OLED-Fernseher Test: Lg C9

OLED-Fernseher im Vergleich : Die Königsklasse der TV-Geräte

von
Update 30.09.2020

OLEDs bilden inzwischen die Luxuskategorie unter den TV-Geräten. Sie überzeugen vor allem durch hervorragende Bildqualität, sind aber auch in anderen Funktionen vielseitig. Dabei kommt es vor allem auf Sound und Benutzerfreundlichkeit an.

Update 30. September 2020

Wir haben uns eine Reihe neuer OLED-Fernseher angesehen. Neue Empfehlungen sind der LG CX, der Panasonic HZW1004, der Philips OLED934 und der Sony KD-55AG9.

Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Besonders durch grandiose Bildeigenschaften zeichnen sich OLED-Fernseher aus. Dank selbstleuchtenden Bildpunkten wirkt Schwarz sehr satt, was wiederum für deutliche Kontraste und damit ein beeindruckendes Bilderlebnis sorgt. Auch die gängigen HDR-Standards tragen dazu bei, indem etwa Helligkeit feiner abgestuft werden kann. Selbst scheinbar schwächere Modelle bestechen so durch ihre Bildqualität.

Das schlägt sich logischerweise auch im Preis nieder. Allerdings kann man mittlerweile kleinere Geräte mit 55 Zoll Bildschirmdiagonale schon unter 2.000 Euro erwerben. Wir haben insgesamt 23 OLED-Fernseher verglichen, davon sind aktuell noch 11 verfügbar. Unterschiede gibt es vor allem im Klang, der Bedienung des Betriebssystems und den verwendeten HDR-Formaten.

Für Gamer: LG CX

Im Vergleich zum Vorgänger LG C9 bietet der LG CX eine verbesserte Bildaufbereitung, Bildmodi wie beispielsweise Dolby Vision IQ, sowie eine perfekte Gaming-Tauglichkeit. Der OLED-TV ist in 55, 65, 77 und 48 Zoll erhältlich. Äußerlich hat sich dagegen nur wenig geändert: Der LG CX hat ein hervorragend verarbeitetes, schlankes Metallgehäuse. Der breite, elegante Standfuß sorgt für stabilen Halt.

Der CX hat für Satellit, DVB-T2 und Kabel jeweils zwei Empfänger. Das Live-TV-Bild lässt sich per TimeShift pausieren. Zudem bietet das Gerät die variable Bildwiederholrate VRR, sowie die 4-K-UHD-Wiedergabe mit 120 Hertz. Des Weiteren überzeugt die niedrige Eingabeverzögerung, sodass der OLED-Fernseher vor allem für Gamer empfehlenswert ist. Hochauflösende Audiocodes wie Dolby TrueHD werden per erweitertem Audiorückkanal eARC verlustfrei an AV-Receiver oder Soundbars übertragen.

Die aktuelle OLED-Generation von LG bietet eine fast perfekte Farbdarstellung, eine hervorragende Bildverarbeitung und sehr gute Helligkeit. Der Alpha-9-Bildprozessor sorgt bei 4K-UHD-Material für ein gutes Bild und er skaliert auch SD-und FullHD-Content hoch. Durch Zuschalten der AI-Helligkeit-Funktion können HDR-Inhalte mit Dolby Vision IQ wiedergegeben werden.

Schnelle Bewegungen werden durch das Einblenden nicht sichtbarer Schwarzbilder sehr flüssig dargestellt. Mit dem Filmmaker- und dem alternativen Bildmodus ist sowohl für helle und als auch für dunkle Umgebungen die richtige Einstellung dabei. Der Sound des LG CX ist auch ohne Soundbar sehr satt.

Das TV-Betriebssystem webOS garantiert eine komfortable Bedienung des LG CX. Über die Magic Remote kann man einfach Apps aufrufen, Senderlisten sortieren oder die Einstellungen anpassen. Die verschiedenen Einstellungen werden in Hilfstexten verständlich erklärt und auch das Menüdesign ist sehr ansprechend. Der LG-Store bietet außerdem alle Apps der wichtigen Streaming-Anbieter an. Optional kann auch eine Sprachsteuerung über Alexa oder Google Assistant integriert werden.

Perfektes Bild: Panasonic HZW1004

Perfektes Bild

Panasonic HZW1004

Der HZW1004 ist das aktuelle OLED-Modell von Panasonic und bietet mit dem HCX Pro Intelligent-Prozessor eine hervorragende Bildverarbeitung. Auch der Filmmaker-Modus ist integriert. Der HZW1004 stellt nicht nur HLG, HDR10 und Dolby Vision bereit, sondern auch zusätzlich HDR10+ und optional Dolby Vision IQ.

Die Bedienung ist allerdings zunächst etwas unübersichtlich, viele Einstellungen kann man aber auch auf der Fernbedienung als Favoriten abspeichern. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, per TV-IP-Technologie den Fernsehempfang auf mehrere Fernseher zu verteilen. Leider fehlen sowohl die Disney+-App und Apple TV, als auch AirPlay 2 als drahtlose Übertragung. Eine Sprachsteuerung ist nur mit externen Amazon- oder Google-Lautsprechern möglich.

Für Gamer eignen sich andere Modelle aber besser. Der HZW1004 kommt zwar mit der automatischen Bildanpassung ALLM sowie dem Audio-Rückkanal eARC, eine variable Bildwiederholrate (VRR) und die 4-K-UHD-Wiedergabe mit 120 Hertz fehlen jedoch.

Ambilight & Soundbar: Philips OLED934

Ambilight & Soundbar

Philips OLED934

Test: Philips Oled934
Die Atmos-Soundbar und das integrierte Ambilight sind echte Highlights im OLED-Bereich.

Der OLED934 von Philips bietet Ambilight und eine integrierte Soundbar. Die Projektion von farbigen Licht passend zum Bildinhalt verstärkt den Bildeindruck ungemein, doch auch ohne dieses Feature kann die Bildaufbereitung überzeugen: Farben werden natürlich dargestellt und HDR- sowie hochgerechnete HD- und SD-Inhalte kommen ebenfalls gut rüber. Der Philips Bildprozessor P5 arbeitet dabei ähnlich gut wie der Prozessor von LG. Dolby Vision IQ und der Filmmaker-Modus fehlen dagegen.

Philips integriert in seine Modelle seit ein paar Jahren Soundbars von Bowers & Wilkins. Beim OLED934 liefert die Soundbar sogar Dolby Atmos, sodass der Fernseher mit einem räumlichen und satten Klang aufwartet. Man braucht hier also keine zusätzliche, externe Soundlösung. Das TV-System Android TV punktet mit großer App-Auswahl sowie mit integriertem Google Assistant und ChromeCast. Die kommenden Microsoft- und Sony-Konsolen sind mit dem OLED934 allerdings nicht kompatibel.

Satter Klang: Sony KD-55AG9

Der Sony KD-55AG9 bietet ein tolles Bild mit perfekten Kontrasten und natürlichen Farben, allerdings erst nach ein bisschen Feinarbeit in den diversen Einstellungsmenüs. Das Bild wird begleitet von einem satten Klang, der auf die Acoustic Surface Lautsprecherlösung zurückzuführen ist. So schafft der AG9 auch ohne zusätzliche Boxen oder Soundbar eine opulente Klangkulisse. Für einen echten Raumklang oder mehr Bass lohnt sich aber die Anschaffung eines Heimkino-Surroundsystems.

Abgesehen von Apple TV+ bietet Android TV alle wichtigen Streaminganbieter. Für Netflix gibt es den speziellen »Netflix Calibrated Mode«, der für Netflix-Eigenproduktionen die Bildeinstellungen optimal anpasst. Auf die HDMI-2.1-Funktionen für kommende Spielkonsolen wurde beim KD-55AG9 allerdings verzichtet. So gibt es 4K-UHD-Wiedergabe mit 120 Hertz und die VRR momentan bei Sony nur bei deren 8K-Fernsehern – nicht nachvollziehbar, gerade wenn man bedenkt, dass im November 2020 die PlayStation 5 erscheint.

Was gibt es sonst noch?

Der LG OLED C9 ist mittlerweile für einen deutlich geringeren Preis zu haben. Verzichten muss man dabei sowohl auf Dolby Vision IQ, als auch auf den Filmmaker-Modus. Die Bildqualität ist aber fast genauso gut wie bei dem Nachfolger LG CX. Unterstützt werden auch VRR, ALLM und 4K-UHD-Wiedergabe bei 120 Hertz, sodass dieses Modell auch fürs Gaming geeignet ist.

Der LG GX besticht mit einer besonders flachen Bauweise, die vor allem für die Wandmontage konzipiert ist. Trotzdem bietet der LG GX einen runden und ausgewogenen Klang. Die anderen Ausstattungsmerkmale sind jedoch dieselben der wesentlich günstigeren Modelle von LG.

Der LG OLED55C8 kann immer noch mit seinem Bild, Design, der Gesamtleistung und dem Betriebssystem überzeugen. Der C8 ist allerdings nur noch als Restposten verfügbar und kostet teilweise mehr als die neuen Modelle C9 und CX.

Eine interessante Alternative stellt der Grundig GOB 9990 dar. Aus der FineArt-Serie stammend weist der GOB 9990 ein sehr gutes Bild sowie einen soliden Klang auf. Das Betriebssystem Visio OS ist ebenso ohne lange Einarbeitung leicht bedienbar. Lediglich bei der Ausstattung mangelt es etwas: Lediglich drei HDMI-Anschlüsse sind verfügbar und neben einem Twin-Tuner fehlen auch die Apps von Amazon Video und Netflix.

Als Nachfolger des Sony AF9 brachte Sony 2019 den AG9 auf den Markt. Bedeutende Änderungen sind das wieder traditionellere Design und das überarbeitete Soundsystem »Acoustic Surface Audio+«. Im Bereich der Bildeigenschaften hat sich allerdings nichts getan: Es werden die gleichen OLED-Panel und Bildprozessor verwendet, weswegen der AG9 in dieser Hinsicht kein Update darstellt. Da er außerdem teurer als sein Vorgänger ist, spricht im direkten Vergleich wenig für den AG9.

Wissenswertes über OLED-Fernseher

OLED bedeutet organic light-emitting diode und ist mittlerweile die gefragteste Bildtechnik. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Bildschirm aus selbstleuchtenden Bildpunkten aufgebaut ist. Eine zusätzliche Lichtquelle wird somit nicht gebraucht.

Der große Vorteil davon ist, dass Schwarz wirklich schwarz wirkt, was wiederum hohe Kontrastwerte garantiert. Problematisch war in der Vergangenheit, dass die OLED-Panels mit ihrer Helligkeit nicht an LC-Displays rankamen. Mittlerweile wurde diese Schwäche jedoch weitestgehend ausgemerzt. Daher sind OLED-TVs aktuell die Königsklasse unter den Fernsehern.

Lange hatte LG eine Art Vormachtstellung im Bereich der OLED-Fernseher. Inzwischen haben andere Hersteller stark aufgeholt, kaufen die Panels aber immer noch von LG ein. Unterschiede in der Qualität sind aber weiterhin vorhanden.

Ein zentraler Streitpunkt ist weiterhin der um die verschiedenen HDR-Formate (»High Dynamic Range«). HDR bewirkt, dass Bilder kontrastreicher sind und feinere Helligkeitsabstufungen darstellen. Allerdings befinden sich momentan vier verschiedene, gängige HDR-Standards auf dem Markt, die nicht alle von jedem Fernseher unterstützt werden. Fast alle Geräte bieten HDR10 und HLG (Hybrid Log Gamma). Bei den aufwändigeren Standards Dolby Vision und HDR10+ wird es komplizierter, da diese nicht von jedem TV unterstützt werden. Beide Versionen verleihen jeder Filmszene eine eigene HDR-Einstellung, was zu einem noch besseren Bilderlebnis führt.

Da sie aber eben noch nicht komplett marktübergreifend gängig sind, kommt es hier zu Problemen bei der Kompatibilität zwischen TV-Herstellern und Serien- und Filmproduzenten. Beispiel: LG, Sony und Netflix setzen auf Dolby Vision, während Samsung, Panasonic, 20th Century Fox oder Amazon HDR10+ nutzen. Welche Version sich letztendlich durchsetzen wird, ist noch nicht absehbar.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.