Test: Gaming Headset

Gaming-Headsets im Test : Die richtige Klangkulisse beim Gamen

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Update 12.10.2020

Spezielle Gaming-Headsets sind aus der Ausstattung für Gamer kaum wegzudenken. Auch über längere Zeit müssen sie bequem sitzen und klanglich ansprechend sein. Gerade guter Raumklang wertet das Spielerlebnis erheblich auf. Für die Abstimmung mit Teamkollegen ist immer auch ein Mikrofon hilfreich.

Update 12. Oktober 2020

Wir haben weitere Gaming-Headsets getestet und eine ganze Reihe neuer Empfehlungen: Das Logitech G733 Lightspeed, das Asus ROG Theta 7.1, das Razer Kraken X und das Asus ROG Strix Go 2.4.

Nele Wobker
Nele Wobker
ist freie Autorin und Vollblut-Gamerin und powert sich auch gern physisch aus. Als Technik-Redakteurin testet sie am liebsten Gaming-Zubehör und Fitness-Geräte.

Um beim Gamen eine anständige Klangkulisse zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten: Ein mehrteiliges Lautsprechersystem oder ein gutes Gaming-Headset. Dabei haben Headsets diverse Vorteile: Nicht nur sind sie günstiger, sondern sie schonen auch die Nerven der Nachbarn und haben zudem ein Mikrofon integriert, über das man sich mit Teamkollegen besprechen kann.

Wie bei vielen, vielen anderen Produkten gilt auch bei Headsets, dass sie in Bezug auf einige Attribute schlicht Geschmackssache sind. Daher sollte man sich beim Kauf nicht nur auf Tests und Bewertungen verlassen, sondern – sofern möglich – einfach selbst einmal probehören.

Aufgrund des Booms des gesamten Gaming-Sektors findet man momentan unzählige Gaming-Headsets auf dem Markt. Wir haben inzwischen 55 Gaming-Headsets getestet, von denen noch 51 verfügbar sind. Dabei haben wir uns in der gesamten Preisspanne bedient, schließlich ist es immer interessant herauszufinden, ob es sich wirklich lohnt, mehr Geld in die Hand zu nehmen, oder ob man auch bei günstigen Modellen Qualität findet. Konkret bewegen sich die Headsets zwischen rund 15 und 300 Euro.

Guter Klang: Logitech G733

Guter Klang

Logitech G733 Lightspeed

Test: Logitech G733 Lightspeed
Preis-Leistung wird hier groß geschrieben. Unser neuer Testsieger hat alles, was sich sich die meisten Gamer wünschen – und das zu einem angemessenen Preis.

Logitech hat sich als Zubehör-Hersteller für PCs einen guten Ruf erarbeitet, der mit dem G733 Lightspeed abermals bestätigt wird. Mit dem »G« kennzeichnet Logitech übrigens jene Produkte aus seiner Produktpalette, die sich explizit an Gamer richten. Weil in diesem Bereich die Geschwindigkeit eine wichtige Rolle spielt, setzt Logitech hier auf die bewährte und selbst entwickelte Lightspeed-Technologie.

Die Übermittlung der Töne gelingt so mit einer geringen Latenz und ist äußerst stabil. Um die Funkverbindung aufzubauen genügt es schon, den mitgelieferte Stick in den USB-Anschluss zu stecken. Zur Übertragung wird das DTS:X-Format verwendet, mit welchem ein Surround Sound (7.1) übertragen werden kann. Wird das Headset an der PlayStation 4 betrieben, steht allerdings lediglich noch Stereo-Ton zur Verfügung.

Für Gamer, die auch gerne mal ihren eigenen Stream betreiben, dürfte der Blue-VO!CE-Filter interessant sein. Dieser soll eine Sprachqualität ermöglichen, welche es laut Logitech durchaus mit jener im Studio aufnehmen kann. Die im G733 verbauten Treiber decken einen Bereich von 20 bis 20.000 Hertz ab, eine Impedanz von lediglich 39 Ohm sorgt dafür, dass auch schwache Audioquellen klar wiedergegeben werden.

Zum Polstern der Ohrmuscheln wird von Logitech auf Memory-Schaum zurückgegriffen, welcher für einen hohen Tragekomfort sorgt und zudem noch atmungsaktiv ist. Um das Gewicht des Hörers gleichmäßig zu verteilen, ist entlang des Bügels ein zusätzliches Gummiband angebracht, welches sich entsprechend der Kopfform anpassen lässt.

Am linken Hörer befinden sich der Power-Knopf sowie das Stellrad zur Veränderung der Lautstärke, welches sich wegen seiner Griffigkeit gut bedienen lässt. Dort ist auch der Mute-Knopf untergebracht, mit welchem das Mikrofon auf stumm geschaltet werden kann. Außengeräusche werden vom Logitech gut gedämpft. Eine der größten Stärken des Logitech ist jedoch sein klarer und ausgewogener Klang. Auch tiefe Töne gibt das Headset gut wieder, ein Basswunder ist es allerdings nicht. Es scheint vielmehr für ruhige Szenen geschaffen, in denen vielfältige Umgebungsgeräusche vorkommen, denn genau dort kommen seine Stärken am besten zur Geltung.

Ein nicht minder wichtiges Kriterium ist bei einem Headset neben dem Klang natürlich auch das Mikrofon. Hier konnte das Logitech nicht gänzlich überzeugen – es kommt, trotz der Optimierung durch die Software G-Hub, über eine durchschnittliche Qualität nicht hinaus. Zwar wird man von Mitspielenden gut verstanden, für anspruchsvollere Live-Streams reicht es qualitativ allerdings nicht. Unterm Strich bekommt man beim Logitech G733 ein Headset, das in vielen Kategorien glänzen kann, das lediglich durchschnittliche Mikrofon dürfte in Anbetracht des Preises also zu verschmerzen sein.

Kolossaler Komfort: Asus ROG Theta 7.1

Kolossaler Komfort

Asus ROG Theta 7.1

Test: Asus Rog Theta 7.1
Wow! Das ist mal ein Headset! Das Asus ROG Theta 7.1 punktet im Test vor allem mit einem unglaublichen Tragekomfort und einem erschütternd-guten Sound.

Keine Frage, der Preis des Asus ROG Theta 7.1 ist hoch – aber das Headset ist diesen auch wert. Das Asus war das bequemste Headset in unserem Test, die Polster fühlen sich an den Ohren extrem angenehm und weich an und die an der Haut anliegenden Flächen sind mit einem Meshgeflecht ummantelt, was nicht nur atmungsaktiv ist, sondern sich auch perfekt an jede Kopfform anpasst. Selbst Brillenträger können das Headset dank der komfortablen Ohrmuscheln mehrere Stunden am Stück tragen, ohne dass etwas drückt.

Neben dem Tragekomfort überzeugt das Headset aber vor allem durch seinen hervorragenden Sound. Feuer knistert bei diesen Kopfhörern so authentisch, als ob man direkt daneben sitzen würde und auch musikalische Passagen, beispielsweise die Musik von Dragon Age, donnert mit dem Asus ROG Theta 7.1 heroisch-mitreißend im Kopf.

Vor allem die gelungene Balance der Höhen und Tiefen hat uns im Test überzeugt. Während manche Kopfhörer mit dröhnenden Bässen ihr schwaches Klangbild zu kompensieren versuchen, hat das ROG Theta 7.1 das überhaupt nicht nötig. Egal, was gerade im Spiel passiert, ob Schuss, rauschendes Wasser, zersplitterndes Glas oder knarzende Tür: das Asus ROG Theta 7.1 sorgt dafür, dass ein Spiel maximal authentisch wird, indem es dem Gamer ein optimales Klangerlebnis bietet.

Weil es sich hier aber nicht nur um einen Kopfhörer, sondern um ein Headset handelt, müssen wir natürlich auch die Qualität des Mikrofons in Augenschein nehmen. Dabei fällt schon beim Tragen die hervorragende Position des Steckplatzes auf. Das Mikrofon wird von unten angesteckt, was den Vorteil hat, dass es so nicht unangenehm ins Sichtfeld ragt. Auch die Sprachqualität konnte uns überzeugen, Verständigungsprobleme traten während des Tests nicht einmal auf.

Besonders gefallen hat uns, dass im Lieferumfang zwei Ersatzstücke von diesen angenehm weichen Pads enthalten waren, falls diese einmal gewechselt werden müssen. Auch der beiliegende USB-Adapter ist eine clevere Sache, sollte der USB-C Anschluss des Headsets also einmal nicht passen, kann das Headset mithilfe des Adapters auch an USB-A-Ports angeschlossen werden.

Ein paar kleinere Handicaps gibt es aber auch bei diesem Klang- und Komfortwunder, denn das Asus ROG Theta 7.1 kann nicht drahtlos verwendet werden. Wer es also gewohnt ist, das Headset auch bei einem kurzen Besuchs der Toilette nicht abzunehmen, könnte hier unangenehm überrascht werden. Ein weiterer Nachteil ist das Gewicht des Asus, mit 650 Gramm gehört es eindeutig in die Kategorie »Koloss-Headset«.

Günstig: Razer Kraken X USB

Günstig

Razer Kraken X USB

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Wer weder Luxus sucht, noch Multi-Plattform-Kompatibilität braucht, ist mit dem super günstigen Kraken X von Razer gut bedient.

Das Kraken X USB von Razer ist nicht nur für den Einsatz am heimischen PC zu gebrauchen, sondern überzeugt auch im mobilen Einsatz, beispielsweise an der Switch. Trotz seines verhältnismäßig günstigen Preises ist das Headset sehr gut verarbeitet und glänzt im Spielbetrieb vor allem durch seine gute Richtungsordnung und hervorragendem Raumklang.

Die mit Kunstleder überzogenen Ohrmuscheln sorgen für einen hohen Tragekomfort. Dieser wird durch das geringe Gewicht zusätzlich unterstützt, selbst mehrere Stunden Nutzung führten nicht dazu, dass sich das Headset unangenehm schwer auf dem Kopf wurde. Im Test erstaunte uns dieses geringe Gewicht, da die Außenseiten der Hörer mit einem Metallgeflecht überzogen sind und auch die Verarbeitung durchwegs sehr hochwertig ist.

Als etwas schade empfanden wir die eingeschränkte Kompatibilität des Headsets, da es sich lediglich am PC oder der Nintendo Switch verlustfrei betreiben lässt. Beim Anschluss an die PlayStation wird der Ton insgesamt sehr leise wiedergegeben. Auch beim Rad zum Einstellen der Lautstärke haben wir eine Begrenzung des Drehreglers vermisst.

Abseits dieser kleinen Kritikpunkte stellt das Kraken X USB ein gutes Headset für unterwegs dar, das seine Vorteile vor allem an der Nintendo Switch und dem Betrieb am PC ausspielt.

Für die Reise: Asus ROG Strix Go 2.4

Für die Reise

Asus ROG Strix Go 2.4

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Klein, leicht, mit vielfältiger Anbindung und Hardcase-Hülle: Das ROG Strix Go 2.4 von Asus ist der perfekte Reisebegleiter.

Was das Asus ROG Strix Go 2.4 von den meisten Konkurrenten unterscheidet, ist seine Reisetauglichkeit. Es überzeugte dabei nicht nur durch seine kompakte Bauart, sondern schottete seinen Träger auch zuverlässig von der Außenwelt ab – wer schon einmal mehrere Stunden in einem lauten Zugabteil verbringen musste, weiß dieses Kriterium durchaus zu schätzen. Zu dieser Reisetauglichkeit passt ebenso, dass das Asus in einem robusten Hardcase geliefert wird. In diesem lässt sich nicht nur das Headset, sondern auch dessen Zubehör gut und sicher verstauen.

Das ROG Strix Go 2.4 kommt optisch angenehm unaufgeregt daher, indem es in einem schlichten schwarz gehalten ist. Auch beim Tragen stört es nicht unangenehm – im Gegenteil, es fühlt sich auf der Haut sogar sehr angenehm an. Dazu kommt, dass es im Verglich zu den anderen getesteten Headsets relativ klein ist und zahlreiche Verstellmöglichkeiten bietet. Egal ob an der Konsole, dem PC, oder dem Smartphone – das Asus ROG Strix Go 2.4 macht immer einen super Job, lediglich die Bässe hätten aus unserer Sicht ein wenig mehr Präsenz vertragen können und wirken zuweilen ein wenig dünn.

Auf der Negativseite dieses Reise-Headsets steht seine Gummierung. Diese hat sich zwar während unseres Tests sehr angenehm angefühlt, die Erfahrung lehrt aber, dass dieses Material im Alter dazu neigt, ein wenig zu kleben. Was außerdem nicht sein müsste, ist, dass jedes mal, wenn man die Lautstärke ändert, dies mit einem leidlich nervigen Piepton quittiert wird.

Mit Ladestation: Astro A50 Wireless

Mit Ladestation

Astro A50 Wireless

Test Gaming-Headset: Astro A50 Wireless
Das Astro A50 bietet hervorragenden Klang, eine hochwertige Verarbeitung und tollen Tragekomfort. Außerdem kann man es drahtlos benutzen.

Wer das letzte bisschen Qualität herauskitzeln möchte, sollte sich das Astro A50 Wireless anschauen. Hier bekommt man neben der edlen Verarbeitung ein nahezu perfektes Klangbild, außerdem ist sogar eine Standladestation mitgeliefert.

Wie man dem Namen entnehmen kann, kommt das Astro A50 ohne Kabel aus. Eine zentrale Rolle spielt deshalb die Standladestation, die eben nicht nur zum Laden gebraucht wird. Sie ist auch für den Anschluss an Konsole oder PC zuständig, an ihr befinden sich nämlich Steckplätze für 3,5-Millimeter-Klinkenkabel, ein optischer Ausgang sowie externe Lautsprecher. Ersatzweise kann das Gaming-Headset übrigens auch über ein MicroUSB-Kabel geladen werden.

Die Ohrmuscheln sind ohne großartige Besonderheiten konstruiert und beschränken sich auf die wichtigen Bedienelemente wie Lautstärke, Equalizer und die Surround-Aktivierung. Mithilfe eines Slidepads am rechten Hörer kann man außerdem die Balance zwischen Voice-Chat und Spielgeschehen regeln. Das eher schlicht Design heißt aber nicht, dass das Headset nicht hochwertig verarbeitet ist. Gerade die extrem weiche Polsterung sorgt für hervorragenden Tragekomfort.

Die wirkliche Stärke des Astro A50 Wireless liegt aber im Sound. Schussgeräusche und Explosionen kommen schön kräftig rüber, überhaupt glänzt das Headset mit tollem Raumklang. Das macht das Spielerlebnis sehr intensiv, man spürt förmlich wie etwa Gesteinsbrocken an einer Felswand herunterfallen. Starke 30 Stunden Akkulaufzeit sorgen dafür, dass man das Astro A50 nicht nach jeder Session direkt wieder in die Ladestation stellen muss. In Verbindung mit der hohen Reichweite von rund zehn Metern trotz zweier Wände ergibt das ein sehr nutzerfreundliches Gesamtpaket.

Das Astro A50 Wireless ist also ein rundum hervorragendes Gaming-Headset. Diese Qualität muss man natürlich auch bezahlen, weswegen man sich hier schon eine oder zwei Preisklassen höher als bei den Konkurrenten bewegt.

Was gibt es sonst noch?

Sogar für weiter weniger als 100 Euro bekommt man schon guten Klang. Das zeigt sich am Trust GXT 414 Zamak Premium, das neben ausgewogenem Sound sogar noch einiges mehr zu bieten hat. Dank hochwertiger Materialien fühlen sich die Ohrmuscheln sehr angenehm am Kopf an, allerdings kann man sie leider nicht verdrehen und die Größenverstellung ist mitunter ziemlich hakelig.

Das ändert aber nichts daran, dass man auch über einen längeren Tragezeitraum nicht an den Ohren schwitzt oder sonstige Druckstellen zu beklagen hat. Zusätzliche Bedienelemente direkt am Kopfhörer sucht man jedoch vergebens.

Wie auch einige andere Hersteller versucht sich Trust an simuliertem 7.1-Raumklang, der helfen soll, Gegner im Spiel besser und vor allem genauer zu hören. Gerade in Shootern funktioniert das sehr gut, dabei kommen auch Hintergrundgeräusche nicht zu kurz. Lediglich Sprache dürfte gerne ein wenig klarer wiedergegeben werden.

Die im Lieferumfang befindlichen Kabel sind allesamt ziemlich kurz, aber dass überhaupt unterschiedliche 3.5-Millimeter-Klinkenkabel dabei sind, ist für den kleinen Preis nicht selbstverständlich. Überhaupt bekommt man bei den Trust GTX 414 Zamak Premium überraschend gute Qualität. Solange die kurzen Kabel nicht zum Problem werden, kann man hier guten Gewissens zugreifen.

Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt man beim Plantronics RIG 700 HD. Für den wirklich guten Klang und den angenehmen Tragekomfort zahlt man nur rund 130 Euro, die Qualität kann sich aber mit weitaus teureren Modellen messen. Plantronics bietet verschiedene Varianten des RIG 700 an, je nachdem ob man es an der Xbox, der PlayStation oder am PC nutzen möchte, wobei sich aber an der technischen Basis nichts ändert.

 Gaming-Headset Test: Plantronics Rig 700hd (2)
Alle Bedienelemente sind an der linken Ohrmuschel bequem zu erreichen.

Drehbare Mikrofone gehören bei Plantronics nun der Vergangenheit an. Jetzt kann man es einfach an- oder abstecken, außerdem gibt es eine Mute-Taste an der linken Kapsel. Dort befindet sich etwas weiter oben auch ein Lautstärkerad, das ziemlich schwergängig ist. Das ist aber gar nicht schlecht, da man so nicht bei jeder versehentlichen Berührung etwas verstellt. Wandert man mit dem Finger noch weiter nach oben, so ertastet man erst den Ein- und Ausschalter und danach noch einen Regler, der wahlweise Sprachchat oder Spielgeräusche hervorhebt.

 Gaming-Headset Test: Plantronics Rig 700hd (4)
Das Zubehör ist praktisch und bietet auch ein optisches Audiokabel.

Im umweltfreundlichen Karton befinden sich einige Zubehörkabel sowie ein Funkempfänger. Letzteren steckt man wie gewohnt einfach in den USB-Port, auf Knopfdruck verbindet er sich dann mit dem Headset. Das wiederum wird per MicroUSB-Kabel geladen und läuft im Dauerbetrieb dann beinahe zwölf Stunden. Als kleines Extra ist ein optisches Kabel dabei, mit dem Audiosignale digital vom Funkempfänger übertragen werden.

Zuständig für den Klang sind zwei Bassreflexrohre a 40 Millimeter. Dank der Impedanz von lediglich 32 Ohm ist selbst bei schwächeren Quellen klarer Sound gewährleistet. Die Polster bestehen aus einem Gewebemix der aussieht wie Leder, beim Anfassen aber eher an Schaumstoff erinnert. So sitzt die Ohrmuschel schön weich und man schwitzt darunter nicht allzu schnell, auch Brillenträger haben keine Probleme mit Druckstellen.

Überhaupt ist das RIG 700 hochwertig verarbeitet, obwohl es überwiegend aus Kunststoff gefertigt ist. Das sorgt natürlich für ein angenehm geringes Gewicht. Der Bügel ist in drei Fassungen verstellbar, was zwar nach etwas wenig klingt, aber trotzdem sowohl für kleine als auch große Köpfe wenigstens eine passende Einstellung bereithält.

 Gaming-Headset Test: Plantronics Rig 700hd (3)
Die Größe lässt sich nur mit drei festen Punkten einstellen.

Neben all der Ausstattung und dem Komfort ist letztendlich aber besonders der Klang entscheidend. Hier trumpft das RIG 700 HD mit einem sehr ausgeglichenen Klangbild auf. Egal ob Höhen, Mitten oder Tiefen, das Gaming-Headset leistet sich keine Schwächen. Schussgeräusche in Spielen klingen sehr kraftvoll. Gleichzeitig werden aber auch Hintergrundgeräusche in ruhigen Szenen schön detailliert wiedergegeben. Musikliebhaber werden ebenso nicht enttäuscht, denn auch anspruchsvollere Songs laufen in voller Bandbreite und sind dabei fein differenziert.

Speziell bei Gaming-Headsets ist noch eine andere Komponente wichtig, nämlich das Mikrofon. Wie bereits angedeutet ist das beim RIG 700 HD ein eigenes Bauteil, das man extra anstecken muss. Hat man den flexiblen Arm perfekt eingestellt, so kommt die Sprache des Trägers ohne Rauschen klar und deutlich zur Geltung. Da ist es auch nicht schlimm, dass auf einen Windschutz aus Schaumstoff verzichtet wird.

Mit dem Plantronics RIG 700 HD ist also bewiesen, dass man ein gutes Headset auch für einen vergleichsweise günstigen Preis bekommen kann. Sei es Klang, Tragekomfort, Mikrofon oder Ausstattung: Es fallen keine nennenswerten Defizite auf, weswegen das RIG 700 HD für eine große Zielgruppe empfehlenswert ist, auch wenn es nun schon länger auf dem Markt ist.

Beim Roccat Khan AIMO fällt zuerst die grelle Beleuchtung auf, die sich nur abstellen lässt, nachdem man die entsprechende Software installiert hat. Klanglich ist das Gaming-Headset ordentlich, wobei man aber bemerkt, dass hohe Töne etwas klirren, während Tiefen zum Dröhnen neigen –vor allem bei hoher Lautstärke. Das Kabel ist in Stoff gehüllt und ausreichend lang, allerdings hat man ansonsten viel auf billig aussehendes Plastik gesetzt. Leider hat man stets einen gewissen Druck auf den Ohren, außerdem kann man das Mikrofon nicht so leicht wegbiegen. Ein weiterer, großer Nachteil: Mit Konsolen kann man das Roccat Khan AIMO nicht nutzen.

Wer kabellose Gaming-Headsets bevorzugt, für den ist das Turtle Beach Elite Atlas Aero interessant. Das Mikrofon ist angenehm beweglich, jedoch extrem empfindlich, sodass man sogar seinen eigenen Atem hört. In Multiplayer-Spielen, wo man sich mit seinem Team austauschen muss, ist das sehr unpraktisch. Der Raumklang reagiert außerdem etwas zu träge, wodurch man Gegner im Spiel immer erst relativ spät akustisch orten kann. Ansonsten ist der Klang in Ordnung, manchmal jedoch etwas klirrend.

Schon etwas älter, aber klanglich immer noch auf einem hohen Niveau ist das Beyerdynamic MMX 300. Egal ob man es mit PC, Smartphone oder Konsole einsetzt – der Sound ist immer hervorragend. An der Verarbeitung und dem Lieferumfang gibt es nichts zu mäkeln, außerdem trägt sich das Gaming-Headset auch über längere Zeit stets angenehm. Obwohl das MMX 300 schon länger auf Markt ist, hat es immer noch einen ziemlich stolzen Preis.

Mit auffälligem Design und ohne Kabel kommt das Asus TUF H7 daher. Besonders der Metallbogen und die recht großen Ohrmuscheln springen ins Auge, die aber deshalb auch für hohen Tragekomfort sorgen. Dank dehnbarer Elemente, die sich von selbst an die Größe des Kopfes anpassen, braucht es keine händischen Verstellmöglichkeiten. Klanglich fällt das Headset besonders in Bereichen mit viel Hall positiv auf, also etwa Höhlen oder großen Räumen. Außengeräusche könnten allerdings besser abgeschirmt werden. Nach längerer Tragezeit entsteht ein gewisser »Luftballoneffekt«, sprich ein unangenehmes Drücken auf den Ohren, so als hätte man eben einen Luftballon aufgeblasen.

Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt man beim Sharkoon Skiller SGH3. Für einen kleinen Preis gibt es einen großen Lieferumfang und hochwertiges Material, das bestens verarbeitet wurde. Ein Highlight ist die USB-Soundkarte, die virtuellen 7.1-Surroundsound und weitere voreingestellte Klangprofile bietet. Das Headset trägt sich schön bequem und schottet gleichzeitig gut von störenden Nebengeräuschen ab. Klanglich fällt das Skiller SGH3 nur bei den Höhen ein wenig ab.

Wissenswertes über Gaming-Headsets

Hört man sich viele verschiedene Gaming-Headsets an, so fällt auf, dass sich die meisten Hersteller klanglich auf die Bässe sowie die Mitten konzentrieren. So kommen beispielsweise Explosionen viel wuchtiger und realistischer rüber, während aber auch Stimmen klar verständlich sind. Natürlich kann man die Klangeinstellungen per Equalizer auch selbständig noch verändern.

Entscheidend für die Klangqualität ist nicht nur das Headset selbst, sondern oft auch die Audio-Hardware des Computers. In PCs befinden sich nämlich quasi immer sogenannte Onboard-Soundchips, die allerdings nicht immer besonders hochwertig sind und daher die Ursache für Störsignale sein können. Teure Mainboards haben aber in der Regel auch eine gute Soundlösung, am besten sind spezielle Soundkarten. Vor dem Kauf eines Headsets sollte man sich daher auch informieren, was der PC kann, auf dem man spielt.

Gaming-Headset Test: Beyerdynamic Mmx300

Für ein perfektes Mittendrin-Gefühl ist ein möglichst echter Raumklang wichtig. So hört man etwa Schritte der Gegner räumlich und weiß daher sofort, aus welcher Richtung sie kommen. Dieser Surroundsound entsteht in der Regel durch unterschiedliche Modellierung der Schallwellen, wodurch das menschliche Gehirn wiederum ein räumliches Klangbild erkennt. Praktisch funktioniert das ziemlich gut, zumindest wenn entsprechende Software im USB-Soundchip oder im Treiber vorhanden ist.

Gaming-Headsets kann man analog oder digital anschließen. Bei der analogen Variante übernimmt also etwa der PC den Klang, was besonders bei einer starken Audiolösung empfehlenswert ist. Ein digitales Headset hingegen verarbeitet den Klang selbst, was in den meisten Fällen zu etwas mehr Klangqualität führt als auf analogem Wege. Mittlerweile bieten aber die meisten Headsets sowieso beide Möglichkeiten, sodass man schön flexibel ist.

Gaming Headset Test
Die verschiedenen Klinkenstecker: Oben zwei dreipolige Stecker, darunter eine vierpolige Klinke.

So haben wir getestet

Wir haben die Klangqualität der verschiedenen Gaming-Headsets natürlich stets am selben PC getestet. Zum Einsatz kam hier der Onboard-Soundchip »Realtek High Definition« auf dem Mainboard Asus Crosshair VI Hero. Die In-Game-Erfahrung haben wir zunächst anhand »Battlefield 1« im Multiplayer überprüft. Dabei kam es auf die Verständlichkeit der Teamkollegen im Sprach-Chat an, aber auch auf Soundeffekte wie Explosionen, Waffen und Motorengeräusche.

Um Dialoge detaillierter probe zu hören, folgte danach eine Runde »Witcher 3: The Wild Hunt« sowie »Dragon Age: Inquisition«. Schließlich mussten sich die Headsets auch bei der Blu-ray »Batman: The Dark Knight« und Songs wie »Hotel California« oder diversen Metaltracks beweisen. Dabei haben wir immer in den Standardeinstellungen getestet.

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