55- und 65-Zoll-Fernseher Test: Sony Kd 55xg9505

55- und 65-Zoll-Fernseher im Vergleich : Fernseher mit Heimkino-Feeling

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Veröffentlicht 21.03.2020

Wer sich keinen OLED-Fernseher leisten kann, aber dennoch ein gutes Bild genießen möchte, wird in der Kategorie der 55- bis 65-Zoll-Fernseher fündig. Die Hersteller greifen inzwischen auf verschiedene Technologien zurück, um das Bilderlebnis nahezu auf OLED-Niveau zu heben.

Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Riesige Auswahl gibt es heutzutage im Bereich der TV-Geräte. Gerade die 55- und 65-Zoll-Fernseher (140 bzw. 165 Zentimeter), die sich mittlerweile zum Standard gemausert haben, verzeichnen daher ein entsprechend hohes Angebot. Das liegt unter anderem daran, dass hier die 4K-Auflösung besonders gut zur Geltung kommt. Wer also eine preiswertere Alternative zu den extrem bildstarken, aber auch teureren OLED-Fernsehern sucht und dabei nicht auf gute Bildqualität verzichten will, ist hier an der richtigen Adresse.

In der Größenordnung von 55 bis 65 Zoll werden einerseits Einsteigermodelle, andererseits aber auch High-End-Geräte vertrieben. Verschiedene Modellreihen sind herstellerübergreifend quasi immer in beiden Formaten verfügbar. Außer der Bildschirmdiagonalen ändert sich also technisch gesehen nichts. In unserem Vergleich befinden sich 10 55- bis 65-Zoll-Fernseher, die aktuell alle noch zu haben sind.

 

 55- und 65-Zoll-Fernseher Test: Bildschirmfoto 2019 10 09 Um 13.17.50

Starke Bildeigenschaften: Sony XG9505

Starke Bildeigenschaften

Sony XG9505

Test 65- und 55-Zoll-Fernseher: Sony XG9505
Tolles Bild, vielseitige Funktionen und dazu noch gut bedienbar: Sony trifft ins Schwarze.

Gerade durch die Bildaufbereitung beeindruckt der Sony XG9505. Durch Upscaling und FALD-Technologie bietet Sony hier Bildqualität, die nahe an OLED-Fernseher heranreicht. Daneben sind auch Bedienung, Funktionen und Verarbeitung sehr gelungen.

Erwartungsgemäß solide zeigt sich der XG9505 bei der Ausstattung. Dank Twin-Tuner kann über USB ein weiteres Programm aufgenommen werden. HDMI-2.1.-Standard wird jedoch bei den insgesamt vier HDMI-Anschlüssen noch nicht unterstützt, weswegen etwa variable Refresh-Raten fehlen. eARC, der »Enhanced Audio Return Channel«, ist aber integriert und sorgt dafür, dass unkomprimierte Audioformate vom Fernseher auf ein Soundsystem übertragen werden können.

 

 55- und 65-Zoll-Fernseher Test: Sony Kd 55xg9505
Auch von hinten macht der Sony eine gute Figur.

Sich von der Konkurrenz der 55- bis 65-Zoll-Fernseher abheben, kann der XG9505 in Bezug auf die Bildeigenschaften. Der sowieso schon starke Bildprozessor Sony X1 Extreme wurde durch die verbesserte Version Sony X1 Ultimate ersetzt, was in Kombination mit einem ausgezeichneten Panel die besondere Bildqualität generiert.

Im Detail: Mittels Upscaling wird niedriger aufgelöstes Material an die Pixelanzahl des Fernsehers angepasst. Durch die »Reality Creating«-Engine ist sichergestellt, dass es dennoch gut zur Geltung kommt. Ein zusätzliches Qualitätsmerkmal ist die FALD-Technologie (Full Array Local Dimming). Mehrere LEDs, die über die Bildfläche verteilt sind, beleuchten das TV. Das wiederum bewirkt ein satteres Schwarz und gute Kontraste, ähnlich wie bei einem OLED-TV. Die Ausleuchtung funktioniert auch in der Praxis hervorragend, was letztendlich die besondere Stärke des XG9505 ausmacht.

Bei der Bildoptimierung nutzte Sony als einer der ersten Hersteller Machine Learning, also eine künstliche Intelligenz. So stellen auch schnellere Szenen genauso wenig ein Problem dar wie die Darstellung von HDR-Inhalten. HDR10+ wird leider – im Gegensatz zu Teilen der Konkurrenz – noch nicht unterstützt. Für Netflix-Fans ist außerdem der Netflix Calibrated Mode interessant. Damit können Netflix-Produktionen auf dem XG9505 möglichst exakt nach Studio-Vorgaben übertragen werden.

Leichte Schwächen offenbart Sony beim Sound. Der Lautsprecher »Acoustic Multi Audio« ist ein Upgrade zu den herstellerinternen Vorgängern, insgesamt aber immer noch keine Spitzenklasse. Dialoge klingen zwar klar, doch gerade bei Musik oder Actionszenen hapert es am Bass.

Auch beim XG9505 setzt Sony auf das Betriebssystem Android TV. Neulinge haben es bei Android TV oft etwas schwerer, sich einzugewöhnen, was aber in dieser Version vergleichsweise gut gelöst wird. Das Menü wirkt deutlich aufgeräumter und die Bedienung geht schnell von der Hand. Zusätzlich wurde die Fernbedienung vereinfacht, was besonders reinen Fernsehguckern durch einen besseren Zugang auf die Senderübersicht zugute kommt. Mit der wahrscheinlich größten App-Auswahl kann Android TV ebenso überzeugen. Unterstützt werden darüber hinaus Amazon Alexa und Google Assistant sowie seit Anfang 2020 die Apple-Dienste AirPlay 2 und HomeKit.

Bis auf die kleinen Schwächen im Sound sowie das Fehlen von HDR10+ bietet Sony mit dem XG9505 ein rundum erstklassiges Produkt. Die hohe Bildqualität entsteht durch sehr gutes Upscaling und die FALD-Technologie und reicht sehr nah an die der OLED-Fernseher heran. Ebenso wurde das Betriebssystem gelungen überarbeitet. Von uns bekommt der Sony eine klare Kaufempfehlung.

Die Luxusversion: Samsung Q90R

Die Luxusversion

Samsung Q90R

Eine spannende Alternative zu OLED-Fernsehern sind Samsungs QLED-TVs. Als ein wahrhaftiges High-End-Modell hat Samsung den Q90R auf den Markt gebracht, der unter gleichen technischen Bedingungen in sowohl 55 als auch 65 Zoll erhältlich ist.

Die Besonderheit gleich vorweg: QLED-Fernseher zeichnen sich dadurch aus, dass zum normalen LCD-Panel Quantenpunkt-Leuchtdioden hinzugefügt werden. Diese werden angestrahlt und produzieren so die Farbe auf dem Bildschirm. Das Ziel davon ist, ähnlich gute Kontraste und Schwarzwerte wie OLED-TVs  abzubilden. Bezüglich Helligkeit und Farbqualität sollen die OLEDs gar geschlagen werden. Das klappt in der Praxis sehr gut: Sehr lebendige Farben, beinahe perfektes Schwarz und ausgezeichnete Kontraste wissen zu überzeugen.

Auch Upscaling zählt zu den Stärken des Q90R. SD- und FullHD- Inhalte werden problemlos auf 4K-Auflösung hochskaliert. HDR10+ ist vorhanden, dafür muss aber auf das mittlerweile gängigere Dolby Vision verzichtet werden, was sicherlich ein kleiner Wermutstropfen ist. Einen weiteren Pluspunkt hingegen stellt die Samsung One Connect Box dar. Auf ihr sind alle verfügbaren Anschlüsse vereint.

Insgesamt wird man unter den nicht-OLED-Fernsehern vermutlich kaum ein Gerät finden, dass insbesondere in Bezug auf Bildeigenschaften mit dem Q90R mithalten kann. Qualität hat jedoch natürlich ihren Preis, weswegen der QLED hier doch deutlich kostspieliger als seine Konkurrenz im 55 bis 65 Zoll-Bereich ausfällt. Leute, die das verschmerzen können, kommen sonst kaum am Q90R vorbei.

Mit sinnvollen Extras: Panasonic GXW904

Obwohl Panasonic sich immer mehr auf OLED-TVs konzentriert, kommt auch der LCD-Markt nicht zu kurz. Der GXW904, ebenfalls in 55 und 65 Zoll-Ausführung verfügbar, überzeugt vor allem durch die Unterstützung von sämtlichen HDR-Formaten. Mit sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision hebt man sich von der Konkurrenz ab.

Ein ausgewogenes Bild mit natürlichen Farben entsteht schon mit den Werkseinstellungen. Sollten die Szenen allerdings schneller werden, so macht sich allerdings die geringe 50-Hertz-Bildrate bemerkbar und das Bild läuft trotz des eigentlich guten Bildprozessors etwas unrund.

Wer von einem anderen Gerät aus fernsehen möchte, der ist bei Panasonic richtig. Die TV-IP-Funktion erlaubt es dem GXW904, das Programm auf anderen Endgeräten im gleichen Netzwerk abzuspielen. In Kombination mit der bequemen Bedienung weiß die Ausstattung hier zu überzeugen. Etwas anders ist das bei der App-Auswahl. Diese ist doch deutlich kleiner als etwa bei Android TV, auf die Sky-App muss beispielsweise verzichtet werden.

Für den durchaus fairen Preis müssen leichte Abstriche im Bereich der Bildqualität gegenüber der Konkurrenz in Kauf genommen werden. Dagegen wird mit allen HDR-Formaten gepunktet.

Für den kleinen Geldbeutel: Philips PUS7304

Für den kleinen Geldbeutel

Phillips PUS7304

Philips beeindruckt traditionell mit Ambilight. Auch der PUS7304 profitiert in seiner Erscheinung von der Hintergrundbeleuchtung, die besonders bei farbenfrohen Bildern ein besonderes Fernseherlebnis erzeugt. Wie auch Panasonic kann Philips außerdem mit allen verfügbaren HDR-Formaten, also inklusive HDR10+ und Dolby Vision, aufwarten.

Die Bildeigenschaften hinken jedoch den anderen Herstellern hinterher. Grund dafür ist, dass immer noch die zweite Generation des Bildprozessors Philips P5 verwendet wird. Die schnellere dritte Edition kommt weiterhin leider nur bei den eigenen OLED-Fernsehern zum Einsatz.

Wie bei Sony setzt man bei Philips auf das Betriebssystem Android TV, das hier im direkten Vergleich allerdings weniger gelungen ist. Zudem ist hier die kompliziertere Menüführung der Knackpunkt: So muss man beim PUS7304 etwa mit einem umständlichen Favoritenmenü bei der TV-Senderliste auskommen.

Preislich ist Philips aber kaum zu schlagen. Wenn kleine Einschränkungen der Bildeigenschaften und der Benutzerfreundlichkeit des Betriebssystems in Ordnung sind, dann ist der PUS7304 eine gute Wahl.

Was gibt es sonst noch?

Wer sich einen etwas älteren, aber dennoch absolut soliden Fernseher wünscht, dem sei der Sony XF8505 ans Herz gelegt. Als Vorjahresmodell zum XG9505 gleicht er diesem in vielen Belangen. Bei Bedienung und Bildverarbeitung hinkt er seinem Nachfolger allerdings hinterher. Aber gerade wenn der XF8505 zu einem guten Preis verfügbar ist, stellt er eine interessante Alternative dar.

Ein anderer TV aus dem Hause Sony ist der XG8505. Dieser ähnelt wiederum dem XG9505, besonders in Menüführung und Ausstattung, ist aber auf bildtechnischer Ebene leicht reduziert und dadurch auch etwas günstiger. Das FALD-Display, mit dem die teurere Variante überzeugt, wurde hier durch ein normales Panel mit Edge-Beleuchtung ersetzt, was sich leicht negativ auf das Schwarz und die Kontrastwerte auswirkt. Als Bildprozessor wird nur der Standard X1-Prozessor verwendet, weswegen unter anderem der Datenbank-Abgleich für Upscaling nicht möglich ist. Auch hier müssen also gewisse Einbußen für einen kleineren Preis in Kauf genommen werden.

Für QLED-Liebhaber, die weniger tief in die Tasche greifen möchten, ist der Samsung Q70R eine gute Option. Natürlich müssen auch hier kleine Einschränkungen akzeptiert werden. Das Bild ist immer noch überzeugend, aber eben nicht mehr so hervorragend wie beim Q90R. Ebenso fehlt die praktische One Connect Box, in der alle Anschlüsse vereint sind. Da diese abgespeckte Variante aber doch deutlich günstiger daherkommt, ist sie im Preis-Leistungsverhältnis gegenüber der Luxusversion nicht unbedingt schlechter.

Ein Samsung-Modell ohne QLED-Technologie ist der NU8009. Das Bild kann daher natürlich nicht mit der hauseigenen QLED-Konkurrenz mithalten, ist aber immer noch gut. Das Linux-basierte Betriebssystem Tizen führt bequem durch Senderlisten und Einstellungen und hält daher auch mit moderneren Systemen mit. Der NU8009 ist jedoch meist nur noch erhältlich als Restposten – Chancen auf ein Schnäppchen bestehen dennoch.

Ebenso mittlerweile für einen kleinen Preis zu haben ist der Panasonic FXW724. Schwächen offenbart er in der Darstellung von schnellen Actionszenen. Das liegt am bereits älteren Bildprozessor und am 50-Hertz Display. Auch Schwarzwerte werden nicht optimal dargestellt.

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