Test: Vpn Hideme

VPN-Provider im Test : Anonym surfen

Veröffentlicht 27.11.2020

Ein VPN-Provider schafft dort Privatsphäre, wo sie zunehmend abhanden kommt: im Internet. Seitdem aus dem Sammeln von Nutzerdaten ein lukratives Geschäftsfeld entstanden ist, wird beim Surfen im Netz alles protokolliert. Mit VPN-Providern kann man sich davor schützen. Wir haben 7 getestet.

Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Einen VPN-Provider kann man aus verschiedenen Gründen benutzen wollen. Film-Fans können damit auch amerikanische Netflix-Serien Streamen, datenschutzaffine Mitbürger werden die damit einhergehende Anonymität zu schätzen wissen und Urlauber können damit auch im Ausland auf die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen zugreifen oder ein Länderspiel im ZDF streamen.

Voraussetzung dafür ist ein funktionierenden und entsprechend seriöser VPN-Provider, der selbst auch auf Datenschutz und Sicherheit achtet. Dabei sollte man aufpassen, denn auf dem Markt der VPN-Provider findet man nicht nur seriöse Unternehmen, sondern auch das ein oder andere schwarze Schaf. Es ist zudem – gerade für VPN-Neulinge – empfehlenswert, zuerst einmal ein wenig zu testen und nicht direkt einen Zwei-Jahres-Vertrag abzuschließen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Hohe FunktionalitätÜbersichtlichOhne IPv6Mit Webfilter
Test: Hide Me VpnTest: MullvadTest: VyprTest: Cyberghost Png Logo Large
Modell HideMe Mullvad VPN VyprVPN CyberGhost
Pro
  • Dual-Stack-VPN (IPv4 und IPv6)
  • WireGuard-VPN
  • Sicherheitsaudit
  • Umfassende Funktionalität
  • Sinnvoll nutzbarer Free-Tarif
  • Dual-Stack-VPN (IPv4 und IPv6)
  • Günstigster Monatstarif ohne Bindung
  • WireGuard-VPN
  • Sicherheitsaudit (veröffentlicht)
  • Vorbildliche Benutzeroberfläche
  • WireGuard-VPN
  • Günstiger 1- und 2-Jahres-Tarif
  • Sicherheitsaudit (veröffentlicht)
  • Vorbildliche Benutzeroberfläche
  • Vorbildliche Dokumentation
  • Relativ günstiger 2-Jahres-Tarif
  • Filter für gefährliche Websites, Werbung,Tracking
  • Vorbildliche Dokumentation
Contra
  • Teuerster VPN-Tarif
  • Bedienung des Stealth Guard erfordert Fingerspitzengefühl
  • PC- und Smartphone-App in den Einstellungen nur bedingt aufeinander abgestimmt
  • Sparsame Funktionalität
  • Keine Server-Favoriten
  • Keine Ping-Sortierung
  • Kein Chat-Support (nur Mail)
  • Nur IPv4-Tunnel (IPv6 geblockt)
  • Keine Kryptowährung
  • Verbindungsübersicht zeigt keine IP-Adressen an
  • Nur IPv4-Tunnel (IPv6 geblockt)
  • Kein Sicherheitsaudit
  • Keine Server-Sortierung in Smartphone-App
  • Kein WireGuard im PC-Client (nur in Smartphone-App)
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Hohe Funktionalität: Hide.Me

Hohe Funktionalität

HideMe

Test: Hide Me Vpn
Dual Stack, WireGuard und wahlweise sogar mit limitiertem Free-Tarif machen den ansonsten relativ kostspieligen VPN-Anbieter zu unserer ersten Wahl.

Als einziger in unserem Testfeld bot Hide.Me nicht nur mehrere kostenpflichtige Abomodelle an, sondern auch die Möglichkeit, einen kostenlosen Account anzulegen. Dieser ist zwar auf zehn Gigabyte Traffic im Monat begrenzt und auch ansonsten recht abgespeckt, dürfte aber für gelegentliche »unerkannte« Ausflüge durchaus ausreichend sein.

Für mindestens fünf Euro im Monat gibt es dann die Premium-Version, bei welcher das Traffic-Volumen unbegrenzt ist. Darüber hinaus stehen den Premium-Abonnenten sage und schreibe 1.800 global verteile VPN-Server zur Verfügung, man kann zwischen 47 unterschiedlichen Ländern und 72 Standorten wählen. Ferner hat man als Nutzer auch die Wahl zwischen verschiedenen Verschlüsselungsprotokollen, von der OpenVPN-Verschlüsselung über die moderne WireGuard-Verschlüsselung bis hin zu SoftEther ist hier ein breites Spektrum vertreten.

VPN-Provider Test: Hideme Klick Installation
Die Software des VPN-Providers ist in wenigen Klicks installiert. Anschließend muss man sich nur noch mithilfe seiner Zugangsdaten anmelden.

Lediglich drei Klicks waren nötig, um die Software auf dem PC zu installieren. Im Test konnte der VPN-Provider – wie auch alle Kokurrenzmodelle – die reale IP-Adresse immer sicher verschlüsseln, was bedeutet, dass diese in keinem Fall weitergegeben wird, selbst mithilfe umgeleiteter DNS-Abfragen war dies nicht möglich.

VPN-Provider Test: Hideme Client Mit Test
Mithilfe der Schaltfläche »Details« wird im Browser der IP-Check-Bereich geöffnet. Dort wird nicht nur die IPv4-Adresse angezeigt, die maskiert ist, sondern auch das Präfix jener IPv6-Adresse, mit welcher gerade gesurft wird. Zudem findet man dort auch die Information, wo sich der gerade genutzte VPN-Server befindet.

Sobald wir die VPN-Verbindung in unserem Test aktiviert hatten, konnten wir auf die Mediatheken und Livestreams der Öffentlich-Rechtlichen zugreifen – auch, wenn wir uns im Ausland befanden. Dort mussten wir lediglich einen in Deutschland stehenden Hide.Me-Server auswählen. Auch Inhalte des amerikanischen Netflix ließen sich streamen, sobald ein Server gewählt wurde, der in Amerika steht.

Besonders erfreulich ist, dass Hide.Me seine Kunden mithilfe von VPN-Servern an das Internet anbindet, welche zu Dual-Stack in der Lage sind und sowohl das etwas ältere IPv4-Protokoll als auch das IPv6-Protokoll beherrschen.

Verbindungen zeigt der Hide.Me-Client in einer Übersicht an, die sehr informativ ist und nicht nur das Land, sondern auch jene IP-Adresse anzeigt, mit welcher man derzeit im Internet unterwegs ist. Mit einem weiteren Klick kann man sich zudem die entsprechende IPv6-Adresse anzeigen lassen. Zudem lassen sämtliche IP-Adressen auch in der App aufrufen.

VPN-Provider Test: Hideme Vpn Protokolle
Es stehen zahlreiche aktuelle Verschlüsselungsprotokolle zur Auswahl – vorbildlich.

Beim Benutzen des VPL-Providers gilt es zu beachten, dass auch die auf dem Smartphone installierten Apps die getunnelte Verbindung nutzen, sobald man diesen dort aktiviert hat. Das hat zur Folge, dass Geräte, welche im Heimnetz gesteuert werden (beispielsweise WLAN-Lautsprecher) nicht mehr genutzt werden können, »Split-Tunneling« macht es allerdings möglich, dass definierte Apps vom VPN-Tunnel ausgeschlossen werden und sich so weiterhin bequem im Heimnetz nutzen lassen.

Auch bei der Nutzung des VPNs am PC werden im PC-Client sämtliche Verbindungen via LAN blockiert, sodass es beispielsweise nicht mehr möglich ist, auf den Freigabeordner des NAS zuzugreifen. Abhilfe schafft hier eine Options namens »Limitiere Netzwerk auf VPN«, die sich unter der Einstellmöglichkeit »Kill-Switch« verbirgt. Sobald das VPN neu verbunden wird, kann dann auch wieder auf den Freigabeordner zugegriffen werden.

Sollte man die Verbindung selbständig trennen, (Schaltfläche »Trenne VPN«), aktiviert sich der Kill-Switch nicht. Um jedoch sicher zu gehen, dass keine der auf dem PC installierten Anwendungen heimlich über die reale IP-Adresse funkt, sollte man zudem den »Stealth-Guard«-Modus aktivieren. So werden vom PC keinerlei Verbindungen außerhalb des VPN-Tunnels hergestellt. Für die Nutzung am PC empfiehlt es sich, ein extra Icon dafür in der Task-Leiste (Windows) anzulegen, um das Aus- und Einschalten zu erleichtern.

Durch die zahlreichen Einstellmöglichkeiten des Hide.Me sinkt leider auch dessen Benutzerfreundlichkeit, was die Handhabung anbelangt muss er sich deshalb so manchem Konkurrenten geschlagen geben. Auch der Umstand, dass technische Ausführungen in den Produktinformationen lediglich in englischer Sprache vorhanden waren, störte uns im Test ein wenig.

Besonders positiv ist, dass Hide.Me als einer der ersten Anbieter seinen Provider von einem externen Sicherheitsdienstleister prüfen und sich so das Nicht-Speichern von Aktivitätsprotokollen unabhängig bestätigen ließ. Der Unternehmenssitz in Malaysia sorgt dafür, dass dies auch nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist.

Übersichtlich: Mullvad VPN

Übersichtlich

Mullvad VPN

Test: Mullvad
Dank WireGuard und veröffentlichtem Sicherheitsaudit ist man mit Mullvad auf der sicheren Seite.

Bei Mullvad ist es nicht nötig, eine E-Mail-Adresse oder einen Namen zum Registrieren zu verwenden. Man erhält lediglich eine Kontonummer mit 20 Stellen. Auch die Tarif-Übersicht gestaltet sich angenehm übersichtlich, pro Monat werden fünf Euro fällig und zwar völlig unabhängig von der Laufzeit des Vertrags.

Gezahlt werden kann bei diesem VPN-Provider auf verschiedenen, anonymen Wegen. Wer via Kryptowährung bezahlt, der erhält sogar einen Rabatt von 10 Prozent. Es ist sogar möglich, einen Briefumschlag mit Geld und der entsprechenden Kontonummer an die Firmenzentrale zu schicken. Auf das Konto haben fünf Geräte gleichzeitig Zugriff.

VPN-Provider Test: Mullvad Serverübersicht Vorbildlich
Über die Übersicht der VPN-Server lässt sich sogar feststellen, ob es sich um gemietete, oder eigene Geräte handelt.

Der VPN-Client lässt sich unter Windows mit zwei Klicks installieren, nach dem Installationsvorgang erscheint am unteren Bildschirmrand auf der rechten Seite ein Fenster, über welches die Verbindungsdaten angezeigt werden. Besonders angenehm ist, dass die Benutzeroberflächen der Smartphone-App und des PC-Clients identisch aufgebaut sind und sich zudem sehr einfach bedienen lassen.

VPN-Provider Test: Mullvad Win Anmeldung Mit Nummer
Wie man es von den Schweizer Banken kennt, wird auch bei Mullvad VPN das Konto ohne weitere Daten mit einer Kontonummer verknüpft.

Angaben bezüglich der Geschwindigkeit oder der Auslastung der VPN-Server fehlten bei Mullvad allerdings genauso wie die Möglichkeit, Server-Favoriten anzulegen. Lediglich eine Sortierung nach Ländern war möglich. Positiv ist allerdings, dass der Mullvad VPN mit dem IPv6- und mit dem IPv4-Protokoll tunneln konnte. Ferner kann auf IPv6-Dienste auch vom IPv4-Anschluss aus zugegriffen werden.

Ist die »immer VPN erfordern«-Einstellung aktiviert, wird der WAN-Verkehr unterbunden, sofern das VPN nicht aktiv ist. Solange »Teilen im lokalen Netzwerk« eingestellt ist, kann allerdings weiterhin auf das Heimnetz via LAN zugegriffen werden.

Bei der App fürs Smartphone ist der Kill-Switch integriert und automatisch aktiviert. Beendet man die VPN-Verbindung manuell, führt dies nicht automatisch dazu, dass der WAN-Verkehr unterbrochen wird. Zudem steht mit »Split-Tunneling« eine Einstellung bereit, mit welcher der Datenstrom bestimmter Apps außerhalb des VPN-Tunnels geleitet werden kann.

Hilfe gibt es für deutschsprachige Benutzer lediglich per Mail, denn die ausführlichen Erklärungen sind auf der Website lediglich auf Englisch vorhanden. Wie schon Hide.Me hat sich auch Mullvad einer externen Prüfung unterzogen und die Ergebnisse auf der Firmenwebsite veröffentlicht.

Ohne IPv6: VyprVPN

Ohne IPv6

VyprVPN

Test: Vypr
Ein toller VPN, dem es bislang leider noch an IPv6-Unterstützung fehlt.

Was den Langzeittarif anbelangt, ist VyprVPN einer der günstigste VPN-Provider in unserem Testfeld. Der geschäftliche Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in der Schweiz, genauer in Meggen. Gegründet wurde VyprVPN allerdings in Texas. Für die Installation waren insgesamt sieben Klicks nötig, was uns im Vergleich zur Konkurrenz als unnötig lange erschien.

Lob gibt es hingegen für die Menüstruktur, die sehr übersichtlich gestaltet ist und dank der kurzen Funktionserklärungen zu den einzelnen Punkten kaum eine Frage unbeantwortet lässt. Dabei ähneln sich Smartphone-App und PC-Client, was deren Benutzeroberflächen angeht, sehr. was dem Bedienkomfort sehr entgegenkommt. Weniger gut gelungen ist hingegen, dass bei der Übersicht der Verbindungen die IP-Adressen nicht angezeigt werden. Lediglich der Standort des Servers, mit welchem man derzeit verbunden ist, wird dargestellt.

 

Ein wenig Schade ist, dass VyprVPN lediglich auf das etwas in die Jahre gekommene IPv4-Protokoll zurückgreift, um seinen »Verschlüsselungsdienst« abzuwickeln. Ganz anders verhält es sich bei den Verschlüsselungsprotokollen, welche von VyprVPN verwendet werden. Vom effizienten WireGuard über das proprietäre Chameleon bis hin zuIKEv2 oder OpenVPN steht hier eine breite Auswahl zur Verfügung. Zum Einsatz kommen auch hier dedizierte VPN-Server, welche eigenverwaltet sind.

Als sehr konsequent empfanden wir die Funktionsweise des Kill-Switch, denn wenn dieser aktiviert ist und man die Verbindung des VPN trennt (Schaltfläche »Trennen«), wird der Zugang zum Internet sofort für jegliche Anwendungen blockiert. Das Ein- und Ausschalten des VPNs ist zudem deutlich besser gelöst als bei vielen Konkurrenzprodukten, wie etwa NordVPN oder HideMyAss. Allerdings haben wir eine Zahlungsmöglichkeit via Kryptowährung vermisst.

Ebenso vorbildlich ist es, dass die Online Dokumentation und die ausführlichen FAQs bei diesem VPN-Provider in deutscher Sprache verfügbar sind. Auch eine Überprüfung durch einen unabhängigen Dienstleister in Form eines Audits kann VyprVPN vorweisen, der Report ist auf der Website einsehbar. Für Mac-User besteht zudem die Möglichkeit, einen Filter, welcher einen Schutz vor schädlichen Websites bietet, zu nutzen.

Mit Webfilter: CyberGhost

Mit Webfilter

CyberGhost

Test: Cyberghost Png Logo Large
Wer den extra Schutz benötigt, wird von CyberGhost gut aufgefangen.

Bei CyberGhost handelt es sich zweifelsohne um einen der bekanntesten VPN-Provider. Schließt man ein Abo mit zweijähriger Laufzeit ab, belaufen sich die monatlichen Kosten auf etwas unter drei Euro. Während sich die Installation der Software als einfach und schnell herausstellte, empfanden wir im Test das Nachfragen bezüglich des Sammelns anonymer Nutzerdaten als recht nervig.

Was die Benutzeroberfläche des VPN-Clients von CyberGhost angeht, so ist diese sehr ansprechend gestaltet und übersichtlich. Selbst die Visualisierung der Down- und Upload-Raten ist sehr schön und übersichtlich. Ein wenig störend ist allerdings, dass der Aufbau der Smartphone-App ein gänzlich anderer ist. Ferner ist auch eine Sortierung der Länderstandorte der CyberGhost VPN-Server hinsichtlich ihrer Auslastung – zumindest beim Windows-Client – nicht möglich, lediglich eine Sortierung nach aktueller Auslastung geht.

Weil CyberGhost lediglich das IPv4-Protokoll unterstützt, muss man auf das neuere IPv6-Protokoll leider verzichten. Damit es nicht zu IPv6-Leaks kommt, sollte man IPv6 blocken. Die Verschlüsselung erfolgt mit IKEv2 oder OpenVPN, für das Smartphone steht zudem WireGuard zur Verfügung.

Was uns im Test gut gefallen hat, war die Möglichkeit, dass sich unter Windows bestimmte Anwendungen mit CyberGhost verknüpfen ließen, sodass beispielsweise die VPN-Verbindung automatisch gestartet wird, sobald der Browser aufgerufen wird – selbst, wenn der Client von CyberGhost ausgeschaltet ist. Auf Geräte, welche durch das Heimnetz-Lan miteinander verbunden sind, kann auch zugegriffen werden, wenn der VPN-Tunnel des PC-Clients aktiviert ist. Im Falle der App fürs Smartphone wird der Zugriff zunächst blockiert.

Abhilfe schafft hier das sogenannte »Split-Tunneling«. Damit können ausgewählte Apps, auch wenn das VPN aktiviert ist, vom Tunnel ausgeschlossen werden und so beispielsweise einen Zugriff auf das Heimnetz generieren. Auf diese Weise kann man beispielsweise AirPlay-Geräte steuern und gleichzeitig mit dem Smartphone etwas anonym, also via Tunnel, streamen.

Sowohl beim Smartphone- als auch beim PC-Client stehen verschiedene Filter zur Auswahl, welche schädliche Inhalte, Werbung und Tracker unterbinden können. Zudem steht bieten beide Clients eine Kill-Switch-Funktion, welche die Verbindung automatisch trennt, bevor es zum unverschlüsselten Übertragen von Datenpaketen kommt.

Wie schon beim VPN-Provider von Hide.Me ist es auch hier der Fall, dass bei eingeschaltetem Kill-Switch und ausgeschaltetem VPN Internet- und Netzwerkverbindungen trotzdem möglich sind. Übrigens gibt es bei der App fürs Smartphone keine Möglichkeit, den Kill-Switch abzuschalten, er ist also immer aktiviert.

Die Homepage des rumänischen VPN-Providers ist erfreulich umfangreich, was die Auskunft über die Funktionsweise und technische Feinheiten des VPN anbelangt. All diese Informationen sind auch auf deutscher Sprache vorhanden. Zudem wird ein Support per E-Mail und Online-Chat angeboten, lediglich ein durch einen externen Gutachter durchgeführtes Auditverfahren bezüglich der No-Log-Policy des Unternehmens ist noch ausstehend.

Tipp: Auf der CyberGhost Homepage gibt es eine gratis Firefox-App, mit welcher man ohne zusätzliche Anmeldung oder Registrierung mit unterschiedlichen VPN-Servern tunneln kann (u. a. in den USA und Deutschland), um so Inhalte streamen zu können, die geogeblockt sind.

Was gibt es sonst noch?

Wegen des Esels »Jack« und seinem Namen besitzt HideMyAss unter den VPN-Providern einen hohen Wiedererkennungswert. Weil der Firmensitz des Providers in Großbritannien liegt, das ein Mitglied der Five-Eyes-Alliance ist, scheint es ein wenig zweifelhaft, inwiefern die Daten hier wirklich anonym und sicher sind. An dieser Stelle muss jedoch angemerkt werden, dass die Prüfung durch ein externes Audit ergeben hat, dass der Provider Benutzerdaten nicht unnötig mitloggt. Bislang blieb dieser Report jedoch unveröffentlicht.

Stutzig machte uns ferner, dass in den Tiefen der App ein Menüpunkt namens »Weitergabe von Analysedaten zulassen« versteckt lag, welcher – ohne dass es eine Rückfrage des Provider gegeben hätte – bereits aktiviert war. Ansonsten ist die Verbindungsübersicht des PC-Clients und der App vorbildlich.

Schlecht gelöst ist hingegen die Aktivierung des Kill-Switch am Smartphone, da dieser nur über das Einstellungsmenü des Mobiltelefons aktiviert und deaktiviert werden kann, was recht umständlich ist. Zudem werden bei aktivem Kill-Switch sämtliche Zugriffe via Smartphone auf das Heimnetz blockiert – egal ob das VPN aus- oder eingeschaltet ist.

Surfshark war der einzige VPN-Provider in unserem Testfeld, welcher die Anzahl an Clients pro Account nicht beschränkt. Während Surfshark beim Windows-Client mit lediglich einem Klick installiert war, musste man nach der erfolgreichen Installation die Sprache selbständig auf »Deutsch« ändern und einen Neustart durchführen.

Surfshark war außerdem der einzige VPN-Provider, der ein Problem damit hatte, Geoblocking zu umgehen. So war es weder am Smartphone noch am PC möglich, den ARD-Livestream aufzurufen. Auf die Inhalte des amerikanischen Netflix lies sich allerdings zugreifen. Zur Verschlüsselung stehen die Protokolle OpenVPN und NordLynx zur verfügung. Bei Letzterem handelt es sich um eine eigene Protokollvariante, die auf WireGuard basiert.

Eine IPv6-Unterstützung gibt es bei Surfshark nicht, allerdings kann auf Wunsch mit Cryptowährung bezahlt werden. Auch hier ist allerdings in der App  die Weitergabe anonymer Nutzerdaten ohne vorheriges Rückfragen bereits aktiviert. Positiv hingegen ist, dass die Benutzeroberflächen des PC-Clients und der Smartphone-App sehr ähnlich und aufeinander abgestimmt sind. Zudem ist das Handling des Kill-Switches gut gelöst.

Die Oberfläche des VPN-Providers NordVPN ist sehr aufgeräumt und angenehm strukturiert, die Standorte der Server werden auf einer Weltkarte angezeigt und können dort auch direkt ausgewählt werden. Auf eine Sortiermöglichkeit nach Zugriffszeiten oder das Erstellen von Favoritenlisten wurde leider verzichtet. Ein kleiner Wermutstropfen ist auch, dass die auf der Website hinterlegten FAQs nur auf Englisch verfügbar sind.

Als besonders gelungen empfanden wir hingegen den Kill-Switch, der sich nicht nur gut handhaben lies, sondern auch WAN-Verbindungen jeglicher Art sperrt, sobald das VPN abgeschaltet ist. Lediglich beim Android-Smartphone funktioniert dies ein wenig umständlicher. NordVPN hat sich bereits zwei Audits unterzogen, die entsprechenden Reports sind registrierten Kunden online zugänglich.

Wissenswertes über VPN-Provider

Im Internet hat sich das Sammeln und Zuordnen persönlicher Daten und von Spuren die man beim Surfen hinterlässt zu einem prosperierenden Geschäftsfeld entwickelt, von dessen Kuchen sich nicht nur die großen Konzerne wie Facebook oder Google ihr Stückchen abschneiden, sondern auch viele kleinere und unbekannte Werbenetzwerke, deren Geschäftsfeld teils sehr undurchsichtig ist.

Indem Konzerne das individuelle Surfverhalten protokollieren, ist es ihnen nicht nur möglich, den Nutzer bestimmten Anwendergruppen zuzuweisen, sondern sie sind zudem auch in der Lage, deren Verhalten zu manipulieren. Diese Manipulation erstreckt sich von simplen Kaufentscheidungen bis hin zum Wahlverhalten. Um dem vorzubeugen, sollte man deshalb im ersten Schritt auf die Zuruf-Assistenten von Apple, Amazon und Google verzichten und sich auch – zumindest zeitweise – von sozialen Netzwerken wie etwa Facebook abmelden.

Um zu verstehen, wie ein VPN-Provider funktioniert und wie es mit diesem möglich ist, sich anonym im Internet zu bewegen, sollte man einige grundlegende technische Dinge klären.

IP-Adressen

Jede Einwahl ins Internet setzt eine IP-Adresse voraus, die man vom Mobilfunk- oder Festnetzprovider zugewiesen bekommt. Zwar wechselt diese täglich, sie wird allerdings von den Zugangsprovidern gespeichert. Diese sind dazu verpflichtet, diese Daten zu speichern. Wie lange sie dies müssen, beziehungsweise dürfen, ist jedoch nicht genau definiert, das Gesetz dazu ist seit 2017 in der Schwebe, was dazu führt, dass die Provider diese Daten aktuell nach eigenem Ermessen speichern.

VPN-Provider Test: Server Rack
Besucht man eine Website, registriert diese die IP-Adresse, welche vom Internet-Provider zugewiesen und gespeichert wird.

Das ist insofern problematisch, als dass sich mithilfe dieser Verbindungsdaten das Internetzugangskonto und somit der Kontoinhaber mit seinem realen Namen ermitteln lässt. Da dessen IP-Adresse in diversen Server-Logfiles im World Wide Web gespeichert bleibt kann so nachvollzogen werden wo im Internet sich die IP-Adresse des Privatanschlusses wann aufgehalten hat.

Weil diese Daten so sensibel sind, sehen Kritiker in deren Speicherung großes Missbrauchspotential und auch das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung scheint davon betroffen, da durch die potentielle Überwachung das Verhalten hinsichtlich der Informationsbeschaffung beeinträchtigt wird.

Um diese fehlende Anonymität wiederherzustellen, gibt es VPN-Provider. Diese ermöglichen es, mit deren IP-Adresse und nicht mit der vom Internetanbieter zugewiesenen im Internet zu surfen. Es kann somit keine Verbindung mehr zwischen der IP-Adresse, welche beim »Eintreten« ins Internet zugewiesen wird und der auf einer entsprechenden Website hinterlassenen IP-Adresse hergestellt werden, da es nicht mehr dieselbe ist.

VPN-Provider Test: Vpn 4056382
Mobilgeräte können ebenso eine VPN-Software nutzen, wie Computer.

Der technische Hintergrund ist Folgender: Die Software des VPN-Providers stellt – sofern dies gewünscht ist – eine Verbindung zu einem eigenen Server her. Diese Verbindung ist verschlüsselt und die VPN-Provider verfügen in der Regel über mehrere hundert Server weltweit. Diese VPN-Tunnel genannten Server wickeln die Kommunikation ab, welche zwischen Smartphone/Tablet/PC und dem VPN-Provider herrscht. So ist ein weitgehend anonymes Surfen möglich, da weder der Zugangsprovider, noch ein zwischengeschalteter Teilnehmer (Datensammler, Spion etc.) ermitteln kann, welche Website gerade besucht wird, oder welche Daten gerade übertragen werden. Meist lassen sich mit einem VPN-Konto mehrere Geräte nutzen.

Sofern ein Login bei Google oder einem sozialen Netzwerk wie Facebook erfolgt, ist diese Anonymität allerdings dahin, denn diese Firmen, beziehungsweise deren Dienste, verknüpfen die aktuelle IP-Adresse sofort mit Ihrer Identität.

Wie vertrauenswürdig ist ein VPN-Provider?

Mit dem Begriff »No-Log-Policy« ist gemeint, dass die VPN-Provider auf das Aufzeichnen von Verbindungsdaten verzichten. Weil man als Nutzer jedoch keinen Einblick in das Speicherverhalten der Provider hat, sollte man darauf achten, dass man den Umgang des Providers mit sensiblen Daten einschätzen kann. Audit-Verfahren geben hier einen guten Einblick, sofern sie von einem unabhängigen externen Sicherheitsdienstleister durchgeführt werden. Auch der Sitz eines Unternehmens gibt einen Hinweis auf die Sicherheit vertrauenswürdiger Daten. Befindet sich dieser in einem Land, welches aufgrund der dort herrschenden gesetzlichen Lage nicht zur Herausgabe der Verbindungsdaten gezwungen werden kann, ist das ein gutes Zeichen.

Die vom Provider zugewiesene IP-Adresse wird länderspezifisch vergeben. Weil manche Online-Dienste nur in bestimmten Ländern verfügbar sind, kann man auf diese Inhalte mit der »falschen« IP-Adresse dann nicht zugreifen. Ein Beispiel für diese Geoblocking genannte Zugangsbeschränkung stellen die Mediatheken und Live-Kanäle von den öffentlich-rechtlichen Sendern dar. Wer im Urlaub mal ein Länderspiel sehen wollte, das in der ARD übertragen wird, kennt dieses Phänomen sicherlich.

Auch Geoblocking lässt sich mithilfe eines VPN-Providers (meist) umgehen, indem man beim Provider auswählt, in welchem Land man sich für die aktuelle Sitzung befinden möchte.

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