Test: Smartphone

Günstige Smartphones im Test : Ordentliche Leistung für wenig Geld

Update 23.06.2021

Für Premium-Smartphones kann man mittlerweile den Preis eines gebrauchten Kleinwagens bezahlen. Doch auch für weniger als 250 Euro bekommt man heutzutage Qualität, die sich wirklich sehen lassen kann: Gute Kameras, hochwertige Displays, schnelle Prozessoren und lange Akkulaufzeiten.

Update 23. Juni 2021

Wir haben weitere günstige Smartphones getestet. Neue Empfehlungen sind das Xiaomi Redmi Note 10 Pro und das Xiaomi Poco M3.

30. September 2020

Nach einem umfangreichen Update mit zwölf neuen Geräten haben wir drei neue Empfehlungen: Das Redmi Note 9 Pro, das Oppo A91 und das Alcatel 3L (2020).

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Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für Fachzeitschriften wie AV-Magazin, Heimkino und Digital Home.

Die Weiterentwicklung von Smartphones geht rasend schnell, somit sind teure Innovationen bereits nach kurzer Zeit schon günstig zu haben. Deshalb kommen die erschwinglichen Geräte bereits standardmäßig mit Fingerabdruck-Sensor oder USB-C-Anschluss. Fast immer dabei ist auch die Möglichkeit der Speichererweiterung, oder Platz für eine zweite SIM-Karte. Hat man ein Gerät mit Dreifach-Slot, können zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte hinzugefügt werden.

Ein entscheidendes Kaufkriterium bei Smartphones ist die Kamera, auch hier können die günstigen Geräte punkten, sogar mit dem HDR-Modus. Dabei werden mehrere Fotos direkt nacheinander mit verschiedenen Belichtungs-Einstellungen geschossen. Das ermöglicht vor allem bei schwierigen natürlichen Lichtverhältnissen sehr gute Ergebnisse. Sogar nachts können mittlerweile gute Bilder aufgenommen werden.

Austauschbare Akkus werden zwar immer seltener, dafür verbessern sich die Akkulaufzeiten kontinuierlich und auch die Ladezeiten werden immer kürzer. Wir haben festgestellt, dass man bereits für wirklich wenig Geld gute Smartphones bekommen kann und je nach individueller Vorliebe ist für jeden etwas dabei. Selbstverständlich ist die Technik nicht auf dem Niveau der Premium-Geräte, aber für ein Viertel des Preises bekommt man überzeugende Handys, die für den alltäglichen Gebrauch völlig ausreichen und darüber hinaus auch in Sachen Design eine gute Figur machen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Fast schon PremiumKompakt und vielseitigLeistungsstarkGünstig
Test: Xiaomi Redmi Note 10 ProTest  Ordentliche Leistung für wenig Geld: Samsung Galaxy A40Test: Oppo A91Test: Poco M3
Modell Xiaomi Redmi Note 10 Pro Samsung Galaxy A40 Oppo A91 Xiaomi Poco M3
Pro
  • Sehr gutes Diplay
  • Sehr gute Fotoleistung
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragendes Display
  • Sehr gute Fotoleistung
  • Inklusive Headset
  • Hervorragende Ausstattung
  • Sehr leistungsfähiger Chipsatz
  • Gutes Display
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Gute Fotoleistungen
Contra
  • Keine Benachrichtigungs-LED
  • Akkulaufzeit könnte länger sein
  • Fotos könnten besser sein
  • Sehr lange Ladezeit
Bester Preis
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Fast schon Premium: Xiaomi Redmi Note 10 Pro

Fast schon Premium

Xiaomi Redmi Note 10 Pro

Test: Xiaomi Redmi Note 10 Pro
Mit dem Redmi Note 10 Pro setzt Xiaomi die Erfolgsreihe fort.

Mit dem Redmi Note 10 Pro ist Xiaomi ein gelungenes Update des Vorgängers gelungen, das in vielen Punkten verbessert wurde. Erfreulicherweise hat der Hersteller, trotz der zahlreichen kleinen Verbesserungsmaßnahmen, den Preis nicht aus den Augen verloren. Der ist weiterhin auf einem überraschend niedrigen Niveau.

Der interne 128 Gigabyte große Speicher kann mithilfe einer microSD-Karte erweitert werden. Ist das der Fall, hat man trotzdem noch genug Platz, um zwei SIM-Karten einlegen zu können. Weil das Note 10 Pro nach IP53 zertifiziert ist, können ihm Staub und Sprühwasser nichts anhaben. Die Bedientasten sind, ebenso wie der Fingerabdrucksensor, im Rahmen untergebracht. Praktisch finden wir zudem, dass sich das Smartphone über den Fingerprint-Sensor auch aus- bzw. einschalten lässt.

Weil im Note 10 Pro ein AMOLED-Display verbaut ist, gibt es an der Displayqualität nichts auszusetzen, es bietet knackige Farben aus nahezu jedem Blickwinkel. Die Bildwiederholrate wechselt je nach Anwendung und schwankt zwischen 120 und 60 Hertz. Bei 60 Hertz hält zwar der Akku länger durch, dafür gefällt uns bei 120 Hertz aber das Scrollen besser. Vermisst haben wir eine LED, die über das Vorhandensein von Benachrichtigungen aufklärt.

Beim verbauten Chipsatz handelt es sich um einen Snapdragon 732G​, der im Zusammenspiel mit einem 6 Gigabyte großen RAM für mächtig Dampf sorgt. In unserem Video-Dauertest hielt das Xiaomi 25 Stunden durch, nach etwa einer Stunde an der Steckdose ist der Akku dann wieder voll.

Die rückseitig angebrachte Hauptkamera verfügt über eine Auflösung von 108 Megapixeln und ist mit einer Weitwinkel-Linse ausgestattet. Die zweite, mit einem Ultra-Weitwinkel-Objektiv ausgestattete Kamera, löst immerhin noch mit acht Megapixeln auf. Für Tele- und Makro-Aufnahmen steht ein Fünf-Megapixel-Sensor bereit. Ein Sensor mit einer Auflösung von zwei Megapixeln fungiert als Tiefensensor und ist für das Bokeh zuständig. Der kleine Punkt im Display ist auch eine Kamera. 16 Millionen Bildpunkte sorgen hier für knackscharfe Selfies.

Die nächtlichen Museumsaufnahmen gelingen mit der Neuauflage des Redmi sehr gut. Selbst Details lassen sich auf den Nachtaufnahmen noch erkennen. Aktiviert man den Nachtmodus, hellt der die Szenerie ein wenig auf. Lichtquellen bekommen dann allerdings eine Doppelkontur. Für Mischlicht-Situationen ist der Nachtmodus deshalb nur bedingt geeignet. Gegenlicht-Situationen löst die Bildverarbeitung dagegen hervorragend.

Bei den Studiobedingungen reiht sich das Note 10 Pro in das Leistungsniveau der übrigen Handykameras dieser Preisklasse ein. Während es bei der Detail-Auflösung zu keinen großen Änderungen kommt, nimmt die Intensität der Farben ab, je weniger Licht auf die Linse der Kamera fällt. Auch der Rauschteppich wird in dieser Situation dichter.

Beim Note 10 Pro ist auch ein Portrait-Modus mit an Bord. Der entscheidet zwar selbstständig, wie unscharf der Bildhintergrund sein soll, ist man mit dieser Entscheidung aber ganz und gar nicht zufrieden, kann man auch hier selbst Hand anlegen. Das qualitativ hochwertige Ergebnis zeigt: Die Qualität der Kamera bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau, vor wenigen Monaten wäre eine solche Optik wohl lediglich den Premium-Modellen vorbehalten geblieben.

Kompakt und vielseitig: Samsung Galaxy A40

Kompakt und vielseitig

Samsung Galaxy A40

Test  Ordentliche Leistung für wenig Geld: Samsung Galaxy A40
Das Galaxy A40 ist vergleichsweise klein, hat jedoch ein hervorragendes Display und man kann sehr gute Fotos damit machen.

Beim Galaxy A40 von Samsung ist nicht nur der Preis, sondern auch das Gerät klein. So beträgt die Bildschirmdiagonale weniger als sechs Zoll und es lässt sich dadurch immer, überall, unauffällig verstauen. Dass Samsung hier auch an der Ausstattung spart, wird durch das brillante Display widerlegt, das mit 436 Pixel pro Zoll und mit AMOLED farbenprächtig strahlt. Die Front-Kamera wurde mittels einer unauffälligen Notch oben ins Display eingefügt.

Die zwei Kameras auf der Rückseite können sowohl bei geringem, als auch gegen das Licht gute Ergebnisse erzielen. Wer mit dem Smartphone künstlerische Fotografie betreiben möchte, wird mit dem Gerät jedoch nicht glücklich, da die zwei Kameras keinerlei Varianz in der Brennweite bieten, sodass man auf Spielereien, wie Unschärfe oder Tiefenschärfe verzichten muss.

Auch das Samsung Galaxy A40 kommt mit Dreifach-Slot, das heißt es können zwei SIM-Karten verwendet und zusätzlicher Speicher über microSD hinzugefügt werden. Wer auf zusätzliche Kamerafunktionen verzichten kann und Wert auf ein hochwertiges Display legt, ist mit diesem Smartphone gut beraten. Hervorzuheben ist die Kompaktheit des Geräts, welche es zu einem unauffälligen Begleiter in jeder Tasche macht.

Leistungsstark: Oppo A91

Leistungsstark

Oppo A91

Test: Oppo A91
Mit dem A91 hat Oppo ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt.

Oppo schwappte aus Asien zu uns und das Oppo A91 steigt direkt im Einsteigermarkt mit ein. Der Hersteller überzeugt nicht nur mit seinem Knowhow, sondern auch mit seinen modernen Fertigungsstätten.

Modernste Chiptechnik lässt das Gerät flüssig laufen, der Octa-Core-Prozessor von MediaTek gibt ordentlich Antrieb und wird mit acht Gigabyte ergänzt. Allerdings ist beim A91 nur Android 9 in Kombination mit ColorOS von Oppo installiert.

Der herausragende AMOLED-Bildschirm hat nur eine kleine Drop-Notch. Erweitert werden kann das Oppo A91 mit zwei SIM-Karten oder einer Speicherkarte – wenn einem 128 Gigabyte interner Speicher nicht reichen.

Der Akku ist locker bei 20 Stunden Laufzeit dabei. Binnen einer Stunde ist das Gerät dann auch wieder voll aufgeladen. Zum Zubehör gehören außerdem ein Silikon-Case und ein Headset.

Die vier Kameras bestehen aus einem Weitwinkel, einem Ultraweitwinkel, einem Tiefensensor und einer Schwarzweiß-Kamera. In schwierigen Lichtsituationen ist das A91 passabel. Mit wenig Licht gibt es wenig Rauschen und die Sättigung ist ansehnlich. Nur die Software schärft etwas zu stark nach.

Die Ausstattung des Oppo A91 ist super, man kann flüssig arbeiten und Online-Games können auf dem großen Display ohne Stocken gespielt werden. Zum kleinen Preis mit großzügiger Ausstattung bringt das A91 Freude!

Günstig: Poco M3

Günstig

Xiaomi Poco M3

Test: Poco M3
Das M3 von Poco hat erstaunlich viel für den knappen Preis zu bieten.

Das M3 von Poco bietet zu einem moderaten Preis eine Fülle an Ausstattung. Da wäre zum Beispiel das Display mit seiner 400-ppi-Auflösung und auch der verbaute Chipsatz sorgt im Alltag für ausreichend Leistung.

Das M3 ist in zwei Speichervarianten verfügbar, 64 und 128 Gigabyte stehen zur Auswahl. Für welche Variante man sich entscheidet, ist im Grund aber unerheblich, da man in beiden Fällen mit einer microSD-Karte den Speicher erweitern kann. Mit dem seitlich angebrachten Fingerabdruck-Sensor lässt sich das Handy aus- und einschalten.

Der Akku des Poco M3 ist riesig, unser Testvideo spielte das günstige Smartphone deshalb 25 Stunden lang ab, bevor es wieder aufgeladen werden musste. Das braucht mit mehr als zwei Stunden Ladedauer außergewöhnlich lange. Schuld daran ist das etwas schwächliche Netzteil – irgendwo muss der Hersteller schließlich auch beim M3 sparen.

Nicht weniger als drei Kameras hat der Hersteller dem M3 auf der Rückseite spendiert. Dort findet man sowohl ein Weitwinkel- als auch ein Makro-Objektiv. Für Selfies gibt es zudem die halb ins Display eingelassene Drop-Notch-Kamera. Selbst bei schwierigen Lichtsituationen machen die verbauten Kameras ihre Sache recht gut. Nur bei Gegenlicht geraten die Aufnahmen ein wenig zu hell.

Im Modus »Portrait« kann man mithilfe eines Schiebereglers die Bokeh-Intensität einstellen. Unabhängig davon sind die Portraits immer scharf und heben sich deutlich vom Hintergrund ab. Leider schneidet die Software feine Härchen ab, die in den künstlich verschwommenen Hintergrund hineinragen, einfach ab.

Das Xiaomi Poco M3 ist günstig, braucht sich bei Ausstattung und Leistung aber keinesfalls hinter der Konkurrenz verstecken. Lediglich die verhältnismäßig lange Ladezeit von mehr als zwei Stunden gibt es hier zu kritisieren.

Was gibt es sonst noch?

Zum kleinen Preis hat das Alcatel 3L (2020) ordentlich was zu bieten. Vor allem von außen merkt man dem Smartphone seinen günstigen Preis nicht an. Optisch wie haptisch zeigen sich kaum Unterschiede. Durch die Drop-Notch hat des Display eine große aktive Fläche. Die Rückseite besteht aus einer glänzenden Glasschicht und ist mit Fingerprint-Sensor und Dreifachkamera versehen. Mit den drei Kameras kann im Weitwinkel, im Ultraweitwinkel und mit Makro fotografiert werden. Bei nächtlichem Mischlicht oder Gegenlicht lässt sich das Ergebnis sehen. Beim Fotografieren gegen die Sonne wird lediglich etwas zu hell belichtet. Bei den Aufnahmen im Studio und gleichbleibender Ausleuchtung kann das Alcatel 3L punkten.

Das Redmi Note 9 Pro entspricht ganz der Firmenphilosophie: Qualitativ hochwertige Produkte für eine möglichst breite Kundschaft zugänglich machen. Und das gelingt. An der Rückseite finden sich vier Kameras: Eine Hauptkamera mit Weitwinkel und 64 Megapixeln, ein Ultra-Weitwinkel mit acht Megapixeln, ein Sensor für Makro-Aufnahmen und fünf Megapixeln sowie ein Tiefensensor mit zwei Megapixeln für Bokehs. Leider zeichnet die Bildbearbeitung des Smartphones bei schlechtem Licht stark nach, um das Rauschen im Bild zu verringern. Im HDR-Modus werden dann auch die letzten Details noch weggezeichnet (gut zu sehen an den Pflastersteinen) . Im Gegensatz dazu wird bei Gegenlicht zu viel Helligkeit eingesetzt und zudem ist die Sonne nicht mehr klar abgetrennt.

Das Motorola Moto G8 kann vor allem durch seine enorme Akkulaufzeit glänzen – ganze 25 Stunden hält der Ausdauerprofi aus. Um das Gerät nach dieser Zeit wieder aufzuladen, gibt es allerdings nur ein schwaches Netzteil. Auch sonst zeigen sich beim Moto G8 einige Gegensätze: So ist zwar ein schneller Chipsatz verbaut, dennoch braucht das Gerät quälend lang, bis es startet. Die Fotoabteilung macht bei genug Licht sehr gute, aber bei geringem Licht ungenügende Bilder.

Die Schwerpunkte des LG K61: Eine lange Akkulaufzeit und eine gute Kamera – und das kann das Gerät auch. Allerdings ist das Netzteil eher schwach und auch der Chipsatz nicht der aktuellste. Dafür gibt’s eine USB-C-Buchse und ein Silikon-Case.

Das teuerste, aber auch beste der neuen Smartphones von Realme ist das Realme 6. Der Chipsatz hat ordentlich Leistung und es sind Android 10 sowie das hauseigene realme UI V1.0 installiert, das große Ähnlichkeit mit dem ColorOS von Oppo hat. Dafür ist die Kamera leider eher sparsam in ihrer Qualität. Schade, die Leistung des Displays, die beiliegende Silikon-Schutzhülle und das restliche Gesamtpaket sind eigentlich erfreulich.

So haben wir getestet

Die Rechenleistung der Smartphones haben wir mit Benchmark-Messsystemen überprüft, wobei deutlich wurde, dass die Geräte von Generation zu Generation immer besser werden. Anhand eines Videos in Full-HD-Auflösung, das im Loop wiederholt wurde, haben wir getestet, wie lange der Akku hält. Dabei wurde die Helligkeit auf 50% gestellt und das WLAN war eingeschaltet.

Am aufwendigsten wurden die Kameras geprüft, da diese mittlerweile als das entscheidende Kriterium von Käufern gesehen werden. Dazu haben wir bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografiert. Zuerst wurden in einem Studio optimale Lichtverhältnisse geschaffen, dann wurden die Performances auch unter schwieriger zu bewältigende Bedingungen, wie Dunkelheit und Lowlight, geprüft. Darüber hinaus haben wir die Kameras auch in natürlichen Lichtsituationen getestet, beispielsweise indem wir gegen die Sonne fotografiert haben. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass bei guten Lichtverhältnissen fast alle Smartphones gute Bilder schießen, sobald diese sich jedoch verschlechtern, gibt es gravierende Unterschiede.

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