Test: Webcam Logitech

Webcams im Test : Sehen und gesehen werden

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Veröffentlicht 04.08.2020

Ob beruflich oder privat: Digitale Konferenzen und Online-Kommunikation sind inzwischen ein fester Bestandteil unseres Lebens. Um technisch dafür gewappnet zu sein, ist eine gute Webcam die Grundvoraussetzung. Erheblich ins Gewicht fallen dabei vor allem die Bild sowie die Tonqualität – für eine exzellente Webcam braucht es aber noch mehr. Je nachdem worauf man mehr Wert legt, kann sich die Kauf-Empfehlung stark unterscheiden.

Nele Wobker
Nele Wobker
ist freie Autorin und Vollblut-Gamerin und powert sich auch gern physisch aus. Als Technik-Redakteurin testet sie am liebsten Gaming-Zubehör und Fitness-Geräte.

Die Arbeit im Home-Office wird für viele Unternehmen immer wichtiger und vielen Arbeitnehmer ist dabei bewusst geworden, dass Laptop-Kameras nicht immer so ideal sind. Und wer gleich vor einem Desktop-PC sitzt, kann in die Röhre schauen, denn es ist eine Rarität, wenn Monitore eine Webcam integriert haben.

Wir hatten 13 Webcams mit einer Preisspanne von 30 bis 200 Euro im Test und mussten leider feststellen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht immer stimmt. Entscheidend sind nicht nur ein scharfes Bild und eine hohe Tonqualität, sondern auch eine robuste und dennoch flexibel bewegbare Halterung. Wichtig ist zudem ein Autofokus, also eine selbständige Fokussierung der Kamera und eine möglichst unverfälschte Farbwiedergabe. Leider versagen manche ansonsten gute Kameras in diesen Punkten – vier der getesteten Webcams können wir aber empfehlen.

Gutes Gesamtpaket: Vitade 960A Pro

Gutes Gesamtpaket

Vitade 960A Pro

Test: Vitade Webcam 1080p Full Hd
Die Vitade 960A Pro überzeugt mit einem sehr scharfen Bild und gutem Autofokus.

Keine Preise gefunden.

Bei der Vitade 960A Pro überzeugt vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben einem scharfen Bild machen auch die Mikrofone einen guten Job, was keinesfalls selbstverständlich ist. Zudem eignet sich das Gerät selbst für Tech-Laien. Die Webcam kann nicht nur an einem Bildschirm angebracht, sondern auch auf einem Stativ befestigt werden. Die Installation ist ebenfalls äußerst komfortabel, denn dank Plug-and-Play sind zusätzliche Treiber oder Software sind notwendig.

Die Gestaltung und Bedienung der Vitade-Cam ist simpel und durchdacht. Über die Touchbedienfläche auf der Vorderseite können drei Helligkeitsstufen eingestellt, sowie das Gerät deaktiviert werden. Der Kopf der kreisrund gestalteten Webcam ist nicht fixiert und kann in alle Richtungen bewegt werden. Der Autofokus klappt dabei problemlos, die Kamera stellt die Bildinhalte eigenständig scharf, eine manuelle Einstellung ist also nicht notwendig. Abgerundet wird das Gesamtpaket über den Klappmechanismus, so kann die Vitade an verschiedensten Bildschirmen und Oberflächen befestigt werden und bei Bedarf sogar an ein stabiles Stativ angebracht werden.

Um diese Freiheit nicht einzuschränken, hat man daran gedacht, das USB-Kabel schön lang zu halten. Damit lässt sich die Webcam mit einem PC oder Laptop verbinden. Die Vitade unterstützt dabei verschiedene Kamera-Apps und diverse Video-Chat-Programme, wie Skype oder Discord, die gängigsten Programme können vollumfänglich verwendet werden. Zwar bietet Vitade für die 960A Pro keine eigene Software für professionelles Video-Streaming an, sie funktioniert aber mit der freien »Open Broadcaster Software« problemlos.

Im Einsatz eigentlichen Einsatz weiß die Vitade 960A Pro auch zu punkten, die Farben sind warm und die Kamera verfügt über einen großen Bildausschnitt, wodurch auch mehrere Personen gut zu erkennen sind. Bei der Positionierung der Kamera sollte jedoch berücksichtigt werden, dass dunkle Objekte und Hintergründe weniger detailreich ausfallen als helle Flächen mit starken Kontrasten.

Bei ungünstigem Licht verlieren Gegenstände oder etwa Haare an Schärfe und können nicht mehr klar vom Hintergrund unterschieden werden. Bei wenig Umgebungslicht kann der eingebaute Leuchtring aber Abhilfe schaffen. In richtig dunkler Umgebung kann die Cam so das Gesicht bei geringer Distanz durchaus mit genügend Licht ausleuchten. Die Kamera erzeugt die besten Resultate bei gewöhnlicher Beleuchtung, wie sie im Normalfall am Arbeitsplatz vorherrscht, sowie bei Tageslicht.

Ein weiterer Pluspunkt ist die große Systemkompatibilität der Vitada: Sie funktioniert unter Windows 10 und macOS genauso problemlos, wie mit dem Linux-System, Android-Tablets oder gar der Xbox. Die Vitade 960A Pro ist somit ein guter Ersatz für eine interne Webcam und bietet viel Leistung für nicht allzu viel Geld.

Für Streaming-Einsteiger: Logitech C922 Pro Stream

Für Streaming-Einsteiger

Logitech C922 Pro Stream

Test: Logitech C922 Pro Stream Webcam
Logitechs C922 Pro Stream liefert ebenfalls ein super Bild und ist für den Alltag gut geeignet.

Der Name ist hier Programm: Wie die Modellbezeichnung schon verrät, ist die Logitech C922 Pro Stream in erster Linie für all diejenigen geeignet, die sich fürs Streamen interessieren. Dennoch kann sie dank guter Bildqualität und Befestigungsmöglichkeiten auch für verschiedene andere Funktionen genutzt werden, die über einen simplen Chat hinausgehen. Eine Halterung mit Klappmechanismus und die großflächige Gummierung sorgen für guten Halt am PC oder Laptop. Für Stabilität auf dem Tisch hingegen sorgt das mitgelieferte Stativ, worauf man die Kamera befestigen kann. Hier wird auch der erste, wenn auch kleine, Nachteil sichtbar: Beim häufigen Auf- und Abbau ziehen die Füße große Mengen Staub an.

In puncto Bildqualität kann die Logitech C922 Pro Stream vor allem mit ihrer Bildschärfe und ihren warmen Farben überzeugen. Videos können in flüssigem HD (720p) mit 30 FPS aufgenommen werden. Zudem ist die Aufnahme laut Herstellerangaben auch in FullHD (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Der Kamera gelingt es zuverlässig, farblich ähnliche Objekte voneinander abzuheben, ohne die Bildqualität dabei zu verwaschen. Beim Bildausschnitt hingegen, ist die Konkurrenz besser, dieser ist kleiner als etwa bei der Vitade 960A Pro.

Für Streamer ist außerdem die mitgelieferte Software von Logitech interessant. Mit »Logitech Capture« stellt der Hersteller die passende Software für den Einstieg in die Streaming-Welt gleich mit zur Verfügung, welche viele aktuellen Logitech-Cams unterstützt. Erfreulich ist dabei, dass die Software dauerhaft kostenlos für die Anwender ist. Mit Logitech Capture können die Nutzer dann bequem Anpassungen, wie beispielsweise die Veränderung des Bildausschnitts, vornehmen oder Filter einfügen.

Ein Highlight der Software und ideal für Streamer: das parallele Aufzeichnen aus mehreren Quellen. So können etwa die Webcam und der Desktop gleichzeitig gestreamt werden. Perfekt für sogenannte »Let’s Play«-Sessions oder Webinare. Wer mit seiner Webcam hauptsächlich streamen möchte, ohne gleich in Profi-Hardware zu investieren, für den ist die Logitech C922 Pro Stream eine äußerst interessante Option.

Für anspruchsvollere Streamer: Logitech StreamCam

Für anspruchsvollere Streamer

Logitech StreamCam

Test: Logitech Streamcam
Für die Logitech StreamCam legt man zwar etwas mehr auf den Tisch, die Qualität kann sich aber sehen lassen.

Mit dem Modell Logitech StreamCam bietet der Hersteller im Prinzip dieselben Features an wie beim C922 Pro, nur etwas besser. Damit richtet diese Logitech-Cam erneut hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, an Hobby-Streamer. Man könnte sagen, obwohl das nicht so beworben wird, dass die StreamCam die Premium-Variante der C922 Pro ist.

Logitech verwendet bei der StreamCam denselben soliden Klappmechanismus wie bei der c922 Pro und damit einen guten Halt an jeder Bildschirmkante. Ein Vorteil der Cam ist aber, dass es deutlich weniger staubanfällig ist, allerdings kann man sie auch nicht auf einem Stativ befestigen. Dafür erkennt die Webcam, ob sie hochkant oder im Querformat genutzt wird und passt selbstständig das Bild dementsprechend an. Damit bietet sie eine große Freiheit bei der Platzierung und bei den Einsatzmöglichkeiten.

Die Farbpalette ist bei diesem Modell, zumindest mit der Windows-Kamera-Anwendung, intensiver als bei seinem Logitech-Pendant. Die StreamCam schafft es, die Objektränder sehr gut voneinander abzuheben und auch dunklere Bereiche noch gut darzustellen. Bei ungleichmäßigem Licht weist die Kamera aber einige Schwächen auf. Es entstehen weiße und glänzende Flecken auf Hauttönen und Gesichtern. Daher ist bei der Logitech StreamCam der Standort und die Belichtung wichtiger als bei den anderen getesteten Logitech-Modellen.

Ihre Stärke kann die Kamera bei der Aufnahmequalität ausspielen, denn die StreamCam sowohl HD als auch FullHD in 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Das führt zu einem deutlich flüssiger wirkenden Bild und ist ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal. Außerdem verwendet Logitech bei diesem Modell einen USB-C-Anschluss, womit keine Adapter für moderne Geräte nötig sind.

Die Logitech StreamCam ist ebenfalls mit der hauseigenen Capture-Software kompatibel. Hier hat man deutlich mehr Möglichkeiten, als nur die Einstellungen von Chat-Programmen zu verändern. Dadurch bietet die Kamera ein solides Gerät für Streaming-Einsteiger und liefert gleichzeitig eine hohe Bildqualität, das sich für allerlei Einsatzzwecke eignet.

Gamer-Tool: Razer Kiyo

Gamer-Tool

Razer Kiyo

Test: Razer Kiyo Streaming Kamera
Mit der höchsten Megapixel-Zahl im Test bietet die Razer Kiyo auch das schärfste Bild.

Keine Preise gefunden.

Die Razer Kiyo ist vielseitig einsetzbar und bietet in Video-Chats gute Qualität und ein scharfes Bild. Razers Zielgruppe sind traditionell die Gamer und wenig überraschend spricht der Hersteller mit diesem Modell vor allem die Gaming-Szene an. Mit einer Auflösung von vier Megapixel kann die Kamera scharfe Objekte und natürliche Farben gut darstellen – leider fällt das Bild aber etwas dunkler aus.

Auch die Razer Kiyo verfügt über einen LED-Leuchtring. Wie üblich lassen sich die verschiedenen Helligkeitsstufen durch einen in der Kamera integrierten Drehmechanismus einstellen. Das ist jedoch leider etwas weniger benutzerfreundlich als bei der Konkurrenz mit der Touch-Bedienung, trotzdem erfüllt der Mechanismus seinen Zweck. Gestört hat uns etwas die Beleuchtungsintensität, die fällt eher schwach aus. So reicht sie nicht aus, um etwa trübes Tageslicht vollständig zu kompensieren.

Beim Gegenlicht leistet sich die Razer-Webcam ebenfalls schwächen. Sie fokussiert die Linse zu sehr auf den Hintergrund, statt auf den Benutzer. Das führt dazu, dass der automatische Gegenlicht-Ausgleich bei der Razer Kiyo nicht optimal funktioniert. Ein Firmware-Update soll diese Probleme jedoch beheben. Überprüfen können wir das nicht, zu unserem Testzeitpunkt stand uns das Update noch nicht zur Verfügung.

Genau wie Logitech auch, gibt es auch von Razer eine Gratis-Software zusätzlich zur Webcam, genannt Synapse 3, mit der man diverse Einstellungen, wie Helligkeit, Kontrast oder die Sättigung verändern kann. Im Übrigen können verschiedene Profile eingerichtet werden, die beispielsweise ein wärmeres oder ein kühleres Bild bieten. Für Razer-Fans und Gamer stellt die Webcam zusammen mit der Software ein interessantes Paket dar, auf das sich ein genauerer Blick lohnen dürfte.

Was gibt es sonst noch?

Die Logitech C920 HD Pro blieb im Test deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Die Bildschärfe enttäuscht und die automatische Beleuchtungskorrektur flackert bei Gegenlicht erheblich. Dabei genügen schon geringfügige Bewegungen und minimales Gegenlicht, um die Kamera negativ zu beeinträchtigen. Die mit Gummi versehene Halterung kann auch nur als Staubfänger bezeichnet werden. Positiv aufgefallen ist sie nur mit ihrer guten Befestigungsmöglichkeit. Die Webcam kann durch ein Gewinde fix an ein Stativ angebracht werden. Der kleine Indikator am Gerät, das mit kleinen Lichtern den Betriebszustand des Geräts anzeigt, hat uns ebenfalls gefallen. Insgesamt bekommt man hier nicht die von Logitech gewohnte Qualität und sollte klar zu unseren Empfehlungen greifen und wenn es eine Logitech-Kamera sein soll mit ähnlichem Preispunkt, gerne zur Logitech C922 Pro Stream.

Mit der Asus ROG Eye mischt natürlich auch Asus auf dem Webcam-Markt mit. Dabei kann leider nur das sehr gute Zubehör des Geräts überzeugen. Der Metallsockel, mit dem die Kamera auf festem Untergrund aufgestellt werden kann überzeugt ebenso wie die enthaltene Laptop-Halterung. Auch die gute Tonqualität kann sich sehen lassen. Ihre Hauptaufgabe selbst erledigt die Kamera aber weniger souverän und lässt zu wünschen übrig. Schon wenig Gegenlicht verdunkelt die Person im Vordergrund sehr stark. Das größte Manko an dem Gerät ist, dass sie sogar bei guten Lichtverhältnissen erhebliche Schwächen aufweist.

Die TedGem N22 kann schnell und unkompliziert eingesetzt werden, da man dazu keine Installation oder zusätzliche Treiber benötigt. Die größte Schwäche des Geräts liegt allerdings in seiner mangelhaften Tonqualität. Das liegt vor allem an dem schlechten Mikrofon. Zudem wirken Gesichter sehr gelblich und die Halterung nicht sehr stabil. Mit den Alternativen fährt man hier sicherlich besser, auch wenn die Kamera sehr günstig zu erwerben ist.

Für denjenigen, der besonderen Wert auf Privatsphäre legt, bietet die Dericam W2-1080P ein praktisches Tool. Sie verfügt über eine Klappe, mit der man die Linse der Kamera verdecken kann. Dadurch erspart man sich das Basteln einer eigenen Abdeckung. Eine kleine Leuchte gibt Aufschluss über den Betriebszustand des Geräts. Das war es aber auch schon mit den Vorteilen. Die Kamera-Halterung ist eher instabil und die beigefügte Anleitung ist nur schwer verständlich. Etwas was wir öfters in unserem Test bemerkt haben: Auch bei diesem Modell zieht der verwendete Gummi sehr viel Staub an.

Besonders schöne Farben bietet die eMeet C960 HD. Die Laptop-Halterung ist sehr stabil und die Stimmaufnahme funktioniert aufgrund der beiden verbauten Mikrofone sehr ordentlich. Wie viele der bereits getesteten Kameras lässt auch sie sich auf einem Stativ befestigen. Nützlich ist das kleine Licht, das anzeigt, ob das Gerät eingeschaltet ist oder nicht. Die Kamera weist jedoch einen unschönen »Fischaugeneffekt« auf, der Personen oder Objekte, die sich am Bildrand befinden, verzerrt. Auch bei dieser Webcam ist die Gummi-Halterung ein regelrechter Staubfänger – ein Kritikpunkt, der sich durch unseren gesamten Test durchzieht.

Wissenswertes über Webcams

Obwohl nahezu jedes Laptop über eine eingebaute Webcam verfügt, ist deren Qualität meist unzureichend und wird oft schon von preiswerten Smartphones ausgestochen. Zudem hat ein herkömmlicher Desktop-PC  meist gar keine Kamera. Die Anschaffung einer externen Webcam ist deshalb in vielen Fällen sinnvoll. Schon bei einer geringfügig höheren Auflösung können Webcam deutlich bessere Resultate liefern als integrierte Lösungen.

Webcams verfügen in der Regel über eine deutlich geringere Auflösung (Megapixel) als Smartphone-Kameras. Man könnte also meinen, dass man lieber zum Smartphone greift. Die geringere Auflösung ist jedoch durchaus so gewollt, dadurch haben die Kameras nämlich eine deutlich geringere Datenrate, was wiederum gewährleistet, dass die Videoqualität flüssig und stabil bleibt. Was bringt einem eine klasse Bildqualität, wenn beim Gegenüber davon nur selten ankommt? So reichen bei einer Webcam schon 2,1 Megapixel mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten, um ein detailreiches Bild in HD-Qualität zu liefern und dabei eine stabile Kommunikation gewähr zu leisten.

Die Nutzerfreundlichkeit vieler Webcams ist ebenfalls ein Vorteil, sie zeigt sich bereits beim Aufstellen und Einrichten: Gute Geräte sollten sich einfach und stabil am Laptop oder PC befestigen lassen und die Linse sollte sich auch nachträglich noch gut justieren lassen. Im Idealfall sollte eine Webcam sofort einsatzbereit sein, nachdem man sie mit einem USB-Kabel mit dem Laptop oder PC verbindet. In manchen Fällen kann es aber auch hilfreich sein, eine entsprechende Video-Software zu installieren. Für einfache Video-Chats sollte das aber nicht notwendig sein.

Wenn sie sich entscheiden sollten, die Smartphone-Kamera als Webcam zu verwenden, bekommen Sie hier Probleme. Nicht nur das Befestigungsproblem muss gelöst werden, auch die eigentliche Übertragung läuft nicht immer einwandfrei ab. Smartphone-Hersteller haben sich nämlich noch nicht in diesen Markt herangetraut und die Softwareanbindung erfolgt stets über, teilweise kostenpflichtigen, Drittherstellern. Außerdem besetzt diese Lösung während dem Streamen oder während der gesamten Video-Unterhaltung Ihr Smartphone. Dadurch haben Webcams immer noch ihre Daseinsberechtigung.

Beim Fokus und der Bildqualität gibt es bei diesen Kameras einige Punkte zu beachten. Während einfache Kameras lediglich über einen festen Fokusbereich verfügen, also nur einen bestimmten Punkt im Raum scharf darstellen, haben viele günstige Geräte einen manuell verstellbaren Fokusbereich. Bessere Webcams verfügen schon über einen Autofokus und stellen das Bild sogar auf mehrere Personen automatisch scharf. Wem dieser Komfort es wert ist, sollte sich also von allzu günstigen Geräten fernhalten.

Die Bildqualität selber wird von diversen Faktoren beeinflusst, die oft von der persönlichen Präferenz des Nutzers abhängig sind. Entscheidend ist hier etwa, wie die Webcams mit Gegenlicht klarkommen oder wie sie Farben darstellen. Vom Hersteller versprochene Extra-Funktionen, wie eine automatische Beleuchtungskorrektur, sind dabei mit Vorsicht zu genießen: Sie halten nicht immer, was sie versprechen.

Auf die richtige Positionierung ist ebenfalls zu achten. Bei der Verwendung bei Videokonferenzen sollte man auf einen aufgeräumten Hintergrund und eine gute Beleuchtung achten. Zudem sollte man dabei direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Diese Punkte erleichtern der Kamera ihre Arbeit enorm und sorgen für eine gute Bildqualität, worüber sich Ihr Gesprächspartner sicherlich erfreuen dürfte.

Beim Kauf einer Webcam sollte man sich zunächst Klarheit über die eignen Ansprüche verschaffen. Für normale Video-Chats kann auch ein einfaches Gerät schon eine gute Qualität liefern. Sie benötigen weder eine extra Software noch ein externes Mikrofon. Bei intensiverer Nutzung auf Plattformen wie YouTube oder Twitch sollte man aber mehr Geld für bessere Qualität einplanen. Eine höhere Kameraqualität und ein externes Mikro können dabei das Niveau extrem verbessern. Außerdem ist es in diesem Fall sicherlich sinnvoll, die Kamera auf einem Stativ anzubringen und nicht nur am Laptop oder PC zu befestigen.

Eine extra Software ist für den gewöhnlichen Gebrauch von Webcams in der Regel nicht notwendig, die Windows-Kamera-App bietet dafür eine gute Basis. Darüber hinaus können viele Einstellungen auch direkt in Programmen wie Skype vorgenommen werden. Für alles was Weitere sollte man sich dann doch überlegen, eine externe Software zu verwenden. Viele Webcam-Hersteller bieten direkt passende Programme dafür an. Logitech etwa stellt mit »Logitech Capture« ein solches Programm kostenlos zur Verfügung. Damit können diverse Einstellungen angepasst werden und diese dann direkt auf den entsprechenden Plattformen hochgeladen oder gestreamt werden. Nutzer, die bereits in der Materie sind, können die »Open Broadcaster Software« OBS verwenden und damit Lets-Plays oder Live-Streams erstellen.

So haben wir getestet

Alle Tests wurden mit der Windows-Kamera-App bei identischen Lichtverhältnissen vorgenommen. Getestet wurde mit einem detailreichen Hintergrund und ein bis zwei Personen im Bild. Unsere Bewertungskriterien waren vor allem die Farbqualität, die Bildschärfe und die Wiedergabe von Objekten und Gesichtern. Zudem wurden die Kameras auf ihren Umgang mit Gegenlicht und bei trüber Wohnzimmerbeleuchtung getestet. Danach war die Herstellersoftware an der Reihe. Entscheidend war dabei vor allem das Handling.

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