Test: Sony Alpha 6100

Systemkameras bis 800 Euro im Test : Spiegellose Bilder

Update 26.04.2021

Spiegellose Systemkameras vereinen die Bildqualität einer DSLR mit der handlichen Größe einer Kompaktkamera. Wir haben 19 Modelle bis maximal 800 Euro getestet.

Update 26. April 2021

Wir haben weitere Systemkameras bis 800 Euro getestet. Die Sony Alpha 6100 und die Fujifilm X-T200 sind empfehlenswert.

Jan-Markus Rupprecht
ist Chefredakteur und Herausgeber von digitalkamera.de und digitalEyes und testet alle Arten von Kameras.

Mit einer spiegellosen Systemkamera – oder DSLM – bekommt man eine handliche Kamera, deren Bildqualität mit einer digitalen Spiegelreflexkamera mithalten kann.

Wie auch bei der DSLR kann man hier das Objektiv wechseln, etwa um ein Weitwinkelobjektiv für Landschaften zu nutzen oder ein Teleobjektiv, um Fernes ganz nah heranzuholen. Systemkameras kann man zwischen 500 und über 10.000 Euro ausgeben, nimmt man ein günstiges Modell, ist häufig ein Objektiv mit dabei, bei den teureren muss man dafür meist extra zahlen.

Wir haben hier Systemkameras getestet und uns beim Preis eine Obergrenze von 800 Euro gesetzt. Mit dabei sollte jedenfalls ein günstiges Objektiv sein, denn für einige Käufer dürfte es sich um die erste eigene Systemkamera handeln, mehr dazukaufen kann man immer noch.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Gut ausgestattetMit Webcam-FunktionMit 4K
Test  Spiegellose Bilder: Sony Alpha 6100Test: Fujifilm X T200Test: Panasonic Lumix Dc Gx9 12 60 Mm [foto Panasonic] Co4oyy
Modell Sony Alpha 6100 Fujifilm X-T200 Panasonic Lumix DC-GX9
Pro
  • Exzellente Bildqualität
  • Sehr schnelle Serienbilder
  • 4K-Video
  • Dreh- und schwenkbarer Monitor
  • 4K-Video (30 fps)
  • USB-Class-Webcam-Funktion
  • Kompakt
  • 4K-Video
  • Schnelle Serienbilder
Contra
  • Kein integrierter Bild­stabilisator
  • Kein integrierter Bild­stabilisator
  • Etwas langsamer Autofokus
Bester Preis

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Gut ausgestattet: Sony Alpha 6100

Gut ausgestattet

Sony Alpha 6100

Test  Spiegellose Bilder: Sony Alpha 6100
Hervorragende Bildqualität, schneller Autofokus, schnelle Serienbilder, kompaktes Gehäuse – das Gesamtpaket überzeugt auf ganzer Linie.

Was die Ausstattung und Technik der Alpha 6100 angeht, so kann es die Sony auch locker mit deutlich teureren Modellen aufnehmen. Mit ein Grund dafür ist, dass sie den leistungsstarken Bildprozessor der deutlich teureren großen Schwester Alpha 9 geerbt hat.

Auch beim Autofokus hat sich Sony bei diesem Modell nicht lumpen lassen und ihr 425 Kontrast-Autofokus-Sensoren mit einer Bildfeld-Abdeckung von 85 Prozent spendiert. Damit werden sowohl Mensch- als auch Tieraugen zuverlässig fokussiert. Videos kann man mit der Systemkamera natürlich auch machen, in 4K-Auflösung sind solide 30 Bilder pro Sekunde möglich. Mit WLAN und Bluetooth ist die Systemkamera von Sony zudem auch mit den wichtigsten drahtlosen Schnittstellen ausgestattet.

Der Bildsensor (APS-C) löst mit 24 Millionen Bildpunkten auf, was bei diesem Sensorformat mittlerweile zu einer Art Standard geworden ist. Dass Sony schließlich doch noch den Rotstift irgendwo angesetzt hat, merkt man letztlich am Gehäuse, welches »nur« aus Plastik und eben nicht aus Metall gefertigt ist. Trotzdem bewegt sich die Qualität der Verarbeitung auf einem hohen Niveau – was man bei ihrem Preis durchaus auch erwarten kann.

Ebenfalls dem Rotstift zum Opfer gefallen ist eine HDR-Videofunktion. In Anbetracht der ansonsten sehr üppigen Ausstattung der Alpha 6100 ist das aber verschmerzbar.

Das im Set enthaltene Zoom-Objektiv (16-50mm), lässt mit seiner Lichtstärke von 5,6 bei 50 Millimetern bereits erahnen, dass wir es hier nicht mit einem Qualitätsmonster zu tun haben. Dafür ist es aber immerhin schön flach und nimmt im Reisgepäck nicht viel Platz weg.

Mit-Webcam-Funktion: Fujifilm X-T200

Mit Webcam-Funktion

Fujifilm X-T200

Test: Fujifilm X T200
Technisch auf Augenhöhe mit der Alpha 6100, dazu frei beweglicher Monitor und USB-Class Webcam-Funktion.

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Wie viele andere Kameras dieser Preisklasse auch, ist das Gehäuse der X-T200 von Fujifilm aus Plastik gefertigt. Weil hier ein recht glatter Lack verwendet wurde, macht die Kamera aber dennoch einen recht hochwertigen Eindruck.

Auch wenn das Gehäuse-Design es nicht vermuten lässt, das Innenleben der Fujifilm ist mit modernster Technik ausgestattet. Besonders der OLED-Sucher mit einer Auflösung von 2,75 Millionen Dots besticht durch sein helles und klares Bild. Mithilfe eines kleinen Hebels kann man den Aufhellblitz ausklappen. Neben diesem kleinen, aber feinen Extra hat uns auch die intuitive Menünavigation im Test gut gefallen.

Während der Autofokus bei der Fujifilm sehr schnell arbeitet, muss sie sich bei der Serienbildgeschwindigkeit gegenüber der Sony geschlagen geben. In einer Sekunde schafft die Fujifilm 8,7 Bilder, nach 15 Aufnahmen im Raw-Format ist Schluss. Was die Bildqualität der Fujifilm-Systemkamera angeht, so sind die Aufnahmen knackig und zudem hoch aufgelöst. Auch schwierige Lichtverhältnisse meistert sie mit Bravour. Ein nettes Extra ist die Möglichkeit via USB eine Verbindung zum Laptop oder PC herzustellen und die Kamera so als Webcam zu verwenden. Weil sie dabei aber leider nicht gleichzeitig geladen wird, ist man bei Videokonferenzen von der Lebensdauer des Akkus abhängig.

Wer sich für eine Kamera von Fujifilm entscheidet, der kann sich über das üppige Objektiv-Angebot der Japaner freuen. Die Optiken haben zwar ihren Preis, der ist aber in Anbetracht der hohen Linsen-Qualität durchaus gerechtfertigt.

Mit 4K: Panasonic Lumix DC-GX9

Mit 4K

Panasonic Lumix DC-GX9

Test: Panasonic Lumix Dc Gx9 12 60 Mm [foto Panasonic] Co4oyy
Viele Funktionen und super auch zum Filmen in 4K geeignet. Das Gehäuse ist allerdings nicht so griffig und ein Wetterschutz fehlt.

Die Lumix DC-GX9 ist eine sehr kompakte Systemkamera, die einiges drauf hat. So ist ein integrierter Bildstabilisator vorhanden mit dem eine bis viermal längere Belichtungszeit drin ist. Auch 4K-Aufnahmen mit 30 Bildern in der Sekunde sind drin.

Die Ausstattungsdetails dieser Kamera dürften vor allem für Reisen interessant sein: Sie kann sich per WiFi und auch per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. So können die Aufnahmen auf Wunsch auch aufs Handy übertragen werden. Da kann man sie dann einfach per Mail verschicken oder auf den Social Media Kanälen posten. Die GPS-Daten bekommt die Kamera auch vom Smartphone.

Auch ein kleiner Bordblitz ist mit dabei, bei Bedarf springt er raus und wenn die Leistung nicht ausreicht, kann man auch einen Systemblitz anschließen. Aber auch ohne den Blitz werden die Fotos bei schwachem Licht noch gut. Der Bildstabilisator ist leistungsfähig, so sind sogar bis zu viermal längere Belichtungszeiten drin ohne verwackelte Aufnahmen. So kann die ISO-Empfindlichkeit und mit der auch das Bildrauschen gering gehalten werden.

Das Kamera-Gehäuse ist recht klein, dennoch gibt es genug Bedienelemente. Wichtige Betriebsarten wie etwa Autofokus kann man mit einem Schalter umschalten, ohne Umweg ins Kameramenü. Beim Bildsensor ist die Auflösung rund 20 Megapixel, das ist hoch. Jedoch ist dieser Sensor mit Micro-Four-Thirds-Format kleiner als bei der ersten Empfehlung. Das merkt man vor allem dann, wenn man bei geringem Licht fotografiert. Dunkle Kirchen von innen oder nächtliche Aufnahmen in der Stadt werden mit der Lumix DC-GX9 nicht ganz so toll.

Dafür gibt es aber bei den Objektiven ein großes Angebot. Auch alle Olympus-Objektive passen auf diese Kamera, ebenso passen die Panasonic Objektive auf die Olympus-Geräte.

Was gibt es sonst noch?

Die EOS M50 von Canon bietet einige Vorteile, etwa das wahlweise Filmen in 4K. Außerdem ist der Autofokus sehr gut, ebenso das ergonomische Gehäuse und die Bedienung über den Touchscreen. Neue Fotos werden außerdem automatisch ans Smartphone übertragen. Der Akku hält aber nicht ganz so lange durch. Bei den 4K-Videos wird außerdem das Bild beschnitten und es werden nur 25 Bilder in der Sekunde aufgezeichnet.

Die Olympus OM-D E-M10 III ist eine besonders kompakte Kamera, dafür hat sie aber einen kleineren Bildsensor, im Alltag merkt man davon aber nichts. Wenn die Lichtverhältnisse aber schlecht sind, merkt man das auch beim Fotografieren. Dafür gibt es hier aber viele pfiffige Automatikfunktionen, vor allem weniger versierte Fotografen dürften sich darüber freuen.

Die nominell beste spiegellose Kamera von Canon ist die EOS M5, sie hat einiges drauf. So punktet sie etwa beim Bedienkonzept, das ist dem der Spiegelreflexkameras von Canon recht ähnlich und wichtig für alle, die schon eine DSLR von Canon nutzen. Zudem ist die Touch-Bedienung durchdacht, der Autofokus schnell, die Bildqualität klassentypisch. Leider filmt sie nicht in 4K und bei den Objektiven ist das Angebot auch eher mager.

Die Pen E-PL10 ist eine verbesserte Version der Pen E-PL9. Bei der Auflösung hat sich jedoch nichts weiter getan, mit 16 Millionen Bildpunkten kommt die Olympus-Systemkamera in dieser Disziplin nicht besonders gut weg. Positiv ist allerdings, dass man mit ihr 4K-Videos bis zu einer Länge von 30 Minuten aufnehmen kann, wobei das Bild aber stark beschnitten wird. Zudem muss man bei der Pen E-PL10 auf Connectivity-Funktionen, die beispielsweise eine Verbindung zum Smartphone ermöglichen, verzichten.

Wissenswertes über Systemkameras

Günstige Systemkameras liegen bei etwa 500 Euro mit Objektiv, für teure zahlt man ohne Objektiv schon über 10.000. Dementsprechend ist auch der Leistungsunterschied groß.

Die günstigen Kameras – egal ob aktuell oder schon älter – sind technisch nicht ganz so auf der Höhe der Zeit, aber auch mit ihnen kann man durchaus gute Fotos machen. Wir haben einige dieser Kameras dennoch getestet.

Für etwa 300 Euro mehr bekommt man neuere Technik oder auch gehobene Mittelklasse-Modelle, die zu Beginn noch deutlich mehr gekostet hätten. Man muss also kaum noch Kompromisse eingehen, wir haben daher hohe Anforderungen an die Testgeräte, konkret waren das:

  • Sie sollten mindestens 20 Megapixel Bildgröße haben, wenn möglich mehr. Über die Bildqualität sagt die Megapixel-Zahl nicht viel aus, aber bei höherer Zahl kann man nachträglich einen Bildausschnitt genauer festlegen.
  • Der Autofokus sollte präzise und schnell sein, nicht nur für Sport-Aufnahmen, sondern auch für Fotos von Kindern oder Tieren
  • Pluspunkte gibt es für schnelle Serienbilder, denn »Draufhalten« hilft manchmal, danach kann man sich das beste Bild dann heraussuchen.
  • Auch hochauflösende 4K-Videos sollten möglich sein, dann aber mit ruckelfreier Bildrate von 25 oder 30 Bildern in der Sekunde. Diese Videos sehen toll aus und wenn der aktuelle Fernseher keiner ist – der nächste wird sicherlich ein 4K-Fernseher sein.
  • Für einen Sensor-Shift-Bildstabilisator gibt es auch Pluspunkte, Bedingung ist das aber nicht. Einige Objektive haben auch einen eingebauten Bildstabilisator, aber wenn die Kamera auch noch einen hat, schadet das sicher nicht. Man kann auch für eine bessere Stabilisierungsleistung beides kombinieren.
  • Ein Sucher muss aber sein, nicht nur am Monitor. Auf den Monitoren ist das Bild im grellen Sonnenlicht oft schlecht zu erkennen. Aber auch wenn man konzentriert fotografieren möchte, ist ein Sucher hilfreich. Außerdem vermeidet man Verwacklungen, wenn die Kamera am Kopf und dicht am Körper gehalten wird. Der Bildstabilisator hat bei einem Blick auf den Live-View-Monitor und vielleicht noch bei ausgestrecktem Arm einiges zu tun.
  • Auch ein Klapp-Monitor ist toll, damit kann man etwa über Menschenmengen hinweg aufnehmen oder auch dicht am Boden, ohne dabei dreckig zu werden. Pflicht war dieses Kriterium für uns nicht, aber definitiv ein Vorteil.
  • Touchscreen ist so eine Sache. Bislang war die Konfiguration der Einstellungen am Touchscreen bei keinem Hersteller gut umgesetzt. Dazu sind sie an den alten Bedienkonzepten noch zu sehr verhaftet. Dennoch ist der Touchscreen gut, wenn man den Punkt wählen will, auf den die Kamera scharfstellen soll. Am Monitor antippen und schon wird scharfgestellt. Meist klappt das sogar, wenn man in den Sucher und nicht direkt auf den Monitor schaut. Ansonsten könnte man den Fokus-Punkt auch per Joystick wählen, viele Anwender sind davon überzeugt und deaktivieren den Touchscreen lieber. Pluspunkte gibt es bei uns für den Touchscreen, wir machen ihn aber nicht zur Bedingung.
  • Ein Zoom-Objektiv sollte für 800 Euro schon drin sein, höherwertige Objektive kann man immer noch dazukaufen, aber zumindest fürs spätere Verkaufen der Kamera ist ein Objektiv im Lieferumfang sinnvoll.
  • Bei den empfehlenswerten Produkten legen wir Wert auf eine breite Auswahl an Objektiven, natürlich mit Autofokus. Sinnvoll ist es auch, wenn das System von Fremdherstellern unterstützt wird, so wird das Angebot nochmal größer.

Trotz dieser ganzen Anforderungen gibt es viele Angebote, wir haben daher viele spannende Empfehlungen gefunden für unterschiedliche Ansprüche.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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