Test: Test Smarthome Licht Kopie

Smart-Home-Systeme zur Lichtsteuerung im Test : Helle Freude im Zuhause

Update 21.07.2021

Smart-Home-Beleuchtung kann weit mehr als nur Licht an- und ausschalten. Richtig eingerichtet, sorgt sie automatisch für die zur Tages- und Jahreszeit passende Lichtstimmung, weckt den Nutzer sanft auf oder erhellt den Flur dezent für den nächtlichen Gang ins Badezimmer. Wir haben 21 smarte Beleuchtungssysteme getestet, von denen 14 noch verfügbar sind. Vier davon sind empfehlenswert.

Update 21. Juli 2021

Wir haben weitere Smart-Home-Systeme zur Lichtsteuerung getestet. Die LED-Lampe von Gosund und die Tradfri von Ikea sind neue Empfehlungen.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Beleuchtung befindet sich in einem steten Wandel. Lange Zeit war Feuer das Mittel der Wahl, um die Nacht zu erhellen, wurde aber Ende des 19. Jahrhunderts sukzessiv durch Glühlampen ersetzt. Diese wiederum wurden später durch Leuchtstoffröhren abgelöst und die Leuchtstoffröhren zuletzt durch LEDs. Und das geschah aus gutem Grund: Die Technik ist nicht nur sparsamer, sie eröffnet auch neue Möglichkeiten. Vor allem Leuchtmittel mit Farbdarstellung finden zunehmend Verbreitung in den Haushalten. Im Zuge umfassender Vernetzung erlauben sie mannigfaltige Anwendungsmöglichkeiten und können den Wohlfühlfaktor in Ihrem Zuhause deutlich steigern.

Doch zuerst gilt es, sich einen Überblick über die vielen konkurrierenden Beleuchtungssysteme zu verschaffen und Vor- und Nachteile abzuwägen. Denn die Unterschiede zwischen den Produkten und den dazugehörigen Ökosystemen sind teils gewaltig.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Ausgereift und vielseitigGünstigEinfach anlernen
Test: Philips HueTest: Gosund Smart Led LampeTest: Ikea Tradfi
Modell Philips Hue Gosund Smart LED-Lampe Ikea Tradfri
Pro
  • Einfaches Setup
  • Vielfältiges Leuchtmittelangebot
  • Alexa-, Google-Assistant- und Home-Kit-Support
  • Mit anderen Systemen kombinierbar
  • Geringe Bauhöhe
  • Sehr gute Farbwiedergabe
  • Musiksteuerung
  • Angenehmes, weißes Licht
  • RGB und warmweiß
  • Hell
  • Sehr günstig
  • In viele Systeme Integrierbar
  • Per Sprache, App und Fernbedienung bedienbar
  • Leichte Installation
Contra
  • Teuer
  • Reagiert per Sprachbefehl nicht auf "weiß"
  • Eigene App teilweise missverständlich
  • Keine komfortable Raum-/ Gruppensteuerung
  • Zur Installation wird zusätzlich eine Fernbedienung benötigt
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Ausgereift und vielseitig: Philips Hue

Ausgereift und vielseitig

Philips Hue

Philips ist zurzeit der unangefochtene Marktführer im Bereich der smarten Beleuchtung. Die Angebotspalette reicht von Glühbirnen für alle gängigen Sockelformen über tragbare Lampen, Gartenbeleuchtung und Strahler bis hin zu Leuchtstreifen. So bekommt jeder garantiert eine passende Lösung für die individuellen Gestaltungswünsche.

Als wäre das noch nicht genug, genießt Philips Hue zusätzlich breite Unterstützung von Fremdherstellern. Das betrifft sowohl eigenständige Produkte, wie etwa Lichtschalter, als auch Leuchtmittel von Drittanbietern. So lassen sich unter anderem auch Produkte von Osram, Innr und Ikea im Philips-Ökosystem betreiben.

Wie viele Smart-Home-Geräte auch, kommuniziert Hue per Zigbee-Funk. Der eignet sich besser als WLAN, da mehr Geräte verwaltet werden können und viel weniger Strom verbraucht wird, was besonders in Hinblick auf den Standby-Betrieb nicht zu unterschätzen ist. Besonders wenn gleich ein ganzes Haus mit smarter Beleuchtung ausgestattet werden soll, ist Zigbee klar vorzuziehen.

Da herkömmliche WLAN-Router mit Zigbee aber nichts anfangen können, benötigt man zuerst eine passende Bridge. Diese wird per Kabel an einen freien Port am Router gestöpselt und kann dann bis zu 50 Geräte verwalten. Für die meisten Haushalte reicht das üppig, ansonsten lässt sich die Anzahl durch den Einsatz einer weiteren Bridge aber auch noch erhöhen.

Die Einrichtung ist denkbar einfach und sollte selbst Technik-Laien ohne größere Zwischenfälle gelingen. In der zugehörigen App benennt man die einzelnen Lampen, ordnet sie Gruppen zu und legt Lichtszenen an. Auf Wunsch kann man sogar Lichtwecker festlegen, die einen Sonnenaufgang simulieren und so zu einer vorgegebenen Zeit langsam die Wohnung erhellen.

Nachdem das alles innerhalb weniger Minuten erledigt ist, folgt erst einmal ein Aha-Erlebnis: Das Festlegen von Lichtfarbe und -intensität klappt unkompliziert, das System reagiert schnell und die Farben sind kräftig. Wer auf bunte Beleuchtung keinen Wert legt, kann auch zu Leuchtmitteln aus der »White Ambiance«-Reihe greifen und damit gutes Geld sparen. Die Lampen lassen sich ebenso dimmen und die Lichtwärme ist verstellbar, bunt leuchten sie allerdings nicht. Alte Lampen mit Netzstecker kann man derweil mit Hilfe einer smarten Steckdose einbinden und somit über das System zumindest ein- und ausschalten.

Als Pionier der Ambilight-Fernseher bietet Philips auch die Möglichkeit, die Beleuchtung mit dem Inhalt des Computerbildschirms zu synchronisieren. Grundsätzlich lassen sich alle farbigen Lampen dazu nutzen, gedacht ist die Funktion aber für die Wand hinter dem Bildschirm. Aufgrund der Farbabstimmung nimmt man den Rahmen des Monitors kaum noch wahr und die Immersion ins Geschehen steigt.

Das funktioniert auch deshalb so gut, weil Philips eigene Lampen eine unübertroffene Farbtreue aufweisen. Wer darauf Wert legt, sollte die Originalprodukte jenen der Fremdhersteller vorzuziehen. Speziell für den Entertainment-Bereich braucht man in jedem Fall originale Hue-Lampen, die Produkte der Fremdhersteller lassen sich nicht dazu verwenden.

Bedienen kann man Hue unter anderem über die bereits erwähnte App, per optional erhältlichem Lichtschalter, automatisch per Bewegungssensor oder per Sprachassistent – neben Alexa und dem Google Assistant arbeitet Hue auch mit Siri zusammen.

Philips Hue ist somit ein sehr ausgereiftes Beleuchtungssystem mit einem enormen Umfang an Funktionen und unterstützten Modellen. Ein großer Haken ist nur der Preis, denn Philips lässt sich für seine Produkte fürstlich entlohnen. Vor allem, wenn man mehr als nur ein paar Glühbirnen braucht, klettern die Ausgaben schnell in vierstellige Bereiche. Dafür stimmt die Qualität und man muss kein Technik-Genie sein, um das System zum Laufen zu bringen.

Günstig: Gosund Smart LED-Lampe

Günstig

Gosund Smart LED-Lampe

Test: Gosund Smart Led Lampe
Sehr günstige Lampe mit guter Farbwiedergabe und starker Leuchtkraft. Sie schwächelt jedoch bei der Sprachsteuerung und zeigt per Sprachbefehl kein weißes Licht.

Keine Preise gefunden.

Die Smart LED-Lampe von Gosund gehört im Set mit vier Lampen zu den günstigsten smarten Leuchtmitteln im Test. Im Vergleich zur Konkurrenz sind ihre Leistungen aber keinesfalls unterdurchschnittlich – im Gegenteil.

Bei der Lichtleistung geht keine Lampe sparsamer mit ihren Ressourcen um als das Modell von Gosund. Das Überraschende: In puncto Helligkeit konnte es lediglich die Philips Hue mit der Gosund aufnehmen. Besonders aufgefallen ist das bei der Farb-Beleuchtung, denn viele Konkurrenzmodelle schwächeln hier. Der Grund für die Leuchtkraft der Gosund-Lampen ist, dass es sich hier nicht um RGB-Lampen handelt, die ihre maximale Leuchtkraft nur bei der Darstellung von Weiß entfalten, sondern um RGBW-Lampen.

Der Unterschied: Das weiße Licht muss hier nicht durch das Mischen von verschiedenfarbigem Licht erzeugt werden. Das sorgt dafür, dass sämtliche Farben gleich stark leuchten.

Smart-Home-Lampe Test: Gosund

Bei der Extra-Ausstattung gibt es acht verschiedene Szenen, bei denen die Farben automatisch wechseln. Selbst eine Steuerung, bei der sich die Farben dem Rhythmus der gespielten Musik anpassen, ist möglich. Solche Funktionen bietet sonst nur die Hue von Philips. Die Bedienung der Lampen via Sprachsteuerung ist allerdings – wie bei vielen anderen Modellen auch – noch etwas fehlerbehaftet. Um Weiß als Leuchtfarbe einzustellen, kommt man beispielsweise nicht umhin, die App zu bemühen.

Das sind allerdings Kleinigkeiten, die per Software-Update behoben werden können und sollten. In Summe handelt es sich bei der Smart LED-Lampe von Gosund deshalb um eine empfehlenswerte WLAN-Lampe mit einer mehr als soliden Leistung zu einem günstigen Preis.

Einfach anlernen: Ikea Tradfri

Einfach anlernen

Ikea Tradfri

Test: Ikea Tradfi
Die günstige Alternative aus dem Schwedenhaus. Lässt sich mit dem eigenen System, Philips Hue, Osram Lightify oder der eigenen Fernbedienung bedienen.

Mit der Tradfri-Lampeserie versucht IKEA auf dem Markt der smarten Leuchtmittel Fuß zu fassen. Die weiße Variante gibt es bereits für acht Euro, das dazu nötige Gateway kostet 30 Euro.

Wer Angesichts des günstigen Preises bedenken bezüglich der Qualität der Lampen hat, dem können wir sagen, dass seine Sorgen unbegründet sind, denn die günstigen Schweden machen einen guten Eindruck. Gut gefallen hat uns zudem, dass man die Lampen sowohl mit einer Fernbedienung als auch über Sprachsteuerung bedienen kann.

Smart-Home-Lampe Test: Tradfri
Die Smart-Home-Lampen von Ikea machen ihre Sache gut.

Von Lichtpaneelen über Schrankbeleuchtung bis hin zu Bewegungsmeldern und Dimmern gibt es kaum etwas im Smart-Home, das es bei Ikeas Smart-Home-System nicht gibt. Das Beste: Die Geräte können zwar untereinander kombiniert werden, benötigen aber keinerlei Schaltzentrale. Verzichtet man allerdings auf die Schaltzentrale, sind die Möglichkeiten begrenzt.

Weil man die Leuchten nicht auf direktem Wege mit dem Ikea-Gateway verbinden kann, kommt man nicht umhin, sich einen Dimmer oder eine Fernbedienung anzuschaffen, um die Lampen anzulernen. Im Anschluss daran reicht es, den Pairing-Knopf des Gateways zu drücken und die Lampen via Fernbedienung zu registrieren.

Smart-Home-Lampe Test: Ikea Gateway Anlernen Screenshot
Das Anlernen funktioniert sehr einfach. Eine ausführlichen Anleitung gibt es dennoch.

Gesteuert werden die Lampen dann entweder alle gemeinsam pro Raum, oder aber einzeln. Farben kann man auswählen, indem man eine Stimmung anlegt, das muss man allerdings für jeden Raum einzeln machen, eine raumübergreifende Lösung gibt es nicht. Hier herrscht unserer Meinung nach noch einiges an Verbesserungspotential.

Weil die Ikea-Lampen auch das Zigbee-Protokoll beherrschen, muss man nicht zwangsläufig auf das hauseigene Gateway zurückgreifen, sondern kann beispielsweise auch das Gateway von Osram nutzen. Positiv überrascht waren wir von der Alexa-Sprachsteuerung, die deutlich komfortabler zu handhaben ist, als die App der Schweden.

Smart-Home-Lampe Test: Ikea Tradfri App Geraete
Verbundene Lampen werden erst angezeigt, nachdem man in der App Räume angelegt hat.

Weil es bei der Integration anderer Leuchtmittel in das Ikea-System im Test oftmals hakte, würden wir empfehlen, hier im Ikea-Universum zu bleiben. Dann aber macht man mit einer Tradfri-Lampe nichts verkehrt.

Was gibt es sonst noch?

Wie die meisten smarten Beleuchtungslösungen funkt auch Osram per Zigbee, man benötigt also eine Bridge. Auf diese kann man verzichten, wenn man mit Smart+ gekennzeichnete Lampen benutzt und sie per Bluetooth ansteuert. Das macht den Smart-Home-Aspekt zwar weitgehend zunichte, ist aber die einzige Möglichkeit, sie mit dem Apple HomeKit zusammenzubringen. Alexa und Google Assistant funktionieren hingegen wie gewohnt. Wegen des geringen Preises und aufgrund der Unterputz-Thematik ist Osram Lightify vor allem für diejenigen interessant, die viele Lampen brauchen und die Schalter sauber in der Wand verbauen möchten – also in erster Linie Hausbesitzer.

Wer noch günstiger beleuchten will, kann einen Blick auf Innr werfen. Auch Innr setzt auf Zigbee und die Leuchtmittel sind sogar mit den Systemen von Osram und Philips kompatibel. Das ist auch notwendig, wenn man sie per Google Assistant steuern möchte, das hauseigene System funktioniert nämlich nur im Zusammenspiel mit Alexa.  Sofern man sich für die Kombination aus Hue-Bridge und Innr-Lampen entscheidet, sollte man außerdem wissen, dass Hue Entertainment, also Philips Quasi-Ambilight-Lösung, nicht mit den Innr-Birnen zusammenarbeitet. Trotzdem ist Innr dennoch interessant für viele Menschen und das hat einen einfachen Grund: Der Preis liegt weit unter dem, was Philips für seine Gegenstücke aufruft – je nach Gerät oft nur bei der Hälfte.

Wenig beeindruckend gibt sich Eufy Lumos: Farben sucht man hier vergeblich, vor allem kann man aber auch die Lichtwärme nicht ändern. Dadurch geht ein Großteil der smarten Funktionen und auch des Wohlfühlfaktors verloren. Ein paar nette Ideen, wie der sogenannte Abwesend-Modus, der Einbrecher durch zufälliges Ein- und Ausschalten fernhalten soll, gibt es in ähnlicher Form auch für die Konkurrenzsysteme und rechtfertigen einen Kauf somit ebenfalls nicht.

Luminea lockt ausschließlich über seinen Preis. Der ist zwar wirklich angenehm niedrig, der Gegenwert aber leider auch: Die Farbabstimmung ernüchtert, das System ist mit nichts anderem kompatibel und somit nicht erweiterbar, und die Auswahl erhältlicher Leuchtmittel enttäuscht. Hinzu kommt, dass die Maße der Lampen sehr großzügig ausfallen, wodurch sie nicht in kompakter gebaute Leuchten passen. Gesendet wird über WLAN, von umfangreicher Bestückung ist somit ohnehin abzusehen.

Elgato Avea dürfte vor allem Apple-Usern bekannt sein, denn als eine der wenigen erhältlichen Lichtlösungen arbeitet es hervorragend mit dem HomeKit zusammen. In Sachen Smart Home hat Elgato einiges an Erfahrung vorzuweisen, der Hersteller produziert nämlich auch smarte Heizungssteuerungen und Funksteckdosen. Ungewöhnlich ist der genutzte Funkstandard, denn anders als alle Konkurrenten kommt hier nicht Zigbee oder WLAN zum Einsatz, sondern Bluetooth LE.

Wissenswertes über smarte Beleuchtung

Wenn man sich voller Vorfreude auf eine Lampen-Shoppingtour begibt, sollte man einige Dinge wissen. Dazu gehört zuallererst, welche Leuchten Sie zuhause haben, in die Sie smarte Lampen einbauen wollen. Die meisten Hersteller vertreiben Leuchtmittel für die üblichen Standardfassungen E27, E14 und GU10. Allerdings ist es mit der Fassung noch nicht getan, denn smarte Lampen sind oft etwas größer als herkömmliche Glühbirnen. Wenn man Pech hat, passt das neu erworbene, smarte Leuchtmittel schlichtweg nicht in das Gehäuse der Lieblingslampe.

Ein weiterer Faktor ist der Stromverbrauch. Da man smarte Lampen niemals richtig ausschaltet, damit sie abrufbereit bleiben, sind sie permanente Stromverbraucher. Besonders wenn die Geräte per WLAN gesteuert werden anstatt über das verbrauchsarme Zigbee, addieren sich die Beträge – und je mehr Leuchtmittel man im Betrieb hat, umso höher fällt der Verbrauch aus. Am sparsamsten sind Philips Hue und Osram Lightify, bei denen allerdings noch der Stromverbrauch der Bridge dazukommt, am verschwenderischsten zeigten sich im Test die Lampen von Luminea.

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