eBook-Reader Test: Kindle Ebook Reader

E-Book-Reader im Test : Die Bibliothek immer dabei

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Veröffentlicht 30.04.2020

Vor allem in Zeiten von Corona sind E-Book-Reader eine willkommene Abwechslung und zudem kann man sie und mit ihnen viele digitalisierte Bücher einfach mitnehmen. Wir haben 21 E-Book-Reader getestet.

Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Tausende Bücher auf einem kleinen Gerät – dank E-Book-Reader mittlerweile möglich. Die E-Ink-Displays sind mittlerweile so ausgereift, dass es sich beinahe wie auf Papier liest.

Von unseren 21 getesteten Geräten sind 18 momentan noch erhältlich. Bei unserem Test lag die Preisspanne zwischen 50 und 300 Euro. Im Test erfahren Sie nicht nur Näheres zu den einzelnen Produkten, sondern auch Wissenswertes zu E-Book-Stores, kostenlosen E-Books und weiteren Leihmöglichkeiten.

Wasserfest: Kindle Paperwhite 2018

Beim Kindle Paperwhite handelt es sich um die vierte Generation dieses E-Book-Readers. Wir finden ihn toll, vor allem durch die Neuerungen. Die Version von 2018 bringt mehr internen Speicherplatz mit, außerdem gibt es eine Bluetooth-Funktion zur Wiedergabe der Audible-Hörbücher und wasserfest ist das Gerät jetzt auch. Zudem sind Ausleuchtung und Verarbeitung noch etwas besser geworden, sofern man mit der Amazon-Bindung kein Problem hat, findet man hier ein tolles Gesamtpaket.

Wasserfest

Amazon Kindle Paperwhite (2018)

eBook-Reader Test: Kindle Paperwhite 2018
Mehr Speicher, bessere Verarbeitung, wasserfest und Audible: Der Paperwhite ist ein Volltreffer.

Optisch ähnelt das Gerät seinen Vorgängern, von den teuren Kollegen wurden aber ein paar Designaspekte übernommen.

Etwa das Displayglas, das ist nun nicht mehr versetzt, sondern plan mit dem Gehäuse. Fürs Blättern sind keine Tasten vorhanden, sondern man blättert per Touchscreen. Allgemein klappt das gut, wenn man aber nur eine Hand nutzt, wären uns Schalter lieber gewesen.

Er ist außerdem kleiner als der Paperwhite der vorherigen Generation und auch leichter mit 180 Gramm. Das Gerät ist schön handlich und auch nach mehreren Stunden stört das Gewicht in der Hand nicht.

 eBook-Reader Test: Kindle Nass

Das Gehäuse ist nach IPX8 nun wasserfest, er würde es also zwei Stunden einen Meter tief im Süßwasser aushalten. Wir haben damit ohne Probleme in der Badewanne lesen können.

Man lädt das Gerät über ein micro-USB-Kabel, einen USB-C-Anschluss gibt es nicht. Abhängig von der Displayhelligkeit hält das Gerät einige Wochen durch, bevor es wieder geladen werden muss.

Der Speicher hat acht bzw. 32 GB und sogar bei der kleineren Variante sind noch 6,5 GB verfügbar, das reicht für tausende Bücher. Es könnte nur ein Problem werden, wenn man viele Hörbücher speichern will. Denn ein ca. 15-stündiges Audible-Buch braucht etwas weniger als 500 Megabyte Speicherplatz. Hier lohnt sich dann die Investition in mehr Speicherplatz.

Die Navigation funktioniert gut und auch Schriftarten und Beleuchtung können eingestellt werden, das alles schnell und intuitiv.

Das Display wurde ebenfalls verbessert. Noch immer ist die Auflösung beim E-Ink-Display 1448 × 1072 Pixel, das sind 300 ppi Pixeldichte und mehr oder weniger Standard. Die Ausleuchtung ist etwas homogener, denn hier gibt es anstatt vier nun fünf LEDs. Dennoch ist dieses Gerät etwas dunkler als der Vorgänger, beim Displayvergleich finden wir die neue Version dennoch besser. Auch kann die Beleuchtung komplett deaktiviert werden.

Auf dem Display mit 6-Zoll werden die E-Books toll dargestellt. Das liegt an der ausgewogenen Displayausleuchtung, aber auch an den guten Einstellungen. Angeboten werden neun unterschiedliche Schriftarten, die sind in jeder Zoomstufe gut lesbar. Die Leseerfahrung soll so wie auf Papier sein. Ghosting, damit ist das Nachleuchten der Seiteninhalte beim Umblättern gemeint, haben wir nicht feststellen können.

Was uns gefällt: wie beim Tolino gibt es auch hier OpenDyslexic als Schriftart, das hilft Legasthenikern beim Lesen. So kann man aus 14 Schriftgrößen wählen und auch die Schwere von den Fonts einstellen, auch die Seitenränder und den Zeilenabstand. Die Schrift-Einstellungen können außerdem als Profil gespeichert werden, so ist schnelles Wechseln möglich.

Anmerkungen und Markierungen sind schnell gemacht, fremdsprachige und unbekannte Wörter kann man nachschlagen bzw. übersetzen. Die Pageflip-Funktion gefällt uns auch, die kann man unten am Bildrand per Wischgeste einblenden. Dann wird eine verkleinerte Seitenansicht sowie eine Positionsleiste gezeigt, so kann man schnell durchs Buch navigieren. Dabei bleibt die gelesene Seite aber offen. Das ist etwa bei Sachbüchern gut, so kann man schnell ins Glossar schauen.

Auch hier findet man die Hörbuchsparte Audible. Die Hörbücher werden auf verbundenen Lautsprechern oder Bluetooth-Kopfhörern wiedergegeben. Dabei wird der Hörfortschritt synchronisiert, so klappt der Abgleich mit der Audible-Smartphone-App gut.

Man sollte jedoch bedenken, dass das Gerät nur Zugriff auf Hörbücher aus dem gekoppelten Amazon-Konto hat, aus welchem auch die Bücher stammen. Ein separates Audible-Konto kann man zum Zeitpunkt unseres Tests nicht nutzen. Davon abgesehen finden wir die Integration von Audible aber gut. Schade ist es nur, dass Musik oder anderswo gekaufte Hörbücher als MP3 hier nicht wiedergegeben werden können.

Auch ein Audible-Abo gibt es, dafür zahlt man im Monat etwa zehn Euro und bekommt dafür im Monat ein Hörbuch, weitere kann man für zehn Euro kaufen.

Mit dabei sind auch Features wie Freetime oder X-Ray. Mit letzterem bekommt man Infos über die Handlung oder Protagonisten des Buchs. Freetime ist eine Kindersicherung, so kann man nur ausgewählte Bücher für die Kinder freigeben oder die Nutzungszeit beschränken. Eingerichtet ist das schnell und einfach.

Aber gibt es auch Nachteile? Perfekt ist dieses Gerät nicht, die etwas träge Bedienung störte uns teilweise. Wenn man den Audible- oder Kindle-Store durchsucht klappt das zwar gut, jedoch ist die Anzeige der Kundenbewertungen oder Ergebnisse eher langsam, gefühlt zumindest. Das ist aber eigentlich bei allen Testgeräten der Fall.

PDFs machen noch immer keinen Spaß. Wir hatten ein Test-PDF von O’Reilley, die konnten wir zwar anschauen im Vollbild, beim Zoom wollte der Prozessor aber nicht mehr. Für die anderen Geräte im Test gilt das leider auch.

Wir hätten uns noch einen Blaulicht-Filter gewünscht oder wie beim Tolino eine Farbanpassung beim Bildschirm ans Umgebungslicht. Zu erwähnen wäre noch die Version mit Spezialangeboten für 20 Euro weniger. Hier wird beim Einschalten dann Werbung für neue Bücher eingeblendet, beim Lesen selbst nicht. Es gibt das Gerät aber auch, ohne Spezialangebote zu kaufen.

Gute Alternative: Tolino Vision 5

Gute Alternative

Tolino Vision 5

Test eBook-Reader: Tolino Vision 5
Ein toller Reader mit kleinen Software-Macken, der eine gute Alternative zum Kindle ist.

Der Tolino Vision 5 ist eine überarbeitete Version des Allrounders. Gelohnt hat sich das definitiv. Seine Optik erinnert eher an den Kindle Oasis, das merkt man auch an den Tasten zum Blättern.

Die Tasten befinden sich an der Griffleiste, so kann man das Gerät gut halten. Die Leiste kann man wahlweise links, rechts oder unten verwenden. Im Querformat lesen ist sehr angenehm und wenn man das Gerät beidhändig hält, fühlt man sich an ein echtes Buch erinnert. Mit IPX8 darf das Gerät auch mit zur Badewanne und sollte bis 60 Minuten überstehen in zwei Metern Tiefe. Wir haben das weniger extrem getestet, ein kurzes Bad hat er aber überlebt.

Der Akku ist im Vergleich zum Vorgänger kleiner geworden, liest man also immer mit Beleuchtung, muss das Gerät öfter geladen werden. Wir haben beim Test jeden Tag etwa 30 Minuten damit gelesen und so kamen wir etwa zwei Wochen ohne Laden aus.

Das Display ist mit 7 Zoll größer geworden, die Auflösung beträgt 1264 x 1680 Bildpunkte und auch an der Hintergrundbeleuchtung haben wir nichts auszusetzen. Man kann den ganzen Tag angenehm lesen auf dem Gerät, nachts kann ein Nachtlicht zugeschaltet werden, die Beleuchtung wird dann rötlich. Auch fürs Schriftbild gibt es viele Anpassungsmöglichkeiten.

Hier kann man, im Gegensatz zu Amazon, auch ePub-Dateien auf das Gerät kopieren. Auch die Bibliothek ist zugänglich gestaltet, die Navigation durch die Bücher funktioniert gut.

Der Online-Shop bietet freie Auswahl, wenn auch das Erlebnis bei Amazon runder ist. Tolino holt hier einfach die Händler-Website auf den Bildschirm, jedoch ist das Surferlebnis dank E-Ink-Display nicht so komfortabel wie auf einem Smartphone oder Tablet.

Daher ist es leichter, wenn man die Bücher auf anderen Geräten kauft und dann mittels Tolino-Cloud auf den Reader lädt. Dank Online-Speicher kann man vorhandene E-Books auch schnell an das Gerät schicken.

Aber auch der Vision 5 ist nicht perfekt. Bei der Navigation kam es in unserem Test zu kleineren Aussetzern, beim Umblättern ebenfalls. Das Gerät wirkt insgesamt etwas Träger als seine Amazon-Konkurrenten. Zwei Mal bekamen wir auch eine Fehlermeldung beim Lesen und beim Shopping und landeten wieder auf der Startseite.

Manchmal hat das Gerät auch nicht bemerkt, dass wir das Display gedreht haben, das Problem hatten wir mit der 13.1 Firmware-Version. Daher hoffen wir, dass es mit einem Update behoben wird.

Im Onleihe-Forum wird von einigen berichtet, dass es Probleme mit der Nutzung dieser Plattform gibt, reproduzieren konnten wir das im Test jedoch nicht.

Wir finden, dass der Tolino Version 5 insgesamt ein gutes Update ist, uns gefällt das Gehäuse und Bedienung, der Lesekomfort damit ist toll. Auch dank des 7-Zoll-Bildschirms werden die Bücher gut in Szene gesetzt und die Beleuchtung ist ebenfalls gut.

Die etwas träge Bedienung stört uns, dafür ist die freie Plattformwahl klasse, auch wenn die Büchersuche nicht ganz so intuitiv ist. Hörbücher gibt es hier nicht, die gibt es noch immer nur per Tolino-App.

Ansonsten findet man hier aber eine gute Alternative zum Kindle von Amazon, vor allem, wenn man auf die Amazon-Bindung verzichten möchte.

Edel: Amazon Kindle Oasis 3

Edel

Amazon Kindle Oasis 3

eBook-Reader Test: Amazon Kindle Oasis 3
Der Edel-Kindle ist wasserdicht, hat ein größeres Display und eine Farbtemperatur-Einstellung, ist aber auch sehr teuer.

Der Kindle Oasis 3 ist eine Premium-Serie von Amazon, seit 2019 gibt es ihn in dritter Generation. Das Display ist nun größer, gerade bei kleineren Schriftgrößen wird man das zu schätzen wissen.

Außerdem kann nun auch die Farbtemperatur angepasst werden, man kann sie ins Rötliche verändern in 24 Stufen. Auch hier geht wie bei Tolino der Farbtemperaturwechsel nach Tageszeit automatisch.

 eBook-Reader Test: Amazon Kindle Oasis
Farbtemperatur-Einstellung und wasserfestes Display – das überzeugt.

Die Beleuchtung vom Display finden wir toll, sogar besser als das Backlight des Paperwhite. Wenn man die maximale Helligkeit wählt, wird der Text kontrastreich und der Hintergrund fast komplett weiß. Das und die anpassbare Farbtemperatur liefern ein tolles Leseerlebnis.

Optisch gefällt er uns auch, das Aluminiumgehäuse wirkt wertig und zum Touchscreen gibt es noch zwei Blättertasten. Zwischen rechter und linker Hand beim Lesen zu wechseln ist auch komfortabel dank der Bauform und wasserfest ist das Gerät auch.

Dennoch haben wir auch hier Kritikpunkte: es gibt einen microUSB-Anschluss und noch immer keinen USB-C-Anschluss, außerdem wird WLAN mit 5 Gigahertz nicht unterstützt. Auch hier wäre ein Kopfhörer-Ausgang wünschenswert, Audible-Bücher kann man so nur per Bluetooth abspielen.

Dennoch ist er für Kindle-Fans toll, man muss selbst entscheiden, ob das Gerät den höheren Preis wert ist.

Tolle Bibliothek: PocketBook Touch HD 3

Tolle Bibliothek

PocketBook Touch HD 3

Test eBook-Reader: PocketBook Touch HD 3
Tolle Bibliothek, sinnvolle Extras, wasserdicht – PocketBook liefert eine Top-Alternative zu Kindle und Tolino.

Wer gerne kostenlose E-Books liest, ist mit dem PocketBook Touch HD 3 gut beraten. Die Verarbeitung des Geräts ist gut und es ist perfekt ausgeleuchtet, auch die Blaulicht-Reduzierung ist gut austariert, sie heißt »Smart Light«. Dank IPX7 übersteht das Gerät auch ein Meter-tiefes Bad in tiefem Süßwasser für 30 Minuten, man kann ihn also problemlos mit in die Badewanne nehmen.

Hier verbindet sich das Gerät mit einem Buchhändler, der voreingestellt ist und Mitglied der PocketBook-Cloud ist. Den Shop kann man nur per E-Mail an den Support wechseln. Bei uns war ein Buchhändler aus Köln voreingestellt, die Auswahl an E-Books dort war eher überschaubar. Noch blöder finden wir, dass auf der PocketBook-Cloud-Homepage Büchereien sind, dessen Angebote online nicht verfügbar sind. Wenn also das Gerät mit solch einer Bibliothek verbunden ist, bringt der Online-Kauf nichts. Es ist aber ein Browser integriert, sodass man auch die Onleihe oder andere Shops nutzen kann.

Vor allem beim Hinzufügen von Büchern aus anderen Bezugsquellen punktet er aber. Diese Geräte nehmen jedes Buch im ePub-Format, aber auch Word-Dokumente und PDFs.

Kabellos, etwa über die Dropbox-Cloud geht das auch. Nach der Anmeldung synchronisiert das Gerät automatisch die kompatiblen Formate aus dem Ordner auf den Geräte-Speicher. Dadurch können auch E-Books von Projekt Gutenberg und weiteren Seiten geladen werden. Nach der Registrierung kann man auch per Mail Bücher an das Gerät schicken, das ist sehr praktisch.

Auch die Buchverwaltung gefällt uns. Man kann die Bibliothek umfangreich filtern und sortieren und auch schnell durchsuchen. Auch eine Ordnerstruktur vom PC lässt sich per USB-Kabel genauso auf das Gerät übertragen.

Die Darstellung von Büchern kann sich auch sehen lassen. Es gibt viel Auswahl bei den Schriften und der Seiteneinrichtung, außerdem gibt es die Möglichkeit für Online-Suche und Notizen.

Auch hier können Hörbücher über die Bluetooth-Kopfhörer angehört werden. Es gibt dafür aber keinen eigenen Dienst, so müssen sie vorher auf dem Gerät abgespeichert werden. Hörbücher im MP3-Format kann man ebenfalls als ZIP-Archiv auf das Gerät schieben und dann abspielen.

Auch für E-Books lässt sich die Bluetooth-Funktion nutzen, Texte können von unterschiedlichen Stimmen vorgelesen werden. Bei den deutschen Büchern gibt es »Marlene« und »Hans«, beide fanden wir angenehm. Bei den englischen Büchern gibt es mehr Auswahl inklusive Akzente für Australien, Großbritannien oder die USA. Insgesamt finden wir das Gerät sehr gelungen und ebenso die Hörbuch-Funktion.

Wer also vorwiegend Bücher aus DRM-freien Quellen hat, findet hier das passende Gerät.

Was gibt es sonst noch?

Im Gegensatz zum Tolino Shine 3 ist der Tolino Vision 4 HD wasserdicht, dafür auch teurer. Wir finden ihn zu teuer. Ansonsten bringt er die Tolino-typischen Eigenschaften mit. Das heiß angenehmes Leseerlebnis, das hinter dem von Amazon nur knapp zurückliegt. Eine Nachtlichtfunktion gibt es auch hier und man kann die Onleihe nutzen.

Der Tolino Shine 3 ist eher an dem klassischen Kindle orientiert, jedoch weniger griffig. Einen Wasserschutz gibt es hier nicht. Dafür bietet das Display aber ein Leseerlebnis, das mit dem des Paperwhite 2018 vergleichbar ist. Nur die Ausleuchtung ist weniger perfekt, jedoch nur, wen man die Geräte direkt vergleicht. Eine Nachtlichtfunktion ist auch dabei und das Gerät bietet eine gute Alternative zum Paperwhite. Wer freie Buchformen ohne Calibre-Konvertierung sucht und deutsche Buchhändler Amazon vorzieht, ist hier richtig. Die Onleihe kann hier auch genutzt werden.

Der Kobo Clara HD sieht aus wie der Tolino Shine 3. Jedoch unterscheidet sich die Software und auch die E-Book-Auswahl, hier ist sie auf den Rakuten-Shop beschränkt. Wir empfehlen daher eher den Tolino Shine 3, denn hier hat man bei den Shops deutlich mehr Auswahl.

Ein Exot ist der InkBook Lumos. Er hat ein auf Android 4.2 basierendes Betriebssystem und man kann Reader-Apps installieren, etwa die von Amazon oder Skoobe. Zudem werden gängige E-Book-Formate unterstützt. Klingt gut. Aber leider ist die Performance sehr träge, alleine das Blättern kostet Nerven. Die Kindle-App hier zu nutzen macht auch wenig Spaß, da es bei Eingaben immer zu Verzögerungen kommt. Außerdem gibt es bei Android-Apps einen sichtbaren Ghosting-Effekt. Zusammen mit der Auflösung von 800 x 600 Pixeln bei 167 ppi empfehlen wir ihn daher nicht.

Wissenswertes über E-Book-Reader

Viele Bücher in der Tasche und dabei nicht schwer schleppen – mit einem E-Book-Reader geht das ohne Probleme. Denn auf solch einem Gerät liest es sich immer noch schöner als auf dem Tablet oder Smartphone.

Das liegt daran, dass ein eReader leicht ist als ein Tablet und der Bildschirm größer als beim Smartphone. Die E-Ink-Displays sind hochauflösend und das Schriftbild kann mit echten Büchern mithalten. Eingebaute Beleuchtung gibt es mittlerweile auch fast überall, so lässt es sich auch bei wenig Licht lesen. Zudem halten die Akkus einige Wochen, Tablet oder Smartphone machen schon nach ein paar Stunden schlapp.

Lange wurde das Feld von Amazons Kindle-Readern angeführt, mittlerweile gibt es mit dem Tolino aber einen Konkurrenten. Der entstammt einer Allianz aus Hugendubel, Weltbild, Thalia und Telekom. Inzwischen gibt es keine größeren technischen Unterschiede zwischen den Geräten mehr.

eBook-Reader Test

Ob Tolino oder Kindle hängt vorwiegend mit dem Lieblings-Buchhändler zusammen. Beim Tolino kann man zwischen Thalia, Weltbild und Hugendubel wählen oder auf andere Stores wie bücher.de oder e-book.de zugreifen. Beim Kindle kann man nur bei Amazon kaufen.

Bei Kobo, das ist ein Tochterunternehmen von Rakuten, handelt es sich ebenfalls um ein eigenes Gerät.

Wissenswertes über E-Books

Bei allen Readern kann man direkt elektronische Bücher auf dem Gerät kaufen, ebenso über den Computer-Browser. Bei Kobo und Amazon gibt es dafür einen eigenen Shop. Bei Tolino dagegen gibt es verschiedene Quellen. Über das Gerät selbst kann man dabei nur im digitalen Buchladen kaufen, über die Tolino Cloud kann man aber auch weitere Inhalte aufs Gerät übertragen. Hierzu bindet man die Partnershops an die Cloud an, das geht aber schnell.

Wenn nun ein Tolino-Nutzer bei Buch.de ein Buch kauft, kann es trotzdem heruntergeladen und auch gelesen werden. So bekommt man hier ein flexibles Allround-Gerät. Anstatt den PC kann man auch den internen Browser von Tolino nutzen. Bei dem werden die meisten Seiten gut dargestellt und man kann die Dateien auch auf den Reader laden. So kann man etwa ein Buch in einem ePub-Format kaufen und gleich lesen. Dafür braucht man aber etwas Geduld. Auf dem E-Ink-Bildschirm sehen die Webseiten zwar gut aus, beim Scrolling oder Seitenwechsel wird die Seite aber jedes Mal neu aufgebaut.

Bei den Angeboten von verschiedenen Anbietern gibt es nur kleine Unterschiede. Wir haben stichprobenartig zehn der Einträge von der Spiegel-Bestsellerliste und zehn der US-Bestsellerliste der New York Times in den Rakuten (Kobo), Tolino und Amazon Shops gesucht. Auf allen Plattformen haben wir tatsächlich sowohl die englischen als auch die deutschen Titel gefunden. Jedoch unterschieden sich bei den internationalen Büchern die Preise teils ziemlich, vergleichen lohnt sich also.

Preisschwankungen bei den deutschen Büchern gab es nicht. Das liegt daran, dass es auch digital eine Buchpreisbindung gibt.

Wer vor allem unbekannte Autoren unterstützen möchte, für den eignet sich die geschlossene Amazon-Plattform gut. Hier können Autoren beim Amazon Direct-Publishing-Programm auch ohne große Verlage ihre Bücher veröffentlichen. Somit gibt es im Kindle-Store viele Bücher, die man teilweise nirgendwo sonst findet. Für Fans englischsprachiger Bücher eignet sich das besonders.

Der beste E-Book-Store

Es gibt leider keine genauen Zahlen über die angebotenen Bücher in den einzelnen Shops. Festgestellt haben wir vor allem einen deutlichen Preisunterschied bei englischsprachigen Büchern. Wir haben etwa »The Whistler« von John Grisham bei Hugendubel gefunden für 18,49 Euro, bei Thalia und Amazon schon für 11 Euro. Die Preise sind teils sehr unterschiedlich.

Vergleichen ist also gut, aber nicht immer so einfach. Jeder Reader hat einen bevorzugten Shop, bei Kobo und Tolino kann man noch recht gut auf andere Shops zugreifen, beim Kindle wird es schwieriger, geht aber auch. Der Tolinon bietet sowieso Zugriff auf eBook.de, Hugendubel, Weltbild und Thalia. Dafür ist aber die Umsetzung gewöhnungsbedürftig. Das Gerät selbst ermöglicht nur den Kauf aus einem der digitalen Buchläden, man kann für andere Inhalte aber die Tolino Cloud nutzen und die Inhalte auf das Gerät übertragen. Hierzu müssen aber die Partnershops angebunden sein an die Cloud. Das ist schnell erledigt, aber dennoch könnte es weniger umständlich sein.

Bei Kobo und Amazon gestaltet sich das noch schwieriger. Wenn man Bücher aus anderen Shops lesen möchte, muss man sie für Amazon in das Amazon E-Book-Format konvertieren, leicht ist das nicht immer und oft gibt es auch einen Kopierschutz.

E-Book-Formate und der Kopierschutz

Bei Tolino und Kobo wird das Dateiformat ePub unterstützt. Dadurch bekommt man mehr Komfort beim Übertragen von Büchern aufs Gerät. Von vielen Shops werden Bücher im ePub-Format verkauft und auch Quellen für kostenlose E-Books bieten oft ePub als Download an. Per USB-Kabel kann man diese Dateien dann einfach auf das Gerät kopieren und direkt lesen.

Anders ist es bei den Kindle-Modellen. Von Amazon wird das ePub-Format nicht unterstützt, hier gibt es ein eigenes Dateiformat. Daher kann man aus einer Amazon-fremden Quelle keine Bücher mit Kopierschutz auf das Gerät übertragen. Mit Calibre können aber dafür Bücher ohne Kopierschutz konvertiert werden.

Von einigen Quellen, etwa Projekt Gutenberg, gibt es die Bücher meist im ePub-Format und auch im MOBI-Dateiformat, das Kindle-tauglich ist. Die Bücher lassen sich dann direkt auf den Kindle kopieren.

Eher kompliziert wird es, von einem System zum anderen zu wechseln. Grundsätzlich kann man auch mit Kobo oder Tolino Bücher aus dem Amazon-Shop lesen. Und auch den Kindle kann man mit ePubs-Büchern bestücken, wenn man sie davor konvertiert. Wichtig ist dafür das Programm Calibre.

eBook Reader Test: Calilbre

Mit Calibre kann fast jedes Format digitaler Texte für die Nutzung auf den Readern aufbereitet werden. Jedenfalls wenn die Bücher keinen »DRM« (»Digital Rights Management«) Kopierschutz haben. Falls ein Kopierschutz vorhanden ist, funktioniert Calibre nicht, denn hier müsste der Kopierschutz ausgehebelt werden. Trotzdem geht es technisch, Bücher von Amazon für Tolino und anderen umzuwandeln oder anders herum.

Jedoch gibt es von der Calibre-Community einige Plug-ins, mit denen der Kopierschutz entfernt werden kann. Es ist zwar verboten einen Kopierschutz zu deaktivieren und zu knacken, aber in Deutschland darf von erworbenen Medien auch eine Privatkopie angefertigt werden. So ist es eine rechtliche Grauzone. Wenn Sie sich dafür entscheiden, tun Sie das auf eigenes Risiko. Weiteres dazu auch bei AllesEbook sowie Lesen.net.

Es gibt aber von einigen Anbietern inzwischen auch Bücher ohne einen Kopierschutz. Beim Kauf sind die gekennzeichnet und man kann sie ohne Probleme für jeden Reader aufbereiten. Trotzdem ist das Austauschen von gekauften Büchern zwischen den Geräten nicht ganz so trivial.

Vor allem bei Amazon Kindle ist es schwierig, später zu Kobo oder Tolino zu wechseln samt den gekauften Büchern, denn Amazon hat einen eigenen Kopierschutz. Entweder behält man den Kindle also als Backup oder liest auf Tablet oder Smartphone.

Infos zum Thema »DRM bei eBooks und wie man damit umgeht« findet man auch hier bei AllesEbook.

E-Books ausleihen

Bei allen E-Book-Readern kann man auch Bücher leihen. Bei Kobo und Tolino kann man die Onleihe nutzen. Das ist eine gemeinsame Plattform von Stadtbibliotheken, tausende Bibliotheken nehmen daran teil. Ist man in einer davon Mitglied, kann man E-Books online ausleihen. Dazu muss man nur den E-Book-Reader einmal registrieren und Adobe Digital Editions installieren, denn die geliehenen Bücher haben einen Kopierschutz.

So kann man dann digitale Bücher ausleihen, wie man es sonst in der Bibliothek tun würde, ganz ohne das Sofa verlassen zu müssen. Meist ist dabei das Onleihe-Angebot meist aktueller und größer als das bei Amazon.

Dafür hat man aber auch Einschränkungen wie beim echten Ausleihen von Büchern. So gibt es etwa bei jeder Stadtbibliothek nur eine begrenzte Menge von digitalen Exemplaren und aktuelle Bücher können da schon mal ausgeliehen und nicht verfügbar sein. Ist die Leihfrist zu Ende, verschwindet das Buch wieder vom Reader, egal ob es gelesen wurde oder nicht, Mahngebühren gibt es so aber immerhin nicht.

Bei Amazon gibt es einen anderen Weg. Beim Kindle kann man die Onleihe nicht nutzen, dafür aber die Kindle Leihbücherei und Kindle Unlimited. Letzteres ist ein Flatrate-Angebot. Hier kann man für etwa 10 Euro pro Monat bis maximal zehn E-Books ausleihen, beliebig lange. Dabei kann man aus etwa einer Million Büchern wählen, jedoch findet man eher selten aktuelle Bestseller. Dafür hat man aber Zugriff auf Bücher vom Self-Publishing oder der Kindle-Plattform. Die gesamte Harry-Potter-Reihe findet man beispielsweise aber auch.

Als Amazon-Prime-Kunde kann man auch einmal im Monat ein kostenloses E-Book ausleihen aus dem Unlimited-Bereich. An die Onleihe kommt die Qualität zwar nicht ran, aber dafür gibt es keine beschränkte Verfügbarkeit oder andere Restriktionen.

E-Books weltweit kostenlos herunterladen

Wer schonmal im Urlaub, beim Wandern oder am Flughafen nichts mehr zu lesen hatte, wird einen E-Book-Reader mit einer weltweiten Datenflatrate zu schätzen wissen, bisher gibt es sowas aber nur beim Amazon Kindle.

Für etwa 60 Euro mehr kann man das Gerät als »3G-Variante« kaufen und jeden Tag – ortsunabhängig – 25 Megabyte herunterladen. Das reicht für einige Bücher, denn die meisten haben nur einige Kilobytes. Außerdem fallen keine Zusatzkosten an. Wenn man einmalig den Aufpreis gezahlt hat, ist das Gerät immer online, das ist ein Alleinstellungsmerkmal des Amazon-Geräts.

Aber auch beim Tolino kann man Bücher unterwegs herunterladen. Dabei verbindet sich er E-Book-Reader automatisch mit WLAN-Hotspots von der Deutschen Telekom, ohne Zusatzkosten. Das Netz ist in Deutschland gut ausgebaut, im Ausland bekommt man ohne 3G hier aber Probleme. Beim Kobo Aura gibt es diese Funktion gar nicht.

So haben wir getestet

Wir haben E-Book-Reader von Tolino, Amazon und anderen Herstellern getestet.

Dabei wurde der Lesekomfort bewertet und auch Sonderfunktionen sowie unterschiedliche Möglichkeiten, die E-Books auf das Gerät möglichst komfortabel zu übertragen.

Die meisten E-Book-Reader in unserem Test haben eine angenehme Leseerfahrung geboten. Wo es vor Jahren noch große Unterschiede gab bei der Display-Qualität, Software oder Beleuchtung kann man inzwischen auf allen Readern komfortabel lesen.

Alle Reader können mittlerweile gut an die Vorlieben des Nutzers angepasst werden, etwa bei Schriftbild und Bedienung. Auch hier hat Amazon inzwischen die Nase vorn, aber auch die Tolino-Geräte sind bei Seitengestaltung und Flexibilität gut. Um den Lesekomfort muss man sich beim elektronischen Lesen also definitiv keine Sorgen machen.

Auch Markierungen sind überall möglich, ebenso Lesezeichen und Notizen, so kann man über den Touchscreen Lieblingszitate und wichtige Passagen wiederfinden.

Ob im Dunkeln, bei wenig Licht oder in der Sonne, dank Hintergrundbeleuchtung kann man in jeder Situation gut lesen.

Teure Kindle-Modelle strahlen besonders hell, aber auch bei Kobo und Tolino kann die Farbtemperatur angepasst werden, das schont im Dunkeln die Augen.

Wir raten insgesamt von günstigen Geräten ohne Hintergrundbeleuchtung ab, denn dadurch wird der Lesekomfort eingeschränkt. Geräte mit Beleuchtung bekommt man schon für weniger als 100 Euro.

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