Test: Test Actioncams Oktober2020 Gopro Hero9black Aufmacher

Action-Cams im Test : Sportlich Filmen

Update 04.05.2021

Während Camcorder zunehmend vom Markt verschwinden, erobern Action-Cams zunehmend das Herz von Hobbyfilmern. Wir haben 36 Action-Cams zwischen 40 und 450 Euro getestet. Die kleinen, robusten Geräte nehmen weitwinklig auf und glänzen mit einer guten Bildqualität. Durch ihre kleine Größe sind sie perfekt für unterwegs.

Update 4. Mai 2021

Mit der Insta360 One X2 haben wir eine neue Kamera getestet. Sie ist eine neue Empfehlung für alle, die qualitativ hochwertige 360-Grad-Videos drehen möchten.

20. Oktober 2020

Wir haben neue Action-Cams getestet und eine neue Empfehlung: Die GoPro Hero9 Black.

21. September 2020

Wir haben weitere Action-Cams getestet. Neue Empfehlungen sind die GoPro Hero8 Black, die GoXtreme Phantom 4K und die GoXtreme Black Hawk+ 4K.

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Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Action-Cams sind nicht nur bei Profi-Sportlern beliebt, sondern kommen auch bei weniger ambitionierten Hobbys zum Einsatz: beim Rad fahren, auf dem Motorrad, beim Tauchen oder auch im Wintersport. Die kleinen Kameras können am Lenker oder auf dem Helm befestigt werden.

In unserem Test haben wir uns auf Modelle fokussiert, die in 4K filmen können und somit UHD-Auflösung anbieten. Denn die meisten Action-Cams haben keinen Sucher, daher muss man oft nachbearbeiten und den richtigen Bildausschnitt wählen – da ist eine hohe Ausgangsauflösung von Vorteil.

Die Topmodelle im Bereich der Action-Cams kommen von GoPro und Sony, aber auch Modelle weniger bekannter Hersteller schnitten im Test gut ab. Allerdings gilt das erst für Geräte ab etwa 100 Euro. Von ganz billigen Action-Cams sollten Sie lieber die Finger lassen.

Rundum überzeugend: GoPro Hero9 Black

Rundum überzeugend

GoPro Hero9 Black

Test: Gopro Hero9 Black
Mit extrem gutem Bildstabilisator, toller Bildqualität, Sprachsteuerung, Front-Display und hohem Bedienkomfort, ist die GoPro HERO9 Black der Branchenprimus.

Wie jedes Jahr stellte GoPro sein neues Action-Cam-Modell vor: Die Hero9 Black, die uns sofort überzeugt hat. Äußerlich ist die schwarze Cam kaum von der Vorgängerversion zu unterscheiden, sie ist lediglich etwas schwerer und größer. Aber für das Innenleben haben sich die Ingenieure einige Neuerungen einfallen lassen.

Bei der Hero9 Black findet sich jetzt ein Front-Display mit einer Größe von 1,4 Zoll, auf dem Status und Live-Vorschau zu sehen sind – so werden Filmarbeiten vereinfacht. Übernommen wurden die zwei klappbaren Metallarme, mit denen die Cam ohne Gehäuse an verschiedenen Gegenständen wie einem Fahrradlenker montiert werden kann. USB-Anschluss, Speicherkarte und Akku sind unter einer Metallklappe versteckt, die sicher und sauber hält, aber dafür auch recht schwer zu öffnen ist. Einen Anschluss für Micro-HDMI gibt es nicht.

Wer den nutzen will, braucht einen Media Mod, ein Zusatzgehäuse, in den direktionales Mikrofon, 3,5-mm-Mikrofonanschluss, HDMI-Ausgang und zwei Zubehörschuh-Halterungen für Mikrofone, LC-Bildschirme oder Leuchten integriert sind. Es werden zudem ab Herbst separat eine LED-Beleuchtung sowie ein externer Bildschirm mit zwei Zoll angeboten, der hochgeklappt werden kann.

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In puncto Auflösung setzt GoPro sogar noch einen drauf: 3.840 x 2.160 Pixel und 60 Vollbilder sind Geschichte, die Hero9 schafft sogar mit 5.120 x 2.880 Bildpunkten sowie 30 Vollbildern bis zu 5K. Primär wird diese hohe Auflösung dafür genutzt, nachträglich in das Filmmaterial hineinzuzoomen und dennoch noch ein 4K-Video zu haben. Mit maximal ausgeschöpfter Auflösung können die Objektivtypen »Linear«, »Weit«, »Eng« sowie »Linear + Horizontausrichtung« verwendet werden. Bei 4K kann zusätzlich mit »Super View« mit 24 bzw. 30 Vollbildern aufgenommen werden. Das geht ebenso bei 1080p und 24, 30, 60 und 120 fps.

Der Videostabilisator HyperSmooth 2.0 wird beim neuen Modell vom HyperSmooth 3.0 ersetzt, der noch etwas effektiver arbeiten soll. Die Bildstabilisierung lässt sich in jeder Auflösung einsetzen. Der »Boost«-Modus soll dafür sorgen, auch das gröbste Geholper im Bild zu beruhigen.

Den Technik-Spezifikationen ist zu entnehmen, dass die Datenrate von maximal 100 Mbit/s sowohl bei 2.7K, 4K und 5K nutzbar ist. Im Livestreaming geht das sogar bei 1080p. In allen Fotomodi können Bilder im RAW-Format aufgenommen werden. Mit im Programm sind zudem HDR-Aufnahmen und eine Auflösung von 20 statt ehemals 12 Megapixeln.

Die Horizontausrichtung kann nun nicht mehr nur in der »GoPro«-App, sondern auch bei der Kamera selbst aktiviert werden. Auch neu ist die Funktion »HindSight«: Videoaufnahmen von 30 Sekunden werden aufgenommen, bevor man die Aufnahmetaste gedrückt hat. Startzeiten für Videoaufnahmen sowie Aufnahmedauer können aber auch im Vorhinein definiert werden.

Überzeugende Bedienung

Die Hero9 Black lässt sich entweder über Farb-Touchscreen mit 2 x 2,27 Zoll oder via App (später mehr dazu) bedienen. Die Bedienung funktioniert intuitiv und problemlos, das Touch-Display reagiert schnell und zuverlässig auf leichten Druck oder Wischbewegungen. Mit kurzen Erklärtexten wird dem Nutzer in einigen Menüs eine Hilfestellung gegeben. Für eine bessere Kontrolle der Aufnahmen kann die Zoomfunktion genutzt werden. Absoluten Komfort bietet GoPro durch die Sprachsteuerung.

 Action-Cam Test: Test Actioncams Oktober2020 Gopro Hero9black Rueckseite
Die Hero9 Black hat einen großen, hellen und leicht zu bedienenden Touchscreen.

Durch Sprachbefehle können Aufnahmen gestartet und gestoppt, Markierungen gesetzt, Fotos geschossen oder Zeitrafferaufnahmen erstellt werden. Wenn man möchte, kann man die Cam zudem durch die Sprachfunktion einschalten. Nach Aktivierung der Cam steht die Funktion acht Stunden lang zur Verfügung. Außerdem können Bildschirm-Shortcuts nach Belieben angepasst werden.

Wer hohe Ansprüche an sein Filmmaterial hat, kann sich freuen: Es steht eine Fülle an Einstelloptionen zur Verfügung, um seine Aufnahmen zu perfektionieren. Dazu zählen neben vielen anderen Weißabgleich, Belichtungskorrekturen und ISO-Werte. Dadurch, dass Fotos im RAW-Format gespeichert werden können, ergeben sich auch bei der Nachbearbeitung viele Möglichkeiten zur Individualisierung. Zudem gibt es noch den HDR-Modus, der die Aufnahmen durch erhöhten Kontrastumfang spektakulär aussehen lässt.

Fotografier-Liebhaber freuen sich sicherlich über die Funktion »SuperFoto«, mit der Aufnahmen durch Rauschunterdrückung, Local Tone Mapping und HDR optimiert werden. Kontraste sind damit viel deutlicher als bei älteren Modellen herausgearbeitet.

Das GPS-Modul der Cam kann Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke und Standort erfassen. In der App können zusätzliche Informationen mit dem Bild- und Videomaterial ausgelesen werden. Für Instagram-Filmer kann das Menü auch hochkant gedreht werden.

Nutzer können individuell angelegte Voreinstellungen wie Weißabgleich und Blickwinkel abspeichern und für neue Aufnahmen schnell darauf zurückgreifen.

Ohne zusätzliches Gehäuse ist die GoPro bis in zehn Meter Tiefe wasserdicht. Videoaufnahmen lassen sich bis zu achtfach verlangsamen. Der Lithium-Ionen-Akku kann ausgetauscht werden und hat statt einer Kapazität von ehemals 1.220 mAh, jetzt 1.720 mAh zu bieten. Die Max Lens Mod kann extra erworben werden und soll extreme Stabilisierung von bis zu 2.7K60 und ein 155-Grad-Sichtfeld ermöglichen.

Ton- und Bildqualität

Schon bei der Hero8 Black funktionierte die Stabilisierung von Bewegtbildern exzellent. So ist es nicht verwunderlich, dass bei der Hero9 Black ebenso gut Unebenheiten weggebügelt werden, eine Verbesserung ist aber kaum erkennbar. Details an Straßenrändern oder auf Feldwegen sind sehr detailliert erkenntlich. Auch auf einem holprigen Waldweg mit nachlassendem Licht überzeugt die Cam.

Die Aufnahmen haben knackige und trotzdem natürliche Farben, die Plastizität ist gut und die Schärfe hervorragend. In Wiesen und Feldern sind einzelne Details genau umrandet zu erkennen. Nur bei zu wenig Umgebungslicht wird die Aufnahme etwas körnig.

Auch die Tonqualität ist gut, Umgebungsgeräusche sind kaum störend. Ordentliches Pedale-Treten ist deutlich hörbar, Windgeräusche werden dagegen gefiltert.

App-Steuerung

Die App von GoPro ist kostenlos für Android und iOS erhältlich. Mit ihr können Fotos und Videos importiert wie auch der Mini-Camcorder bedient werden. In der Anwendung lässt sich unter anderem die Aufnahme starten, GPS und Videostabilisierung aktivieren sowie die Auflösung verändern. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und die Zeitverzögerung nur minimal. Sequenzen können sogar live auf Plattformen gestreamt werden.

 Action-Cam Test: Test Actioncams Oktober2020 Gopro Hero9black Screenshots
Die App ermöglicht Zugriff auf sämtliche Einstellungen sowie das Live-Bild und Aufnahmen lassen sich direkt schneiden.

Fotografiert man mit dem »LiveBurst«-Modus, werden je 1,5 Sekunden vor wie nach dem Betätigen des Auslösers Fotos aufgenommen, wodurch am Ende das perfekte Ergebnis ausgewählt werden kann.

Nachteile?

Viel Negatives gibt es über die Hero9 Black eigentlich nicht zu sagen. Wie gewohnt ist das Zubehör auch bei diesem Modell recht spärlich. Im Basispaket finden sich Transport-Case, Klebehalterung, Flügelschraube, Befestigungsclip sowie USB-C-Kabel. Viele andere Hersteller bieten deutlich mehr an.

Die Laufzeit des Akkus ist von circa 80 auf rund 90 Minuten gestiegen – nicht umwerfend, aber akzeptabel. Nur schade, dass die Cam nicht mehr mit dem vorherigen Akku kompatibel ist.

Wer ein perfekt stimmiges Gesamtpaket mit exzellenter Bildqualität, hohem Bedienkomfort und toller Verarbeitung möchte, ist bei der Hero9 Black richtig. Der Konkurrenz ist sie so ein wenig voraus. Besitzt man bereits das Vorgängermodell, ist ein Umstieg aber nicht zwingend nötig – bahnbrechende Neuheiten gibt es nicht.

Ruckelfrei: Sony FDR-X3000

Ruckelfrei

Sony FDR-X3000

Der optische Bildstabilisator der Sony FDR-X3000 ist fast allen anderen Action-Cams deutlich überlegen.

Die Sony FDR-X3000 liefert dank optischem Bildstabilisator die beste Bildstabilisierung aller getesteten Action-Cams und auch die Video-Qualität überzeugt.

Im Gegensatz zu den schwarzen Kästchen der Konkurrenz erinnert die Sony an einen edlen kleinen Camcorder. Eine weitere Besonderheit ist die Live-View-Fernbedienung, die man wie eine Uhr ums Handgelenk anlegt und mit ihrem Bildschirm wie eine Smartwatch wirkt. Die Fernsteuerung und die Kamera verbinden sich automatisch, sobald beide Geräte im WLAN sind. Das Bild der FDR-X3000 wird dann auf das Armband übertragen – so sieht man immer, was gefilmt wird, auch wenn man die Kamera selbst nicht im Blick hat.

Das Highlight der Action-Cam von Sony ist ihr Bildstabilisator: In der Kamera ist nämlich ein optischer Bildstabilisator verbaut, der sich deutlich bemerkbar macht. Ruckler werden so gut eliminiert wie bei keiner anderen Kamera, wie man in unseren Testvideos sieht.

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Unser Fahrrad scheint im Video fast zu schweben, so sanft bügelt die Action-Cam die Bewegungen und Ruckler aus. Lediglich an den Bildrändern sind gelegentlich Fehler auszumachen. Auch schnelle Lichtwechsel sind kein Problem für die Kamera von Sony.

Schärfe und Farben sind erstaunlich präzise, 4K-Videos haben eine tolle Zeichnung. Auch bei wenig Licht gibt es mit der FDR-X3000 fast kein Bildrauschen. Bei Aufnahmen höchster Auflösung kann nur im Weitwinkel gefilmt werden. Zeitlupen können mit 120 Bildern pro Sekunde in Full-HD erstellt werden. Ein weiterer Pluspunkt der Sony-Cam ist ihre gute Tonqualität

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Zum Filmen unter Wasser bietet Sony ein Unterwassergehäuse an. Damit kann die Kamera in bis zu 60 Metern Tiefe eingesetzt werden.

Mit der Play-Memories-Mobile-App kann die Kamera auch mit dem Handy bedient werden. Wie bei anderen Apps kann man hier viele Parameter manuell verändern und das Live-Bild betrachten, das aber ab und zu etwas hinterherhängt.

Die Action-Cam von Sony ist eine gute Wahl für alle, denen es auf gute Bildqualität mit toller Bildstabilisierung ohne umfangreiche Nachbearbeitung ankommt. Denn die kleine Sony-Cam liefert auf Anhieb tolle Bilder. Preislich schenkt sie sich allerdings fast nichts zum Top-Modell von GoPro, für das es ein umfangreicheres Zubehörangebot gibt.

Rundumsicht: Insta360 One X2

Rundumsicht

Insta360 One X2

Test: Insta360 One X2
Die Insta360 One X2 liefert faszinierende 360-Grad-Videos, kann aber auch im klassischen Aufnahme-Format überzeugen.

Bei der Insta360 One X2 hat man die Wahl: Entweder man filmt mit einem großen Blickwinkel, oder aber man sorgt mithilfe der 360-Grad-Funktion für spektakuläre Aufnahmen. Damit beides gut funktioniert, sind bei dieser Action-Cam nicht eine, sondern zwei Kameras verbaut.

Rein optisch hat die One X2 mehr mit einer Powerbank, als mit einer Action-Cam gemein. Weil sie zudem recht klein ist, kann man das Weitwinkel-Wunder sogar in der Hosentasche verstauen. Dank der Gummierung liegt die 149 Gramm leichte Kamera gut in der Hand.

 Action-Cam Test: Actioncams März2021 Insta360 Onex2
Das Display der Insta360 hat die Form eines Bullauges.

Hinter den seitlich angebrachten Klappen befinden sich die Steckplätze für USB-C, MicroSD und den 1.630 mAh Akku. Für besonders ruhige Aufnahmen ist an der Unterseite der Kamera ein Stativgewinde angebracht. Im Weitwinkel-Modus beträgt der Blickwinkel 150 Grad, aufgenommen wird dabei in einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten. Aufnahmen im 360-Grad-Modus haben hingegen eine maximale Auflösung von 5,7K.

Mit einer Diagonale von lediglich 2,7 Zoll ist das Display der Kamera zwar nicht besonders groß geraten, aber dennoch ist es ausreichend. Auch die Bedienung ist durchdacht und gefällt, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass der Kamerabildschirm berührungsempfindlich ist. Auch das Koppeln mit einem Tablet oder dem Smartphone ist dank der Insta360-App kein Problem.

Dort kann man auch unterschiedliche Filmmodi, wie beispielsweise »Zeitraffer« oder »Bullet-Time«, auswählen. So gelingt auch absoluten Laien durchaus brauchbares Filmmaterial, manche der Effekte sind teils wirklich spektakulär.

 Action-Cam Test: Actioncams März2021 Insta360 Onex2 Front
Der größte Unterschied zwischen Vor- und Rückseite der Kamera ist das fehlende Display auf der Vorderseite.

Ein Algorithmus sorgt gemeinsam mit einem 6-Achsen-Gyroskop für verwacklungsfreie Aufnahmen. Das Ergebnis jedenfalls hat uns im Praxistest überzeugt, auf der Tour mit dem Mountainbike gibt es fast keine Wackler auf der Aufnahme zu sehen. Im Vergleich zu aktuellen GoPro-Modellen sind die Videos der Insta 360 zwar einen Tick schlechter, Detaildarstellung und Schärfe sind aber dennoch ordentlich.

Die Konkurrenz hinter sich gelassen, hat die Kamera hingegen beim Ton, für dessen Aufnahme die Insta 360 gleich vier Mikrofone verbaut hat.

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Sowohl zum Erzeugen, als auch zum Ausspielen der Videos, wird »Insta360 Studio 2021«, eine kostenlose Software für den PC, benötigt. Um in den Genuss eines 360-Grad-Clips zu kommen, wird auf jeder Seite mit einem Blickwinkel von 180 Grad gefilmt. Die beiden Clips, die dabei entstehen, werden direkt von der Kamera zu einem 360-Grad-Clip zusammengerechnet.

Unsere Befürchtung, dass sich beim zusammengesetzten Video eine Schnittmarke finden lassen müsste, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Den Bildausschnitt kann man nachträglich festlegen. Sowohl der räumliche Eindruck, als auch die Bildqualität sind hervorragend. Auch die Akkulaufzeit bewegt sich mit etwa 75 Minuten auf einem soliden Niveau.

So handelt es sich bei der Inta360 One X2 um eine gute Kamera, mit der sich verblüffende und qualitativ hervorragende 360-Grad-Videos machen lassen. Das hat zwar seinen Preis, wir allerdings sind der Meinung, dass die Kamera das Geld wert ist.

Alles im Blick: DJI Osmo Action

Alles im Blick

DJI Osmo Action

Test Action-Cam: DJI Osmo Action
Der zweite Bildschirm ist der besondere Clou der DJI Osmo Action. Aber auch die Bewegungsglättung ist spitze.

Die Osmo Action von DJI bringt das Selfie-Zeitalter ins Bewegtbild: Sie hat sowohl auf der Rückseite als auch auf der Vorderseite ein Display. Das ist praktisch, wenn man sich selbst filmt oder fotografiert.

Die Kamera ist solide gefertigt und kommt mit einem Gehäuse aus Metall. An der Front befindet sich zudem ein Kühlkörper. Die Linse kann man abschrauben, um z.B. Filter zu montieren. Bis zu elf Meter ist die Osmo wasserdicht. Um per Stativgewinde Zubehörteile anzuschrauben, benutzt man den mitgelieferten Rahmen.

Die Action-Cam von DJI ist im Nullkommanichts einsatzbereit. Zwischen Video- und Foto-Modus wird ganz einfach per Schnellwechsel-Taste hin- und hergesprungen. An dieser Stelle kann man auch HDR, Zeitlupe und Zeitraffer aktivieren. Mit der Disp-Taste ist auch ein Wechsel zwischen den beiden Bildschirmen möglich. Die Bedienung funktioniert angenehm mit Touch, die Menüführung ist simpel. Die Kamera hört außerdem aufs Wort. So können etwa Aufnahmen gestartet und gestoppt und zwischen den beiden Displays gewechselt werden, ohne die Kamera in die Hand zu nehmen.

Die Kamera filmt in 4K mit 3.840 x 2.160 Pixel bei 60 Bildern pro Sekunde. HDR-Aufnahmen werden mit 30 Bildern pro Sekunde gedreht. Hier gibt es dann aber keine Stabilisierung mehr. Zeitlupen sind mit 240 Bildern bei 1080p und Full-HD möglich.

Die Bewegungsglättung empfanden wir als erstaunlich gut, auch wenn der Blickwinkel von 145 Grad etwas kleiner ausfällt als bei anderen Geräten.

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Wenn das Wetter die Sonne nicht versteckt, sind die Videos rauschfrei und schön scharf. Auch die Farben sind natürlich – bei bedecktem Himmel allerdings gibt es ein wenig Bildrauschen und ein paar Details werden verschluckt. In unserem Test hielt der Akku der Kamera etwas mehr als eine Stunde aus. Dieses Ergebnis entstand bei höchster Auflösung. In Full-HD kann man locker auch zwei Stunden filmen, der Akku ist in nur 90 Minuten aufgeladen.

Mit der Mimo-App, die für iOS und Android kostenlos verfügbar ist, kann man die Osmo Action auch mit dem Handy steuern.

Dank des Frontdisplays ist die DJI Osmo Action die perfekte Kamera für alle, die sich gern selbst in Szene setzen. Sie überzeugt mit toller Verarbeitung, guter Bildqualität und guter Stabilisierung. Das Zubehörangebot ist allerdings längst nicht so groß wie bei GoPro.

Günstig: GoXtreme Black Hawk+ 4K

Günstig

GoXtreme Black Hawk+ 4K

Test  Sportlich Filmen: GoXtreme Black Hawk+ 4K
Super Preis, gutes Bild, ordentliche Stabilisierung: Die Black Hawk+ 4K ist die ideale Action-Cam für Sparfüchse.

Ein günstiges Modell ist die GoXtreme Black Hawk+ 4K. Natürlich sind hier Komforteinbußen zu verschmerzen, dennoch können Videostabilisierung und Bildqualität weitgehend überzeugen.

Mit einem Standard-Schraubgewinde auf der Unterseite lässt sich das gummierte Gehäuse auch ohne das beiliegende Kunststoffgehäuse an einem Fahrradlenker montieren. Um auch 60 Meter tief noch Aufnahmen machen zu können, kommt das Kunststoffgehäuse aber doch zum Einsatz.

Nachteil des scharfen und farbigen Zwei-Zoll-Displays: Es hat keine Touch-Bedienung und kann nur über vier Tasten bedient werden. Der Bedienkomfort mit Berührungen und Wischgesten der teureren Klasse ist hier nicht gegeben.

Action-Cam Test: Img
Im Betrieb blinkt an der Vorderseite der Black Hawk+ eine blaue LED.

Die Cam hat außer vier Hauptmenüs keine weiteren Symbole, was die Navigation erleichtert. In unserem Test traten auch die von einigen Kunden bemängelten Geräte-Aufhänger nicht auf.

Gefilmt werden kann mit maximal 3.840 x 2.160 Pixeln sowie 60 Vollbildern. Bei der Videostabilisierung sind bei höchster Auflösung nur noch 30 Bilder, bei 1080p sind wahlweise 30 oder 60 Bilder in der Sekunde möglich. Im Weitwinkel können 170 Grad erfasst werden, manuell eingestellt werden dürfen nur Belichtung, Frequenz (50 bzw. 60 Hertz) und Weißabgleich. Verfügbare Modi sind Serienaufnahme, Langzeitbelichtung sowie Zeitraffer.

Action-Cam Test: 20200217
Im Freien lässt sich das Display nicht sehr gut ablesen. Trotz wenigen Symbolen kommt man gut mit dem Menü zurecht.

Das mitgelieferte Zubehör ist recht umfangreich: Ein wasserfestes Gehäuse, eine Helm- und eine Fahrrad-Halterung, Stativ-Adapter sowie Winkel für die Halterungen. Eine Bluetooth-Fernbedienung gibt es nicht, das ist für diesen Preis aber auch nicht verwunderlich.

Die Videoqualität überraschte uns positiv: Statische Motive sind sehr scharf und nur im Randbereich nimmt die Schärfe leicht ab. Bildrauschen ist nicht zu sehen, Farben sind kräftig und natürlich, weiße Wolken zeichnen sich klar vom blauen Himmel ab. Wie immer sind Fahraufnahmen die problematischere Angelegenheit. Doch die günstige Cam von GoXtreme schlägt sich wacker: Fast alle Bildteile sind scharf, Gräser, Blätter und Steine sind ohne extreme Detaileinbußen erkennbar, so beispielsweise die Maserungen der Baumrinde.

Schläge hält die Action-Cam locker aus. Es wird aber nicht alles glatt gebügelt, auf ruckeligem Waldboden gehen einige Details verloren. Zumindest auf einem Feldweg greift der digitale Bildstabilisator effektiv ein. Lediglich teurere Action-Cams sind hier vorteilhafter. Mit höchster Auflösung hält der Akku keine Stunde.

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Die App »iSmart DV«, die für Android und iOS erhältlich ist, verwandelt das Smartphone oder Tablet zu einem Kontrollbildschirm. Verbunden werden die Geräte mit WLAN. Ist dieses bei der Kamera aktiv, leuchtet ein rotes LED-Licht auf. Der Zeitversatz ist bei schnelleren Passagen sehr überschaubar, sodass gut mit der App gearbeitet werden kann. Alles, was bei der GoXtreme eingestellt werden kann, ist auch in der App einzustellen.

Jeder, der eine günstige Action-Cam sucht, ist mit der GoXtreme Black Hawk+ 4K gut bedient und erhält eine solide Ausstattung, gute Bildqualität sowie ordentlich Stabilisierung. Touch-Bedienung gibt es nicht und auch nicht unendlich viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten – für diese Features muss etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Was gibt es sonst noch?

Günstiger und trotzdem mit höchster Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln mit 60 Vollbildern ist die GoXtreme Phantom 4K zu haben. Der Touchscreen hat eine 5,9-Zentimeter-Diagonale (2,35 Zoll) und fällt daher größer aus.

An der Front der Action-Cam befindet sich ein gelochtes Metallblech, das restliche Gehäuse ist aus Kunststoff. An der Unterseite gibt es ein Stativgewinde. Daneben sitzt der Deckel, der den Akku (beim Filmen mit höchster Auflösung hält er circa eine Stunde) sowie die Speicherkarte schützt. Er ist deshalb auch etwas streng zu öffnen. Verarbeitung und Materialqualität ist bei der höherpreisigen Konkurrenz besser. Im beiliegenden Kunststoffgehäuse ist die Cam bis zu 40 Meter wasserdicht.

Die Phantom 4K lässt sich weitgehend unkompliziert bedienen. Ein- und ausgeschaltet sowie ausgelöst wird oben am Gehäuse. Bei Wischbewegungen reagiert die Cam sofort, beim Display muss man teils mehrmals tippen, bis sich im Menü Einstellungen vornehmen lassen. Und von denen gibt es eine Menge.

Die Auflösung des Videos kann auf 720p, 1080p, 2.7K oder 4K eingestellt werden. Im Menü kann zudem eine digitale Bildstabilisierung aktiviert werden, die allerdings in 4K nur mit 30 statt 60 Vollbildern funktioniert. Im Zeitlupen-Modus sind bei 1080p 120 Einzelbilder in der Sekunde und mit 720p sogar 240 Vollbilder möglich. Mit diesen Einstellungen ist allerdings die Bildstabilisierung nicht kombinierbar.

Bei der Videoqualität kann zwischen »Normal«, »Fein« und »Super Fein« gewählt werden, das Sichtfeld wird mit »Schmal«, »Mittel«, »Weit« bestimmt und die ISO-Werte sind von 100 bis 6.400 zu wählen. Außerdem können die Belichtung sowie die Belichtungszeit, der Weißabgleich, die Schärfe und Messpunkte eingestellt werden. Oben drauf gibt es noch Szenemodi (»Landschaft«, »Nacht«, »Sport«) und allerlei Effekte. Maximal ist ein Weitwinkel von 170 Grad möglich und auch Zeitraffer-Aufnahmen sind kein Problem. Mit dieser Fülle an Anpassungsmöglichkeiten kann dem eigenen Video eine ganz persönliche Note gegeben werden.

Das beiliegende Zubehör von GoXtreme lässt Filmer-Herzen höher schlagen: Diverse Klebepads und Halterungen für Fahrradlenker, Armaturenbrett oder Helm sind hier zu finden, unter anderem eine 360-Grad-Basishalterung, mit der die Cam flexibel um ihre Achse und in allen Winkeln gedreht werden kann. Auch eine praktische Bluetooth-Fernbedienung liegt bei, mithilfe derer zwischen Foto- und Videomodus gewechselt und die Cam an- und ausgeschaltet werden kann.

Auch qualitativ überzeugt die Action-Cam mit ihren Videos. Ruhige Aufnahmen können in der Profi-Liga mitspielen. Die Bilder sind extrem scharf und dabei trotzdem nicht überzeichnet. Farben werden natürlich, aber nicht plakativ und Details sehr präzise dargestellt. Sogar vereinzelte Äste in weiter entfernten Bäumen wie auch Halme vom Wegesrand sind zu erkennen.

Mit dem digitalen Bildstabilisator lassen sich zwar heftige Schläge eliminieren, Microruckler bleiben allerdings trotzdem. In einer sehr detailreichen Umgebung wie einem Wald mit einer Vielzahl an Bäumen, Ästen, Blättern und Steinchen ist die Cam im Automatik-Modus mit dem Scharfstellen leicht überfordert. Die Elektronik ist stets bemüht, dennoch wirkt keine der Aufnahmen makellos, es ist immer etwas Unschärfe zu sehen.

Mit der App »GoAction H22« kann die Cam mit dem Smartphone verbunden werden, sodass Clips heruntergeladen werden können und die Action-Cam über die Anwendung gesteuert werden kann. Letzteres können wir nicht empfehlen, das Live-Bild ist alles andere als stabil und auch nur mit Zeitverschiebung zu sehen. Der zeitliche Versatz ist zwar bei einer statischen Aufnahme kein Problem, macht man aber eine Bewegung mit der Cam ist die Vorschau deutlich langsamer als die Realität.

Insgesamt ist die GoXtreme Phantom 4K eine Überlegung wert: Sie bietet eine gute Bildqualität, eine große Menge an Zubehör sowie gutes Handling zu einem fairen Preis.

Die Insta360 ONE R Twin Edition ist Zwei in Einem: Action-Cam und 360-Grad-Cam. Das System besteht aus Display, roter Akku-Platte und zwei Kamera-Einheiten – alles kann auseinander- und wieder zusammengebaut werden. Bis fünf Meter Tiefe ist die Cam wasserdicht. Leider lässt sich der Akku nicht einzeln laden, was wenig durchdacht ist. Zudem öffnete sich bei unserem Test ständig die Kunststoffverbindung beim Speicherkartenfach.

Das Display ist sehr klein (1,4 Zoll) und kann zwar direkt bedient werden, allerdings ist das mit der App komfortabler. Für das Video-Format kann zwischen MP4 und »insv« gewählt werden. Allerdings ist mit MP4 lediglich eine rudimentäre Stabilisierung möglich und »insv«-Dateien nicht überall abspielbar. Qualitativ kann die Action-Cam nicht begeistern und auch die 360-Grad-Kamera ist mehr als nettes Feature zu sehen.

Die Akaso V50 Elite filmt in UHD und maximal 60 Bildern, mit digitaler Bildstabilisierung leider nur mit 30. Die Verarbeitung ist gut und die Kamera hat ein Stativgewinde verbaut. Das Display ist farbig und hell, reagiert aber nicht besonders zuverlässig. In der Ausstattung mit dabei: Achtfache Slowmotion, Fernbedienung, Weißabgleich und Sprachsteuerung. Windgeräusche werden reduziert und im beiliegenden Kunststoffgehäuse ist die Cam bis 40 Meter Tiefe wasserdicht. Die Videoqualität ist gut, nur Farben und Kontrast könnten stärker sein. Bei zu starken Schlägen gerät die Cam an ihre Grenzen.

Die Lamax X10.1 ist klasse verarbeitet und filmt mit 3.840 x 2.160 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde. Auch Zeitlupenaufnahmen sind mit geringerer Auflösung möglich. Viele weitere Funktionen sind verfügbar: Zeitraffer, Loops, Selbstauslöser, Serienbilder, HDR usw. Gleich zwei Akkus, eine wasserdichte Hülle, Fernbedienung, Stabhalter, Adapter und diverse Halterungen gibt es dazu. Auch per Smartphone kann man die Action-Cam steuern. Die Bildqualität ist zwar nicht auf höchstem Niveau, aber hier bekommt man ordentlich Zubehör.

Hier sehen sie alle Videos der getesteten Geräte.

Was Sie über Action-Cams wissen sollten

Action-Cams sind klein und robust – perfekt für unterwegs und holprige Angelegenheiten. Sie bieten keinen Zoom und nehmen in der Regel weitwinklig auf. Egal ob beim Klettern, Fahrrad fahren, Wintersport, Rafting oder sogar beim Tauchen: Action-Cams machen alles mit. Dabei kann man sie immer sicher befestigen, sodass sie nicht verloren gehen.

Mit dem Weitwinkel lassen sich tolle Panoramen erstellen, allerdings sehen die Aufnahmen dadurch auch gern etwas gekrümmt aus. Heutige Action-Cams können UHD und 4K-Videos spielend herbeizaubern. Die Dateien sind dann natürlich groß und komplex, da sollte zur Nachbearbeitung ein guter Rechner verwendet werden. Toll ist dabei, dass man auch weit in die Videos hineinzoomen kann, ohne einen großen Qualitätsverlust zu erhalten.

Action-Cams sind auch deshalb so toll, weil sie enorm gute Bildstabilisatoren haben. Da wird eine holprige Fahrradtour zu einer schwebenden und ruhigen Fahrt. So lassen sich die Erlebnisse im Nachhinein viel angenehmer anschauen.

So haben wir getestet

Nach ausgiebiger Recherche haben wir aus dem unübersichtlichen Überangebot 36 Action-Cams ausgewählt und getestet. Neben teureren Markenmodellen wie Sony und GoPro haben wir uns auch eine Reihe günstiger Camcorder angesehen.

Die Kameras mussten drei Aufgaben meistern: eine Aufnahme am Fahrradlenker während einer holprigen Fahrt über den Waldboden, eine unter normalen Lichtverhältnissen und eine bei schwachem Licht.

 Action-Cam Test: 20181125
Dank spezieller Halterungen können die Kameras am Fahrradlenker befestigt werden.

Die schwierigste und wichtigste Disziplin, war die Fahrt mit einem Mountainbike. Schließlich wird hier erst klar: Wie gut werden Stöße und Schläge von den Kameras weggesteckt? Arbeiten die Bildstabilisatoren effektiv genug? Und wie schnell passt sich die Automatik an wechselnde Lichtverhältnisse an? Ob das gefilmte Bildmaterial brauchbar ist oder nicht, entscheidet bei den Action-Cams oft die Qualität der Bildstabilisation.

Für unseren Test wurden von uns alle Action-Cams am Lenker des Fahrrads angebracht. Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, mussten die Kameras absolut fest sitzen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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