Tablet Test – Testsieger: iPad 2018

Tablets im Test : Handliche Multimedia-Meister

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Veröffentlicht 16.03.2020

Tablets sind mehr als nur größere Smartphones. Die höhere Bildschirmdiagonale kommt nicht nur dem Filmgenuss zuhause und unterwegs zugute, sie ist auch grundlegend für einige Sonderfunktionen, die man auf Mobiltelefonen so nicht findet. Dank zusätzlicher Eingabegeräte werden Tablets schnell zum Laptop-Ersatz oder zur Leinwand für digitale Zeichnungen.

Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Das Tablet-Angebot ist, wenn man es mit dem Markt für Smartphones vergleicht, nicht allzu groß. Eine Handvoll Hersteller konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Käufer. Die Geräte unterscheiden sich dabei nicht nur bei der Ausstattung und Konzept, auch preislich gibt es große Unterschiede. Wir haben 20 verschiedene Modelle getestet, wovon 19 noch im Handel verfügbar sind, und sagen Ihnen, welche wir für empfehlenswert halten.

Leicht und leistungsstark: Apple iPad Air (2019)

iPad Air (2019) ist die mittlerweile dritte Version des Tablets und hat eine gute Portion an Funktionen bekommen, die zuvor der iPad-Pro-Reihe vorbehalten waren. Dazu gehören unter Anderem die Unterstützung des Apple Pencil 1 – nicht aber des Pencil 2 – und des Smart Keyboards, der am nun neu hinzugekommenen Smart Connector verbindet und mit dessen Hilfe das iPad Air zum Laptop-Ersatz avanciert. Das klappt seit der Einführung des neuen Betriebssystems iPadOS 13 recht gut, mit vollwertigen Notebooks kann es das Tablet aber bislang noch nicht aufnehmen.

Leicht und leistungsstark

Apple iPad Air

Test Tablet: Apple iPad Air
Mit viel Leistung und einem hervorragenden Display erobert Apple die Spitze zurück.

Keine Preise gefunden.

Gegenüber dem Vorgänger ist das Display des neuen Modells um 0,8 Zoll gewachsen und misst nun insgesamt 10,5 Zoll. Fans randloser Bildschirme könnten etwas enttäuscht sein, denn der Rahmen ist deutlich sichtbar und beherbergt an der Unterseite den bekannten Home-Button. Im Inneren werkelt ein A12 Bionic-Prozessor, der dem Tablet zu jeder Menge Leistung verhilft und ein echtes Highlight darstellt. Softwareseitig sorgt die automatische Farbanpassung TrueTone für eine sehr gute Farbwiedergabe.

Beim Gehäuse geht Apple bewährte Wege und setzt auf Aluminium. Dadurch und aufgrund des relativ niedrigen Gewichts von rund 450 Gramm liegt das iPad Air hervorragend in der Hand. An Anschlüssen stehen neben dem bereits erwähnten Smart Connector noch Lightning und eine klassische 3,5-mm-Kopfhörerbuchse bereit. Leider dauert es über vier Stunden, bis das iPad Air mit dem beigelegten Netzteil vollständig aufgeladen ist – es ist ratsam, sich ein Schnelladegerät zu besorgen, um diese Dauer zu verkürzen.

Tadel gibt es für die Platzierung der Lautsprecher, die beide auf einer Seite liegen, wenn man das Tablet im filmtypischen Querformat hält, sowie die Bildwiederholrate von nur 60 Hertz – halb so viel wie das iPad Pro schon 2017 hatte. Darüber hinaus ist unverständlich, warum Apple außerhalb seiner Pro-Reihe auf das veraltete Lightning setzt, statt dem modernen und technisch haushoch überlegenen USB-C-Standard Vorzug zu geben. Ähnlich sieht es mit dem Apple Pencil aus: Zwar ist schön, dass das Eingabegerät überhaupt unterstützt wird, aber trotzdem ist es auch ärgerlich, dass der neuere und funktionsreichere Pencil 2 nicht mit dem iPad Air zusammenarbeitet.

Dennoch ist das iPad Air (2019) der beste Kompromiss aus Preis, Leistung und Funktionsumfang. Der verhältnismäßig hohe Aufpreis zum noch edleren Pro-Modell lohnt sich unseres Erachtens nur für Nutzer mit besonderen Ansprüchen.

Kostspielig und luxuriös: Apple iPad Pro (2018)

Kostspielig und luxuriös

Apple iPad Pro (2018)

Test Tablet: Apple iPad Pro (2018)
Mehr iPad geht nicht: Das iPad Pro punktet mit sehr hoher Leistung und toller Ausstattung.

Keine Preise gefunden.

Das iPad Pro (2018) ist nach wie vor das neueste iPad Pro, denn 2019 gab es diesbezüglich keinen Nachschub. In technischer Hinsicht sind die verbauten Komponenten aber selbst ein Jahr nach Markteinführung immer noch auf höchstem Niveau.

Doch nicht nur bei der Leistung, vor der das iPad Pro nur so strotzt, gibt es Unterschiede zu den anderen erhältlichen iPad-Varianten. Das beginnt mit dem Entsperren via FaceID und dem fehlenden Home-Button, zieht sich über den Ladeanschluss, bei dem es sich endlich um USB-C statt Lightning handelt, und endet bei den unterstützten Eingabegeräten, denn im Gegensatz zu den anderen aktuellen iPads kommt beim iPad Pro der Apple Pencil 2 zum Einsatz – und nur dieser, denn hier verweigert wiederum die erste Version ihren Dienst.

Besonders der USB-C-Anschluss ist nicht zu unterschätzen, denn darüber kann man externe Speichergeräte anschließen. Das tut auch Not, da Apple seinen Kunden, wie auch beim neuen iPad Air, das Tablet als Laptop-Ersatz schmackhaft machen will. Auf Wunsch lässt sich über den USB-Port auch ein externer Bildschirm anschließen und darauf Inhalte bis zu einer Auflösung von 4K darstellen.

Überschätzen sollte man hingegen die Notebook-Funktionen nicht. Zwar schlägt Apple mit dem »iPadOS« getauften Betriebssystem den richtigen Weg ein, mit vollwertigen Computer-Betriebssystemen, wie Windows oder macOS, kann die Software aber in keiner Weise mithalten: Weder die Anzahl der unterstützten Programme, noch Bedienbarkeit, Multi-Tasking oder Datei-Management sind konkurrenzfähig. Wie häufig das iPad Pro seine zweifellos hohen Leistungsreserven richtig ausspielen kann, bleibt deshalb vorerst fraglich.

Wer aber das nötige Geld mitbringt und langfristig gut ausgestattet sein möchte, ist mit dem iPad Pro (2018) sehr gut ausgestattet. Wer auf die zusätzlichen Annehmlichkeiten verzichten kann, erhält mit dem iPad Air nur geringfügig schlechtere Technik für einen deutlich geringeren Kaufpreis.

Günstig und solide: Apple iPad (2019)

Apple iPad (2018)

Test Tablet: Apple iPad (2018)
Immer noch ein sehr guter Allrounder zum fairen Preis.

von 157 Lesern gekauft

Das normale iPad ist nach wie vor das Einstiegsmodell, das ändert sich auch in dessen siebten Ausgabe nicht. Wie das iPad Air unterstützt das neue Modell nun das Keyboard Cover und den Apple Pencil 1, im Gegensatz zur luftigen Schwester hat es aber weit weniger Leistung unter der Haube, denn genau wie im Vorgänger steckt im Inneren der drei Jahre alte A10-Fusion-Prozessor. Immerhin hat Apple den 2 Gigabyte großen Arbeitsspeicher des Vorgängers auf nun 3 Gigabyte angehoben.

Für den üblichen Betrieb reichen die vorhandenen Leistungsreserven aber aus. Wie auf den teureren Modellen kommt auch beim normalen iPad iPadOS13 zum Einsatz, der Notebook-Modus wird also auch hier unterstützt. Generell läuft das Geschehen auf dem Bildschirm trotz der etwas angestaubten Hardware flüssig ab, nur die Farbwiedergabe ist aufgrund der fehlenden True-Tone-Optimierung nicht ganz so ansehnlich.

Das Display selbst ist hell und schön scharf. Es ist nun ein halbes Zoll größer als beim Vorgänger, sitzt allerdings etwas tiefer im Gehäuse als bei iPad Pro und iPad Air. Dadurch wirkt es nicht ganz so edel, für die Funktionalität hat der Umstand aber keine Auswirkungen.

Wer wenig ausgeben oder sich erst einmal an Tablets herantasten will, erhält mit dem iPad (2019) ein grundsolides Gerät zu einem fairen Preis, der durch das teure optionale Zubehör unter Umständen aber auch wieder relativiert wird. Möchte man höhere Leistung, sollte man hingegen den Aufpreis für das iPad Air in Kauf nehmen, das zwar funktional weitgehend ähnlich ist, aber in einigen Bereichen noch etwas mehr bietet.

Androide mit Anspruch: Samsung Galaxy Tab S6

Androide mit Anspruch

Samsung Galaxy Tab S6

Test Tablet: Samsung Galaxy Tab S6
Das Galaxy Tab S6 zeigt, was alles in einem guten Android-Tablet stecken kann.

Wer Android lieber mag, muss nicht auf ein gutes Tablet verzichten. Mit dem Galaxy Tab S6 hat Samsung ein exzellentes Gerät im Portfolio, das seinen Premium-Anspruch mit hervorragender Technik unterstreicht.

Das Gehäuse besteht aus Aluminium und fühlt sich schlichtweg großartig an, außerdem wirkt es sehr stabil. Den absoluten Hingucker liefert aber das 10,5 Zoll große, helle und farbtreue AMOLED-Display – hier hat Samsung gegenüber Apple die Nase ein weites Stück vorn. Befeuert wird das Gerät von einem Achtkern-Prozessor, dem Snapdragon 855, nebst 6 bzw. 8 Gigabyte Arbeitsspeicher – je nachdem, für welche Ausführung man sich entscheidet. Angenehm sind auch die sehr guten Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Unterstützung und die herausragend lange Akku-Laufzeit von 12 bis 15 Stunden.

Softwareseitig setzt das Galaxy Tab S6 auf Android mit Samsungs eigener Oberfläche namens OneUI. Teil davon ist auch der sogenannte DeX-Modus, durch den das Tablet, ähnlich wie es Apple bei seinen neuesten Geräten zulässt, zum Laptop-Ersatz wird. Das Multitasking funktioniert bei Samsung momentan sogar besser als beim großen Konkurrenten. Im Parallelbetrieb als Pseudo-Notebook ist das Samsung-Tablet zurzeit selbst dem teureren iPad Pro vorzuziehen.

Passend dazu unterstützt auch das Galaxy Tab S6 sowohl den Anschluss an einen externen Monitor sowie ein Keyboard-Cover und einen Eingabestift. Der hört hier auf den Namen S-Pen und macht einen sehr guten Eindruck. Der eingebaute Akku wird magnetisch aufgeladen, wenn man ihn in die dafür vorgesehene Mulde im Rücken des Tablets gelegt wird.

In technischer Hinsicht kann das Galaxy Tab S6 also voll überzeugen. Unklar ist hingegen der zukünftige Software-Support, denn in dieser Hinsicht hat sich Samsung in der Vergangenheit nicht immer Freunde gemacht. Während Apple seine Geräte über eine lange Zeit mit Sicherheits-Patches und Betriebssystem-Updates versorgt, scheinen besonders Tablets für Samsung nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Bei einem so guten Tablet wie dem Galaxy Tab S6 wäre es aber jammerschade, wenn es mittelfristig an der Software scheitern würde.

Zusammengefasst ist das Samsung Galaxy Tab S6 dank seiner herausragenden Technik die erste Wahl für Android-Fans mit einer Vorliebe für Desktop-Modi und entsprechenden finanziellen Möglichkeiten. Denn auch wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut ist, ist das Galaxy Tab S6 das zweitteuerste Tablet im Test nach dem iPad Pro. Günstig ist es also nicht, im Gegenzug erhält man für sein Geld allerdings auch das mit Abstand beste Android-Tablet, das der Markt zurzeit zu bieten hat.

Was gibt es sonst noch?

Das Samsung Galaxy Tab S5e ist momentan trotz aller Kritikpunkte noch eines der besten Android-Tablets für schmalere Geldbeutel. Auf der Haben-Seite stehen ein sehr gutes AMOLED-Display und sauber klingende Lautsprecher vom hauseigenen Audio-Spezialisten AKG, unangenehm fällt aber die gemächliche Reaktionsgeschwindigkeit auf, was nicht zuletzt am nicht mehr taufrischen Prozessor liegt. Auch unterstützt das Galaxy Tab 5e im Gegensatz zum Nachfolger Galaxy Tab 6 den Samsung S-Pen nicht.

Das Samsung Galaxy Tab S4 ist dem Galaxy Tab S5e trotz seines Namens technisch überlegen, aber auch ein gutes Stück teurer. Anders als der Quasi-Nachfolger unterstützt das Tablet sowohl Samsungs Eingabestift als auch das optional erhältliche Tastatur-Cover. Preislich liegt es im Mittelfeld, man sollte daher gründlich überlegen, ob einem das Gebotene reicht oder ob man nicht lieber den Aufpreis für das Galaxy Tab S6 bezahlt.

Das iPad Mini nutzt einen nur 7,9 Zoll großen Bildschirm und ist somit in Sachen Diagonale nicht allzu viel größer als aktuelle Smartphones. Der verbaute A12-Prozessor ist schön leistungsstark und gewährleistet eine zügige Bedienung ohne Hänger und Verzögerungen, das Display ist hochwertig, und das Tablet unterstützt den Eingabestift Apple Pencil 1. Auf den Pencil 2, das Smart Keyboard und auch auf FaceID müssen geneigte Käufer hingegen verzichten. Für alle, die ein möglichst kleines Tablet suchen, ist das iPad Mini in jedem Fall einen Blick wert.

Das Huawei MediaPad M5 ist dank guter Lautsprecher und ordentlicher Hardware immer noch ein solides Tablet und läuft seit dem Update im April 2019 unter Android 9, erinnert bei der Oberfläche aber stark an iOS. Angenehm ist, dass Huawei seinen Nutzern viel Spielraum bei deren Anpassung lässt. Da der Preis des Tablets seit seiner Veröffentlichung vor einem guten Jahr merklich gefallen ist, kann man auch heute noch ohne zu zögern zum MediaPad M5 greifen.

Das Amazon Fire HD 10 läuft mit Android – zumindest rein technisch betrachtet. Tatsächlich merkt man dem extrem überarbeiteten Betriebssystem seine Wurzeln kaum noch an, denn Amazon hat das ganze Tablet konsequent an seine eigenen Dienste angepasst. Wer regelmäßig Angebote von Prime Video, Kindle Store und Co. nutzt, bekommt mit den Fire HD-Tablets für genau diesem Zweck optimierte Abspielgeräte zum kleinen Preis, vollwertige Tablets sollte man aber nicht erwarten.

Wissenswertes über Tablets

Vielen wird es schon bei unseren Empfehlungen aufgefallen sein: Der Tablet-Markt wird maßgeblich von Apple dominiert. Obwohl Android mit großem Abstand unangefochtener Marktführer bei Smartphone-Betriebssystemen ist, wollte sich der Erfolg bei Tablets nie richtig einstellen, und mittlerweile haben sich die meisten Hersteller aus dem Sektor zurückgezogen – der Nachschub an neuen Androiden mir mehr als sieben Zoll Bildschirmdiagonale hält sich dementsprechend in engen Grenzen.

Ganz anders sieht es bei Apple aus, die mit neben dem normalen iPad auch noch die Varianten Pro, Air und Mini anbieten und davon regelmäßig Updates veröffentlichen. Interessanterweise gilt einer der häufigsten genannten Kritikpunkten, der Apple-Produkten sonst entgegengebracht wird, nämlich der hohe Kaufpreis, bei Tablets nicht – hochwertige Androiden sind oft sogar teurer als die Apple-Alternativen.

Ein weiteres Problem bei Android-Tablets ergibt sich aus nicht angepasster Software. Zwar sind die Apps aus dem Google Play Store grundsätzlich lauffähig, hinterlassen aber durch die größere Darstellung und die fehlende, aber eigentlich notwendige Anpassung der Bedienung oft eine durchwachsene Nutzbarkeit.

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