Test: Kompaktkamera

Kompaktkameras im Test : Kleine Kameras für gute Fotos

Update 12.03.2021

Kompaktkameras eignen sich optimal für den Urlaub oder für Ausflüge, da man sie problemlos im Rucksack oder in der Handtasche mitnehmen kann. Außerdem machen bessere Modelle immer noch die schöneren Fotos im Vergleich zum Handy. Wir haben 15 Kompaktkameras getestet.

Update 12. März 2021

Wir haben die speziell für Vlogger konzipierte Sony ZV-1 getestet, für eine Empfehlung hat es aber nicht gereicht.

Jan-Markus Rupprecht
ist Chefredakteur und Herausgeber von digitalkamera.de und digitalEyes und testet alle Arten von Kameras.

Mittlerweile werden die klassischen Kompaktkameras immer weniger hergestellt, da die meisten für Fotos nur noch auf ihr Smartphone zurückgreifen. Allerdings schlagen die Premium-Modelle noch immer die Smartphones – wer also viel Wert auf gute Bildqualität legt und eine Kamera für unterwegs sucht, der wird hier immer noch fündig. Wir haben uns 15 Kompaktkameras angesehen und können einige davon empfehlen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Allround-TalentKompakt-ProfiMit großem SensorHohe BildqualitätFür 4K-Videos
Test (kleine) Kompaktkamera: Panasonic Lumix LX15Test (kleine) Kompaktkamera: Sony RX100 V(kleine) Kompaktkamera Test: Fujifilm Xf10 Schwarz [foto Fujifilm] Yug221Test  Kompaktkamera: Ricoh GR IIITest  Kompaktkamera: Canon PowerShot G7 X Mark III
Modell Panasonic Lumix LX15 Sony RX100 V Fujifilm XF10 Ricoh GR III Canon PowerShot G7 X Mark III
Pro
  • Super Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Lichtstarkes Objektiv
  • Touchscreen
  • Monitor klappbar
  • 4K-Video
  • Elektronischer Sucher
  • Monitor klappbar
  • 4K-Video
  • Sehr hohe Serienbildrate
  • Großer APS-C-Bildsensor
  • Sehr gute Bildqualität
  • Großer APS-C-Bildsensor
  • Beste Bildqualität
  • Bildstabilisator
  • Lichtstarkes 4,2-fach-Zoom
  • Touchscreen
  • Monitor klappbar
  • 4K-Video
Contra
  • Kein Sucher
  • Geringe Akkulaufzeit
  • 4K-Video nur mit 15 fps
  • Kein Zoom
  • Langsamer Autofokus
  • Kein Bildstabilisator
  • Nur FullHD-Video
  • Kein Zoom
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Bildqualität nimmt zum Rand hin ab
  • Kein Sucher
Bester Preis

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Allround-Talent: Panasonic Lumix DMC-LX15

Allround-Talent

Panasonic Lumix LX15

Mit der Panasonic Lumix DMC-LX15 bekommt man vor allem ein super Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bildqualität ist auf einem hohen Niveau, sie hat einen schnellen Autofokus und kann 4K-Videos filmen. Auch die moderne Touch-Bedienung konnte uns überzeugen. Für dieses Gesamtpaket ist sie schon für einen sehr fairen Preis zu haben.

Da die Bedienung der Kamera sehr der eines Smartphones ähnelt, werden die meisten auf Anhieb mit der Lumix DMC-LX15 klarkommen. Das Menü sowie das Fotografieren an sich funktionieren nämlich per Touchscreen. Wenn man einen bestimmten Bildbereich scharf stellen möchte, wird einfach auf die jeweilige Stelle getippt – wie beim Handy. Alternativ kann man die Kompaktkamera aber auch mit Tasten steuern.

Die LX15 ist super verarbeitet und weiß optisch zu gefallen. Die Größe der Kamera könnte man mit einer Zigarettenschachtel vergleichen: Das ist eine wirklich kompakte Größe, die sogar für die Hosentasche geeignet ist.

Mit dem 3-fachen Zoom und 24 bis 72 Millimeter Brennweite bietet das Objektiv viel Weitwinkel und nur wenig Tele. Landschaftsaufnahmen sind also kein Problem, allerdings hat man wenige Zoom-Möglichkeiten, wenn das Bild noch qualitativ bleiben soll.

Die Lumix DMC-LX15 kann mit dem lichtstärksten Objektiv im Test herausstechen, dadurch kommt sie auch mit weniger Umgebungslicht klar. Doch auch hier dämpft der Zoom den Lichtstärkenwert, man sollte also auf Weitwinkel zurückgreifen.

Mit der Funktion »Post Focus« kann man aussuchen, ob der Hinter- oder Vordergrund scharf gestellt werden soll. Mit »Focus Stacking« kann man mehrere Bilder zu einem Bild kombinieren, das dann gänzlich scharf ist.

Die LX15 macht Serienbilder in voller Auflösung mit über zehn Bildern pro Sekunde – das ist ein sehr guter Wert! Sie filmt 4K-Videos mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, was ebenfalls in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Auch beim Thema Bildrauschen kann man sich hier nicht beschweren: Selbst bei mittleren ISO-Zahlen rauscht die LX-15 nicht mehr als eine Systemkamera.

Insgesamt handelt es sich hier um eine hochwertige, leicht bedienbare Kompaktkamera mit guter Ausstattung und Bildqualität. Für den Kaufpreis von circa 450 Euro bekommt man hier viel geboten.

Kompakt-Profi: Sony RX100 V

Die Sony RX100 V sticht vor allem mit ihrem ausfahrbaren Sucher hervor. Auch Serienbilder und die Bildqualität liegen auf einer hohen Qualitätsstufe – dafür muss man natürlich etwas mehr Geld auf die Ladentheke legen. Ein kleines Manko ist, dass der Akku nicht ganz so lange durchhält.

Der Sensor der RX100 V ist mit ganzen 315 Autofokuspunkten ausgestattet. Darüber hinaus schießt die Kamera Serienbilder mit einer Geschwindigkeit von 24 Bildern pro Sekunde in voller Auflösung. Die Sony kann weiterhin siebensekündige Zeitlupen mit 1.000 Bildern pro Sekunde in Full HD erstellen. Das alles ist richtig viel Leistung für ein so kleines Gerät!

Es gibt zwei Versionen der RX100 V – die neuere ist mit einem zusätzlichen »A« oder auch »My Menu« benannt und sollten nicht verwechselt werden. Die A-Variante bietet nämlich ein deutlich besseres Gesamtpaket dank einem besseren Prozessor, eine modernere Menüführung und einen größeren Serienbild-Puffer.

Mit großem Sensor: Fujifilm XF10

Mit großem Sensor

Fujifilm XF10

(kleine) Kompaktkamera Test: Fujifilm Xf10 Schwarz [foto Fujifilm] Yug221
Wer auf einen Zoom verzichten kann, bekommt hier eine extra Portion Bildqualität.

Keine Preise gefunden.

Die beste Bildqualität im Testfeld hat die Fujifilm XF10. Sie hat nämlich einen mit Abstand größeren Bildsensor, der mit Spiegelreflexkameras vergleichbar ist. Das ist allerdings bei dieser Kameragröße nur durch ein Festbrennweiten-Objektiv möglich – daher hat sie auch keinen Zoom.

Die Fujifilm XF10 hat einen gut dreimal größeren APS-C-Sensor (24 Megapixeln) im Vergleich zu den meisten Modellen dieser Klasse. Der fängt mehr Licht ein, was die Bildqualität maßgeblich erhöht. Wenn man also auf einen Zoom verzichten kann, sollte man hier zugreifen.

Das Objektiv hat eine feste Brennweite – daher ist aber auch die kompakte Größe und der geringe Preis der Kamera realisierbar. Autofokus und Serienbildgeschwindigkeit sind im Gegensatz zur Bildqualität eher unterdurchschnittlich. Auch einen Sucher oder Bildstabilisation sucht man hier vergebens. Man kann zwar 4K-Videos drehen, allerdings mit nur 15 Bildern pro Sekunde.

Für rund 450 Euro bekommt man mit der Fujifilm eine Kamera, die Bilder auf dem Niveau einer größeren Systemkamera schießt. Wer schon geübt ist, sich aufs reine Fotografieren beschränkt und ohne Zoom auskommt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Hohe Bildqualität: Ricoh GR III

Die Ricoh GR III hat ebenfalls einen APS-C-Sensor und ein 28-Millimeter-Festbrennweiten-Objektiv. Sie ist enorm kompakt und hat dennoch einen Bildstabilisator – dafür kostet sie aber auch einiges mehr als etwa die Fujifilm XF10. 4K-Video und Sucher gehören nicht zur Ausstattung, die Kamera richtet sich auch eher an geübtere Fotografen.

Die Ricoh eignet sich für alle, die viel Bildqualität suchen und dennoch eine sehr kompakte Kamera haben möchten. Wer außerdem bereit ist, etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen, der ist hier richtig.

Auch die Ricoh GR III ist eine Kompaktkamera mit 24-Megapixel-Sensor in APS-C-Größe und bringt die höchste Bildqualität im Test mit. Ein schöneres Design bieten andere Hersteller, dafür ist das Gehäuse sehr robust. Zudem ist sie noch kleiner und flacher als die XF10 von Fujifilm. Die Ricoh hat zusätzlich noch einen eingebauten Sensor-Shift-Bildstabilisator, der besonders bei Fotos in der Dämmerung nützlich ist.

Die Ricoh GR III schießt wirklich detailreiche Fotos, die für eine umfangreiche Nachbearbeitung geeignet sind. Versierte Fotografen können aus solchen Fotos einiges an Qualität herausholen. Die fertigen Aufnahmen können sich dann wirklich sehen lassen. Allerdings ist sie damit nicht an Anfänger adressiert.

Wer ein ambitionierter Fotograf ist und keinen Zoom benötigt, bekommt hier eine puristische Kompaktkamera mit sehr hoher Bildqualität.

Für 4K-Videos: Canon PowerShot G7 X Mark III

Für 4K-Videos

Canon PowerShot G7 X Mark III

Die Canon PowerShot G7 X Mark III hat einen großen Zoombereich und ein lichtstarkes Objektiv. Man kann den Monitor vollständig ausklappen, womit sie sich sehr gut für Selfies eignet. Selbst YouTube-Live-Streaming ist mit der Canon möglich. Daher eignet sich diese Kamera hervorragend für Vlogger.

Mit einem 4,2-fachen Zoombereich kann die Canon PowerShot G7 X Mark III auf jeden Fall gut punkten. Sie ist mit einem 12-Zoll-Bildsensor ausgestattet und beherrscht 4K-Aufnahmen. Sie besitzt einen Mikrofoneingang und YouTube-Live-Streaming in FullHD über WLAN, ohne dass das Videomaterial zusätzlich auf eine Speicherkarte gespielt werden muss.

20 Serienbildern in 20 Sekunden verspricht der Hersteller. Wir haben zwar 19 Bilder gemessen, das ist trotzdem ein vorzeigbares Ergebnis. Der Autofokus kann sich ebenfalls sehen lassen. Lediglich einen Sucher haben wir vermisst.

Wir empfehlen die Kamera vor allem denen, die Wert auf die Videoqualität legen und z.B. Urlaubs-Vlogs drehen wollen.

Was gibt es sonst noch?

Sony richtet sich mit der ZV-1 ausdrücklich an Vlogger und konkurriert praktisch direkt mit der PowerShot G7 X Mark III von Canon. Das Sony-Modell legt sein Hauptaugenmerk aber verstärkt auf eine gute Tonqualität und hat deswegen ein luxuriöses Drei-Kapsel-Mikrofon eingebaut. Es besitzt sogar serienmäßig einen Windschutz, einen sogenannten »Puschel«. Der Touchscreen der ZV-1 ist frei schwenk- und drehbar und lässt sich seitlich bis in eine Selfie-Position herausklappen.

Im Videobetrieb sorgt der sehr schnelle Autofokus-Modus für gute Ergebnisse. Das bedeutet, dass beispielsweise Produkte die während eines Video-Drehs vor das Objektiv gehalten werden, sehr schnell scharfgestellt werden. Filmen Sie in grandioser 4K-Qualität, wird die Kameraaufnahme allerdings nach fünf Minuten aufgrund von Wärmeentwicklung beendet. In Full-HD-Auflösung sind längere Videos möglich.

Die technische Verwandtschaft zur ähnlich teuren RX100 V merkt man der Kompaktkamera deutlich an. Allerdings fehlt deren cleverer Pop-Up-Sucher. Interessant kann die ZV-1 für Vlogger sein. Für diejenigen die hauptsächlich fotografieren und für die das Filmen eher zweitrangig ist, sind unsere oben genannten Empfehlungen besser geeignet.

Wer nach einer Kompaktkamera mit großem Zoombereich sucht, der sollte sich die Panasonic Lumix DMC-TZ101 ansehen. Mit dem 10-fach-Zoom geht zwar auch eine Senkung der Lichtstärke einher, aber insgesamt ist auch sie eine tolle Kamera, mit der man nichts falsch macht.

Die teure Sony RX100 VII könnte man auch als Flaggschiff der Kompaktkameras bezeichnen. Sie hat einen 20-Megapixel-1-Zoll-Sensor mit hohem Autofokus und einen leistungsfähigen Prozessor. Daher ist sie auch bei den Serienbildern nahezu unschlagbar – kostet aber auch entsprechend viel.

Einen höheren Zoomfaktor als unsere Empfehlung Panasonic Lumix DMC-TZ101 bietet die Kompaktkamera Panasonic Lumix DC-TZ202. Von ihrem Objektiv mal abgesehen, ähnelt die Kompaktkamera technisch sehr der DMC-TZ101. Allerdings ist ihr Touchscreen nicht klappbar. Das Objektiv mit 15-fach-Zoom besitzt allerdings weniger Lichtstärke als das TZ101-Modell. Da sie aber über ein fortschrittlicheres elektronisches Innenleben verfügt, wirkt sich dieser Punkt nicht nachteilig auf die Bildqualität aus. Für einen größeren Zoombereich muss natürlich auch eine größere Summe investiert werden. Bei diesem Testlauf, in dem der Zoomfaktor (für uns) keine große Rolle spielt, bieten LX15 und  TZ101 ein besseres Verhältnis von Preis und Leistung und haben sich so jeweils eine Empfehlung verdient.

Was Sie über Kompaktkameras wissen sollten

Gute Smartphones machen heute schon Fotos mit bis zu 20 Megapixeln – warum also noch eine Kompaktkamera kaufen? Wenn die Lichtverhältnisse schlechter werden, dann kommt man mit Smartphones oft nicht sehr weit, was die Bildqualität betrifft.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind bei den mobilen Telefonen außerdem oft sehr begrenzt, Autofokus und Serienbilder sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Auch das Vorfokussieren mit einem zweistufigen Auslöser ist mit Smartphones nicht möglich. Das geht aber mit Kompaktkameras, die meist genauso gut in die Jacken- oder Handtasche passen und die besseren Modelle schießen auch noch qualitativere Bilder.

So haben wir getestet

Wir haben 15 aktuelle Modelle getestet. Bei unserem Testlauf haben die Tester in erster Linie auf Bedienung, Ausstattung, Display und Bildqualität geachtet. Der Preis spielte ebenfalls eine wichtige Rolle, da unsere Empfehlungen für die meisten Menschen bezahlbar  sein sollen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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