Test: Smartphone

Smartphones unter 250 Euro : Wenig Geld für ordentliche Leistung

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Update 30.09.2020

Für Premium-Smartphones kann man mittlerweile den Preis eines gebrauchten Kleinwagens bezahlen. Doch auch für weniger als 250 Euro bekommt man heutzutage Qualität, die sich wirklich sehen lassen kann: Gute Kameras, hochwertige Displays, schnelle Prozessoren und lange Akkulaufzeiten.

Update 30. September 2020

Nach einem umfangreichen Update mit zwölf neuen Geräten haben wir drei neue Empfehlungen: Das Redmi Note 9 Pro, das Oppo A91 und das Alcatel 3L (2020).

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Die Weiterentwicklung von Smartphones geht rasend schnell, somit sind teure Innovationen bereits nach kurzer Zeit schon günstig zu haben. Deshalb kommen die erschwinglichen Geräte bereits standardmäßig mit Fingerabdruck-Sensor oder USB-C-Anschluss. Fast immer dabei ist auch die Möglichkeit der Speichererweiterung, oder Platz für eine zweite SIM-Karte. Hat man ein Gerät mit Dreifach-Slot, können zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte hinzugefügt werden

Ein entscheidendes Kaufkriterium bei Smartphones ist die Kamera, auch hier können die günstigen Geräte punkten, sogar mit dem HDR-Modus. Dabei werden mehrere Fotos direkt nacheinander mit verschiedenen Belichtungs-Einstellungen geschossen. Das ermöglicht vor allem bei schwierigen natürlichen Lichtverhältnissen sehr gute Ergebnisse. Sogar nachts können mittlerweile gute Bilder aufgenommen werden.

Austauschbare Akkus werden zwar immer seltener, dafür verbessern sich die Akkulaufzeiten kontinuierlich und auch die Ladezeiten werden immer kürzer. Wir haben festgestellt, dass man bereits für wirklich wenig Geld gute Smartphones bekommen kann und je nach individueller Vorliebe ist für jeden etwas dabei. Selbstverständlich ist die Technik nicht auf dem Niveau der Premium-Geräte, aber für ein Viertel des Preises bekommt man überzeugende Handys, die für den alltäglichen Gebrauch völlig ausreichen und darüber hinaus auch in Sachen Design eine gute Figur machen.

Starkes Gesamtpaket: Xiaomi Redmi Note 9 Pro

Starkes Gesamtpaket

Xiaomi Redmi Note 9 Pro

Das Redmi Note 9 Pro entthront das Redmi Note 8T aus gleichem Hause. Xiaomi ist in vielen Sparten vertreten, Smartphones genießen aber die größte Aufmerksamkeit. Das Redmi Note 9 Pro entspricht ganz der Firmenphilosophie: Qualitativ hochwertige Produkte für eine möglichst breite Kundschaft zugänglich machen. Und das gelingt.

Mit strapazierfähigem Display, glänzender Rückseite und dünnem Metallrahmen ist das Redmi Note 9 Pro in grün, weiß oder grau erhältlich. Unterschiedliche Speicherkapazitäten stellen die Hersteller von Redmi, deren Hauptmarke Xiaomi ist, nicht zur Verfügung.

Das Drop-Notch des Vorgängers wurde beim Note 9 Pro in ein Punch-Hole-Display gewandelt: Die Kamera ist jetzt am oberen Displayrand und von einer runden Insel umgeben. Damit ist sie je nach Inhalt des Bildes kaum sichtbar.

Die Glasrückseite ist elegant, recht unempfindlich und kann wie auch das Displayglas recht einfach ausgetauscht werden. Der Hersteller liefert dennoch ein Silikon-Case als Schutz mit. Mit dem schließen auch die Rückkameras bündig ab.

Neben den gewohnten Tasten, USB-C-Ladeanschluss und Headset-Buchse ist auch ein Fingerprint-Sensor angebracht. Der ist gleichzeitig auch der Schalter zum An- und Ausschalten des Geräts – sehr komfortabel. Wie das Smartphone von hinten durch die Silikonhülle geschützt wird, erledigt dies vorne eine Schutzfolie. Da sie abgestimmt und schon aufgeklebt ist, gibt es keine Einschränkungen beim Bedienen.

Der Karten-Slot des Note 9 Pro ist sehr großzügig: Hier finden zwei SIM- und eine microSD-Karte für einen erweiterten Speicher Platz. Aber vor allem für dieses Preissegment ist der Hersteller mit 64 GB verbautem Speicher alles andere als sparsam.

Ähnlich wenig geknausert hat Redmi beim Display: Es ist 6,6 Zoll groß und hat eine Pixeldichte von circa 400 ppi. Das Display zeigt satte, natürliche Farben, ordentliche Schwarzwerte und ist leuchtstark. Die Helligkeit passt sich der Tageszeit an und es kann sogar die Temperatur der Farben eingestellt werden. Eine höhere Bildrate für ein flüssigeres Erlebnis gibt es zu diesem Preis nicht.

Installiert ist Android 10 und das hauseigene MIUI Global 11.0.1, das zwar hin und wieder Werbung aufploppen lässt, das kann aber abgestellt werden. Mit dem Snapdragon 720G Chipsatz ist das Note 9 Pro sehr leistungsstark.

Der Akku hält ganze 25 Stunden bei einer Dauerschleife von FullHD Videos, aktivem WLAN und 50 Prozent Helligkeit des Displays durch. Knapp eine Stunde braucht das Gerät, um wieder voll einsetzbar zu sein. Dabei werden Gerät und Netzteil aber auch gut warm.

An der Rückseite finden sich vier Kameras: Eine Hauptkamera mit Weitwinkel und 64 Megapixeln, ein Ultra-Weitwinkel mit acht Megapixeln, ein Sensor für Makro-Aufnahmen und fünf Megapixeln sowie ein Tiefensensor mit zwei Megapixeln für Bokehs.

Leider zeichnet die Bildbearbeitung des Smartphones bei schlechtem Licht stark nach, um das Rauschen im Bild zu verringern. Im HDR-Modus werden dann auch die letzten Details noch weggezeichnet (gut zu sehen an den Pflastersteinen) . Im Gegensatz dazu wird bei Gegenlicht zu viel Helligkeit eingesetzt und zudem ist die Sonne nicht mehr klar abgetrennt.

Im Studio zeigt die Kameraabteilung des Redmi Note 9 Pro ein gutes Ergebnis. Im Hellen ist lediglich die Kantenschärfung etwas zu stark und bei 30 Lux die Sättigung ein wenig geringer. Dafür sind die Farben recht natürlich und viele Details erkennbar. Im HDR-Modus ist das Bild heller und hat weniger Rauschen, Details gehen allerdings verloren.

Das Redmi Note 9 Pro überzeugt insgesamt, allerdings wird kein Headset im Paket mitgeliefert. Außerdem ist die Fotoqualität bei schwierigem Licht noch auszuschöpfen.

Kompakt und vielseitig: Samsung Galaxy A40

Kompakt und vielseitig

Samsung Galaxy A40

Test günstige Smartphone: Samsung Galaxy A40
Das Galaxy A40 ist vergleichsweise klein, hat jedoch ein hervorragendes Display und man kann sehr gute Fotos damit machen.

Beim Galaxy A40 von Samsung ist nicht nur der Preis, sondern auch das Gerät klein. So beträgt die Bildschirmdiagonale weniger als sechs Zoll und es lässt sich dadurch immer, überall, unauffällig verstauen. Dass Samsung hier auch an der Ausstattung spart, wird durch das brillante Display widerlegt, das mit 436 Pixel pro Zoll und mit AMOLED farbenprächtig strahlt. Die Front-Kamera wurde mittels einer unauffälligen Notch oben ins Display eingefügt.

Die zwei Kameras auf der Rückseite können sowohl bei geringem, als auch gegen das Licht gute Ergebnisse erzielen. Wer mit dem Smartphone künstlerische Fotografie betreiben möchte, wird mit dem Gerät jedoch nicht glücklich, da die zwei Kameras keinerlei Varianz in der Brennweite bieten, sodass man auf Spielereien, wie Unschärfe oder Tiefenschärfe verzichten muss.

Auch das Samsung Galaxy A40 kommt mit Dreifach-Slot, das heißt es können zwei SIM-Karten verwendet und zusätzlicher Speicher über microSD hinzugefügt werden. Wer auf zusätzliche Kamerafunktionen verzichten kann und Wert auf ein hochwertiges Display legt, ist mit diesem Smartphone gut beraten. Hervorzuheben ist die Kompaktheit des Geräts, welche es zu einem unauffälligen Begleiter in jeder Tasche macht.

Leistungsstark: Oppo A91

Oppo schwappte aus Asien zu uns und das Oppo A91 steigt direkt im Einsteigermarkt mit ein. Der Hersteller überzeugt nicht nur mit seinem Knowhow, sondern auch mit seinen modernen Fertigungsstätten.

Modernste Chiptechnik lässt das Gerät flüssig laufen, der Octa-Core-Prozessor von MediaTek gibt ordentlich Antrieb und wird mit acht Gigabyte ergänzt. Allerdings ist beim A91 nur Android 9 in Kombination mit ColorOS von Oppo installiert.

Der herausragende AMOLED-Bildschirm hat nur eine kleine Drop-Notch. Erweitert werden kann das Oppo A91 mit zwei SIM-Karten oder einer Speicherkarte – wenn einem 128 Gigabyte interner Speicher nicht reichen.

Der Akku ist locker bei 20 Stunden Laufzeit dabei. Binnen einer Stunde ist das Gerät dann auch wieder voll aufgeladen. Zum Zubehör gehören außerdem ein Silikon-Case und ein Headset.

Die vier Kameras bestehen aus einem Weitwinkel, einem Ultraweitwinkel, einem Tiefensensor und einer Schwarzweiß-Kamera. In schwierigen Lichtsituationen ist das A91 passabel. Mit wenig Licht gibt es wenig Rauschen und die Sättigung ist ansehnlich. Nur die Software schärft etwas zu stark nach.

Die Ausstattung des Oppo A91 ist super, man kann flüssig arbeiten und Online-Games können auf dem großen Display ohne Stocken gespielt werden. Zum kleinen Preis mit großzügiger Ausstattung bringt das A91 Freude!

Preis-Leistungs-Genie: Alcatel 3L (2020)

Zum kleinen Preis hat das Alcatel 3L (2020) ordentlich was zu bieten. Vor allem von außen merkt man dem Smartphone seinen günstigen Preis nicht an. Optisch wie haptisch zeigen sich kaum Unterschiede.

Durch die Drop-Notch hat der Display eine große aktive Fläche. Die Rückseite besteht aus einer glänzenden Glasschicht und ist mit Fingerprint-Sensor und Dreifachkamera versehen.

Leider gibt es zum Aufladen des Geräts lediglich einen Micro-USB-Anschluss, weshalb der Ladevorgang über zwei Stunden dauert. Ebenfalls nicht vorhanden ist ein NFC-Chip, mit dem sich mit anderen Geräten verbunden oder kontaktlos bezahlt werden kann.

Das Alcatel 3L lief beim Video-Test ganze 27 Stunden. Für den Preis sind auch 64 Gigabyte beachtlich. Zumal der Speicher mit 128 Gigabyte aufgestockt werden kann. Alternativ lässt sich eine zweite SIM-Karte einsetzen.

Mit den drei Kameras kann im Weitwinkel, im Ultraweitwinkel und mit Makro fotografiert werden. Bei nächtlichem Mischlicht oder Gegenlicht lässt sich das Ergebnis sehen. Beim Fotografieren gegen die Sonne wird lediglich etwas zu hell belichtet. Der HDR-Modus verschafft im Dunkeln etwas mehr Kontrast und Details.

Bei den Aufnahmen im Studio und gleichbleibender Ausleuchtung kann das Alcatel 3L punkten. Nur die Abstimmung der Farben wird etwas kühl und es zeigen sich feine Doppelkonturen der künstlichen Schärfe. Mit weniger Licht werden die Farben natürlicher, aber auch die Sättigung wird weniger. Bei der HDR-Aufnahme ist das Bild heller, hat aber auch ein feines Rauschen.

Das Alcatel 3L (2020) bietet ein vollwertiges Smartphone zu einem attraktiven Preis. Nur auf USB-C und NFC muss verzichtet werden.

Was gibt es sonst noch?

Das Motorola Moto G8 kann vor allem durch seine enorme Akkulaufzeit glänzen – ganze 25 Stunden hält der Ausdauerprofi aus. Um das Gerät nach dieser Zeit wiederaufzuladen, gibt es allerdings nur ein schwaches Netzteil. Auch sonst zeigen sich beim Moto G8 einige Gegensätze: So ist zwar ein schneller Chipsatz verbaut, dennoch braucht das Gerät quälend lang, bis es startet. Die Fotoabteilung macht bei genug Licht sehr gute, aber bei geringem Licht ungenügende Bilder.

Die Schwerpunkte des LG K61: Eine lange Akkulaufzeit und eine gute Kamera – und das kann das Gerät auch. Allerdings ist das Netzteil eher schwach und auch der Chipsatz nicht der aktuellste. Dafür gibt’s eine USB-C-Buchse und ein Silikon-Case.

Das teuerste, aber auch beste der neuen Smartphones von Realme ist das Realme 6. Der Chipsatz hat ordentlich Leistung und es sind Android 10 sowie das hauseigene realme UI V1.0 installiert, das große Ähnlichkeit mit dem ColorOS von Oppo hat. Dafür ist die Kamera leider eher sparsam in ihrer Qualität. Schade, die Leistung des Displays, die beiliegende Silikon-Schutzhülle und das restliche Gesamtpaket sind eigentlich erfreulich.

So haben wir getestet

Die Rechenleistung der Smartphones haben wir mit Benchmark-Messsystemen überprüft, wobei deutlich wurde, dass die Geräte von Generation zu Generation immer besser werden. Anhand eines Videos in Full-HD-Auflösung, das im Loop wiederholt wurde, haben wir getestet, wie lange der Akku hält. Dabei wurde die Helligkeit auf 50% gestellt und das WLAN war eingeschaltet.

Am aufwendigsten wurden die Kameras geprüft, da diese mittlerweile als das entscheidende Kriterium von Käufern gesehen werden. Dazu haben wir bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografiert. Zuerst wurden in einem Studio optimale Lichtverhältnisse geschaffen, dann wurden die Performances auch unter schwieriger zu bewältigende Bedingungen, wie Dunkelheit und Lowlight, geprüft. Darüber hinaus haben wir die Kameras auch in natürlichen Lichtsituationen getestet, beispielsweise indem wir gegen die Sonne fotografiert haben. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass bei guten Lichtverhältnissen fast alle Smartphones gute Bilder schießen, sobald diese sich jedoch verschlechtern, gibt es gravierende Unterschiede.

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