Test: Kamerastativ

Kamerastative für Einsteiger im Test : Fester Stand beim Fotografieren

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Veröffentlicht 26.07.2019

Wer nicht einfach nur Fotos, sondern vor allem gute, unverwackelte Bilder machen will, braucht ein passendes Stativ. Wir haben 16 für Einsteiger getestet.

Lars Schönewerk
Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Als Fotograf braucht man oft ein Stativ, damit bekommt man eine stabile, feste Position zum Fotografieren. So werden die Bilder nicht verwackelt und kleine Nuancen lassen sich haargenau verändern.

Bei Stativen gibt es verschiedene Arten, darauf gehen wir im Ratgebertext näher ein. Wir haben uns hier auf Modelle für Einsteiger beschränkt, die preislich zwischen 20 und 150 Euro lagen.

Allrounder: Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Das Manfrotto Element Traveller Kit Carbon steht stabil und die Verarbeitung ist hervorragend, die Haptik gefällt uns ebenfalls gut und es ist angenehm schlicht, aber dennoch edel. Zu kaufen gibt es das Manfrotto als Reisestativ, Voraussetzungen dafür erfüllt es auch mit 42 Zentimetern in der Länge (Packmaß) und 1,3 Kilo Gewicht. Zuhause kann man es aber definitiv auch gut nutzen.

Ansonsten würde es sich gut als Allrounder verkaufen lassen, denn es ähnelt stark dem »Allrounder« seines Konkurrenten Rollei, dem »Compact Traveller« genaugenommen. Der Grund dafür kann auch die Ausführung sein, wir hatten es in »Big« mit einer maximalen Arbeitshöhe von 164 Zentimetern, ansonsten gibt es auch »Small« mit 143 Zentimetern. Wir gehen davon aus, dass die beiden sich hinsichtlich der Qualität nicht groß voneinander unterscheiden, beziehen uns im Folgenden aber auf die getestete große Version.

Allrounder

Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Kamerastativ Test: Image
Rundum gelungen: Das Element Traveller Kit macht nicht nur auf Reisen eine gute Figur.

Kaufen kann man dieses Stativ auch als Aluminium-Ausführung, ebenfalls in klein oder groß. Diese Variante ist schwerer, aber günstiger. Wenn man das Stativ also nicht primär als Reisestativ nutzen will, bekommt man hier eine gute Variante und spart etwas Geld.

Unser getestetes Carbon-Stativ ist beinahe ganz nachtschwarz, nur die Inbus-Schrauben der Schenkel haben einen metallischen Glanz und am Kopf gibt es gelbgrüne Wasserwaagen. Der Eindruck von diesem Stativ ist also edel und erwachsen. Das merkt man auch bei der Verarbeitung: kein Klappern, Knarzen, Wackeln oder Blockieren, wobei es natürlich blockiert, wenn man das will.

Hochwertige Verschlüsse halten alle beweglichen Teile am richtigen Platz. Pro Bein sind das je vier Schraubverschlüsse, die kann man einfach mit nur einer Hand schließen und öffnen. Einzeln handelt es sich je um eine Metallschnalle samt Einrastmechanismus mit gutem Verhältnis von Leichtgängigkeit und Widerstand, außerdem noch drei Stellschrauben, die außen ummantelt sind von einer weiche, angenehmen und griffsicheren Gummischicht. Nur das Drehrad fürs Verstellen von der Mittelsäule, geriffelt, ist aus Kunststoff, bei Verarbeitung und Stabilität haben wir aber nichts zu meckern.

Die Aufnahmeplatte aus Metall ist stabil und sitzt auf einem Kugelkopf. Dieser ist gut beweglich und man kann ihn, wenn nötig, auch durch eine kurze einfache Drehung an der Schraube festziehen. Die Skala für den Winkelgrad finden wir ebenfalls gut. Die gibt es zwar bei anderen Stativen mit Kugelkopf auch, hier ist sie aber etwas feiner aufgefächert, so kann man gleich präzise auf 5 Grad Neigung genau arbeiten.

Außerdem gibt es für die Genauigkeit noch zwei Wasserwaagen, eine davon ist neben der Aufnahmeplatte oben, damit direkt vor der Kamera, die andere ist eingelassen ins Schraubrädchen, mit dem man die Platte löst oder feststellt, daher ebenso von der Seite sichtbar. Wenn man den Kamerakopf kippt, um hochkant zu fotografieren, dreht man sie einfach nach oben. Sehr gut!

Das Stativ steht fest und sogar wenn die Mittelsäule ausgefahren ist, wackelt hier nichts. Als Reisebegleiter funktioniert der Manfrotto ebenfalls gut. Mit im Lieferumfang ist eine Tasche, die ist dick gefüttert, dämpft Stöße also gut ab. Wie gut können wir nicht sagen, ausprobiert haben wir das nicht.

Ein Nachteil: wenn man oft bodennah fotografiert, dürfte man sich über die Mittelsäule ärgern, die man nicht kippen kann. Selbst wenn die Beine vom Stativ in den Spagat gehen, bleibt die Höhe der Säule übrig. Durch die Konstruktion lässt sich das auch nicht ändern. Falls das für Sie ein Problem ist, müssen wir leider vom Kauf abraten, ansonsten bekommt man aber ein tolles Stativ.

Standhaft und Flexibel: Vanguard Veo 2s 265AB

Standhaft und Flexibel

Vanguard Veo 2s 265AB

Test Kamerastativ für Einsteiger: Vanguard Alta Pro 2+ 265AB
Flexibel und standhaft: Dem Veo 2s 265AB gelingt die Balance zwischen den Ansprüchen hervorragend.

Auch das Vanguard Veo 2s 265AB hat uns überzeugt, sein Preis liegt ein wenig über dem der anderen Testmodelle, aber ist noch akzeptabel.

Dass Stativ ist in metallischem Grau gehalten, am Kopf findet man etwas Gelb. Hier gibt es ebenfalls gummierte Einstellräder und aufgeraut sind sie auch, das sorgt für einen guten Grip. Auch beim Griff findet man Gummi und durch die Haptik hat man beim Halten des Stativs ein gutes Gefühl.

Der Rest vom Kopf ist den anderen Testgeräten recht ähnlich, aber mit einer gröberen Skala für den Winkelgrad, beschriftet ist sie dafür aber größer, alle 45 Grad findet man aufgedruckte Zahlen. Gleich bleibt die Abstufung bei den Maßstrichen mit fünf Grad, den genauen Winkel ablesen ist aber schwerer.

Neigt man den Kopf vom Stativ zur Seite, haben wir an der Kugel kreisrunde Schleifspuren erkennen können. Störend ist das zwar nicht, unschön aber dennoch. Jedoch scheint dieses Stativ ohnehin nicht unbedingt auf Hochkant-Fotos ausgelegt zu sein, denn eine zweite Wasserwaage wie beim Manfrotto gibt es beim Vanguard nicht.

Das Packmaß ist einen Zentimeter geringer als beim Manfrotto, weiter runter kommt es auch. Das geht dank klappbarer Mittelsäule, die lässt sich auf halber Drehung auch fixieren. Wenn die Beine so weit gestreckt sind, sieht es ein wenig aus, als hätte es ein Bus überfahren, aber man kommt damit tatsächlich nah an den Boden. Fotografiert man also häufiger in niedrigen Perspektiven, ist es besser geeignet als das Manfrotto.

Nicht so aber beim Gewicht. Die maximale Arbeitshöhe beträgt 150 Zentimeter, das Gewicht: fast 1600 Gramm, schwerer also als die Carbon-Variante von Manfrotto.

Beide stehen aber sicher, der Preis ist ähnlich und auch die Funktionen gleichen sich insgesamt. Wer aber Wert auf Bodennähe beim Fotografieren legt, ist mit diesem Stativ besser beraten.

Reisestativ: Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Reisestativ

Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Beim Rollei Compact Traveller No. 1 Carbon bekommt man ein Stativ mit grazilen und langen Beinen, stabil und hart sind sie auch und da das Stativ nur etwa ein Kilo wiegt, ist es angenehm leicht.

Wie bei Rollei typisch, ist es in Anthrazit und Schwarz gehalten, teils aufgebrochen durch glänzendes Rot. Wir fühlen uns an das Rollei Allrounder erinnert, aber es ist filigraner und dünner als seine Schwester. Nur wenig dicker als der Daumen von einem Erwachsenen ist die Mittelsäule und die Bein-Segmente sind nach unten schmal zulaufend.

Instabil wirkt es aber ganz und gar nicht. Hervorragende Verarbeitung, fast kein Kunststoff. Sowohl bei den Beinen als auch beim schmalen Kugelkopf mit den aufgerauten Fixierungsrädchen. Eines davon hat außerdem eine Wasserwaage. So kann das Stativ auch genutzt werden, um Hochkant-Aufnahmen zu machen, dafür handelt es sich hier aber um die einzige Wasserwaage im Stativ. Das verstehen wir nicht ganz, denn vor allem, wenn man oft im Querformat fotografiert, fehlt die zweite Wasserwaage definitiv.

Will man Panorama-Aufnahmen machen, so gibt es eine Skala, die gut abgestuft ist, jedoch ein wenig klein geraten. Wenn man kleine Schrift nur schwer entziffern kann, dürfte das schwierig werden.

Insgesamt hält das Stativ, was sein Name verspricht und ist optimiert auf die Mitnahme auf Reisen. Will man es nur stationär nutzen, sind andere Stative besser.

Bewegliche Mittelachse: K&F Concept TM2515T

Bewegliche Mittelachse

K&F Concept TM2515T

Kamerastativ Test: K&F Concept TM2515T
Der Yogameister unter den Stativen: Dank beweglicher Mittelachse lassen sich ungewöhnliche Perspektiven einnehmen.

Das K&F Concept TM2515T hat einen breiten Stand für seine Höhe. Gut ist das durchaus, denn es macht das Stativ recht sicher, aber das Tolle daran: Es kann nicht nur aufrecht stehen, sondern hat auch allerhand Verrenkungen drauf.

Beim Äußeren wird auf schwarzes, bulliges Metall gesetzt inklusive roter Akzente. Der Stativ-Kopf wirkt im direkten Vergleich zu den anderen größer und beinahe schon klobig, hässlich ist er aber nicht. Grund dafür: die Aufnahme vom Kugelkopf sitzt nochmal auf einer kipp- und drehbaren Kugel.

Wir kennen die kippbare Säule bereits von Vanguard Veo 2s 265AB, bei dem ist aber die Konstruktion ein wenig anders und es sin bei unserem Testmodell etwa auch 360-Grad-Schwenks möglich.

Eine Wasserwaage am Kopf fehlt fürs Hochkant-Fotografieren. An Rationalisierungsmaßnahmen liegt das eher nicht, denn ein Reisestativ ist dieses Modell weniger. Es wiegt über 1,6 Kilo, damit ist es recht schwer und das bei einer Arbeitshöhe von nur 134 Zentimetern. Beim Packmaß spiegelt sich die geringe Höhe auch nicht wider.

Fotografiert man also lieber stationär und in ungewöhnlichen Perspektiven, findet man hier dennoch ein gutes Stativ. Die Verarbeitung ist einwandfrei und dank knickbarer Mittelsäule bleibt Raum für die »kreative Entfaltung«. Der Preis ist auch in Ordnung, wir können dieses Stativ daher für stationäre Aufnahmen definitiv empfehlen.

Günstig: Sawake PO84BUK334

Günstig

Sawake PO84BUK334

Test Kamerastativ: Sawake SAWAKEPO84BUK334
Große Vorbilder: Das Sawake-Stativ orientiert sich trotz des günstigen Preises in vieler Hinsicht an teureren Modellen.

Einen richtigen Produktnamen hat das Sawake PO84BUK334 nicht, das wird dem Stativ nicht ganz gerecht, denn obwohl es den teuren Modellen gegenüber im Nachteil ist, ist es doch besser als die billigen Stative.

Äußerlich edel, dominiert von Schwarz, teils aufgebrochen von Gold. Einzig die glänzenden Kunststoffteile stören optisch etwas und passen nicht so ganz zum Aluminium. Aber die Qualität ist hochwertiger als man denken würde. Stabile Schraubverschlüsse an der Mittelsäule, die problemlos bedient werden können. Ebenso sind an den Stativ-Beinen die Klemmverschlüsse gut, leicht zu bedienen sind die aber nicht und eher schwergängig bzw. störrisch. Der Mechanismus klappt zudem gegen den Uhrzeigersinn auf, von oben aus gesehen. Somit kann man mit seiner rechten Hand kaum alle Klemmen zugleich öffnen.

Zum Fixieren von den Schenkeln gibt es Schnallen, die erstmal ungewöhnlich anmuten, bei vielen anderen Modellen wird die Verriegelung über Druck auf den Kippschalter gelöst, hier zieht man an Schnallen. Das geht zwar ohne Probleme, ist aber ungewohnt und man bekommt ein Schmatzgeräusch dank Schmierfett innen mit dazu. Störend ist das nicht, irritiert nur anfangs, daher weisen wir darauf hin.

An der Stativ-Spitze gibt es einen Kugelkopf, bei diesem Preissegment ist das nicht selbstverständlich. Es gibt eine Gradskala und mit seitlicher Position kann man zudem Hochkant-Aufnahmen machen, für Fixierung und Reibungswiderstand sorgen Stellschrauben. Gut gefallen uns die beiden Wasserwaagen am Kopf, eine oben neben der Aufnahmeplatte, die andere an der Seite, integriert in ein Stellrädchen, die ist für das exakte Ausrichten bei Hochformat-Aufnahmen.

Dieses Stativ wiegt genau 1320 Gramm, hier ist Manfrotto mit Kohlefaser im Vorteil, denn deren Stativ ist bei gleichem Gewicht höher, beim Sawake sind immerhin 140 Zentimeter drin.

Wenn die Beine gut positioniert sind, steht es recht stabil und abhängig vom Untergrund muss etwas nachjustiert werden. Hilfreich ist ein dezenter Haken für ein Stabilisierungsgewicht, am oberen Segment bzw. der Mittelsäule gibt es aber einen Schwachpunkt. Wenn die Mittelsäule komplett ausgefahren ist, sinkt die Stabilität spürbar, das Gewicht bringt da auch nichts mehr. Der Schraubverschluss sollte daher gut festgezogen werden, dann wackelt es weniger, ganz beseitigen kann man das Problem aber nicht.

Insgesamt überzeugt dieses Stativ vor allem mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis, wirkliche Schwächen gibt es nicht. Wenn die kleineren Schnitzer kein Problem sind, ist der Gegenwert für den Kaufpreis definitiv gut. Ansonsten sollte man sich aber doch lieber ein Markenprodukt kaufen. Alle No-Name-Stative sind aber schlechter als das von Sawake.

Was gibt es sonst noch?

Das ESDDI TP-35 stammt von einem chinesischen Hersteller, der auf Foto-Zubehör spezialisiert ist, bei uns kann man seine Produkte momentan nur über Amazon beziehen. Dieses Stativ aus Aluminium ist qualitativ in Ordnung, aber allzu große Erwartungen sollte man nicht haben. Es steht stabil genug, nicht immer ganz sicher, eine Schwachstelle ist aber definitiv der Mittelpfosten. Herausgekurbelt wird der mit einer eher weniger soliden Kunststoffkurbel. Hier findet man viel Plastik, aber es gibt deutlich schlimmere Beispiele bei der Verarbeitung.

Was uns störte: auch wenn die Fixierschrauben weit geöffnet sind, ist beim Neigen vom 3-Wege-Kopfe der Widerstand zu groß. Fürs Fotografieren ist das noch in Ordnung, wird würden damit aber nicht filmen.

Bosch verkauft das BT 150 als Baustativ, denn hauptsächlich werden diese Stative beim Vermessen eingesetzt, wenn darauf aber nicht explizit hingewiesen würde, hätten wir das glatt übersehen. Denn es gibt Füße mit Gummi und einen Kopf mit 3-Wege-Neiger, wirkliche Unterschiede zum normalen Fotostativ sehen wir also nicht. Bei der Aufnahmeplatte gibt es ein 1/4-Zoll-Gewinde, auch das erinnert an Fotostative.

Maximal könnte ungewöhnlich sein, dass es kein Zubehör gibt. Die Qualität bewegt sich im Mittelfeld, das liegt vorwiegend an der recht guten Verarbeitung, 1250 Gramm Gewicht sind ebenfalls in Ordnung. Solider Stand, dennoch kann es wackeln, für den Bau würden wir es definitiv nicht nutzen. Für Fotos finden wir es okay, aber nicht toll.

Das Hama Action 165 3D ist hochwertiger als sein Schwestermodell, das wir ebenso im Test hatten. Den höheren Preis merkt man vorwiegend bei der Verarbeitung, Komfortfunktionen gibt es aber auch, etwa Schenkel, die von Schaumstoff ummantelt sind, das sorgt für guten Griff. Es gibt zwar nur eine Wasserwaage, da es recht stabil steht, macht das aber nicht so viel aus.

Gegenüber den günstigeren Modellen kann es sich definitiv behaupten, aber für eine Empfehlung reicht es nicht.

Auch wenn wir das WT3540 von Amazon Basics mit anderen billigen Stativen vergleichen, hier bekommt man extrem viel Plastik und die Qualität unterbietet die Konkurrenz definitiv. Beim Mittelpfosten sah man im Anschluss ans Hochkurbeln ziemlich deutlich abgeriebenen Kunststoff, stabil ist das Stativ nicht und unser Testmodell stand definitiv schief, als es ganz ausgefahren war, das hat man auch dank der eingebauten Wasserwaage gesehen. Das lag definitiv nicht an unserem Boden, denn die anderen waren gerade. Ein anderer Standort änderte an dem Problem auch nichts.

Daher können wir es definitiv nicht empfehlen und raten eher davon ab, nicht mal Grunderwartungen wurden erfüllt.

Wissenswertes über Stative

»Das beste Stativ« gibt es nicht, denn es kommt auf den Einsatzzweck an. Schwere Vollformatkameras brauchen eher stabile und schwere Stative, aber für die Reise ist das dann ungeeignet. Unhandlich kann es zudem werden, wenn der Fotograf groß ist und das Stativ da mithalten soll. Da helfen dann nur gute Klappmechanismen, damit man es platzsparend transportieren kann.

Kompromisse muss man immer machen, auch beim Preis. Billig ist ein gutes Stativ nicht. Wer ein günstiges und starkes Modell sucht, wird eines bekommen, das sich nicht so einfach transportieren lässt. Soll es günstig und mobil sein? Dann muss die Kamera entsprechend leicht sein oder gut festgehalten werden.

Kamerastativ für Einsteiger

Das Material

Inzwischen werden viele Stative aus Kohlefaser angefertigt, das erhöht die Stabilität und senkt das Gewicht, das Material ist auch als Carbon bekannt. Vor allem für Reisestative ist das gut, hier zählt geringes Gewicht. Zwischen Aluminium und Carbon in typischer Größe gibt es zwar nur etwa 300 bis 400 Gramm Unterschied, aber das sind immerhin zwischen 20 und 25 Prozent Ersparnis. Wenn man es den gesamten Tag herumschleppt, wird man das zu schätzen wissen. Allerdings zahlt man für Carbon-Stative mehr als für welche aus Aluminium.

Kompromisslose Stabilität bekommt man mit Holz. Das schafft auch eine hohe Traglast und ist gewappnet gegen Wackler und Schwingungen. Diese Stative gibt es aber nicht oft und teuer sind sie dann auch, zudem schwer und unflexibel. Für Einsteiger gibt es solche Modelle nicht, wir haben sie daher in diesem Test nicht behandelt.

Der Verschluss

Es gibt zwei verschiedene Verschlusstypen, die man bei den ausziehbaren Stativ-Beinen finden kann: zum Schrauben oder zum Klemmen. Was besser ist, ist wohl Geschmackssache, an sich ist beides gut. Wir finden, dass sich die Schraubverschlüsse schneller öffnen lassen per Hand, so groß ist der Zeitvorteil aber nicht.

Klemmverschlüsse findet man eigentlich nur bei günstigen Stativen, die hochpreisigen setzen auf die Schraubvariante. Die sind langlebiger, da Klemmverschlüsse schneller abbrechen können. Außerdem hat man mit Schraubverschlüssen die Möglichkeit, das Stativ zum Monopod umzubauen, also zum Einbein, durch die Konstruktion eignen sich Klemmverschlüsse dafür nicht.

3-Wege-Neiger oder Kugelkkopf?

Bei Stativen ist ein stabiler Stand wichtig und die Kamera muss man im gewünschten Winkel neigen können, der muss dann sicher fixierbar sein.

Beim Fotobereich haben sich zwei Standardtypen durchgesetzt, Drei-Wege-Neiger und Kugelköpfe. Die Drei-Wege-Neiger kann man mit drei Achsen genau einstellen, die sind besonders für Makro-Aufnahmen geeignet, etwa dann, wenn die Kamera nicht schnell neu ausgerichtet werden muss. Mit einem Kugelkopf geht es schneller, hier sitzt die Aufnahme auf einer Kugel und kann in alle Richtungen frei bewegt werden. Exakt fixieren bedarf dann etwas Übung. Zudem findet sich eine Skala, mit der der Drehwinkel genau abgelesen werden kann, vor allem bei Panorama-Aufnahmen hilft das.

So haben wir getestet

Wir haben nach einer ausführlichen Recherche 16 Stative für Einsteiger ausgesucht und getestet. Vor allem wurde dabei auf Handhabung, Größe und Verarbeitung geachtet.

Getestet wurde jedes der Stative mit zwei Canon-Spiegelreflexkameras, die wir ansonsten für Fotos in der Redaktion nutzen. Zudem haben wir auch die DJI Osmo Action draufgeschraubt.

Ein Smartphone haben wir nicht eingespannt, denn die wenigsten Stative haben dafür die Aufnahmestücke dabei und außerdem werden nur wenige Fotografen das Smartphone dafür nutzen. Außerdem ist ein Smartphone darauf optimiert, per Hand zu fotografieren, nur wenige Nutzer werden ISO-Wert, Belichtungszeit und weiteres extra einstellen. Gerade dafür lohnt sich aber das Stativ.

Vor allem die Stabilität ist wichtig, wenn so ein Stativ schon beim kleinsten Lufthauch wackelt, ist es sinnlos.

Da Fotografen oft nicht nur im eigenen Atelier fotografiere, sondern auch draußen, sollte ein Stativ mobil sein, hier sind die Packmaße ebenso wichtig wie ein geringes Gewicht.

Kamerastativ für Einsteiger Test: Stative Alle
Test 07/2019.

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