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DVB-T2 Receiver im Test : Smartes Antennenfernsehen

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Veröffentlicht 27.06.2019

Für Antennenfernsehen braucht man heutzutage einen DVB-T2 Receiver. An den werden viele Anforderungen gestellt: Er soll schnell eingerichtet und leicht bedienbar sein, Anschlussmöglichkeiten für USB-Sticks oder Festplatten bieten und dem Fernseher am besten auch noch Smart-TV-Funktionen verleihen.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Schon vor einiger Zeit wurde die analoge Ausstrahlung durch das terrestrische Digitalfernsehen ersetzt. Seit März 2017 sind nun circa 40 Programme per DVB-T2 Receiver in HD empfangbar, darunter sind die bekanntesten öffentlich-rechtlichen sowie privaten Sender. Öffentlich-rechtliche sind grundsätzlich unverschlüsselt und kostenlos, während man private Sender abonnieren muss. Das muss man glücklicherweise nicht einzeln tun: Mit dem Abo von Freenet TV für 69 Euro im Jahr hat man alles in einem.

Verschlüsselte Programme werden üblicherweise per SmartCard entschlüsselt. Bei DVB-T2 gibt es eine Zusatzoption: Hier sind bei den allermeisten Receivern Module in die Geräte eingebaut, die anhand der Service-ID erkennen, ob der Monatsbeitrag gezahlt wurde.

Die Auswahl an Receivern ist nicht gerade klein – wir bieten einen Überblick. Im Test hatten wir 12 Modelle, die sich preislich zwischen 30 und 100 Euro bewegen. Schon für rund 40 Euro bekommt man einen ordentlich ausgestatteten Receiver mit einfacher Bedienung. Für noch mehr Funktionen muss man entsprechend mehr Geld einkalkulieren.

Einfach, aber gut: Xoro HRT 8720

Einfach, aber gut

Xoro HRT 8720

Mit dem Wort »effizient« könnte man den Xoro HRT 8720 wohl am ehesten beschreiben. Einrichtung und Bedienung fallen sehr leicht und im normalen Betrieb erledigt er seine Aufgabe – nämlich das Fernsehprogramm zeigen – flott und zuverlässig bei guter Bildqualität. Viel Drumherum darf man außer einer zusätzlichen aktiven Antenne allerdings nicht erwarten.

Mit seiner Optik fällt der Xoro aber doch ein wenig auf. Vorn ist das Gehäuse leicht schräg, in der Mitte befindet sich der große Ein- und Ausschalter, der sich bis auf die Oberseite erstreckt. Das gesamte Gehäuse ist außerdem ein wenig durchsichtig, sodass sich darunter schon die einzelnen Bauteile abzeichnen.

Bei der Inbetriebnahme wird man zunächst nach der erwünschten Sprache gefragt. Danach geht es auch schon mit dem Sendersuchlauf los, der wahlweise manuell oder automatisch durchgeführt werden kann. Gerade bei der Erstinstallation bietet sich zunächst die automatische Variante an. Es dauert dann nicht einmal eine Minute, bis alle verfügbaren Sender gespeichert sind.

Die gefundenen Sender kann man dann nach Belieben anordnen, was dank der übersichtlichen Fernbedienung auch bald erledigt ist. Auch andere Funktionen wie der elektronische Programmguide oder der Aufnahmestart sind so schnell ausgewählt.

Beim Timeshift, also dem zeitversetzten Fernsehen, hat sich der HRT 8720 mittlerweile stark verbessert. Sofern mindestens 4 Gigabyte auf dem angedockten USB-Stick frei sind, hat man hier maximal 120 Minuten zur Verfügung. Jedoch kann selbst ein größerer Speicher nicht mehr als 4 Gigabyte aufnehmen. Programmwechsel geschieht in rund einer bis anderthalb Sekunden, damit liegt der Xoro im Vergleich immer noch eher auf den vorderen Rängen.

Smart-Funktionen sucht man leider vergebens: Weder LAN noch WLAN gibt es, man kann also auch nicht die Firmware online aktualisieren lassen. Dazu müsste man neue Versionen auf dem Computer herunterladen und via USB-Stick an den Receiver weiterleiten, oder aber man lässt die Updates über die Antenne laden. Das dauert zwar lange, ist aber viel komfortabler.

Mit der Analog-AV-Buchse (und meist einem zusätzlichen Adapter) kann der Xoro auch mit einem älteren Fernseher verbunden werden. Dann bekommt man zwar kein HD, aber wenigstens überhaupt ein Bild.

Solange man auf Smart TV verzichten kann, bekommt man mit dem Xoro HRT 8720 eigentlich alles, was man braucht. Angenehm ist vor allem die leicht verständliche Bedienung. Der Preis ist in der letzten Zeit – wie bei vielen anderen DVB-T2 Receivern auch – gesunken, sodass man den Xoro jetzt sogar für einen ziemlichen Schnäppchenpreis bekommt.

Ausgeklügeltes EPG: TechniSat Digipal Isio HD

Ausgeklügeltes EPG

TechniSat Digipal Isio HD

Das für TechniSat typische, geschwungene Design findet man auch beim Digipal Isio HD vor. Damit wirkt der Receiver sehr hochwertig, er hat aber noch mehr zu bieten als nur eine auffällige Optik.

So bleibt auch die Ausstattung kaum etwas schuldig. Neben einem smarten LAN-Port gibt es gleich zwei USB-Schnittstellen. Damit kann man etwa eine für Aufnahmen und die andere für externe Geräte nutzen. Außerdem ist ein HDMI-Kabel beigelegt. Beste Voraussetzungen also für Smart-TV-Funktionen, aber auch ältere Fernseher kommen dank der Scart-Buchse nicht zu kurz.

Ein Handbuch ist zwar mitgeliefert, aber ob des sehr durchdachten Menüs braucht man es eigentlich nicht. Eine kleine, nette Besonderheit bei TechniSat: Das herstellereigene EPG »Sieh Fern Info« ist gerade bei Aufnahmen noch flexibler als herkömmliche EPGs.

Ein ausgezeichnetes Bild rundet die gute Gesamtperformance des TechniSat Digipal Isio HD ab. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: Die Umschaltzeiten dauern einen kleinen Augenblick länger als beim Xoro HRT 8720.

Parallele Aufnahmen: Xoro HRT 8770 twin

Parallele Aufnahmen

Xoro HRT 8770 twin

Test DVB-T2 Receiver: Xoro HRT 8770 twin
Der HRT 8770 twin ist mit zwei Tunern ausgestattet: Man kann ein Programm schauen, während ein anderes aufgenommen wird.

Das »twin« im Namenszusatz des Xoro HRT8770 twin steht für den Doppel-Tuner. Damit ist es möglich, zeitgleich zwei verschiedene Programme aufzunehmen, oder aber man nimmt eines auf, während man das andere direkt schaut.

Die Erstinstallation ist schnell geschafft: In wenigen Minuten findet der Xoro die verfügbaren Sender und sortiert sie erstmal selbständig. Im Listen-Menü kann man dann Änderungen daran vornehmen oder eine Favoritenliste erstellen.

Dank LAN-Anschluss kann man seinen Fernseher mit dem Xoro-Receiver zum Smart TV machen, außerdem steht noch eine USB-Schnittstelle für Aufnahmezwecke zur Verfügung. Zur Archivierung empfiehlt sich der dauerhafte Anschluss einer HDD oder SSD, für seltenere Aufnahmen tut es aber auch ein einfacher USB-Stick. 1 Gigabyte ist dann genug für rund eine Stunde.

Gerade der Komfort des Twin-Tuners macht den Xoro HRT 8770 twin zu einem empfehlenswerten DVB-T2 Receiver. In Kombination mit den Smart-TV-Funktionen bekommt man so für kleines Geld schon ziemlich viel.

Flexibel: Telestar Diginova 23 CI+

Flexibel

Telestar Diginova 23 CI+

Test DVB-T2 Receiver: Telestar diginova 23 Ci+
Beim Diginova handelt es sich um einen Universal-Receiver, der eignet sich auch für SAT- und Kabelempfang, inklusive CI+-Schnittstelle.

Sogar mit Mehrfach-Tuner ist der Telestar Diginova 23 CI+ ausgestattet, was Empfang wahlweise via Antenne, Kabel oder Satellit erlaubt. Im Startmenü wird man deshalb sogleich gefragt, welchen Empfangsweg man gerade nutzen möchte. Für terrestrischen Empfang oder Kabel steht am Receiver eine Koax-Buchse bereit, falls man Satellit wählt, wird der zuständige F-Stecker auf die entsprechende Buchse geschraubt.

Nach dem recht flotten Sendersuchlauf lässt sich die Liste detailliert sortieren. Dabei zeigt sich die Kooperation zwischen Telestar und TechniSat, denn als Programminformationsdienst steht auch hier »Sieh Fern Info« zur Verfügung.

Das »CI+« in Namen steht für den CI-Slot, der mit der passenden SmartCard die Entschlüsselung bei Sat- und Kabelempfang übernimmt. Wie bei den anderen DVB-T2 Receivern ist aber auch hier die Entschlüsselung des Freenet TV-Abos fest eingebaut.

Für zeitversetztes Fernsehen oder Aufnahmen braucht der Telestar einen externen Datenträger, also je nach Belieben einen USB-Stick oder eine Festplatte. Zusätzlich gibt es einen LAN-Port, die den jeweiligen Fernseher mit smarten Funktionen ausstattet. Firmware-Updates und erneuerte Senderlisten kann man so komfortabel herunterladen, alternativ ist das aber auch per Antenne oder über einen USB-Stick möglich.

Der Diginova 23 CI+ ist also sehr flexibel, aber dennoch leicht zu bedienen. Er eignet sich so auch sehr gut als mobiler Receiver, also zum Mitnehmen in eine Ferienwohnung oder für einen Wohnwagen.

Optional mit Antenne: Strong SRT 8541

Optional mit Antenne

Strong SRT 8541

Test DVB-T2 Receiver: Strong SRT 8541
Der SRT 8541 hat ein Netzteil integriert, ist kompakt und optional ist ein Paket mit Antenne erhältlich.

Den Strong SRT 8541 gibt es entweder allein, oder als Set mit einer zusätzlichen, aktiven Antenne. Selbst dann ist der kompakte Receiver noch ziemlich günstig und hat dafür sogar einiges vorzuweisen. Die Erstinstallation erledigt er ohne Probleme, die Senderliste ist bald vollständig und sortiert. Auch händisch kann man danach die Liste noch an seine Präferenzen anpassen.

Ausgestattet ist der Strong standardmäßig mit USB-Schnittstelle für Aufnahmen sowie einem LAN-Anschluss, um Smart-TV-Funktionen zu gewähren. Das Menü ist in Ordnung, aber nicht ganz so aufgeräumt wie bei anderen DVB-T2 Receivern. Gerade die Verwaltung der Aufnahmen sowie der Programmliste ist ein wenig umständlicher. Wirklich hervorragend ist der SRT 8541 aber bei den Umschaltzeiten, da merkt man nämlich quasi keine Verzögerung. Als i-Tüpfelchen gibt es sogar noch eine alte Scart-Buchse, an die man seinen Röhrenfernseher anschließen kann.

Für Leute, die weder Dach- noch Zimmerantenne haben, lohnt sich der Strong SRT 8541 inklusive aktiver Antenne auf jeden Fall. Vielleicht hat man ja auch noch einen alten Fernseher, sodass man selbst den Scart-Anschluss einsetzen kann. Dank der kleinen Maße findet der Receiver wirklich überall seinen Platz.

Außerdem getestet

Der TechniSat Digipal T2 DVR macht zunächst keinen schlechten Eindruck, hat aber etwas weniger Ausstattung zu bieten als der Isio HD aus gleichem Hause. Auf die Scart-Buchse wurde verzichten, außerdem gibt es nur eine statt zwei USB-Schnittstellen. Bei der Installation und Bedienung läuft aber alles reibungslos. Ein klarer Nachteil sind leider die langen Umschaltzeiten – beim Isio HD hat man schließlich gezeigt, dass man es besser kann.

Wer neben seinem TV-Gerät nicht noch eine große Kiste im Wohnzimmer stehen haben will, sollte sich den Edision Progressive hybrid lite anschauen. Der ist nämlich schön kompakt und kann sogar dank spezieller Vorrichtung an die Rückseite des Fernsehers gehängt werden. Dabei muss man aber darauf achten, dass das IR-Auge für die Fernbedienung erreichbar bleibt, um weiterhin Befehle umsetzen zu können. Anschlüsse sind leider auf das nötigste reduziert, private Sender sind nicht empfangbar.

Vielseitig aufgestellt ist der Imperial T2 IR Plus, nämlich mit HDMI-Ausgang für Full-HD, aber gleichzeitig auch mit einem Scart-Ausgang. Ein solcher DVB-T2 Receiver ist besonders empfehlenswert für Hotels oder Ferienwohnungen. Falls dort noch ein gut funktionierender, alter Fernseher steht, kann der trotz neuem Receiver einfach weiter im Einsatz bleiben. Mit einem entsprechenden Fernseher bietet der T2 IR Plus aber auch Full-HD und Smart-TV-Funktionen.

Zum Verwechseln ähnlich zum Imperial ist der Comag SL65T2. Die einzigen Unterschiede sind die unterschiedliche Färbung der Bedienoberfläche, sowie ein kleiner Fehler: Schaltet man den Comag auf Standby, so bleibt auf dem Display immer noch der Schriftzug »STBY« stehen, was recht störend sein kann. Bei Imperial leuchtet dann lediglich eine kleine, rote LED.

Rekordhalter beim Umschalten ist der digiHD TT 5 IR von Telestar. Das nützt aber leider nicht viel, wenn er trotz Resets und Updates nicht dazu im Stande ist, Programme in HD erscheinen zu lassen, obwohl er das eigentlich können sollte. Ob solche Probleme außer bei unserem Testmuster auch häufiger auftraten, ist aber nicht klar.

Wissenswertes über DVB-T2 Receiver

Am besten soll ein DVB-T2 klein, unauffällig, leicht anzuschließen und vor allem günstig sein. Setzt man sich aber genauer mit den Möglichkeiten eines solchen Receivers auseinander, so ist man vielleicht auch bereit, etwas mehr Geld für Zusatzfeatures auszugeben. Für manche mag es etwa wünschenswert sein, Sendungen aufzeichnen zu können oder schlicht zwei Endgeräte an die Antenne anschließen zu können. Die meisten von uns getesteten Receiver besitzen zudem eine USB-Schnittstelle zur Aufzeichnung auf eine Festplatte oder einen Stick.

Einen HDMI-Anschluss weisen alle Receiver auf, einige verfügen zusätzlich über die ältere Analogschnittstelle Scart. Damit könnte man selbst einen alten Röhrenfernseher noch anschließen, auf HD muss man dann allerdings verzichten.

Wer seinen Fernseher zum Smart TV machen möchte, sollte sich nach einem Receiver mit Internetzugang, LAN-Anschluss und am besten auch vorinstallierten Apps umschauen. Hat man einen neueren Fernseher oder einen Blu-ray-Player mit entsprechenden Funktionen, so braucht man aber natürlich keinen smarten Receiver mehr.

Für zeitversetztes Fernsehen oder gleich die Aufnahme einer ganzen Sendung benötigt man natürlich ausreichend Speicher. Manche DVB-T2 Receiver haben den gleich eingebaut, andere setzen auf externe Quellen wie USB-Sticks oder, noch besser, Festplatten. Um Timeshift jederzeit gewährleisten zu können, haben einige Receiver sogar einen Teil ihres Speichers nur dafür reserviert.

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