Action-Cam Test – Testsieger: GoPro Hero7 Black

Action-Cams im Test : Sportlich Filmen

von
Update 21.09.2020

Während Camcorder zunehmend vom Markt verschwinden, erobern Action-Cams zunehmend das Herz von Hobbyfilmern. Wir haben 34 Action-Cams zwischen 40 und 450 Euro getestet. Die kleinen, robusten Geräte nehmen weitwinklig auf und glänzen mit einer guten Bildqualität und sind dazu noch mobil.

Update 21. September 2020

Wir haben weitere Action-Cams getestet. Neue Empfehlungen sind die GoPro Hero8 Black, die GoXtreme Phantom 4K und die GoXtreme Black Hawk+ 4K.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Action-Cams sind nicht nur bei Profi-Sportlern beliebt, sondern kommen auch bei weniger ambitionierten Hobbys zum Einsatz: beim Rad fahren, auf dem Motorrad, beim Tauchen oder auch im Wintersport. Die kleinen Kameras können am Lenker oder auf dem Helm befestigt werden.

In unserem Test haben wir uns auf Modelle fokussiert, die in 4K filmen können und somit UHD-Auflösung anbieten. Denn die meisten Action-Cams haben keinen Sucher, daher muss man oft nachbearbeiten und den richtigen Bildausschnitt wählen – da ist eine hohe Ausgangsauflösung von Vorteil.

Die Topmodelle im Bereich der Action-Cams kommen von GoPro und Sony, aber auch Modelle weniger bekannter Hersteller schnitten im Test gut ab. Allerdings gilt das erst für Geräte ab etwa 100 Euro. Von ganz billigen Action-Cams sollten Sie lieber die Finger lassen.

Einfache Bedienung: GoPro Hero8 Black

Einfache Bedienung

GoPro Hero8 Black

Test: Gopro Hero 8 Black
Mit extrem gutem Bildstabilisator, toller Bildqualität, Sprachsteuerung und hohem Bedienkomfort ist die GoPro Hero8 Black der Branchenprimus.

Same procedure as every year: Hersteller GoPro bietet mit seinem neuen Modell GoPro Hero8 Black eine Action-Cam an, die sich bei uns einen der Spitzenplätze sichert. Das Modell, in einem schlichten Schwarz, hat neben optischen Neuerungen auch eine optimierte Technik mit an Bord. Wer professioneller filmen möchte, wird sich über ein noch breiteres Sortiment an Zubehör freuen.

Beim Betrachten fällt sofort auf, dass kein weiteres Gehäuse installiert wird, um die Action-Cam am Lenker eines Fahrrads zu montieren. Bei Bedarf lassen sich zwei kleine Arme aus Metall als Haltevorrichtung ausklappen. Der USB-C-Anschluss, Speicherkarte und Akku sitzen nun hinter einer sicher und sauber abschließenden Klappe aus Metall. Der bisherige Standard-HDMI-Anschluss wurde abgeschafft.

Wer diesen weiterhin nutzen möchte, muss einen Media Mod dazukaufen, ein zusätzliches Gehäuse mit einem HDMI-Ausgang, einem 3,5-mm Anschluss für ein Mikrofon und integriertem direktionalen Mikrofon. Zwei Schuhhalterungen für Zubehör wie den Anschluss von LCD-Bildschirmen, Mikrofonen und Leuchten sind auch im Media Mod-Gehäuse zu finden. Ebenfalls neu sind eine zusätzliche LED-Beleuchtung, sowie ein separat erhältlicher, externer zwei Zoll Bildschirm.

Nach Angabe des Herstellers GoPro wurde die elektronische Bildstabilisierung »Hypersmooth« nochmals verbessert und ist jetzt sogar in sämtlichen Auflösungen verfügbar. Die größte Auflösung beträgt 3.840 x 2.160 Bildpunkten bei 60 Bildern pro Sekunde. Der »Boost«-Modus ist neu und soll auch bei intensivem Geholper die Cam-Bilder beruhigen. Soll dieser genutzt werden, müssen Sie sich neue Akkus zulegen, denn die alten Modelle unterstützen den Boost-Modus nicht.

Die Datenrate der GoPro ist bei Aufnahmen in Ultra-HD von 78 auf 100 Mbit/s gesteigert worden. Die Wasserdichtigkeit bis zu zehn Metern ist gleich geblieben. Livestreaming ist jetzt mit 1080p anstatt 720p möglich.

Neuerdings unterstützen auch alle Fotomodi das Fotografieren im Rohdaten-Format (RAW). Zu den Settings für Videos ist neben »Linear«, »Weit« und »SuperView« noch die Einstellung »Eng« in maximalster Auflösung hinzugekommen.

Die Bedienung der Hero8 Black erfolgt über einen farbigen zwei Zoll-Touchscreen oder über die App. Das funktioniert intuitiv und problemlos, der Bildschirm reagiert bei sachtem Druck und Wischbewegungen zuverlässig und schnell. Kurze, erklärende Texte geben jeweils Hilfestellung in den ausgewählten Menüs. Die Sprachsteuerung bleibt ein Merkmal für absoluten Komfort.

 Action-Cam Test: Actioncamtestaugust2020 Gopro Hero9black Display
Der Touchscreen ist hell und gefällt durch leichte Bedienung.

So lassen sich per Sprachbefehl Zeitrafferaufnahmen erstellen, Fotos schießen, Markierungen setzen oder Aufnahmen stoppen und starten. Bedarfsweise kann man die Action-Cam auch mit der Stimme aktivieren – nach Aktivierung ist diese Funktion für weitere acht Stunden verfügbar. Die anpassbaren Bildschirm-Shortcuts sind neu.

Besonders Filmemacher mit gehobenen Ansprüchen werden über die zahlreichen per Hand einstellbaren Optionen erfreut sein. Dazu gehören neben Belichtungskorrekturen, den ISO-Werten und dem Weißabgleich noch viele weitere Parameter, die nach Belieben verändert werden können. Die Fotos sind im unbearbeitetem RAW-Format für ausgedehnte Nachbearbeitungsmöglichkeiten speicherbar, außerdem werden Aufnahmen in HDR mit beträchtlich höherem Kontrastumfang ermöglicht. Das sieht sehr beeindruckend aus – vorausgesetzt man verfügt über einen angemessenen Fernseher.

Leidenschaftliche Fotografen dürften sich an der »Super-Foto«-Möglichkeit erfreuen, mit der die Hero8 Black die Fotoaufnahmen durch Rauschunterdrückung, HDR und Local Tone Mapping optimiert. Deutlich besser als bei älteren Modellen werden so beispielsweise Kontraste herausgearbeitet.

Die zurückgelegte Strecke, Geschwindigkeit und die Standortkoordinaten werden über ein integriertes GPS-Modul im Action-Camcorder erfasst. Über eine App für Smartphones können die zusätzlichen Informationen mit dem Bild- und Videomaterial ausgelesen werden. Wer für soziale Netzwerke wie Instagram kurze Videoclips hochkant filmen möchte, wird sicherlich begrüßen, dass das Menü der Kamera sich mitdreht.

Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, die eigenen individuellen Voreinstellungen wie einen Weißabgleich oder den Blickwinkel abzuspeichern und diese pfeilschnell für jeweils andere Aufnahmesituationen wiederholbar aufzurufen.

Die Stabilisierung der Cam für bewegte Bilder arbeitet dabei auf dem höchsten Niveau. Feldweg- oder Straßenrand-Details wirken sehr detailliert. Auch nachdem das Licht nachgelassen hatte und es beispielsweise im Wald sehr holperig wurde, überzeugte uns die GoPro. 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Farben sind ansprechend kräftig, wirken aber sehr natürlich. Die Bildschärfe der Hero8 Black ist brillant, und auch die Plastizität ist tadellos. Einzelne Ähren in einem Kornfeld sind sauber umrandet zu erkennen.

Auch ihr Ton hat uns gut gefallen. Geräusche der Umgebung sind kaum noch ein Störfaktor. Etwaige Windgeräusche werden gut gefiltert. Die Tretgeräusche der Pedale sind nicht so eindeutig wahrnehmbar, wie bei das bei früheren Modellen der Fall war.

Die App vom Hersteller GoPro gibt es für Android- und iOS-Betriebssysteme kostenlos. Sie bietet nicht nur eine umfangreiche und unkomplizierte Handhabung des kleinen Camcorders, sondern auch das Importieren von Fotos und Videos. Über das Anwenderprogramm kann man unter anderem das GPS und die Videostabilisierung aktivieren, die Auflösung einstellen und Aufnahmen starten. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und die Zeitverzögerung minimal. Außerdem gibt es die clevere Funktion, Livesequenzen zu streamen und in sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook zu veröffentlichen.

 Action-Cam Test: Actioncamtestaugust2020 Gopro Hero9black Screenshots
Über die App können Inhalte live gestreamt werden. Über das Smartphone erhält man außerdem Zugriff auf alle Foto- und Film-Parameter.

Eine neue Funktion ist die in die GoPro-App eingebettete Horizontausrichtung. Das Ziel der Action-Cam ist es, auch in extremen Situationen das Bild weitestgehend verwacklungsfrei und souverän zu halten. Im sogenannten »LiveBurst«-Modus werden dazu 1,5 Sekunden nach und vor dem Druck des Auslösers Fotos aufgenommen – so kann die perfekte Aufnahme aus 90 Standbildern ausgewählt werden.

Viel können wir nicht bemängeln. Beim Zubehör knausert GoPro ziemlich. Ein USB-C-Kabel, Flügelschraube und Befestigungsclip sowie eine gebogene Klebehalterung sind im Basisset enthalten. Bei vielen der No-Name-Anbieter gehört beträchtlich mehr Zubehör zur Ausstattung.

Die Laufzeit des Akkus ist mit circa 80 Minuten akzeptabel.

Die Go Pro Hero8 bietet dem Nutzer ein makelloses Komplettpaket das mit hohem Bedienkomfort, ausgezeichneter Bildqualität und toller Verarbeitung glänzt.

Alles im Blick: DJI Osmo Action

Alles im Blick

DJI Osmo Action

Test Action-Cam: DJI Osmo Action
Der zweite Bildschirm ist der besondere Clou der DJI Osmo Action. Aber auch die Bewegungsglättung ist spitze.

Die Osmo Action von DJI von DJI bringt das Selfie-Zeitalter ins Bewegtbild: Sie hat sowohl auf der Rückseite als auch auf der Vorderseite ein Display. Das ist praktisch, wenn man sich selbst filmt oder fotografiert.

Die Kamera ist solide gefertigt und kommt mit einem Gehäuse aus Metall. An der Front befindet sich zudem ein Kühlkörper. Die Linse kann man abschrauben, um z.B. Filter zu montieren. Bis zu elf Meter ist die Osmo wasserdicht. Um per Stativgewinde Zubehörteile anzuschrauben, benutzt man den mitgelieferten Rahmen.

Die Action-Cam von DJI ist im Nullkommanichts einsatzbereit. Zwischen Video- und Foto-Modus wird ganz einfach per Schnellwechsel-Taste hin- und hergesprungen. An dieser Stelle kann man auch HDR, Zeitlupe und Zeitraffer aktivieren. Mit der Disp-Taste ist auch ein Wechsel zwischen den beiden Bildschirmen möglich. Die Bedienung funktioniert angenehm mit Touch, die Menüführung ist simpel. Die Kamera hört außerdem aufs Wort. So können etwa Aufnahmen gestartet und gestoppt und zwischen den beiden Displays gewechselt werden, ohne die Kamera in die Hand zu nehmen.

Die Kamera filmt in 4K mit 3.840 x 2.160 Pixel bei 60 Bildern pro Sekunde. HDR-Aufnahmen werden mit 30 Bildern pro Sekunde gedreht. Hier gibt es dann aber keine Stabilisierung mehr. Zeitlupen sind mit 240 Bildern ist bei 1080p und Full-HD möglich.

Die Bewegungsglättung empfanden wir als erstaunlich gut, auch wenn der Blickwinkel von 145 Grad etwas kleiner ausfällt als bei anderen Geräten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wenn das Wetter die Sonne nicht versteckt, sind die Videos rauschfrei und schön scharf. Auch die Farben sind natürlich – bei bedecktem Himmel allerdings gibt es ein wenig Bildrauschen und ein paar Details werden verschluckt. In unserem Test hielt der Akku der Kamera etwas mehr als eine Stunde aus. Dieses Ergebnis entstand bei höchster Auflösung. In Full-HD kann man locker auch zwei Stunden filmen, der Akku ist in nur 90 Minuten aufgeladen.

Mit der Mimo-App, die für iOS und Android kostenlos verfügbar ist, kann man die Osmo Action auch mit dem Handy steuern.

Dank des Frontdisplays ist die DJI Osmo Action die perfekte Kamera für alle, die sich gern selbst in Szene setzen. Sie überzeugt mit toller Verarbeitung, guter Bildqualität und guter Stabilisierung. Das Zubehörangebot ist allerdings längst nicht so groß wie bei GoPro.

Ruckelfrei: Sony FDR-X3000

Ruckelfrei

Sony FDR-X3000

Der optische Bildstabilisator der Sony FDR-X3000 ist fast allen anderen Action-Cams deutlich überlegen.

Die Sony FDR-X3000 liefert dank optischem Bildstabilisator die beste Bildstabilisierung aller getesteten Action-Cams und auch die Video-Qualität überzeugt.

Im Gegensatz zu den schwarzen Kästchen der Konkurrenz erinnert die Sony an einen edlen kleinen Camcorder. Eine weitere Besonderheit ist die Live-View-Fernbedienung, die man wie eine Uhr ums Handgelenk anlegt und mit ihrem Bildschirm wie eine gängige Smartwatch wirkt. Die Fernsteuerung und die Kamera verbinden sich automatisch, sobald beide Geräte im WLAN sind. Das Bild der FDR-X3000 wird dann auf das Armband übertragen – so sieht man immer, was gefilmt wird, auch wenn sich die Kamera gerade nicht im eigenen Blickfeld befindet.

Das Highlight der Action-Cam von Sony ist ihr Bildstabilisator: In der Kamera ist nämlich ein optischer Bildstabilisator verbaut, der sich deutlich bemerkbar macht. Ruckler werden so gut eliminiert wie bei keiner anderen Kamera, wie man in unseren Testvideos sieht.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Unser Fahrrad scheint im Video fast zu schweben, so sanft bügelt die Action-Cam die Bewegungen und Ruckler aus. Lediglich an den Bildrändern sind gelegentlich Fehler auszumachen. Auch schnelle Lichtwechsel sind kein Problem für die Kamera von Sony.

Schärfe und Farben sind erstaunlich präzise, 4K-Videos haben eine tolle Zeichnung. Auch bei wenig Licht gibt es mit der FDR-X3000 fast kein Bildrauschen. Bei Aufnahmen höchster Auflösung kann nur im Weitwinkel gefilmt werden. Zeitlupen können mit bis 120 Bildern pro Sekunde in Full-HD erstellt werden. Ein weiterer Pluspunkt der Sony-Cam ist ihre gute Tonqualität

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Zum Filmen unter Wasser bietet Sony ein Unterwassergehäuse an. Damit kann die Kamera in bis zu 60 Metern Tiefe eingesetzt werden.

Mit der Play-Memories-Mobile-App kann die Kamera auch mit dem Handy bedient werden. Wie bei anderen Apps kann man hier viele Parameter manuell verändern und das Live-Bild betrachten, das aber ab und zu etwas hinterherhängt.

Die Action-Cam von Sony ist eine gute Wahl für alle, denen es auf gute Bildqualität mit toller Bildstabilisierung ohne umfangreiche Nachbearbeitung ankommt. Denn die kleine Sony-Cam liefert auf Anhieb tolle Bilder. Preislich schenkt sie sich allerdings fast nichts zum Top-Modell von GoPro, für das es ein umfangreicheres Zubehörangebot gibt.

Separates Mikrofon: GoXtreme Phantom 4K

Separates Mikrofon

GoXtreme Phantom 4K

Beträchtlich preiswerter als die Osmo Action und die Hero8 Black ist die Phantom 4K von GoXtreme. Auch sie nimmt 60 Bilder pro Sekunde in maximaler Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln auf. Mit einer Bildschirmdiagonale von 2,35 Zoll (5,9 Zentimetern) ist der Touchscreen größer bemessen als bei der genannten Konkurrenz.

Die Cam-Front ist mit einem metallischen Loch-Blech verkleidet, das restliche Gehäuse ist aus Kunststoff. Ein Stativ-Gewinde befindet sich an der unteren Seite der Cam. Hier sitzt ebenfalls die Abdeckung für die Speicherkarte und den Akku (hält beim Filmen in maximaler Auflösung circa eine Stunde), die allerdings Kraft zum Öffnen benötigt. Verarbeitungs- und Materialqualität gefielen uns aber bei der kostspieligeren Konkurrenz besser. Die GoXtreme ist bis 5 bar (40 Meter) wasserdicht, vorausgesetzt sie ist in das beiliegende Gehäuse aus Kunststoff eingesteckt.

 Action-Cam Test: 20191204
Dank des integrierten Gewindes kann die GoXtreme auch gehäuselos am Lenker des Fahrrads montieren werden.

Die Bedienung der Cam ist zumeist unkompliziert. Auslöser und Ein-/Ausschaltknopf sind an der Oberseite des Gehäuse angebracht. Während die Action-Cam auf Wischbewegungen unverzüglich anspricht, muss das Display zum Teil mehrere Mal angetippt werden, um im farbigen Menü Einstellungen zu ändern. Davon besitzt die GoXtreme so einige.

Die Videoauflösung ist von 720p oder 1080p über 2.7K (2.704 x 1.520 Pixel) bis hin zu 4K einstellbar. Bei Bedarf können Sie eine digitale Stabilisierung der Bilder aktivieren, die in der Auflösung von 4K allerdings nicht mit 60 Vollbildern, sondern stattdessen nur mit 30 zur Verfügung steht. Zeitlupen können von der GoXtreme entweder in 720p mit 120 Vollbildern oder 1080p gefilmt werden. In 720p sind es 240 einzelne Bilder pro Sekunde – die Bildstabilisierung ist in beiden Setups jedoch nicht einsetzbar.

Neben der Videoauflösung hat man dort auch Zugriff auf verschiedene Bildverfremdungseffekte, den Szenemodus (beispielsweise »Landschaft«, »Sport«, »Nacht«), Messpunkte, Weißabgleich, Schärfe, Belichtungszeit, den ISO-Wert (100 bis 6.400), die Belichtung, das Sichtfeld (»Schmal«, »Mittel«, Weit«) und auf die Videoqualität (»Normal«, »Fein«, »Super Fein«)

Anspruchsvolle Filmemacher können ihrem Werk so auch ihre persönlichen Form verleihen. Der größte Weitwinkel beträgt 170 Grad,  Aufnahmen im Zeitraffer sind ebenfalls möglich.

 Action-Cam Test: 20191213
Das Menü ist übersichtlich: Klare Schlagworte und selbsterklärend.

Bestnoten bekommt die GoXtreme Phantom 4K beim mitgelieferten Zubehör, das äußerst umfangreich ausfällt. Dazu zählen verschiedene Klebepads und Halterungen, zum Beispiel für den Helm, und den Fahrradlenker oder das Auto-Armaturenbrett, das sich Hersteller GoPro im Übrigen extra bezahlen lässt. Clever finden wir die eingeführte 360-Grad-Basishalterung: wird die Kamera eingesetzt, kann sie in jedem Winkel flexibel um die eigene Achse gedreht werden. Wenn Sie Handschuhe tragen, werden Sie sich über die Fernbedienung mit Bluetooth freuen, mit der die Action-Cam ein- und ausgeschaltet und zwischen Foto- und Videomodus gewechselt werden kann.

Die Cam überzeugte uns bei der Videoqualität. Wenn wir ruhige Aufnahmen machten, spielte sie ganz oben mit. Das Videobild besitzt eine extreme Schärfe, wird dabei aber nicht überzeichnet. Bilddetails werden präzise herausgearbeitet, die Farben werden auf natürliche Art dargestellt, wirken aber nicht überbetont. Selbst Grashalme am Wegesrand oder entfernte Baumäste erkennt man problemlos.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der Bildstabilisator verrichtet ordentliche Arbeit, ist aber nicht 100-prozentig perfekt. Auf unserer Tour mit dem Rad eliminierte er effektiv die meisten kräftigen Schläge, trotzdem wurde das Videobild durch gehäufte Microruckler etwas beeinträchtigt. In der detaillierten Waldszene mit einer großen Fülle an Bäumen, Ästen, Steinchen und Blättern war der Automatikmodus gelegentlich etwas überfordert, das Videobild zu fokussieren. Auch hier bemerkten wir, wie die Elektronik sich ständig bemühte, aber keine einheitliche Aufnahme hinbekam. Artefakte und kleinere Unschärfen waren die Folge.

Über die App »GoAction H22« können Smartphone und Action-Cam miteinander verbunden werden, um über das Mobilgerät die Kamera zu steuern oder Videoclips von der Action-Cam herunterzuladen. Diese Option kann von uns aber nicht empfohlen werden. Unser Test wurde zu einem absoluten Lotteriespiel, um ein Live-Bild der Cam auf den Bildschirm des Smartphones zu bekommen. Außerdem spürten wir einen deutlichen zeitlichen Versatz. Das war bei unbeweglichen Aufnahmen nicht problematisch, bei anderen Bewegungen und Schwenks hinkte die Vorschau der realen Echtzeit allerdings deutlich hinterher.

Summa summarum bietet die GoXtreme Phantom 4K ein attraktives Paket: ein Action-Camcorder mit einer schönen Bildqualität, einem fairen Preis, gutem Handling und haufenweise Zubehör.

Viel Zubehör: GoXtreme Black Hawk+ 4K

Viel Zubehör

GoXtreme Black Hawk+ 4K

Test: Smartlocks Evva
Super Preis, gutes Bild, ordentliche Stabilisierung: Die Black Hawk+ 4K ist die ideale Action-Cam für Sparfüchse!

Noch einmal circa 100 Euro günstiger als das Modell Phantom 4K ist die Black Hawk+ 4K von GoXtreme. Bei ihr müssen deshalb Einbußen beim Komfort hingenommen werden, ihre Videostabilisierung und die Bildqualität überzeugten im Test aber weitgehend.

Das Camgehäuse ist gummiert, an der Unterseite kann die Black Hawk+ 4K beispielsweise über ein standardisiertes Schraubgewinde auch ohne mitgeliefertes Kunstoffgehäuse am Fahrradlenker montiert werden. Das Gehäuse wird beim Wassersport und zum Tauchen benötigt, möglich sind Tauchtiefen bis zu 60 Meter. Der Nachteil: Das angenehm scharfe und farbige zwei Zoll-Display der Black Hawk+ 4K besitzt keine Touchscreenfunktion, bedient wird die Kamera über vier Tasten (Seite, Oberseite, Front). Der Bedienung ist somit vergleichsweise weniger komfortabel als bei ähnlichen Modellen, die auf Berührungen und Wischgesten per Finger reagieren. Die Front-LED blinkt blau, solange ein Video aufgenommen wird.

Action-Cam Test: Img
Ist die Black Hawk in Betrieb, blinkt die Front-LED blau.

Bis auf die vier Hauptmenüs wurde auf weitere Symbole verzichtet. Aber auch ohne kann zügig navigiert werden. Dass sich das Gerät aufhängt, wie in einigen Rezensionen bei Amazon beschrieben, konnten wir bei unserem getesteten Modell nicht feststellen.

Die Black Hawk+ 4K filmt in maximaler Auflösung mit 3.840 x 2.160 Pixeln und 60 Bilder. Die Videostabilisierung arbeitet in der maximalen Auflösung allerdings nur mit 30 Bildern, daneben aber auch in 1080p alternativ mit 60 oder 30 Bildern. Die Cam erfasst einen Weitwinkel von 170 Grad, selbst einstellen kann man die Bild-Frequenz (50 oder 60 Hertz), die Belichtung und den Weißabgleich. Neben Serienaufnahme und Langzeitbelichtung stehen als Modi auch Fotos und Videos im Zeitraffer bereit.

Die Displayablesbarkeit könnte draußen besser sein. Das Menü ist trotz fehlender Symbole intuitiv.

Das Zubehör fällt recht umfangreich aus. Neben einem Winkel für Halterungen, Stativ-Adapter und Gehäuse, das wasserfest ist, hat GoXtreme dem Bundle eine Helm- und eine Fahrradhalterung beigelegt. Die Fernbedienung des Phantom 4K-Modells fehlt – bei diesem Endpreis nicht sehr verwunderlich.

Die Qualität der Videos überraschte uns angenehm. Bei unbeweglichen Motiven gefällt uns die hohe Schärfe – einzig und allein im äußeren Bereich des Randes nimmt diese ein wenig ab. Im Himmel zeichneten sich die Wolken genau ab, die Farben waren kräftig und natürlich, von einem Bildrauschen war nichts zu sehen. Fahraufnahmen sind da bekannt deutlich problematischer. Auch hier behauptet sich die Kamera. Die Bildschärfe blieb in fast allen Teilen des Bildes erhalten, Gräser, Blätter und Steine waren ohne Einbußen bei den Details erkennbar, zum Beispiel auch die Rinden-Musterung an den Stämmen der Bäume.

Schläge werden von der GoXtreme gut weggesteckt. Es wird nicht alles geglättet – gerade auf Waldwegen, wo die Strecke deutlich holpriger wird, wird dieser Umstand stark deutlich, hier gehen dann auch Details verloren. Aber wenigstens bei unserer Fahrt über einen Feldweg kann man erkennen, dass hier der digitale Stabilisator eingreift und die Videoaufnahme erfolgreich fixiert. Nur bedeutend teurere Cams schlugen sich hier besser. Der Akku hielt in der maximalen Auflösung bei unserem Testfahrten keine komplette Stunde durch.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mit der für Android und iOS kostenlosen App »iSmart DV« verwandelt man sein Smartphone oder sein Tablet in ein Kontrolldisplay. Per WLAN wird die Kamera gekoppelt – ist das Wireless-LAN eingeschaltet, leuchtet die Black Hawk-Front-LED rot auf. Die zeitliche Verzögerung ist auch bei schnellen Sequenzen sehr gering, dass ein vernünftiges Arbeiten ermöglicht wird. Alle GoXtreme-Parameter sind ebenfalls über die »iSmart DV«-Anwendung zugänglich.

Wer eine Action-Cam mit solider Ausstattung, ordentlicher Stabilisierung und guter Bildqualität sucht und bis maximal 150 Euro ausgeben möchte, ist mit der Black Hawk+ 4K gut bedient.

Was gibt es sonst noch?

Die Lamax X10.1 ist klasse verarbeitet und filmt mit 3.840 x 2.160 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde. Auch Zeitlupenaufnahmen sind mit geringerer Auflösung möglich. Viele weitere Funktionen sind verfügbar: Zeitraffer, Loops, Selbstauslöser, Serienbilder, HDR usw. Gleich zwei Akkus, eine wasserdichte Hülle, Fernbedienung, Stabhalter, Adapter und diverse Halterungen gibt es dazu. Auch per Smartphone kann man die Action-Cam steuern. Die Bildqualität ist zwar nicht auf höchstem Niveau, aber hier bekommt man ordentlich Zubehör.

Die Ezviz S2 Action Lite Camera ist nicht nur eine Actioncam, sondern kann auch als Dashcam im Auto genutzt werden. Eine Frontscheibenhalterung ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten. Die höchste Auflösung beträgt 1080p. Standardaufnahmen sind detailreich, aber leicht verrauscht. Bei Aufnahmen während der Fahrt kommt das 60 Euro teure Gerät dann aber vollkommen aus dem Tritt. Einige Bildbereiche sind durch Pixelfehler buchstäblich kaputt. Zu unserer Überraschung besitzt die Ezviz obendrein einen Touchscreen. Der Bedienkomfort lässt allerdings zu wünschen übrig. Die Action-Cam kann von ihnen per App auch vom Mobiltelefon aus gesteuert werden, zusätzlich ist eine separate Bluetooth-Fernbedienung erhältlich.

Die Virb Ultra 30 von Garmin ist für Adrenalinjunkies wie Downhiller oder Fallschirmspringer das perfekte Modell. Die integrierten Sensoren erfassen verschiedene Parameter wie Höhe, Distanz, Geschwindigkeit und auf Wunsch auch die Herzfrequenz. Im Video können die Daten wahlweise eingeblendet werden. Eine Sprachsteuerung gehört darüber hinaus zur reichlichen Ausstattung dazu.

Optisch sticht die Ricoh WG-M2 aus dem Einheitsbrei heraus. Die Action-Cam liegt gut in der Hand, das kleine Display dient aber nur der Bedienung und Kontrolle. Filmt man in 4K, so steht nur der 204 Grad-Weitwinkel zur Verfügung. Das ermöglicht Ihnen schöne Panoramaaufnahmen, diese sind jedoch stark gewölbt, und gehen auf Kosten der Schärfe. Soll die WG-M2 zu Tauchaufnahmen eingesetzt werden, müssen Sie lediglich den mitgelieferten Unterwasservorsatz montierten.

Die ACME VR06 wird mit einer riesigen Ausstattung geliefert. Ein zweiter Akku und ein separates Ladegerät gehören ebenso zum Lieferumfang wie unzählige Adapter, Klemmen, Halterungen und ein Gehäuse für Unterwasseraufnahmen. Der Kontrollbildschirm bietet eine gute Schärfe, die Bedienung erfolgt über lediglich drei Tasten. In unserem getesteten Modell klapperte der Akku, weil er nicht ganz fest saß. Je weniger Licht verfügbar war, desto stärker verrauscht waren die Bilder. Die Detailauflösung konnte auch bei Tageslicht nicht überzeugen. Per W-Lan ist eine App-Steuerung möglich.

Zuletzt wollen wir noch die GoXtreme Black Hawk 4K vorstellen. Auch hier erhält man viel Zubehör für Unterwasseraufnahmen und das Befestigen am Fahrrad. Die Bedienung gelingt einfach und 4K-Aufnahmen sind mit der Action-Cam möglich. Das Bild ist scharf, bei Sonne sogar zu scharf. Das kann man aber manuell abschwächen. Ein Akku hält nicht ganz eine Stunde und der Ton könnte besser sein. Insgesamt ist die Bildqualität in Ordnung.

Wissenswertes über Action-Cams

Action-Cams sind klein und robust – perfekt für unterwegs und holprige Angelegenheiten. Sie bieten keinen Zoom und nehmen in der Regel weitwinklig auf. Egal ob beim Klettern, Fahrrad fahren, Wintersport, Rafting oder sogar beim Tauchen: Action-Cams machen alles mit. Dabei kann man sie immer sicher befestigen, sodass sie nicht verloren gehen.

Mit dem Weitwinkel lassen sich tolle Panoramen erstellen, allerdings sehen die Aufnahmen dadurch auch gern etwas gekrümmt aus. Heutige Action-Cams können UHD und 4K-Videos spielend herbeizaubern. Die Dateien sind dann natürlich groß und komplex, da sollte zur Nachbearbeitung ein guter Rechner verwendet werden. Toll ist dabei, dass man auch weit in die Videos hineinzoomen kann, ohne einen großen Qualitätsverlust zu erhalten.

Action-Cams sind auch deshalb so toll, weil sie enorm gute Bildstabilisatoren haben. Da wird eine holprige Fahrradtour zu einer schwebenden und ruhigen Fahrt. So lassen sich die Erlebnisse im Nachhinein viel angenehmer anschauen.

Wozu braucht man eine Action-Cam?

Tablet, Smartphone oder klassischer Camcorder – filmen können sie heutzutage alle, und liefern dabei ordentliche Ergebnisse. Wozu wird dann noch eine neue Gerätegattung gebraucht, um bewegte Bilder festzuhalten? Zumal nur Weitwinkeleinstellungen geboten werden und kein Zoom.

Action-Cam Test: Actioncam
Action-Cams glänzen bei Sportaufnahmen. Panorama-Aufnahmen sind ebenfalls beeindruckend.

Action-Camcorder sind für Szenarien wie Sportaufnahmen konzipiert, bei den Smartphones oder herkömmliche Camcorder den Kürzeren ziehen. Die Geräte können extreme Stöße und Schläge aushalten oder auch mal richtig schmutzig werden. Außerdem lassen sich Action-Cams von der Konstruktion in den unterschiedlichsten Situationen felsenfest montieren.

Ihr extremer Weitwinkel ist außerdem eine Besonderheit. So können verblüffende Panoramen gefilmt werden. Allerdings kann es vorkommen, dass die Bilder dabei gekrümmt werden. Im Film erscheinen senkrechte Linien dann gebogen. Dieser Nachteil lässt sich mit der passenden Schnittsoftware bei der Nachbearbeitung aber beheben.

Wer sich ein Gerät mit 4K-Auflösung zugelegt hat und mit diesem Clips in höchster Auflösung filmen möchte, sollte zudem auch über einen schnellen Rechner verfügen. Auf alter Hardware wird das Material noch nicht mal wiedergegeben. Für die Nachbearbeitung sollte es wenigstens ein Intel i5 mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und leistungsfähiger Grafikkarte sein, zusätzlich sind zügige SSD-Festplatten empfehlenswert.

4K-Material verbraucht enorm viel Speicher, zehn Gigabyte fallen für zehn Minuten Bildmaterial an. Auch wer seinen Film nur in Full-HD ausspielen will, profitiert davon, in 4K zu filmen. Bis zu 200 Prozent kann man in Aufnahmen hineinzoomen und somit attraktive Ausschnittsvergrößerungen vornehmen, ohne dass die Qualität des Bildes darunter leidet.

 Action-Cam Test: Actioncamtestaugust2020 Neuheiten
Die Action-Cams von: zweimal Akaso, GoPro und Insta.

So haben wir getestet

Nach ausgiebiger Recherche haben wir dem unübersichtlichen Überangebot 34 Action-Cams ausgewählt und getestet. Neben teureren Markenmodellen wie Sony und GoPro haben wir uns auch eine Reihe günstiger Camcorder angesehen.

Die Kameras mussten drei Aufgaben meistern: eine Aufnahme am Fahrradlenker während einer holprigen Fahrt über den Waldboden, eine unter normalen Lichtverhältnissen und eine bei schwachem Licht.

 Action-Cam Test: 20181125
Dank spezieller Halterungen kann die Kamera am Fahrradlenker befestigt werden.

Die schwierigste und wichtigste Disziplin, war die Fahrt mit einem Mountainbike: schließlich wird hier erst klar: Wie gut werden Stöße und Schläge von den Kameras weggesteckt? Arbeiten die Bildstabilisatoren effektiv genug? Und wie schnell sich die Automatik an wechselnde Lichtverhältnisse anpasst. Ob das gefilmte Bildmaterial brauchbar ist oder nicht, entscheidet bei den Action-Cams oft die Qualität der Bildstabilisation.

Für unseren Test wurden von uns alle Action-Cams am Lenker des Fahrrads angebracht. Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, mussten die Kameras absolut fest sitzen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.