhalte klappt gut. Um dem bei Flachbildfernsehern oft als blechern verschrienen Sound entgegenzuwirken, nutzt der Lautsprecher des LGs auch den Standfuß, um seinem Sound mehr Volumen zu entlocken. Das Ergebnis jedenfalls überzeugt, denn der Klang ist, gemessen am zur Verfügung stehenden Platz, sehr gut. Mit einem Surround-System kann der LG aber fraglos nicht mithalten.

Das überarbeitete Betriebssystem webOS erinnert optisch an Google TV und glänzt mit klarer Menüstruktur sowie umfangreicher App-Auswahl. Auch das Einbinden smarter Dienste hat man bei LG gut gelöst, ganze drei Sprachassistenten stehen beispielsweise zur Auswahl. Selbst eine Smart-Home-Einbindung ist so möglich.

Um beim LG eine Schwäche zu finden, muss man lange suchen. Man könnte sie in der Update-Politik sehen, da der Hersteller seine aktuelle Software lediglich den aktuellen Modellen zugute kommen lässt. Es scheint daher nur eine Frage der Zeit, bis das Betriebssystem des LG überholt ist. Davon unbeeindruckt werden Bild und Ton beim OLED C1 auch weiterhin auf einem erfreulich hohen Niveau bleiben.

Klangstark: Sony Bravia XR A80J

Klangstark

Sony A80J

Test: Sony A80j
Der Sony A80J kann dem LG OLED C1 durchaus Paroli bieten und überzeugt mit tollem Klang.

Der Bravia XR A80J von Sony ist ein wenig dunkler als der LG-TV, in puncto Farbdarstellung und Bildaufbereitung bewegen sich die beiden OLED-Fernseher aber auf Augenhöhe und damit auf kinoähnlichem Niveau.

Beim Klang setzt Sony auf seine Acoustic-Surface-Audio+-Technologie. Dabei wird der ganze Fernseher zum Resonanzkörper. Der Klang des Bravia ist dementsprechend voluminös. Mit einem ausgewachsenen Soundsystem kann der Klang des Sony zwar nicht mithalten, im Vergleich zur Konkurrenz macht die Technologie aber einen hörbaren Unterschied.

Mit Google TV als Betriebssystem wirkt die Software-Oberfläche modern und frisch. Zudem kann man damit auf Googles umfangreiches App-Angebot zugreifen. Gamer müssen sich bei den HDMI-Eingängen ein wenig einschränken, denn HDMI-2.1 gibt es hier leider nicht. Ansonsten gefällt der Bravia XR A80J aber mit seinem umfangreichen App-Angebot, dem hervorragendem Klang und der guten Bildqualität.

Elegant: LG OLED G1

Elegant

LG OLED G1

Die G-Serie von LG ist für ihr elegantes Design bekannt. Mit der neuen Generation in Form des G1 hält nun ein verbessertes Panel Einzug, das kaum noch Raum für Wünsche lässt.

Wie es für die G-Serie typisch ist, gefällt auch der G1 mit seinem schicken Design und edler Bauform. Dass auch LG den Fernseher in der Rubrik »Schmuckstück« sieht, das man an die Wand hängen soll, beweist der Verzicht auf Standfüße. Die sind nämlich nicht im Lieferumfang enthalten und müssen, will man seinen Fernseher an die Wand hängen, separat erworben werden.

Beim Bild gibt es nichts zu meckern, es ist nicht nur extrem brillant und kontrastreich, sondern auch heller, als es beim C1 der Fall ist. Auch der Klang geht, angesichts des schmalen Designs, völlig in Ordnung.

Ebenso wie beim C1, kommt auch diesem OLED-Fernseher Google TV als Betriebssystem zum Einsatz. Damit steht dem Nutzer eine große Auswahl an Apps zur Verfügung. Wer weder bei der Bildqualität, noch beim Design Kompromisse eingehen will, der sollte in jedem Fall zum G1 greifen.

Mit Ambilight: Philips OLED805

Mit Ambilight

Philips OLED805

Der Philips OLED805 ist, gemessen am OLED-Preisniveau, recht günstig zu haben. Beim Bild muss man im Vergleich zum OLED-Primus von LG jedoch vergleichsweise wenig Abstriche machen. Mit Ambilight hat der Philips ein weiteres Argument auf seiner Seite.

Die Ambilight Technologie ist nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal von Philips-Fernsehern. Dabei werden Bildinhalte mittels rückseitig angebrachter LEDs auf die hinter dem Fernseher liegende Wand projiziert. Damit kommt das ohnehin schon hervorragende LED-Bild noch besser zur Geltung und das Auge des Betrachters wird gleichzeitig entspannt.

Bei der Bedien-Oberfläche kommt das stabil laufende Android TV zum Einsatz, die Auswahl an Apps ist dementsprechend umfangreich. Spielekonsolen, wie beispielsweise die Playstation 5, überfordern den Fernseher zwar, weil er noch nicht fit für HDMI-2.1 ist, für Serien und Filme ist der OLED805 aber bestens geeignet.

Was gibt es sonst noch?

Der HZW1004 bietet mit dem HCX Pro Intelligent-Prozessor eine hervorragende Bildverarbeitung. Auch der Filmmaker-Modus ist integriert. Der HZW1004 stellt nicht nur HLG, HDR10 und Dolby Vision bereit, sondern auch zusätzlich HDR10+ und optional Dolby Vision IQ. Eine Sprachsteuerung ist nur mit externen Amazon- oder Google-Lautsprechern möglich. Für Gamer eignen sich andere Modelle aber besser. Der HZW1004 kommt zwar mit der automatischen Bildanpassung ALLM sowie dem Audio-Rückkanal eARC, eine variable Bildwiederholrate (VRR) und die 4-K-UHD-Wiedergabe mit 120 Hertz fehlen jedoch.

Der OLED934 von Philips bietet Ambilight und eine integrierte Soundbar. Die Projektion von farbigen Licht passend zum Bildinhalt verstärkt den Bildeindruck ungemein, doch auch ohne dieses Feature kann die Bildaufbereitung überzeugen: Farben werden natürlich dargestellt und HDR- sowie hochgerechnete HD- und SD-Inhalte kommen ebenfalls gut rüber. Philips integriert in seine Modelle seit ein paar Jahren Soundbars von Bowers & Wilkins. Beim OLED934 liefert die Soundbar sogar Dolby Atmos, sodass der OLED-Fernseher mit einem räumlichen und satten Klang aufwartet. Man braucht hier also keine zusätzliche, externe Soundlösung. Das TV-System Android TV punktet mit großer App-Auswahl sowie mit integriertem Google Assistant und ChromeCast. Die kommenden Microsoft- und Sony-Konsolen sind mit dem OLED934 allerdings nicht kompatibel.

Der Sony KD-55AG9 bietet ein tolles Bild mit perfekten Kontrasten und natürlichen Farben, allerdings erst nach ein bisschen Feinarbeit in den diversen Einstellungsmenüs. Das Bild wird begleitet von einem satten Klang, der auf die Acoustic Surface Lautsprecherlösung zurückzuführen ist. So schafft der AG9 auch ohne zusätzliche Boxen oder Soundbar eine opulente Klangkulisse. Für einen echten Raumklang oder mehr Bass lohnt sich aber die Anschaffung eines Heimkino-Surroundsystems. Abgesehen von Apple TV+ bietet Android TV alle wichtigen Streaminganbieter. Für Netflix gibt es den speziellen »Netflix Calibrated Mode«, der für Netflix-Eigenproduktionen die Bildeinstellungen optimal anpasst. Auf die HDMI-2.1-Funktionen für kommende Spielkonsolen wurde beim KD-55AG9 allerdings verzichtet.

Wissenswertes über OLED-Fernseher

OLED bedeutet organic light-emitting diode und ist mittlerweile die gefragteste Bildtechnik. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Bildschirm aus selbstleuchtenden Bildpunkten aufgebaut ist. Eine zusätzliche Lichtquelle wird somit nicht gebraucht.

Der große Vorteil davon ist, dass Schwarz wirklich schwarz wirkt, was wiederum hohe Kontrastwerte garantiert. Problematisch war in der Vergangenheit, dass die OLED-Panels mit ihrer Helligkeit nicht an LC-Displays rankamen. Mittlerweile wurde diese Schwäche jedoch weitestgehend ausgemerzt. Daher sind OLED-TVs aktuell die Königsklasse unter den Fernsehern.

Lange hatte LG eine Art Vormachtstellung im Bereich der OLED-Fernseher. Inzwischen haben andere Hersteller stark aufgeholt, kaufen die Panels aber immer noch von LG ein. Unterschiede in der Qualität sind aber weiterhin vorhanden.

Ein zentraler Streitpunkt sind weiterhin die verschiedenen HDR-Formate (»High Dynamic Range«): HDR bewirkt, dass Bilder kontrastreicher sind und feinere Helligkeitsabstufungen darstellen. Allerdings befinden sich momentan vier verschiedene, gängige HDR-Standards auf dem Markt, die nicht alle von jedem Fernseher unterstützt werden. Fast alle Geräte bieten HDR10 und HLG (Hybrid Log Gamma). Bei den aufwändigeren Standards Dolby Vision und HDR10+ wird es komplizierter, da diese nicht von jedem TV unterstützt werden. Beide Versionen verleihen jeder Filmszene eine eigene HDR-Einstellung, was zu einem noch besseren Bilderlebnis führt.

Da sie aber eben noch nicht komplett marktübergreifend gängig sind, kommt es hier zu Problemen bei der Kompatibilität zwischen TV-Herstellern und Serien- und Filmproduzenten. Beispiel: LG, Sony und Netflix setzen auf Dolby Vision, während Samsung, Panasonic, 20th Century Fox oder Amazon HDR10+ nutzen. Welche Version sich letztendlich durchsetzen wird, ist noch nicht absehbar.

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