Test: Kamerastativ

Kamerastative für Einsteiger im Test : Fester Stand beim Fotografieren

Update 11.01.2021

Die Basis eines tollen Fotos sind eine optimale Kameraausrichtung und eine exzellente Bildschärfe. Stative sind so entworfen, dass sie den verschiedenen Bedürfnissen der Fotografen angepasst werden können. Wir haben 25 für Einsteiger getestet.

Update 11. Januar 2021

Wir haben neun weitere Stative getestet. Neue Empfehlungen sind das Benro TMA37AL und das Benro TSL08An00.

Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Als Fotograf braucht man oft ein Stativ, damit bekommt man eine stabile, feste Position zum Fotografieren. So werden die Bilder nicht verwackelt und kleine Nuancen lassen sich haargenau verändern.

Bei Stativen gibt es verschiedene Arten, darauf gehen wir im Ratgebertext näher ein. Wir haben uns hier auf Modelle für Einsteiger beschränkt, die preislich zwischen 20 und 150 Euro lagen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
AlleskönnerFur Studio-FotografenFür GlobetrotterFlexibel einstellbarTolles Preis-Leistungs-Verhältnis
Kamerastativ Test: ImageTest: Benro Tma37alTest Kamerastativ: Rollei Compact Traveler No. 1 CarbonKamerastativ Test: K&F Concept TM2515TTest Fester Stand beim Fotografieren: Benro TSL08AN00
Modell Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG Benro TMA37AL Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon K&F Concept TM2515T Benro TSL08AN00
Pro
  • Sehr stabiler Stand
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Komfortable Handhabung
  • Flexibel verstellbar
  • Zwei Wasserwaagen
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Extrem stabiler Stand
  • Gewaltige Arbeitshöhe
  • Hohe Nutzlast
  • Stabiler Stand
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Komfortable Handhabung
  • Fairer Preis
  • Geringes Packmaß
  • Leicht
  • Stabiler Stand
  • Komfortable Bedienung
  • Sehr flexibel verstellbar
  • Kugelkopf
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sehr stabiler Stand
  • Hübsches Design
  • Kugelkopf
Contra
  • Nicht ganz günstig
  • Relativ schwer
  • Großes Packmaß
  • Kein Kopf im Lieferumfang enthalten
  • Nicht ganz günstig
  • Nur eine Wasserwaage
  • Nur eine Wasserwaage
  • Nur eine Wasserwaage
  • Nicht als Einbeinstativ nutzbar
  • Nicht ganz günstig
Bester Preis
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Alleskönner: Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Alleskönner

Manfrotto Element Traveller Kit Carbon BIG

Kamerastativ Test: Image
Rundum gelungen: Das Element Traveller Kit macht nicht nur auf Reisen eine gute Figur.

Das Manfrotto Element Traveller Kit Carbon steht stabil und die Verarbeitung ist hervorragend, die Haptik gefällt uns ebenfalls gut und es ist angenehm schlicht, aber dennoch edel. Zu kaufen gibt es das Manfrotto als Reisestativ, Voraussetzungen dafür erfüllt es auch mit 42 Zentimetern in der Länge (Packmaß) und 1,3 Kilo Gewicht. Zuhause kann man es aber definitiv auch gut nutzen.

Ansonsten würde es sich gut als Alleskönner verkaufen lassen, denn es ähnelt stark dem »Allrounder« seines Konkurrenten Rollei, dem »Compact Traveller« genaugenommen. Der Grund dafür kann auch die Ausführung sein, wir hatten es in »Big« mit einer maximalen Arbeitshöhe von 164 Zentimetern, ansonsten gibt es auch »Small« mit 143 Zentimetern. Wir gehen davon aus, dass die beiden sich hinsichtlich der Qualität nicht groß voneinander unterscheiden, beziehen uns infolgedessen aber auf die getestete große Version.

Kaufen kann man dieses Stativ auch als Aluminium-Ausführung, ebenfalls in klein oder groß. Diese Variante ist schwerer, aber günstiger. Wenn man das Stativ also nicht primär als Reisestativ nutzen will, bekommt man hier eine gute Variante und spart etwas Geld.

Unser getestetes Carbon-Stativ ist beinahe ganz nachtschwarz, nur die Innensechskant-Schrauben der Schenkel haben einen metallischen Glanz und am Kopf gibt es gelbgrüne Wasserwaagen. Der Eindruck von diesem Stativ ist also edel und erwachsen. Das merkt man auch bei der Verarbeitung: kein Klappern, Knarzen, Wackeln oder Blockieren, wobei es natürlich blockiert, wenn man das will.

Hochwertige Verschlüsse halten alle beweglichen Teile am richtigen Platz. Pro Bein sind das je vier Schraubverschlüsse, die kann man einfach mit nur einer Hand schließen und öffnen. Einzeln handelt es sich je um eine Metallschnalle samt Einrastmechanismus mit gutem Verhältnis von Leichtgängigkeit und Widerstand, außerdem noch drei Regulierschrauben, die außen ummantelt sind von einer weiche, angenehmen und griffsicheren Gummischicht. Nur das Drehrad fürs Verstellen von der Mittelsäule, geriffelt, ist aus Kunststoff, bei Verarbeitung und Stabilität haben wir aber nichts zu meckern.

Die Aufnahmeplatte aus Metall ist stabil und sitzt auf einem Kugelkopf. Dieser ist gut beweglich und man kann ihn, wenn nötig, auch durch eine kurze einfache Drehung an der Schraube festziehen. Die Winkelgrad-Skala finden wir ebenfalls gut. Die gibt es zwar bei anderen Stativen mit Kugelkopf auch, hier ist sie aber etwas feiner aufgefächert, so kann man gleich auf exakt fünf Grad Neigung sehr genau arbeiten.

Außerdem gibt es für die Genauigkeit noch zwei Wasserwaagen, eine davon ist neben der Aufnahmeplatte oben, damit direkt vor aufgeschraubten der Kamera, die andere ist eingelassen ins Schraubrädchen, mit dem man die Platte löst oder feststellt, daher ebenso seitlich sichtbar. Wenn man den Kopf der Kamera kippt, um beispielsweise Aufnahmen in hochkant zu fotografieren, dreht man sie einfach nach oben. Sehr gut!

Das Stativ steht fest und sogar wenn die Mittelsäule ausgefahren ist, wackelt hier nichts. Als Reisebegleiter funktioniert der Manfrotto ebenfalls gut. Mit im Lieferumfang ist eine Tasche, die ist dick gefüttert, dämpft Stöße also gut ab. Wie gut können wir nicht sagen, ausprobiert haben wir das nicht.

Ein Nachteil: wenn man oft bodennah fotografiert, dürfte man sich über die Mittelsäule ärgern, die man nicht kippen kann. Selbst wenn die Beine vom Stativ in einen Spagat gehen, bleibt die Höhe der Säule übrig. Durch die Konstruktion lässt sich dieser Umstand auch nicht ändern. Falls das für Sie ein Problem ist, müssen wir leider vom Kauf abraten, ansonsten bekommt man aber ein tolles Allroundstativ für den täglichen Einsatz und Reisen.

Für Studio-Fotografen: Benro TMA37AL

Fur Studio-Fotografen

Benro TMA37AL

Test: Benro Tma37al
Für hochgewachsene Fotografen und luftige Perspektiven ist das TMA37AL hervorragend. Globetrotter sollten davon aber absehen.

Wer seinen Schwerpunkt nicht auf Gewicht oder Packmaß legt, findet in dem bulligen TMA37AL von Benro ein exzellentes Stativ. Das Manko der fehlenden Mobilität wird durch absolute Stabilität ausgeglichen. Außerdem ist das Modell auch das mit der größten Arbeitshöhe in unserem Test: 179 Zentimeter genügen mit Sicherheit auch hochgewachsenen Lichtbildnern.

Die tadellose Verarbeitung und die dicken Beine des Tripods gaben uns stets ein sicheres Gefühl beim Anmontieren der Testkamera. Die Stellfläche und die maximale Stativhöhe sind stattlich. Lediglich eine Unachtsamkeit, beispielsweise ein Stolpern des Fotografen über eines der Beine, könnte wohl zum Umfallen des Stativs führen. Verkürzt oder verlängert werden diese mittels Schraubverschlüssen, was komfortable und schnelle Anpassungen gestattet.

Die jeweiligen Verschlüsse an den Beinen sind massiv und lassen sich mittels ausladender Griffflächen exzellent bedienen. Für das Festhalten der Mittelsäule sorgt ein stabiler blauer Stellring. Zwei Flügel sorgen für eine gute Griffigkeit.

Überprüfen, ob das Benro gerade steht, lässt sich über eine eingebaute Wasserwaage oberhalb der Gelenke. Im Gegenteil zu der Mehrheit der getesteten Stative wird das Stativ ohne einen Kopf ausgeliefert. Wer sich sowieso einen eigenen Kopf aussuchen möchte, den wird dieser Umstand nicht stören. Möchten Sie aber lieber ein fertiges Stativ auspacken, wird Ihre Enttäuschung groß sein, das Modell zu den teureren Vertretern in unserem Testfeld gehört. Mit den Zusatzkosten für den Stativkopf müssen Sie also noch mehr Geld auf den Kassentisch legen. Für dieses Modell passen alle Köpfe mit 3/8 Zoll Gewindeschrauben.

Wir können allen Fotografen, die das Stativ nicht mit auf ihre Reise nehmen wollen und nicht auf den Kaufpreis achten müssen, das TMA37AL von Benro sehr empfehlen. Reisefreudige Zeitgenossen können sich am hohen Gewicht und großen Packmaß stören.

Für Globetrotter: Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Für Globetrotter

Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Test Kamerastativ: Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon
Grazil trifft stabil: Rollei liefert ein Reisestativ, das seinem Namen Ehre macht.

Beim Compact Traveller No. 1 Carbon von Rollei bekommt man ein Stativ mit grazilen und langen Beinen, stabil und hart sind sie auch und da das Stativ nur etwa ein Kilo wiegt, ist es angenehm leicht.

Wie bei Rollei typisch, ist es in Anthrazit und Schwarz gehalten, teils aufgebrochen durch glänzendes Rot. Wir fühlen uns an den Allrounder von Rollei erinnert, der aber filigraner und dünner als seine Schwester ist. Die Mittelsäule ist circa zwei Zentimeter dick, die Bein-Segmente sind nach unten schmal zulaufend.

Instabil wirkt es aber ganz und gar nicht. Hervorragende Verarbeitung, fast kein Kunststoff. Sowohl bei den Beinen als auch beim schmalen Kugelkopf mit den aufgerauten Fixierungsrädchen. Eines davon hat außerdem eine Wasserwaage. So kann das Stativ auch genutzt werden, um Hochkant-Aufnahmen zu machen, dafür handelt es sich hier aber um die einzige Wasserwaage im Stativ. Das verstehen wir nicht ganz, denn vor allem, wenn man oft im Querformat fotografiert, fehlt die zweite Wasserwaage definitiv.

Will man Panorama-Aufnahmen machen, so gibt es eine Skala, die gut abgestuft ist, jedoch ein wenig klein geraten. Wenn man kleine Schrift nur schwer entziffern kann, dürfte das schwierig werden.

Insgesamt hält das Stativ, was sein Name verspricht und ist optimiert auf die Mitnahme auf Reisen. Will man es nur stationär nutzen, sind andere Stative besser.

Flexibel einstellbar: K&F Concept TM2515T

Flexibel einstellbar

K&F Concept TM2515T

Kamerastativ Test: K&F Concept TM2515T
Der Yogameister unter den Stativen: Dank beweglicher Mittelachse lassen sich ungewöhnliche Perspektiven einnehmen.

Das K&F Concept TM2515T hat einen breiten Stand für seine Höhe. Gut ist das durchaus, denn es macht das Stativ recht sicher, aber das Tolle daran: Es kann nicht nur aufrecht stehen, sondern hat auch allerhand Verrenkungen drauf.

Beim Äußeren wird auf schwarzes, bulliges Metall gesetzt inklusive roter Akzente. Der Stativ-Kopf ist im direkten Vergleich zu den anderen größer und wirkt beinahe schon klobig, hässlich ist er aber nicht. Grund dafür: die Aufnahme vom Kugelkopf sitzt nochmal auf einer kipp- und drehbaren Kugel.

Wir kennen Säule zum Kippen bereits von Vanguard Veo 2s 265AB, bei dem ist aber die Konstruktion ein wenig anders und es sin bei unserem Testmodell etwa auch 360-Grad-Schwenks möglich.

Eine Wasserwaage am Kopf fehlt fürs Hochkant-Fotografieren. An Rationalisierungsmaßnahmen liegt das eher nicht, denn ein Reisestativ ist dieses Modell weniger. Es wiegt mehr als 1,6 Kilo, damit ist es recht schwer und das bei einer Arbeitshöhe von nur 134 Zentimetern. Beim Packmaß spiegelt sich die geringe Höhe auch nicht wider.

Fotografiert man also lieber stationär und in ungewöhnlichen Perspektiven, findet man hier dennoch ein gutes Stativ. Es ist einwandfrei verarbeitet und dank knickbarer Mittelsäule bleibt Raum für die »kreative Entfaltung«. Der Preis ist auch in Ordnung, wir können dieses Stativ daher für stationäre Aufnahmen definitiv empfehlen.

Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis: Benro TSL08AN00

Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis

Benro TSL08AN00

Test Fester Stand beim Fotografieren: Benro TSL08AN00
Nicht billig, sondern günstig: Das TSL08AN00 ist ein hervorragendes Stativ für erstaunlich wenig Geld.

Wollen Sie ein hervorragendes Stativ haben und dabei sparen, ist das optisch ansprechende TSL08AN00 von Benro vielleicht genau das Richtige. Neben einem hübschen Design begeisterte uns beinahe auch jeder weitere Aspekt: Das Stativ kann bombenfest platziert werden, verfügt über eine einwandfreie Verarbeitungsqualität und ist in kürzester Zeit dank lobenswerter Verschlüsse einsatzbereit. Der Gesamteindruck ist durchgängig von guter Qualität.

Im Gegensatz zu seinem eher bulligen Schwestermodell TMA37AL bemerkt man bei dem Benro TSL08AN00 sofort, dass es dem Herstellers wichtig war, ein Stativ mit wenig Gewicht zu produzieren, das sich ohne Probleme transportieren lässt. Dass der Hersteller es nicht als ein Reisestativ bewirbt, liegt am nicht allzu kleinen Packmaß von 51 Zentimetern.

Die Beine des Stativs besitzen aber weniger Durchmesser und wirkten auf uns infolgedessen eher grazil, was auf die Stabilität aber keine negativen Auswirkung hat. Leichteres Rütteln federn sie gut ab und bieten einen hervorragenden Widerstand gegen Außeneinwirkungen. Möchten Sie das Stativ darüber hinaus stabilisieren, kann das Gerät mit einem Haken aufwarten, an dem man Gewichte anbringen kann. Gemeinsam haben die Stative von Benro ein geschmackvolles Design, das die pechschwarzen Körper mit glänzenden metallisch-blauen Elementen kombiniert.

Das Benro TSL08AN00 kommt mit Kugelkopf, der wie auch das Kamerastativ einen schlankwüchsigen Aufbau und eine Schnellwechselplatte besitzt. Die Elemente zur Arretierung des Stativs sind praktischerweise gummiert und ermöglichen eine beachtlich angenehme Handhabung. Die aufgedruckte Winkelskala umfasst aber im Gegensatz zu anderen Konkurrenzmodellen nur ziemlich grobe Abstufungen.

Eine Wasserwaage sucht man am Kopf vergeblich, lediglich am Korpus des Stativs ist eine zu finden. Über dieser hat der Hersteller eine Arretierungsschraube verbaut, die sich aufgrund der großzügig bemessenen und gummierten Griffflügel hervorragend handhaben lässt.

Die in einem strahlend blau gehaltenen Aluminium-Schraubverschlüsse zum Fixieren beziehungsweise Ausziehen der Stativbeine sind dafür nicht gummiert. Dank der Rillen in ihrer Oberfläche, lassen sie sich gut und schnell bedienen. Dadurch ist das Benro sofort einsatzbereit. Die Tasche, die aus wasserabweisenden Material produziert ist, ist außerdem mit einer robusten Schnur versehen. In Schwarz und Blau gehalten, ist sie farblich an die Stativoptik angelehnt.

Am Stativ von Benro haben wir nur wenig auszusetzen: Eine fehlende zweite Wasserwaage und die mangelnde Möglichkeit, dass TSL08AN00 zu einem Monopod umbauen zu können sind schade, trotzdem sind wir durchweg zufrieden. Der Preis für das Gesamtpaket ist völlig in Ordnung.

Was gibt es sonst noch?

Auch das Vanguard Veo 2s 265AB hat uns überzeugt, sein Preis liegt ein wenig über dem der anderen Testmodelle, aber ist noch akzeptabel. Das Stativ ist in metallischem Grau gehalten, am Kopf findet man etwas Gelb. Hier gibt es ebenfalls gummierte Einstellräder und aufgeraut sind sie auch, das sorgt für einen guten Grip. Auch beim Griff findet man Gummi und durch die Haptik hat man beim Halten des Stativs ein gutes Gefühl.

Der Rest vom Kopf ist den anderen Testgeräten recht ähnlich, zwar mit einer gröberen Skala, um den Winkelgrad einstellen zu können, dafür ist sie aber auch größer beschriftet. Nach je 45 Grad findet man aufgedruckte Zahlen. Gleich bleibt die Abstufung bei den Maßstrichen mit fünf Grad, den genauen Winkel ablesen ist aber schwerer.

Neigt man den Kopf vom Stativ zur Seite, haben wir am Gelenk kreisrunde Schleifspuren erkennen können. Störend ist das zwar nicht, unschön aber dennoch. Jedoch scheint dieses Stativ eh nicht unbedingt auf Hochkant-Fotos ausgelegt zu sein, da es keine zweite Wasserwaage – wie beim Manfrotto – gibt.

Das Packmaß ist einen Zentimeter geringer als beim Manfrotto, weiter runter kommt es auch. Das geht dank klappbarer Mittelsäule, die lässt sich nach einer halben Drehung auch fixieren. Wenn die Beine so weit gestreckt sind, sieht es ein wenig aus, als hätte es ein Bus überfahren, aber man hat dadurch eine sehr gute Bodennähe. Fotografiert man also häufiger in niedrigen Perspektiven, ist es besser geeignet als das Manfrotto.

Nicht so aber beim Gewicht. Die maximale Arbeitshöhe beträgt 150 Zentimeter, das Gewicht: fast 1600 Gramm, schwerer also als die Carbon-Variante von Manfrotto.

Beide stehen aber sicher, der Preis ist ähnlich und auch die Funktionen gleichen sich insgesamt. Wer aber Wert auf Bodennähe beim Fotografieren legt, ist mit diesem Stativ besser beraten.

Einen richtigen Produktnamen hat das Sawake PO84BUK334 nicht, das wird dem Stativ nicht ganz gerecht, denn obwohl es den teuren Modellen gegenüber im Nachteil ist, ist es doch besser als die billigen Stative.

Äußerlich edel, dominiert von Schwarz, teils aufgebrochen von Gold. Einzig die glänzenden Kunststoffteile stören optisch etwas und passen nicht so ganz zum Aluminium. Aber die Qualität ist hochwertiger als man denken würde. Stabile Schraubverschlüsse an der Mittelsäule, die problemlos bedient werden können. Ebenso sind an den Stativ-Beinen die Klemmverschlüsse gut, leicht zu bedienen sind die aber nicht und eher schwergängig bzw. störrisch. Der Mechanismus klappt zudem gegen den Uhrzeigersinn auf, von oben aus gesehen. Somit kann man mit seiner rechten Hand kaum alle Klemmen zugleich öffnen.

Zum Fixieren von den Schenkeln gibt es Schnallen, die erstmal ungewöhnlich anmuten, bei vielen anderen Modellen wird die Verriegelung über Druck auf den Kippschalter gelöst, hier zieht man an Schnallen. Das geht zwar ohne Probleme, ist aber ungewohnt und man bekommt ein Schmatzgeräusch dank Schmierfett innen mit dazu. Störend ist das nicht, irritiert nur anfangs, daher weisen wir darauf hin.

An der Stativ-Spitze gibt es einen Kugelkopf, bei diesem Preissegment ist das nicht selbstverständlich. Es gibt eine Gradskala und mit seitlicher Position kann man zudem Hochkant-Aufnahmen machen, für Fixierung und Reibungswiderstand sorgen Stellschrauben. Gut gefallen uns die beiden Wasserwaagen am Kopf, eine oben nahe der Aufnahmeplatte, die andere an der Seite, integriert in ein Stellrädchen, die ist für das exakte Ausrichten bei Hochformat-Aufnahmen.

Dieses Stativ wiegt genau 1320 Gramm, hier ist Manfrotto mit Kohlefaser im Vorteil, denn deren Stativ ist bei gleichem Gewicht höher, beim Sawake sind immerhin 140 Zentimeter drin.

Wenn die Beine gut positioniert sind, steht es recht stabil und abhängig vom Untergrund muss etwas nachjustiert werden. Hilfreich ist ein dezenter Haken für ein Stabilisierungsgewicht, am oberen Segment bzw. der Mittelsäule gibt es aber einen Schwachpunkt. Wenn die Mittelsäule komplett ausgefahren ist, sinkt die Stabilität spürbar, das Gewicht bringt da auch nichts mehr. Der Schraubverschluss sollte daher gut festgezogen werden, dann wackelt es weniger, ganz beseitigen kann man das Problem aber nicht.

Insgesamt überzeugt dieses Stativ vor allem mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis, wirkliche Schwächen gibt es nicht. Wenn die kleineren Schnitzer kein Problem sind, ist der Gegenwert für den Kaufpreis definitiv gut. Ansonsten sollte man sich aber doch lieber ein Markenprodukt kaufen. Alle No-Name-Stative sind aber schlechter als das Modell von Sawake.

Freude hat uns das Element Mii von Manfrotto bereitet: Verarbeitungsqualität und Material gaben uns keinen Anlass zum Meckern. Die Bedienung des Stativs gelang ohne Probleme. Der im Lieferumfang enthaltene Kugelkopf besitzt eine Winkelskala und glänzt mit zwei Wasserwaagen für vertikale und horizontale Ausrichtungen. Die optimale Ausrichtung der Kamera wird dadurch sehr vereinfacht.

Obwohl die größte Arbeitshöhe mit 160 Zentimetern über dem Durchschnitt liegt, ist die Länge des Stativs zusammengeklappt nur 42,5 Zentimeter. Das Aluminium-Stativ ist damit besonders für mobile Aktionen geeignet, sein Gewicht von 1,5 Kilogramm passt allerdings nicht so ganz dazu. Für den mobilen Einsatz hat der Hersteller eine Tasche dazugelegt. Und für den Einsatz in einer regnerischen Umgebung hat der Hersteller alle wichtigen Stellen, wie beispielsweise den Griffbereich, gummiert. So kann man das Element Mii jederzeit präzise handhaben. Bei vielen Modellen in unserem Testfeld findet man stattdessen einen Schaumstoffüberzug.

Reine Geschmackssache ist das Aussehen des Manfrotto: Das farbenfrohe Muster, mit welchem das Stativ verziert ist, erweckte bei uns einen eher verspielten Eindruck. Ein erfrischender Gegensatz zum uniformen, seriösen und langweiligen Schwarz, welches die Mehrheit der Stative auszeichnet.

Der einzige Umstand, den wir bemängeln konnten, war die fehlende Möglichkeit das Stativ zu einem Monopod umzubauen. Ansonsten besitzt des Element Mii unserer Meinung nach keinen nennenswerten Fehler. Lediglich aufgrund des Kaufpreises scheitert es an den Konkurrenzmodellen. Vor allem aber an unserem Favoriten aus dem Hause Manfrotto, dem Element Traveller Kit Carbon, denn dieses Modell bietet ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Benro SystemGo Plus FGP18a kann man zwischen den zwei anderen Testmodellen des Herstellers in unserem Update 12/2020 platzieren. Das betrifft die maximale Nutzlast, das Packmaß, wie die maximale Arbeitshöhe bis hin zur Gesamtheit fast aller Rahmenaspekte. Die Verwandtschaft kann man ihm sofort ansehen – Blau und Schwarz sind hier ebenfalls die ausgewählten Farben.

Das FGP18a kommt ohne einen Stativkopf daher. In unserem Test gehörte es dennoch mit Abstand zu einem der teuersten Modelle. Eine gebührende Verarbeitungsqualität und Materialgüte sollte man da schon erwarten. Wir wurden jedenfalls nicht enttäuscht und hatten auch nichts zu bemängeln. Die Stabilität ist mit der des Schwesternmodells TSL08AN00 vergleichbar. Wir haben also hier auch keinen Grund zur Klage.

Das Stativ zeigt eine auffallende Besonderheit, wenn man mit der Mittelsäule arbeitet: Diese lässt durch ihre außerordentliche Flexibilität eine komplexe Ausrichtung der Kamera zu. Vergleichbar mit der K&F Concept TM2515T kann man die Kamera beispielsweise querstellen oder seitlich bis ganz nach unten kippen. Die Kamera hängt dann kopfüber und es ist möglich, mit ihr ganz nah über dem Erdboden zu fotografieren. Würde man die Stativbeine vollständig einfahren, dann ginge noch mehr, allerdings liegt die Kamera bereits auf dem Boden. Die Vorrichtung lässt sich selbstverständlich zusätzlich in jeder gewünschten Position dazwischen arretieren. Für enorme Präzision sorgen Längeneinteilung auf der Mittelsäule und eine exakte Winkelskala.

Wie seine Benro-Geschwister aus dem Test lässt sich auch dieses Stativ nicht zu einem Monopod umbauen. Sollten sie bereit sein, den etwas happigen Aufpreis zum bereits genannten K&F Concept TM2515T zu bezahlen oder sich vielleicht mehr Arbeitshöhe wünschen, dann könnte das Benro SystemGo Plus FGP18a etwas für Sie sein.

Aufgefallen ist uns als erstes die hohe Qualität des Materials des Manfrotto Befree Advanced. Der Hersteller hat dabei nur wenig Kunststoff verbaut. Die wenigen nichtmetallenen Teile wirken trotzdem sehr stabil. Oft betrifft das sogar an den Beinen des Stativs angebrachte Klemmverschlüsse – eine typischer Schwachpunkt. Diese besitzen die optimale Mischung zwischen Widerstand und Leichtigkeit. Dank eines Inbus-Schlüssels kann dieses aber für jeden der Verschlüsse individuell angepasst und verändert werden. Die anderen Gelenke und Scharniere sind ebenfalls sehr gut gelungen.

Oben thront ein Kugelkopf auf dem schlank gehaltenen Reisestativ. Dieser besitzt eine gute Verarbeitung und funktioniert tadellos. Unserer Meinung nach fällt er aber zu spartanisch aus. Winkelskala und Wasserwaage fehlen komplett. Gut gefallen hat uns dagegen der Aufnahmeplattenverschluss, der schnelle Wechsel ermöglicht. Eine schöne Sache, sollte man des Öfteren zwischen Stativen und Kameras tauschen.

Standfestigkeit ist wie bei den anderen getesteten Herstellermodellen kein Problem. Auch hier kann Manfrotto Befree Advanced mithalten. Das Gewicht des Stativs ist da schon problematischer: 1,6 Kilo ermittelten wir in unserer Messung des Gewichts, womit das Manfrotto zwar nicht irrwitzig schwer ist, dennoch aber über dem Gewicht der meisten getesteten Modelle lag. Für ein Reisstativ nicht gerade optimal. Allerdings haben wir die Aluminium-Variante getestet, das Modell mit Carbon fällt, wie erwartet, leichter aus.

Das Befree Advanced von Manfrotto hat uns ausgezeichnet gefallen, dennoch verpasst es angesichts einiger Kleinigkeiten nur knapp eine Empfehlung.

Der Allrounder von Rollei, hier in Carbon-Variante, soll laut Namensgebung das passende Stativ für jede Lebenslage sein. Dieser Anspruch wird mit einer Liste guter Eigenschaften verfolgt. Kunststoff hat der Hersteller abseits der Schaumpolstergriffe und einiger Drehschrauben fast gar nicht verbaut. Ein Kugelkopf findet sich am Stativ, alle schwenkbaren Teile sind starr beziehungsweise geschmeidig, so wie es benötigt wird. Die Kugelgröße des Kopfes ist sogar größer bemessen, was eine noch präzisere Ausrichtung ermöglicht.

Zu bemängeln ist aber trotzdem etwas: Die Winkelgrad-Skala ist sehr grob. Es findet sich nur eine einzige Wasserwaage am Stativ und auch die Verarbeitung ist nicht das, was man sich wünscht. An der Gummierung lassen sich kleine, abstehende Gummi-Härchen an den Schraubverschlüssen erkennen. Schon bei Lieferung war die Haltenase in der Mitte des Stativs abgebrochen. Die mittlere Platte aus Metall hatte daher etwas Spiel und rasselte bei Bewegung.

Besonders ärgerlich war das aber nicht, da das Problem mit Festziehen einer einzigen Schraube leicht behoben werden konnte. Wir gehen in diesem Fall von einem Montagsgerät aus. Die abgebrochene Nase ist allerdings so mini, dass das einem ähnlichen Teil im Dauereinsatz bestimmt auch passiert würde. Prophezeien wollen wir dies natürlich nicht.

Summa summarum ist das Allrounder ein stabiles Stativ, das sich angenehm handhaben lässt. Es ist bis auf wenige Kleinigkeiten gut verarbeitet. Wir meckern auf hohem Niveau.

Wissenswertes über Stative

»Das beste Stativ« gibt es nicht, denn es kommt auf den Einsatzzweck an. Schwere Vollformatkameras brauchen eher stabile und schwere Stative, aber für die Reise ist das dann ungeeignet. Unhandlich kann es zudem werden, wenn der Fotograf groß ist und das Stativ da mithalten soll. Da helfen dann nur gute Klappmechanismen, damit man es platzsparend transportieren kann.

Kompromisse muss man immer machen, auch beim Preis. Billig ist ein gutes Stativ nicht. Wer ein günstiges und starkes Modell sucht, wird eines bekommen, das sich nicht so einfach transportieren lässt. Soll es günstig und mobil sein? Dann muss die Kamera entsprechend leicht sein oder gut festgehalten werden.

Kamerastativ für Einsteiger

Das Material

Inzwischen werden viele Stative aus Kohlefaser angefertigt, das erhöht die Stabilität und senkt das Gewicht, das Material ist ebenfalls als Carbon sehr bekannt. Vor allem für Reisestative ist das gut, hier zählt geringes Gewicht. Zwischen Aluminium und Carbon in typischer Größe gibt es zwar nur circa 300 bis 400 Gramm Unterschied, aber das sind immerhin zwischen 20 und 25 Prozent Ersparnis. Wenn Sie das Stativ den gesamten Tag herumschleppen, werden Sie diese Ersparnis zu schätzen wissen. Allerdings zahlt man für Carbon-Stative mehr als für welche aus Aluminium.

Kompromisslose Stabilität bekommt man mit Holz. Das schafft auch eine hohe Traglast und ist gewappnet gegen Wackler und Schwingungen. Diese Stative gibt es aber nicht oft und teuer sind sie dann auch, zudem schwer und unflexibel. Für Einsteiger gibt es solche Modelle nicht, wir haben sie daher in unserem Test nicht behandelt.

Der Verschluss

Es gibt zwei verschiedene Verschlusstypen, die man bei den ausziehbaren Stativ-Beinen finden kann: zum Schrauben oder zum Klemmen. Was besser ist, ist wohl Geschmackssache, an sich ist beides gut. Wir finden, dass sich die Schraubverschlüsse schneller öffnen lassen per Hand, so groß ist der Zeitvorteil aber nicht.

Klemmverschlüsse findet man eigentlich nur bei preiswerten Stativen, die hochpreisigen setzen auf die Variante zum Schrauben. Die sind langlebiger, da Klemmverschlüsse schneller abbrechen können. Außerdem hat man mit Schraubverschlüssen die Option, das Stativ zum Monopod umzubauen, also zum Einbein, durch die Konstruktion eignen sich Klemmverschlüsse dafür nicht.

3-Wege-Neiger oder Kugelkopf?

Bei Stativen ist ein stabiler Stand wichtig und die Kamera muss man im gewünschten Winkel neigen können, der muss dann sicher fixierbar sein.

Beim Fotobereich haben sich zwei Standardtypen durchgesetzt, Drei-Wege-Neiger und Kugelköpfe. Die Drei-Wege-Neiger kann man mit drei Achsen genau einstellen, die sind besonders für Makro-Aufnahmen geeignet, etwa dann, wenn die Kamera nicht schnell neu ausgerichtet werden muss. Mit einem Kugelkopf geht es schneller, hier sitzt die Aufnahme auf einer Kugel und kann in alle Richtungen frei bewegt werden. Exakt fixieren bedarf dann etwas Übung. Zudem findet sich eine Skala, mit der der Drehwinkel genau abgelesen werden kann, vor allem bei Panorama-Aufnahmen hilft das.

So haben wir getestet

Wir haben nach einer ausführlichen Recherche 25 Stative für Einsteiger ausgesucht und getestet. Vor allem wurde dabei auf Handhabung, Größe und Verarbeitung geachtet.

Getestet wurde jedes der Stative mit zwei Canon-Spiegelreflexkameras, die wir ansonsten für Fotos in der Redaktion nutzen. Zudem haben wir auch die DJI Osmo Action draufgeschraubt.

Ein Smartphone haben wir nicht eingespannt, denn die wenigsten Stative haben dafür die Aufnahmestücke dabei und außerdem werden nur wenige Fotografen das Smartphone dafür nutzen. Außerdem ist ein Smartphone darauf optimiert, per Hand zu fotografieren, nur wenige Nutzer werden ISO-Wert, Belichtungszeit und weiteres extra einstellen. Gerade dafür lohnt sich aber das Stativ.

Vor allem die Stabilität ist wichtig, wenn so ein Stativ schon beim kleinsten Lufthauch wackelt, ist es sinnlos.

Da Fotografen oft nicht nur im eigenen Atelier fotografiere, sondern auch draußen, sollte ein Stativ mobil sein, hier sind die Packmaße ebenso wichtig wie ein geringes Gewicht.

Kamerastativ für Einsteiger Test: Stative Alle
Test 07/2019.

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