HD- und UHD-Camcorder Test: 20181010

Camcorder im Test : Alles im Kasten

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Update 05.10.2020

In Zeiten von Smartphones und Action-Cams haben es die einstmals so populären Camcorder zunehmend schwer – dabei liefern sie immer noch die besseren Videos. Wir haben 18 Camcorder getestet. Unsere Empfehlungen unterteilen wir in HD- und 4K-Modelle.

Update 5. Oktober 2020

Wir haben fünf weitere Camcorder getestet. Eine neue Empfehlung unter den Full-HD-Camcordern ist der Panasonic HC-V180. Bei den 4K-Modellen hat sich der Panasonic HC-X1500 positiv hervorgetan.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Camcorder gibt es in sehr unterschiedlichen Preiskategorien. Das hängt vor allem auch davon ab, ob die Geräte 4K unterstützen oder nicht. Wenn man sich ein super 4K-Modell anschaffen möchte, sollte man auch einen leistungsfähigen Rechner zu Hause stehen haben, da die Nachbearbeitung der Videos sonst schwierig werden könnte.

Wie schlagen sich außerdem günstige China-Camcorder im Vergleich zu den Top-Modellen? Kann man auch wenig Geld ausgeben und trotzdem gute Ergebnisse erzielen? Die Antworten finden Sie im Testbericht.

HD-Camcorder im Test

Wer nicht unbedingt semiprofessionelle Ansprüche hat, kann getrost zu einem Camcorder ohne 4K greifen. Die HD-Geräte machen gute Videos und genügen in der Regel für schöne Erinnerungsstreifen. Außerdem sind diese Camcorder deutlich günstiger. Sie filmen mit 1.920 x 1.080 Pixeln und man braucht keinen super Rechner, um die Videos zu bearbeiten.

Bestes Gesamtpaket: Panasonic HC-V777

Bestes Gesamtpaket

Panasonic HC-V777

Test: günstige Camcorder – Testsieger Panasonic Panasonic HC-V777EG
Der Panasonic HC-V777 vereint tolle Aufnahmen mit umfangreicher Ausstattung und zahlreichen manuellen Einstell-Optionen.

Der Panasonic HC-V777 bietet Schärfe, tolle Farben und gut erkennbare Details. Mit dem leicht zu bedienenden Touchscreen und dem praktischen Stellrädchen für die Schnellauswahl bekommt man hier einen tollen Begleiter für Ausflüge oder den nächsten Urlaub. Mit HDMI- und USB-Buchse sowie Mikrofon-Anschluss steht einer komfortablen Nutzung nichts im Wege. Das alles kostet keine 400 Euro.

Mit dem Panasonic HC-V777 kann man viele manuelle Einstellungen vornehmen, wenn man sich nicht auf das Automatik-Programm verlassen möchte. Besonders das Einstellrad für Kurzwahl erleichtert die Bedienung ungemein. Die Handhabung ist angenehm – und das für alle Handgrößen. Auch Schwenks lassen sich mit dem Gerät gut bewerkstelligen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung ist das Display nicht mehr so gut zu erkennen, was aber ein verbreitetes Problem ist. Einen Sucher bringt das Gerät nicht mit.

Wenn man den Camcorder aufklappt, startet er. Dann öffnet sich auch der Objektivschutz automatisch. Zwischen Video und Wiedergabe kann man ganz einfach per Tastendruck wechseln. Eine zu starke horizontale Neigung wird vom Gerät erkannt und angepasst, um z.B. einen waagerechten Meeresspiegel zu haben. Man kann sich auch einen künstlichen Horizont anzeigen lassen, der eine Hilfe beim Filmen darstellt.

Mit der Image App kann man das Gerät über WLAN mit dem Smartphone koppeln. Hier kann man es sogar als Zweitkamera verwenden, um Zusatzperspektiven oder Nahaufnahmen gleichzeitig zu filmen. Natürlich kann man die Kamera auch mit der App steuern oder das Smartphone als zusätzliches Display verwenden.

Das Menü des HC-V777 kann man einfach und intuitiv bedienen. Neben einem normalen Automatikprogramm bietet die Kamera auch iA+, das zumindest das Eingreifen in Helligkeit und Farben ermöglicht. Für Ambitionierte ist dann der komplett manuelle Modus da.

Das ebenfalls an Bord befindliche HDR gleicht starke Helligkeitsunterschiede aus. Wenn z.B. jemand vor einem hellen Fenster sitzt, kann das von Vorteil sein. Dabei wird nämlich ein dunkles und ein helles Bild gemacht – die Informationen aus beiden Bildern werden dann zusammengefügt.

Im Testvideo sieht man, dass die Kamera selbst im Automatikmodus richtig abliefert: Details, wie die Grashalme und natürliche Farben werden toll dargestellt.

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Auch der Autofokus kann sich sehen lassen: Egal ob stark wechselnde Lichtverhältnisse walten oder ein kleines, sich schnell bewegendes Objekt zu sehen ist, die Kamera bekommt alles knackscharf. Der Bildstabilisator gleicht außerdem die Handbewegungen gut aus und wegen Rauschen muss man sich ebenfalls keine Gedanken machen.

Der Ton lässt sich auf verschiedene Situationen einstellen: Musik, Natur oder Sprache können hier ausgewählt werden. Die Mikrofonverstärkung kann man anpassen, auch die Frequenz ist manuell beeinflussbar. Das ist besonders bei Sprache nützlich, um die Verständlichkeit zu gewährleisten, außerdem gibt es noch einen Zweistufen-Windfilter. Der HC-V777 kann klassisch in stereo aufnehmen oder sogar mit 5.1-Surroundsound!

Alles in allem bringt der Panasonic HC-777 das mit, was man benötigt. Er ist wertig, nicht zu teuer und auf dem Stand der Technik. Wer einen Camcorder sucht, der nicht unbedingt 4K können muss, sollte hier zuschlagen.

Zoom-Wunder: Panasonic HC-V800

Zoom-Wunder

Panasonic HC-V800

HD- und UHD-Camcorder Test: 511rqnuscul. Sl1000
Der Panasonic HC-V800 punktet durch tolles Bild, guten Ton, umfangreiche Aussttatung und seine einfache Bedienung.

Der Panasonic HC-V800 ist der große Bruder des HC-V777. Die Bildqualität und sonstige Ausstattung ist genauso gut, allerdings ist hier ein noch besserer Zoom verbaut. Dafür muss man aber auch einiges draufzahlen.

Der HC-V800 hat einen 24-fachen Zoom und eine Brennweite von 98,9 Millimetern. Es wird außerdem mit 6,17 Millionen Pixeln gefilmt. All diese Werte liegen höher als beim Vorgängermodell. Leider gibt es hier nicht das praktische Stellrädchen, was die Navigation im Vergleich zum kleinen Bruder abschwächt. Hier wird fast ausschließlich über das 7,5-Zentimeter große Display bedient.

 HD- und UHD-Camcorder Test: 20181010
Der HC-V800 hat ein stabiles Gehäuse, sowie ein gutes Display.

Das einfach gestaltete Menü unterscheidet sich nicht vom 700er Modell. Alle weiteren Funktionen, wie HDR, WLAN und 5.1-Surroundsound sind beim Nachfolger ebenso vorhanden. Man kann hier via App die Aufnahmen zweier zusätzlicher Smartphones mit einbinden. Die Bildstabilisation gelingt verwacklungsfrei mit fünf Achsen.

Die Farben in den Aufnahmen sind natürlich, auch die Raumtiefe wird schön deutlich. Weniger Licht geht aber etwas zu Lasten der Schärfe. Insgesamt ist die HC-V800 ein toller Camcorder, der sich für die eignet, die auf optischen Zoom Wert legen.

Für Panoramen: Canon Legria HF R88

Für Panoramen

Canon Legria HF R88

Test günstige Camcorder: Canon Legria HF R88
Einen enormen Weitwinkelbereich bietet der Canon Legria HF R88. Auch seine Bildqualität kann überzeugen.

Die Besonderheit des Canon Legria HF R88 ist sein Weitwinkelkonverter: Damit gelingen tolle Panoramen. 16 Gigabyte interner Speicher sind an Bord, nur bei der Ausstattung hapert es ein wenig.

Der Weitwinkelkonverter des Canon Legria HF R88 wird auf die Linse aufgeschraubt. Damit bekommt man bedeutend mehr Bild vor die Linse. Auch die Einstellungsmöglichkeiten des Camcorders sind vielfältig. Man kann sich hier mit Zoomgeschwindigkeit, Belichtung, Fokus, Weißabgleich und dem Mikrofonpegel austoben. Ein Mikrofonanschluss fehlt allerdings, hier kann man nur Kopfhörer anschließen. Das Menü ist einfach und intuitiv gestaltet.

Im Testvideo sieht man die natürlichen Farben und die Detailverliebtheit des Camcorders sehr schön.

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Bei wechselhaften Lichtverhältnissen reagiert die Automatik sehr gut, auch der Bildstabilisator erledigt seine Arbeit zuverlässig. Die Kamera ist außerdem mit den Funktionen Zeitraffer und Zeitlupe ausgestattet, die viele kreative Möglichkeiten mitbringen. Das Gerät lässt sich per WLAN mit dem Smartphone verbinden und kann auch mit NFC Fotos und Filme überspielen.

Wer einen Camcorder mit Weitwinkel sucht, sollte bei der Canon Legria HF R88 zuschlagen. Wenn man allerdings auf das Zubehör Wert legt, muss man sich nach anderen Geräten umschauen.

Preiswert und kompakt: Panasonic HC-V180

Preiswert und kompakt

Panasonic HC-V180

Der Panasonic HC-V180 ist vor allem für preisbewusste Filmer und Einsteiger eine gute Wahl. Der Camcorder ist kompakt und leicht, preiswert und liefert zudem eine gute Videoqualität. Dafür muss man in Sachen Ausstattung ein paar Einbußen in Kauf nehmen.

 Camcorder Test: Camcorder Test 2020 Panasonic Hc V180
Der Panasonic HC-V180 ist klein und leicht, liefert aber überzeugende Ergebnisse.

Der HC-V180 bietet 28 mm Weitwinkel und ein Farbdisplay, das 6,7 Zentimeter groß ist. Die Bedientasten sowie das Gehäuse sind aus Kunststoff. Neben einem USB- und einem HDMI-Anschluss gibt es auch einen AV-Ausgang. Das Objektiv wird mittels eines kleinen Schiebeschalters abgedeckt. Einen Zubehörschuh für Mikrofon oder Blitzlicht gibt es nicht.

Gefilmt wird mit 1.920 x 1.080 Pixeln und mit 50 Voll- oder Halbbildern. Der Camcorder verfügt außerdem über einen 50-fachen optischen Zoom. Die fünfachsige Bewegungsstabilisierung erfolgt elektronisch. Ruckelfreie Aufnahmen gelingen aufgrund des geringen Gewichts der Kamera mit einem Stativ am besten. Anpassungsmöglichkeiten beim Bild sind überschaubar, es steht eine Auswahl an Filtereffekten zu Verfügung.

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Auch die Videoqualität ist überzeugend: Die Farben sind kräftig und Objekte scharf und sauber umrandet. Die Zooms gelingen angenehm weich und die Geschwindigkeit lässt sich mit einem kleinen Regler genau einstellen. Auch horizontale Schwenks sind mit dem Panasonic HC-V180 geschmeidig.

Was gibt es sonst noch?

Der Sony HDR-CX405 ist kompakt und leicht und passt so in die Jackentasche. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem reinen Filmen, sodass es Extras wie beispielsweise WLAN-Konnektivität oder Smartphone-Steuerung nicht gibt. Der optische Bildstabilisator glättet Verwackler recht gut aus. Das 6,7 Zentimeter große Display wird über einen Cursor gesteuert. Videoleuchte sowie Kopfhörer- und Mikrofonanschluss fehlen. In die Trageschlaufe wurde ein kurzes USB-Ladekabel integriert.

An manuellen Einstellungsmöglichkeiten bietet der HDR-CX405 Belichtung, Blende, Fokus, Weißabgleich und Verschlusszeiten. In der Automatikeinstellung geraten die Aufnahmen ein wenig dunkel, was sich aber mit einer Nachbearbeitung beheben lässt. Details werden gut herausgearbeitet. Bei hellem Tageslicht könnten die Aufnahmen mehr Raumtiefe und kräftigere Farben bieten.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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