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Vollformat-Systemkamera im Test : Die Königsklasse der Spiegellosen

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Veröffentlicht 22.11.2019

Anstatt zur DSLR greifen viele Fotografen mittlerweile zu einer spiegellosen Systemkamera. Wir haben uns die Konkurrenz der digitalen Spiegelreflexkameras genau angesehen und 11 Kameras ausgiebig getestet.

Martin Vieten
Martin Vieten
ist Chefredakteur des Photo-Magazins Photoscala und Autor zahlreicher Ratgeber zu Kameras und digitaler Bild­ver­ar­bei­tung.

Viele Fotografen greifen mittlerweile zur spiegellosen Systemkamera, anstatt eine digitale Spiegelreflexkamera zu verwenden. Der optische Sucher wird dabei durch einen Videosucher ersetzt und der Klappspiegel fällt weg, die Kameras sind somit leichter und kleiner. Dank elektronischem Sucher gibt es vor der Aufnahme schon eine Vorschau vom Ergebnis, so können unpassende Kameraeinstellungen vermieden werden. Der hoch- und runterschwingende Spiegel fehlt ebenso, dadurch werden höhere Serienbildraten ermöglicht.

Bei spiegellosen Kameras kann das Objektiv bei Bedarf gewechselt werden. Besonders toll: Die Objektive von Spiegelreflexkameras kann man mit einem entsprechenden Adapter meist auch für Spiegellose verwenden.

Was Bildqualität und Leistung betrifft, gibt es ebenfalls keine Probleme, teils werden die DSLRs sogar von den Spiegellosen getoppt. Das merkt man aber ebenfalls beim Preis, 3000 Euro sind hier keine Seltenheit. Doch unter 2000 Euro findet man ebenso gute Geräte.

Eine Preisgrenze hatten wir bei diesem Test nicht, dennoch war natürlich das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig. Jedoch haben wir im Test aus Kostengründen dennoch auf Mittelformat-Boliden verzichtet, dafür (inklusive passender Objektive) bekäme man auch ein Auto. Zudem verzichten wir auf Sensoren, die kleiner sind als das Kleinbild-Vollformat, denn wer über 2000 Euro für eine Kamera ausgibt, sollte tolle Bildqualität erwarten können. Das beinhaltet auch eine hohe Auflösung sowie große Sensorfläche, welche viel Licht einfängt. Das alles bekommt man mit 36 x 24 Millimeter großen Kleinbild-Sensoren.

Top-Qualität: Sony Alpha 7R III

Top-Qualität

Sony Alpha 7R III

Top-Bildqualität mit über 42 Megapixel Auflösung und 10 Bilder pro Sekunde – diese Kombination macht die Sony Alpha 7R III einzigartig.

Die Sony Alpha 7R III dürfte kaum Wünsche offen lassen. Tolle Ausstattung und an die Bildqualität kommen die anderen Modelle im Test nicht heran. Sie wendet sich definitiv an anspruchsvolle Fotografen, aber es gibt auch Automatikfunktionen, ein übersichtliches Schnellmenü und einen Touchscreen, so kann sie dennoch leicht bedient werden. Diese Kamera kann ohne Probleme auch ein Laie bedienen.

Vor allem aber zeichnet diese Kamera sich durch die Bildqualität aus, das liegt teils an der Auflösung vom Sensor mit über 42 Megapixel, aber es gibt ebenfalls eine interne Verdrahtung vom Bildwandler in Kupfer. Das ist teurer als Aluminium-Leiterbahnen, jedoch wird dadurch bei höheren ISO-Werten das Bildrauschen ziemlich reduziert. Sogar bei Dämmerung oder in Innenräumen, die schummrig sind, bekommt man hier noch detailreiche Fotos.

Das Gehäuse ist etwas größer als beim Vorgänger 7R II. So ist die Kamera aber nochmal griffiger. Außerdem bleibt dadurch mehr Platz für einen stärkeren Akku, bis 650 Einzelfotos sind bei einer Akkuladung drin, das ist besser als bei allen anderen hochauflösenden Kameras im Test. Bei Bildserien wird der Akku weniger gefordert, so schafft man locker 2000 Aufnahmen.

Über Bedienelemente kann man die wichtigsten Funktionen einstellen, so die Belichtungskorrektur. Auch für noch mehr Optionen gibt es Knöpfe, die können frei belegt werden. Das hat den Vorteil, dass die Kamera den eigenen Bedürfnissen angepasst werden kann. Nicht jeder wird das aber gut finden.

Spiegellose Systemkamera Test: Testsieger Sony Alpha 7R III.

Bei spiegellosen Systemkameras wird ein elektronisch erzeugtes Sucherbild gezeigt. So auch hier. Einer DSLR gegenüber ist der Vorteil, dass so schon vor der eigentlichen Aufnahme ein Eindruck davon gewonnen wird, wie das Foto in etwa aussehen wird. Farben, Schärfe und Kontraste sollten vom elektronischen Sucher aber so unverfälscht wie möglich wiedergegeben werden.

Die Sony-Kamera macht das sehr gut. Außerdem ist ihr Sucher größer als bei vielen DSLRs. Bis zu 120 Mal pro Sekunde wird das Sucherbild aufgebaut. Diese hohe Bildwiederholrate sorgt zudem dafür, dass sich bewegende Motive flüssig dargestellt werden. Wenn man die Kamera schwenkt, folgt der Sucher ohne Stocken der Bewegung, Schlieren werden ebenfalls nicht gezogen. Der Augenabstand ist mit etwa 23 Millimetern groß, somit kann das Sucherbild auch von Brillenträgern komfortabel überblickt werden.

Bisher hieß es, dass sich schnelle Bildfolgen und hohe Sensorauflösung gegenseitig ausschließen. Hier haben wir quasi die Quadratur des Kreises, eine Serienbildrate von 10 Bildern in der Sekunde, also recht flink und ebenso für schnelle Sportfotos ist sie geeignet, da der Autofokus jedes der Fotos einzeln scharfstellt.

Spiegellose Systemkamera Test: Testsieger Sony Alpha 7R III.
Mit 10 Bilder pro Sekunde ist die Sony Alpha 7R III schnell genug, für jede Art von Motiv.

Zudem haltet die Alpha die Geschwindigkeit bei Bildserien nicht lediglich für einige Aufnahmen durch. Etwa 80 Aufnahmen passen in den Pufferspeicher, für ungefähr acht Sekunden vom »Dauerfeuer« ist das ausreichend. Bei dieser Zeitspanne dürfte der entscheidende Moment definitiv dabei sein. Braucht man doch mehr, sollte man sich die Panasonic G9 ansehen. Hier gibt es kontinuierlichen Autofokus mit 20 Bildern in der Sekunde und das Tempo würde theoretisch durchhalten, bis der Speicher ausgeschöpft ist.

Der kleine Joystick hinten ist neu, damit kann das aktive Fokusfeld schnell in die passende Position gebracht werden. Per Fingertipper am Monitor geht das aber auch, denn es gibt ein berührungssensitives Display. Aber wozu braucht man so hohe Serienbildraten? Etwa für schnelle Sportaufnahme sind sie sehr gut geeignet. Die Alpha besitzt außerdem einen Augen-AF, bei Porträtfotos stellt die Kamera auf das nächste Auge scharf, sogar wenn die Person sich bewegt.

Bei Videoaufnahmen hat die spiegellose Systemkamera der DSLR gegenüber definitiv die Nase vorn, dennoch gab es im Test große Unterschiede. Die Sony-Kamera hat professionelle Videofunktionen, sie filmt mit einer 4K-Auflösung und beherrscht den »Super-35-Modus«, hierbei werden mehr Pixel als nötig ausgelesen. Mit dem »Oversampling« wird bei Videos eine tolle Bildqualität erzielt. Außerdem gibt es verschiedenen Gammakurven. Damit können verschiedene Filmlooks erzielt werden oder man kann für das Grading die Videodaten noch nachträglich optimieren.

»Die Sensorgröße ist das A und O«, das gilt nach wie vor für die Bildqualität. Kameras mit einem »Vollformat Sensor« haben da die Nase vorne, die Sensoren haben dieselbe Fläche wie ein Kleinbildnegativ. Die Sensorgröße von Fujifilm APS-C-Kameras ist lediglich die Hälfte von davon, bei Micro-Four-Third-Kameras lediglich noch ein Viertel der Fläche.

Die überragende Bildqualität hat auch mit der grandiosen Auflösung zu tun, mehr als 42 Megapixel gibt es hier. Will man Bilder ausdrucken, reichen schon 18 Megapixel aus. Mehr bringt nur etwas, wenn die Druckauflösung ebenfalls erhöht wird und das können nur teure Speziallabore. Aber die Auflösung ist dennoch nicht verschenkt, denn dadurch ergeben sich Spielraum beim Bildzuschnitt, so wird das teure Teleobjektiv manchmal unnötig.

Die Objektive kann man wechseln, wie es einem gefällt und wie es die Motive fordern. Die Top-Kameras haben für jede Situation ein passendes Objektiv im Angebot, dabei bieten die Hersteller sowohl hochwertige als auch günstigere Objektive. Die Unterschiede liegen im Detail und sind nicht unbeachtlich.

Ein kleinerer Sensor bedeutet kompaktere Objektive. Hier sind Panasonic und Olympus definitiv im Vorteil. Außerdem kann man die Objektive aus dem System bei jeder MFT-Kamera einsetzen. Das ermöglicht ein vielfältiges und großes Angebot.

61 Megapixel: Alpha 7R IV

61 Megapixel

Sony Alpha 7R IV

spiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze) Test: Sony Alpha 7r Iv [foto Sony] Dyu3kb
Neues Top-Modell mit sagenhaften 61 Megapixeln. Die sehr hohe Auflösung erfordert sehr hochwertige Objektive.

Bei der Alpha 7R IV gibt es einige Verbesserungen gegenüber der 7R III. Das betrifft nicht allein die Auflösung vom Bildsensor von nun 61 Megapixeln (das ist eine Steigerung, nicht immer aber eine Verbesserung, das erläutern wir gleich). Ebenso weiterentwickelt wurden Bedienung und Gehäuse. Es gibt hier etwa einen Handgriff, der stärker ausgeformt ist, das Gehäuse ist robuster und für den Feuchtigkeitsschutz wurden die Dichtungen verbessert.

Kamerakonfigurationen können auf die SD-Karte gespeichert und abgerufen werden (ebenfalls an einer anderen 7R IV), die Auflösung vom elektronischen Sucher entspricht mit 5,76 Millionen Bildpunkten dem aktuellen Stand der Technik. Und trotz der höheren Megapixelzahl können mit einer Akku-Ladung etwas mehr Fotos aufgenommen werden.

Maximal 30 Bilder in der Sekunde werden bei 4K-Videos auf der Basis von 6K-Datenmengen aufgezeichnet. Das bedeutet aber beim 61-Magapixel-Sensor einen ziemlich starken Beschnitt ca. auf APS-C-Größe. Unsere Messungen zeigen außerdem, dass durch die hohe Auflösung die Bildqualität bei höheren ISO-Werten recht schnell abnimmt. Ein paar ISO-Stufen mehr ohne Abstriche bei der Qualität sind bei der ersten Empfehlung mit weniger Megapixel drin. Objektive, die bei 42 Megapixel »unverdächtig« waren, erreichen hier ihre Grenzen.

Damit die 61 Megapixel dann auch auf die SD-Karte kommen, bedarf es ausreichend Licht und exzellenter – und somit teurer – Objektive, bestenfalls mit guten Festbrennweiten. Ist das alles erfüllt, leistet diese Kamera definitiv mehr als das Schwestermodell, teurer als das ist sie aber um etwa 1200 Euro.

Günstiger: Sony Alpha 7 III

Günstiger

Sony Alpha 7 III

Test spiegellose Systemkamera: Sony Alpha 7 III
Weniger Auflösung als der große Bruder mit dem "R" im Kürzel, aber ähnlich gut ausgestattet und mit ebenfalls toller Bildqualität.

Wer weder 61 noch 42 Megapixel braucht, kann sich einiges an Geld sparen und die Alpha 7 III kaufen. Hier gibt es einen 24-Megapixel-Kleinbildsensor, dieser ist recht neu und die Bildqualität kommt an das Niveau der 7R III recht nah heran.

Aber warum ist diese Kamera deutlich günstiger? Die Ausstattung ist nicht der ausschlaggebende Punkt, dabei gibt es kaum Unterschiede. Auch die 7 III schafft 10 Bilder in der Sekunde, der Autofokus wurde nochmal verbessert und sie kann in 4K-Auflösung filmen, einen AF-Joystick gibt es ebenso. Mit Tablet oder Smartphone wird per WiFi oder Bluetooth Kontakt aufgenommen, auf diese Weise bezieht sie auch die GPS-Daten und Fotos können direkt übertragen werden.

Vor allem die tolle Bildqualität sticht heraus. Ein lichtempfindlich konstruierter Sensor sorgt dafür, dass auch in höheren ISO-Regionen glasklare, rauscharme und farbstarke Fotos geliefert werden. Wem also 24 Megapixel reichen und wer Wert auf tolle Bildqualität legt, der sollte sich diese Kamera definitiv mal genauer betrachten.

Für Nikon-Begeisterte: Nikon Z 7

Nikon ist ebenfalls mit dabei und macht Sony mit der Nikon Z 7 Konkurrenz. In manchen Punkten übertrifft die Kamera selbst  die Sony-Modelle. Auch ihre Technik ist aktuell, geboten werden in der Sekunde 12 Serienbilder und 45,7 Megapixel, damit hält sie den Geschwindigkeitsrekord.

Weniger gut finden wir den einzigen Karten-Slot, vor allem, weil nur Karten im XQD-Format reinpassen, das noch wenig verbreitet ist. Ebenso ist das Angebot bei den Objektiven, die auf das Z-Bajonett passen, noch überschaubar. Wer aber schon Objektive von seiner Nikon-Spiegelreflexkamera hat, kann diese mit dem Nikon-FTZ-Adapter auch hier nutzen. Damit kann man ausnahmslos alle Objektive verwenden.

Wenn man auf die Megapixel verzichten kann, wäre die baugleiche Nikon Z 6 mit seinen 24 Megapixel eine Alternative.

Für Canon-Begeisterte: Canon EOS R

Für Canon-Begeisterte

Canon EOS R

Canon ist mit der Canon EOS R am Start. Es gibt inzwischen neben Kameras mit APS-C-Sensor (»EOS M«) auch welche mit Kleinbild-Vollformat (»EOS R«). Der erste und bisher beste davon ist die EOS R. Dafür gibt es ganze drei Adapter, mit welchen die Canon EF-Objektive am RF-Bajonett betrieben werden können. Was die nativen Objektive angeht, so ist das Angebot bisher überschaubar aber dennoch gut.

Unser Eindruck war insgesamt eher durchwachsen, wir finden die Bedienung toll, außerdem ist die Kamera angenehm kompakt, man kann den Touchscreen frei schwenken und drehen und oben gibt es noch ein Status-Display, das sich dank der Größe gut ablesen lässt. Dennoch sind 30 Megapixel nicht so viel für ein Flaggschiff-Modell und auch der einzige Speicherkarten-Slot ist etwas wenig. Zudem gibt es einzig bei Canon keinen im Gehäuse Bildstabilisator, die Objektive sind natürlich dennoch stabilisiert. Bei 4K-Videos wird außerdem nur ein kleiner Bereich vom Sensor ausgelesen, beim Video ergibt das einen Crop-Faktor von 1,7. Aber immerhin kann man die bestehenden, fürs APS-C-System gerechneten Canon EF-Objektive ebenso als Video-Objektive gut nutzen.

Robust und groß: Panasonic DC-S1R

Panasonic bietet die Lumix DC-S1R. Die Kamera ist mit einem Kilo recht schwer und deutlich wuchtiger als die Spiegellosen anderer Hersteller, abgesehen von Leica, welche noch größer sind.

Dementsprechend ist der Anspruch ebenso professionell, gedichtetes Gehäuse, üppig bestückt mit Bedienelementen und stabil. Es gibt für SD-Karten sowie für XQD-Karten je einen Slot. Auch bei Video-Aufnahmen punktet sie. 4K-Videos können mit 60 Bildern in der Sekunde aufgezeichnet werden, maximal sind 15 Minuten am Stück drin, jedoch nur mit kleinem Format-Beschnitt um den Faktor 1,09. Die Konkurrenz kann da bisher nicht mithalten. 47 Megapixel sind ausreichend für 8K-Zeitraffervideos, die können allerdings nicht intern berechnet werden, man kann den internen Bildstabilisator zweckentfremden und mit Mehrfachaufnahme ein 187-Megapixel-Foto aufnehmen.

Noch ist das Angebot an Objektiven für Panasonic klein, jedoch gibt es beim Objektivanschluss mit Leica eine Allianz, so wird das L-Bajonett davon genutzt. Somit kann man viele Leica L-Mount-Vollformatobjektive für die Vollformat-Kameras von Panasonic nutzen. Auch Sigma gehört zur L-Mount-Allianz, von diesem Hersteller gibt es Objektive mit diesem Anschluss, also mit einem fest verbauten Objektiv-Adapter. Auch neue L-Mount-Objektive für spiegellose Kameras werden demnächst folgen.

Falls einem die 47 Pixel zu viel sind, kann man alternativ die Panasonic Lumix DC-S1 kaufen, die hat einen Sensor mit 24 Megapixeln.

Was gibt es sonst noch?

Die Sony Alpha 7R II hatten wir früher ebenfalls empfohlen, im Angebot ist sie noch. Hier bekommt man den tollen 42 Megapixel-Sensor, der sich auch bei der Alpha 7R III findet. Dafür müssen aber Abstriche bei Ausstattung und Leistung gemacht werden. Die Serienbildrate sind beim Alpha der 2. Generation fünf Bilder in der Sekunde. Der Griff ist etwas kleiner und der Hochleistungsakku von der 7R III passt nicht rein, der AF-Joystick fehlt ebenfalls, genauso das Touch-Display. Dafür kann sie aber 4K-Videos, wenn es also nur um die 42 Megapixel geht und man auf einige der Neuerungen der 7R III verzichten kann, dann bekommt man hier dennoch eine gute Kamera.

Bei der Nikon Z 6 gibt es einen Sensor-Shift-Bildstabilisator, der arbeitet mit optisch stabilisierten, aber auch mit allen anderen Objektiven zusammen. Es gibt außerdem einen beweglichen, großen Touchscreen und einen hochauflösenden, großen elektronischen Sucher sowie ein ergonomisches und robustes Gehäuse. Vorhanden ist ebenso ein moderner Hybrid-Autofokus sowie eine 4K-Videofunktion, einzig das XQD-Speicherkartenformat mutet hier etwas exotisch an.

Die Panasonic Lumix DC-S1 ist die Schwester der Lumix S1R, preisgünstiger und hat eine geringere Auflösung, sie ist vor allem auf die gute 4K-Videofunktion ausgerichtet. Durch die L-Objektivbajonett-Allianz können auch Leica-Objektive und in Kürze ebenso welche von Sigma genutzt werden. Die Kamera hat ein wuchtiges Gehäuse, sie ist aber recht robust und hat einen hochauflösenden elektronischen Sucher. Der effektive Sensor-Shift-Bildstabilisator ist zudem praktisch.

Die Canon RP ist etwas preisgünstiger und außerdem leicht und kompakt. Sie hat 26 Megapixel, für Einsteiger sollte das ausreichen und auch ambitionierteren Ansprüchen genügen. Es gibt einen Hybrid-Autofokus mit 4.779 Messpunkten, aber keinen Sensor-Shift-Bildstabilisator. 4K-Videoaufzeichnung wird zwar angeboten mit HDR, dafür wird aber ein recht kleiner Bereich im Sensor-Zentrum genutzt, das entspricht einem 1,6-fachen Cropfaktor. Mit dabei ist zudem ein schwenk- und drehbarer Touchscreen und ein 0,7-fach vergrößernder und 2,4 Millionen Bildpunkte auflösender Sucher.

Wissenswertes über spiegellose Systemkameras

Eine gute Systemkamera bekommt man schon unter 1000 Euro, für Top-Modelle kann man aber auch das Dreifache zahlen. Aber lohnt sich das wirklich? Das hängt von der Sichtweise ab. Für einige Gelegenheiten reicht eine günstigere Kamera sicher aus.

Wer aber das Beste will, muss den entsprechenden Preis zahlen, etwa wenn man eine Auflösung von 42 Megapixeln will. Fürs Fotoalbum oder Instagram ist das sicher zu viel, will man aber Poster drucken und achtet dabei auf die Detailwiedergabe, dann passt die Auflösung.

Geschwindigkeit kostet ebenfalls mehr, bei Spitzenmodellen sind 10 oder auch 12 Serienbilder in der Sekunde drin mit hoher Auflösung. Das bedeutet eine hohe Datenmenge, die sollte die Kamera verarbeiten können, ohne dabei ins Stocken zu geraten.

Auch beim Sucher wollten wir das Beste, bei den Top-Kameras löst der elektronische Sucher so fein auf, dass man manchmal gar nicht mehr daran denkt, dass es sich um einen Videosucher handelt. Vorteile hat das außerdem, denn so können bestimmte Informationen direkt ins Bild eingeblendet werden und man sieht außerdem das Bild genau so, wie es von der Kamera aufgenommen wird.

Vor allem bei der Gehäusequalität merkt man die Unterschiede zu guten Mittelklasse-Kameras, bei den teuren Modellen gibt es meist ohnehin eine Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser, manche sind darüber hinaus noch ziemlich robust.  Im Fotografenalltag kann es damit auch mal rauer zugehen, ohne die Kamera dabei kaputtzumachen.

Und auch die Ausstattung unserer Testmodelle kann sich sehen lassen. Bis auf die Canon hatten alle einen Bildstabilisator. Per Smartphone mit der passenden App können sie außerdem alle fernbedient werden. Zudem sind die Kameras mit dem Smartgerät verbunden, so werden die Ortskoordinaten getrackt und die neuesten Aufnahmen können gleich ins Internet hochgeladen werden.

Bei den Videoaufnahmen haben sie ebenfalls die Nase vorn. Alle filmen in 4K und mit minimal 25 Bildern in der Sekunde, teils sogar mit 60. Wenn man aber 4K-Videos nachbearbeiten oder schneiden will, braucht man einen Computer, der leistungsstark ist.

Bei unseren Testgeräten gab es keine leistungsschwachen eingebauten Blitzgeräte. Einen Blitzschuh gibt es aber natürlich für Systemblitzgeräte oder zusätzlich für Studioblitze eine Synchronbuchse. Oft gibt es zudem noch Buchsen für Kopfhörer oder ein externes Mikrofon. Das wird vor allem bei professionellen Videos wichtig.

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