Wildkamera Test: 20190623

Wildkameras im Test : Was regt sich da im Garten?

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Veröffentlicht 16.03.2020

Eine Wildkamera ist hilfreich, wenn man das Gefühl hat, dass unerwünschte Besucher im Garten ihr Unwesen treiben. Egal ob Fuchs oder Waschbär: mit einer Wildkamera kommt man dem nächtlichen Treiben auf die Spur. Wir haben 16 Modelle für Sie getestet.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Bei Wildkameras handelt es sich um Überwachungsgeräte, die auf Bewegungen reagieren. Dabei werden die Objekte je nach Wunsch fotografiert oder gefilmt. Der große Vorteil dieser Geräte ist, dass man sie überall zum Einsatz bringen kann. Da sie mit Akkus bzw. Batterien laufen, können sie auch im Wald oder im Garten benutzt werden.

Die Akkus bzw. Batterien halten in der Regel mehrere Wochen durch. Bei fast allen Kameras kommen acht Batterien zum Einsatz. Natürlich kommt es darauf an, wie man die Kamera benutzt: Werden nur ab und zu Bilder geknipst, hält sie länger – bei Videos geht die Akkulaufzeit schneller zur Neige. Manche Geräte sind praktischerweise auch mit Solarpanels ausgestattet.

»Wildkameras sind robust gebaut und im Camouflage-Look designt. Natürlich bringen sie auch eine gewisse Wetterfestigkeit mit, sodass der Garten auch im Winter oder bei ungemütlichem Wetter beobachtet werden kann. Entweder stellt man sie einfach auf den Boden oder bindet sie an Bäumen fest.

Rundumpaket: SECACAM Raptor

Rundumpaket

SECACAM Raptor

Mit dem Lieferumfang der SECACAM Raptor bekommt man alles, was das Herz begehrt. Zum einen sind die Batterien dabei, von denen man acht Stück benötigt, aber auch eine Speicherkarte erhält man dazu. Zwei Kabel für PC und TV und ein Befestigungsgurt für die Kamera sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Die Handhabung der Wildkamera ist denkbar einfach: Im Menü auf dem zwei Zoll großen Farbdisplay kann man Foto, Video oder einen Modus für beides einstellen. Auch gibt es die Möglichkeit, den Fokus auf maximale Schärfe, Reichweite oder einen ausbalancierten Nachtmodus zu setzen.

Fotos werden standardmäßig mit 5 Megapixeln geschossen, man kann aber auch auf 8 oder 12 Megapixel erhöhen. Videos werden mit 30 Bildern pro Sekunde, 0,4 Sekunden Reaktionszeit und einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln aufgenommen. Allerdings beträgt die Maximaldauer eines Videos 59 Sekunden. Funktionen wie Zeitraffer und Zeitschaltuhr sind Teil der Standard-Ausstattung. Die maximale Reichweite des Sensors wird vom Hersteller mit 15 Metern angegeben.

Die SECACAM Raptor ist mit 56 Black-LEDs bestückt, diese Zahl kann man bei Bedarf auf 25 reduzieren, damit das Bild weniger aufgehellt wird.

Die Raptor läuft, sofern sie nicht dauernd filmen muss, etwa ein halbes Jahr im Standbybetrieb. Die SD-Karte mit acht Gigabyte, die im Lieferumfang enthalten ist, kann etwa 4000 Bilder speichern. Falls die Karte voll ist, werden alte Aufnahmen überspielt. Die Montage der Kamera gelingt schnell und einfach: Mit dem Gurt lässt sie sich einfach an Bäumen befestigen. Auf dem Boden sollte man aber ein Stativ verwenden.

Bei den Fotos der Raptor kann man sich nicht beschweren. Sie werden scharf und haben natürliche Farben. Auch im Nachtmodus bekommt man qualitative Bilder, wenn sich auch leichtes Rauschen einstellt, das man generell schlecht umgehen kann. Die LEDs hellen das Bild sehr auf, sodass man mit der Anzahl der Lämpchen ruhig etwas experimentieren kann. Der Aufnahmewinkel der Kamera beträgt 52 Grad, was ein normaler Wert ist. Jedes Bild bekommt einen Zeitstempel mit Angabe der Mondphase.

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Bei Tageslicht weisen die gedrehten Videos schon ein gutes Maß an Bildrauschen auf, was den Zweck der Kamera aber nicht beeinträchtigt. Nachts aber bekommt man ordentliche Aufnahmen und man erkennt gut, wer da auf dem Gelände sein Unwesen treibt.

Mit Datenfunk: Seissiger Special Cam LTE Superslim-Edition

Mit Datenfunk

Seissiger Special Cam LTE Supersim-Edition

Eine professionelle Lösung ist die Seissiger Special-Cam LTE Supersim-Edition. Sie liefert für eine Wildkamera sehr hochwertige Videoaufnahmen und überträgt die gleich per LTE – aber dieser Luxus hat auch seinen Preis.

Die Kamera ist recht groß und schwer, besonders durch die auffällige Antenne hebt sie sich von den anderen Testkandidaten ab. Das geht aber nicht zu Lasten der Montage an Bäumen, die einfach und schnell machbar ist.

Ganze zwölf Batterien braucht diese Wildkamera – zum Glück sind sie schon im Lieferumfang enthalten. Allerdings kann sie auch extern mit Strom versorgt werden. Eine SD-Karte mit acht Gigabyte wird praktischerweise ebenfalls beigelegt. Das Display der Seissiger Special Cam ist zwei Zoll groß und die Bedienung ist denkbar simpel.

Die Kamera kann Serienbilder anfertigen oder parallel filmen und fotografieren. Videos, die nie länger als 30 Sekunden gehen, werden mit 1080p und 30 Vollbildern geschossen, Fotos mit maximal zwölf Megapixeln. Zeitraffer und Timer sind in der Grundausstattung enthalten. Auch die Empfindlichkeit kann man genau einstellen. Ob man einen Stempel mit Datum, Uhrzeit, Temperatur, Batteriezustand und Mondphase auf den Bildern haben möchte, kann man selbst bestimmen.

Der Auslöser reagiert sogar bei Objekten in 20 Metern Entfernung – das ist im Vergleich zu den anderen Modellen eine sehr gute Leistung. Die Videos sehen einfach super aus: Man könnte meinen, sie wären mit einer ganz normalen Kamera gedreht. Das gilt sowohl für Tag- als auch für Nachtaufnahmen.

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Eine Besonderheit dieser Wildkamera ist, dass sie mit einer Supersim, also einer Prepaidkarte, genutzt wird. Wenn man möchte werden die geschossenen Bilder oder bis zehn Sekunden dauernde Videos automatisch per Mail gesendet. Mit der zugehörigen App, Internetseite oder auch über SMS kann man die Kamera auch fernsteuern und auslösen lassen. Das klappte in unserem Praxistest wunderbar. Es gibt hierfür keinen Vertrag, lediglich eine Mindestaufladung von 29 Euro im Jahr wäre fällig, sofern man diese Funktion überhaupt nutzen möchte.

Es geht auch günstig: Victure HC300

Es geht auch günstig

Victure HC300

Test Wildkamera: Victure HC300

Keine Preise gefunden.

Mit rund 50 Euro gehört die Victure HC300 zu den günstigen Geräten und eignet sich besonders für Schnäppchenjäger. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum von den anderen Testkandidaten – auch die Bedienung ist ähnlich.

Die Wildkamera läuft mit acht Batterien, aber auch ein Netzteil ist im Lieferumfang enthalten.

Wildkamera Test: 20190704
Auch bei der Victure HC300 findet man den Camouflage-Look.

Die Klappbügel der Victure HC300 sind äußerst robust gebaut. Das Display ist zwei Zoll groß und mit beleuchteten Menütasten ausgestattet. 38 LEDs leuchten im Dunkeln – die Auffälligkeit ist aber nicht besonders hoch. Mit 1080p und 30 Bildern wird gefilmt – fotografiert mit höchstens 16 Megapixeln. Auch ein Tag-Nacht-Sensor ist verbaut.

Capture-Series für bis zu drei Fotos hintereinander, Zeitraffer-Modus, Passwortschutz und Zeitstempel sind Standardausstattung. Die Empfindlichkeit des Auslösers kann individuell bestimmt werden – und auch dessen Intervall. Für eine Wildkamera um die 60 Euro schießt sie tolle Bilder: Das gilt sowohl für Tagaufnahmen als auch für nächtliche Aufzeichnungen. Videos sind auf fünf Minuten begrenzt, was im Vergleich zu anderen Kameras doch recht viel ist. Auch hier stimmt die Qualität, allerdings fehlt es ein wenig an Weitwinkel.

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Andere erwähnenswerte Modelle

Sofern man auf eine bestimmte Funktion Wert legt, lohnt es sich, auch andere Modelle in Augenschein zu nehmen. Wer zum Beispiel Aufzeichnungen umgehend per Mail oder App erhalten möchte ohne allzu viel beim Preis drauflegen zu müssen, sollte sich die SECACAM Raptor Mobile ansehen.

Auch der Hersteller HomeVista bietet mit der HomeVista mobile eine Wildkamera an, die über die App oder den Browser Einsicht auf die geschossenen Aufnahmen ermöglicht. Der große Vorteil hierbei ist, dass man keine Mobilkarte benötigt.

Was Sie über Wildkameras wissen sollten

Wildkameras sind für all diejenigen nützlich, die ihren Garten bzw. ihr Grundstück überwachen wollen. Von wem stammen die Fußspuren, wer zertrampelt die Beete, wer frisst die Sträucher leer? Auch Jäger und Förster profitieren von Wildkameras, da sie damit Waldgebiete überwachen und Wild beobachten können.

Nicht nur Tiere müssen der Grund für die Anschaffung sein: Auch Opfer von Vandalismus oder Diebstahl können in einer Wildkamera den richtigen Helfer für die Ermittlung finden. Hier ist die Tarnung der Geräte von großem Vorteil. Auf dem Boden oder an Bäumen befestigt fallen die Geräte nicht auf.

Wildkameras funktionieren mit Bewegungsmeldern. Auf Bewegung und Wärme reagiert der eingebaute Sensor und die Kamera fängt an, zu filmen oder zu fotografieren. Wie schnell die Kamera auslöst, kann man in der Regel einstellen. Dabei sollte die Empfindlichkeit nicht zu hoch sein, da sonst schon Bewegungen von Pflanzen im Wind aufgezeichnet werden.

Besonders der Nachtmodus ist bei solchen Geräten essentiell. Alle Wildkameras liefern nachts Schwarz-Weiß-Aufnahmen, aber die Qualität unterscheidet sich deutlich. Es gibt hier zwei Arten der Ausleuchtung: White-LEDs und Black-LEDs. Erstere haben den Vorteil, dass sie weniger Strom verbrauchen und eine hohe Reichweite aufweisen. Allerdings leuchtet bei White-LEDs immer eine kleine rote Lampe. Die Black-LEDs hingegen sind weniger auffällig, da ein unsichtbarer Infrarot-Blitz zum Einsatz kommt.

Wildkameras sind für den Dauereinsatz gedacht. Damit man die Ergebnisse auch zwischendurch überprüfen kann, eignen sich Modelle mit SIM-Karten, die die Aufnahmen per Mail oder App an den Nutzer senden. Die Länge, Pixelzahl und Qualität der gedrehten Videos können individuell angepasst werden. Funktionen wie Zeitlupe oder Bilderserien bringen fast alle Modelle mit. Natürlich werden auch Datum und Uhrzeit in die Fotos und Videos eingebunden.

Tipps zum Kauf

Worauf sollte man achten, wenn man sich eine Wildkamera zulegt? Auf jeden Fall sollte das gewählte Modell eine gute Reichweite vorweisen können. Zwar werden öfter 50 Meter angegeben, aber 15 Meter sind ein guter realistischer Wert. Auch die Reaktionszeit der Kamera darf nicht zu lang sein, denn sonst ist das zu beobachtende Tier vielleicht schon wieder aus dem Bild gehuscht. Mehr als eine Sekunde sollte es nicht dauern. Die Auflösung sollte mindestens 5 Megapixel betragen und zum Filmen empfehlen wir Full-HD. Wer seine Kamera perfekt getarnt wissen möchte, sollte sich nach Modellen mit Black-LEDs umsehen.

Last but not least ist auch eine externe Stromversorgung praktisch, damit man nicht jedes Mal die Batterien wechseln muss. Gerade Solarpanels erweisen sich hier als nützlich, da die Kamera dann komplett selbstständig läuft.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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