Test: Drahtloseladegeräte

Drahtlose Ladegeräte im Test : Kabellose Power

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Update 07.10.2020

Drahtlose Ladegeräte kommen zunehmend in Mode, da immer mehr Smartphones induktives Laden anbieten. Für den Alltag ist das eine kleine aber feine Erleichterung, da man sein Handy nur noch auf ein Pad legen oder auf einen Ladeständer stellen muss und schon geht das Aufladen los. Schluss mit Kabelsalat und kaputten Steckern!

Update 7. Oktober 2020

Nach dem Test einiger neuer drahtloser Ladegeräte haben wir zwei neue Empfehlungen: Das Lotta Power Wireless Charging Pad und die Anker PowerWave 10 Station.

Lars Schönewerk
Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

In vielen Bereichen sind kabellose Funktionen bereits Standard: WLAN, Bluetooth, LTE – warum also nicht auch beim Laden? Wir haben 35 Qi-Ladegeräte, wie man sie ebenfalls nennt, getestet. Dabei gab es unterschiedliche Ergebnisse in Bezug auf die Ladegeschwindigkeit und den Stromverbrauch. Auch in Sachen Verarbeitung und Handhabung gibt es Unterschiede. Zum Beispiel ist es für den einen wichtig, die Ladelampe immer im Blick zu haben – der nächste möchte kein fest verlötetes USB-Kabel haben oder man besteht auf Fast Charging. So vielfältig wie die Ansprüche sind, so verschieden sind auch die angebotenen Modelle der Qi-Ladegeräte.

Das drahtlose Laden ist definitiv die Zukunft: Das leiten auch schon große Möbelhäuser ein, die ihre Nachttische mit induktiven Ladestationen ausstatten oder Aussparungen für Ladepads einbauen.

Messwert-Wunder: Lotta Power Wireless Charging Pad

Messwert-Wunder

Lotta Power Wireless Charging Pad

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Das Lotta Power lädt schnell und hat einen geringen Standby-Verbrauch. Es ist in drei Stoff-Varianten und zwei Marmor-Designs erhältlich.

Unerwartet, aber doch sehr erfreulich: Das marmorierte Ladegerät von Lotta Power überraschte mit hervorragenden Ladewerten sowie geringem Standby-Verbrauch. Mit im Paket sind außerdem ein USB-C-Anschluss sowie ein hochwertiges Kabel mit Stoffummantelung. Das Lade-Pad ist ebenfalls mit Stoffüberzug erhältlich.

Lotta Power gehört zum Hersteller Xlayer, der ein richtiges Power-Gerät produziert hat. Wir haben 11,5 Watt beim iPhone und 9,3 Watt beim Android-Smartphone gemessen – damit erreicht das Pad von Lotta Power die höchsten Ladewerte in diesem Test. Enorm gering ist mit 0,03 Watt auch der Verbrauch im Standby-Modus.

Der Rand sowie die Unterseite sind aus Aluminium, unten findet sich zudem eine Gummierung, damit das Gerät nicht wegrutscht. Die Lotta Power hat 8,5 Zentimeter Durchmesser und einen Zentimeter Höhe – Smartphones haben also genügend Platz. Das Kabel hat eine Länge von 120 Zentimetern. Ein Netzteil wird nicht mitgeliefert.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Anschlusses ist ein LED-Licht, das den Ladestatus anzeigt. Eine andere Stelle wäre vielleicht sinnvoller gewesen, da Smartphones das Licht leicht verdecken. Während dem Laden pulsiert das weiße Licht, bei vollem Akku leuchtet es durchgängig.

Zugegebenermaßen hatten wir etwas Vorurteile gegenüber der Lotta Power, da die Oberfläche nicht besonders hochwertig wirkte und das Marmor-Design doch Geschmackssache ist. Das Pad gibt es aber auch in Stoff-Varianten und die Messwerte sprechen für sich.

Viel Leistung & wenig Verbrauch: Te-Rich V10

Viel Leistung & wenig Verbrauch

Te-Rich V10

Test drahtlose Ladegerät: Te-Rich V10
Das Te-Rich V10 ist toll verarbeitet und lädt Smartphones zügig auf.

Keine Preise gefunden.

Ein Qi-Ladepad, das allein optisch schon zu verführen weiß: Das Te-Rich V10 hat eine glänzende, glatte Glasoberfläche und ein Aluminiumgehäuse. Der erste Eindruck wirkt also schon mal sehr hochwertig. Das minimalistische Design ist modern und auch die inneren Werte können überzeugen.

Das Te-Rich ist eines der schnellsten Ladegeräte in unserer Testreihe, während sein Standby-Verbrauch gegen null geht – optimal! Der Preis von circa 20 Euro liegt im Mittelfeld und ist für das, was man geboten bekommt, mehr als fair.

Das Te-Rich V10 ist auch abgesehen von den hochwertigen Materialien toll verarbeitet – andere Hersteller greifen oft auf Kunststoff zurück. Die Ladepads sind auch in weiß erhältlich und könnten mit ihrem Design und der Top-Qualität glatt von Apple stammen.

Zweieiiger Zwilling: Te-Rich V8

Zweieiiger Zwilling

Te-Rich V8

Test drahtlose Ladegerät: Te-Rich V8001-01
Das Pad liefert toll Lade- und Standby-Werte zum günstigen Preis.

Keine Preise gefunden.

Das gleiche Ladepad gibt es auch in runder Bauweise, mit der Bezeichnung V8. Es ist, bis auf die Form, identisch mit dem V10. Die Geräte sind angenehm schwer, was den wertigen Eindruck unterstreicht. Das Gehäuse ist sehr schmal, dezent und elegant – perfekt für den Schreib- oder Nachttisch.

Als einziges Gerät aus dem Test hat das Te-Rich einen USB-C-Anschluss anstatt Micro-USB – das eröffnet die Möglichkeit, Ladegeräte einiger Mobiltelefon-Hersteller direkt anzuschließen. Ein Schnellladegerät ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten, was aber bei so gut wie keinem Qi-Ladegerät der Fall ist.

Wenn das Handy geladen wird, leuchtet eine kleine LED in Blau. Die Position der Lampe ist aber eher schlecht gewählt, da sie auf der Rückseite des Gerätes platziert wurde. Sie liegt zudem in der Nähe des Anschlusses und damit ist sie nicht wirklich sichtbar. Ein weiterer kleiner Minuspunkt ist die Glasfläche, die natürlich sehr empfindlich für Fingerabdrücke ist.

Mit 9,3 bis 10,3 Watt bei unserem Android-Handy und 6,2 bis 6,3 Watt beim iPhone bekamen wir vergleichsweise gute Ladewerte zu sehen. Der Standby-Stromverbrauch beläuft sich tatsächlich nur auf 0,27 Watt, was einen großen Pluspunkt darstellt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man hier mit dem V10 bzw. V8001-01 für einen guten Preis ein superschickes, schnelles und stromsparendes Qi-Ladegerät bekommt, das toll verarbeitet ist.

Aufrechtes Laden: Anker PowerWave AK-A2521011

Aufrechtes Laden

Anker PowerWave AK-A2521011

Test drahtlose Ladegerät: Anker AK-A2521011
Sieht gut aus und steht sehr sicher – unser Favorit bei der Ständer-Bauform.

von 116 Lesern gekauft

Wer sich lieber einen Ladeständer holen möchte, sollte sich den Anker PowerWave AK-A2521011 anschauen. In aufrechter Position kann man am Schreibtisch eingehende Nachrichten mit einem Blick erfassen oder auf dem Nachttisch angenehm Serien und Videos vom Bett aus schauen. Der Anker ist schlicht und hochwertig verarbeitet – iPhones werden sehr schnell aufgeladen, Android-Geräte hinken hier leider ein wenig hinterher, wenn es um die Ladegeschwindigkeit geht.

Der Anker PowerWave AK-A2521011 wirkt sehr stabil und hochwertig. Das Micro-USB-Kabel, das im Lieferumfang enthalten ist, ist relativ lang und sehr solide. Typisch für Anker gibt es eine blaue LED, die gut sichtbar ist und das qualitative Gesamtpaket abrundet.

Unser Android-Smartphone wurde mit 5,9 Watt und das iPhone mit 7,9 Watt aufgeladen – besonders letzterer ist ein sehr guter Wert. Im Standby liegt der Stromverbrauch mit 0,5 Watt im Mittelfeld.

Die LED leuchtet dauerhaft blau, wenn ein Handy geladen wird – das könnte eventuell in der Nacht stören. Im Standby ist sie allerdings aus. Ein Schnellladegerät ist auch hier nicht im Lieferumfang enthalten.

Alles in allem ist der Anker PowerWave AK-A2521011 ein tolles induktives Ladegerät, dass besonders iPhones sehr schnell wieder fit macht. Er ist zwar etwas teurer, aber dafür gut verarbeitet und leistungstechnisch weit vorne.

Doppelte Power: Anker PowerWave 10 Station

Doppelte Power

Anker PowerWave 10 Station

Test: Anker Powerwave 10 Station
Das Ladepad von Anker bietet Platz für zwei Geräte und ist gut verarbeitet. Die Ladewerte sind gut, nur der Standby-Verbrauch fällt etwas höher aus.

Keine Preise gefunden.

Die PowerWave 10 Station von Anker ist ein Doppelladepad, auf dem beispielsweise Paare zwei Smartphones gleichzeitig laden können. Design und Verarbeitung des Geräts stimmen. Die Auflagen sind gummiert und die LEDs werden mit einer weißen Umrandung hervorgehoben. Laut Hersteller schafft das Gerät zehn Watt Leistung, wir maßen aber sogar 11,1 Watt beim Android-Telefon und 7,2 Watt beim iPhone.

Negativ ist der hohe Verbrauch im Standby-Modus, der bei 1,4 Watt liegt. Ein Anschluss für den PC wäre auch nicht schlecht, wobei Doppel-Pads wohl ohnehin eher auf Nachttischen genutzt werden. Da gibt es aber auch nur einen Rundstecker. Kabel und Ladegerät sind glücklicherweise nicht verlötet, sodass dieser zumindest ausgetauscht werden kann.

Mit zwei mittig liegenden LEDs wird für das jeweilige Smartphone angezeigt, ob es geladen wird oder bereits voll ist. Die Leuchten werden dabei nicht verdeckt.

Wer ein gutes drahtloses Ladegerät für zwei Personen sucht, trifft mit der PowerWave 10 Station eine sehr gute Wahl.

Was gibt es sonst noch?

Auch der höherpreisige Ständer Belkin Boost Up Ladeständer kann sehr schnell laden. Wer aufrecht und flott neuen Saft fürs Handy will, kann hier einen Blick wagen. Das runde Design ist außerdem mal etwas anderes. Die Bauweise ermöglicht sehr gut, das Handy quer aufzulegen. Leider ist der Standby-Verbrauch hier etwas höher.

Mit dem Anker PowerWave AK-A2503011 erhält man ein günstiges, zuverlässiges Gerät, das zwar nicht das schnellste ist, aber wenig Standby-Verbrauch hat. Es ist gut verarbeitet und tut, was es soll.

Sogar der Möbelhersteller Ikea hat ein eigenes Ladepad herausgebracht, das man auch in einige Möbelstücke integrieren kann. Nordmärke heißt das gute Stück und hat ein modernes Design mit Kork-Elementen. Allerdings wirkt es dadurch auch etwas klobig und die Standby-Werte könnten besser sein.

Was Sie über drahtloses Laden wissen müssen

Zuallererst muss man natürlich ein Smartphone besitzen, das induktive Ladung überhaupt zulässt – das sind im Moment eher noch die teureren Geräte. Die Rückseite muss aus Glas oder Kunststoff bestehen: Mit Aluminium kommt man da nicht weit.

Die Geschwindigkeit, mit der Smartphones induktiv geladen werden, ist generell niedriger als mit Kabel. Das wird auch durch die Position des Handys auf dem Pad nochmals positiv oder negativ beeinflusst.

Smartphones können mit zehn oder mehr Watt geladen werden, dann befindet man sich allerdings schon im Fast-Charging-Bereich, für das ein separates Netzteil sowie ein Fast-Charging-fähiges Qi-Ladegerät benötigt wird. Die Ladegeräte ohne Schnellladefunktion laden meist mit etwa fünf Watt.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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