Gimbal Test: 20191009

Gimbals im Test : Ruckelfreie Videos mit dem Smartphone

Update 17.05.2021

Gimbals stabilisieren Kameras, Smartphones oder Action-Cams und bringen so mehr Ruhe in Videos. So sehen selbstgedrehte Filme gleich viel professioneller aus. 14 Gimbals für Smartphones und Action-Cams hatten wir im Test. Ein Modell hat sogar die Kamera bereits integriert.

Update 17. Mai 2021

Wir haben weitere Gimbals getestet. Der DJI Osmo Mobile 4 und der DJI Osmo Pocket 2 sind neue Empfehlungen.

30. September 2020

Wir haben fünf neue Gimbals getestet, gleich vier davon können wir empfehlen: Den DJI Osmo Mobile 3, den GoXtreme GX1, den FeiyuTech VLOG Pocket und den Hohem iSteady X.

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Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Früher hat man Videos mit dem Camcorder aufgenommen, heute übernehmen das zunehmend Smartphones und Action-Cams. Die sind nicht nur kleiner und handlicher, zumindest das Smartphone hat man auch immer dabei.

Smartphones unterstützen heutzutage oft nicht nur Full-HD-Auflösung, sondern auch Videos in 4K. Der einzige Nachteil besteht darin, dass die kleinen Gerätschaften selten einen optischen Bildstabilisator besitzen. Da kann ein Camcorder noch trumpfen. Schwenks und schnellere Bewegungen sind beim Filmen mit dem Mobiltelefon oder einer Actioncam eine schwierige Angelegenheit, wenn es gut aussehen soll.

Da verschafft ein Gimbal Abhilfe. Man steckt das Handy einfach in die Halterung, die an einem Griff befestigt ist, schließt es an und dann kann es losgehen mit Treppensteigen, Schwenks und so weiter – im Video sehen solche Bewegungen dann flüssig aus.

Die von uns getesteten Gimbals für Smartphones und Action-Cams ermöglichen keine kinoreifen Aufnahmen, doch die Ergebnisse werden deutlich besser als beim Filmen ohne Gimbal aus der Hand.

Ohne Schwächen: DJI OM 4

Ohne Schwächen

DJI OM 4

Test: Dji Om 4
Viele Funktionen, super Bedienkomfort, neue Magnethalterung und Falt-Mechanismus - der DJI OM 4 ist der Branchen-Primus.

DJI hat sich mittlerweile einen Ruf als hervorragende Drohnen-Schmiede erarbeitet. Weil es für eine gute Aufnahme aus der Luft auch die entsprechende Stabilisierung in Form eines Gimbals braucht, ist der Hersteller mittlerweile auch auf diesem Gebiet sehr versiert. Bester Beweis dafür: der Osmo Mobile 4.

In der vierten Generation des Osmo Mobile gibt es nun eine Magnethalterung. Man muss also lediglich noch das entsprechende Gegenstück in Form einer kleinen Metallplatte am Smartphone anbringen und schon wird magnetisch angedockt. Alternativ kann man auch eine Metallklammer verwenden, an der das Smartphone angeclipst wird. In beiden Fällen muss man auf die Magnethalterung vertrauen und in beiden Fällen stellen wir fest: hält bombenfest.

 Gimbal Test: Smartphone Halterung November2020 Dji Om4 Gefaltet
Mit dem Faltmechanismus ist die OM 4 der perfekte Begleiter für unterwegs.

Was die Verarbeitungsqualität und das Handling angeht, bewegt sich der Gimbal durchwegs auf einem hohen Niveau. Der Griff ist ergonomisch geformt und gummiert und die Maße des Gimbals sind genau richtig getroffen, um damit gut umgehen zu können.

Einmal in Betrieb genommen, wird das Smartphone fixiert und man kommt in den Genuss der butterweichen Schwenks und Neigungen, die damit möglich sind. Dank des 2.450 mAh starken Akkus funktioniert das satte 15 Stunden lang. Wieder aufgeladen wird der Stromspeicher durch einen USB-C-Anschluss, der sich an der Seite des Gimbals befindet.

Zwar unterstützt der Gimbal von DJI zahlreiche Kamera-Apps, den größten Funktionsumfang hat man aber bei der kostenlos erhältlichen Mimo-App. Hier kann man von der Zoom-Geschwindigkeit bis zum Weißabgleich alles einstellen. Die Funktion »ActiveTrack 3.0« sorgt dafür, dass die Kamera automatisch Personen oder Gegenständen folgt. In der Praxis funktioniert das allerdings nur bei recht langsamen Bewegungen. Die Kommunikation zwischen Gimbal und Smartphone erfolgt über Bluetooth.

 Gimbal Test: Smartphone Halterung November2020 Dji Om4 Details
Mithilfe des Joysticks, der sich übrigens sehr komfortabel bedienen lässt, wird das Smartphone geneigt und geschwenkt.

Die wichtigsten Funktionen sind selbsterklärend, dass ein roter Button für den Aufnahme-Start steht, hat sich beispielsweise schon seit langem durchgesetzt und muss deshalb nicht extra in der Anleitung nachgelesen werden. Der Akkustand wird mithilfe kleiner LEDs angezeigt, gezoomt wird über den an der linken Seite angebrachten Schiebeschalter.

 Gimbal Test: Smartphone Halterung November2020 Dji Om4 Stativ
Das kleine Stativ ist im Lieferumfang enthalten.

Dem Benutzer stehen unterschiedliche Modi zur Auswahl. Drückt man zum Beispiel zweimal hinter einander die Modus-Taste, genügt eine Drehung des Gimbals, um in den »Portrait«-Modus zu wechseln.

Auch Gestensteuerung beherrscht der Gimbal. So reicht schon eine zum Gruß erhobene Hand, um mit der Aufnahme zu starten. Wer schon einmal einen vernünftigen Schwenk mit seinem Smartphone versucht hat, der wird schnell gemerkt haben, dass das quasi immer ruckelig ist. Mit dem OM 4 wirken solche Schwenks samtig, als ob man dafür professionelles Equipment verwendet hätte — gut, hat man ja auch.

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Seine Leistungsgrenze erreicht der OM 4 bei sehr starkem Wind, oder wenn man während des Filmens springt. Für die filmerischen Alltagssituationen ist er allerdings mehr als ausreichend und sowohl seine Qualität, als auch seine Leistung auf einem sehr hohen Niveau.

Für Smartphone oder Action-Cam: GoXtreme GX1

Für Smartphone oder Action-Cam

GoXtreme GX1

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Wer sowohl mit Smartphone als auch mit Action-Cam einen guten Gimbal sucht, wird beim GoXtreme GX1 fündig.

Den GoXtreme GX1 kann man mit Smartphones und auch mit Action-Cams benutzen. Die passende Adapterplatte ist im Lieferumfang enthalten. Geliefert wird der Gimbal in einem Leder-Etui, das die Stabilisierungsstange aufnimmt und diese so beim Transport schützt.

 Gimbal Test: Unbenannfgffgt 1
Der Gimbal GoXtreme GX1 lässt sich mit Smartphone und Action-Cam benutzen.

Der Griff ist handlich, wäre aber durch eine Gummierung noch griffiger. Nachdem man das Smartphone in den Gimbal eingesetzt hat, muss man es mit einer Ausgleichsschraube und dem herausziehbaren Arm austarieren. Das Smartphone ist mit Gummibachen fest im Gimbal verankert. Diese schützen das Gehäuse auch vor Kratzern.

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Bevor man den Gimbal einschaltet, sollte das Handy oder die Kamera bereits eingesetzt und auf dem Smartphone die App Gimbal Pro installiert sein. Hat man Bluetooth aktiviert, werden Gimbal und Smartphone sofort gekoppelt. Mit dem runden Schiebeschalter in der Mitte des Gimbals lässt sich das Smartphone schwenken und neigen. Zoomen kann man über einen Schiebeschalter und auf der Rückseite befindet sich der Auslöser.

Es stehen insgesamt drei Modi zur Verfügung: Der Neige- und Schwenkmodus, der Schwenkmodus und der Sperrmodus. Möchte man in den vertikalen Aufnahmemodus wechseln, kann man einfach den Griff um 70 Grad neigen. Der Akku hat eine Betriebszeit von fast 12 Stunden. Den Gimbal kann man außerdem als Powerbank für das Smartphone benutzen.

In der App finden sich verschiedenen Einstellungen: So kann man die Auflösung verändern, einen Weißabgleich machen, HDR aktivieren, sowie das Bild anpassen. Außerdem gibt es hier Zeitlupe und Zeitraffer, den Panorama-Modus und Möglichkeiten der Gesichtsverfolgung und Gimbal-Anpassung. Auch Filmaufnahmen werden durch die GoXtreme GX1 sehr ordentlich stabilisiert.

Für die Hosentasche: FeiyuTech VLOG Pocket

Für die Hosentasche

FeiyuTech VLOG Pocket

Gimbal Test: Feiyu Tech Vlog 3 Axis Handheld Gimbal Stabilizer Black 869980
Der faltbare VLOG Pocket von FeiyuTech überzeugt bei Handling und Bewegungsglättung.

Auch der FeiyuTech VLOG Pocket ist faltbar konzipiert und lässt sich so gut verstauen. Der Gimbal kann mit Smartphones verwendet werden, die maximal 88 Millimeter breit sind und nicht über 240 Gramm wiegen. Über eine optionale Adapterplatte ist der Gimbal auch mit Action-Cams kompatibel. Mitgeliefert wird auch ein dreibeiniges Stativ mit entfaltbaren Füßen, das am Gewinde unten am Haltegriff angeschraubt werden kann.

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Ein kleiner Aufkleber zeigt an, wie das Smartphone richtig befestigt wird. Dieses wird dann über Bluetooth mit dem Gimbal gekoppelt. Das Tastenfeld besteht aus zwei Bedienknöpfen auf der Ober- und einer Taste auf der Rückseite. Um von der senkrechten in die waagerechte Position zu wechseln, drückt man zweimal die Funktionstaste. Hier wird auch festgelegt, ob sich das Smartphone frei bewegt oder fixiert ist.

Da der VLOG Pocket nur 272 Gramm leicht ist, lässt es sich mit ihm auch längere Zeit entspannt arbeiten. Die leisen Motoren ermöglichen weiche Smartphone-Bewegungen. Ist die Bewegungskompensation bei dem Smartphone deaktiviert, kann der Gimbal nicht jede Erschütterung vollständig ausgleichen. Der Akku hält mit einer Ladung zehn bis zwölf Stunden durch.

Die kostenlose Feiyu-App zeigt den virtuellen Joystick an, mit dem das Handy geschwenkt oder geneigt werden kann. Außerdem gehören zum Funktionsumfang diverse Filter, der Beauty-Modus, der Dolly-Zoom, Foto-Timer und die Möglichkeit, Fotos mit Objektüberlagerungen zu knipsen.

Mit integrierter Kamera: DJI Osmo Pocket 2

Mit integrierter Kamera

DJI Osmo Pocket 2

Test: Dji Osmo Pocket 2
Kleiner und leichter ist fast nicht möglich: Der DJI Osmo Pocket 2 vereint Kamera und Gimbal im Hosentaschenformat und liefert tolle Ergebnisse, außerdem besitzt er einen praktischen Zoom.

Der Osmo Pocket 2 bleibt, wie schon sein Vorgänger, seinem Namen treu, denn er passt in fast jede Jackentasche und wiegt nur 117 Gramm. Im Vergleich zur Vorgängerversion gibt es nun einen seitlich angebrachten Drucktaster und eine zusätzliche Mikrofonöffnung.

Das wichtigste Upgrade ist allerdings der auf 1/1,7 Zoll angewachsene CMOS-Sensor der mit 64 Megapixeln auflöst. Auch das Objektiv wurde verbessert, die größtmögliche Blende beträgt nun 1,8. Zudem wurde das Blickfeld um 13 Grad auf nun 93 Grad erweitert.

 Gimbal Test: Gimbaltest November2020 Dji Osmo Pocket2
Mit dem separaten Stativ gibt es praktisch keinen Ort, an dem man nicht mit der Pocket 2 filmen kann.

Die Datenrate beim Filmen beträgt bis zu 100 Mbit/s, die maximale Auflösung ist 4K. Für Freunde des erhöhten Kontrast (HDR) gilt das allerdings nicht, denn im HDR-Modus sind nur 2,7K drin. Natürlich gibt es auch verschiedene Video-Modi. Als ambitionierter Hobbyfilmer hat man die Wahl zwischen Motionlaps, Zeitraffer und Hyperlapse. Wer weniger ambitioniert ist oder wem die Erfahrung fehlt, der bekommt mit dem KI-Editor einen Assistenten zur Seite gestellt, der den Eigenkreationen eine professionelle Erscheinung verleiht.

Wer sich hingegen sicher genug fühlt, der kann auch in den »Pro-Mode« wechseln und sämtliche Parameter, vom ISO-Wert bis zur Verschlusszeit, selbst einstellen. Auch Zoomen kann man mit der Kamera. Je nach dem, welche Auflösung man gewählt hat, ist sogar ein achtfacher Zoom möglich.

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Das Display ist nicht besonders groß, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit aber völlig ausreichend. Wem das dennoch zu klein ist, der kann per Adapter (im Lieferumfang enthalten) sein Smartphone anschließen.

Die Videoqualität des Gimbals ist über alle Zweifel erhaben. Die Videos sind scharf, haben kräftige Farben und Vertikale wie auch Horizontale werden optimal stabilisiert. Selbst wenn man während des Filmens eine Treppe heruntersteigt, bügelt der Gimbal fast alle Wackler aus. Filmt man im UHD-Modus, hält der Akku etwa 1,5 Stunden.

 Gimbal Test: Gimbaltest November2020 Dji Osmo Pocket2 Linse
Die Drei-Achsen-Lagerung des Objektivs sorgt für perfekte Schwenks.

Die Videos der Osmo Pocket 2 sind toll stabilisiert und qualitativ über alle Zweifel erhaben. Erfreulich ist außerdem, dass mit der Neuauflage die Tonqualität verbessert wurde und nun auch Zoomen möglich ist. In Summe also ein gelungenes Update.

Intuitive Bedienung: Hohem iSteady X

Intuitive Bedienung

Hohem iSteady X

Test  Ruckelfreie Videos mit dem Smartphone: Hohem iSteady X
Der Hohem iSteady X ermöglicht ruhige Aufnahmen, stabilisiert über alle Achsen und ist sehr gut zu bedienen.

Zusammengefaltet benötigt der Hohem iSteady X mit 17,9 x 7,9 x 3,9 Zentimetern nicht viel Raum. Auf einer silbernen Metallblende am Griff befindet sich der Joystick mit dem das Smartphone gedreht, geneigt und gerollt werden kann. Links gibt es außerdem einen Zoomschalter. Die Halterung ist kompatibel für Handys, die 55 bis 90 Millimeter breit sind. Nicht kompatibel ist das Produkt mit den Modellen Xiaomi 10, Xiaomi 10 Pro und Xiaomi CC9 PRO. Mitgeliefert werden ein Transportbeutel sowie ein Stativ.

 Gimbal Test: Imbaltest Juli2020 Isteadyx Detail
Der zentrale Joystick, die beiden Knöpfe sowie der seitliche Schieberegler für den Zoom erlauben eine intuitive Bedienung.

Die Bedienung des iSteady X gelingt intuitiv: Bei bodennahen Aufnahmen wird das Smartphone in Eigenregie durch eine automatische Upside-Down-Erkennung sowie die Rotationstechnologie gedreht. Mit einem Klick kann zwischen der vertikalen und horizontalen Ausrichtung gewechselt werden. Man kann auch die Motoren sperren und den Gimbal so als Selfiestick verwenden.

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Die »Hohem Pro«-App ist kostenlos, zur Nutzung ist allerdings ein Kundenkonto erforderlich. In der App finden sich dann Funktionen wie Zeitraffer, Dolly-Zoom, Panorama-Videos, Objekt- und Gesichtsverfolgung, sowie Auflösungen bis 4K. Wird innerhalb der App gefilmt, ist dies mit kleineren Qualitätseinbußen verbunden: Die Belichtung und die Schärfe sind nicht perfekt beziehungsweise etwas überdreht. Man kann hier über die Kamera-App filmen oder manuell eingreifen.

Vertikal- und Horizontalschwenks sind mit dem Hohem iSteady X weitgehend wackelfrei und auch Treppensteigen wird gut kompensiert. Nur beim Laufen ist noch ein leichtes Pumpen zu erkennen. Den Unterschied zu Aufnahmen ohne Gimbal sieht man aber trotzdem deutlich.

Was gibt es sonst noch?

Mit diesem Gimbal bekommt man gleich beides: Kamera und Bildstabilisator: Der DJI Osmo Pocket ist sehr klein, dennoch steckt sehr viel in dem Hybriden. Er kann in UHD-Auflösung filmen und die Bewegungsglättung findet über drei Achsen statt. Das Gerät lässt sich einfach überall mitnehmen und stellt eine Komplettlösung dar.

Zeitlupe, Zeitraffer, Panorama, Face-Track, Selfie-, Gimbal- und Story-Modi gehören zum Funktionsumfang. Man kann einen Gegenstand markieren, dem die Kamera dann automatisch folgt. Die Bildstabilisierung klappt im Großen und Ganzen wunderbar, sogar bei schlechten Lichtverhältnissen. Nur beim Treppensteigen nimmt man die Auf- und Abwärtsbewegung noch wahr.

Besonders scharf gelingen die 4K-Aufnahmen: Man erhält hier natürliche Farben – nur bei schnellen Schwenks kommt der Autofokus nicht ganz mit, was die Kamera nicht gerade als Action-Cam auszeichnet. Das Gerät ist zudem nicht wasserdicht, es gibt aber ein Case für Unter-Wasser-Aktionen.

Der Gimbal bietet einen 1/2.3-Zoll-CMOS-Sensor, sowie 12 Megapixel. Es kann mit 3.840 x 2.160, respektive 1.920 x 1.080 Pixeln und 24 bis 60 Vollbildern pro Sekunde gedreht werden. 100 Megabit pro Sekunde ist hier die maximale Datenrate. Auch Fotos können im JPG- und RAW-Format geknipst werden. Der Akku hält etwa 140 Minuten und ist nach circa 70 Minuten aufgeladen. Allerdings ist er fest eingebaut und kann somit nicht ausgetauscht werden. Man kann das Gerät mit dem LC-Display oder über das Smartphone bedienen. WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen werden über das mitgelieferte Funkmodul hergestellt.

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Der Gimbal von DJI ist nur 12,19 Zentimeter lang und 2,86 Zentimeter breit. Trotzdem finden noch ein Display und ein eingebauter Akku Platz.

Um den Gimbal in Betrieb zu nehmen, muss er mit dem Smartphone verbunden werden. Das geschieht mit einem Lightning-Stecker oder USB-C. Überdies wird noch die kostenlose Mimo-App benötigt.

Mit dem Touchscreen und den zwei Knöpfen ist das Gerät gut zu bedienen, mit dem Smartphone klappt es aber noch besser. Man kann den Neigungswinkel des Geräts auch direkt am Gimbal verstellen, ein separates Bedienrädchen erleichtert das nochmals. Ein solches kann man im Set mit Funkmodul, Universalanschluss und einer Speicherkarte zusätzlich für circa 100 Euro kaufen.

Eine Veränderung zum Vorgängermodell Mobile 2 fällt direkt ins Auge: Der DJI Osmo Mobile 3 ist nun faltbar und kann so noch besser in der Handtasche oder im Rucksack verstaut werden. Im Set für 109 Euro ist eine Aufbewahrungstasche, vier Antirutsch-Pads, ein Handgelenkband sowie ein Netzkabel enthalten. Für 129 Euro bekommt man zusätzlich ein Stativgriff und ein Transportetui.

 Gimbal Test: Hnhk2 Av5
Mit dem Faltmechanismus kann man den Osmo Mobile 3 ganz einfach verstauen.

In Sachen Verarbeitungsqualität, Handling und Bedienbarkeit ähnelt der Osmo Mobile 3 seinem Vorgänger. Der ergonomische und gummierte Griff ist sehr handlich und mit 405 Gramm wiegt der Gimbal gerade richtig, um entspannt ohne zittern oder wackeln zu filmen. Eine manuelle Konfiguration ist nicht nötig: Ist das Smartphone richtig eingesetzt, fixiert und stabilisiert es sich automatisch. Mit dem Joystick lässt sich das Handy neigen und schwenken. Das Osmo Mobile 3 bietet außerdem größere Winkel als sein Vorgänger.

 Gimbal Test: 20191009
Das praktische Stativ ist im Set enthalten.

Der integrierte Akku hat eine Betriebszeit von 15 Stunden und wird über den USB-C-Anschluss an der Seite innerhalb von 2,5 Stunden wieder aufgeladen. Man kann den Gimbal auch als Powerbank zum Aufladen des Smartphones verwenden. Über die Modus-Tasten lassen sich auch viele Modi direkt am Gimbal auswählen. Mit dem roten Knopf werden Aufnahmen gestartet, auf der linken Seite befindet sich der Schalter zum Zoomen und die Zoomgeschwindigkeit kann man im Menü anpassen.

Viele Kamera-Apps werden von dem Osmo Mobile 3 unterstützt, die kostenlose Mimo-App bietet aber den größten Funktionsumfang. Auf der übersichtlichen Oberfläche kann man wählen zwischen Panorama, Zeitraffer, Hyperlapse, Weißabgleich, Joystick-Settings, dem Beautify-Modus, sowie verschiedenen Auflösungen. Mit dem »ActiveTrack« wird Personen oder Gegenstände selbstständig von der Kamera gefolgt. Im neuen »Story«-Modus werden aus einzelnen Aufnahmen Videos zusammengeschnitten – unterlegt mit verschiedenen Musikstilen wie Dynamisch, Elektro oder Lebendig.

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In Sachen Bewegungsglättung liefert der Osmo Mobile 3 gute Ergebnisse: Vertikale oder horizontale Schwenks, die mit freier Hand gefilmt wurden, sind meist leicht ruckelig. Mit dem Gimbal gefilmt erscheinen diese Szenen nun wie aus einem Guss. Die Ergebnisse sind zwar nicht perfekt, ist die Videostabilisierung im Smartphone aktiviert werden sie aber deutlich besser. Bei starkem Wind, Treppensteigen oder auf Schotterpisten stößt der Gimbal allerdings an seine Grenzen.

Für manche könnte auch der Rollei Actioncam Gimbal Steady Butler interessant sein, der sich, wie der Name schon sagt, für ActionCams eignet. Er ist etwas günstiger zu haben und kann auch als Powerbank genutzt werden. Leider bringt auch dieses Gerät das Problem mit, dass der Modus-Button bei GoPros nicht mehr erreicht werden kann.

Der GoPro Karma Grip funktioniert ausschließlich mit Kameras von GoPro. Er bringt einen hohen Komfort in der Handhabung mit, allerdings passen nur die Hero7 Black, Her06 Black und Hero5 Black ohne Erweiterung in die Halterung. Bei der Akku-Lauf- und Ladezeit hat der GoPro Karma Grip zudem Schwächen. Die Bildstabilisierung klappt aber exzellent.

Hier finden Sie alle Testvideos zu den getesteten Gimbals.

Was Sie über Gimbals wissen sollten

»Kardanische Aufhängung« ist der terminus technicus für die kleinen Bildstabilisatoren. Die angebrachte Kamera oder das Smartphone kann sich hier in allen Raumachsen frei bewegen und kann so auf Wunsch Bewegungen kompensieren.  Möglich wird das durch Sensoren und Elektromotoren, die blitzschnell auf kleine Bewegungen reagieren.

Gute Gimbals tilgen fast vollständig Schwingungen und Bewegungen, die beim Laufen, Treppensteigen oder sonstigen Bewegungen entstehen. Auch Aufnahmen, die aus dem Auto oder vom Fahrrad gefilmt wurden, erscheinen ruhig und geschmeidig.

Ein Gimbal braucht Strom und muss geladen werden – der Akku ist meist fest verbaut und kann per USB an den PC oder mit Netzteil an die Steckdose angeschlossen werden.

Nicht nur die Bewegungskompensation ist eine nützliche Funktion – auch Schwenk-, Neige-, und Kippmanöver sind mit den kleinen Helfern möglich und professionalisieren das Filmen. Auch das Zoomen mit Smartphones gelingt mit ihnen fließender.

Mit Apps können diese Funktionen noch besser genutzt und gesteuert werden. Sie bringen oft sogar noch mehr kreative Möglichkeiten, wie Zeitlupe, Zeitraffer und Panorama-Aufnahmen mit. Auch Face-Tracking ist praktisch, hier folgt die Kamera automatisch einem Gesicht.

Ein Gimbal muss natürlich zum verwendeten Gerät passen – es gibt Modelle für Action-Cams oder für Smartphones. Bei letzterem sollte man überprüfen, ob das Handy in die vorgesehene Halterung passt und nicht zu schwer ist. Bei den Gimbals für Action-Cams stehen die kompatiblen Modelle auf den Verpackungen, meist haben sie aber eine ähnliche Größe.

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