WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme Test: Avm Fritzrepeater 3000

WLAN-Repeater im Test : Brückenbau im Wohnzimmer

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Update 08.10.2020

Bei Problemen mit der WLAN-Verbindung gibt es verschiedene Methoden, um die Verbindungsqualität zu steigern. Eine der einfachsten ist es, einen Repeater im Heimnetzwerk zu integrieren. Wir haben 9 Repeater getestet und zeigen, worauf es beim Kauf ankommt.

Update 8. Oktober 2020

Drei neue WLAN-Repeater im Test, drei neue Empfehlungen: Die AVM FritzRepeater 1200, 3000 und 2400 konnten uns allesamt überzeugen.

Michael Seemann
Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Guter WLAN-Empfang ist nicht selbstverständlich. Ob in den eigenen vier Wänden das Internet flüssig und ruckelfrei funktioniert, hängt von diversen Voraussetzungen ab. Theoretisch kann man mit WLAN Daten über weite Strecken senden und empfangen. Das funktioniert aber nur, wenn sich keine Hindernisse, wie Mauern, Wände oder massive Einrichtungsgegenstände zwischen WLAN-Router und Client befinden. Deshalb hilft oft nur, das WLAN-Signal mit Hilfe von weiterer Hardware zu verstärken.

In unseren Übertragungstests mussten WLAN-Repeater eine kürzere Strecke mit einem massiven Hindernis (Weg 1) und eine längere Strecke mit zwei massiven Hindernissen (Weg 2) innerhalb eines Haushalts überbrücken. Als WLAN-Client kam in unserem Test ein Notebook mit einem gewöhnlichen 2×2-MIMO-WLAN-Modul zum Einsatz.

Günstig und effizient: AVM FritzRepeater 1200

Günstig und effizient

AVM FritzRepeater 1200

Test besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: AVM FritzRepeater 1200
Der FritzRepeater 1200 ist AVMs günstigster und energieeffizientester und platzsparendster MU-MIMO-Repeater, der 2x2-Funk einen guten Kompromiss, zumal der Repeater seine MU-MIMO-Funktion auch in der Verbindung zum 4x4-Router nutzen kann.

Zum Installieren des FritzRepeater 1200 von AVM braucht es weder Smartphone noch Laptop. Ein Drücken des »Connect«-Knopfes genügt bereits, anschließend muss man nur noch die WPS-Verbindung des Routers aktivieren – fertig. Für umfangreichere Einstellungen kann das ausführliche und in deutscher Sprache vorhandene PDF-Handbuch konsultiert werden, dort werden alle Einstellmöglichkeiten des FritzRepeater 1200 erklärt.

Die Benutzeroberfläche des FritzRepeaters lässt sich – sofern man im Heimnetz unterwegs ist – über die Webadresse http://fritz.repeater erreichen. Weil die Seite auch mit dem Smartphone komfortabel zu bedienen ist (dem Responsive Design sei Dank) braucht es hier keine extra App, passionierte App-Fans können jedoch die »FritzApp WLAN« herunterladen und erhalten dort einen direkten Zugriff auf den Repeater.

Mittels 2×2 Multi User MIMO ist der Repeater in der Lage, mit mehreren Geräten innerhalb des Netzwerks gleichzeitig zu kommunizieren, wofür ihm sowohl 2,4 als auch 5 Gigahertz Frequenzen zur Verfügung stehen. Für eine Anbindung via Kabel ist der AVM FritzRepeater 1200 mit seinem Gigabit-Lan-Port bestens gerüstet. Über diese Verbindung erreichte der Repeater eine Datenrate von bis zu 420 Megabit pro Sekunde – ein Spitzenwert. Selbst das parallele Streamen von zwei Filmen (beide Full-HD, einer über Lan, einer über WLAN), konnten den FritzRepeater 1200 nicht in die Knie zwingen.

Unter der Funktion »LAN-Brücke« verbirgt sich die Möglichkeit, den Repeater wie einen Access Point zu verwenden, indem man ihn via LAN mit dem Heimnetz verbindet und so einen weiteren WLAN-Hotspot schafft. Mit der neuen Firmware-Version ist es zudem möglich, den FritzBox 1200 in Verbindung mit den Router-Modellen ab der 7490er Serie als Mesh-System zu nutzen.

Ein angenehmes Extra ist, dass sich der Repeater mittels Zeitplan ab und wieder einschalten lässt. Sofern es sich beim Router des Heimnetzes ebenso um eine Fritzbox handelt, kann die dort hinterlegte Zeitschaltung einfach übernommen werden.

Weil AVM bei seinem 1200 auf das schnellere 4×4-Dualband verzichtet und dem Repeater lediglich ein 2×2-Dualband spendiert hat, sind seine Durchsatzrate und Reichweite ein wenig limitiert, vor allem, wenn mehrere WLAN-Clients gleichzeitig Daten übertragen. Der Fairness halber sei jedoch an dieser Stelle erwähnt, dass die mit einem 4×4-Dualband ausgestatteten Repeater meist deutlich teurer sind und die hohe Geschwindigkeit für den Heimgebrauch meist nicht benötigt wird.

Leistung satt: AVM FritzRepeater 3000

Leistung satt

AVM FritzRepeater 3000

Test Besseres WLAN per Funk und Stromleitung: AVM FritzRepeater 3000
Der FritzRepeater 3000 schlägt mit seinem dritten 4x4-Funkmodul die durchsatzstärkste WLAN-Brücke zu einer 4x4-Fritzbox und bietet damit eine interessante Alternative zur Kabelverbindung.

Der AVM FritzRepeater 3000 verfügt über das schnelle 4×4-Modul, was ihn für eben jene besonders attraktiv macht, die auf eine derart schnelle Verbindung angewiesen sind – oder einfach gerne ein paar Geschwindigkeitsreserven in der Hinterhand haben. Dieses Extra an Geschwindigkeit macht den FritzRepeater 3000 jedoch auch etwa doppelt so teuer wie seinen kleinen Bruder, den 1200. Um zu verhindern, dass sowohl für die Client-Verbindung, als auch für die Router-Verbindung das gleiche WLAN-Modul verwendet wird, nutzen die WLAN-Clients bei diesem Modell unabhängige Module, was eine deutliche höhere Übertragungsrate zur Folge hat.

Selbst mit einem per WLAN verbundenen 2×2-Gerät waren hier Übertragungsraten jenseits der 300 Megabit pro Sekunde möglich. Noch schneller wurde es mit einer Kabelverbindung (LAN): Über eine WLAN-Brücke zum Router haben wir 550 Megabit pro Sekunde gemessen. Dieser Wert macht den AVM FritzRepeater 3000 auch für die Anwendung im kabellosen Heimnetz-Bereich interessant.

Wer nun mit einer derart schnellen Verbindung liebäugelt, um dem nächsten Ladescreen bei Netflix vorzubeugen, der wird jedoch enttäuscht werden, denn derart schnelle Übertragungsraten funktionieren nur im Heimnetz, beim klassischen Surfen ist das Datenlimit der eigene Internetanschluss, welcher meist auf eine Geschwindigkeit von 100 Megabit limitiert ist. Nur, wer innerhalb seines Heimnetzwerks regelmäßig große Mengen an Daten überträgt, wird den Geschwindigkeitsvorteil des AVM FritzRepeater 3000 überhaupt bemerken.

Ein paar kleine Nachteile hat der AVM FritzRepeater 3000 natürlich auch. Die WLAN-Brücke vom Repeater zum Router funktioniert im 5-Gigahertz-Bereich nämlich nicht unter dem Kanal 100. Das macht es nötig, dass auch das 5-Gigahertz-Lan des Routers oberhalb dieses Bereichs senden muss. Während sich eine Fritzbox – ausgestattet mit der aktuellen Firmware – selbstständig um dieses Problem kümmert und entsprechend die hohen Kanäle verwendet, muss das bei anderen Routern oder älteren Firmware-Versionen »von Hand« gemacht werden.

Sollten Sie einen Firestick (Amazon) oder Chromecast (Google) benutzen, könnte das ein kleines Problem darstellen. Diese Hersteller verwenden in den genannten Produkten im 5-Gigahertz-Bereich nämlich lediglich die Kanäle zwischen 36 und 48, um sich so vor der kostspieligen DFS-Zertifizierung zu drücken. Für sie als Benutzer heißt das, dass die Geräte nicht über die WLAN-Brücke kommunizieren können und deshalb auf den langsameren 2,4 Gigahertz-Standard ausweichen müssen, oder aber das zweite Band des Repeaters verwendet werden muss, das ebenfalls mit 5 Gigahertz kommuniziert.

Viele Einsatzmöglichkeiten: AVM FritzRepeater 2400

Viele Einsatzmöglichkeiten

AVM FritzRepeater 2400

Test besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: AVM FritzRepeater 2400
Der FritzRepeater 2400 liegt preislich und bei der Übertragungsleistung zwischen AVMs Repeater-Modellen 1200 und 3000.

Wem es vor allem darauf ankommt, möglichst viel Fläche mit einer schnellen WLAN-Verbindung abzudecken, der greift am besten zum FritzRepeater 2400. Was die Übertragungsleistung per LAN angeht, spielt der 2400 in einer ähnlichen Liga wie der FritzRepeater 3000. Das liegt daran, dass beide das schnelle 4×4-Modul verbaut haben. Vergleicht man die Übertragungsleistung der beiden via WLAN, gerät der 2400 jedoch ein wenig ins Hintertreffen. Grund hierfür ist, dass der 2400er sein 5-Gigahertz-Modul zwischen Repeater und Client aufteilen muss.

Betrachtet man die Übertragungsstrecke zwischen Router, Repeater und Client, fällt auf, dass die Übertragungsraten des 2400er nur marginal höher liegen als die des 1200er.
Eine weitere Verwendungsmöglichkeit des FritzRepeaters 2400 ist die Nutzung als Access-Point, indem mithilfe eines LAN-Kabels eine Verbindung zum Router herstellt wird. Auch hier weiß der Repeater dank seiner 4×4-MU-MIMO-Antenne zu überzeugen und macht aus dem recht schwachen WLAN-Signal des Routers ein Dualband-WLAN, das leistungstechnisch dem der Fritzbox 7590 entspricht.
Ist man lediglich auf der Suche nach einem WLAN-Repeater, bietet der FritzRepeater 2400 im Vergleich zum 1200er keine großen Vorteile. Seine Stärken liegen vor allem in der Nutzung als Access Point und der Möglichkeit, ein weiteres Gerät via Netzwerkkabel anschließen zu können.

Altbewährt und ausgezeichnet: AVM FritzWLAN Repeater 1750E

Altbewährt und ausgezeichnet

AVM FritzWLAN Repeater 1750E

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM Fritz WLAN Repeater 1750E
Der immer noch leistungsstarke, vielseitige 3x3-Dualband-Repeater kommt mit der für AVM typischen Top-Ausstattung, vorbildlicher Dokumentation, aber im Gegesatz zu den neueren AVM-Modellen ohne MU-MIMO und ohne WPA3-Vorbereitung.

Einer der ersten erhältlichen Repeater mit Dualband und 3×3-MIMO-WLAN war der FritzWLAN Repeater 1750E, er ist dementsprechend schon eine ganze Weile auf dem Markt. Dennoch ist er nach wie vor zu empfehlen, weil er in all unseren Testdisziplinen überdurchschnittlich gut abschneidet. Der FritzWLAN-Repeater erreichte dabei sehr gute Datenraten zwischen 230 Mbit/s (Weg 1) und 110 Mbit/s (Weg 2). Über Weg 2 konnten wir mit zwei verbundenen WLAN-Clients ohne Bildaussetzer gleichzeitig FullHD-Filme streamen. Die Videos stammten von einer Datenquelle direkt am Router und wurden vom Repeater simultan an die WLAN-Clients übertragen.

Das Gerät lässt sich sehr einfach per WPS aufsetzen. Dennoch ist die App »FritzApp WLAN« zu empfehlen, falls Android-Geräte vorhanden sind. Die App ermöglicht den direkten Zugriff auf die Weboberfläche des Geräts, in der die meisten Funktionen ausführlich erklärt sind. Der Repeater kann alternativ als leistungsfähiger WLAN-Access-Point verwendet werden, über den integrierten Gigabit-LAN-Port lassen sich Geräte ebenso ins Netzwerk einbinden. Wir haben auch die maximalen Übertragungsraten ermittelt, die ein solches am LAN-Port des Repeaters angeschlossenes Gerät über unsere beiden Teststrecken erreichen kann. Der AVM-Repeater erzielte mit 320 Mbit/s (Weg 1) und 170 Mbit/s (Weg 2) auch hier ausgezeichnete Ergebnisse.

AVM-typisch ist die überdurchschnittlich lange Herstellergarantie von 5 Jahren und die konstante Versorgung mit Updates. Mit den letzten Firmware-Aktualisierung etwa bekam die 1750E auch die neuen Mesh-Funktionen der Fritzbox-Modelle. Damit wird der FritzWLAN-Repeater, falls Sie eine unterstütze Fritzbox im Einsatz haben, zu einem Teil Ihres WLAN-Mesh-Systems.

Was gibt es sonst noch?

TP-Links RE355 kann jeweils zwei Datenstreams parallel übertragen, seine maximale Linkrate beträgt außerdem 867 Mbit/s bei 5 GHz und 300 Mbit/s bei 2,4 GHz. Das gleichzeitige Streamen von FullHD-Videos über unsere ungünstigere Teststrecke (Weg 2) bewältigt der RE355 problemlos. Mit der Smartphone-App »Tether« lassen sich wichtige Informationen auslesen und einige Konfigurationen direkt am Smartphone vornehmen.

Die WPS-Funktion hingegen enttäuscht. Im Gegensatz zu diversen anderen Modellen funktioniert die WPS-Taste nur für den Verbindungsaufbau mit dem WLAN-Router. Neue WLAN-Clients können nicht per Knopfdruck in das Heimnetz eingebunden werden. Über den seitlich angebrachten Gigabit-LAN-Port des RE355 können Sie auch Clients per LAN-Kabel ins Heimnetz hinzufügen. Die so eingebundenen Geräte erreichten auch sehr gute Testergebnisse.

Auch das günstigere Modell von AVM, der AVM FritzWLAN Repeater 1160, ist empfehlenswert. Obwohl das Gerät Repeater nur eine 2×2-MIMO-Ausstattung besitzt, sind seine Leistungen überraschend gut. 160 Mbit/s (Weg 1) und 80 Mbit/s (Weg 2) messen wir in unserem Test. Auch in unserem Streaming-Test schlägt sich der Repeater gut. Mit zwei am FritzWLAN Repeater 1160 angebundene WLAN-Clients konnten wir ohne Verzögerungen simultan zwei FullHD-Videos streamen.

Ein Nachteil des 1160 ist, dass AVM keinen LAN-Anschluss verbaut hat. Damit ist es nicht möglich Kabel-Clients einzubinden und natürlich kann man so auch keine Access-Point-Funktion verwenden. Dafür ist der FritzWLAN Repeater 1160 mit einem Stromverbrauch von nur 2,6 Watt äußerst sparsam. Damit ist der AVM-Repeater der WLAN-Repeater mit der geringsten Leistungsaufnahme in unserem Testfeld.

Wenn für Sie der Preis keine Rolle spielt, gibt es kaum ein besser ausgestatten Repeater als den Netgear EX8000. Mit seinem Triband-WLAN, also ganzen drei separaten Funkmodulen, und 4×4 MU-MIMO Wave 2 lässt er keine Wünsche offen und erreicht fantastische Datenraten (Weg 1 – 240 Mbit/s bzw. Weg 2 – 210 Mbit/s). Zudem verfügt das Gerät über einen 4-Port-Switch und einen USB-Anschluss mit NAS-Funktionalität (inkusive DLNA-Mediaserver). Es stellt sich aber bei dem Preis und der Größe des EX8000s die Frage, ob man mit einem aktuellen WLAN-Router nicht besser bedient wäre.

Wissenswertes über WLAN-Repeater

Ein WLAN-Repeater verstärkt das WLAN-Funksignal des Routers, indem er die Daten wie ein normaler WLAN-Client empfängt und ein eigenes WLAN-Netz erstellt, in das er die Daten weitersendet. Dadurch erhalten Clients, die keine direkte Verbindung zum Router herstellen können, einen indirekten Zugriff über den WLAN-Repeater zum Router.

Für gewöhnlich verbindet man den Repeater dabei per Kopfdruck (WPS) mit dem WLAN des vorhandenen Routers. Daraufhin klont der Repeater die Router-Konfiguration und spiegelt so das WLAN für die entfernten Clients. Das ist nicht nur für die Inbetriebnahme vorteilhaft, auch die Endgeräte können sich auf diese Weise problemlos mit dem Repeater-Netz verbinden, da die Zugangsdaten des Routers bereits eingespeichert sind. Der Übergang zwischen Router- und Repeater-WLAN geschieht dadurch nahtlos, der Anwender bemerkt auch gar nicht, mit welchen Netz die Verbindung erfolgt.

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