Kleine Präzisionsprofis Test: Gaming Maus Aufmacher Razer Viper Ultimate

Gaming-Mäuse im Test : Kleine Präzisionsprofis

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Veröffentlicht 16.03.2020

Gaming-Mäuse gehören zusammen mit einer Gaming-Tastatur zum wichtigsten Equipment beim Zocken. Wir haben 39 Modelle getestet. Die kleinen PC-Begleiter sollten leicht und ergonomisch sein sowie zusätzliche Tasten mitbringen. Auch Extras, wie ein induktives Lade-Mauspad und RGB-Beleuchtung sind nicht verkehrt. Wer einen großen Geldbeutel mitbringt, bekommt viele Funktionen an die Hand, aber auch günstige Modelle sind zuverlässig.

Mike Wobker
Mike Wobker
schreibt als freier Technik-Journalist unter anderem für Notebookcheck, Netzwelt, Golem und Computerbase und testet alles rund um PC & Notebooks.

Wie bei Gaming-Tastaturen ist auch bei den Gaming-Mäusen eine robuste Bauweise wichtig. Sie werden viel häufiger und energischer geklickt als im normalen Office-Betrieb – vor allem auch schneller. Daher ist ein zuverlässiger Sensor essentiell, der schnell aufeinanderfolgende Kombinationen erkennt. Die kleinste Bewegung kann spielentscheidend sein, daher müssen auch die Bewegungen der Maus exakt erfasst werden. Programmierbare Tasten sollten auf jeden Fall verfügbar sein, um Klickfolgen auszulösen.

Für Pro-Gamer: Logitech G Pro Wireless

Die Logitech G Pro Wireless wurde in Zusammenarbeit mit E-Sportlern designt und geplant, damit das Ergebnis die Zielgruppe auch zufriedenstellt. Sie kann sowohl drahtlos als auch per Kabel benutzt werden, bei der Verarbeitung und dem Gewicht von unter 100 Gramm lässt sie keine Wünsche offen.

Eine besondere Funktion ist die Möglichkeit, die Maus kabellos über das entsprechende Mauspad – das Logitech Powerplay – aufzuladen. Das kostet dann allerdings zusätzlich nochmal rund 100 Euro. Allerdings kann man dann unendlich lange drahtlos und ohne Aufladen spielen. Der Akku wird dabei immer nur auf 80 bis 95 Prozent geladen – das soll die Lebenszeit des Akkus erhöhen. Der Sensor der Maus ist hochpräzise, auch die Drahtlosverbindung funktioniert fehlerfrei. Die reaktionsschnelle Maus bietet ein Rundum-Sorglos-Paket der Extraklasse.

Das Powerplay-Pad, das man zusätzlich zum drahtlosen Spielen und parallelen Aufladen nutzen kann, bietet eine weiche und eine harte Oberfläche. Um damit zu spielen, muss man die Maus mit einem Power-Core-Modul ausstatten. Das ist aber beim Powerplay-Pad dabei.

Die Logitech G Pro Wireless kann auch ohne Probleme von Linkshändern benutzt werden. Sie ist symmetrisch und man kann sogar die Seitentasten auf beiden Seiten montieren. Wechseltasten und Abdeckungen dafür werden mitgeliefert. Die Tasten haben einen knackigen Druckpunkt und lassen sich leicht an- und abbauen.

Auf Wunsch kann man der Maus durch ein entsprechendes Modul auf der Unterseite noch zehn Gramm mehr anhängen – das macht allerdings nicht wirklich viel aus. Durch die Lightspeed-Funktechnik gibt es keine Aussetzer, die Maus reagiert schnell und millisekundengenau. Einer Kabelmaus steht sie damit in nichts nach.

Der Lithium-Ionen-Akku lässt sich leider nicht wechseln, allerdings vermuten wir nicht, dass die Maus so schnell den Geist aufgibt. Wenn man kein Powerplay-Pad nutzt, kann man die Maus mit einem 1,8-Meter-USB-Kabel aufladen. Währenddessen kann natürlich weitergespielt werden. Die Maus hält ohne Aufladung 50 Stunden durch – mit Beleuchtung 40 Stunden.

Mit einem Gewicht von nur 80 Gramm gehört die Logitech G Pro Wireless zu den leichtesten Gaming-Mäusen. Durch weniger Gewicht kann man sie schneller bewegen und der Arm ermüdet nicht so zeitig.

Der Hero-Sensor von Logitech, der hier verbaut wurde, ermöglicht laut Hersteller eine Präzision über das ganze DPI-Spektrum. Die 1-zu-1-Wiedergabe von Bewegungen ohne digitale Anpassungen soll damit möglich sein. Das Energieverwaltungssystem des Sensors passt die Verarbeitung der Bildwiederholrate außerdem an die Mausgeschwindigkeit an.

Die maximale Abtastrate von 16.000 DPI kann sich sehen lassen. Sie lässt sich darüber hinaus in fünf beliebig programmierbaren Stufen im Treiber einstellen. Das Switchen zwischen diesen Stufen gelingt allerdings nur durch eine Taste unterhalb der Maus.

Mit der Logitech Gaming Software kann man die RGB-Beleuchtung regeln, die Tasten programmieren und in Profile unterteilen. Man hat sogar die Wahl, ob das Ganze in der Maus oder der Cloud gespeichert werden soll.

Gesamtpaket: Razer Mamba Hyperflux + Firefly Bundle

Das Razer-Mamba-Hyperflux-Bundle bildet ein Äquivalent zum Powerplay-Set von Logitech. Denn auch hier ist drahtloses Laden über das Firefly-Mauspad möglich.

Die Gaming-Maus Mamba Hyperflux hat tatsächlich keinen Akku! Das macht die Maus gleichzeitig sehr leicht, auch wenn sie mit 96 Gramm noch nicht an die Logitech G Pro Wireless herankommt. Leider gab es im Test ab und zu Verbindungsabbrüche. Insgesamt ist die Razer dennoch eine Empfehlung.

Die Razer-Mamba-Hyperflux-Maus lässt sich über das gesamte Firefly-Pad bewegen – sie wird an jeder Stelle mit Strom versorgt. Allerdings kann man die Maus kabellos ausschließlich mit diesem Mauspad verwenden, da kein Akku verbaut ist. Das Mauspad hat eine harte Seite aus Plastik und eine weiche Seite aus Stoff.

Das Design der Razer-Geräte ist hier schlicht – die RGB-Beleuchtung darf aber dennoch nicht fehlen. Die kann man auch mit anderen Razer-Geräten synchronisieren. Der 5G-Sensor bietet maximal 16.000 DPI, was ein sehr guter Wert ist. Die Übertragung der Maus gelang im Test außerdem latenzfrei. Die Maus sucht sich über Funk immer die beste Frequenz, damit sie ohne Störung bedienbar bleibt.

Tatsächlich muss man sich das Bundle zulegen – die Produkte gibt es nicht einzeln zu kaufen. Wenn man den PC hochfährt, gibt es ab und zu sekündliche Verzögerungen der Maus. Aus diesen Gründen und seltenen Verbindungsabbrüchen ist die erste Wahl die Logitech G Pro, doch auch hier bekommen besonders Razer-Fans eine tolle Gaming-Maus.

Millimetergenau: Steelseries Rival 600

Die Steelseries Rival 600 ist gleich mal mit zwei Sensoren ausgestattet – einer ist dabei ausschließlich für die Lift-Off-Distanz verantwortlich, also den Abstand der Unterseite der Maus zum Untergrund, wenn man sie anhebt und bis wohin dabei noch abgetastet wird. Man kann diesen Abstand von 0,5 bis 2 Millimeter genau einstellen.

Der zweite Sensor ist optisch und hat eine programmierbare DPI bis 12.000. Durch die 1-zu-1-Wiedergabe werden alle Bewegungen haargenau umgewandelt.

Das Gewicht der 96 Gramm leichten Steelseries Rival 600 kann man mit acht 4-Gramm-Gewichten regulieren und auch die RGB-Beleuchtung ist in acht Profilen einstellbar. Die ergonomische Bauweise ermöglicht einen super Grip, da an den Seiten Silikon-Elemente eingearbeitet sind.

Die Verarbeitung könnte allerdings insgesamt etwas besser sein und die Lift-Off-Distanz kann man im Treiber nicht wirklich präzise mit einem Schieberegler einstellen. Die Maus ist nur für Rechtshänder geeignet.

Preiswert: Sharkoon Sharkforce Pro

Die Sharkoon Shark Force Pro ist richtig günstig – nur etwa 15 Euro kostet das gute Stück, dafür ist sie toll ausgestattet. Ein Kompromiss ist die einfarbige LED-Beleuchtung, die in verschiedenen Farben erhältlich ist. Die DPI ist außerdem nur auf 3.200 begrenzt und in vier feste Stufen aufgeteilt. Für die meisten Gamer genügt diese Auflösung aber! Das geringe Gewicht und der symmetrische Bau sind weitere Pluspunkte – Linkshänder können die Maus zwar nutzen, allerdings sind die Daumentasten nicht an der anderen Seite montierbar.

Die Sharkoon Shark Force Pro ist eher schlicht designt. Sie kommt ganz ohne Software aus – was allerdings auch bedeutet, dass man die Maus nicht weiter konfigurieren kann.

Die Maus ist für den Preis gut verarbeitet und komfortabel in der Nutzung. Für den Grip wurden verschiedene Oberflächen verbaut, was gleichzeitig eine schöne Haptik erzeugt. Der Pixart-Sensor und die Omron-Switches in der Sharkoon lassen keine Fehleingaben zu und man kommt damit auf 3.200 DPI. Wer eine gute, aber günstige Gaming-Maus sucht, ist hier am besten beraten.

Liegt gut in der Hand: Roccat Kone AIMO

Die Roccat Kone AIMO lässt sich sehr angenehm bedienen und sie ist futuristisch designt. Der Owl-Eye-Sensor ist sehr präzise und tastet 12.000 DPI ab. Die Mausbewegungen wurden in unserem Test zuverlässig ans System weitergeleitet. Die RGB-Beleuchtung ist programmierbar und passt sich mittels künstlicher Intelligenz auch an die Spiele an. Bei schnellen Bewegungen leuchtet sie z.B. rot. Die Maus ist weniger filigran und gehört dadurch auch zu den schwereren Modellen.

Die Beleuchtung der Roccat Kone AIMO kann man auch selbst bestimmen und Effekte festlegen. Das Design ist kantig und eher pompös – außerdem gibt es hier unterschiedliche Beleuchtungsbereiche, die sich alle frei belegen lassen. Durch EasyShift gibt es eine zusätzliche Belegung – man muss dafür eine weitere Taste gleichzeitig drücken und erhält dann die dritte Belegung. Für alle, die schwerere, breite Mäuse bevorzugen, ist die Roccat eine gute Wahl.

Außerdem getestet

Mit der Skiller SGM3 von Sharkoon erwirbt man eine Maus, die haptisch überzeugt und guten Halt gibt. Der Druckpunkt der Tasten ist knackig und man hat zwei Zusatztasten an der Hand. Allerdings eignet sich die Maus eher für Rechtshänder.

Die Logitech G502 Proteus Core gehört zu den beliebtesten Gaming-Mäusen. Das ergonomische Design und das anpassbare Gewicht sprechen hier für sich. Allerdings ist die Bodenplatte nicht fest genug am Gerät fixiert.

Die Logitech G MX518 Legacy ist die Neuauflage der früher sehr beliebten MX518 und bringt echten Nostalgie-Flair mit. Das Design ist nach wie vor sehr ergonomisch – doch im Inneren hat sich etwas mehr getan. Die Maus ist nun präziser und lässt sich noch angenehmer handlen.

Was Sie über Gaming-Mäuse wissen sollten

Allem voran sollten Gaming-Mäuse sehr robust sein. Die beiden Haupttasten müssen viele und oftmals kraftvolle Klicks aushalten. Daher sind zum einen die verbauten Schalter ein Auswahlkriterium: Bei den Gaming-Mäusen ist der Hersteller Omron marktführend.

Auch die Abtastrate ist ein entscheidender Wert, da sie die Bewegung der Maus angibt und wie schnell der Mauszeiger über den Bildschirm fährt. Die Abtastrate wird in DPI angegeben. Eine Gaming-Maus sollte in Bezug darauf immer manuell einstellbar sein, um verschiedene Spielsituationen optimal zu meistern (z.B. Shooter).

Kleine Präzisionsprofis Test: Gaming Maus Gruppenfotoa
Gaming-Mäuse müssen robust sein.

Der Maussensor ist entweder optisch oder eine Laser-Variante. Optische Versionen tasten den Untergrund ab und berechnen Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit. Die gängige Meinung ist, dass sie die bessere Wahl sind. Laser-Varianten verarbeiten einen extrem gebündelten Laserstrahl mit hohen Abtastraten. Riesige Qualitätsunterschiede gibt es hier aber trotzdem nicht.

Es gibt verschiedene Arten, die Maus zu halten. Die erste Variante ist der Palm-Grip, bei dem die ganze Hand auf der Maus liegt – hier eignen sich breite und hohe Mäuse am besten. Beim Claw-Grip wird die Maus mit angewinkelten Fingern und der unteren Handfläche bedient. In diesem Fall sind schmale, mittelhohe Mäuse die optimale Wahl. Spieler, die sich den Finger-Tip-Grip angeeignet haben, nutzen tatsächlich nur die Fingerspitzen zum Führen der Maus. In diesem Fall sollte man auf schmale, flache Mäuse zurückgreifen.

Zusatztasten erleichtern Gamern das Leben sehr – sie lassen sich frei programmieren und so kann man z.B. bestimmte Befehlsfolgen, also Makros,  auslösen. Je nach Spiel ist das sehr praktisch: Besonders bei MOBAs etc. muss man viele Aktionen ausführen, vom Tränke nehmen, über Zaubersprüche und Fähigkeiten abrufen.

Kleine Präzisionsprofis Test: Corsair Scimitar Rgb Elite
Zusatztasten lassen sich frei programmieren.

Eine tolle Sache ist die Möglichkeit, das Gewicht der Maus nach Belieben zu verändern. Einige Hersteller liefern kleine Gewichte mit, die man in der Maus platzieren kann.

Mit einem integrierten Speicher kann man Profile und Einstellungen direkt in der Maus speichern. So lässt sich die Maus auch an anderen PCs mit den gleichen Modifikationen nutzen.

Eine RGB-Beleuchtung ist darüber hinaus auch immer eine nette Spielerei, die sich z.B. an andere Beleuchtungen, wie Tastatur und PC anpassen lässt oder einfach cool aussieht. Hier muss man überlegen, ob sich der Aufpreis lohnt.

Bestimmte Teile der Maus werden manchmal für besseren Grip gummiert oder anders texturiert. Das kommt auch der generellen Haptik zugute. Ein ummanteltes Kabel ist auch nicht verkehrt, da so Kabelbrüche verhindert werden.

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