Schnelles Internet für Zuhause und unterwegs Test: Lte Router

LTE-Router im Test : Schnelles Internet für Zuhause und unterwegs

Update 09.03.2021

Internet via LTE kann eine leistungsstarke Alternative für DSL sein. Ein guter LTE-Router kann die Leistung eines sehr guten LTE-Modems mit allen Komfortfunktionen eines WLAN-Routers vereinen. Wir haben 21 LTE-Router getestet.

Update 9. März 2021

Wir haben vier weitere LTE-Router getestet. Neue Empfehlungen sind der Huawei B535-232 und die FritzBox 6850 LTE.

Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Der Begründer des World Wide Web Tim Berners-Lee findet, Zugang zum Internet sei ein Grundrecht. Das sieht auch die Bundesregierung so. Doch gibt es einen Unterschied zwischen nutzbarer Internetverbindung und einer ausreichenden Verbindungsgeschwindigkeit.

In zahlreichen Standorten in Deutschland fehlt es immer noch an stationären Breitband-Anschlüssen. Die einzige Möglichkeit für schnelles Internet ist dann ein Mobilfunk-Router, der über den Mobilfunkstandard LTE für eine schnelle Datenanbindung sorgt. Dazu muss der LTE-Empfang innerhalb der eigenen vier Wände gar nicht perfekt sein. Ein suboptimaler Empfang kann völlig ausreichend sein, denn viele Geräten können mit externen Antennen ausgestattet oder umgerüstet werden. Das kann die Übertragungsgeschwindigkeit drastisch erhöhen.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl LTE-Router, von denen wir sowohl stationäre Geräte als auch Modelle mit integriertem Akku getestet haben. Von den 21 getesteten Modellen können wir fünf empfehlen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
FlexibelUmfangreich ausgestattetKann (fast) allesSpeziell für den mobilen Betrieb konzipiertMit Zubehör vielseitig einsetzbar
Test: Huawei B535 232Test  LTE-Router: FritzBox 6890 LTETest: Avm Fritzbox 6850 LteTest  LTE-Router: TP-Link M7650Test  LTE-Router: Netgear  AirCard 810
Modell Huawei B535-232 FritzBox 6890 LTE AVM Fritzbox 6850 LTE TP-Link M7650 Netgear AirCard 810
Pro
  • Sehr gute LTE-Transfers über interne Antennen
  • Flexibler LAN/WAN-Port inklusive autom. Fallback auf LTE-Verbindung
  • Komfortables Setup via Smartphone-App
  • günstig
  • DSL- und LTE-Modem integriert
  • Schnelles Dual-WLAN
  • Viele Funktionen
  • Benutzerfreundliche Bedienung
  • Große Funktionalität mit vielen Extras (DECT-Telefonie, SmartHome, USB-NAS)
  • Tolle Dokumentation/Hilfe
  • Vorbildliche LTE-Verbindungsinfos
  • Guter WLAN-Durchsatz
  • Günstig für mobilen Display-LTE-Router
  • MicroSD-Karten-Slot (Einsatz als „Mini-NAS“)
  • Übersichtliches Webmenü
  • Gute (engl.) Online-Hilfe im Webmenü
  • TFT-Display
  • Zukunftssicher und mobil nutzbar dank hoher Akkulaufzeit
Contra
  • Kein QoS
  • Kein Handbuch (nur Quickinfo)
  • Kein Fernzugriff
  • Gigabit-Switch leicht gedrosselt
  • Sehr teuer
  • Internetzugriff nur per Mobilfunk möglich (kein LAN/WAN-Port)
  • Nur integriertes Cat.4-LTE-Modem ohne Carrier Aggregation
  • Webmenü und PDF-Handbuch in Englisch
  • 2,4- und 5-GHz-WLAN nur getrennt aktivierbar
  • Keine ext. Antennen anschließbar
  • Kein Netzteil im Lieferumfang (nur USB-Ladekabel)
  • Leider sehr teuer
Bester Preis
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Flexibel: Huawei B535-232

Der B535-232 von Huawei verbindet alle Clients im Haushalt schnell miteinander und kostet verhältnismäßig wenig. Durch sein Hochkant-Format braucht er zudem recht wenig Platz, es sollte sich also in jedem Haushalt ein Plätzchen mit gutem Empfang für den LTE-Router finden lassen.

Flexibel

Huawei B535-232

Test: Huawei B535 232
Günstiger, gut ausgestatteter und flexibel einsetzbarer Cat7-LTE-Router mit sehr gutem LTE-Transfer und Fallback-Funktion.

Befestigungsmöglichkeiten zur Wandmontage sucht man hinten am Router zwar vergeblich, dafür findet gibt es dort zwei SMA-Ports, an denen man zusätzliche Antennen anschließen kann. Nötig ist das aber wohl nur in den seltensten Fällen, im Test waren wir mit den internen Mobilfunkantennen völlig zufrieden.

 LTE-Router Test: 1huawei B535 Antenneneinstellungen
Je nach den lokalen Empfangsbedingungen kann man die Systemeinstellungen verschiedene Statuseinstellungen durchprobieren, sollte man doch einmal zu externen Antennen greifen müssen.

Die Übertragungsraten, die der Router in unserem Test erzielte, waren durch die Bank hervorragend. Im Downstream waren bis zu 100 Mbit/s möglich, im Upstream konnten wir noch immer gute 40 Mbit/s messen. Wo man den Router am besten positioniert, um optimalen Empfang zu haben, wird mittels fünf LEDs angezeigt.

Bei den ermittelten Messwerten muss man aber betonen, dass im Außenbereich viele Faktoren eine Rolle spielen. Wie stark die Funkzelle derzeit belegt ist, spielt hier beispielsweise eine enorm wichtige eine Rolle. Trotzdem konnten wir nach mehreren Vergleichsmessungen feststellen, dass der Huawei dem 6850 LTE von AVM immer deutlich überlegen war. Mit 2.600 MHz, 1.800 MHz, 800 MHz und 700 MHz unterstützt das Modem des Huawei die wichtigsten Frequenzen, die von den deutschen Providern derzeit genutzt werden.

Den Huawei-Router einzurichten, stellt selbst Technik-Laien vor keine allzu großen Probleme. Dementsprechend schnell geht das. Letzte Unsicherheiten beim Einrichten werden von der beiliegenden Quickinfo zerstreut. Wer jedoch tiefer ins Detail gehen möchte und dafür gerne Hilfe in Form eines ausführlichen PDF-Handbuches sucht, wird enttäuscht sein, denn das fehlt beim Router leider.

Der Einschub für die Micro-SIM-Karte befindet sich auf der Unterseite des Gerätes. Um weitere Einstellungen am Router vorzunehmen, kann man entweder das Notebook verwenden, oder die »AI-Link«-App auf seinem Smartphone installieren. Für zusätzliche Sicherheit kann man eine https-Verbindung herstellen, die SSL-gesichert ist.

 LTE-Router Test: 4huawei B535 Startseite
Ein Klick auf das jeweilige Icon der Verbindungsgrafik reicht, um zum entsprechenden Einstellungs-Menü zu kommen.

Im Praxistest haben wir bei dem Router, der mit jeweils zwei Empfangs- und Sendemodulen ausgestattet ist, Transferraten von etwa 530 Mbit/s (bei 5GHz), sowie 190 Mbit/s (bei 2,4GHz) gemessen, beides sind sehr gute Werte. Schließt man am Router ein Gerät via LAN-Kabel an, beträgt die Übertragungsrate 750 Mbit/s. Das ist zwar weniger als die kolportierten 940 Mbit/s, aber kein allzu großes Problem. Mit einer Leistungsaufnahme von lediglich 3,8 Watt ist der Router erfreulich sparsam.

Erfreulich ist, dass der Router nicht auf sein LTE-Umfeld festgelegt ist. Schließt man ein Modem an, kann man ihn ganz normal als WLAN-Router verwenden. Ein weiteres kleines Extra, das Huawei dem Router spendiert hat, ist die sogenannte Fallback-Funktion: Fällt die per Modem hergestellte Verbindung ins Internet aus, wechselt der Router automatisch in den Mobilfunk-Modus.

 LTE-Router Test: 5huawei B535 Lan Wan Port Einstellungen
Mit dem vierten Ethernet-Anschluss ist man sehr flexibel aufgestellt, denn man kann ihn auch als WAN-Anschluss verwenden.

Vermisst haben wir die Möglichkeit, bestimmten Clients eine bestimmte Bandbreite zuzuweisen. Diese zu blockieren ist allerdings ebenso möglich, wie den Zugang zum Heimnetz nur für gewisse Zeiträume zu gewähren. Zwar ist der B535 den Geräten von AVM in manchen Punkten unterlegen, unterm Strich bekommt man hier aber einen flexibel einsetzbaren LTE-Router, der seine Aufgaben flott erledigt und obendrein in der Anschaffung günstig ist.

Umfangreich ausgestattet: FritzBox 6890 LTE

Umfangreich ausgestattet

FritzBox 6890 LTE

Test  LTE-Router: FritzBox 6890 LTE
Die FritzBox 6890 LTE kommt mit 4x4-AC-WLAN, VDSL- und LTE-Modem samt Telefonie, NAS und SmartHome.

Wie von anderen Geräten des Herstellers gewohnt, ist die FritzBox 6890 LTE von AVM ein echter Alleskönner. Neben seiner LTE-Hardware ist außerdem ein richtiges DSL-Modem verbaut, die WLAN-Technik ist auf dem aktuellsten Stand und die Telefonanlage unterstützt Analog-Telefonie, VoIP und sogar ISDN. Die Funktionsvielfalt hat seine Vor- und Nachteile. Wer einen kleinen und mobilen Router sucht, wird das Gerät für zu überladen halten. Für alle anderen, die keine Kompromisse eingehen möchten und den dafür verlangten hohen Preis nicht scheuen, ist die FritzBox 6890 LTE eine sehr gute Kaufentscheidung.

In der FritzBox 6890 ein Modem LTE Cat 6 verbaut und erreicht im Download bis zu 300 MBit/s. Zudem beherrscht er als einziger LTE-Router alle aktuellen (und wahrscheinlich zukünftigen) für Deutschland relevanten LTE-Frequenzbänder. Während die meisten LTE-Router einen internationalen Einsatz bezwecken, fokussiert sich AVM ganz klar auf einen Einsatz in Deutschland.

Mit den zwei zusätzlichen Antennen stellt das Gerät einen ausgezeichneten Funkempfang her und auf Wunsch können sie auch mit Außenantennen ausgetauscht werden. Besteht gerade kein LTE-Empfang, stellt das Modem per UMTS/HSDPA eine Verbindung mit dem Internet her. Der Router arbeitet mit der üblichen benutzerfreundlichen Oberfläche FritzOS, mit dem Einrichtungsassistenten sind die Einstellungen für die LTE-Verbindung (oder alternativ die DSL-Verbindung) in kürzester Zeit erledigt.

Was WLAN-Ausstattung gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Der 6890 funkt in den aktuellen WLAN-N- und AC-Standard inklusive Dualband, die 2,4- und 5-GHz-Netze werden somit parallel betrieben. Der Router entscheidet dann, welcher Netz für einen optimalen Datenaustausch sorgt. Zudem versorgt der Router mittels MU-MIMO verbundene Geräte simultan mit Daten. Allerdings müssen die Geräte ebenfalls mit MU-MIMO-Empfang ausgestattet sein, um von dieser Technik zu profitieren. Auch in Hinblick auf die WLAN-Verbindung ist die FritzBox 6890 LTE deshalb äußerst zukunftssicher.

Ebenfalls vorhanden sind diverse Funktionen, die von diversen AVM-Geräten bekannt sind: DECT-Anschluss für analoge und ISDN-Telefone oder ein Anrufbeantworter fehlen nicht und eine Faxfunktion ist ebenfalls vorhanden. Über den USB-3.0-Eingang werden Drucker und Wechseldatenträger verbunden, ein Mediaserver ist ebenso integriert. Vier Gigabit- und ein DSL-Port, für ADSL und VDSL bis 300 MBit/s mit SuperVectoring, runden die herausragende Ausstattung ab.

Kann (fast) alles: Fritzbox 6850 LTE

Kein anderer Router-Hersteller versteht es besser als AVM, Verbindungsinformationen optisch so übersichtlich und benutzerfreundlich aufzubereiten. Das gilt natürlich auch für die Fritzbox 6850 LTE. Zudem zeigt der Router eine Liste aller LTE-Netze an, die gerade verfügbar sind.

Kann (fast) alles

AVM Fritzbox 6850 LTE

Test: Avm Fritzbox 6850 Lte
Sehr gut ausgestatteter All-in-One-LTE-Router mit DECT-Telefonie, USB-NAS- und SmartHome-Funktionalität.

Weil man im Menü unter »Zugangsdaten« die Frequenzbänder, welche die Fritzbox für einen Verbindungsaufbau nutzen soll, explizit bestimmen kann, ist man damit in der Lage, in Sachen Speed noch eine kleine Schippe draufzulegen. Im Test konnten wir so ein etwas schnelleres Netz anwählen und haben gute Datenraten von 40 Mbit/s im Up- und 80 Mbit/s im Download erzielen können.

Der integrierte 2×2-Wifi-5-Access-Point bot ebenso wenig Anlass zur Kritik: Netto erzielten wir damit im WLAN (5 GHz) unter Idealbedingungen 650 Mbit/s, unter weniger idealen Bedingungen immerhin noch 380 Mbit/s. Der Stromverbrauch liegt bei etwa 4,4 Watt, auch dieser Wert geht absolut in Ordnung.

Weil man das integrierte LTE-Modem der Fritzbox nicht »umgehen« kann, kann man den Router nicht in Verbindung mit einem Modem als »gewöhnlichen« Router betreiben, was wir etwas schade finden. Wem das nicht so wichtig ist, der erhält mit dem Fritzbox 6850 LTE einen sehr soliden Router, der viel Mehrwert bietet und (fast) alles kann.

Speziell für den mobilen Betrieb konzipiert
Test  LTE-Router: TP-Link M7650
Funktionaler, gut ausgestatteter Cat11-LTE-Router mit Display-Steuerung für wenig Geld.

LTE-Router sind nicht nur als stationären Breitband-Ersatz gedacht, sie können auch als mobiler Begleiter genutzt werden. In den eigenen vier Wänden DSL nutzen, auf Terminen und Reisen auf LTE umsteigen ist kein seltenes Einsatzszenario. Für solche Zwecke ist der LTE-Router M7650 von TP-Link gedacht. Er bietet für vergleichsweise wenig Geld einen portablen LTE-Router mit überzeugender Hardware, der sich recht einfach bedienen lässt.

Die Konfiguration des TP-Link-Router geschieht über die eigene tpMiFi-App oder eine Weboberfläche an einem Computer. Für welche Variante man sich auch entscheidet, Kabel sind hierzu nicht nötig. Eine Verbindung über den WLAN des LTE-Routers ermöglicht das Aufrufen der Benutzeroberfläche. Die WLAN-Zugangsdaten werden auf der mit 1,44 Zoll ziemlich kleinen Anzeige abgelesen. Nicht zu Ende gedacht: Die Zugangsdaten für die Konfigurationsoberfläche sind hinter dem internen Akku abgedruckt. Das bedeutet, dass alles abgebrochen, das Gerät wieder ausgeschaltet und der Akku entfernt werden muss, um an das Login-Passwort zu kommen. Das hätte der Hersteller deutlich besser lösen können. Nach dem erfolgreichen Log-in funktioniert die Einrichtung aber dann problemlos und restliche Bedienung ist komfortabel.

 LTE-Router Test: Tp Link M7650 Status
Die Weboberfläche ist übersichtlich und bietet eine nützliche Online-Hilfe.

Für die erweiterten Einstellungen kommt man nicht herum, die Web-Oberfläche über die Browser-Adresse 192.168.0.1. aufzurufen. Mit der App hat man auf diese Einstellungen keinen Zugriff. Für die Konfigurations-Oberfläche steht lediglich Englisch zur Auswahl – das überrascht uns, denn die Smartphone-App ist vollständig in Deutsch verfügbar. Die Oberfläche hat immerhin eine gute Online-Hilfe.

Als WLAN-Netz wird entweder ein 2,4-Gigahertz-Netz (WLAN-n, 300 MBit/s) oder ein 5-Gigahertz-Netz (WLAN-AC, 867 MBit/s) aufgebaut. Gleichzeitig die Netze jedoch nicht verwendet werden. Das bedeutet, dass ältere Geräte bei einem 5 GHz Betrieb ausgeschlossen werden oder aber das 2,4-GHz-Band wird als kleinster gemeinsamer Nenner genutzt. Das schont den Akku, aber die bestmögliche und schnellste Verbindung zum WLAN-Client kann nicht hergestellt werden, wenn Singleband- und Dualband-Geräte parallel betrieben werden sollen. Das beurteilen wir aber nicht allzu negativ, wenn man das Gerät nur in Deutschland verwenden möchte – LTE-Netto-Raten, die das 5-GHz-Band wirklich auslasten, gibt es hier ohnehin nicht oft. Zudem lassen sich die Bänder ohne Smartphone-App und ohne Browser direkt über die Geräte-Anzeige und den beiden Tasten am Router wechseln.

Eine weitere interessante Funktion: Das Gerät lässt sich per microSD-Karte um bis zu 32 GB Speicher ausstatten, dessen Inhalt kann daraufhin mit dem SMB-Protokoll kabellos und lokal geteilt werden. Das klappte bei uns sehr gut. Unsere Speicherkarte wurde von verbundenen Clients schnell erkannt. Per USB-Kabel kann man ebenfalls auf die eingelegte microSD-Karte zugreifen.

Mit Zubehör vielseitig einsetzbar: Netgear AirCard 810

Mit Zubehör vielseitig einsetzbar

Netgear AirCard 810

Trotz seiner kompakten Größe ist das Gerät von Netgear ein vollwertiger LTE-Router und lässt keine Wünsche offen. Dank seinem ordentlichen Akku (2930 mAh) kommt er zudem bis zu einem halben Tag ohne Stromkabel aus.

Das kompakte Gerät, das etwas mehr als 100 Gramm wiegt, hat einen LTE-Modem verbaut, der Cat 11 unterstützt. Damit sind Downloadraten bis zu 600 MBit/s. Zum älteren 3G-Standard ist das Modem ebenso abwärtskompatibel. Der Router ist mit einem aktuellen Dualband-WLAN ausgestattet und liefert bis zu 300 MBit/s (2,4 GHz) und gleichzeitig bis zu 867 MBit/s im 5-GHz-Band. Gut gelöst ist in der AirCard Offloading-Funktion, bei der eines der beiden WLAN-Bänder mit einem vorhandenen WLAN-Zugang (einem Hotspot etwa) gekoppelt werden kann, um die LTE-Verbindung zu entlasten.

LAN-Anschlüsse sind keine verfügbar, wenigstens kann aber via USB-Tethering eine Verbindung mit dem Internet aufbauen. Leider wurde hier lediglich ein Micro-USB-Anschluss verbaut. Die zwei TS-9-Antennenanschlüsse hingegen haben uns sehr gefallen. Überzeugend ist auch die Dockingstation der AirCard 810, das separat erhältlich ist. Mit zwei Antennenanschlüssen, fünf Gigabit-Ports und einem Stromanschluss verwandelt sich der mobile Router dann in einen stationären WLAN-Router.

Besonders gelungen finden wir die einfache Konfiguration des Routers. Ungleich unseren anderen Testgeräten kann man auf die meisten Zwischenschritte verzichten: Über das Touch-Display kann direkt auf die wichtigsten Konfigurationspunkte zugegriffen werden. Nur für wenige erweiterte Einstellungen muss man den klassischen Konfigurationsweg bemühen.

Was wir außerdem positiv anmerken müssen: Netgear liefert ein Netzteil mit. Das klingt zwar selbstverständlich, doch leider hatte im Test kein anderer Hersteller außer Zyxel ein Ladekabel im Lieferumfang. Den Netgear gibt es auch in der günstigeren Variante als AirCard 790, der nur mit einem LTE-Modem der Kategorie 6 ausgestattet ist und Downloadraten mit bis zu 300 MBit/s ermöglicht. Das ist kein allzu großer Nachteil, denn meistens ist das ohnehin die maximale Downloadrate in den deutschen Netzen. Allerdings besitzt man dann nicht ein sonderlich aktuelles Gerät wie den AirCard 810 und muss sich gegebenenfalls in der nahen Zukunft einen neuen LTE-Router anschaffen.

Was gibt es sonst noch?

Von außen kann man denken, der LTE4506-M606 von Zyxel sei ein mobiler LTE-Router, doch trotz seiner kompakten Abmessungen ist er tatsächlich ein stationärer Router: Ein Akku ist nicht integriert. Dafür kann der Router aber mit einem Micro-USB-Netzteil oder sogar mit einer Powerbank mit Strom versorgt werden, womit es für es sich für einen Outdoor-Einsatz teilweise eignet.

Mit einem Cat 6 LTE-Modem und WLAN-AC verfügt der Zyxel über eine aktuelle Hardwareausstattung. Seine beiden WLAN-Bänder können gleichzeitig betrieben werden und das Gerät unterstützt sogar die LTE-Frequenzen 700 und 900. Damit sorgt der LTE-Router auch für die nächsten Jahre für eine ausreichende Leistung.

Dank einem Gigabit-LAN-Port kann können Computer per Kabel angebunden werden und den LTE-Empfang weiterleiten. Ein gewöhnlicher USB-Anschluss ist nicht verfügbar, der Micro-USB-Eingang dient nur zur Stromversorgung und liefert keine Daten. Ebenso ist es nicht möglich, externe Antennen an den Router anzubringen.

Der Orbi LBR20 LTE von Netgear ist ein Triband-Router, der auch mesh-fähig ist. Zwar erinnert er optisch ein wenig an seinen größeren Bruder, spätestens unter der Haube werden die Unterschiede aber deutlich. Der LBR 20 kann sowohl mit 5-GHz-, als auch mit 2,4-GHz funken und kann im Bedarfsfall mit Antennen aufgerüstet werden.

Um den Router einzurichten, stellt Orbi eine komfortable App zur Verfügung. Dort kann man übrigens auch den cloudbasierten Fernzugriff einrichten. Einmal in Betrieb genommen, ist die Übertragungsleistung des Routers sehr ordentlich, im Upload schafften wir 50, im Download sogar 80 Mbit/s. Vermisst haben wir allerdings eine Anzeige, die uns über die Signalstärke aufklärt. Zwar spannt der Router drei WLAN-Netze auf (2 x 5GHZ, 1 x 2,4GHz), auf der 2,4-GHz-Frequenz funkt er aber mit einem deutlich verminderten Funkspektrum.

Auf dem Papier ist Netgears Nighthawk M1 ein Gerät mit toller Ausstattung. Umso enttäuschender war es für uns im Test, dass die Hardware von der unbefriedigenden Software ausgebremst wurde. Eine Datenverbindung ließ sich erst gar nicht herstellen, dann funktionierte der Log-in über das Smartphone nicht. Das ansehnliche Display dient einzig der Anzeige von Verbindungsinformationen, die Einrichtung sowie sämtliche Einstellungen funktionieren nur über die App oder dem Browser. Das PDF-Handbuch ist detailliert, ist aber nicht in Deutsch verfügbar. Der Hersteller verzichtet ebenso auf eine deutsche Online-Hilfe. Das Gerät besitzt eine Offloading-Funktion, schaltet dann aber das 5-Gigahertz-Band ab.

Der Asus 4G-AC68U ist ein stationäres Modell und besitzt umfassende WLAN-Funktionen inklusive Sicherheitslösungen und interessanten QoS-Einstellungen. Neben dem starken WLAN-AC der zweiten Generation besitzt der LTE-Router vier Gigabit-Ports sowie einen weiteren WAN-Port. Diese, Dual-WAN genannte Einstellung, erlauben es zwei parallele Internetzugänge zu verwalten. Die Hardware ist eigentlich außerordentlich gut, das Modem unterstützt aber leider keine der drei aktuelleren LTE-Frequenzen 700, 900 oder 1500 MHz. Ärgerlich ist auch, wie das Entnehmen der SIM-Karte gelöst wurde – dazu müssen sechs schwer erreichbare Schrauben entfernt werden.

Große Hoffnungen hatten wir bei der FritzBox 6820 LTE.  Es handelt sich zwar um ein verwendbares Gerät, doch die Hardware ist nicht sonderlich gut. Sie kommt nur mit einem LTE-Modem der Kategorie 4, das 5-GHz-Band fehlt komplett, externe Antennen können nicht angeschlossen werden. Die einzige wirkliche Mehrwert dieser FritzBox ist die von AVM gewohnte Benutzerfreundlichkeit und die allgemein gut durchdachte Software. Sie unterstützt etwa den Nutzer beim Finden der optimalen Routerausrichtung. Solch ein Assistent fehlte jedem Testgerät, das nicht aus dem Hause AVM stammt.

Der Huawei E5186 war lange Zeit einer unserer Favoriten. Er ist beinahe baugleich mit seinem Nachfolger Huawei B525, verfügt jedoch über einen zusätzlichen Telefonanschluss. Wenn Sie darauf wert legen, sollten Sie den E5186 in Betracht ziehen. Allerdings sei angemerkt, dass der E5186 nicht das LTE-Band 32 (1.500 MHz) unterstützt. Preislich unterscheiden sich die auch kaum, weshalb wir direkt zum aktuelleren Modell raten.

Mit dem TP-Link M7310 haben wir erneut einen akkubetriebenen Router getestet. Dieser überzeugte uns nicht so sehr wie die anderen Testgeräte. Der Lieferumfang ist mit nur einem USB-Kabel spärlich. Am Display wurde ebenfalls gespart:  Toucheingaben kann man nicht machen und Einstellungen kann man kaum direkt am Gerät vornehmen. Sie sollten sich also mit der Konfigurationsoberfläche im Browser anfreunden. Einen Eingang für microSD-Speicherkarten gibt es immerhin und der Inhalt kann im Netzwerk freigegeben werden.

Wissenswertes vor dem Kauf

Je mehr Frequenzbänder ein LTE-Router unterstützt, umso höher ist die Chance auf guten LTE-Empfang. Allgemein gilt, dass die LTE-Frequenzen unterhalb 1000 MHz aufgrund ihrer höheren Reichweite für die Versorgung eher dünner besiedelten Regionen eingesetzt werden, während die Frequenzen ab 1500 MHz vornehmlich in den dichter besiedelten, städtischen Regionen zum Einsatz kommen. Sie sollten sich also vorab informieren, welche Frequenzen Ihr Provider unterstützt.

Aber nicht nur die Frequenzbänder entscheiden über eine gute Downloadrate. Die beste Hardware nützt nichts, wenn Sie keinen guten Empfang haben. Wenn Sie also Ihren Router stationär betreiben, sollten Sie ihn richtig positionieren. Ideal ist es, falls sich ein LTE-Funkmast in Ihrer nächsten Nähe befindet.  Als letzte Lösung ist es auch möglich, sich Außenantennen zu beschaffen. Dann sind selbst noch an Orten mit sehr schwacher Verbindung oft noch sehr gute Ergebnisse erzielbar.

Auch hier sollte darauf geachtet werden, welche Frequenzen die Antenne empfangen kann. Panel- und Biquad-Antennen sind zu empfehlen, da sie keinen direkten Sichtkontakt mit einem Funkmast benötigen und so schnell einsatzbereit sind. Allerdings sollte bei so einem Setup die Länge des Antennenkabels berücksichtigt werden, denn jeder Meter Kabel dämpft das Übertragungssignal.

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