WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme Test: Avm Fritzrepeater 3000

WLAN-Repeater im Test : Brückenbau im Wohnzimmer

Update 22.04.2022

Bei Problemen mit der WLAN-Verbindung gibt es verschiedene Methoden, um die Verbindungsqualität zu steigern. Eine der einfachsten ist es, einen Repeater im Heimnetzwerk zu integrieren. Wir haben 24 Repeater getestet und zeigen, worauf es beim Kauf ankommt.

Update 22. April 2022

Von fünf zusätzlichen Repeatern, die wir getestet haben, stachen der AVM Fritz!Repeater 1200 AX und der TP-Link RE655 als neue Empfehlungen heraus.

10. März 2021

Wir haben neue Repeater getestet. Empfehlenswert sind der RE505X von TP-Link und der EAX20 von Netgear.

8. Oktober 2020

Drei neue WLAN-Repeater im Test, drei neue Empfehlungen: Die AVM FritzRepeater 1200, 3000 und 2400 konnten uns allesamt überzeugen.

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Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Guter WLAN-Empfang ist nicht selbstverständlich. Ob in den eigenen vier Wänden das Internet flüssig und ruckelfrei funktioniert, hängt von diversen Voraussetzungen ab. Theoretisch kann man mit WLAN Daten über weite Strecken senden und empfangen. Das funktioniert aber nur, wenn sich keine Hindernisse wie Mauern, Wände oder massive Einrichtungsgegenstände zwischen WLAN-Router und Client befinden. Deshalb hilft oft nur, das WLAN-Signal mit Hilfe von weiterer Hardware zu verstärken.

In unseren Übertragungstests mussten WLAN-Repeater eine kürzere Strecke mit einem massiven Hindernis (Weg 1) und eine längere Strecke mit zwei massiven Hindernissen (Weg 2) innerhalb eines Haushalts überbrücken. Als WLAN-Client kam in unserem Test ein Notebook mit einem gewöhnlichen 2×2-MIMO-WLAN-Modul zum Einsatz.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Starkes UpdateViele EinsatzmöglichkeitenCloud-fähigGünstigLeistung sattWi-Fi-6-Verstärker
Test: Avm Fritz!repeater 1200 AxTest  besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: AVM FritzRepeater 2400Test: Tp Link Re655Test  Brückenbau im Wohnzimmer: TP-Link RE300Test: Netgear Eax20Test: Avm Fritz!repeater 6000
Modell AVM Fritz!Repeater 1200 AX AVM Fritz!Repeater 2400 TP-Link RE655 TP-Link RE300 Netgear EAX20 AVM Fritz!Repeater 6000
Pro
  • Hohe Datenraten mit 160-MHz-/Wi-Fi-6-Routern
  • Große Funktionalität, als Access Point nutzbar
  • Wi-Fi 6, AVM-Mesh
  • Platzsparend
  • Belegt nur 2x2 Streams eines 4x4-Routers
  • Hohe Übertragungsraten mit 160-MHz-/4x4-Routern
  • Große Funktionalität, als Access Point nutzbar
  • MU-MIMO, AVM- Mesh
  • Energieeffizient
  • Gute Übertragungsraten mit 4x4-Routern
  • Gute Funktionalität, als Access Point nutzbar
  • Separate LEDs für 2,4-/5-GHz
  • MU-MIMO, TP-Link-OneMesh
  • Fernzugriff per Cloud möglich
  • Sehr günstiger 200er-Repeater
  • Komfortable Koppelung mit Router (nach Firmware-Update!)
  • Relativ flotte Datenraten
  • TP-Link-OneMesh
  • Fernzugriff per Cloud
  • Hohe Übertragungsleistung mit Wifi-6-Routern
  • 4-GbE-LAN-Ports
  • Gäste-WLAN funktioniert auch im Repeater-Modus
  • Einsatz als Access-Point mit drei freien LAN-Anschlüssen
  • Wi-Fi 6, Mesh-fähig (mit Netgear-Produkten)
  • Sehr leistungsstarkes Wi-Fi-6-Triband-WLAN
  • 2,5GbE-u.1GbE-LAN-Port
  • Idealer "Partner" für Triband-Wi-Fi-6-Router (Fritzbox 4060)
  • Hohe Funktionalität, als Access Point nutzbar
  • Mesh-fähig (mit AVM-Produkten)
Contra
  • Etwas höherer Stromverbrauch als FritzRepeater 1200 (ohne AX)
  • Teuer
  • Maximale Leistung nur in Verbindung mit 4x4-Router
  • Relativ großes Steckergehäuse
  • Handbuch Englisch
  • Großes, klobiges Steckergehäuse
  • Kein WPS für WLAN-Clients
  • Hoher Stromverbrauch, auch bei "Power-Off"
  • Kein IPv6, kein SSL-Zugang
  • Kein LAN-Port (und damit auch kein Access-Point-Modus)
  • Kein WPS für WLAN-Clients
  • Tether-App mit Registrierungszwang
  • Kein IPv6, kein SSL-Zugang
  • Teuer
  • Kein IPv6
  • Nur 1 Jahr Herstellergarantie
  • Sehr teuer (>200 Euro)
  • Hoher Stromverbrauch (9 Watt)
Bester Preis
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Starkes Update: AVM Fritz!Repeater 1200 AX

Starkes Update

AVM Fritz!Repeater 1200 AX

Test: Avm Fritz!repeater 1200 Ax
Kompakter, leistungsstarker Wi-Fi-6-Repeater, der Dank 160-MHz-Unterstützung auch mit seinen 2x2-Streams sehr hohe Übertragungsraten liefern kann.

Der neue AVM Fritz!Repeater 1200 AX überbietet seinen Vorgänger ganz klar, da er nicht nur Wi-Fi 6, sondern auch eine Kanalbandbreite von 160 MHz vorzeigen kann. Am Design hat man aber nicht gerüttelt, denn die beiden Repeater besitzen dasselbe Gehäuse in Quadratform. Besonders gut: Das neue Modell kostet nur etwa 15 Euro mehr als sein Vorgänger.

Installiert wird der der FritzRepeater ohne Smartphone oder Notebook. Man betätigt ganz simpel den »Connect«-Knopf des Repeaters, schaltet die WPS-Verbindung des Routers an und schon wird die Verknüpfung erstellt. Die beigelegte Broschüre beantwortet Fragen, die man sich beim Setup stellen könnte. Für weitere Unklarheiten gibt es auf der Internetseite des Herstellers ein Handbuch in PDF-Form, hier findet man auch die nötigen Infos für die Funktion als Access Point.

Gibt man die Internetseite https://fritz.repeater in einem Browser seiner Wahl ein, gelangt man auf die aufgeräumte Benutzeroberfläche des Repeaters. Über ein Fragezeichen wird einem hier Hilfe angeboten, so wird die Verwendung des Handbuches ein wenig hinfällig. Dank dem »Responsive Design« ist die Weboberfläche auch auf Smartphones anwendbar. Eine weitere App für den Zugang zum Repeater spart man sich so.

Nichtsdestotrotz sollte die »FritzApp WLAN« auf dem Handy heruntergeladen werden. Diese listet beim Punkt »Mein WLAN« den Repeater auf und macht den direkten Zugang zur Weboberfläche des Geräts möglich.

Wie sein Vorgänger, der FritzRepeater 1200, besitzt auch der 1200 AX zwei Funkbänder mit 2×2 Streams pro Funkband, jedoch sendet der AX mit Wi-Fi-6-WLAN sowie 160 MHz im 5-GHz-Band. Im 5-GHz-Band ist damit eine Linkrate von maximal 2402 Mbit/s und beim 2,4 GHz-Band immerhin 574 Mbit/s möglich. Nimmt man es genau, ist der 1200 AX somit eigentlich ein 3000er, da 2402 und 574 zusammen aufgerundet 3000 sind. Der Vorgänger erzielte bei 5GHz nur 876 Mbit/s und bei 2,4 GHz 400 Mbit/s. Werden neue Wi-Fi-6-Router mit entsprechenden Clients verwendet, darf man markant höhere Datenraten erwarten.

Auch mit einer Wi-Fi-5-Fritzbox 7590, mit der ebenfalls eine 160 MHz Kanalbandbreite unterstützt wird, werden dem 1200 AX höhere Datenraten ermöglicht. Bei 5 GHz-Bank sind Übertragungsraten von maximal 1733 Mbit/s möglich, was die doppelte Leistung des Vorgängermodells darstellt.

Um den optimalen Durchsatz des 1200 AX messen zu können, verwendeten wir in unserem Test eine Fritzbox 7590 AX, also einen Wi-Fi-6-fähigen Router, der bei 5 GHz 160 MHz unterstützt. Wir stellten die Fritzbox so ein, dass sie auf den Kanälen 36 bis maximal 64 funkte, da zum Testpunkt die Kanäle ab 100 mit Erkennungsproblemen zu kämpfen hatten.

Standardmäßig stellen AVM-Router und -Repeater eine Mesh-Verbindung her, weshalb beide dieselbe SSID erhalten. In unserem Test waren wir aber nur am Repeater interessiert, weshalb wir die Funktion deaktiviert hatten. So konnten wir sichergehen, dass keine Verbindung direkt zum Router hergestellt wird.

Wir haben in unserem Test den Repeater auf verschiedene Distanzen im Haushalt überprüft. Als Client durfte ein Notebook mit 2×2-Wi-Fi-6-Modul herhalten. Der Repeater von AVM erzielt sehr gute Werte zwischen 380 und 460 Mbit/s. Der einzige schnellere Repeater war der AVM FritzRepeater 6000.

Der Repeater stellt auch einen LAN-Port bereit, mit dem weit vom Router entfernte Geräte per LAN angeschlossen werden können. Die Übertragungsrate erreicht bei LAN-Verbindungen zwischen 800 und 900 Mbit/s, was das ruckelfreie Streamen von 4K-Filmen möglich macht. Die Film-Dateien wurden auf einem NAS-Speicher direkt am Router gespeichert.

Im Betriebsmodus verbraucht der neue Repeater 3,9 Watt – ein Watt mehr als sein Vorgänger, aber das war zu erwarten. Alternativ lässt sich der FritzRepeater als Access Point umfunktionieren, wodurch der Repeater per LAN ins Heimnetz integriert wird und so als separater WLAN-Hotspot dient. Alternativ kann das Heimnetz so um Wi-Fi 6 ergänzt werden.

Besonders hilfreich am Gerät ist auch der WPS-Knopf am Repeater, der bei Weitem nicht von allen Herstellern integriert wird. Durch diesen Knopf lassen sich spielend leicht neue Clients an den Repeater anschließen, was überhaupt nicht selbstverständlich ist.

Hervorheben sollte man auch die Möglichkeit, eine Zeitschaltung integrieren zu können, wodurch der Repeater automatisch aus- und wieder angeschaltet wird. Praktischerweise können die Einstellungen des Routers direkt durch den Repeater kopiert werden. Ist das WLAN ausgeschaltet, kann man es auch direkt wieder mittels der Connect-Taste integrieren. Hier wird ersichtlich, dass sich der Hersteller das Produkt durchdacht hat.

Optimal ist auch die AVM-Mesh-Funktion, mit der die Einstellungen direkt beim Mesh-Master, typischerweise beim Fritzbox-Router, verwaltet werden können. Geänderte Einstellungen werden dann direkt auf Mesh-Clients, hier die Repeater, übertragen. Zusätzlich lässt sich die Verwaltung und Verteilung von WLAN-Clients lässt bewerkstelligen, wodurch alle Einstellungen im Mesh optimal verwaltet werden können.

Uns hat auch die Garantiedauer von fünf Jahren beeindruckt, aber diese ist für AVM typisch. Preislich ist der 1200 AX mit über 80 Euro nicht billig, jedoch ist auch sein Vorgänger mit lediglich Wi-Fi-5 momentan für nicht viel weniger Geld zu haben.

Idealerweise sollte der Router eine Bandbreite von 160 MHz besitzen, sonst wird das Potenzial des 1200 AX nicht ausgekostet. Auch, dass Mesh-Einstellungen nur mit Routern durchgeführt werden können, die von AVM sind, ist etwas schade. Jedoch trifft man dieses Problem bei anderen Herstellern auch an, denn nur wenn Router und Repeater vom selben Hersteller kommen, lassen sich Mesh-Einstellungen in der Regel vornehmen.

Viele Einsatzmöglichkeiten: AVM FritzRepeater 2400

Viele Einsatzmöglichkeiten

AVM Fritz!Repeater 2400

Test  besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: AVM FritzRepeater 2400
Der FritzRepeater 2400 liegt preislich und bei der Übertragungsleistung zwischen AVMs Repeater-Modellen 1200 und 3000.

Wem es vor allem darauf ankommt, möglichst viel Fläche mit einer schnellen WLAN-Verbindung abzudecken, der greift am besten zum FritzRepeater 2400. Was die Übertragungsleistung per LAN angeht, spielt der 2400 in einer ähnlichen Liga wie der FritzRepeater 3000. Das liegt daran, dass beide das schnelle 4×4-Modul verbaut haben. Vergleicht man die Übertragungsleistung der beiden via WLAN, gerät der 2400 jedoch ein wenig ins Hintertreffen. Grund hierfür ist, dass der 2400er sein 5-Gigahertz-Modul zwischen Repeater und Client aufteilen muss.

Betrachtet man die Übertragungsstrecke zwischen Router, Repeater und Client, fällt auf, dass die Übertragungsraten des 2400er nur marginal höher liegen als die des 1200er.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit des FritzRepeaters 2400 ist die Nutzung als Access-Point, indem mithilfe eines LAN-Kabels eine Verbindung zum Router herstellt wird. Auch hier weiß der Repeater dank seiner 4×4-MU-MIMO-Antenne zu überzeugen und macht aus dem recht schwachen WLAN-Signal des Routers ein Dualband-WLAN, das leistungstechnisch dem der Fritzbox 7590 entspricht.

Ist man lediglich auf der Suche nach einem WLAN-Repeater, bietet der FritzRepeater 2400 im Vergleich zum 1200er keine großen Vorteile. Seine Stärken liegen vor allem in der Nutzung als Access Point und der Möglichkeit, ein weiteres Gerät via Netzwerkkabel anschließen zu können.

Cloud-fähig
Test: Tp Link Re655
Der gut ausgestattete RE655 erzielt mit 4x4-Routern sehr gute Übertragungsleistungen und stellt somit eine günstige Alternative zum FritzRepeater 2400 dar.

Mit dem TP-Link RE655 heißen wir den Nachfolger vom RE650 in unserem Test willkommen. Wie bei allen Geräten üblich, werden alle Mesh-Funktionen nur geboten, wenn man auch einen Router vom gleichen Hersteller besitzt. Natürlich kann das Gerät auch sonst als WLAN-Verstärker eingesetzt werden, nur dann nicht mit allen Mesh-Funktionen.

Davon abgesehen klappt die Koppelung des TP-Links reibungslos genau so, wie es TP-Link auf der Schnell-Anleitung verspricht. Auch mit unserer Fritzbox 7590 gelang die Kopplung flott. Gerade mit der Fritzbox sollte der Wi-Fi-5/4-Repeater samt 4×4-MiMo-Streams sowieso gut harmonieren.

Die Übertragungsleistung des RE655 ist sehr hoch. Die Übertragung des 4×4-Router bis zum 4×4-Repeater und schließlich zum 2×2-Client steht mit 300 Mbit/s netto gut da. Auf dem ersten Client können wir mit bis zu 100 Mbit/s ein 4K-Video streamen, parallel dazu gelingt auf einem anderen Client, der mit dem Repeater verbunden ist, das Streamen eines Videos mit 40 Mbit/s ruckelfrei.

Richtig beweisen kann sich der Repeater aber erst, wenn er per Gigabit-LAN mit dem Router verbunden wird, denn dann sind bis zu 700 Mbit/s drin. Die 4×4-Verbindung, die den Repeater mit dem Router verbindet, kann sich hier komplett austoben und erreicht stattliche 1733 Mbit/s. Deswegen empfiehlt sich der FritzRepeater 2400 vor allem für die Erweiterung von Wi-Fi-5-Routern, die genau wie der Repeater 4×4-Funkmodule vorzeigen können.

Der RE655 kann auch als Access Point verwendet werden, dann wird die Verbindung zum Router mit einem LAN-Kabel bewerkstelligt. Diese Funktion eignet sich dafür, ein leistungsschwaches WLAN zu ersetzen oder um ein besonders starkes WLAN-Signal zu erzeugen. Dazu wird der Betriebsstatus des TP-Link auf »Access Point« umgestellt. Der LAN-Anschluss erfolgt entweder am Router selbst oder an einem ähnlichen Gerät im Heimnetz.

Das Webmenü des RE655 bietet im Vergleich zum RE330 eine Hilfefunktion in der oberen rechten Ecke. Außerdem lassen sich Clients nicht nur vollständig blockieren, sondern sogar durch einen persönlich festgelegten Zeitraum. Auch interessant, wenngleich nicht absolut notwendig, ist die Einbindung über die TP-Link-Cloud. Mit der Tether-App von TP-Link kann man so auch von unterwegs den Zugriff von bestimmten Clients entsperren oder sperren.

Der Stromverbrauch des RE655 liegt bei stattlichen fünf Watt – andere Geräte schaffen deutlich sparsamere Ergebnisse. An der Seite befindet sich ein »Power-Knopf«, der aber insgeheim keiner ist, denn über ihn wird nur das WLAN ein- und ausgeschaltet. Das Gerät selbst läuft aber mit etwa drei Watt Stromverbrauch weiter! Diese Verwirrung bräuchte es unserer Meinung nicht, man hätte dem Knopf wohl einen besseren Namen geben können.

Natürlich lässt sich das Gerät über einen Zeitplan steuern, aber der Knopf ist zum Beispiel hilfreich, um auch in einer Ruhephase einfach auf das WLAN zugreifen zu können. Wer aber das Gerät endgültig ausschalten möchte, muss wohl oder übel den Stecker ziehen, sonst zieht das Gerät fröhlich Saft aus der Leitung.

Zusammenfassend darf man den TP-Link RE655 allen empfehlen, die auf 160 MHz Bandbreite verzichten können und als Hauptrouter keine Fritzbox verwenden. In diesem Fall lässt sich am etwa 70 Euro teuren Repeater wenig aussetzen.

Der RE300 ist ein günstiger Dualband-Repeater, der in der Praxis hervorragende Übertragungsleistungen bietet. Selbst entfernte Clients versorgte er noch mit Nettodatentransferraten von bis zu 240 Mbit/s. Auch das zeitgleiche Streamen eines 4K- und eines 2K-Film war im Test kein Problem. Lediglich die duale Verbindung klappte im Test nicht auf Anhieb, war aber nach dem Software-Update keine Hürde mehr.

Günstig
Test  Brückenbau im Wohnzimmer: TP-Link RE300
Sehr preisgünstiger, flotter und gut bedienbarer 1200er-Repeater, wenn man auf LAN-Port, Access-Point-Modus und MU-MIMO verzichten kann.

Will man den Repeater mit der »Tether«-App steuern, muss man ein extra Konto anlegen. Das ist zwar etwas unschön, dafür bekommt man aber auch Cloud-Zugriff, was man aber bei einem Repeater nicht unbedingt braucht. Was man hingegen immer braucht, ist eine Möglichkeit zur Steuerung und Konfiguration des Geräts und in dieser Disziplin konnte der TP-Link vollkommen überzeugen.

Im Test machte es keinen großen Unterschied, ob man sich bei der Bedienung für die Weboberfläche oder das Smartphone entschied: In beiden Fällen waren die wichtigsten Informationen immer gut strukturiert ablesbar. Gefallen haben uns auch die vielen Erklärungen in deutscher Sprache, die dafür sorgen, dass sich auch Laien auf Anhieb damit zurechtfinden können. Das PDF-Handbuch, welches man auch der Supportseite von TP-Link finden kann, gibt es aber leider nur auf Englisch.

 WLAN-Repeater Test: Tp Link Re300 Status
Übersichtlich: Die Status-Übersicht.

Ein nettes Extra ist auch die Möglichkeit, bestimmte Clients direkt am Repeater blockieren zu können. Zudem kann man einen Zeitplan für die Verbindung definieren. Besitzer eines Routers von TP-Link können sich darüber freuen, dass der RE300 zusammen mit jenem Mesh-fähig ist.

Ein kleiner Nachteil des Repeaters: Sein Funkmodul ist nicht auf dem neuesten Stand der Technik, MU-MIMO beherrscht es deshalb nicht und einen Ethernet-Port sucht man leider auch vergeblich. Das ist in Anbetracht des günstigen Preises aber durchaus verschmerzbar. Zudem gibt es eine dreijährige Herstellergarantie oben drauf.

Leistung satt: Netgear EAX20

Der EAX20 von Netgear kommt mit satten vier Gigabit-LAN-Ports. Selbst wenn man ihn Als Access Point betreibt, was durchaus möglich ist, stehen einem noch immer drei dieser Ports zur Verfügung.

Leistung satt

Netgear EAX20

Test: Netgear Eax20
Der EAX20 von Netgear präsentiert sich als leistungsfähiger, gut ausgestatteter 2x2-Wifi-6-Repeater mit 4 GbE-Ports, der auch als Wifi-6-Accesspoint eine gute Figur abgibt.

Egal ob Wifi-5- oder Wifi-6-Router: die Verdingung über die WPS-Taste klappt immer hervorragend, sofern man dabei die richtige Reihenfolge einhält: Erst am Extender die Taste drücken, danach folgt erst der Router. Diese Information fehlt auf der Quickinfo-Anleitung, die auch sonst recht sparsam mit Informationen ist.

Die 2,4-Ghz-Verbindung wird übrigens erst beim zweiten Kopplungsvorgang aufgebaut, als erstes wird die Verbindung via 5-Ghz-Band hergestellt. SSID und Passwort (WPA2-Verschlüsselung) werden vom Haupt-Router übernommen. Im Webmenü kann man nicht nur das Passwort ändern, sondern sich auch ausführlich über die zwei Verbindungen zum Router und die beiden WLANs des Repeaters informieren. Auch für den sicheren Zugriff auf das Webmenü mittels Browser ist durch SSL-Verschlüsselung gesorgt.

Die Einrichtung via App ist etwas umständlich, weil man die Zugangsdaten händisch eintippen muss. Um den Repeater dann per WPS einzurichten, muss man im Browser »mywifiext.net« aufrufen. Voraussetzung dafür ist, dass der Client, über den man das macht, per Kabel oder WLAN mit dem EAX20 verbunden ist.

Auch beim Netgear gibt es Funkband-LEDS. Die informieren aber nur über die derzeit aktiven Repeater-WLANs, einen Anhaltspunkt, welche Funkbänder gerade für die Kommunikation zum Router verwendet werden, liefern sie nicht.

Im Vergleich mit dem RE505X sind die Übertragungsraten im 5-Ghz-Band beim EAX20 einen Tick besser. Der deutliche Vorteil ist aber die Unterstützung von Wifi 6 im 2,4-Ghz-Band. Damit sind nämlich im Vergleich zum RE505X doppelt so hohe Linkraten möglich. Im Streaming Test mit jeweils einem 4K- und 2K-Video gibt es keine störende Ruckler. Gut finden wir auch, dass sich WLAN-Clients ganz unkompliziert per WPS-Taste koppeln lassen.

Zwar fehlt dem Repeater die Möglichkeit, definierten Clients eine Zeitsperre zuzuweisen, dafür gibt es allerdings ein Gast-WLAN, dessen Nutzern der Zugriff auf bestimmte Heimnetz-Geräte verwehrt werden kann. Der EAX20 ist mit einem Anschaffungspreis von 140 Euro zwar nicht gerade günstig, bietet dafür aber ein rundum gelungenes Paket aus Bedienkomfort, Ausstattung und Leistung.

Was gibt es sonst noch?

Beim RE505X von TP-Link haben wir den Test mit dem Netgear Nighthawk WAX200 durchgeführt, denn wer den TP-Link RE505X in seiner vollen Pracht nutzen möchte, braucht einen Wifi-6-Router. Dafür ist der Repeater relativ günstig und die Kopplung geht einfach von statten. Die Netto-Datenrate ist hoch, das Gerät lässt sich als Access Point nutzen und über ein TP-Link-Konto kann der Repeater auch aus der Ferne gesteuert werden. Als Einsteiger-Repeater mit Wifi-6-Kompatibilität empfiehlt sich der RE505X also.

Auf den Devolo WiFi Repeater+ ac gibt es ganze drei Jahre Garantie. Gelungen ist die Integration der Durchschleifsteckdose, wodurch auch bereits benutzte Steckdosen mit dem Repeater bestückt werden können. Per WPS lässt sich der Repeater einfach mit dem Router verbinden. Eigenartig war jedoch, dass beim Umbenennen der SSID des Devolos war die 5-GHz-Verbindung mit der Fritzbox aktiv, wodurch lediglich geringere Übertragungsraten möglich waren. Mit anderen Routern trat das Problem nicht auf. Zu diesem Repeater sollte man also nur greifen, wenn man kein AVM-Nutzer ist.

Zum Installieren des FritzRepeater 1200 von AVM braucht es weder Smartphone noch Laptop. Er unterscheidet sich nur durch sein älteres, weniger leistungsfähiges Wi-Fi-5-WLAN-Modul von seinem Nachfolger. Gerade, da es preislich keine allzu großen Unterschiede zwischen den Modellen gibt, würden wir eher den 1200 AX empfehlen. Für den Aufpreis gibt es dafür Wi-Fi6 mit besseren Übertragungsleistungen.

Der AVM FritzRepeater 3000 verfügt über das schnelle 4×4-Modul, was ihn für eben jene besonders attraktiv macht, die auf eine derart schnelle Verbindung angewiesen sind – oder einfach gerne ein paar Geschwindigkeitsreserven in der Hinterhand haben. Dieses Extra an Geschwindigkeit macht den FritzRepeater 3000 jedoch auch etwa doppelt so teuer wie seinen kleinen Bruder, den 1200. Um zu verhindern, dass sowohl für die Client-Verbindung, als auch für die Router-Verbindung das gleiche WLAN-Modul verwendet wird, nutzen die WLAN-Clients bei diesem Modell unabhängige Module, was eine deutliche höhere Übertragungsrate zur Folge hat.

Selbst mit einem per WLAN verbundenen 2×2-Gerät waren hier Übertragungsraten jenseits der 300 Megabit pro Sekunde möglich. Noch schneller wurde es mit einer Kabelverbindung (LAN): Über eine WLAN-Brücke zum Router haben wir 550 Megabit pro Sekunde gemessen. Dieser Wert macht den AVM FritzRepeater 3000 auch für die Anwendung im kabellosen Heimnetz-Bereich interessant.

Wer nun mit einer derart schnellen Verbindung liebäugelt, um dem nächsten Ladescreen bei Netflix vorzubeugen, der wird jedoch enttäuscht werden, denn derart schnelle Übertragungsraten funktionieren nur im Heimnetz, beim klassischen Surfen ist das Datenlimit der eigene Internetanschluss, welcher meist auf eine Geschwindigkeit von 100 Megabit limitiert ist. Nur, wer innerhalb seines Heimnetzwerks regelmäßig große Mengen an Daten überträgt, wird den Geschwindigkeitsvorteil des AVM FritzRepeater 3000 überhaupt bemerken.

Ein paar kleine Nachteile hat der AVM FritzRepeater 3000 natürlich auch. Die WLAN-Brücke vom Repeater zum Router funktioniert im 5-Gigahertz-Bereich nämlich nicht unter dem Kanal 100. Das macht es nötig, dass auch das 5-Gigahertz-Lan des Routers oberhalb dieses Bereichs senden muss. Während sich eine Fritzbox – ausgestattet mit der aktuellen Firmware – selbstständig um dieses Problem kümmert und entsprechend die hohen Kanäle verwendet, muss das bei anderen Routern oder älteren Firmware-Versionen »von Hand« gemacht werden.

Sollten Sie einen Firestick (Amazon) oder Chromecast (Google) benutzen, könnte das ein kleines Problem darstellen. Diese Hersteller verwenden in den genannten Produkten im 5-Gigahertz-Bereich nämlich lediglich die Kanäle zwischen 36 und 48, um sich so vor der kostspieligen DFS-Zertifizierung zu drücken. Für sie als Benutzer heißt das, dass die Geräte nicht über die WLAN-Brücke kommunizieren können und deshalb auf den langsameren 2,4 Gigahertz-Standard ausweichen müssen, oder aber das zweite Band des Repeaters verwendet werden muss, das ebenfalls mit 5 Gigahertz kommuniziert.

TP-Links RE355 kann jeweils zwei Datenstreams parallel übertragen, seine maximale Linkrate beträgt außerdem 867 Mbit/s bei 5 GHz und 300 Mbit/s bei 2,4 GHz. Das gleichzeitige Streamen von FullHD-Videos über unsere ungünstigere Teststrecke (Weg 2) bewältigt der RE355 problemlos. Mit der Smartphone-App »Tether« lassen sich wichtige Informationen auslesen und einige Konfigurationen direkt am Smartphone vornehmen.

Die WPS-Funktion hingegen enttäuscht. Im Gegensatz zu diversen anderen Modellen funktioniert die WPS-Taste nur für den Verbindungsaufbau mit dem WLAN-Router. Neue WLAN-Clients können nicht per Knopfdruck in das Heimnetz eingebunden werden. Über den seitlich angebrachten Gigabit-LAN-Port des RE355 können Sie auch Clients per LAN-Kabel ins Heimnetz hinzufügen. Die so eingebundenen Geräte erreichten auch sehr gute Testergebnisse.

Wenn für Sie der Preis keine Rolle spielt, gibt es kaum ein besser ausgestatteten Repeater als den Netgear EX8000. Mit seinem Triband-WLAN, also ganzen drei separaten Funkmodulen, und 4×4 MU-MIMO Wave 2 lässt er keine Wünsche offen und erreicht fantastische Datenraten (Weg 1 – 240 Mbit/s bzw. Weg 2 – 210 Mbit/s). Zudem verfügt das Gerät über einen 4-Port-Switch und einen USB-Anschluss mit NAS-Funktionalität (inklusive DLNA-Mediaserver). Es stellt sich aber bei dem Preis und der Größe des EX8000s die Frage, ob man mit einem aktuellen WLAN-Router nicht besser bedient wäre.

Wissenswertes über WLAN-Repeater

Ein WLAN-Repeater verstärkt das WLAN-Funksignal des Routers, indem er die Daten wie ein normaler WLAN-Client empfängt und ein eigenes WLAN-Netz erstellt, in das er die Daten weitersendet. Dadurch erhalten Clients, die keine direkte Verbindung zum Router herstellen können, einen indirekten Zugriff über den WLAN-Repeater zum Router.

Für gewöhnlich verbindet man den Repeater dabei per Kopfdruck (WPS) mit dem WLAN des vorhandenen Routers. Daraufhin klont der Repeater die Router-Konfiguration und spiegelt so das WLAN für die entfernten Clients. Das ist nicht nur für die Inbetriebnahme vorteilhaft, auch die Endgeräte können sich auf diese Weise problemlos mit dem Repeater-Netz verbinden, da die Zugangsdaten des Routers bereits eingespeichert sind. Der Übergang zwischen Router- und Repeater-WLAN geschieht dadurch nahtlos, der Anwender bemerkt auch gar nicht, mit welchen Netz die Verbindung erfolgt.

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