Gimbal Test: Dfdfdf

Gimbals im Test : Ruckelfreie Videos mit dem Smartphone

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Update 16.09.2019

Gimbals stabilisieren Kameras, Smartphones oder Action-Cams und bringen so mehr Ruhe in Videos. So sehen selbstgedrehte Filme gleich viel professioneller aus. 7 Gimbals für Smartphones und Action-Cams hatten wir im Test. Ein Modell hat sogar die Kamera bereits integriert.

Update 16. September 2019

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind nach wie vor aktuell.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Früher hat man Videos mit dem Camcorder aufgenommen, heute übernehmen das zunehmend Smartphones und Action-Cams. Die sind nicht nur kleiner und handlicher, zumindest das Smartphone hat man auch immer dabei.

Smartphones unterstützen heutzutage oft nicht nur Full-HD-Auflösung, sondern auch Videos in 4K. Der einzige Nachteil besteht darin, dass die kleinen Gerätschaften selten einen optischen Bildstabilisator besitzen. Da kann ein Camcorder noch trumpfen. Schwenks und schnellere Bewegungen sind beim Filmen mit dem Mobiltelefon oder einer Actioncam eine schwierige Angelegenheit, wenn es gut aussehen soll.

Da verschafft ein Gimbal Abhilfe. Man steckt das Handy einfach in die Halterung, die an einem Griff befestigt ist, schließt es an und dann kann es losgehen mit Treppensteigen, Schwenks und so weiter – im Video sehen solche Bewegungen dann flüssig aus.

Die von uns getesteten Gimbals für Smartphones und Action-Cams ermöglichen keine kinoreifen Aufnahmen, doch die Ergebnisse werden deutlich besser als beim Filmen ohne Gimbal aus der Hand.

Erste Wahl für Smartphones: DJI Osmo Mobile 2

Der DJI Osmo Mobile 2 hat eine angenehme Haptik, ist gut verarbeitet und ermöglicht ruhige Videoaufnahmen. Die Kamera lässt sich mit einem Joystick drehen und schwenken und mit einem Schiebeschalter kann man die Zoomfunktion aktivieren. Der Akku hält dabei ganze 15 Stunden.

Auch sonst hat der Gimbal von DJI kaum Schwächen. Der Akku ist im Griff verbaut. was sehr angenehm ist: Das Gerät ermöglicht mit seinem Gewicht eine ruhige Kameraführung. Es ist aber auch nicht zu schwer und die Hände ermüden bei langem Filmen nicht.

Handhabung

Smartphones mit einer Breite von 58,6 bis 85 Millimetern und einer Dicke bis 8,9 Millimetern passen in das Gerät. Das Gewicht sollte nicht mehr als 240 Gramm betragen und natürlich muss das Smartphone auch kompatibel mit dem Gimbal sein. Handys sind gut vor Kratzern geschützt, da die Halterung gummiert ist.

Der Griff ist praktischerweise angeraut, das erhöht den Grip. Auch die Ergonomie lässt nichts zu wünschen übrig. Der Lipo-Akku mit 2.600 Milliampere ist nach 2,5 Stunden vollständig geladen. Er hält dabei 2 bis 15 Stunden am laufenden Band durch. Wenn dem Smartphone, das wesentlich weniger Energie liefert, der Saft ausgehen, fungiert der Osmo gleich noch als Powerbank.

Um das Gerät zu bedienen, braucht man die DJI Go-App. Mit ihrer Hilfe verbindet sich der Gimbal mit dem Smartphone. Die App ist übersichtlich und bereichert die Benutzung des Geräts ungemein. Einzel- und Intervallaufnahmen können – auch mit HDR für mehr Kontrast – ausgewählt werden. Auch Zeitlupe, Zeitraffer und Hyperlapse können hier eingestellt werden. Mit der Funktion Active Track kann man einen Gegenstand markieren: Das Smartphone oder die Actioncam folgen dem Objekt dann automatisch.

Man kann aus 4K, 1080p und 720p die gewünschte Auflösung wählen, auch der Weißabgleich kann automatisch angepasst werden. Mit dem Beauty-Modus ist es möglich, die Aufnahmen weiter zu beeinflussen. Insgesamt lässt sich das Gerät mit der App sehr gut bedienen.

Mit der App kann man das Gerät auch kalibrieren, sodass der Gimbal immer optimal justiert wird. Allerdings müssen erst Justierbügel und die Halterung angepasst werden – das geht aber einfach von der Hand.

Das Smartphone kippt und dreht man über den Joystick. Die Geschwindigkeit ist dabei nicht zu langsam und nicht zu schnell. Der rote Knopf startet die Aufnahme und über den Akkustand wird man durch kleine LEDs informiert. Mit dem M-Button wird der Gimbal an- und ausgeschaltet. Auch den Modus kann man hier wechseln. Das Smartphone kann frei gedreht werden oder auch in seiner Position verharren, unabhängig von Bewegungen. Der Schiebeschalter für den Zoom befindet sich links an der Seite. Über das Menü kann man das Tempo des Zoomens einstellen.

Der Gimbal besitzt vier unterschiedliche Modi. Wenn man die M-Taste zweimal schnell drückt, zentriert sich das Smartphone. Diese Funktion ist nützlich, wenn man das Gerät nach einem Schwenk in eine Ruheposition gebracht hat. Sobald man den Gimbal über Kopf dreht, aktiviert sich automatisch der Underslung-Modus, mit dem man gut in Bodennähe filmen kann. Der Flashlight-Modus bewirkt, dass man den Gimbal nur noch nach oben und unten bewegen kann. Zu guter Letzt gibt es auch einen Portait-Modus, den man mit einer Drehung um 90 Grad nach links oder rechts aktiviert.

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Für die Preisklasse erzielt die DJI Osmo Mobile 2 überraschend gute Stabilisierungs-Ergebnisse, wie man in unserem Testvideo sehen kann. Wenn man aus dem Auto filmt oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, gelingen Videos wesentlich besser als ohne Bildstabilisator. Wenn man ganz normal läuft, glättet der Gimbal Bewegungen nahezu perfekt. Nur in Extremsituationen stößt der Gimbal an seine Greznen. Bei sehr starkem Wind, auf Schotter oder bei Sprüngen kann er keine Ruckelfreiheit garantieren.

Abgesehen vom besseren Videoergebnis wird auch das Filmen mit dem Smartphone selbst viel komfortabler. Man kann es nicht nur besser halten sondern kann über den Gimbal auch auf alle wichtigen Filmfunktionen zugreifen.

Für Actioncams: FeiyuTech G6

Der Gimbal FeiyuTech G6 ist vor allem mit den Action-Cams von GoPro, aber auch mit einigen Geräten anderer Hersteller kompatibel. Die Handhabung ist einfach, der Funktionsumfang dennoch groß.

Die eigentliche Aufgabe, die Bewegungsglättung, bewältigt er sehr gut. Das Gerät ist im Betrieb leise und ermöglicht ein viel angenehmeres Filmen mit Action-Cams. Mit dem Gimbal kann man die Action-Cam nach vorn und hinten neigen, nach links und rechts schwenken lassen oder kippen. Ein kleines Display ist im Griff verbaut, so hat man sein Motiv in jeder Situation immer gut im Blick.

Sobald man den Gimbal auf den Kopf dreht, dreht sich auch die Kamera mit. Das Filmen in Bodennähe stellt also kein Problem dar. Mit dem M-Button kann man die Cam in einer bestimmten Stellung verharren lassen, Bewegungen werden entsprechend ausgeglichen. Außerdem bietet der Gimbal drei Modi für die Kameraführung, die einwandfrei funktionieren. Die englische Anleitung könnte allerdings präziser sein.

Der Gimbal ist sehr massiv gebaut – viele Teile bestehen aus Aluminium und die Gummierung am Griff ermöglicht guten Grip. Mit einem Schraubgewinde wird die Action-Cam stabil auf den Gimbal montiert.

Die Bedienung des G6 ist denkbar einfach: Nur der Aufnahme-Knopf, der Modus-Button und ein runder Joystick sind auf der Oberfläche verbaut. Per Joystick wird die Kamera nach links, rechts, oben und unten geschwenkt. Mit einem Schiebeschalter auf der Rückseite kann man den seitlichen Neigungswinkel der Kamera verstellen – dadurch ist jede erdenkliche Position der Actioncam möglich.

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Über Bluetooth verbindet sich der Gimbal mit der kostenlosen App Feiyu ON auch mit dem Smartphone. Das Gerät kann dann kalibiriert werden, Modi werden gewechselt und auch die Joystick-Empfindlichkeit kann hier eingestellt werden. Auch automatische Rotationsmodi können mit der App eingerichtet werden. Der Funktionsumfang bei Gimbals für Smartphones ist allerdings größer.

Leider kommt man bei einer GoPro durch die Anbringung mit zwei kleinen Feststellschrauben nicht mehr richtig an den Modus-Wahlknopf. Das Display zeigt den Akkustand an und welchen Modus man gerade verwendet. Der Gimbal darf erst eingeschaltet werden, wenn die Action-Cam eingesetzt ist. Andernfalls bewegt sich die Halterung willkürlich hin und her. Bei manchen Neigungseinstellungen kann der Bildschirm der Actioncam leider verdeckt sein. Der Akku des Geräts hält etwa einen halben Tag durch.

Der FeiyuTech G6 punktet also weniger mit der App, sondern mit der direkten Bedienung.

Integrierte Kamera: DJI Osmo Pocket

Mit diesem Gimbal bekommt man gleich beides: Kamera und Bildstabilisator: Der DJI Osmo Pocket ist sehr klein, dennoch steckt sehr viel in dem Hybriden. Er kann in UHD-Auflösung filmen und die Bewegungsglättung findet über drei Achsen statt. Das Gerät lässt sich einfach überall mitnehmen und stellt eine Komplettlösung dar.

Zeitlupe, Zeitraffer, Panorama, Face-Track, Selfie-, Gimbal- und Story-Modi gehören zum Funktionsumfang. Man kann einen Gegenstand markieren, dem die Kamera dann automatisch folgt. Die Bildstabilisierung klappt im Großen und Ganzen wunderbar, sogar bei schlechten Lichtverhältnissen. Nur beim Treppensteigen nimmt man die Auf- und Abwärtsbewegung noch wahr.

Besonders scharf gelingen die 4K-Aufnahmen: Man erhält hier natürliche Farben – nur bei schnellen Schwenks kommt der Autofokus nicht ganz mit, was die Kamera nicht gerade als Action-Cam auszeichnet. Das Gerät ist zudem nicht wasserdicht, es gibt aber ein Case für Unter-Wasser-Aktionen.

Mit einem 1/2.3-Zoll-CMOS-Sensor und 12 Megapixeln ist der Gimbal ganz ordentlich ausgestattet. Es kann mit 3.840 x 2.160 oder 1.920 x 1.080 Pixeln und 24, 25, 30, 48, 50 oder 60 Vollbildern pro Sekunde gedreht werden. 100 Megabit pro Sekunde ist hier die maximale Datenrate. Auch Fotos können im JPG- und RAW-Format geknipst werden. Der Lipo-Akku mit 875 Milliamperestunden hält etwa 140 Minuten und ist in circa 70 Minuten aufgeladen. Er ist allerdings fest verbaut und kann somit nicht ausgetauscht werden. Man kann das Gerät mit dem LC-Display oder über das Smartphone bedienen. Bluetooth- oder WLAN-Verbindungen können über das mitgelieferte Funkmodul hergestellt werden.

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Der Gimbal von DJI ist nur 12,19 Zentimeter lang und 2,86 Zentimeter breit. Trotzdem finden noch ein Display und ein eingebauter Akku Platz.

Um den Gimbal in Betrieb zu nehmen, muss er mit dem Smartphone verbunden werden. Das geschieht mit einem Lightning-Stecker oder USB-C. Überdies wird noch die kostenlose Mimo-App benötigt.

Mit dem Touchscreen und den zwei Knöpfen ist das Gerät gut zu bedienen, mit dem Smartphone klappt es aber noch besser. Man kann den Neigungswinkel des Geräts auch direkt am Gimbal verstellen, ein separates Bedienrädchen erleichtert das nochmals. Ein solches kann man im Set mit Funkmodul, Universalanschluss und einer Speicherkarte zusätzlich für circa 100 Euro kaufen.

Was gibt es sonst noch?

Für manche könnte auch der Rollei Actioncam Gimbal Steady Butler interessant sein, der sich, wie der Name schon sagt, für ActionCams eignet. Er ist etwas günstiger zu haben und kann auch als Powerbank genutzt werden. Leider bringt auch dieses Gerät das Problem mit, dass der Modus-Button bei GoPros nicht mehr erreicht werden kann.

Der GoPro Karma Grip funktioniert ausschließlich mit Kameras von GoPro. Er bringt einen hohen Komfort in der Handhabung mit, allerdings passen nur die Hero7 Black, Her06 Black und Hero5 Black ohne Erweiterung in die Halterung. Bei der Akku-Lauf- und Ladezeit hat der GoPro Karma Grip zudem Schwächen. Die Bildstabilisierung klappt aber exzellent.

Ein weiteres Gerät fürs Smartphone ist der Zhiyun Smooth 4. Das Mobiltelefon sollte 85 Millimeter Breite und ein Gewicht von 210 Gramm nicht überschreiten. Die Bedienung gelingt nicht ganz so einfach wie bei den anderen Testkandidaten, dafür klappt auch hier die Bildstabilisation ohne Probleme. Neigen und Drehen ist aber nicht möglich.

Hier finden Sie alle Testvideos zu den getesteten Gimbals.

Was Sie über Gimbals wissen sollten

»Kardanische Aufhängung« ist der terminus technicus für die kleinen Bildstabilisatoren. Die angebrachte Kamera oder das Smartphone kann sich hier in allen Raumachsen frei bewegen und kann so auf Wunsch Bewegungen kompensieren.  Möglich wird das durch Sensoren und Elektromotoren, die blitzschnell auf kleine Bewegungen reagieren.

Gute Gimbals tilgen fast vollständig Schwingungen und Bewegungen, die beim Laufen, Treppensteigen oder sonstigen Bewegungen entstehen. Auch Aufnahmen, die aus dem Auto oder vom Fahrrad gefilmt wurden, erscheinen ruhig und geschmeidig.

Ein Gimbal braucht Strom und muss geladen werden – der Akku ist meist fest verbaut und kann per USB an den PC oder mit Netzteil an die Steckdose angeschlossen werden.

Nicht nur die Bewegungskompensation ist eine nützliche Funktion – auch Schwenk-, Neige-, und Kippmanöver sind mit den kleinen Helfern möglich und professionalisieren das Filmen. Auch das Zoomen mit Smartphones gelingt mit ihnen fließender.

Mit Apps können diese Funktionen noch besser genutzt und gesteuert werden. Sie bringen oft sogar noch mehr kreative Möglichkeiten, wie Zeitlupe, Zeitraffer und Panorama-Aufnahmen mit. Auch Face-Tracking ist praktisch, hier folgt die Kamera automatisch einem Gesicht.

Ein Gimbal muss natürlich zum verwendeten Gerät passen – es gibt Modelle für Action-Cams oder für Smartphones. Bei letzterem sollte man überprüfen, ob das Handy in die vorgesehene Halterung passt und nicht zu schwer ist. Bei den Gimbals für Action-Cams stehen die kompatiblen Modelle auf den Verpackungen, meist haben sie aber eine ähnliche Größe.

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