Fotovergnügen zum kleinen Preis Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii

Einsteiger-Systemkameras im Test : Fotovergnügen zum kleinen Preis

Update 16.06.2021

Wer davon träumt, seine Foto-Skills weiter auszubauen und dafür nicht mehr nur sein Smartphone verwenden möchte, wird sich freuen! Denn es gibt bereits für unter 500 Euro gute Systemkameras, die sich sehen lassen! Wir haben 7 Einsteiger-Systemkameras getestet.

Update 16. Juni 2021

Mittlerweile ist die Canon EOS M200 in diese Preisklasse unter 500 Euro inklusive Objektiv gerutscht. Die Kamera kam Ende 2019 auf den Markt und ist damit die jüngste Kamera unter den sehr günstigen Einsteiger-Systemkameras und hat es direkt in unsere Empfehlungen geschafft. Die Olympus OM-D E-M10 Mark II ist nicht mehr erhältlich und wurde aus dem Test entfernt.

Jan-Markus Rupprecht
ist Chefredakteur und Herausgeber von digitalkamera.de und digitalEyes und testet alle Arten von Kameras.

Günstigere Kameras und dann auch noch inklusive Objektiv sind immer etwas ältere Modelle, denn unter 500 Euro ist bei Neueinführungen oder Angeboten im besten Fall eine Kamera ohne Objektiv zu erhalten. Doch das ist nichts Schlechtes, denn gerade für Einsteiger eignet sich diese Preisklasse hervorragend. Da die meist auch noch keine Objektive besitzen, ist es nur praktisch, dass die meisten der günstigen Kameras gar nicht ohne ein günstigeres Objektiv, also nur als sogenanntes »Kit«, zu kaufen sind.

Wir haben 7 dieser Einsteiger-Systemkameras genauer angesehen und einige Empfehlungen formuliert.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Rundum überzeugendAuch sehr gutGrößerer SensorMit Selfie-Touchscreen
Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii Mit 14 42 Mm Ez [foto Olympus] B5ux5gTest: Panasonic Lumix Dmc Gx80 Mit 12 32 Mm [foto Panasonic] X03rwiTest: Sony Alpha 6000 Mit Sel P1650 Schwarz Schwarz [foto Sony] ZztbdkTest  Fotovergnügen zum kleinen Preis: Canon EOS M200
Modell Olympus OM-D E-M10 Mark III Panasonic Lumix DMC-GX80 Sony Alpha 6000 Canon EOS M200
Pro
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • 4K-Video mit 30 Bildern/s
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • Größerer APS-C-Format-Sensor
  • 24 Megapixel
  • APS-C-Format-Sensor
  • 24 Megapixel
  • Touchscreen-Monitor mit Selfie-Funktion
Contra
  • Nur 16 Megapixel
  • Nur 16 Megapixel
  • Kein 4K-Video
  • Kein Sucher
Bester Preis
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Rundum überzeugend: Olympus OM-D E-M10 Mark III

Rundum überzeugend

Olympus OM-D E-M10 Mark III

Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii Mit 14 42 Mm Ez [foto Olympus] B5ux5g
Tolle Bildqualität, tolle Verarbeitung und technisch ganz weit vorne.

Die Olympus OM-D E-M10 Mark III ist noch nicht lang in der Kategorie der Einsteiger-Systemkameras. Während die Olympus-Kamera anfangs ohne Objektiv und deutlich teurer angeboten wurde, ist sie jetzt sogar mit Objektiv für weniger als 500 Euro zu haben.

Dass die OM-D E-M10 Mark III zunächst einem höheren Preissegment zugehörig war, merkt man schon durch ihre hochwertige Verarbeitung. Das Gehäuse ist zwar aus Kunststoff, dafür sind aber die Bedienräder aus robustem Metall. Außerdem ist die Kamera in einem ansprechenden Retro-Look gestaltet.

Vorderseite und Griffbereich haben eine genarbte Gummierung. In kleinen sowie mittelgroßen Händen liegt die Kamera daher sehr gut. Für große Hände sind Systemkameras dieser Preisklasse eventuell generell etwas zu klein geraten.

Passend zum kleinen Gehäuse hat die Kamera ein kleines Objektiv. Es ist ein Pancake-Objektiv mit einer Brennweite von 14-42 mm, das ausgeschaltet sehr flach ist und beim Einschalten motorisch ausfährt (Pancake, zu Deutsch Pfannkuchen, werden besonders flache Objektive genannt). Ebenfalls motorisch erfolgt die Zoomverstellung. Das ist nicht wirklich ein Vorteil, sondern eher als Feature zu sehen.

Das Pancake-Objektiv kostet allerdings etwas mehr, für weniger als 500 Euro ist nur das normale Objektiv erhältlich. Bei dem muss mechanisch von Hand gezoomt werden. Ausgeschaltet hat es auch deutlich größere Maße. Qualitativ ist das normale Objektiv aber auf einer Ebene mit der Pancake-Variante, dennoch ist der Motorzoom ein nettes Extra.

Die Kamera an sich ist sehr einsteigerfreundlich, selbst wenn sich vielleicht der ein oder andere erst an die Menüs und das Bedienkonzept von Olympus gewöhnen muss. Zum Teil lehnt sich die Bedienung an langjährige Traditionen, andererseits wird mit Neuem experimentiert. Insgesamt ergibt das ein nicht ganz rundes Ergebnis, das Nutzer klassischer Kameramenüs etwas Einarbeitungszeit kostet.

Überraschen kann die Olympus dafür mit ausgefeilten Funktionen: Der erweiterte Fotomodus (AP auf dem Programmwahlrädchen für »Advanced Photo«) ist eine davon. Wem Fotofilter Freude bereiten, sollte den Kreativfilter ausprobieren (ART auf dem Wahlrad). Sie sind schön gemacht, die Auswirkung ist bereits vor dem Auslösen zu sehen und sie können zudem bei Videos angewendet werden.

Bedient wird die Systemkamera über Tasten sowie über den hellen Touchscreen. Der kann 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten geneigt, aber nicht in Selfie-Stellung gedreht werden. Durch das Kippen kann aber beispielsweise bequem über Menschenmengen oder von einer niedrigen Position aus fotografiert werden.

Wer gerne Sucher nutzt, kann sich freuen: Der Sucher der Olympus ist hochauflösend und elektronisch und kann in hellem Licht genauso wie für »konzentriertes« Fotografieren genutzt werden. Bei Systemkameras dieser Preisklasse sind Sucher übrigens absolut keine Selbstverständlichkeit, einige der Geräte stellen einzig den Monitor zur Verfügung.

Verbaut ist in der OM-D E-M10 Mark III ein 16-Megapixel-Sensor mit FourThirds-Größe, sprich 4/3-Zoll. Im Vergleich zu anderen aktuellen Kameras ist das die kleinste Größe, alle anderen noch kleineren Sensorgrößen gibt es bereits nicht mehr. Aber im Gegensatz zu Smartphone- oder Kompaktkamerasensoren ist er wiederum riesengroß. Selbst der in hochwertigen Kompaktkameras verbaute 1-Zoll-Sensor ist Stück kleiner.

Der FourThirds-Sensor hat allerdings ein Seitenverhältnis von 4:3 und schaltet man auf 3:2 oder gar 16:9 um, werden etliche Pixel nicht genutzt. Die 16 Megapixel der OM-D E-M10 Mark III sind ohnehin schon ein Merkmal der Einsteigerklasse – weiter oben angesiedelte Geräte haben Bildsensoren mit 20 Megapixeln.

Eine Besonderheit aller Olympus-Systemkameras: Sie alle haben über dem beweglich gelagerten Bildsensor eine optische Bildstabilisierung. So verwackeln Bilder, die mit egal welchem Objektiv aus der Hand aufgenommen werden, ein Stück weniger. Und die Bildstabilisation von Olympus funktioniert tatsächlich sehr gut – sogar bei Videos.

Die Videofunktion ist ohnehin eine der größten Stärken der Olympus, denn sie schafft 4K-Videos in hoher Auflösung und 30 Bildern in der Sekunde ohne Probleme. Ein Mikrofon kann leider nicht eingesteckt werden, man muss auf das eingebaute Stereomikrofon zurückgreifen. Aber irgendwelche Vorteile müssen teurere Kamerasysteme ja haben.

Die Kit-Objektive

Die Olympus OM-D E-M10 Mark III ist in unterschiedlichen Kits erhältlich. Am günstigsten ist die Variante mit einem Standard-Zoom. Für diejenigen, die mehr investieren wollen, gibt es einige Optionen zur Auswahl. Und da man wirklich einiges an Geld einsparen kann, indem man seine Objektive gleich mit Kamera zusammen kauft, wollen die verschiedenen Kits an dieser Stelle kurz vorstellen.

In einem Paket mit dem bereits besprochenen Pancake-Zoom kann die Olympus zudem mit zusätzlichem Telezoom von 40 bis 150 bzw. 80 bis 300 mm erworben werden – und das für nur rund 200 Euro mehr. Für die Nutzung des Telezooms muss das Objektiv gewechselt werden, was dem ein oder anderen vielleicht aber zu umständlich sein könnte.

Auf wen das zutrifft, kann auch für einen nahezu gleichen Preis ein 14-150mm Objektiv wählen. Hier steht ohne Objektivwechsel der gesamte Bereich der Brennweite von 28 bis 300 Millimeter Kleinbildbrennweite zur Verfügung. Dafür ist das Objektiv natürlich weitaus größer als die Pancake-Variante, aber selbst für diese große Brennweite ist das Objektiv noch überraschend kompakt.

Für alle, die noch nicht genug Zoom haben, gibt es den 12 bis 200mm-Zoom mit 24 bis 400 Millimeter Kleinbild-Brennweite. Das Objektiv ist dementsprechend natürlich wieder etwas größer als die anderen Modelle. Allerdings kostet dieses Kit dann schon rund 1000 Euro – aber, da selbst ein einzelnes Objektiv bei 700 Euro liegt, ist das noch immer ein sehr gutes Angebot.

Allerdings sind »Reise-Zooms« in ihrer Qualität eher kritisch zu beurteilen. Objektive haben immer einen Kompromiss zwischen Preis, Qualität, Objektivdaten und Baugröße inne. Möchte man einen riesengroßen Zoombereich, aber kein riesiges Objektiv und auch zu keinem monströsen Preis, ist die Abbildungsleistung immer eingeschränkt. Daher schöpft auch die OM-D E-M10 Mark III ihre potenziellen Möglichkeiten mit keinem der Zoom-Objektive aus. Aber natürlich kann der Käufer – passend zum Sinn von Systemkameras – immer höherwertige Objektive leihen, mieten oder nachkaufen.

Fürs Micro FourThirds System gibt es mittlerweile mehr als 100 Objektive unterschiedlichster Hersteller – und mit einer solchen Fülle kann derzeit einzig dieses System aufwarten.

Auch sehr gut: Panasonic Lumix DMC-GX80

Auch sehr gut

Panasonic Lumix DMC-GX80

Test: Panasonic Lumix Dmc Gx80 Mit 12 32 Mm [foto Panasonic] X03rwi
Mit schnellem Autofokus, stabilisiertem Sensor und guter Ausstattung fast genauso gut.

Panasonic, der Systempartner der Micro FourThirds, präsentiert die Lumix DMC-GX80. Auch sie bietet viel Ausstattung und das zu einem moderaten Preis. Die Bedienung ist dank Touchscreen, zwei Einstellrädern und Programmwählrad sowie individuell zu belegenden Knöpfen sehr angenehm. Sie hat zwar keinen »Sucherbuckel«, dafür aber einen verbauten elektronischen Sucher.

Die Kamera hat einen vibrationsarmen, sehr leisen und elektromagnetisch betriebenen Verschluss. Dank einem beweglichen Sensor hat sie zudem einen 5-Achsen-Bildstabilisator. Dieser arbeitet mit zusätzlich stabilisierenden Objektiven als sogenannter Hybrid-Stabilisator. Alles in allem ist auch die GX80 von Panasonic eine gute Wahl, die dicht an Olympus dran ist.

Größerer Sensor: Sony Alpha 6000

Größerer Sensor

Sony Alpha 6000

Test: Sony Alpha 6000 Mit Sel P1650 Schwarz Schwarz [foto Sony] Zztbdk
Wer einen größeren Sensor mit höherer Auflösung will, liegt bei der Sony Alpha 6000 richtig.

Wer das klassische Seitenverhältnis von 3:2 oder einen größeren Bildsensor inklusive mehr Auflösung bevorzugt, landet bei dem APS-C-Senor-Format. Für weniger als 500 Euro mit Objektiv gibt es da recht wenig Auswahl. In dieser Kategorie kann die Sony Alpha 6000 empfohlen werden. Sie ist allerdings schon etwas älter und teilweise macht sich das auch bemerkbar, beispielsweise gibt es nur eine FullHD-Videoauflösung.

Aber sie hat auch einiges zu bieten, unter anderem den Phasen-Kontrast-Hybridautofokus. Mit ihm können schnelle Bewegtmotive mit maximal elf Bildern in der Sekunde verfolgt werden. Das Gehäuse ist sehr kompakt und bietet dennoch einen Klappdisplay sowie einen elektronischen Sucher. Bedient wird sie über zwei Einstellräder, Programmwählrad und einer Vielzahl an Tasten.

Vielleicht nicht das Neuste vom Neusten, aber dennoch bietet die Alpha 6000 eine sehr solide Technik und die Möglichkeit auf viele verschiedene Objektive sowohl von Sony selbst als auch von Fremdherstellern. Am günstigsten erhältlich ist das Kit mit einem Motorzoom-Objektiv – passend zur Kamera in Kleinformat.

Mit Selfie-Touchscreen: Canon EOS M200

Mit Selfie-Touchscreen

Canon EOS M200

Test  Fotovergnügen zum kleinen Preis: Canon EOS M200
Mit größerem Sensor und guter Ausstattung, allerdings ohne Sucher.

Die sehr kompakte EOS M200 bietet verglichen mit den Micro-Four-Thirds-Modellen einen deutlich größeren Bildsensor, der zudem über das traditionelle 3:2-Foto-Seitenverhältnis verfügt. Die geringe Größe des Gehäuses ist unter anderem möglich, weil das Modell keinen Sucher besitzt. Somit muss sich der Fotograf allein auf den Monitor verlassen. Der kann aber um 180 Grad nach oben verstellt werden. Dadurch lassen sich auch bequem Selbstporträts machen.

Möchte man sich richtig auf das Motiv konzentrieren oder fotografiert man im hellen Sonnenlicht, ist der nicht vorhandene Sucher schon nachteilig. Hat man ihn jedoch bisher bei der Kompaktkamera oder seinem Smartphone nicht vermisst, kommt man wahrscheinlich auch gut ohne Sucher klar. Einen Blitzschuh hat die EOS M200 ebenfalls nicht, daher richtet sich die Kamera an Einsteiger, die so eine Ausstattung nicht benötigen.

Die Canon EOS M200 ist das jüngste Modell im Test und daher technisch sehr modern. Sie beherrscht hochauflösende 4K-Videos mit bis zu 25 Bildern pro Sekunde und besitzt einen leistungsfähigen Bildprozessor. In Sachen Serienbildgeschwindigkeit bietet sie rund sechs Bilder pro Sekunde. Bedienung und Bildqualität können überzeugen.

Kleiner Nachteil ist die geringe Auswahl an Objektiven für das Canon-M-System. Allerdings sind die wichtigsten und gängigsten Objektiv-Typen vorhanden und für Systemkameras in diesem Preissegment werden meist nur in seltenen Fällen zusätzliche Objektive gekauft.

Was gibt es sonst noch?

In der Canon EOS M100 findet sich ein Bildsensor der Größe APS-C. Die Canon ist mit unter den kompaktesten Einsteigerkameras auf dem Markt und hat trotzdem in Sachen Autofokusleistung und Bildqualität die Technik der größeren Kameras in sich. Der kippbare Touchscreen erleichtert die Bedienung und kann bis in Selfie-Stellung gekippt werden. Videos können zwar nur in FullHD aufgenommen werden, dafür gibt es aber einen Mikrofonanschluss. Dagegen fehlt leider der Blitzschuh. Die Konnektivität ist gut, Bluetooth- und WLAN-Verbindung und auch Geotagging mit dem Smartphone sind möglich. Allerdings ist für den Anschluss der Kamera das Objektivangebot noch ziemlich überschaubar und wird auch nur langsam ausgebaut.

Das günstigste Modell von Panasonic ist die Lumix GX880, die dem Vorgängermodell GX800 sehr ähnelt. Sie ist sehr kompakt und mit einfacher Bedienung und Automatikfunktionen für Einsteiger auslegt. Dennoch kann natürlich auch manuell eingestellt werden. Mit Selfie-Klappdisplay, WLAN und Touch-Funktion ist die Kamera sehr modern. Die teureren Modelle der GX-Reihe haben einen beweglich gelagerten Bildsensor zur Bildstabilisation, auf den bei der GX880 verzichtet wird. Dafür besitzen viele der Objektive bereits einen Bildstabilisator. Zwar ist die Kamera sehr günstig zu haben, allerdings muss man dafür ohne Sucher auskommen.

Die Panasonic Lumix G70 oder auch G7 hat ein etwas größeres Gehäuse, das aber sehr griffig ist. Außerdem hat sie einen elektronischen Sucher und einen dreh- und schwenkbaren Bildschirm. Auf einen verbauten Bildstabilisator muss bei dem ehemaligen Mittelklassemodell aus dem Jahr 2015 verzichtet werden. Dafür sind 4K-Videos und -Fotofunktionen bereits möglich. Die Kamera ist gut, aber dennoch gibt es bessere Preis-Leistungs-Empfehlungen.

Wissenswertes über Systemkameras

Der grundlegende Unterschied von Systemkameras und Kompaktkameras: Bei ersteren kann das Objektiv gewechselt werden, bei letzteren nicht. Der Vorteil von Systemkameras ist daher, dass in verschiedenen Aufnahmesituationen passende Objektive montiert werden können – wenn man denn welche besitzt und das ist meist das Problem.

Kauft man sich eine preisgünstige Einstiegskamera, werden oft nur das bereits beiliegende Kit-Objektiv oder im besten Fall zwei Objektive genutzt, wenn es sich beim erworbenen Einsteigerpaket um ein »Double-Zoom-Kit« handelte. Da im Vergleich zu dem günstigen Erwerb des Kits ein halbwegs akzeptables Objektiv bereits mehrere hundert Euro kostet, bleiben die meisten auch bei ihren ein bis maximal zwei vorhandenen Objektiven.

Aber wenn man das Objektiv nicht wechselt, ist es dann nicht wie eine Kompaktkamera und somit der Kauf der Systemkamera gar nicht notwendig? Ja und Nein. Der günstigere Preis von Kompaktkameras liegt nicht nur im fehlenden Bajonett zum Wechseln der Objektive, sondern eher an anderen Eigenschaften. Beispielsweise sind Kompaktkameras oft kleiner und haben einen enormen Zoomfaktor sowie sehr viel Telebrennweite – das führt zu kleinen Sensorgrößen und zu einer schlechteren Qualität der Bilder.

Aber es gibt auch wenige Kompaktkameras, deren Zoomfunktion nicht ins Unermessliche reicht. Sie haben so einen größeren Sensor und zeichnen sich durch hervorragende Bildqualität aus. Die sind dann allerdings auch wieder etwas teurer. Ihr Vorteil: Wenn das fest verbaute Objektiv beim Ausschalten in das Kameragehäuse fährt, ist die Kompaktkamera eben noch ein Stück kompakter als Systemkameras mit angebautem Objektiv.

Die Qualität der Einsteiger-Systemkameras kann sich aber sehen lassen, sie ist definitiv exzellent. Man muss auf kaum aktuelle Technik verzichten – das gilt zwar nicht für jedes Modell, aber unsere Empfehlungen haben hier überzeugt. Sie bieten große Sensorgrößen (APS-C oder Four Thirds), ruckelfreie und hochauflösende 4K-Videos, gute elektronische Sucher, Bildstabilisatoren, Touchscreen, kippbare Monitore und Blitzschuh sowie eingebauten Blitz.

Warum dann mehr Geld ausgeben? Modelle haben unterschiedliche Schwerpunkte, aber meist ist alles etwas schneller und besser: Mehr Megapixel, bessere, schärfere Objektive und Sucher, schnellerer Autofokus. Die Leistung der Systemkameras für rund 500 Euro ist aber gerade für den Einstieg nicht verkehrt. Wenn da nicht immer noch das Problem mit den Objektiven wäre.

Objektive tragen einen maßgeblichen Teil zur Schärfe und Detailgenauigkeit der Fotos bei. Das ist der Kompromiss bei der Systemkamera inklusive Objektiv bis 500 Euro. Der Vorteil ist aber, wenn die Einsteiger-Fotografie sich zu einer fortgeschrittenen wandelt, kann zur Verbesserung der Bildqualität auch ganz einfach mit einem passenden, besseren Objektiv ergänzt werden.

Dann wird sich zeigen, was die Kamera tatsächlich kann. Wenn das Ergebnis nicht mehr zufriedenstellt, kann das Objektiv auch an einer neueren, besseren Kamera weiterverwendet werden. Objektive und auch Kameragehäuse können auch in älterer Version oder gebraucht erworben werden.

Zusammenfassend: Ein »System« zu kaufen, ergibt nur Sinn, wenn es auch als ein solches genutzt wird und Objektive zum Wechseln vorhanden sind.

So haben wir getestet

Der Test der Kameras erfolgte in Zusammenarbeit mit digitalkamera.de, dem meist frequentierten deutschen Onlineportal zu (Digital-) Fotografie. Der Schwerpunkt des Portals liegt unter anderem im Tests von Kameras. Alle Kameras sowie Objektive werden messtechnisch untersucht hinsichtlich der Auflösung, Farbtreue, Geschwindigkeit und Rauschverhalten.

Im eigenen Labor werden zudem unter exakt gleichbleibenden Bedingungen praxisgerechte Testaufnahmen produziert, die später eine visuelle Beurteilung möglich machen. Die darauffolgende praktische Erprobung der Kamera ist dann der letzte Schritt, mit dem der Gesamteindruck vervollständigt ist und der Tester einen Testbericht verfassen kann.

Die Tests werden meist entweder sehr schnell nach oder teils auch schon vor der Markteinführung der Geräte durchgeführt. Das Testverfahren und die Testbedingungen bleiben bei jeder Kamera die gleichen. So lassen sich auch ältere Einzeltests von Objektiven oder Kameras auch heutzutage noch zum Vergleich heranziehen. Erscheint eine neue Kamera einer Kategorie, wird der Testbericht stets aktualisiert.

Eingehendere Informationen zu bestimmten Kameras finden sich auf digitalkamera.de. Zudem finden sich hier Bezahlinhalte des Labortest-Protokolls, der Original-Testbilder sowie Testberichte aus Fachzeitschriften in PDF-Format.

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