Smart Home Thermostate Test: Testsieger ist tado°.

Smarte Heizungssteuerungen im Test : Zweiter Bildungsweg für Heizkörper

Update 05.03.2021

Kluge Technik macht auch vor alten Heizsystemen nicht halt. Mit einer smarten Heizungssteuerung lässt sich die nicht nur die Aktivität der Heizung kostengünstig und effizient verwalten, sondern auch mit zahlreichen weiteren Funktionen kombinieren. Wir haben 11 Steuerungen getestet.

Update 5. März 2021

Wir haben fünf neue smarte Heizungssteuerungen getestet. Davon empfehlen können wir das Thermostat von Homematic IP sowie das AVM Fritz!DECT301.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Um ein Thermostat gegen sein smartes Pendant zu tauschen, genügt es in den meisten Fällen, die Überwurfmutter, mit der das alte Thermostat am Heizkörper befestigt ist, zu lösen und das Aggregat abzuziehen. Sofern die Gewinde der beiden Thermostate übereinstimmen, kann das neue Thermostat direkt angebracht werden. Sollte das Gewinde ein anderes sein, muss noch eine kleiner Adapter installiert werden. Bei den nachfolgenden Einstellmöglichkeiten unterscheiden sich die von uns getesteten Thermostate erheblich.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Lässt keine Wünsche offenViele FunktionenKomfortabelFür Apple-FansPreiswert und ausfallsicher
smarte Heizungssteuerung Test: Tado° Smartes Heizkörper ThermostatTest: Homematic Ip Starter Set RaumklimaTest: Avm Fritz!dect 301Elgato Eve Thermo (2017)Test Smart Home Thermostat: Eurotronic Eurotronic Comet DECT
Modell Tado Heizkörper-Thermostat Homematic IP Starter Set Raumklima AVM FRITZ!DECT 301 Elgato Eve Thermo (2017) Eurotronic Comet DECT
Pro
  • Tolle App
  • Durchdachtes Design
  • Wetter- und standortbezogenes Heizen
  • Report-Tools
  • Professionelle Anbindung der Heizungsanlage möglich
  • Sehr einfache Installation
  • Gut verständliche App
  • Endlos viele Schaltzeiten mit unterschiedlichen Temperaturen
  • Umfangreiche Zubehörmöglichkeiten
  • Keine Registrierung - anonyme Datenspeicherung
  • Sehr gut ablesbares Display
  • Umfangreiche Programmiermöglichkeiten
  • Sehr einfaches Anlernen
  • Schöne App
  • Unaufdringliches Design
  • Standortbezogenes Heizen
  • Report-Tools
  • Braucht keine Basis
  • Keine Basis nötig
  • FritzBox-App für Steuerung von unterwegs
  • Übersichtlich
  • Funktioniert ohne Internet
  • 8 Schaltzeiten pro Tag
Contra
  • Teuer
  • Einstellungsring nach Installation nicht mehr rund
  • Sehr großes Thermostat
  • Nur zwei Temperaturstufen
  • Kein offizieller Alexa-Skill
  • Nur mit iOS-Geräten nutzbar
  • Teuer
  • Kleines Display
  • Winziges Einstellrad
  • Nur für AVM FritzBox
  • Nur Basiseinstellungen
Bester Preis
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Lässt keine Wünsche offen: Tado Heizkörper-Thermostat

Lässt keine Wünsche offen

Tado Heizkörper-Thermostat

smarte Heizungssteuerung Test: Tado° Smartes Heizkörper Thermostat
Tado kommt mit einer angenehmen App, ist klein und unaufdringlich und kann Wetter- und standortbezogen heizen.

von 46 Lesern gekauft

Das Tado Heizkörper-Thermostat ist sowohl was seine Größe, als auch seine Form anbelangt, sehr an ein klassisches »normales« Thermostat angelehnt. Die Installation lässt sich für Laien gut bewerkstelligen, was auch an der durchdachten und hilfreichen Bedienungsanleitung liegt. Ein großer Vorteil des Tado ist sein Aufbau als Mesh-System. Das heißt, dass jedes Gerät des Systems nicht nur in der Lage ist, mit dem Router zu kommunizieren, sondern die Geräte auch untereinander Informationen austauschen können. Diese Eigenschaft macht das System besonders für Besitzer größerer Häuser interessant, da so nicht jede Einheit eine direkte Verbindung zum Router benötigt.

Smart Home Thermostate Test: Testsieger ist tado°.
Die Heizpläne lassen sich in Abhängigkeit vom Anwesenheitsprofil der Hausbewohner erstellen.

Die Bedienung des smarten Heizsystems erfolgt über eine spezielle Website oder mithilfe der Tado-App. Beide Lösungen überzeugten uns mit ihrer guten Struktur und dem übersichtlichen Aufbau. Wunschtemperatur, Wochentage und Heizungsfahrplan ließen sich bequem und intuitiv einstellen. Die benutzerfreundliche Bedienung geht dabei Hand in Hand mit einer hervorragenden Verarbeitung.

Für die Berechnung der Heizphasen greift das Tado-System nicht nur auf Wetterdaten zurück, sondern im Thermostat ist zudem ein Helligkeitssensor verbaut. Der registriert, wenn beispielsweise die Sonne gerade direkt in den Raum strahlt und somit weniger geheizt werden muss – smart.

Für jeden Wochentag lassen sich Zeitpläne erstellen, das klappt wegen der simplen Bedienung und er einfachen Struktur sehr gut. Besonders gut hat uns die Funktion Early-Start gefallen Damit man – beispielsweise nach Feierabend – in ein wohltempariertes Heim kommt, fährt die Heizung einige Zeit vorher bereits den Betrieb hoch.

Ebenso erkennt das System, wenn der Benutzer das Haus verlässt und fährt die Heizung entsprechend herunter. Die Entfernung ist dabei ausschlaggebend dafür, wie weit nach unten reguliert wird – ein kurzer Besuch beim Bäcker hat also kaum Einfluss auf diese Spielerei. Wem es zu viel ist, wenn die Heizung den eigenen Standort protokolliert und die Heizleistung entsprechend anpasst, der kann diese Funktionen selbstverständlich auch deaktivieren.

Mithilfe zahlreicher Erweiterungsmöglichkeiten lässt sich mithilfe des Tado-Systems auch der Heizkessel oder die Klimaanlage steuern. Ebenfalls ist es möglich, das System mittels Sprachsteuerung zu bedienen – Alexa, Siri oder der Google Assistant sind mit dem System kompatibel. Sollte das Smartphone oder die Internetverbindung einmal streiken, funktioniert das Thermostat von Tado trotzdem.

Die Liste an negativen Punkten des Tado Heizkörper-Thermosthats ist relativ kurz. Wer ein komplettes Haus mit dem System ausstatten möchte, der muss mit einem hohen dreistelligen Betrag rechnen. Ein weiterer Nachteil betrifft die Übermittlung der Standortdaten, diese werden nämlich an einen Server übertragen, der in Irland steh. Theoretisch existiert dabei die Möglichkeit, dass dieser gehackt und die eigenen Standortinformationen so in die Hände von Einbrechern geraten können.

Viele Funktionen: Homematic IP

Das Homematic IP lässt keine technische Herausforderung unangetastet. Die Heizungssteuerung lässt sich in ein Smart-Home-System einbauen, per Sprachassistent bedienen und mit zahlreichen Aktoren und Sensoren erweitern.

Viele Funktionen

Homematic IP Starter Set Raumklima

Test: Homematic Ip Starter Set Raumklima
Wer mehr als nur eine smarte Heizung möchte, kommt an Homematic IP nicht vorbei. Kein anderes System ist so flexibel und ausbaufähig.

Rein optisch würde man dem Homematic IP das alles gar nicht zutrauen, denn mit seiner »ausbaufähigen« Verarbeitungsqualiät und dem cremeweißen Äußeren, das schon beim Auspacken einen etwas vergilbten Eindruck hinterlässt, neigt man dazu, das Heizkörperthermostat zu unterschätzen. Auch der für die Wandmontage vorgesehene Gateway bleibt von den optischen Stilblüten nicht verschont. Positiv hingegen ist, dass im Starter-Set alles mit an Bord ist, was man so braucht.

Die Installation sämtlicher Komponenten gelingt mühelos. Nachdem man diesen Schritt auch bei der App erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann man damit beginnen, den QR-Code einzuscannen. Der Kopplungsversuch muss nun lediglich noch am Gateway bestätigt werden (ein Tastendruck genügt) und fertig. Sämtliches weiteres Zubehör erkennt das System automatisch, sobald man es einschaltet.

Dass soviel Komfort nicht zu Lasten der Sicherheit geht, beweist das System ebenso. So erhält der Erstnutzer stets eine Info, wenn jemand die Anlage bedienen will. Die Datenspeicherung erfolgt anonym.

Obwohl die Homematic-IP-App sehr umfangreich ist, lässt sie sich dennoch gut bedienen und wirkt recht aufgeräumt. Zusätzliche Ordnung schafft die Möglichkeit, neue Aktoren und Sensoren direkt bestimmten Bereichen zuzuordnen. Auch die Heizzyklen lassen sich schön programmieren, neben einer Boost-Funktion gibt es einen Urlaubsmodus und eine Offene-Fenster-Erkennung. Gut gefallen hat uns auch, dass die Vorlaufzeit, die benötigt wird, bis der Raum die Zieltemperatur erreicht hat, in die Berechnungen mit einfließt.

Die Möglichkeiten sind an dieser Stelle aber noch lange nicht ausgereizt, denn man kann auch Bedingungen programmieren. So wird ein Befehl erst ausgeführt, wenn das entsprechende Aktor-Signal kommt. Sollte etwas nicht funktionieren, teilt einem das die App via E-Mail oder Push-Nachricht mit.

Ebenso reibungslos klappt es mit dem Einbinden von Alexa. Ein persönliches Profil braucht es dazu nicht. Daten werden völlig anonym in der Cloud abgelegt und sind per PIN mit dem Sprachassistenten gekoppelt. Thermostate erkennt Alexa ohne Probleme und auch das direkte Ansprechen eben jener klappte im Test hervorragend.

Auch wenn das Homematic IP Starter Set Raumklima optisch nicht besonders ansprechend ist, kann es mit seiner enormen Funktionalität auf ganzer Linie überzeugen. Seine Stärken spielt das System vor allem dann aus, wenn mehr gefragt ist, als die smarte Heizungssteuerung allein. Zudem kann man das System auch als Alarmanlage verwenden.

Komfortabel: AVM Fritz!DECT 301

Wenn es darum geht ein Heizkörperthermostat möglichst schnell und einfach anzulernen, dann sollte man zum AVM FRITZ!DECT 301 greifen. Bei diesem Modell reicht es, im Thermostat-Menü »Anmeldung« zu wählen und die DECT-Taste des Routers für mindestens sechs Sekunden zu drücken, schon ist der Anlern-Vorgang erfolgreich abgeschlossen.

Komfortabel

AVM FRITZ!DECT 301

Test: Avm Fritz!dect 301
Mit dem FRITZ!DECT 301 bietet AVM das beste Display im Test, das sogar das Heizprogramm anzeigt und in alle Richtungen gedreht werden kann.

Das Menü des AVM bietet natürlich noch viel mehr Möglichkeiten. So kann man die Temperatur verstellen und die Display-Anzeige in unterschiedliche Richtungen drehen. Auch das Aktivieren der Boost-Funktion ist möglich. Letztere öffnet über ein bestimmtes Zeitfenster das Ventil.

Es ist die Summe dieser Kleinigkeiten, die das AVM zu einem der komfortabelsten Thermostatventile machen. Ganz oben spielt es übrigens auch beim Display mit, denn die Anzeige ist sehr kontrastreich und klar. Zudem ist die Auflösung angenehm hoch, was die Navigation im Menü deutlich vereinfacht.

Ein kleiner, aber verständlicher Nachteil das FRITZ!DECT 301: Für seinen Betrieb wird zwingend eine FRITZ!Box vorausgesetzt, auf der mindestens FRITZ!OS 6.83 läuft. Einrichten und bedienen kann man das Thermostat mithilfe der FRITZ!Fon-App oder im Browser. Eine reine Smart-Home-App, mit der sich die einzelnen Komponenten eines Smart-Home-Systems steuern lassen, gibt es leider nicht.

Dafür bietet die verfügbare Software zahlreiche Funktionen: Sommerpause, Fenster auf, Temperaturkorrektur, Urlaubszeit, Batteriewarnungen und Push-Benachrichtigungen, alles an Bord. Für die besonders Interessierten gibt es auch die Möglichkeit, sich den Temperaturverlauf mittels schicker Grafik anzeigen zu lassen.

Im Test hat sich das FRITZ!DECT 301 als eines der komfortabelsten Heizkörperthermostate herauskristallisiert. Der gute Eindruck wird vom hervorragendem Display zusätzlich unterstrichen.

Für Apple-Fans: Elgato Eve Thermo (2017)

Für Apple-Fans

Elgato Eve Thermo (2017)

Elgato Eve Thermo (2017)
Elgato funktioniert nur mit Apple, dort klappt es aber gut.

Das Elgato Eve Thermo ist etwas für echte Apple-Fans, es funktioniert nämlich nur in Verbindung mit dem Apple HomeKit. Ein Vorteil ist, dass das Elgato mit Bluetooth LE arbeitet und folglich keine Basis benötigt. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem System von Tade ist die größere Anzahl an kompatiblen Sensoren. So kann, wer noch mehr Geld in – relativ teure – Sensoren investiert, auch Wetterdaten miteinbeziehen. Ferner gibt es Sensoren für Fensteröffnung, Türöffnung, Bewegung, Raumklima und vieles mehr.

Um den Timer nutzen zu können, benötigt man außerdem noch Apple TV als Zentrale zur Zeitsteuerung. Zwar würde das mit dem Smartphone auch funktionieren, allerdings nur, solange man zuhause ist.

Zwar fällt das Thermostat selbst ein bisschen größer als die Konkurrenz aus, das wird aber durch das äußerst cleane Design wieder wett gemacht. Die Bedienung via App funktioniert ausgesprochen gut, die Software ist übersichtlich gestaltet und die Tools zur Auswertung erscheinen nützlich und sinnvoll.

Ebenso ist, dank der Anwesenheitserkennung, standortbezogenes Heizen bei der Elgato genauso möglich wie das Erstellen von Zeitplänen (Tag und Nacht), ohne das Miteinbeziehen von Wetterdaten. Diese können allerdings  mithilfe eines Raumklimasensors und einer Wetterstation ebenso berücksichtigt werden. Bei südlichen Räumen etwa verringert das System das Aufheizen um zwei Grad. Das Elgato Eve Thermo richtet sich insgesamt primär an Mieter, eine Möglichkeit der Integration von Warmwassererzeugung und Heizkessel fehlt leider.

Preiswert und ausfallsicher: Eurotronic Comet DECT

Preiswert und ausfallsicher

Eurotronic Comet DECT

Test Smart Home Thermostat: Eurotronic Eurotronic Comet DECT
Eurotronic ist ausfallsicher, bietet aber nur eine Zeiteinstellung und kann nur mit einer FritzBox kombiniert werden.

Das Eurotronic Comet DECT ist eines der günstigsten Geräte in unserem Test. Es kann lediglich mit der FritzBox kombiniert werden und bietet, was den Funktionsumfang anbelangt, lediglich Grundlegendes. Dafür klappt die Bedienung dieser grundlegenden Dinge – namentlich der Zeitschaltung – sehr gut. Wer Wert auf Schnickschnack wie etwa das Miteinbeziehen von Wetterdaten legt, der ist mit dem Eurotronic Comet DECT nicht gut beraten.

12 Thermostate lassen sich mit einer Fritzbox verwalten. Diese Daten werden allerdings nur lokal, zwischen dem jeweiligen Heizthermostat und dem Router, ausgetauscht. Um böse Überraschungen hinsichtlich der Reichweite zu vermeiden, empfehlen wir den Reichweitentest mithilfe eines DECT-Telefons.

Wer lediglich Basisfunktionen nutzen will und die smarte Heizungssteuerung möglichst preiseffizient umsetzen will, der ist mit dem Eurotronic Comet DECT bestens bedient. Zudem entfällt das Installieren einer App bei diesem System.

Was gibt es sonst noch?

Das Wiser Starter-Kit ist sehr hochwertig und kompakt gebaut. Über ein Display verfügt das Starter-Kit zwar nicht, Eingaben quittiert das Thermostat aber mithilfe dreifarbiger LEDs. Positiv ist, dass die Regler mit dem sparsamen bidirektionalen Zigbee funken, was dafür sorgt, dass die Batterien mehrere Monate durchhalten.

Die Grundfunktionen, wie beispielsweise festgelegte Heizzeiten für jeden Wochentag oder die Nachtabsenkung, beherrscht die Wiser mühelos, wirklich smart wird sie jedoch erst im Eco-Mode. Dabei bezieht das System nicht nur lokale Wetterdaten mit in seine Heizaktivitäten mit ein, sondern auch die thermische Charakteristik des entsprechenden Raums. Bis zu 16 Räume erlaubt die App – das sollte für die meisten ausreichen.

Wie auch beim Tado gibt es auch beim Wiser Starter-Kit einen Heat-Report, der Außen-, Raum- und Solltemperatur ermittelt. Das hat in unserem Test nicht nur gut geklappt, sondern die in der Wiser-App erstellten Diagramme waren auch sehr übersichtlich.

Einige Probleme bereitete uns anfangs das Einrichten des Systems. Erst mehrere Telefonate mit der (sehr freundlichen und auch geduldigen) Hotline in München konnten die Probleme jedoch beseitigen. Dass wir mit unseren misslungenen Installationsversuchen nicht die Ersten waren, bestätigen zahlreiche Amazon-Bewertungen.

Abgesehen von der hakeligen Installation macht  das Wiser Starter-Kit allerdings einen guten Job und hat den Namen smartes Heizsystem zurecht verdient.

Das Innogy SE SmartHome Heizkörperthermostat bewegt sich, was den Preis angeht, auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie das Comet DECT, kann aber mit wesentlich mehr Funktionen aufwarten und bietet mit seiner Alexa-Kompatibilität zudem die Möglichkeit, die smarte Heizung mithilfe von Sprachbefehlen zu steuern. Darüber hinaus gibt es beim Innogy auch ein breites Sortiment an Erweiterungsmöglichkeiten, wie etwa Bewegungsmelder oder Sensoren, die auf geöffnete Fenster hinweisen. Das Problem: Die häufigen Verbindungsfehler sorgen dafür, dass man mit dem System nicht wirklich warm wird.

Auch das HomeMatic Funk-Heizkörperthermostat lässt sich mit zahlreichen Aktoren und Sensoren kombinieren. Diese herstellerübergreifende Kombinationsfreude hat den Nachteil, dass ein Einarbeiten in die App mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist. Die leidlich komfortable Bedienung der App macht das Erstellen von Szenen und Regeln, was das Heizen betrifft, nicht angenehmer. Um auf Wetterdaten zugreifen zu können, benötigt die Homematic zusätzlich eine Wetterstation. Die App unterstützt übrigens auch Rollladenmotoren und Ähnliches, was den Generalisten in unserem Test vor allem für Anwender interessant macht, die mit ihrem smarten System nicht nur die Heizung steuern möchten.

Ähnlich umfassend wie das HomeMatic ist das Bosch Heizkörper-Thermostat. Anstelle eines Drehrads wird zur Temperaturermittlung ein (sehr lauter) Taster verwendet, für die Anzeige gibt es ein beleuchtetes Display. Der Temperaturfühler des Bosch-Systems berücksichtigt geöffnete Fenster, schließt das Ventil aber erst nach einiger Zeit, damit nicht bei jedem Stoßlüften das Ventil der Heizung beansprucht wird. Zwar steht zum Einrichten des Systems ein QR-Code bereit, in der Praxis hatten wir bei der Installation des Bosch-Systems jedoch erhebliche Schwierigkeiten verschiedenster Art.

Wissenswertes über smarte Heizsysteme

Eine smarte Heizung regelt je nach Einstellung und Anwesenheit der Hausbewohner ihren Betrieb auf eine möglichst effiziente und angenehme Weise. Ist gerade niemand zuhause, wird die Heizung entsprechend nach unten geregelt. Umgekehrt wird – sobald sich einer der Hausbewohner auf dem Heimweg befindet – die Heizung entsprechend den individuellen Vorlieben nach oben geregelt. Das spart im Alltag bares Geld.

Die Marketing-Abteilung so mancher Hersteller tönt deshalb mit satten 37 Prozent Energie- und damit auch Geldersparnis, die sich mit dem Umstieg auf ein solches System erzielen lassen. Möglich wird das, indem die Heizung mithilfe einer Smartphone-App gesteuert wird, die als zentraler Datensammelpunkt verschiedener Geräte dient. Meldet also beispielsweise eines dieser Geräte ein geöffnetes Fenster, wird automatisch die Heizung nach unten geregelt – wer will schon die Natur aufheizen?

Intelligente Thermostate sind darüber hinaus in der Lage, zu erkennen, ob sich gerade jemand im Haus aufhält und regeln – falls keiner zuhause ist – die Temperatur entsprechend runter. Dazu kommen zahlreiche wetterabhängige Einstellungen.

Smart Home Thermostate Test: Testsieger ist tado°.
Je nach dem, um welchen Anlagentyp es sich handelt, gibt es unterschiedliche Funktionen.

Prinzipiell gilt: Sind die Heizkosten sowieso schon gering, ist es das Einsparpotential natürlich auch. Trotzdem lassen sich laut Stiftung Warentest zwischen 5 und 8 Prozent der Heizkosten sparen – unabhängig vom Isolationsgrad der Wohnung. Hinsichtlich der kognitiven Fähigkeiten dieser Thermostate kann man noch einmal eine Abstufung in smarte und semi-smarte Geräte vornehmen.

Letztere lohnen sich vor allem für Besitzer eines gut isolierten Hauses (oder Wohnung), die wegen des überschaubaren Einsparpotentials nicht hunderte von Euro investieren wollen. Die Geräte sind in ihren Funktionen weniger umfangreich und kommunizieren meist via Bluetooth.

Smarte Thermostate lassen sich übrigens auch an der Fußbodenheizung nutzen, dafür benötigt man lediglich ein Raumthermostat, mit dem sich die Temperatur abseits des Heizkörpers messen lässt. Wie auch bei beim normalen Heizkörpern, wird, sobald die Raumtemperatur ermittelt ist, ein Signal an die Stellmotoren des Heizkreisverteilers gegeben. Wurde beispielsweise zu wenig Temperatur gemessen, wird mehr heißes Wasser gefordert, um so die Raumtemperatur zu erhöhen.

Meist ist auch ein Sensor verbaut, der misst, ob die Raumtemperatur schnell fällt. Ist das der Fall, geht das System davon aus, dass ein Fenster im Raum offen steht und regelt die Temperatur entsprechend herunter.

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